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Autor Thema: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden  (Gelesen 804 mal)

Floris

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #15 am: 12. Februar 2018, 08:49:23 »

Mit Ausnahme der fruchtbaren Flusstäler war reiner Ackerbau eher selten. Über die Viehwirtschaft konnte man Nährstoffe aus dem Wald und von abgelegenen und vernässten Wiesen auf die ortsnahen Äcker bringen. Aber das reichte bei den wenigen Tieren die jeder so hatte nicht dazu irgendwas anzureichern.
Mangel an Phosphor und Kali hemmt das Gedeihen der Leguminosen, wodurch der allgegenwärtige Stickstoffmangel noch verschärft wurde.
Mit Einführung der Mineraldüngung konnte der allgemeine Phosphormangel der Böden gemindert werden. Meiner Meinung nach einer der Gründe, warum in den früheren Volldüngern der Phosphorgehalt so hoch war, da waren Bodenvorräte aufzufüllen. Inzwischen ist das nicht mehr grundsätzlich so, allerdings bei einigen der billigsten Mineraldünger im Gartenhandel immer noch, so dass man bei deren kritikloser Verwendung sich nach wie vor leicht ein Problem heranzüchtet.

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Krümel

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #16 am: 13. Februar 2018, 17:56:54 »

Danke dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt, euer Wissen mit mir zu teilen. Es ist eine Freude, hier eine Frage zu stellen!  :D
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Dietmar

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #17 am: 15. Februar 2018, 15:28:32 »

Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen wird Phosphor kaum ins Grundwasser ausgespült, also jahrzehntelang im Boden fixiert. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass der Phosphorüberschuß schon in der Hauptsache vor dem 2. Weltkrieg durch Düngen mit Thomasphosphat u.a. eingebracht wurde. Ich habe lt. Bodenuntersuchung auch einen sehr großen Phosphorüberschuß, obwohl ich in den letzten 15 Jahren nie mit einem phosphorhaltigen Dünger gedüngt hatte und der Vorbesitzer nach dem 2. Weltkrieg auch nicht.

Ich bezweifle, dass der P-Überschuß durch Kompost eingebracht wurde, denn erstens enthält Kompost gar nicht so viel P und zweitens werden mit dem Kompost nur die Nährstoffe dem Boden zurück gegeben, die vorher dem Boden entzogen wurden. Es kommt also nichts dazu. Die weitere Erhöhung des P-Überschusses nach dem 2. Weltkrieg kommt meiner Meinung nach von Kombidüngern wie Blaukorn, wo vielen gar nicht bewusst ist, dass da sehr viel P drin ist.

Ich sage schon seit Jahren : Blaukorn ist Gift für die meisten Gartenböden!!! Kombidünger sind eben meist Murks, weil man zwangsläufig mindestens einen Nährstoff überdüngt und damit die Aufnahme der sogenannten Antagonisten erschwert bis behindert. Bei einer Überdüngung mit P wird z.B. die Aufnahme von Eisen behindert und bei Kalium ist es Mg, und das obwohl meist genug Eisen und Mg im Boden vorhanden sind.

Wenn ich mich richtig erinnere, sind vor allem Jauche/Gülle und Fäkalien P-reich und weniger pflanzliche Überreste.

Ich kenne keine Methode, überschüssigen P aus den Boden wieder heraus zu bekommen, außer in den nächsten Jahrzehnten keinen P-haltigen Mineraldünger zu verwenden, auch keine Kombidünger und möglichst nicht mit tierischen Abprodukten zu düngen.
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Floris

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #18 am: 15. Februar 2018, 18:25:24 »

Ach ja, der Dietmar...
...seit ich in diesem Forum lese, jammert er über den hohen Phosphorgehalt seiner Böden, ohne jedoch seine Ansicht infrage zu stellen, im Kompost sei sowas nicht drin. Drauf hingewiesen auf seinen Irrtum wurde er schon oft.

Seine Aussagen zu Blaukorn sind zwar nicht grundsätzlich falsch, aber ein wenig veraltet. Es gibt nicht nur ein "Blaukorn", sondern deren etliche: Schon auch noch die alten Formulierungen mit dem hohen Phosphorgehalt (wie ich schon erwähnte), aber auch solche die ein sehr ausgewogenes Nährstoffverhältnis aufweisen, thuja-thujon nannte ein Beispiel für ein solches. Für die, denen es an Bewußtsein für Nährstoffgehalte mangelt empfehle ich das Studium der jeweiligen Packungsrückseite, da sind die aufgeführt. Kann also keiner kommen, er/sie hätte es nicht wissen können.

Wie das funktioniert, dass mit Kompost durchaus Nährstoffe in den Garten "dazu kommen", habe ich auch schon erwähnt.

Ach, und der "Murks" mit den Kombidüngern erinnert mich ans fertige Puddingpulver. Das finde ich nämlich viel praktischer, als den Pudding selbst aus den Einzelbestandteilen zusammen zu rühren. Sogar dann, wenn für meinen Geschmack die Zusammensetzung der Mischung nicht optimal ist. Meist ist der Aromaträger mir etwas zu reichlich bedacht (analog zum Phosphor). Da ich den nunmal aus der Mischung nicht rausziehen kann kam ich auf die geniale Idee, die Menge der Bestandteile Stärke (oder Gries) und Milch aufzustocken. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur die Schüssel ein wenig voller ist, sondern der Relativanteil des Aromaträgers abnimmt (zum Verständnis des Vorgangs ist die Kenntnis der Grundrechenarten von Vorteil).
Aber im Gegensatz zu den Fertigpuddingern gibt es im Bereich der Mehrnährstoffdünger schon ein paar mit ausgewogenem Nährstoff(Zutaten)verhältnis. Wer die zeit- und mengengerecht verwendet, verändert (zumindest in absehbarer Zeit) die Nährstoffverhältnisse im Boden nicht gravierend.

 






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Dietmar

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #19 am: 15. Februar 2018, 23:21:09 »

Zitat
Aber im Gegensatz zu den Fertigpuddingern gibt es im Bereich der Mehrnährstoffdünger schon ein paar mit ausgewogenem Nährstoff(Zutaten)verhältnis. Wer die zeit- und mengengerecht verwendet, verändert (zumindest in absehbarer Zeit) die Nährstoffverhältnisse im Boden nicht gravierend.

Fast jedes Blaukorn hat eine andere Zusammensetzung, aber in jedem Fall ist P ein Hauptbestandteil und hat nicht nur wenige Prozent.

Ich hatte schon geschrieben, dass P in normalen Gartenböden über Jahrzehnte fixiert wird. Mit jeder Blaukorngabe kommt wieder neues P dazu und akkumuliert sich so über die Jahre. Der Vergleich mit dem Pudding hängt, denn in einer kleinen Schüssel kann man die Mengenanteile der Zutaten leicht verändern, im Gartenboden nicht. Was einmal drin ist, braucht bei P Jahrzehnte, um wieder heraus zu kommen. In diesem Fall haben die Gartenfreunde mal Glück, die Sandboden haben, denn der kann P nicht fixieren.

Die Aussage, dass mit Kompost der P-Gehalt zunimmt, trifft nur dann zu, wenn große Mengen externer Kompost zugeführt werden, ansonsten ist es eine Frage der Mathematik, dass man grob gerechnet nur so viel P zuführen kann, wie vorher von den kompostierten Pflanzen dem Boden entzogen wurde. Ganz genau gerechnet gibt es eine geringe P-Zufuhr durch kompostierte Küchenabfälle, wo das Gemüse und Obst nicht aus dem eigenen Garten stammen. Der P-Verlust durch Urin und Fäkalien und etwas durch Versickern ins Grundwasser dürfete deutlich höher sein als die Zufuhr durch Küchenabfälle von gekauften Obst und Gemüse.

Weil sich das abgeführte P in Gülle und Klärschlamm konzentrieren, gibt es Forschungsprojekte, wie man dieses P zurück gewinnen kann, denn P ist in der Erdrinde sehr sehr selten und es gibt nur wenige Phosphatvorkommen auf der Welt, die in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht sind.

Wer Stallmist kompostiert bzw. dem Boden zuführt, der führt auch etwas mehr P zu als bei gewöhnlichem Kompost, denn im Stallmist ist ein Anteil an Fäkalien und Gülle enthalten.
« Letzte Änderung: 15. Februar 2018, 23:37:25 von Dietmar »
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Dietmar

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #20 am: 15. Februar 2018, 23:34:48 »

Zitat
...seit ich in diesem Forum lese, jammert er über den hohen Phosphorgehalt seiner Böden, ohne jedoch seine Ansicht infrage zu stellen, im Kompost sei sowas nicht drin.

Ich sage nicht, dass im Kompost kein P enthalten sei. Grob geschätzt ist aber im Kompost maximal nur so viel P enthalten, wie vorher durch das kompostierte Material dem Boden entzogen wurde, d.h. durch eigenen Kompost gibt es keine !!! Erhöhung des P-Gehaltes im Boden, wenn man nicht gerade eine größere eigene Viehzucht hat, welche das Futter nicht aus dem eigenen Garten hat. Ist das Futter aus dem eigenen Garten, dann kann das Viehzeug nur so viel P mit Fäkalien und Gülle dem Boden wieder zufügen, wie die Tiere vorher durch Fressen von zum Beispiel Gras dem Boden vorher entzogen haben - also ein Nullsummenspiel. Damit fällt Kompost als zusätzlicher P-Lieferant aus.

Etwas anderes ist, wenn jemand im Schrebergarten ein Plumsklo hat und die Fäkalien später auf den Komposthaufen oder den Boden schüttet. Da die meisten Menschen sehr viel mehr Nahrung in der Kaufhalle kaufen als im Garten ernten, verschiebt sich die P-Bilanz etwas Richtung moderate Zunahme im Boden.

Desweiteren sollte man beachten, dass der Nährstoffgehalt im Kompost um Größenordnungen niedriger ist als im Mineraldünger.
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Dietmar

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Re: Pflanzliche Hilfe bei belasteten Böden
« Antwort #21 am: 15. Februar 2018, 23:51:31 »

Zitat
Schon auch noch die alten Formulierungen mit dem hohen Phosphorgehalt (wie ich schon erwähnte), aber auch solche die ein sehr ausgewogenes Nährstoffverhältnis aufweisen

Es gibt auch heute noch Blaukorn mit hohem P-Anteil. Ob viel oder noch mehr P enthalten ist, ist in erster Linie eine Frage des Preises, da, wie ich schon schrieb, die sehr geringen Phosphatvorkommen am Erschöpfen sind und dadurch die Phosphate für billiges Blaukorn einfach zu teuer sind, d.h. nach meinen Beobachtungen ist in teurerem Blaukorn deutlich mehr P enthalten als in billigen. Die Bezeichnung "alte Formulierungen" ist schlichtweg unrichtig, denn sie suggeriert, dass "modernes" Blaukorn besser wäre.

Desweiteren gibt es zwangsweise keinen!!! Mehrstoffdünger, der ein ausgewogenes Verhältnis seiner Hauptnährstoffe hat, außer vielleicht für Substrate, die völlig nährstofffrei sind wie Sandboden und Torf. Im normalen Gartenboden mit Lehmanteilen sind immer schon viele Nährstoffe enthalten und da jeder Gartenboden anders ist kann es nach jeder Logik keinen Mehrstoffdünger geben, der nicht wenigstens einen Hauptnährstoff überdüngt und das bedeutet nach der Logik, dass ein Mehrstoffdünger niemals eine ausgewogene Zusammensetzung haben kann, denn so etwas könnte es nur dann geben, wenn es genormte Gartenböden gäbe.
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