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Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 11:23
von JörgHSK
Hallo LeuteIch habe 2 Madonnenlilien gepflanzt, vor einer Südwand, eigentlich ne trockene Ecke...Wenn da nicht das vom Vordach versorgte Regenwasserfass wäre, welches sporadisch auch überläuft, und den Boden dort nässt..Zusätzlich gibt es auch noch Tropfwasser von dem Blech/mauerkante.Die Madonnelilie steht etwa 0,5m daneben, ist das OK? Oder das Todesurteil im Winter?

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 11:29
von Violatricolor
Du meinst, wegen der überlaufenden Regentonne? Im Winter mögen sie es eher trocken. Also vorsichtshalber, falls zuviel Nässe, tüchtig mulchen, das wäre meine Empfehlung.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 12:54
von Mediterraneus
Stelle doch ein Brett oder sowas als Dach über die Lilie. Oder schräggestellte Dachziegeln, welche das Tropfwasser von der Lilie weglenken.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 13:01
von Amur
Sind die so empfindlich? Die stehen bei uns ganz normal im Garten rum ohne Schutz oder sonstiges Theater drum. Ich hab die aus dem Abfall eines Gartenabraums mit und irgendwo hingepflanzt.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 13:07
von Herr Dingens
Alles eine Frage der Durchlässigkeit des Bodens. Wenn der durchlässig genug ist, sind sie nicht empfindlich.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 13:59
von Danilo
Lilium candidum ist völlig unempfindlich und sehr robust. Die Ansprüche sind ähnlich gering wie die der ostmediterranen Wildpaeonien: Selbst schwerster Lehm ist unproblematisch, solange er humusarm ist und nicht gerade unter Wasser steht. Mangelnde Durchlässigkeit wird durch geringe Wasserspeicherkapazität kompensiert.Hier auf sommertrockenem, gelbbraunem Betonlehm wachsen sie seit Jahrzehnten. Dank leichter Hügellage sucht sich das Wasser andere Wege. Das entspricht sogar ziemlich gut dem Naturstandort: Südexponierte, trockene, harte, gelbe, steinige Lehmböden sind wunderbar!

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 14:48
von cydora
Sie treiben ja recht zeitig aus. Muss der Fuß ganzjährig frei stehen oder vertragen sie es, wenn sie ab Mai so langsam von anderen Stauden überdeckt werden?

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 14:49
von partisanengärtner
Die Rosette der ersten Blätter überwintert. Wenn sie dann blühen ist das wohl nicht so schlimm. Soweit kam es bei mir aber nicht. :P

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 14:52
von Danilo
Sie treiben ja recht zeitig aus. Muss der Fuß ganzjährig frei stehen oder vertragen sie es, wenn sie ab Mai so langsam von anderen Stauden überdeckt werden?
Nach meinen Erfahrungen sind höhere Nachbarn sehr ungünstig, vor allem nach Süden. Unter hiesigen Verhältnissen machen sie überhaupt nur einen Monat Vegetationspause, ab dem Verblühen, und schon im August erfolgt der Neuaustrieb. Es bringt die Pflanzen nicht um, aber schon leichte Beschattung lässt sie sichtlich an Vitalität und Blühfreudigkeit einbüßen. Ich würde sie nur mit schwachwüchsigen "harmlosen" Partnern umgeben. Der Standort sollte auch nicht "dampfen", sondern gut abtrocknen können.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 14:56
von cydora
Hmhm. Meine Madonnenlilie musste ich teilen, da sind nun ganz viele draus geworden, aber ich habe eigentlich keinen richtigen Platz dafür. So habe ich sie im Beet verteilt zwischen lauter Silene dioica Sämlingen. Das war denn wohl nicht so gut :-\

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 15:03
von Danilo
Ja, das ist mit Pflanzstellen wie bei den Colchicum. Man doktort.Der größte Trupp steht hier auf vollsonnigem kleinem Südhang, nach Norden mit Aster amellus und hohem Sedum im Nacken, nach Süden in gewissem Abstand Geranium renardii (Art) und Stachys byzantina, Nepeta racemosa.Der Pflanzplatz selbst wird nur von anderen Geophyten und Einjährigen/Kurzlebigen bevölkert. Da wird nach Bedarf selektiert.

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 16:01
von enaira
Bei mir stehen sie auch im Lehm, haben beim Pflanzen allerdings eine Unterlage aus Kies bekommen. Das scheint ihnen zu gefallen.Im Winter 11/12 sind anscheinend die alten Zwiebeln eingegangen. Im Sommer drauf war gar nichts zu sehen, aber inzwischen gibt es an gleicher Stelle viele viele kleinere Zwiebeln, die ich jetzt an zwei Stellen verteilt habe, und von denen vermutlich einige im nächsten Jahr blühen werden.Die alten Pflanzen standen zwischen Taglilien, und der Schatten der Taglilienblätter scheint sie in keiner Weise gestört zu haben...

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 16:11
von Danilo
Daß die Altpflanzen eingingen, spricht doch aber klar für ein Standortproblem. Lilium candidum verträgt Kahlfröste bis -30°C und gab sich vom Winter 11/12 hier völlig unbeeindruckt, der Störfaktor muss also ein anderer gewesen sein. Ich bin nach wie vor der Meinung (und damit nicht allein), daß lokale Kiesunterlagen in schweren Böden kontraproduktiv sind, weil sie das Wasser regelrecht ansaugen.Wirkliche Drainagewirkung entfalten meines Erachtens nur homogene Substratveränderung auf größerer Fläche, echte Drainageschichten mit sinnvollem Wasserabtransport oder eben erhöhte Pflanzung (der Klassiker: "Iris-Hügel").

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 16:33
von enaira
Daß die Altpflanzen eingingen, spricht doch aber klar für ein Standortproblem.
Es wurde aber von Jahr zu Jahr mehr, und sie haben völlig problemlos immer üppiger geblüht.Da scheint doch der Standort o.k. zu sein. Hier war ja nicht die Kälte das Problem, sondern die Wärme vorher. Die Pflanzen waren schon völlig auf Frühling eingestellt, und dann hat es sie eiskalt erwischt...

Re:Madonnenlilienstandort

Verfasst: 8. Nov 2013, 17:05
von leonora
Ariane, falls das dieser denkwürdige Winter war, wo es (im Westen) zuerst frühlingshaft warm war bis Ende Januar, und dann im Februar das Blitzeis kam mit anschließendem 2- oder 3wöchigem Dauerfrost......frag mich nicht, was da bei mir alles erfroren ist :-[ ), sogar gut eingewachsene Bäume aus den kältesten Klimazonen, während manche heikleren Kandidaten es auf wundersame Weise irgendwie überstanden haben. So etwas hatte ich vorher auch noch nicht. Und so einen Winter kann man auch nicht verallgemeinern (gottseidank). LGLeo