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Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 12:26
von ratibida
Liebe Erfahrene,aus gegebenem Anlass (britischer Gartenratgeber, der angepasst werden soll) möchte ich um euren Rat bitten. Ich habe immer wieder mal in den Threads gestöbert und auch die im Betreff genannten Gehölze diskutiert gefunden. Sehe ich es richtig, dass man sie - mit einer entsprechenden Warnung zur Vorsicht und dem Aufruf zu einer sinnvollen Standortwahl (Kleinklima, Wind- und Wintersonnenschutz beim Viburnum (und bei der Orangenblüte?), gut dränierter Boden beim Ceanothus) - ruhig auch für Gärten sagen wir ab Zone 7b im deutschsprachigen Raum empfehlen kann?Einen Ceanothus (eine der Pazifiksorten) hatte ich selbst jahrelang an der Südwestwand auf/im Terrassenunterbau (einfach an der Wand einen Topf eingesenkt) - der ist recht gewaltig geworden, hat aber nach einem der letzten kalten Winter das Zeitliche gesegnet. Ich bin mir nicht sicher, ob es die Temperaturen waren oder eher Wintertrocknis. Unterm Strich fand ich das Ergebnis für Zone 7b gar nicht übel. (Zum Schluss mochte ich ihn ehrlich gesagt nicht mehr: Er hat sich vorm ganzen (bodentiefen) Esszimmerfenster hergelegt, da konnte man zwar herrlich die Hummeln beim Baden im Blütenstaub beobachten, aber den ganzen Rest des Jahres fiel der Blick nur aufs struppig-kahle Unterkleid des Strauchs. Als Fensterdeko also nicht zu empfehlen :-X )Ein Viburnum tinus hat in der Nachbarschaft innerhalb weniger Jahre an der Nordostseite des Hauses mindestens anderthalb Meter Höhe erreicht, bei ähnlichem Umfang - ist allerdings nach dem vorletzten Winter verschwunden (über etliche Wochen anhaltende Temperaturen im zweistelligen Minusbereich). Da fragt man sich natürlich, ob man nicht vielleicht doch mit einigen Pflanzungen leichtsinnig würde.Für Tipps wäre ich euch ausgesprochen dankbar! :)ratibida(die es immer sehr enttäuschend findet, wenn es nach all der Arbeit (berechtigt) heißt: "Ganz nettes Buch, aber mal wieder typisch England: für unsere Verhältnisse eher unbrauchbar" :-[ )

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 12:51
von SouthernBelle
Ich sitze hier im Kuestenklima und vielleicht schon in 8a, Boden schwerer Lehm:Choysia ternata ist knallhart, waechst in einer Gehoelzrabatte ganz nett zu einem breitrunden Busch heran (1,6m Hoehe in 10 Jahren), blueht ueppig. Allerdings oberwaertstBlattschaeden(gelbe Raender, ueberwachsen schnell) bei tiefem Dauerfrost. Anfangs habe ich Fichtenzweige reingehaengt, das verhindert die Blattschaeden.Viburnum tinus im freien Stand, schon ziemlich lange lebendig und wachsend, aber die Blueten erfrieren (ohne Schutz) mit gemeiner Regelmaessigkeit, bei strengem Dauerfrost auch die eine oder andere Triebspitze. Definitiv empfindlicher als die Choysia.

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 13:11
von Treasure-Jo
Ich sitze hier im Kuestenklima und vielleicht schon in 8a, Boden schwerer Lehm:Choysia ternata ist knallhart, waechst in einer Gehoelzrabatte ganz nett zu einem breitrunden Busch heran (1,6m Hoehe in 10 Jahren), blueht ueppig. Allerdings oberwaertstBlattschaeden(gelbe Raender, ueberwachsen schnell) bei tiefem Dauerfrost. Anfangs habe ich Fichtenzweige reingehaengt, das verhindert die Blattschaeden.Viburnum tinus im freien Stand, schon ziemlich lange lebendig und wachsend, aber die Blueten erfrieren (ohne Schutz) mit gemeiner Regelmaessigkeit, bei strengem Dauerfrost auch die eine oder andere Triebspitze. Definitiv empfindlicher als die Choysia.
Gleiche Erfahrungen, siehe obenBesonders hart: C. terneta x arizonica 'Aztec Pearl' (härter als Choisia ternata)Prunus lusitanica: hängt sehr stark von Windexposition, Boden, Winternässe, Wintersonne ab; 8a kein Problem, für 7b würde ich die Hand nicht ins Feuer legen, insbesondere bei strengen WinternViburnum tinus frieren an exponierten Standorten schon in 8a die Blüten oder gar die Blätter zurück; als 7b tauglich würde ich dieses Gehölz nicht einstufen; natürlich kann ich in einer 7b-Region dieses Gehölz pflanzen, wenn ich mikroklimatisch (z.B. geschützte Hauswand) einen 8a-8b-Standort schaffeCeanothus syehe ich schon in 8a als grenzwertig; nur in milden Wintern überlebt er unbeschadet in einer 7b-Region

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 13:20
von Katinka
bei mir friert ,7b, Choisya ternata ohne Schutz stark zurück. Ceanothus hat lange überlebt, mit Winterschutz. Einmal zu faul gewesen, hat es ihn dahin gerafft.

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 13:30
von Mediterraneus
Bei mir im Mittelgebirge im fränkischen Weinland (Zone 7a, bis vor 3 Wintern hätt ich noch 7b gesagt ;) )Prunus lusitanica: Junge Pflanzen, teilweise erst im Nov im Ausverkauf erstanden, im Nov gesetzt, Winter drauf mit Schnee -19, kein Problem, wuchs weiter ohne Kratzer, während normale Kirschlorbeer braune Blätter bekamen.Choysia friert stark zurück, bei mir die Sorte "Sundance".Choysia "Aztec Pearl" hat in der Umgebung mehrfach -20 überstanden, allerdings im Winter schattig und zwischen zwei Häusern ostwindgeschützt.Immergrüne Säckelblumen gehen gar nicht :( Die blattwerfenden sind kein Problem.

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 13:36
von fars
Ich wohne in Zone 7a und kann folgendes berichten:- P. lusitanica: In "normalen" Wintern (wie 10/11 mit -12°C) kein Problem. Allerdings kommt es auch auf das Kleinklima an. Bei mir schützen noch höhere Apfel- und Birnbäume.- Ch. "Aztek Pearl": Absolut hart. Überstand sogar den sehr strengen Winter 09/10 mit tieferen Temperaturen als -20°C. Nur an wenigen Zweigen Blattschäden.- V.t.: Habe selbst keinen, wird hier aber häufig angepflanzt und nach strengen Wintern wieder gerodet. Besonders bedauerlich bei größeren Büschen. Selbst mildere Winter verursachen nicht selten umfangreiche Blattschäden, was den Strauch über viele Monate sehr hässlich macht.- Ceanothus: Es kommt darauf an, welche Art/Sorte. Ich hatte eine immergrüne mit kleinen, rundlichen Blättern. Wuchs über viele Jahre mit milden Wintern sehr gut und erfror dann im strengeren Winter 08/09 (-20°).Das besondere Problem bei den "grenzwertigen" Pflanzen sind die Vielzahl der Faktoren, die zu ihrem Absterben führen können. Es ist nicht immer der Frost. Die eigentliche Schädigung kann während der warmen Jahreszeiten eintreten, so dass ein relativ milder Winter den Schlusspunkt setzt, obwohl der Strauch bereits ganz andere Fröste ausgehalten hat.

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 13:47
von Treasure-Jo
Danke Fars, genau das ist der Punkt:"Das besondere Problem bei den "grenzwertigen" Pflanzen sind die Vielzahl der Faktoren, die zu ihrem Absterben führen können. Es ist nicht immer der Frost. Die eigentliche Schädigung kann während der warmen Jahreszeiten eintreten, so dass ein relativ milder Winter den Schlusspunkt setzt, obwohl der Strauch bereits ganz andere Fröste ausgehalten hat. "

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 14:39
von Dunkleborus
Das finde ich auch sehr wichtig.Der Temperaturverlauf hat auch einen Einfluss: Schnelle Abkühlung oder Spätfrost sind oft dahinraffender als absolute Minima.Hier ist 7b, gegen Norden und Westen geschützt. P. lusitanica ist seit Jahrzehnten gesund. Aber hier wird P. laurocerasus zunehmend von Schrotschuss befallen, und ich denke, dass der Lusitanier auch bald dran ist.V. tinus ist auch so lange hier, es sind 3m hohe Büsche im Halbschatten unter grossen Ginkgos. 1986 sind sie komplett runtergefroren, haben aber wieder ausgetrieben. Einer blüht von August bis Mai. Die offenen Blüten werden bei Frost braun. Wenn es kälter wird, putzt es auch die geschlossenen Knospen, wenn es ganz schlimm ist, sterben ganze Dolden ab. Aber das ist nicht so tragisch.Der Nachbarbetrieb hatte Ceanothus (unbekannte Sorte/Art) ausgepflanzt, der ist letzten Winter mit Pauken und Trompeten verreckt.

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 15:20
von ratibida
Oh, da haben sich ja schon viele gemeldet! Herzlichen Dank :DBitte weitermachen 8)ratibida

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 7. Sep 2011, 20:27
von troll13
Hallo ratibida,Erfahrungen aus Nordwestdeutschland:Prunus lusitanica 'Angustifolia' ist hier offensichtlich deutlich winterhärter als viele Kirschlorbeersorten und haben auch in ungünstigeren Lagen die letzten Winter relativ unbeschadet überstanden. (Der "nomale" P. lusitanica scheint jedoch nicht so hart zu sein.)Choysia 'Aztec Pearl' ist hier in einigermäßen geschützter Lage auch zu empfehlen. ('Sundance' nur mit Winterschutz!)Ebenso können Viburnum tinus und Sorten, Ceanothus impressus 'Victoria' aber auch Photinias fraserii-Sorten nur eingeschränkt wirklich empfohlen werden.Stranvesia davidiana ist hingegen wieder robuster.Andererseits kann ich die Vorstellungen vieler Gartenbesitzer auch nur bedingt verstehen ... immergrün, absolut winterhart,von Januar bis Dezember durchblühend und möglichst keine Arbeit mit Schnitt oder anderen Gartenarbeiten... Sollen sie doch Kunstrasen verlegen und Plastikblumen pflanzen! ;D

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 8. Sep 2011, 15:55
von Treasure-Jo
"Andererseits kann ich die Vorstellungen vieler Gartenbesitzer auch nur bedingt verstehen ... immergrün, absolut winterhart,von Januar bis Dezember durchblühend und möglichst keine Arbeit mit Schnitt oder anderen Gartenarbeiten..."Du zerstörst alle meine Hoffnungen und Illusionen! :'(

Re:Frosthärte von Prunus lusitanica, Choisya ternata, Viburnum tinus, Ceanothus

Verfasst: 8. Sep 2011, 16:20
von Mediterraneus
Wieso?Die ultimative Lösung wurde doch genannt, Plaste ;D