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Garten- und Umwelt => Quer durch den Garten => Thema gestartet von: Gartenplaner am 27. Juli 2018, 16:34:32

Titel: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 27. Juli 2018, 16:34:32
In den letzten Jahren häufen sich Wetterereignisse, die als "Extremwetter" definiert werden - Starkregenereignisse, tiefe Kälteeinbrüche zu ungewohnten Zeiten, extreme Trockenpasen, extreme Dauerregenphasen, stärkere Stürme....

Momentan die lange Trockenphase mit jetzt auch noch großer Hitze, im Mai und Juni in vielen Gegenden alle paar Tage heftige Gewitter mit extremem Starkregen - wie kann man den eigenen Garten irgendwie "rüsten" für diese sehr unterschiedlichen Extreme??

edit knorbs: Betreff etwas verkürzt, da bei späteren Antworten ("Re: ") die Betreffzeile zu lang wird und Inhalt nicht mehr vollständig wiedergegeben wird
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Juli 2018, 16:56:12
Eine gute, sinnvolle und wichtige Fragestellung, die mich aktuell auch umtreibt.

Die ursprüngliche Annäherung, einfach mehr mediterranes Zeug zu pflanzen, weil es ja wärmer wird, hat sich inzwischen als suboptimal erwiesen. Wir hatten die letzten Jahre zwar sehr milde Winter, aber immer wieder dann einen unüblich kalten dazwischen. Mit den Sommern ist es nicht anders - 40°C und Trockenheit in einem Jahr, und dann wieder komplett verregnete und kühle Sommer wie letztes und dieses Jahr.

Entscheidend ist wohl auch, auf welchem Untergrund man gärtnert. Um Staunässe muß ich mich nicht groß kümmern - wer auf Lehm gärtnert, wird damit in Zukunft vielleicht größere Probleme haben - gegen Trockenheit kann man im Bedarfsfall bewässern, eine trockenheitsverträgliche Pflanzung überlebt aber keinen nassen Sommer. Regnet es fast täglich, ist auch eine organische Mulchabdeckung am Boden nicht wirklich förderlich, weil sie die Nässe im Wurzelhals-Bereich konserviert und dort Fäulnis fördert, was einigen Pflanzen einen raschen Tod beschert.

Pflanzen mit großer Standortamplitude verwenden ist vielleicht sinnvoll - aber gibt es irgendwo Listen/Unterlagen/Aufzeichnungen, die man durchackern kann und dann schlauer ist?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Jule69 am 27. Juli 2018, 17:16:32
Ich persönlich glaube, man kann sich nicht gegen alles wappnen, ein bisschen Schwund wird es immer geben und wir wissen ja noch nicht mal, wohin die Reise wirklich geht. Zudem ist jeder Garten anders, da wird es kein allgemein nutzbares Konzept geben (meine Meinung).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: leonora am 27. Juli 2018, 17:37:45
Sehe ich auch so. Sicher, auf breite Standortamplitude achten v.a. bei großen teuren Gehölzen, aber dann auch noch Raum zum Experimentieren lassen. Und etwas Schwund ist immer. Mal zu kalt, zu heiß, zu nass, zu trocken. Isso.

LG
Leo
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Juli 2018, 18:05:42
Ich bin davon überzeugt, daß es grundsätzlich sinnvolle Maßnahmen gibt - allerdings muß man die einzelnen Problem-Klima-Ereignisse auch gesondert 'bearbeiten'.

Diese Faktoren sind mir auf die Schnelle eingefallen und ein paar Ideen dazu hab ich auch, es gibt sicher noch mehr, wenn man ein wenig darüber nachdenkt.

Extreme Winterkälte:
Winterschutz anbringen (sicherheitshalber - machen wir hier ohnehin immer)

Spätfrost:
??? Da waren unsere bisherigen Schutzmaßnahmen unzureichend

Sehr milde Winter:
Schattierung, um vorzeitigen Austrieb zu minimieren (z. B. mit dickem Profi-Winterschutzvlies)

Sehr nasse Winter:
Staunässe-empfindliche Pflanzen mit Drainage pflanzen (ev. erhöht), Pflanzung unter bzw. im Regenschatten von immergrünen Gehölzen

Sehr trockene Winter:
Schattierung mit Vlies bei immergrünen reduziert die Verdunstung - ansonsten gießen an frostfreien Tagen

Sehr nasse Sommer:
siehe sehr nasse Winter, bei Lehm großflächig drainagieren (wird hier in Hanglagen bei Lehm gemacht, weil die Pflanzen bei Starkregen den Hang runtergespült werden)

Sehr trockene heiße Sommer:
Bewässerung - wassersparend, wenn man hohen Wasserkosten hat (automatisierte Anlagen mit Regensensor sorgen für entspannte Urlaube);
trockenheitsresistente Bepflanzung ist nur empfehlenswert, wenn die Sommer dauernd trocken und heiß sind
Trockenheitsverträgliche lichte Gehölze pflanzen - wirken schattierend für die Staudenpflanzung darunter, reduzieren die Verdunstung

Hagelschlag/Starkregen/Unwetter:
Überlegte Gehölzplanung - 'Wäschespinnen'-artige Wuchsformen beschützen die Pflanzungen darunter.

Stürme:
??? haben wir nicht, aber ich denke, Windschutzpflanzungen könnten helfen - da haben andere vielleicht brauchbare Tipps


Es gibt sicher noch ein paar andere Wetterkapriolen, auf die man sich einstellen könnte und hoffentlich auch noch mehr Ideen und Erfahrungsberichte, wie es klappen kann.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Weidenkatz am 27. Juli 2018, 18:22:21
Für meinen eigenen Garten ziehe ich die Konsequenz ...
...vorhandene Schattenbereiche besonders zu pflegen. Sie sind jetzt eine Riesenwohltat.
... den Grundbestand an unerschütterlichen hier allwettertreuen Mitarbeitern zu erweitern (Sedum telephium, Geranium sanguineum,Wucheraster...)
... hübsche und besondere Päppelsorten langsam wieder  hinauszukomplimentieren

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Veilchenblau 1 am 27. Juli 2018, 18:37:56
Ich bin davon überzeugt, dass man mit allen gutgemeinten Maßnahmen auf lange Sicht gesehen nicht gegen die Natur gärtnern kann. Die Pflanzen, die in meinem Garten mit den gegebenen Wetterbedingungen zurecht kommen werde ich fördern und mich von den anderen leider verabschieden.

Der Garten wird sich wahrscheinlich verändern, aber das tat er schon immer -  auch ohne Klimawandel. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 27. Juli 2018, 18:57:03
Für meinen eigenen Garten ziehe ich die Konsequenz ...
...vorhandene Schattenbereiche besonders zu pflegen. Sie sind jetzt eine Riesenwohltat.
... den Grundbestand an unerschütterlichen hier allwettertreuen Mitarbeitern zu erweitern (Sedum telephium, Geranium sanguineum,Wucheraster...)
... hübsche und besondere Päppelsorten langsam wieder  hinauszukomplimentieren



Weidenkatz, wie immer bin ich voll mit dem einverstanden, was du schreibst.

Von dem, was wächst mehr und größere Bestände pflanzen. Sonnenröschen durch Samen und Stecklinge vermehren. Hornveilchen in Mengen überall dazwischen Pflanzen und sich an den so treuen und genügsamen Sämlingen freuen. Amsonien statt Phlox pflanzen. Je trockener der Boden und das Klima, desto schmaleres Laub sollten sie haben.

Je älter man wird, desto mehr brauch man einen Schattengarten. Also früh anfangen einen Hain aus Hainbuchen und/oder Birken zu pflanzen. Ich las neulich irgendwas - wer hatte das aufgeworfen? - darüber, welche Gehölze sich gut mit Stauden vertragen und ihnen nicht das Wasser abgraben oder das Licht rauben.

Nur sehr kleine Bereiche in Hausnähe mit Beetstauden bepflanzen. Wasserhahnnähe ist auch schon zu Foersters Zeiten eine Grundbedingung für die Kultur bestimmter Ligularien gewesen. Cimicifugen und Astilben kann man gleich dazu rechnen. Außer man lebt in Wuppertal, dann kann man das alles pflanzen, auch die hohen Filipendula Sorten.

Im TV sah ich gestern zufällig eine Gartensendung. Taglilien. Darüber wurde die Lüge erzählt, sie würden keinen Dünger und nicht viel Wasser brauchen. Hahaha! Der dicke Strauß auf dem Pult neben der Gartenexpertin strafte das Gesagte. Man überlege nur wie viel Wasser in einer dieser großen Blüten steckt!

Rasen. Deutscher Rasen sieht im Sommer eben nicht so aus wie englischer Rasen. Wusste schon Fürst Pücker und auch warum. Wir haben hier ganz andere Gräser Arten und im kontinentalen Klima legen die eine heufarbene Sommerpause ein.

Solche Anpassung des Gärtners an die Gegebenheiten dauern. Flexibilität ist nicht jedermanns Sache. Manche schlechte Erfahrung macht man gerne immer wieder. Mediterrane Pflanzen. Wenige sind dauerhaft und treu.

Vitex agnus-castus ist dagegen wunderbar! Auch Jungpflanzen überleben ohne Bewässerung in exponierter südlicher Lage am Hang. Seriphidium canum auch! Hätte ich es dieses Jahr wieder mit Colutea media 'Copper Beauty' probiert, es wäre ein voller Erfolg geworden!

Und so weiter ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 27. Juli 2018, 19:21:08
Wie an anderer Stelle schon geschrieben, denke ich auch, dass man sich letztendlich nicht gegen alle Wetterkapriolen wappnen kann und deshalb Pflanzen auswählen muss, die auch mit widrigen Bedingungen gut zurechtkommen - unsere Altvorderen wussten sicher, was sie taten, wenn sie altbewährte, wüchsige Bauerngartenstauden über den Zaun reichten. Natürlich gibt es auch robuste moderne Sorten, aber da wird man wohl noch einige Jahre bzw. Jahrzehnte Erfahrung sammeln müssen, und so manche alte Sorte kommt sicher auch nicht mehr mit den heutigen Verhältnissen zurecht. Gärten haben sich im Laufe der Zeit immer gewandelt und werden das auch weiterhin tun.

Grundsätzlich kann man durch ausgefeilte Drainage, Bewässerung, Schattierung und Winterschutz sicher eine Menge Pflanzen erhalten, die solche Extremwetterlagen andernfalls nicht durchstehen würden. Natürlich stellt sich die Frage, ob man das überhaupt will, und ab einer gewissen Gartengröße wird man sich das, egal ob nun finanziell oder vom Aufwand her, einfach nicht mehr leisten können. Wenn man so will, gleichen manche Gärten heute eher einem botanischen Garten mit einer unglaublichen Vielfalt von Pflanzen. Natürlich will man sich irgendwie auch von der Masse abheben und sucht das Besondere, aber dann muss man immer auch mit Ausfällen rechnen.

Ich persönlich ziehe das Fazit, dass ich meinen Garten vor allem genießen möchte, sei es nun das reine "Lustwandeln" darin, oder auch die Gartenarbeit selbst. Nach Möglichkeit soll der Garten aber auch alleine zurechtkommen und wenig Pflegeeingriffe erfordern, ohne zu den üblichen Rasen-Schotter-Kirschlorbeerwüsten zu verkommen. Betonlehm, Wucherschachtelhalm und Co. kosten zwar einige Nerven, aber im Großen und Ganzen überwiegt doch die Freude, dass es fast rund ums Jahr blüht, brummt und summt. Mit der Zeit bekommt man auch ein Gefühl dafür, welche Ansprüche die Pflanzen haben, und was sie so alles "abkönnen" - und was eben nicht.

Man kann vieles davon zwar nachlesen, aber Papier ist eben geduldig, und vieles kann man nicht 1:1 in den eigenen Garten übertragen, also muss man doch viel ausprobieren. Und manche Dinge stehen halt einfach nicht in Büchern, Zeitschriften, Internet und Co. - vielleicht stolpert man irgendwann hier im Forum darüber, vielleicht aber auch nicht. Letzten Winter habe ich mich z. B. sehr darüber geärgert, dass ein stürmischer Wind an einem Tag, an dem ich nicht zu Hause war, die vertrockneten Triebe eines kleinen Sedums im Topf samt den Knospen für das kommende Jahr abgerissen hat. Der Schopf rollte wie ein Dornbusch in der Wüste über die Terrasse, angewachsen bzw. aus der Wurzel ausgetrieben ist da leider nichts mehr. :( Das Sedum war ansonsten robust ohne Ende, hatte aber letztendlich auch eine Achillesferse...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 27. Juli 2018, 19:35:34
Habe jetzt in der heissen Zeit drei Taglilien gepflanzt, dick mit Rasenschnitt gedeckt, Wasser ein Mal pro Woche. Sie machen das gut :D, sind aber altbewährte Sorten.

Ums gar nicht mehr Wässern geht es mir nicht so sehr, aber das vorhandene Wasser besser nutzen (Regenwasser von den Dächern sammeln).
Würde mich interessieren, was andere hier für Systeme haben, welche Varianten es da so gibt.

Betr. Pflanzenauswahl sehe ich es ähnlich wie Weidenkatz,“Never change a winning team“ ;),wobei man die Gewinner auch immer erstmal kennenlernen muss in der Situation des eigenen Gartens.

Ansonsten ja, ein Hoch auf den Schatten, werde mich im Herbst nicht über das Laub beklagen. ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 19:40:41
Amsonien statt Phlox pflanzen.
Das ist ein schönes Beispiel, das manches eben nicht so geht, wie es sollte. Alte Phloxsorten, auch sonniger gepflanzt, stehen deutlich besser da als meine vor Jahren gepflanzte Amsonia, die ist nur bei genug Regen schön. Ich habe dieses Jahr ein A. hubrichtii gesetzt, die ist noch nicht eingewachsen, mal sehen, wie sie sich nächstes Jahr macht.

Jeder muss wohl für seinen Garten das passende finden.

Glücklicherweise habe ich wegen der vielen Gehölze und meinem Sandboden schon vor Jahren angefangen, Pflanzen für trockenen Schatten zu pflanzen. Epimedium war die Entdeckung dafür, Hosta und Farne wie Polystichum, Dryopteris, Asplenium scolopendrium eignen sich gut. Hepatica, Cyclamen, Polygonatum, Polygonum filiforme, Geranium silvaticum und nodosum, einige Astern, Galanthus ... es gibt doch genug. Aruncus, auch der große, geht auch sehr gut. Und alle kommen notfalls auch mit größeren Mengen Wasser bei meinem Sandboden zurecht.

Von den Einjährigen wurde ich dieses Jahr positiv überrascht. Nicotinia landsdorffii kommt üppig auch mit wenig wässern, Kapuzinerkresse und schwarzäugige Susanne ebenfalls.

Hier Phlox Omas Jugendzeit neben Amsonia in einem Beet mit nur 3 Stunden Morgensonne, beide gleich mit Wasser versorgt. Der Phlox hat kaum Schäden, aber die A. kann ich für dieses Jahr vergessen. Foto leider nicht scharf, es weht zu sehr  :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 27. Juli 2018, 19:49:04
Zisternen, Brauchwasseranlagen und so sind ein großes Thema. Ich finde es völlig widersinnig mit Trinkwasser Pflanzen zu gießen. Habe aber auch von Berichten gehört/gesehen, dass Bauern die Löschwasserstellen anzapfen. Wie widersinnig! Wenn ihr Feld abfackelt, dann fehlt der Feuerwehr Löschwasser.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 27. Juli 2018, 19:54:49
Irene, deine Amsonia ist abgesoffen. Das sieht man sehr gut an den geschädigten Trieben im Zentrum von Trieben mit grünem Laub. Ein Trockenschaden der ganzen Pflanze sieht ganz anders aus. Aktuelle Schadbilder spare ich. Sämtliche Triebspitzen vertrocknen im extremsten Fall. Zu Anfang schlappt alles Laub. Ist aber am nächsten Tag wieder frisch und erholt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 19:57:55
Abgesoffen ist schlichtweg nicht möglich, ich habe sie nicht ertränkt (Sandboden 2-3 cm tief feucht nach Wässern und das maximal 2 mal pro Woche) und erst angefangen dort zu wässern, als sie so aussah. Alles bis auf die Amsonia hat die Trockenheit über Wochen ohne Wässern gut ausgehalten. Nun ja, sie wird es vermutlich überleben!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Krokosmian am 27. Juli 2018, 20:04:45
Das ist doch Alles nicht zu Verallgemeinern! Das mit dem "was Verändern".

Wem es egal ist was im Garten wächst, Hauptsache er/sie hat was zum Gestalten oder zum Angucken findet irgendwelche Pflanzen (oder Wege)! Rose, Taglilie, Phlox? Ist doch wurscht!

Wer aber sein Herz an einzelne bestimmte Gattungen verschenkt, der guckt unter Umständen doof aus der Wäsche! Und dazu gehöre ich armer Geist eben nun mal. Hier stehe ich und kann nicht anders! Brutale Sommerhitze und Kahlfröste haben mir die Rittersporne genommen, der Spätwinter 2012 die Mittagsblumen. Das diesjährige kurze Kahlfrostereignis Ende Februar im Wesentlichen die Chrysanthemen. Durch den letztjährigen April-Spätfrost fiel die Irisblüte praktisch komplett, die der Taglilien und Pfingstrosen zu weiten Teilen aus. Und es war im Übrigen sowas von egal, ob es sich um  "bewährte" oder (Ogottogottogott :P) "moderne hochgezüchtete Sorten" handelte. Half da auch nix, dass Hemerocallis fulva und Iris germanica aus Altdamengärten auch den Weltuntergang überleben würden.

Und bei den Iris gab es dieses Jahr dann auch noch gleich einen kleinen Nachschlag, was den Frost betrifft :P.

Und jetzt was tun? Keine Ahnung, so Jammerei passt eigentlich nicht hierher. Vielleicht konzentriere ich mich doch noch mehr auf Topfsammlungen, da kann man wenigstens Ein- oder Umräumen oder so. Zur Ermutigung und Belohnung blühe in meinen Tontöpfen gerade mehrere Primeln!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 27. Juli 2018, 20:06:37

Hier Phlox Omas Jugendzeit neben Amsonia in einem Beet mit nur 3 Stunden Morgensonne, beide gleich mit Wasser versorgt. Der Phlox hat kaum Schäden, aber die A. kann ich für dieses Jahr vergessen.
(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=63510.0;attach=600628;image)

außerdem vermute ich, dass das Amsonia orientalis ist. Eine sehr trockenverträgliche und wärmebedürftige Pflanze, die lagert. Etwas für den vollsonnigen Standort mit Wildnischarakter vor Gehölzen. Das arme Dinge ist außerdem eingequetscht in einer ungünstigen Situation, auch vom Boden her.

Bei 3 Stunden Sonne sprechen wir von Vollschatten. Amsonia vertragen Vollsonne, je größer das Laub, desto mehr vertragen sie auch Schatten, aber Vollschatten ist ganz klar ein Kulturfehler.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 20:15:17
Wem es egal ist was im Garten wächst, Hauptsache er/sie hat was zum Gestalten oder zum Angucken findet irgendwelche Pflanzen (oder Wege)! Rose, Taglilie, Phlox? Ist doch wurscht!

Wer aber sein Herz an einzelne bestimmte Gattungen verschenkt, der guckt unter Umständen doof aus der Wäsche!
Ich kann Dich verstehen, mir ging es genauso. Ich liebe die Prachtstauden und mir ist es ganz sicher nicht egal, was im Garten wächst. Manche Gartensituationen sind schwierig, aber es findet sich immer was, was einem gefällt und man kann an seinem Geschmack auch „arbeiten“. Farne hätte ich früher nie gepflanzt, ich habe mich jahrelang geweigert, Hortensien zu setzen, die im Schatten übrigens auch recht viel Trockenheit aushalten. Epimedium habe ich gehasst, als ich nur rubrum kannte. Jetzt habe ich an die 100 verschiedene im Garten etc. Mit meiner Vorliebe für Cyclamen hatte ich dagegen Glück  :D.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 20:17:06
Nicht orientalis sonden tabernaemontana, die letztes Jahr im Dauerregen nicht halb so schlecht aussah. Lt. Gaissmayer soll er frisch bis feucht stehen, habe gerade geguckt. Auch Stade sagt frisch ...

Aber wie auch immer, es kommen wieder andere Jahre, so was wie diesen Sommer gibt es in HH vielleicht alle 15 Jahre.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 27. Juli 2018, 20:20:51
eine Amsonia tabernaemontana brauch auch Licht um kräftige Stängel auszubilden.

(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=63510.0;attach=600638;image)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 20:24:22
jahaa, woher nehmen und nicht stehlen. So wie Deine wird sie nie aussehen, aber ansonsten blüht sie schon und ist gesund. Ich probiere immer aus, wenn eine Pflanze halbschattig stehen kann, ob es nicht auch mit dreiviertel geht ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Krokosmian am 27. Juli 2018, 20:28:43
Wem es egal ist was im Garten wächst, Hauptsache er/sie hat was zum Gestalten oder zum Angucken findet irgendwelche Pflanzen (oder Wege)! Rose, Taglilie, Phlox? Ist doch wurscht!

Wer aber sein Herz an einzelne bestimmte Gattungen verschenkt, der guckt unter Umständen doof aus der Wäsche!
Ich kann Dich verstehen, mir ging es genauso. Ich liebe die Prachtstauden und mir ist es ganz sicher nicht egal, was im Garten wächst. Manche Gartensituationen sind schwierig, aber es findet sich immer was, was einem gefällt und man kann an seinem Geschmack auch „arbeiten“. Farne hätte ich früher nie gepflanzt, ich habe mich jahrelang geweigert, Hortensien zu setzen, die im Schatten übrigens auch recht viel Trockenheit aushalten. Epimedium habe ich gehasst, als ich nur rubrum kannte. Jetzt habe ich an die 100 verschiedene im Garten etc. Mit meiner Vorliebe für Cyclamen hatte ich dagegen Glück  :D.

Das ganze Gedöns mit dem Grünzeug mache ich auch schon eine Weile und dabei eben auch die eine oder andere Vorliebe durchgeschossen und abgearbeitet ;D, mein Geschmack ist durchaus erarbeitet ;).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 20:30:34
 ;D ;D ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: neo am 27. Juli 2018, 21:38:50
Wem es egal ist was im Garten wächst, Hauptsache er/sie hat was zum Gestalten oder zum Angucken findet irgendwelche Pflanzen (oder Wege)! Rose, Taglilie, Phlox? Ist doch wurscht
Sammler sind wahrscheinlich leidensfähige Menschen und aus speziellem Holz geschnitzt.
Ich dachte diesen Sommer, was für eine wunderbare Sache doch Schneeglöckchen sind. ;)
Also Wurscht gibts bei mir im Garten nicht, aber wenn ich probiert habe und es will nicht, wie auch immer die Gründe sind, dann gibt es glücklicherweise noch andere Pflanzen.
Die Gründe sind vielfältig warum man gärtnert, ich möchte einfach dass es gut wächst, mit häpp chläpp durchgebracht werde ich nicht glücklich.
Und so wird es auch diesen Sommer Pflanzen geben die nicht bleiben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 27. Juli 2018, 21:39:25
Die Frage des Themas ist gut - aber schwer zu beantworten :-\

Da das Klima hier im OstalbTal schon immer speziell war, habe ich mich langsam an das Mögliche heran experimentiert. Und habe gelernt, nicht das für hier Unmögliche zu wollen. Die Umstellung vom Bonner Klima hierher war schon extrem :-X

Was ich seit Jahren mache und was sich als wirklich gut bei den verschiedensten Witterungen bewährt, ist eine gute Pflege des (Ober)Bodens. In meinem Garten gibt es zu keiner Zeit richtig offenen Boden. Ich habe das Glück, dass wir hier ausreichend Strauch- und BaumSchnitt haben, der geschreddert und angerottet den besten Mulch ergibt. Die Feinanteile werden vom Niederschlag dem Boden als Dünger zugeführt und die Holzanteile bleiben als deckende Schutzschicht liegen und verrotten langsam. So ist der humose Lehm sehr gut sowohl vor Schlagregen als auch vor Trockenheit geschützt. Auch in nassen Sommern ist es nie schlammig nass und dieses Jahr hat der Boden unglaublich lange die Feuchtigkeit gehalten. Und punktuell mit dem Schlauch wässern geht mit dieser Mulchschicht auch sehr gut.

Und was sich immer mehr als richtige Entscheidung erweist: bereits vor 25 Jahren haben wir eine 6m³Zisterne unter der Terrasse einbauen lassen. Sie ist mit einem Hauswasserwerk verbunden und es gibt einen Anschluss an der Terrasse. Glücklicherweise konnten wir die einspeisende Dachfläche nach und nach vergrößern, so dass es mittlerweile 120m² sind. Zusätzlich steht an der Garage eine Außenzisterne mit 300l.
Dieses Jahr reicht aber auch das leider nicht aus.

Und ja - es ist sehr gut, dass der Garten inzwischen so eingewachsen ist, dass weite Bereiche im Schatten einer großen Linde liegen. Aber was ist mit diesem Baum, wenn es immer mehr solcher Sommer gibt :-\ Er hat heuer erstmals Wasser bekommen. Sicher schon 1m³...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: maliko am 27. Juli 2018, 21:58:32
Natürlich kann man sich nicht gegen alle Wetterextreme schützen, aber Anpassung an Gegebenheiten und Vorsorge sind doch Reaktionen, die schon immer das Überleben ermöglicht haben. Und ständig weiter etwas zu tun, was nicht funktioniert, machen wohl die wenigsten.

Für mich ist die Pflanzenwahl zunächst das erste Mittel. Weil ich hier noch keine beständige Tendenz erkenne (war es im letzten Jahr ein nasser Sommer ist es in diesem Jahr ein trockener) ist meine Überlegung mehr Pflanzen (es betrifft zunächst die Stauden) mit breiter Standortamplitude als „Grundgerüst“ einzusetzen. Hier bin ich aber auch noch suchend.

Gehölze bieten Wind-, Sonnen- und Hagelschutz und die Anpflanzung von Hecken oder die Anpflanzung von Einzelgehölzen kann das Kleinklima im Garten sehr beeinflussen.
Diese Liste könnte vielleicht helfen, geeignete Arten zu finden:

https://www.die-gruene-stadt.de/klimaartenmatrix-stadtbaeume.pdfx

Das Thema der "Klimabäume" ist nicht neu - es gibt dazu noch mehr im Netz.

Bäume wie den Lebkuchenbaum, der doch sehr empfindlich bereits auf ein paar Hitzetage reagiert, würde ich heute nicht mehr pflanzen. Und wenn er noch so schön ist. Noch hat er seine Blätter....
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 22:10:43
Ich schredder auch alles, was geht. Verholztes und Trockenes wie Gräserschnitt und Kiefernnadeln kommt auf die Wege, so brauche ich deutlich weniger Rindenmulch zu kaufen. Alle paar Jahre wird dann das verrottete unter der obersten Schicht in die Beete expidiert, da ist immer noch reichlich Grobes für eine schützende Schicht dabei.

Ansonsten kommt Staudenschnitt auf die Beete, dieses Jahr sehr grob per Hand zerkleinert, damit er nicht so schnell vergeht. Und im Herbst 3-4 Kubikmeter gehäckseltes Laub, ist Winterschutz, liegt bis etwa Ende April und die Rest werden nicht abgeräumt. Unter der Kiefer habe ich gerade eine 2-3cm hohe Mulchschicht aus abgenagten Tannenzapfen, die Cyclamen scheinen es zu mögen.

Eine Biotonne jedenfalls haben wir nicht, wir behalten die wertvolle Biomasse lieber selber. Der Kompost kommt dann auch gerne mal noch etwas grobstückig auf die Beete, das zerfällt dann so flächig ausgebracht recht zügig.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 27. Juli 2018, 23:07:27
Wie an anderer Stelle schon geschrieben, denke ich auch, dass man sich letztendlich nicht gegen alle Wetterkapriolen wappnen kann und deshalb Pflanzen auswählen muss, die auch mit widrigen Bedingungen gut zurechtkommen - unsere Altvorderen wussten sicher, was sie taten, wenn sie altbewährte, wüchsige Bauerngartenstauden über den Zaun reichten. Natürlich gibt es auch robuste moderne Sorten, aber da wird man wohl noch einige Jahre bzw. Jahrzehnte Erfahrung sammeln müssen, und so manche alte Sorte kommt sicher auch nicht mehr mit den heutigen Verhältnissen zurecht. Gärten haben sich im Laufe der Zeit immer gewandelt und werden das auch weiterhin tun.

Unsere Altvorderen hatten keinen Klimawandel am Hals und viele der damals über Jahrzehnte unproblematische Sorten kommen mit dem extrem wechselhaften Wetter der letzten 20 Jahre nicht zu recht. Aus der Vergangenheit kann man daher nicht für die kommenden Jahrzehnte (wohl eher 2-3 Jahrhunderte) lernen.

Klimatische Veränderungen, wie sie uns bevorstehen, dauern mehrere Menschenleben - wenn sich dann wieder eine stabilere Phase einstellt, kann man sicher wieder entspannter gärtnern und selbst als Altvorderer zuverlässige Ratschläge geben.

Die hier schon mehrmals propagierte Pflanzung trockenheitsresistenter Arten ist nur dann sinnvoll, wenn sich das Klima langfristig in Richtung Trockenheit verändert - das ist derzeit nicht abzusehen und das Risiko, daß diese Pflanzungen rasch wieder untergehen, ist recht groß. Exzessives Mulchen mag in schlimmen Trockenperioden wie jetzt gerade in Nordeuropa sinnvoll sein, in sehr nassen Sommern ganz sicher nicht.

Eine gewisse Flexibilität beim Gärtnern ist meiner Ansicht nach der Schlüssel zum Erfolg. Mehrere Strategien parat zu haben, ist keinesfalls verkehrt, damit man je nachdem, wie eine Saison ausfällt, sinnvoll reagieren kann.

Selbstverständlich ist auch ein einfach abwarten und der evolutionären Auslese live zusehen eine Möglichkeit - der Preis ist die starke Reduktion der Arten- und Sortenvielfalt im Garten. Wer damit kein Problem hat, kann ganz streßfrei weiter gärtnern.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Brezel am 27. Juli 2018, 23:39:40
Ein bisschen mehr Tiefgang hätte ich mir von diesem Thema schon erhofft.  ;)

Extreme Winterkälte, Spätfrost („die Eisheiligen“), milde und nasse Winter etc. - das alles gibt es in den meisten  Regionen hier immer schon, aber eigentlich eher als „Ausreißer“. Neu erscheint mir nun die Kombination von Extremsituationen direkt hintereinander:

milde Wintermonate mit anschließendem starkem Frost im März, April oder Mai;
ein untypisch nasser und kühler Sommer, bei dem sich die Böden vollsaugen wie ein Schwamm, mit anschließendem vorzeitigem Herbststurm, der die Bäume in voll belaubtem Zustand erwischt, während ihre Wurzeln im aufgeweichten Boden keinen Halt mehr finden (2017);
oder lange Frühjahrstrockenheit ab Februar, die nach zwei oder drei leichten Niederschlägen gleich in den heißen und trockenen Sommer übergeht (wie bei uns 2015).

Eine Schattierung im Winter hilft meines Erachtens nicht bei zu mildem Winterwetter, sondern nur gegen Sonnenschein tagsüber, der meist mit nächtlichem Kahlfrost einhergeht. Hierzulande ist zu mildes Winterwetter meist trüb, regnerisch und frostfrei.

2016 und 2017 sind mir auch Pfingstrosen eingegangen, weil sie schon zu weit waren, als der Frost kam. Hab mir vorgenommen, künftig immer erst in der frostfreien Zeit zu düngen, um den frühen Austrieb nicht noch zu beschleunigen. Keine Ahnung, ob das hilft...

Phlox & Co. sowie die Jungbäume habe ich in diesem Jahr sehr großzügig mit gesiebter Komposterde versorgt, die die Feuchtigkeit gut speichert. Dadurch sieht im Garten momentan alles ganz gut aus, trotz der Trockenheit und Hitze im Frühjahr und der  (eigentlich nicht unüblichen) Sommertrockenheit. Die drei kühleren Regentage Anfang Juli haben gereicht, um auch die Wackelkandidaten wieder zu stabilisieren. Gewässert wird bei Trockenheit natürlich regelmäßig (haben meine Ur- und Großeltern in diesem Garten schon so gemacht, da fast reiner Sandboden).

Ansonsten werde ich weiterhin ausprobieren, welche Stauden und Gehölze mit den hiesigen Gegebenheiten zurechtkommen könnten. Hätschelkandidaten musste ich bisher noch nicht rausschmeißen – die verschwinden ganz von alleine.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Amur am 27. Juli 2018, 23:41:22
Kein Klimawandel früher? Na da solltest du dich mal eher kundig machen.

Es gab nie ein stabiles Klima, es war immer ein auf und ab.

Mal schneller mal langsamer. Derzeit gehts flott nach oben.
Aber Erdgeschichtlich gesehen sind wir bei aller Erwärmung immer noch in einer kalten Phase.
Insofern. Probieren was wächst. Derzeit probiert man allenthalben Lagerströmia nördlich der Alpen, später werdens mal eher wieder skandinavische Besonderheiten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 27. Juli 2018, 23:42:14
Die hier schon mehrmals propagierte Pflanzung trockenheitsresistenter Arten ist nur dann sinnvoll, wenn sich das Klima langfristig in Richtung Trockenheit verändert
Das ist ein bisschen zu pauschal: wenn die eigene Gartensituation grundsätzlich eher trocken ist, bedingt durch mehrere Faktoren wie Gehölzbestand, Boden- und vorherrschende Windverhältnisse, dann macht das durchaus Sinn. Jeder wird das durch langjährige Beobachtung selber für sich herausfinden müssen.

Es ist ja auch ein wesentlicher Unterschied, ob wir von Pflanzen für Freiflächen oder von Waldbewohnern reden. Ich habe in meinem Garten gelernt, die Finger möglichst von feuchtigkeitsliebenden Kandidaten zu lassen, das funktioniert einfach nicht, oder nur an ganz wenigen Stellen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 00:12:05
manche Gedankengänge verblüffen mich immer wieder. Von dem, was erwiesenermaßen in der eigenen Gartensituation gut wächst, mehr zu pflanzen, ist doch ohne Frage eine empirisch untermauerte auf Faktenlage beruhende und vernünftige Entscheidung. Und mit neuen Pflanzen zu experimentieren, die ähnliche Standortvorlieben haben auch.

Anpassung bedeutet doch Flexibilität. Auf Umwelt und Standortfaktoren zu reagieren und zu Experimentieren ist doch keine Frage eines Diskurses, sondern eine Notwendigkeit in der Tat.

Für mich bedeutet das, dass ich berichte, welche Pflanzen bei den teilweise extremen Bedingungen in meinen Gärten eine hohe Resilienz gezeigt haben. Solch ein Austausch von Erfahrungen ist doch der Sinn unseres Forums. Gerne lese ich über Pflanzen, die sich in anderen Gärten als so robust erwiesen haben, dass sie eine Erwähnung und ein Posten wert sind.

Welche sind das? Welche haben diesen Sommer und werden diesen Winter überleben? Das sind doch zielführende Fragen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: zwerggarten am 28. Juli 2018, 00:54:29
nichtsdestotrotz bleiben die regionalen bedingungen relevant: z.b. vitex agnus-castus oder trachycarpus wagnerianus haben im berliner kleingarten in den letzten jahren nun schon mehrfach versagt. gut, was sollten die da auch... ::) :P ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rhoihess am 28. Juli 2018, 01:32:09
Die hier schon mehrmals propagierte Pflanzung trockenheitsresistenter Arten ist nur dann sinnvoll, wenn sich das Klima langfristig in Richtung Trockenheit verändert
Das ist ein bisschen zu pauschal: wenn die eigene Gartensituation grundsätzlich eher trocken ist, bedingt durch mehrere Faktoren wie Gehölzbestand, Boden- und vorherrschende Windverhältnisse, dann macht das durchaus Sinn. Jeder wird das durch langjährige Beobachtung selber für sich herausfinden müssen.

Es ist ja auch ein wesentlicher Unterschied, ob wir von Pflanzen für Freiflächen oder von Waldbewohnern reden. Ich habe in meinem Garten gelernt, die Finger möglichst von feuchtigkeitsliebenden Kandidaten zu lassen, das funktioniert einfach nicht, oder nur an ganz wenigen Stellen.

Jo, hier haben wir das "Glück", dass auch überdurchschnittlich nasse Perioden nie zu sehr ins Extreme gehen - der nasseste Sommer (2014) seit mindestens 1991, brachte von Juni-August 240mm - dazu kommt noch, dass der Winter im Schnitt deutlich trockener als der Sommer ist. Das eröffnet hier schon gute Möglichkeiten für die weniger empfindlichen Mediterranen. Rosmarin, Gewürzlorbeer, Feige, Granatapfel und Kerzen-Palmlilie schlagen sich nun seit 3 Jahren ohne Schutz sehr wacker, ohne signifikante Feuchte- oder Kälteschäden (trotz stark überdurchschnittlich nassem Spätherbst/Frühwinter 2017/18 im Lehmboden und mäßig starker Kälte Jan. 2017/Feb. 2018). Die immergrüne Heckenkirsche steht und wuchert anstandslos gar seit 30 Jahren, nur 1997 und 2012 gab es ein paar Schäden, die sich aber jeweils im April schon wieder komplett ausgewachsen hatten. Der sommerliche Wasserbedarf ist nach 1-2 Anwachsjahren auch sehr gering.
Kanarische Dattelpalme war jedoch ein Reinfall, nach den -10°C im Februar trotz Schutz komplett hin. Riesen-Palmlilie, 2016 ausgepflanzt, friert jeden Winter fast komplett zurück (auch im ersten, trotz Umbauung und Heizung ab -5) aber kommt bisher immer wieder - mal schauen ob sie sich als "Pseudo-Staude" langwierig bewähren kann, oder die Kräfte irgendwann ausgezehrt werden
Zwergpalme und Olive bin ich gerade am Testen... werde wohl in den nächsten Jahren noch mehr experimentieren
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 28. Juli 2018, 07:04:12
manche Gedankengänge verblüffen mich immer wieder. Von dem, was erwiesenermaßen in der eigenen Gartensituation gut wächst, mehr zu pflanzen, ist doch ohne Frage eine empirisch untermauerte auf Faktenlage beruhende und vernünftige Entscheidung. Und mit neuen Pflanzen zu experimentieren, die ähnliche Standortvorlieben haben auch.

Anpassung bedeutet doch Flexibilität. Auf Umwelt und Standortfaktoren zu reagieren und zu Experimentieren ist doch keine Frage eines Diskurses, sondern eine Notwendigkeit in der Tat.

Genau so.

Hier hält sich erstaunlich gut Euonymus japonicus. Auch die Fatsien stehen ohne Gießen, aber nordseitig am Haus, mag sein, dass dort etwas Feuchtigkeit sich hält. Ruta graveolens, Artemisia tridentata, verschiedene Allium. Noch anderes, muss mal nachsehen.

Ungeachtet dessen wird ein Brunnen gebohrt, gestern in die Wege geleitet, junge Obstbäume und alle Neupflanzungen wird man gießen müssen, reichlich, auch in Zukunft.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 28. Juli 2018, 09:22:14
Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen zu starkes Austrocknen ist, den Garten gegen starken Wind abzuschirmen, soweit man es iin der Hand hat. Wo keine Mauer ist und kein Platz für eine Hecke, wird die Grenze mit hohen Stauden besetzt oder der Zaun berankt.

Ich muss gestehen, dass wir das Glück hatten, schon im Vorherein zwei gut eingehegte Gärten übernommen zu haben. Viel mussten wir da nicht mehr machen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 13:39:05
gut eingehegte Gärten


der Inbegriff des Gartens schlechthin.

Im Wiesengarten beobachte ich, dass im Schutz der Hohen Laubbäume und des Dickichts davor die Pflanzen in den großen Baukübeln sehr gut über die Trockenheit kommen. Auch über den Frost im Winter hilft eine eingeschlossene Lage. An exponierten Stellen der offenen Wiesensituation gehen Palisadenwolfsmilch im Winter kaputt und Phlox im Sommer.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: iggi am 28. Juli 2018, 14:56:34
gut eingehegte Gärten
der Inbegriff des Gartens schlechthin.
Das war mir nicht so klar; allerdings war meine erste Maßnahme in meinem Garten, dafür zu sorgen, dass ihn an den offenen Seiten eine mannshohe Efeu-Hecke umgibt. Da kann ich mich jetzt wohl beglückwünschen. Ich habe kein Problem mit Wintersonne, da im Süden meines Grundstücks ein 6 Stockwerke hoher Gebäude-Riegel steht; da kommt die Sonne im Winter nicht drüber. Was bei mir dieses Jahr klaglos (naja, schon mit Gießen!) gedeiht:

An Gehölzen

Cornus officinalis
Haselnuss
Holunder
Wein (wuchert!)
Birnen (dieses Jahr noch kein Gitterrost!)
Kirsche
Koelreuteria
meine Rosen (so in Richtung Rose de Resht, Kletterrose 'Immensee' und Rosa glauca und multiflora, keine "kostbaren")
und natürlich der Efeu

an Stauden und Halbsträuchern

Salvia officinalis
Rosmarin
Phlomis russeliana
Gaura lindheimeri
Fragaria vesca
Ruta graveolens
verschiedenen Geranium
verschiedene Sedum (Sedum album wuchert!)
verschiedene Artemisia (Beifuß ist riesig!)
Ajuga reptans
Helianthemum
Aster divaricatus und eine, die ich aus der Tonne auf dem Friedhof gerettet habe
Erigeron Speciosus 'Dunkelste Aller' und karvinskianus
Hieracium aurantiacum

Ein paar ein- und zweijährige haben es auch gut, im Moment sind das Bronzefenchel und Wilde Möhre.

Manchen geht es auch schlecht, allen voran der Kiefer und der Eibe. Die Lilien mögen nicht blühen, und ob der Waldphlox nächstes Jahr noch da ist, werden wir sehen.
Die anderen wachsen so vor sich hin wie immer.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenentwickler am 28. Juli 2018, 16:55:46
Man sollte den Boden mehr pflegen (Kompost, organische Düngung).

Ich finde man sollte auch darüber nachdenken, ob man jeden Weg Pflastern muss oder ob Rasenwege, Häckselwege eine alternative sind.

Große Regenwasserzisternen mit angeschlossener Versickerung als Überlauf sollte man häufiger einbauen statt Brunnen zu bohren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: partisanengärtner am 28. Juli 2018, 17:31:23
Ich habe jetzt 4 Mal gegossen in diesem Jahr. Regen hatten wir so gut wie keinen, aber die starke Mulchschicht im bepflanzten Bereich hat wohl die schlimmsten Auswirkungen verhindert.
Die Wildhecke wird mehrmals im Jahr geschnitten und alles was nicht Wiese ist damit gemulcht. Dabei nehme ich immer mal ein paar Meter Höhe raus. Die Schicht ist sicher an den meisten Stellen in und vor der Hecke um die 5 cm stark.

In der Hecke blühen die Lilien recht üppig, obwohl ich da eben nur 4 Mal ein paar Minuten beregnet habe.
Auch die eine getopfte Lilium speciosum bekommt nicht mehr im Schatten der Hecke. Die ist gerade aufgeblüht.
Gerade die Lilien scheinen sehr trockenheitsverträglich zu sein. Alle Trompeten OT Hybriden und de paar Wilden die ich habe haben noch nicht geschlappt. Allerdings werde ich nach den ersten Augustwochen wohl nichts mehr haben was noch blüht. Die sind so gut wie alle schon durch.

Gießen tu ich eigentlich eher wegen den restlichen Pflanzen wie Silberkerzen  etc. die das Wetter gerade so ertragen.
Einiges ist auch eingezogen und ich hoffe das da noch was am Leben ist. Die Paradieslilien zum Beispiel.

Der Boden darunter ist sehr magerer Lehm eigentlich eher Schluff. An einigen Stellen ist da auch mal Blähton drinnen (Paradieslilien) oder mit einer Kiesschicht gemulcht (Cyclamen gegen die Amselgräber). Alles in mehreren Lagen bepflanzt. Nackter Boden nur da wo ich mal unerwünschte größere Unkräuter weggenommen habe. Die letzen paar Wochen nicht weil man aus dem harten Boden kaum was rausbekommt.
Selbst da wo die Mulchschicht dick ist.

An solchen Stellen wird dann immer mal Häcksel oder auch mal Kaffeesatz zum Bedecken genommen.

Allerdings ist der Teil den ich bewirtschafte sehr klein. Ca. 12 x 6 Meter inklusive  Wiese. Ich könnte mehr gießen aber der Garten soll auch mal ein paar Monate ohne mich auskommen wenn ich wieder unterwegs bin.
Ich glaube sowieso das mehr Pflanzen an Gießfehlern eingehen. Da ist es schon besser nur die dort zu lassen die es da aushalten ohne das jemand der es gut meint sein schlechtes Gewissen walten lässt.

Alle zwei Wochen mal eine halbe Stunde wässern könnte ich meinen Damen schon zumuten, wenn es heiss und windig ist und gar nicht regnen will. Dieses Jahr ist der Test.


Ob so ein Biotop allerdings noch ein Garten ist weiss ich nicht. Wohl eher nicht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Dietmar am 28. Juli 2018, 17:59:21
Zitat
Ich habe jetzt 4 Mal gegossen in diesem Jahr.

Ich muss seit 4 Monaten 2 mal und an extremen Tagen 3 mal gießen und zwar pro Tag. Und da gieße ich nur das Allernotwendigste, da auch das Grundwasser auf Pegel Null gefallen ist. Der Rasen ist total vertrocknet und die Erdbeeren auch, aber die wollte ich ohnehin roden, da zu alt geworden. Aber die weitgehend verdorrten Pflanzen bleiben stehen bzw. liegen, quasi als Mulchschicht.

Wie kann man sich sortenmäßig wappnen?

Ich baue schon seit Jahren nichts mehr an, was zur Bestäubung Bienen erfordert, denn diese gibt es in meiner Gegend mindestens seit 15 Jahren nicht mehr.

Bei uns gibt es seit fast 15 Jahren einen Klimawandel. Das Frühjahr fällt für gewöhnlich aus. In diesem Jahr waren es noch im März -15 °C und einen Tage später +28 °C. Dann folgen ca. 6 Wochen sehr heißer und nahezu niederschlagsfreier Sommer und ab ca. 8. August geht der Herbst los. In diesem Jahr sind aus diesen 6 heißen Wochen schon 4 Monate geworden und das geht noch mindestens 2 Wochen weiter so laut Wetterfritzen. Von den letzten beiden Jahren abgesehen, ist hier die Vegetationsperiode aber eher um 4 bis 6 Wochen kürzer geworden!

Der einzige belastbare Klimatrend sind die extrem heißen und trockenen Frühsommer  und das bedeutet, diesbezüglich trockenheitsbeständige Pflanzen zu bevorzugen, aber auch diese müssen in solch heißen Perioden etwas gegossen werden. Pflanzen mit hohen Wasserbedarf konzentriere ich an einer Stelle im Garten, z.B. Gurken, Zucchini ... .

Generell auf eher mediterrane Pflanzen und Bäume umzusteigen, bringt aber nichts, denn auch so warme Winter wie der letzte bringen auch immer mal sehr tiefe Temperaturen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 28. Juli 2018, 18:02:42
Zitat
Ich habe jetzt 4 Mal gegossen in diesem Jahr.

Ich baue schon seit Jahren nichts mehr an, was zur Bestäubung Bienen erfordert, denn diese gibt es in meiner Gegend mindestens seit 15 Jahren nicht mehr.


Wie bitte? Wo lebst denn Du?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: partisanengärtner am 28. Juli 2018, 18:08:41
Womöglich in China in einer Obstbauregion
In lebe in Oberfranken. Hier regnet es auch nicht, aber so schlimm wie im Norden ist es nicht.
Hier in der Kesselage von Bayreuth regnet es gerne ringsum, nur in der Stadt allenfalls mal ein benetzen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 18:25:22
Man sollte den Boden mehr pflegen (Kompost, organische Düngung).

Ich finde man sollte auch darüber nachdenken, ob man jeden Weg Pflastern muss oder ob Rasenwege, Häckselwege eine alternative sind.

Große Regenwasserzisternen mit angeschlossener Versickerung als Überlauf sollte man häufiger einbauen statt Brunnen zu bohren.

Bodenpflege, dichte Pflanzung, Gehölze ...

Pflastern von Wegen ist ok, unter Steinen ist die Feuchte noch länger erhalten.

Zisternen statt Tiefbrunnen, ja! In Amerika: rainwater harvesting swales, stormwater management. Senken mit dichtem Bewuchs von Gräsern und Hochstauden, Feldriege mit Feldgehölzen, Bäume in der Landschaft, ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 18:37:21
Ein bisschen mehr Tiefgang hätte ich mir von diesem Thema schon erhofft.  ;)

Extreme Winterkälte, Spätfrost („die Eisheiligen“), milde und nasse Winter etc. - das alles gibt es in den meisten  Regionen hier immer schon, aber eigentlich eher als „Ausreißer“.
Ich kann nicht über die meisten Regionen schreiben, nur über unsere - hier sind Spätfröste unüblich, die letzten beiden Jahre haben sie die gesamte Ernte einer Obstbauregion hier in der Nähe vernichtet. Es gab kein Obst in den Hausgärten.

Eine Schattierung im Winter hilft meines Erachtens nicht bei zu mildem Winterwetter, sondern nur gegen Sonnenschein tagsüber, der meist mit nächtlichem Kahlfrost einhergeht. Hierzulande ist zu mildes Winterwetter meist trüb, regnerisch und frostfrei.
Wie kommst Du zu dieser Einschätzung?
Hier hilft der Rückschnitt und die anschließende Abdeckung mit einer Vlieshaube (Profi-Winterschutzvlies, nicht das Billig-Zeug vom Diskonter oder Baumarkt) bei empfindlichen Pflanzen - Stauden und Gehölzen - ganz hervorragend. Die Schattierung und gleichzeitig relativ konstante Temperatur unter der Haube verhindern den vorzeitigen Austrieb, die Pflanzen bleiben länger in Winterruhe und überleben Spätfröste problemlos.
Man kann nicht den ganzen Garten in Vlies packen - aber empfindlichere Pflanzen sehr wohl vor Sonnenschein und Kahlfrost schützen. Ist halt Arbeit/Aufwand - mag mancher nicht leisten.

2016 und 2017 sind mir auch Pfingstrosen eingegangen, weil sie schon zu weit waren, als der Frost kam. Hab mir vorgenommen, künftig immer erst in der frostfreien Zeit zu düngen, um den frühen Austrieb nicht noch zu beschleunigen. Keine Ahnung, ob das hilft...
Wann hast Du denn bisher immer gedüngt? Hier bekommen nur die Vorfrühlingsblüher Zwiebelpflanzendünger ab, wenn es noch Frost gibt.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 18:38:37
Kein Klimawandel früher? Na da solltest du dich mal eher kundig machen.

Es gab nie ein stabiles Klima, es war immer ein auf und ab.

Mal schneller mal langsamer. Derzeit gehts flott nach oben.
Aber Erdgeschichtlich gesehen sind wir bei aller Erwärmung immer noch in einer kalten Phase.
Insofern. Probieren was wächst. Derzeit probiert man allenthalben Lagerströmia nördlich der Alpen, später werdens mal eher wieder skandinavische Besonderheiten.

Du bist in bester Gesellschaft - auch Trump leugnet den Klimawandel. Gabs schon immer - kein Handlungsbedarf. Praktisch und bequem gelöst.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Kiwifreund am 28. Juli 2018, 18:45:13
Wo leugnet Amur den Klimawandel?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 18:56:38
Von dem, was erwiesenermaßen in der eigenen Gartensituation gut wächst, mehr zu pflanzen, ist doch ohne Frage eine empirisch untermauerte auf Faktenlage beruhende und vernünftige Entscheidung.
Das ist faktisch korrekt. Mehr vom selben reduziert aber die Biodiversitä im und für viele auch die Freude am Garten.

Und mit neuen Pflanzen zu experimentieren, die ähnliche Standortvorlieben haben auch.
Experimentieren nach dem Motto: was nicht von selbst wächst, wird 'weggeworfen' enspricht ganz der Philosophie unserer Zeit. Wozu reparieren, pfleglich damit umgehen, aktiven Aufwand betreiben - wenn man doch so einfach etwas spannendes Neues kaufen kann.

Anpassung bedeutet doch Flexibilität.
Auch Flexibilität bei der Gartenpflege - z. B. es nicht mehr wie bisher zu machen (oder eben einfach nichts zu machen), sondern während der Saison entsprechend der Wettersituation gezielte Pflegemaßnahmen zu setzen.

Für mich bedeutet das, dass ich berichte, welche Pflanzen bei den teilweise extremen Bedingungen in meinen Gärten eine hohe Resilienz gezeigt haben. Solch ein Austausch von Erfahrungen ist doch der Sinn unseres Forums. Gerne lese ich über Pflanzen, die sich in anderen Gärten als so robust erwiesen haben, dass sie eine Erwähnung und ein Posten wert sind.

Welche sind das? Welche haben diesen Sommer und werden diesen Winter überleben? Das sind doch zielführende Fragen.

Eine sinnvolle Annäherung - letztlich muß man aber trotzdem im eigenen Garten testen, ob die Pflanzen dort nicht nur überleben, sondern auch gedeihen und sich optisch ansprechend in den vorhandenen Garten einfügen.

Ein Gedanke noch dazu: hier sind viele dieser extrem resilienten Pflanzen fürchterliches Unkraut, schlimme Neophyten - genau das, was man im Garten nicht braucht. Paradebeispiele: Kerrie/Ranunkelstrauch und Goldfelberich - überlebt alles, aber übernimmt auch jeden Quadratmeter Garten in Windeseile. Will man wirklich eine Liste solcher Monsterpflanzen und kann man die denn tatsächlich reinen Gewissens empfehlen, nur weil sie so gut wie alles überleben?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 18:58:16
Wo leugnet Amur den Klimawandel?

Er/Sie leugnet, daß es aktuell einen massiven Klimawandel gibt - es gab den ja schon immer, also nix neues, alles wie gehabt, kein Grund zur Panik  ;)

Klimaveränderungen gab es immer - die Phasen, in denen es zu langfristigen Klimaumschwüngen kam, waren immer von Wetterextremen geprägt (mehrere hundert Jahre andauernd), bis sich ein neues klimatisches Gleichgewicht eingestellt hat.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Brezel am 28. Juli 2018, 19:08:55
Eine Schattierung im Winter hilft meines Erachtens nicht bei zu mildem Winterwetter, sondern nur gegen Sonnenschein tagsüber, der meist mit nächtlichem Kahlfrost einhergeht. Hierzulande ist zu mildes Winterwetter meist trüb, regnerisch und frostfrei.
Wie kommst Du zu dieser Einschätzung?

Durch Erfahrung. Unter der Abdeckung ist es noch milder, und die neuen Triebe wollen zum Licht  :P
2016 und 2017 sind mir auch Pfingstrosen eingegangen, weil sie schon zu weit waren, als der Frost kam. Hab mir vorgenommen, künftig immer erst in der frostfreien Zeit zu düngen, um den frühen Austrieb nicht noch zu beschleunigen. Keine Ahnung, ob das hilft...
Wann hast Du denn bisher immer gedüngt? Hier bekommen nur die Vorfrühlingsblüher Zwiebelpflanzendünger ab, wenn es noch Frost gibt.

Wenn die Blätter sich entfaltet haben. Manche Strauchpfingstrosen blühen schon zu den Eisheiligen... Aber, wie gesagt, ich werde da künftig zurückhaltender sein.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 28. Juli 2018, 19:16:55

Und mit neuen Pflanzen zu experimentieren, die ähnliche Standortvorlieben haben auch.
Experimentieren nach dem Motto: was nicht von selbst wächst, wird 'weggeworfen' enspricht ganz der Philosophie unserer Zeit. Wozu reparieren, pfleglich damit umgehen, aktiven Aufwand betreiben - wenn man doch so einfach etwas spannendes Neues kaufen kann.


Das schreibt pearl ja nun ganz und gar nicht. Deine Interpretation ist schlicht schauerlich.
Lies doch bitte einmal genauer und poste dann.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 19:56:46
ach, lass man, RosaRot, hymenocallis kann so bleiben wie sie ist. Einen Beitrag zu benutzen um schon lange zur Sprache drängendes Inneres los zu werden, ist ja auch eine Ausdrucksform. Sie kann ja nicht anders.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 28. Juli 2018, 20:13:28
Definitiv nicht wert, sich darüber aufzuregen. Auf der einen Seite wird gemeckert, dass Pflanzexperimente - selbst wenn man die Standortansprüche beachtet - Ex- und Hopp-Mentalität sind, aber im gleichen Atemzug wird über "fürchterliches Unkraut" gewettert, wenn man eine Pflanze hat, die offenbar gut mit den Standortbedingungen zurechtkommt und die sich ausbreitet. Ich plädiere keineswegs dafür, den ganzen Garten mit Goldfelberich zu bestücken, immerhin habe ich selbst genug davon in Schwerstarbeit gerodet, aber das heißt noch lange nicht, dass er sein Existenzrecht verwirkt hat, genausowenig wie neue Pflanzen, von denen ich nicht weiß, ob sie sich halten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 20:41:19
Eine Schattierung im Winter hilft meines Erachtens nicht bei zu mildem Winterwetter, sondern nur gegen Sonnenschein tagsüber, der meist mit nächtlichem Kahlfrost einhergeht. Hierzulande ist zu mildes Winterwetter meist trüb, regnerisch und frostfrei.
Wie kommst Du zu dieser Einschätzung?

Durch Erfahrung. Unter der Abdeckung ist es noch milder, und die neuen Triebe wollen zum Licht  :P
Mit welchen Pflanzen - mit welchem Vlies?
Hier hat es mit Billigvlies nicht funktioniert, das dicke Profivlies hält die Bodenkälte länger und läßt kaum Licht durch, ist wie in den schattierten Tunneln in den Gärtnereien, die den vorzeitigen Austrieb verhindern.

2016 und 2017 sind mir auch Pfingstrosen eingegangen, weil sie schon zu weit waren, als der Frost kam. Hab mir vorgenommen, künftig immer erst in der frostfreien Zeit zu düngen, um den frühen Austrieb nicht noch zu beschleunigen. Keine Ahnung, ob das hilft...
Wann hast Du denn bisher immer gedüngt? Hier bekommen nur die Vorfrühlingsblüher Zwiebelpflanzendünger ab, wenn es noch Frost gibt.

Wenn die Blätter sich entfaltet haben. Manche Strauchpfingstrosen blühen schon zu den Eisheiligen... Aber, wie gesagt, ich werde da künftig zurückhaltender sein.
Strauchpfingstrosen hab ich keine und die Eisheiligen waren hier bisher kein Thema - Spätfröste zu der Zeit sind nicht üblich. Bitte berichte, ob das was bringt - vielleicht muß man hier ja in Zukunft auch mit häufigen Spätfrösten rechnen.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 20:45:14

Und mit neuen Pflanzen zu experimentieren, die ähnliche Standortvorlieben haben auch.
Experimentieren nach dem Motto: was nicht von selbst wächst, wird 'weggeworfen' enspricht ganz der Philosophie unserer Zeit. Wozu reparieren, pfleglich damit umgehen, aktiven Aufwand betreiben - wenn man doch so einfach etwas spannendes Neues kaufen kann.


Das schreibt pearl ja nun ganz und gar nicht. Deine Interpretation ist schlicht schauerlich.
Lies doch bitte einmal genauer und poste dann.

Ich habe einen speziellen Aspekt herausgegriffen - ganz bewußt und absichtlich. Weil eben viele hier immer wieder schreiben 'nur die harten kommen in den Garten' - wenn etwas dann verreckt, hab ich wenigstens wieder Platz, neues spannendes Zeug zu kaufen. Pflege, Aufwand, Schutz sind bäääh, weil faul ist ja clever. Diese Mentalität halte ich grundsätzlich für problematisch, ganz besonders aber, wenn es sich um Lebewesen handelt - selbstverständlich kann man sich diese Praxis auch mit 'Klima-Testung' schön reden.

Meine Feststellung hat an Pearls Posting angeknüpft, um zu zeigen, daß man mit dieser Argumentation auch Kauflust und mangelnde Anstrengungsbereitschaft positiv darstellen kann.

Die klimatischen Veränderungen werden alle Gärten verändern - jeder muß einen Kompromiß zwischen veränderter Gartenbewirtschaftung/-pflege und veränderter Bepflanzung finden müssen. Der eine wird mehr Zeug ausprobieren und wegwerfen, der andere wird mehr Arbeit/Aufwand/Tricks anwenden - viele werden beides benötigen, um den Garten zukunftssicher zu erhalten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 20:54:06
Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen zu starkes Austrocknen ist, den Garten gegen starken Wind abzuschirmen, soweit man es iin der Hand hat. Wo keine Mauer ist und kein Platz für eine Hecke, wird die Grenze mit hohen Stauden besetzt oder der Zaun berankt.

Ich muss gestehen, dass wir das Glück hatten, schon im Vorherein zwei gut eingehegte Gärten übernommen zu haben. Viel mussten wir da nicht mehr machen.

In windigen Gegenden sicher wirklich empfehleswert - in windstillen wie unserer leider nutzlos.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Borker am 28. Juli 2018, 20:59:16
Ich werde nichts im Garten verändern  ;D
Der nächste Sommer ist vielleicht so verregnet wie der Letzte.  ;D
Und im Falle das der Nordpol abtaut und der Golfstrom deswegen abgekühlt wird kommt möglicherweise ne Eiszeit  ;D
Mag sein das es die eine oder andere Pflanze dieses Jahr nicht so gut hat , das kann sich aber auch wieder ändern .

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag !

LG Borker
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 20:59:41
Ich glaube sowieso das mehr Pflanzen an Gießfehlern eingehen.

Du hast völlig recht - hier gibt es einen häufigen Gießfehler an dem in normalen Sommern viele Pflanzen eingehen - ZU WENIG giessen!
 ;D ;D ;D

Alle zwei Wochen mal eine halbe Stunde wässern könnte ich meinen Damen schon zumuten, wenn es heiss und windig ist und gar nicht regnen will. Dieses Jahr ist der Test.
Nach diesem Jahr hätten wir - nun ja - ganz sicher keinen blühenden Zier- oder reich fruchtenden Gemüsegarten mehr sondern eher eine Art Trockensteppenbiotop, viele Disteln, Sommerflieder, Robinien, Solidago und vielleicht noch ein paar Fetthennen  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Borker am 28. Juli 2018, 21:05:14
ups
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Amur am 28. Juli 2018, 21:13:13

Er/Sie leugnet, daß es aktuell einen massiven Klimawandel gibt


Wer nicht lesen kann sollte das schreiben bleiben lassen. Ich schrieb wohl klar und deutlich dass es im Moment flott aufwärts geht.

Klimaveränderungen gab es immer - die Phasen, in denen es zu langfristigen Klimaumschwüngen kam, waren immer von Wetterextremen geprägt (mehrere hundert Jahre andauernd), bis sich ein neues klimatisches Gleichgewicht eingestellt hat.
Eben das ist falsch.
Es gab immer große Schwankungen, die nie endeten und vermutlich (hoffentlich?) nie enden werden, jedenfalls nicht in einer für den Menschen relevanten Zeit. Über das Klima in Milliarden Jahren wenn die Sonne zum weissen Riesen wird, brauchen wir ja uns jetzt noch nicht unterhalten.
Innerhalb dieser großen Amplituden gab es, seit man misst, auch immer kleinere Schwankungen, eine schöne Gerade wirst du da nirgends finden. Und wenn man alte Chroniken in der Zeit davor liest war es ganz ähnlich. Und immer Ausbrüche in die eine oder in die andere Richtung. Mal starben die Menschen bei Ernte an Hitzschlag auf den Feldern ein ander Mal wird von Schee im Mai berichtet oder gar schädlichen Spätfrösten auf die dann umgehend Hungernöte folgten.
Ausgangs der letzten Eiszeit gab es eine Erwärmung da würden wir heute innerhalb einer Generation die Welt untergehen sehen.
Zur Hallstattzeit war im Süden D ein mediterranes Klima. Dessen Verschlechterung wird mit den sozialen Veränderungen die zur Latenezeit führten, in Verbindung gebracht. Im 14. Jh war das Wetter wieder gar garstig, dafür war es dann im 15. Jh. wieder so dass es hiess der Wein sei billiger gewesen als das Wasser und an Weihnachten sei man noch zum Baden in die Flüsse gegangen.
Usw. usf.
Ich hab heute für mich an meiner kleinen Wiese festgestellt dass ich da wohl vollends auf Maulbeer und Walnüsse umstelle und die nicht gedeihenden Apfel und Birnenbäume rausnehme. Wenn die dann erfrieren und es nass genug ist, dann sollen meine Erben mal wieder Äpfel pflanzen oder gleich ganz aufforsten.
So

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 28. Juli 2018, 21:56:55

Er/Sie leugnet, daß es aktuell einen massiven Klimawandel gibt


Wer nicht lesen kann sollte das schreiben bleiben lassen. Ich schrieb wohl klar und deutlich dass es im Moment flott aufwärts geht.

Klimaveränderungen gab es immer - die Phasen, in denen es zu langfristigen Klimaumschwüngen kam, waren immer von Wetterextremen geprägt (mehrere hundert Jahre andauernd), bis sich ein neues klimatisches Gleichgewicht eingestellt hat.
Eben das ist falsch.
Es gab immer große Schwankungen, die nie endeten und vermutlich (hoffentlich?) nie enden werden, jedenfalls nicht in einer für den Menschen relevanten Zeit. Über das Klima in Milliarden Jahren wenn die Sonne zum weissen Riesen wird, brauchen wir ja uns jetzt noch nicht unterhalten.
Innerhalb dieser großen Amplituden gab es, seit man misst, auch immer kleinere Schwankungen, eine schöne Gerade wirst du da nirgends finden. Und wenn man alte Chroniken in der Zeit davor liest war es ganz ähnlich. Und immer Ausbrüche in die eine oder in die andere Richtung. Mal starben die Menschen bei Ernte an Hitzschlag auf den Feldern ein ander Mal wird von Schee im Mai berichtet oder gar schädlichen Spätfrösten auf die dann umgehend Hungernöte folgten.
Ausgangs der letzten Eiszeit gab es eine Erwärmung da würden wir heute innerhalb einer Generation die Welt untergehen sehen.
Zur Hallstattzeit war im Süden D ein mediterranes Klima. Dessen Verschlechterung wird mit den sozialen Veränderungen die zur Latenezeit führten, in Verbindung gebracht. Im 14. Jh war das Wetter wieder gar garstig, dafür war es dann im 15. Jh. wieder so dass es hiess der Wein sei billiger gewesen als das Wasser und an Weihnachten sei man noch zum Baden in die Flüsse gegangen.
Usw. usf.
Ich befürchte, Du verwechselst gerade etwas - wir diskutieren gerade über die großteils antropogen verursachte globale Erwärmung der letzten 150 Jahre, die derzeit von rasanten Wetterkapriolen begleitet wird - die von Dir beschriebenen natürlichen klimatischen Veränderungen sind eine andere Kategorie. Deine Belehrungen darüber gehen am Thema vorbei (abgesehen davon bin ich darüber wahrscheinlich besser informiert, als Du ahnen kannst - aus archäologischem Interesse).

Ich hab heute für mich an meiner kleinen Wiese festgestellt dass ich da wohl vollends auf Maulbeer und Walnüsse umstelle und die nicht gedeihenden Apfel und Birnenbäume rausnehme. Wenn die dann erfrieren und es nass genug ist, dann sollen meine Erben mal wieder Äpfel pflanzen oder gleich ganz aufforsten.
So
Diese Strategie geht nur auf, wenn es bei Dir von jetzt an konstant warme/heiße/trockene Sommer gibt - und damit ist nicht zu rechnen, eher mit noch stärkeren Schwankungen und dann gedeiht weder das eine noch das andere ohne menschliche Unterstützung.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Brezel am 28. Juli 2018, 22:08:02
Mit welchen Pflanzen - mit welchem Vlies?
Hier hat es mit Billigvlies nicht funktioniert, das dicke Profivlies hält die Bodenkälte länger und läßt kaum Licht durch, ist wie in den schattierten Tunneln in den Gärtnereien, die den vorzeitigen Austrieb verhindern.

Ach so, es liegt am fehlenden Profivlies. Klar.
(Kann mir zwar nicht vorstellen, wie das die Bodenkälte halten soll, wenn der Boden frostfrei und daher gar nicht kalt ist - aber in Österreich ist sicher manches anders.)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 28. Juli 2018, 22:17:40
Ich denke mal, nicht alles muss schoen durch den Extremsommer kommen, wichtig waere, dass es aus der Tockenruhe wieder erwacht.

Bei Winterhaerte kann ich nicht mitreden, aber bei fruehsommerlichen Trockenperioden schon:
Aster amellus, Artemisias, Nepetas, Sedum telephium, Thymian, Iris barbatas, Salvia officinalis, S. lavandulifolia, Geranium sanguinea, Centranthus, Gauras, Staudensonnenblumen, Oreganum, Yuccas, Asphodeline, Osteospermum ..... ich koennte noch lange so weitermachen,
alles das ueberlebt auf einem unbewaessertem Wall bei mir. Papaver orientale auch, der verschwindet einfach nach der Bluete.

So ein wenig Blackbox-Mentalitaet gehoert auch dazu.

Verflixte Tastatur. Muss wieder auf die deutsche umstellen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 28. Juli 2018, 22:37:08
Weil eben viele hier immer wieder schreiben 'nur die harten kommen in den Garten' - wenn etwas dann verreckt, hab ich wenigstens wieder Platz, neues spannendes Zeug zu kaufen. Pflege, Aufwand, Schutz sind bäääh, weil faul ist ja clever. Diese Mentalität halte ich grundsätzlich für problematisch, ganz besonders aber, wenn es sich um Lebewesen handelt - selbstverständlich kann man sich diese Praxis auch mit 'Klima-Testung' schön reden.
Wer kauft denn hier neues spannendes Zeug und lässt es dann verrecken, weil er keinen Bock auf Pflege und Winterschutz hat? Also ich ganz bestimmt nicht, bisher habe ich für solche Experimente eigentlich hauptsächlich das gekauft, was andere nicht wollten, nämlich erheblich preisreduzierte Ware aus Gartencenter, Baumarkt und Co., die ansonsten auf dem Müll gelandet wäre. Das meiste davon ist prima angewachsen und kommt jedes Jahr brav wieder, weil es sich eben nicht um irgendwelche Spezialitäten handelt, sondern um gängige Sorten.

Klar, auch ich mache manchmal Fehler, und eine Staude überlebt nicht, sei es, weil sie überwuchert wurde, erfroren oder ersoffen ist, aber der Euro, den ich dafür ausgegeben habe, tut dann auch nicht besonders weh. Ich sehe es als Lernprozess an, und wenn ich das richtige Händchen für diese Pflanze entwickelt habe, kann ich mich auch an speziellere Sorten herantrauen, die ich dann entsprechend pflegen kann. Also eigentlich genau das Gegenteil von Ex und Hopp, auch wenn es vermutlich dem Großteil der für teures Geld gekauften Baumarktware genau so geht...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 28. Juli 2018, 22:45:01
In windigen Gegenden sicher wirklich empfehleswert - in windstillen wie unserer leider nutzlos.
Windstille Gegenden haben hier eben einen Vorteil: Trockenheit begünstigende Winde sind kein Thema; ein wichtiges Element das zu Trockenheit führt, fällt weg.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 28. Juli 2018, 22:56:57
Das habe ich auch gedacht.  ;) Nicht nutzlos, sondern unnötig.

Gibt es windstille Gegenden?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 23:20:11
Ich denke mal, nicht alles muss schoen durch den Extremsommer kommen, wichtig waere, dass es aus der Tockenruhe wieder erwacht.
...
So ein wenig Blackbox-Mentalitaet gehoert auch dazu.


ja, die Sommerruhezeit. Normal im Süden und sinnvoll auch hier. Vielleicht ist es auch noch sinnvoll die Sommertrockenheit vertragenden Pflanzen in einem eigenen thread unter zu bringen. Hier gibt es wenig konstruktiven Widerhall für die Bemühungen aus der eigenen Erfahrung zu berichten. Ich bin auch immer für Blender und freue mich über jeden Verbascum blattaria fo. albiflora und jede Atriplex hortensis var. rubra.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 23:26:03
Ich sehe es als Lernprozess an, ...

so sehe ich das auch und für mich ist es die Essenz des Gärtnern, die eigenen Erfahrungen zu machen und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Jedes Terrain ist anders und jeder hat andere Bedingungen und Voraussetzugen beim Gärtnern. Auch den ganz eigenen gärtnerischen Stil herauszuarbeiten und der eigenen Lebenssituation anzupassen ist eine wunderbare Herausforderung. Daher sind unsere Gärten so unterschiedlich und alle, die ich bisher gesehen habe, drücken das vortrefflich aus.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 28. Juli 2018, 23:29:33
Usw. usf.


danke für den Kurzabriss über das Klima in historischen und vorhistorischen Zeiten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Veilchenblau 1 am 29. Juli 2018, 11:03:53
@Hemerocallis,

ich bin in diesem Forum noch nicht sehr lange zuhause, aber über Deine Kommentare kann ich oft nur den Kopf schütteln.

Du unterstellst mir und anderen, dass wir zu faul sind, um Pflanzen, die sich hier nicht wohlfühlen, einfach mehr zu pflegen. Dann könnte ich Dir unterstellen, dass Du so arrogant bist, besondere Pflanzen auf Biegen und Brechen in Deinem Garten haben zu wollen.

Mehr werde ich dazu nicht sagen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 29. Juli 2018, 11:41:38
gut eingehegte Gärten


der Inbegriff des Gartens schlechthin.

Im Wiesengarten beobachte ich, dass im Schutz der Hohen Laubbäume und des Dickichts davor die Pflanzen in den großen Baukübeln sehr gut über die Trockenheit kommen. Auch über den Frost im Winter hilft eine eingeschlossene Lage. An exponierten Stellen der offenen Wiesensituation gehen Palisadenwolfsmilch im Winter kaputt und Phlox im Sommer.

Das ist auch meine Erfahrung.  Mein Vorgarten beispielsweise ist zwar trocken,  aber gegen Westen von einer (inzwischen zu hohen und ungebärdigen Hecke) abgeschirmt. Dazu kommt wandernde Schatten durch eine große Kastanie im Südosten und lichter Schatten durch eine hohe Kiefer. Vitex agnus castus gedeiht dort seit einigen Jahren, sonnenverträgliche Hosta halten erstaunlich gut durch und Hakonechloa auch ( wenn es einmal eingewachsen ist.
Dichte Bepflanzung hilft gegen Austrocknung ( ein verschämtes Hoch auf den allgegenwärtigen Giersch).
Schattieren im Winter und im zeitigen Frühjahr schützt vor frühzeitigem Austrieb.  Lilien kommen gut durch, wenn ich sie halbschattig pflanze.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: iggi am 29. Juli 2018, 12:27:33
Es sind nicht nur die verschiedenen Bodenverhältnisse und (klein-)klimatischen Bedingungen, die beim Gärtnern zu berücksichtigen sind, sondern auch die Intentionen dabei.
Wenn man seinen Garten als Lebensraum und -gemeinschaft nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Tiere betrachtet, wird er ganz anders aussehen und benutzt werden, als wenn man einen Familiengarten haben möchte oder ein stimmiges Ensemble aus Haus und Grundstück. Damit potenzieren sich doch die Möglichkeiten und auch Strategien, wie mit den gegebenen Verhältnissen umzugehen ist.

Deshalb bin ich auch der Ansicht, es ist sinnvoll, zu beschreiben, wie der eigene Garten beschaffen ist, welche Bestimmung er hat, und dann zu erzählen, was man selber, und was der Garten so macht. Vielleicht kann der eine oder andere ja einen nützlichen Hinweis mitnehmen; für sofort oder langfristig.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 12:31:23
Mit welchen Pflanzen - mit welchem Vlies?
Hier hat es mit Billigvlies nicht funktioniert, das dicke Profivlies hält die Bodenkälte länger und läßt kaum Licht durch, ist wie in den schattierten Tunneln in den Gärtnereien, die den vorzeitigen Austrieb verhindern.

Ach so, es liegt am fehlenden Profivlies. Klar.
(Kann mir zwar nicht vorstellen, wie das die Bodenkälte halten soll, wenn der Boden frostfrei und daher gar nicht kalt ist - aber in Österreich ist sicher manches anders.)

Ist das klar? Könntest Du bitte meine Fragen konkret beantworten.
Hier schützt das Vlies durch den Schattierungseffekt den Boden vor Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung - der Boden bleibt unter der Schattierung kühler, das Wachstum/der Austrieb sind reduziert. Das ist in Deutschland sicher nicht anders.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 12:33:01
Gibt es windstille Gegenden?
Ja - nicht nur in Österreich.
Der Negativ-Effekt ist Inversionswetterlage im Winter mit schlechter Luft und hohe Luftfeuchtigkeit trotz fehlender Niederschläge im Sommer, weil kein Luftaustausch stattfindet.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 12:36:37
Weil eben viele hier immer wieder schreiben 'nur die harten kommen in den Garten' - wenn etwas dann verreckt, hab ich wenigstens wieder Platz, neues spannendes Zeug zu kaufen. Pflege, Aufwand, Schutz sind bäääh, weil faul ist ja clever. Diese Mentalität halte ich grundsätzlich für problematisch, ganz besonders aber, wenn es sich um Lebewesen handelt - selbstverständlich kann man sich diese Praxis auch mit 'Klima-Testung' schön reden.
Wer kauft denn hier neues spannendes Zeug und lässt es dann verrecken, weil er keinen Bock auf Pflege und Winterschutz hat?
Lies z. B. mal in die Rosenthreads der letzten Jahre rein oder auch in die Taglilienthreads - da liest man das häufig.

Also ich ganz bestimmt nicht, bisher habe ich für solche Experimente eigentlich hauptsächlich das gekauft, was andere nicht wollten, nämlich erheblich preisreduzierte Ware aus Gartencenter, Baumarkt und Co., die ansonsten auf dem Müll gelandet wäre. Das meiste davon ist prima angewachsen und kommt jedes Jahr brav wieder, weil es sich eben nicht um irgendwelche Spezialitäten handelt, sondern um gängige Sorten.

Klar, auch ich mache manchmal Fehler, und eine Staude überlebt nicht, sei es, weil sie überwuchert wurde, erfroren oder ersoffen ist, aber der Euro, den ich dafür ausgegeben habe, tut dann auch nicht besonders weh. Ich sehe es als Lernprozess an, und wenn ich das richtige Händchen für diese Pflanze entwickelt habe, kann ich mich auch an speziellere Sorten herantrauen, die ich dann entsprechend pflegen kann. Also eigentlich genau das Gegenteil von Ex und Hopp, auch wenn es vermutlich dem Großteil der für teures Geld gekauften Baumarktware genau so geht...

Das ist eine völlig andere Annäherung - 'Kompostrettung' halte ich für wünschenswert und betätigte mich selbst immer wieder auf diese Weise, wenn verblühte Stauden/Sträucher zu Minipreisen in der Ramschecke vegetieren müssen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 12:39:01
@Hemerocallis,

ich bin in diesem Forum noch nicht sehr lange zuhause, aber über Deine Kommentare kann ich oft nur den Kopf schütteln.

Du unterstellst mir und anderen, dass wir zu faul sind, um Pflanzen, die sich hier nicht wohlfühlen, einfach mehr zu pflegen. Dann könnte ich Dir unterstellen, dass Du so arrogant bist, besondere Pflanzen auf Biegen und Brechen in Deinem Garten haben zu wollen.

Mehr werde ich dazu nicht sagen.

Ich unterstelle niemandem so etwas - lies einfach ein paar Jahre mit, dann wirst Du Postings in diese Richtung in vielen Threads finden.

Selbstverständlich darfst Du artgerechte Pflanzenhaltung arrogant finden - ich finde sie eher fürsorglich und verantwortungsvoll, aber hier müssen nicht alle die selben Werte teilen. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 12:40:02

Wenn man seinen Garten als Lebensraum und -gemeinschaft nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Tiere betrachtet, wird er ganz anders aussehen und benutzt werden, als wenn man einen Familiengarten haben möchte oder ein stimmiges Ensemble aus Haus und Grundstück.

... oder einen Zuchtgarten, Landhausgarten, Lustgarten, Naschgarten, Sammlergarten, Alpinum, Exotengarten ... Kleingarten und Vorstadtgarten, Siedlungsgarten, Wiesengarten, Gemüsegarten oder Angebergarten ... Anbauflächen ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 12:40:44
Schattieren im Winter und im zeitigen Frühjahr schützt vor frühzeitigem Austrieb. 
Schön, daß nicht nur ich diese Erfahrung gemacht habe - scheint also doch übertragbar zu sein.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 29. Juli 2018, 12:57:41
Wer kauft denn hier neues spannendes Zeug und lässt es dann verrecken, weil er keinen Bock auf Pflege und Winterschutz hat?
Lies z. B. mal in die Rosenthreads der letzten Jahre rein oder auch in die Taglilienthreads - da liest man das häufig.
Ok, diese Threads verfolge ich nicht, weil sich da in der Regel nur eingefleischte Sammler austauschen, die ihre neuesten Errungenschaften vorstellen. Ist ja durchaus legitim, aber mit einem "normalen" Garten hat das dann nur noch wenig zu tun, es ist halt eine "Anbaufläche" für die Sammlung, die man mit viel Aufwand bewirtschaften muss, um die Kostbarkeiten zu erhalten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 13:07:29
Andreas, das stimmt ja auch so nicht. Dass da neu gekauft und dann verrecken gelassen wird. Nicht in den Rosenthreads und auch nicht in den Taglilienthreads. Jeder hier bemüht sich um seine Pflanzen. Wobei ich das im Taglilienthread nicht mehr verfolgen kann, weil da nur hymenocallis postet. Alle anderen haben aufgegeben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 13:28:51
Schattieren im Winter und im zeitigen Frühjahr schützt vor frühzeitigem Austrieb. 
Schön, daß nicht nur ich diese Erfahrung gemacht habe - scheint also doch übertragbar zu sein.
Von einer leider inzwischen verstorbenen "Ureinwohnerin" unserer rauen Ecke habe ich gelernt, dass man gegen den zu frühen Austrieb den Boden (!!) kalt halten soll. Das heißt, z.B. den noch frostigen, kalten Boden unter einem Pfirsich im ausgehenden Winter abdecken/mulchen.  Sollte es dann zur Blüte doch noch kalt werden, wurde der Spalierbaum in den Nächten abgehängt. Sie hatte, allerdings auch vor einer Garagenwand, auf diese Weise immer wunderbare Pfirsiche.


Zu den Pflanzen, die bisher mit der Hitze und Trockenheit hier sehr gut zurecht kommen, gehören übrigens auch die Johannisbeeren. Sie werden jedes Jahr mit dem ersten Rasenschnitt dick gemulcht und sind auch heuer noch nie gegossen worden. Noch immer ist ihr Laub wunderbar grün und gesund.

Sehr überrascht bin ich von der seit 25Jahren im kargen Kalkboden stehenden RugosaHecke, die den Vorgarten vom Bürgersteig abtrennt. Bisher bekam sie keinen einzigen Tropfen zusätzliches Wasser.

Generell und auch nicht in diesem Sommer scheint hier es Probleme für Strauch- und StaudenPaeonien zu geben. Abgesehen von den katastrophalen Spätfrösten mit anschließendem beinahe 24stündigen eisigem Schneeregen (2017).

Lavendel, Echinacea, Hemerocallis und Phlox geht es sehr gut, wenn auch letzterer heuer seit ~ zwei Wochen regelmäßig Wasser bekommt.

Hostas kommen mit der Hitze recht gut klar, so sie sortenabhängig ausreichend Schatten, aber eben auch Wasser bekommen.

Auch alle Lenzrosen sehen sehr unbekümmert aus.

Wie die Bäume und Sträucher dieses Wetter verkraften, kann man frühestens im nächsten jahr nach dem Neuaustrieb sagen.

Und den gekübelten Tomaten, Oleandern und Citrus geht es hervorragend 8)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Veilchenblau 1 am 29. Juli 2018, 13:35:31
 :)
Titel: Re: Was im Garten verändern,
Beitrag von: Krokosmian am 29. Juli 2018, 13:37:30
Kann man eigentlich für das ganze ständige Hickhack in diversen Threads mal bitte einen Extrafaden aufmachen!

Mich nervt das nämlich langsam, egal von welcher Seite (ganz ausdrücklich)!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 13:40:17
@Krokosmian:  :D

Eine Ergänzung: Primula eliator fühlen sich genauso wohl wie P. veris, Cyclamen und Hepatica nobilis...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 13:53:10
Krokosmian, du nervst!  ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 29. Juli 2018, 14:09:23
Andreas, das stimmt ja auch so nicht. Dass da neu gekauft und dann verrecken gelassen wird. Nicht in den Rosenthreads und auch nicht in den Taglilienthreads.
Das wollte ich mit meiner Antwort keineswegs implizieren, und ich kann mir kaum vorstellen, dass die Sammler sich auf die faule Haut legen und ihre Lieblinge nicht pflegen - ganz im Gegenteil. Aber hemerocallis hat ja offenbar etwas merkwürdige Vorstellungen, wie die Leute hier so gärtnern...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme d Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Krokosmian am 29. Juli 2018, 14:28:57
Krokosmian, du nervst!  ;D

Mission erfüllt 8)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 29. Juli 2018, 14:38:30
Meine Lenzrosen sehen eher bekümmert aus - aber alle Rosen stehen gut da, auch ganz ohne Wasser. Die älteren Clematis übrigens auch, den letztes Jahr gepflanzten muss ich regelmäßig einen Scluck Wasser gönnen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 14:46:39
Aber hemerocallis hat ja offenbar etwas merkwürdige Vorstellungen, wie die Leute hier so gärtnern...

ja, das haben wir gemerkt. Aber lassen wir sie doch!  8)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Jule69 am 29. Juli 2018, 14:50:19
Ich bin raus  :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 14:55:05
Warum ???

Das Thema als solches ist doch wirklich interessant!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 29. Juli 2018, 14:55:34
In den letzten Jahren häufen sich Wetterereignisse, die als "Extremwetter" definiert werden - Starkregenereignisse, tiefe Kälteeinbrüche zu ungewohnten Zeiten, extreme Trockenpasen, extreme Dauerregenphasen, stärkere Stürme....
Momentan die lange Trockenphase mit jetzt auch noch großer Hitze, im Mai und Juni in vielen Gegenden alle paar Tage heftige Gewitter mit extremem Starkregen - wie kann man den eigenen Garten irgendwie "rüsten" für diese sehr unterschiedlichen Extreme??

Mal "back to the roots" ;). Die Frage treibt mich auch um. Schon seit ein paar Jahren.

Aber ich sehe keine allgemeingültigen "Rezepte". Weil, wie hier schon mehrfach geschrieben wurde, jeder Garten anders ist - angefangen von Lage, Boden, Klima bis hin zu den persönlichen Präferenzen der Gärtner/innen.

Nach meinen allerersten Jahren im jetzigen Garten ist auch mit mir der "Es-wird-wärmer"-Optimismus durchgegangen, ich habe grenzwertig Winterhartes ausprobiert. Und mir VielfaltVielfaltVielfalt gewünscht; in meinen Pflanzenlisten von vor ca. 15 Jahren standen mehr als 900 verschiedene Arten/Sorten - für gut 750 qm Grünfläche eine Menge, klassischer Sammlergarten. Hat nicht funktioniert, spätestens die Eiswinter von 2009 bis 2011 und der fiese Februar 2012 haben dem Grenzen gesetzt. Ästhetisch/ gestalterisch war's freilich eh nicht das Gelbe.
Mittlerweile habe ich mehr von dem gepflanzt, was gut gedeiht. Funktioniert viel besser, führt auch zu runderen Bildern. Und über mangelnde Biodiversität klage ich weiterhin nicht: Vielfalt gibt's immer noch, auch wenn die Zahl der Arten/ Sorten um 20-25 Prozent geschrumpft ist.

Eingegangen ist dabei erstaunlich wenig, ich hatte schon bei der Sammelei ziemlich standortgerecht ausgewählt (Ausnahme: Der Februar 2012 hat einige Pflanzen gemeuchelt, die normalerweise völlig unproblematisch sind). Nur wenige üble Wucherer habe ich gezielt entsorgt. Ansonsten habe ich viel verschenkt; Päppelkandidaten stehen jetzt woanders, wo sie weniger Päppelei brauchen, Wuchsmonster dürfen in Gärten mit mehr Raum weitermonstern et.pp. 

Als nützlich erwiesen hat sich erstens, dass ich Gehölze mag :): Sie schützen, wie auch lerchenzorn, oile und pearl schon geschrieben haben, manches andere vor kaltem und/ oder austrocknendem Wind.
Und es hat sich, zweitens, als nützlich erwiesen, den Garten sehr detailliert zu beobachten. Es ist ein Hanggarten, mit sehr ausgeprägt unterschiedlichen Kleinklimata, oben warm, unten Kaltluftsee. Frostsensibelchen und Nässeempfindlichen wie z. B. Iris oder Chrysanthemen geht es oben prima. Schatten- und Feuchtigkeitsliebhaber kommen unten gut zurecht (Waldrand-Situation). Dazwischen gucke ich halt, was wo geht, setze ggf. um. Und auf manches, was gar nicht geht, verzichte ich, wenn auch manchmal bedauernd - Rittersporn z. B. liebe ich innig und hätte ihn gern im Garten, aber der will nicht. Oder Diptam - dem gefällt's hier nicht, das habe ich schon vor Jahren aufgegeben.
Drittens erscheint es mir als nützlich, vor allem Pflanzen mit relativ großer Standortamplitude zu wählen. Wobei das leichter gesagt ist als getan: Informationen dazu findet man nur spärlich. Aber beim eigenen Experimentieren stößt man doch oft auf erfreuliche Ergebnisse...

Was die Pflege angeht, gibt's Grenzen. Ziemlich enge, mit Fulltimejob (oft mehr als "nine to five") sind Päppeln, Einpacken und Ähnliches einfach nicht drin. Automatische Bewässerung ist technisch nicht zu machen (bzw. wäre unbezahlbar). Brunnen dito. Regenwasserzisterne ebenso, wäre auch sinnfrei in Phasen, in denen eben gerade der Regen fehlt. Bewässert wird also relativ sparsam: Bei Temperaturen wie jetzt läuft der Sprenger zwar täglich und jeweils durchdringend, aber jedes Beet kriegt nur etwa einmal wöchentlich seine Portion. Hat bisher gereicht, sogar in den Sommern 2003 und 2006, die weitaus extremer waren als der aktuelle (jedenfalls hier in der Region - bei uns hat reichlich Regen zu Jahresbeginn in tieferen Bodenschichten die Wasserspeicher ganz gut aufgefüllt).

So richtig spezifisch fürs Thema "Klimawandel" ist das alles nicht. Aber was Klimawandel im vollen Sinne bedeutet, wird sich eh erst auf ganz lange Sicht zeigen. Zu einer Zeit, in der wir und unsere Gärten längst Geschichte sind. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Floris am 29. Juli 2018, 15:03:57
Aber hemerocallis hat ja offenbar etwas merkwürdige Vorstellungen, wie die Leute hier so gärtnern...
Nicht nur sie, aber mir sind meine Nerven zu schade um mich damit auseinanderzusetzen.

Ich werde im Garten auch nicht großartig was ändern. Ich bin es gewohnt zu giessen, gegen zu viel Sonne oder Kälte zur Unzeit zu schützen und auch schon mal gegen zu viel Regen. Ich könnte jetzt höchstens darüber jammern, dass die Trockenheit nun schon so lange andauert und der Garten mehr Zeit beansprucht als sonstjahrs. Naja, bei den Ligularien überlegte ich zunächst, sie woanders hinzupflanzen, inzwischen denke ich darüber nach, ob ich auch auf sie verzichten könnte, denn der Kirschlorbeer, der auf dem infrage kommenden Schattenplatz steht, ist so herrlich unkompliziert.

@Wühlmaus: die Primels sind hier derzeit blattlos, ich denke sie werdens überstehen, Hepatica giesse ich gelegentlich und die Cyclamen beginnen mit der Blüte, auch ohne zusätzliches Wasser.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 29. Juli 2018, 15:32:51
Drittens erscheint es mir als nützlich, vor allem Pflanzen mit relativ großer Standortamplitude zu wählen. Wobei das leichter gesagt ist als getan: Informationen dazu findet man nur spärlich. Aber beim eigenen Experimentieren stößt man doch oft auf erfreuliche Ergebnisse...
Schön gesagt! Im Wesentlichen Bewährtes, Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen wie diejenigen, die gut gedeihen, aber auch noch ein wenig Raum für Experimente lassen. Wenn das nie jemand gemacht hätte, dann wären heute viele „selbstverständliche“ Pflanzen nicht in unseren Gärten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 29. Juli 2018, 16:24:38
... Zu den Pflanzen, die bisher mit der Hitze und Trockenheit hier sehr gut zurecht kommen, gehören übrigens auch die Johannisbeeren. Sie werden jedes Jahr mit dem ersten Rasenschnitt dick gemulcht und sind auch heuer noch nie gegossen worden. Noch immer ist ihr Laub wunderbar grün und gesund.

Sehr überrascht bin ich von der seit 25Jahren im kargen Kalkboden stehenden RugosaHecke, die den Vorgarten vom Bürgersteig abtrennt. Bisher bekam sie keinen einzigen Tropfen zusätzliches Wasser.

Generell und auch nicht in diesem Sommer scheint hier es Probleme für Strauch- und StaudenPaeonien zu geben. Abgesehen von den katastrophalen Spätfrösten mit anschließendem beinahe 24stündigen eisigem Schneeregen (2017).

Lavendel, Echinacea, Hemerocallis und Phlox geht es sehr gut, wenn auch letzterer heuer seit ~ zwei Wochen regelmäßig Wasser bekommt.

Hostas kommen mit der Hitze recht gut klar, so sie sortenabhängig ausreichend Schatten, aber eben auch Wasser bekommen.

Auch alle Lenzrosen sehen sehr unbekümmert aus.

Wie die Bäume und Sträucher dieses Wetter verkraften, kann man frühestens im nächsten jahr nach dem Neuaustrieb sagen. ...

Ist hier ebenso. Und ich find's nicht sooo erstaunlich. Denn was du aufzählst, sind sämtlich Gewächse, die ihre Wurzeln ein gutes Stück in die Tiefe strecken.
So trocken es an der Oberfläche auch ist, ca. 25 cm weiter unten gibt's bei uns durchaus noch pflanzenverfügbares Wasser im Boden - die DWD-Grafik auf dieser Seite zeigt für SB-Burbach, die nächstgelegene  Station, in etwa die Lage. (Wobei ich hinzufügen sollte, dass wir Lehmboden im Garten haben, der Wasser gut hält. Und dass die Oberfläche fast komplett gemulcht ist.)

In deiner Gegend, Wühlmaus, scheint es auch noch Rest-Bodenfeuchte zu geben. Sieht jedenfalls an der DWD-Station Ellwangen - passt die für dich halbwegs :)? - danach aus.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: maliko am 29. Juli 2018, 16:53:55
Im Hinblick auf Wetterveränderungen sind es hier besonders die vermehrte Anzahl von Gewittern im Frühsommer und die Hagelereignisse, die auffällig sind.
Anfang Juni hatte ich euch nach Möglichkeiten zum Hagelschutz für Hostas gefragt. Nach euren Anregungen und den Erfahrungen der Vorjahre und besonders in diesem Jahr mache ich es nun so:

•   
Um den Bewässerungsaufwand zu minimieren und flexibel bei Hagel zu
sein habe ich zunächst die Topfpflanzen reduziert.

•   
Ich verwende soweit möglich schwarze, gegenüber Keramik leichtere, Kunststofftöpfe, bevorzugt rechteckig (platzsparende Zusammenstellung falls Winterquartier). Diese können unauffällig in Beete (daher schwarz, andere gedeckte Farben würden sich wohl auch unauffällig einfügen) oder in dekorative Übertöpfe gestellt werden. Sie sind für mich leichter zu tragen/anzuheben. Angeschafft wurde auch eine Sackkarre, damit ich selbst jederzeit auch schwerere Pötte transportieren kann.

•   
Bewährt hat sich zum Schutz gegen Hagel leichteres Vlies (wir nehmen 50 g/qm) oder dünner Stoff für nicht mobile Kübel. Der Hagelaufprall wird dadurch abgedämpft ohne dass bei einem schweren Vlies/Tuch – vollgesaugt mit Nässe - die Blätter abgeknickt werden. Zu leichtes /dünnes Vlies (verwendet hatte ich 20 g/qm und es war schon einmal über Winter benutzt) wird zerschossen – geht auch nicht.

•   
Große Hostakübel bzw. Pflanzen mit hohen Blüten o.ä. bekommen randlich kleine Rankhilfen bzw. Staudenstützen eingesteckt. Das hält das Vlies oben, daran stecke ich es mit Wäscheklammern fest.

•   
Schirmartige Konstruktionen haben sich nicht bewehrt, weil oft mit dem Hagel starker Wind einhergeht. Die Schäden durch weggepustetes Schirmchen können größer sein als durch den Hagel.

•   
Die Hagelereignisse fanden in den letzten Jahren hier nahezu immer Ende Mai / Anfang Juni statt. Die Vorhersagen waren so, dass man rechtzeitig reagieren konnte. Durch diese Schutzvorkehrungen konnten alle Topfhostas in diesem Jahr vor stark beschädigten Blättern geschützt werden.

•   
Natürlich rettet das nur einen winzigen Bruchteil der Pflanzen vor Hagelschäden.

•   
So wie kleine Pflanztöpfe zum Schutz unter Gehölze gestellt werden, so kann man gleich z.B. Blattschmuckstauden unter aufgeastete oder hochstämmige Gehölze pflanzen. Eine moderate Erdanhäufung vertragen die meisten Gehölze, falls der Boden zu durchwurzelt ist.

•   
Die größten Schäden bei Hagel entstehen hier im Übergangsbereich von harten Belägen / Pflanzbeet. Hier habe ich in den betreffenden Randbereichen die großblättrigen Stauden durch andere ersetzt. 

Es liest es sich so selbstverständlich...  :-\, aber vielleicht hilft es doch einigen.



 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 17:15:38
Und es hat sich, zweitens, als nützlich erwiesen, den Garten sehr detailliert zu beobachten. Es ist ein Hanggarten, mit sehr ausgeprägt unterschiedlichen Kleinklimata, oben warm, unten Kaltluftsee. Frostsensibelchen und Nässeempfindlichen wie z. B. Iris oder Chrysanthemen geht es oben prima. Schatten- und Feuchtigkeitsliebhaber kommen unten gut zurecht (Waldrand-Situation). Dazwischen gucke ich halt, was wo geht, setze ggf. um.

Das ist ein sinnvoller Ansatz, der bisher - zumindest soweit ich mitgelesen habe - nicht so konkret erwähnt wurde. Mann kann Kleinklimata in einzelnen Gartenbereichen auch ganz konkret optimieren. Wärmespeichernde Steinwände verändern vieles, ebenso schattenspendende immergrüne Gehölze. Viele Gärten haben aus dieser Perspektive noch Potential, das man nutzen kann, um langfristig funktionierende Kombinationen zu etablieren, die ansonsten nicht gedeihen würden.

Und auf manches, was gar nicht geht, verzichte ich, wenn auch manchmal bedauernd - Rittersporn z. B. liebe ich innig und hätte ihn gern im Garten, aber der will nicht. Oder Diptam - dem gefällt's hier nicht, das habe ich schon vor Jahren aufgegeben.
Wenn Standortoptimierung nicht im ausreichenden Maß möglich ist, ist das 'Aufgeben' eine sinnvolle Variante. Spricht man mit Menschen, die in extremen Lagen gärtnern, hört man dazu aber auch oft Überraschendes. Verwandte von uns leben inneralpin in einem Schigebiet - wirklich lange Winter mit viel Schnee und Kälte, kurze kühle Sommer und dann auch noch Gewitter. Sie haben uns letztes getrocknete Tomaten und eingelegte Peperoncini aus dem eigenen Garten mitgebracht. Dort hat jeder, der irgendetwas mit Garten am Hut hat, ein Gewächshaus und niemand findet das irgendwie aufwändig oder teuer.  ;)

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 17:20:01
Andreas, das stimmt ja auch so nicht. Dass da neu gekauft und dann verrecken gelassen wird. Nicht in den Rosenthreads und auch nicht in den Taglilienthreads. Jeder hier bemüht sich um seine Pflanzen. Wobei ich das im Taglilienthread nicht mehr verfolgen kann, weil da nur hymenocallis postet. Alle anderen haben aufgegeben.

Soll ich wirklich die Zitate raussuchen? Könnte auch peinlich für Dich werden.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Sandbiene am 29. Juli 2018, 17:24:15
Soll ich wirklich die Zitate raussuchen? Könnte auch peinlich für Dich werden.

Huch, wo bin ich denn hier hineingerutscht? :o ???
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Sandbiene am 29. Juli 2018, 17:33:28
Sehr überrascht bin ich von der seit 25Jahren im kargen Kalkboden stehenden RugosaHecke, die den Vorgarten vom Bürgersteig abtrennt. Bisher bekam sie keinen einzigen Tropfen zusätzliches Wasser.

Bei mir steht eine Pflanze, schon seit Jahren zwischengeparkt, in praller Sonne und im hier typischen Sandboden. Die Pflanze sieht gerade ziemlich tot aus (zuvor blühende Triebe abgestorben), treibt aber doch von unten wieder aus. Der Standort ist anscheinend grenzwertig für die Pflanze.  :-\

Sehr robust ist hier Liatris. Leider versamen sich nur die violetten Pflanzen munter.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 17:37:11
Soll ich wirklich die Zitate raussuchen? Könnte auch peinlich für Dich werden.

au ja, mach mal, ich bitte eindringlich darum! ...

... So ist es im Leben, man muss manche Dinge gehen lassen. ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 29. Juli 2018, 17:47:34
Ihr Lieben,

könntet ihr es bitte dabei
... So ist es im Leben, man muss manche Dinge gehen lassen. ...
bewenden lassen?
Ich hab' nämlich keine Lust auf den Keller >:(.
(Außer im richtigen Leben, denn da unten ist es aktuell herrlich kühl ;D...)

Danke :).

Gärtnerische (!) Grüße
Querkopf
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 17:53:04
 :-*

Entspannender Platz der der Wahl derzeit unter der Schatten spendenden Linde mit Blick auf suf den Phlox :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 18:04:13
Was in den relevanten Beiträgen geschrieben wird, ist, das Kleinklima und die Bodengegebenheiten des eigenen Gartens und das Entwickeln der jeweiligen Pflanzen zu beobachten. Das unter Berücksichtigung des Bodens zu machen, ist doch das Wichtigste. Wenn man dazu noch die eigene "Pflegewilligkeit" berücksichtigt, sollte man eventuelle Veränderungen wahrnehmen.

Und diese Pflegewilligkeit ist die derzeit (bei mir) noch am besten ausbaubare Variable  :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 29. Juli 2018, 18:09:37
Ihr Lieben,

könntet ihr es bitte dabei
... So ist es im Leben, man muss manche Dinge gehen lassen. ...
bewenden lassen?
Ich hab' nämlich keine Lust auf den Keller >:(.
(Außer im richtigen Leben, denn da unten ist es aktuell herrlich kühl ;D...)

Danke :).

Gärtnerische (!) Grüße
Querkopf

*Unterschreibt das.*

Ich bin heute mal mit prüfendem Blick durch den Zweitgarten gegangen. Abgesehen davon, dass keiner, wirklich keiner meiner Phloxe Mehltau hat, fiel mir auf, dass die gelbe Grasfläche (nein, kein Rasen!) sehr grün getupft ist. Es handelt sich um den zahlreichen Löwenzahn, um Büschel von Armeria und um Rumex.
Dann gibt es noch ein (fast) aufgegebenes Beet, das dringend runderneuert werden muss. Dort haben sich u.a. Papaver atlanticum, Knautia, Perlkörbchen, Allium und ein Gras breit gemacht, das ich nie, nie, nie mehr in den Garten einschleppen würde.  Ich habe dort zweimal in der vergangenen Monaten gegossen. Das Foto ist peinlich, aber es zeigt, was geht, und wohin zumindest in Teilen des Zweitgartens die Reise gehen muss.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 29. Juli 2018, 18:12:07
... So ist es im Leben, man muss manche Dinge gehen lassen. ...
oh je, klingt nach ziemlichen Nackenschlägen, die Dir das Leben ausgeteilt hat - schön, dass Du trotzdem den Kopf oben behältst.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 18:12:22
@Querkopf

Ellwangen liegt ca 40 km nördlich und jenseits der Europäischen Wasserscheide. Hier im Tal haben wir Lehm. Aber es ist Karst und es gibt kein Oberflächenwasser. Ca 1km entfernt ist ein größerer Quelltopf, aber sein Wasser fließt von uns weg zur Donau.
Das heißt, wir haben wirklich nur noch Restfeuchte :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 18:16:00
@Oile
Das ist/wird definitiv ein SchmetterlingsParadies  :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 29. Juli 2018, 18:23:41
Das verwilderte Beet mit der Knautia ist in der Tat alles andere als peinlich. Bestimmt hat jeher hier solche Ecken (ich sowieso), aber genau das fehlt in unserer Kulturlandschaft ja überall. Mit diversen Wuchergräsern kämpfe ich hier genauso wie mit dem Schachtelhalm, aber blühende Wildkräuter für die Insekten sind immer gerne gesehen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 18:28:39
Was in den relevanten Beiträgen geschrieben wird, ist, das Kleinklima und die Bodengegebenheiten des eigenen Gartens und das Entwickeln der jeweiligen Pflanzen zu beobachten. Das unter Berücksichtigung des Bodens zu machen, ist doch das Wichtigste. Wenn man dazu noch die eigene "Pflegewilligkeit" berücksichtigt, sollte man eventuelle Veränderungen wahrnehmen.

Und diese Pflegewilligkeit ist die derzeit (bei mir) noch am besten ausbaubare Variable  :P

Ein herrlicher Beitrag - bringt es auf den Punkt.
Vielleicht ist auch die Pflegefähigkeit noch ein relevanter Faktor - man kann nur begrenzte Mengen an Pflanzen aufwändiger pflegen und nicht jeder ist fit genug, um das zu machen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 29. Juli 2018, 18:33:16
@ oile
Östlich von Berlin muss es in den letzten Wochen deutlich mehr Regen gegeben haben als hier.  :D

Ansonsten:
Ich lass mich ganz gern von Zufällen überraschen, die öfter als gedacht zum Guten ausfallen. Wenn ich ein paar Jahre nicht schaffe, den übergroßen Apfelbaum zu schneiden und er uns in diesem quälend heißen Sommer eine Zweigbogen-Laube mit am Boden streichenden Fruchtbehang ausgerechnet um den Gartentisch zimmert, ist das gerade ganz wunderbar.

Ich möchte ungern den ganzen Garten planmäßig auf Eventualitäten des Klimas ausrichten. Ich würde mich ohnehin zur Hälfte ver-planen. Lieber suche ich Lösungen im einzelnen und kleinen - durchaus vorausdenkend. Dinge, die im Garten mutmaßlich oder erfahrungsgemäß nicht wachsen, bleiben entweder weg oder finden aufwandsarme Sonderlösungen. Schon öfter erwähnt: Astilben verdorren hier schnell. Am Wasserhahn, an dem ich die Kompostbehälter auswasche, kriegt sie aber oft und reichlich Wasser. Dort wächst und blüht sie fröhlich, überwuchert jetzt die Nachbarn.

Und so weiter.

Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass ich meine Pflegewillig- und -fähigkeit in diesem Leben noch erheblich ausbauen werde.  Ich bleib lieber, wie ich bin.  ;)

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 18:33:42
Ihr Lieben,

könntet ihr es bitte dabei
... So ist es im Leben, man muss manche Dinge gehen lassen. ...
bewenden lassen?
Ich hab' nämlich keine Lust auf den Keller >:(.
(Außer im richtigen Leben, denn da unten ist es aktuell herrlich kühl ;D...)

Danke :).

Gärtnerische (!) Grüße
Querkopf

Gerne - mir liegt viel an einer konstruktiven Diskussion.

Maßnahmen, die es den Gärten erlauben, durch die kommenden klimatisch wechselhaften Jahre zu kommen, sind gefragt - auch wenn sich einige mit 'Nichts Machen' zufrieden geben (auch völlig in Ordnung, wenn einem die Konsequenzen davon recht sind), gibt es hier ja einige, die durchaus bereit sind, ihre bisherigen gärtnerischen Maßnahmen zu optimieren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 29. Juli 2018, 19:06:20

Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass ich meine Pflegewillig- und -fähigkeit in diesem Leben noch erheblich ausbauen werde.  Ich bleib lieber, wie ich bin.  ;)

Ich weiß, dass ich das nicht mehrr machen werde. Außerdem gibt es noch ein Leben außerhalb des Gartens.  ;)

Eines aber habe ich gelernt: ich darf nicht mehr mit dem gründlichen Gießen warten, bis es notwendig ist, sondern muss der zu erahnenden Notwendigkeit einen Schritt voraus sein. Zumindest gilt das für Pflanzungen am Gehölzrand.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 29. Juli 2018, 19:13:22
Oile, dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!

Und Hemerocallis, optimieren trifft es - unter Berücksichtigung der eigenen Ansprüche, Vorlieben, Möglichkeiten und gärtnerischen Rahmenbedingungen. Was so viel heißt wie kein Patentrezept für alle.

GG hat heute gerade festgestellt, dass unser Grundwasser auf ca. 1,5 m unter der Gartenoberfläche angestiegen ist  :o. Kann es sein, dass es sich wg. der Temperaturen ausdehnt? Die 4 mm Regen von gestern können es nun wirklich nicht sein. Leider hilft d“s den Stauden nicht, die ersten 30cm sind knochentrocken, wenn man nicht wässert ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Jule69 am 29. Juli 2018, 19:14:41
@lerchenzorn:
Du hast mir voll aus der Seele gesprochen, besser hätte ich es nicht sagen können, Danke schön  :) 



Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Brezel am 29. Juli 2018, 20:15:07

Ist das klar? Könntest Du bitte meine Fragen konkret beantworten.
Hier schützt das Vlies durch den Schattierungseffekt den Boden vor Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung - der Boden bleibt unter der Schattierung kühler, das Wachstum/der Austrieb sind reduziert. Das ist in Deutschland sicher nicht anders.

Wie im Kreuzverhör!  >:( ;D

Wenn ich gegen Frost im Herbst abdecken muss, nehme ich alles, was mir vor die Finger kommt und geeignet erscheint, vom Tannenreisig über anhäufeln mit Komposterde bis zu diversen Vliesen. Profizeugs habe ich bisher nicht. Welche Pflanzen das damals waren, weiß ich heute auch nicht mehr, sicherlich neu gepflanzte Gehölze oder (etwas weniger wahrscheinlich) Stauden.

Wenn ich aber hier im Forum demnächst lesen sollte, dass das Abdecken von Pfingstrosen und Obstbäumen mit Profivlies bei frostfreiem Regenwetter und Dauerfeuchte im November und Dezember vor dem frühzeitigen Austrieb im Januar schützt, dann werde ich mir sowas natürlich auch überlegen.

Nicht vergessen: wir sind hier im hohen Norden, mit einer sehr kurzen täglichen Sonnenscheindauer im Winter, wo das Tageslicht ab 15 Uhr schon nachlässt. Selbst wenn die Sonne über Mittag mal rauskommt, hat sie kaum Kraft. Das ändert sich erst ab Anfang Februar wieder, wenn bei Hochdruckwetterlage die Sonne nächtlichen Kahlfrost im Gepäck hat. Dann decke ich natürlich wieder ab, was ich abdecken kann und mir sinnvoll erscheint.

Ansonsten – um zum Thema zurückzukommen - denke ich zur Zeit tatsächlich über automatische Bewässerung nach, und ob ich mir ein Starter-Set zum Geburtstag wünschen soll. Mich würden vor allem die Langzeiterfahrungen interessieren, es gäbe hier sogar einen eigenen Thread dazu. Auf den Tonfall, der hier manchmal herrscht, habe ich allerdings keine Lust, ich bin schließlich zum Vergnügen hier (meistens!).  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 20:54:33

Ist das klar? Könntest Du bitte meine Fragen konkret beantworten.
Hier schützt das Vlies durch den Schattierungseffekt den Boden vor Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung - der Boden bleibt unter der Schattierung kühler, das Wachstum/der Austrieb sind reduziert. Das ist in Deutschland sicher nicht anders.

Wie im Kreuzverhör!  >:( ;D

Wenn Du meine konkrete Nachfrage so interpretiert hast, tut es mir leid. Für mich ist das nicht wirklich klar, daher wollte ich mehr wissen.

Wenn ich gegen Frost im Herbst abdecken muss, nehme ich alles, was mir vor die Finger kommt und geeignet erscheint, vom Tannenreisig über anhäufeln mit Komposterde bis zu diversen Vliesen. Profizeugs habe ich bisher nicht. Welche Pflanzen das damals waren, weiß ich heute auch nicht mehr, sicherlich neu gepflanzte Gehölze oder (etwas weniger wahrscheinlich) Stauden.
Ich habe deshalb so konkret nachgefragt, weil bei mir Pflanzen unter Laub- und Reisig-Abdeckungen verfault sind. War hier keine gute Wahl - ich hab die Empfehlung für das Vlies (ein ganz bestimmtes schneeweißes mit 80g/m²) von einem Profi-Gärtner bekommen und das Zeug dann auch beim Profibedarf bestellt. Es ist sehr anders als alles, was man im Gartencenter kaufen kann. Ich wasche es jedes Jahr mit der Maschine, damit es weiß bleibt - nur so kann es das Sonnenlicht ausreichend reflektieren. Es hält viele Jahre und war nicht mal besonders teuer. Für einzelne Pflanzen hab ich daraus reißfeste haltbare 'Winterhauben' genäht.

Wenn ich aber hier im Forum demnächst lesen sollte, dass das Abdecken von Pfingstrosen und Obstbäumen mit Profivlies bei frostfreiem Regenwetter und Dauerfeuchte im November und Dezember vor dem frühzeitigen Austrieb im Januar schützt, dann werde ich mir sowas natürlich auch überlegen.
Zu Obstbäumen und Pfingstrosen kann ich nichts beitragen. Das Vlies schützt allerdings zuverlässig vor zu viel Feuchtigkeit - immergrüne Taglilien neigen in feuchten Wintern zum Verfaulen, unter dem Vlies überleben sie problemlos. Auch Rosmarin, Kamelien und ein paar andere Pflanzen schütze ich damit inzwischen regelmäßig. Man bringt das Vlies im Herbst an (bei uns üblicherweise verregnet) und läßt es im schlimmsten Fall bis in den April drauf. Darunter hatte ich noch keinen einzigen Ausfall.

Nicht vergessen: wir sind hier im hohen Norden, mit einer sehr kurzen täglichen Sonnenscheindauer im Winter, wo das Tageslicht ab 15 Uhr schon nachlässt. Selbst wenn die Sonne über Mittag mal rauskommt, hat sie kaum Kraft. Das ändert sich erst ab Anfang Februar wieder, wenn bei Hochdruckwetterlage die Sonne nächtlichen Kahlfrost im Gepäck hat. Dann decke ich natürlich wieder ab, was ich abdecken kann und mir sinnvoll erscheint.
Den Tipp mit dem Vlies hab ich von einem Holländer - der gärtnert auch im hohen Norden und schwört darauf. Wenn Du willst, schick ich Dir die Kontaktadresse per PN, dann kannst Du ihn selbst befragen - er ist Staudenspezialist.

Ansonsten – um zum Thema zurückzukommen - denke ich zur Zeit tatsächlich über automatische Bewässerung nach, und ob ich mir ein Starter-Set zum Geburtstag wünschen soll. Mich würden vor allem die Langzeiterfahrungen interessieren, es gäbe hier sogar einen eigenen Thread dazu. Auf den Tonfall, der hier manchmal herrscht, habe ich allerdings keine Lust, ich bin schließlich zum Vergnügen hier (meistens!).  :-\
Wir haben in Summe 15 Jahre Erfahrung in inzwischen zwei Gärten (im aktuellen seit 11 Saisonen), gerade bekommt der dazugepachtete Gemüsegarten eine recht ausgefeilte 3. Anlage. Ich gebe gerne unsere Erfahrungen weiter - leider gibt es sehr viele Vorurteile im Kontext mit solchen Systemen.

- kostet Unsummen: nö, außer man greift zum Nobelanbieter, der Golfplätze versorgt
- kann nur ein Fachmann verlegen: nö, kann jeder, der sich die Mühe macht, sich einzulesen. Das Buddeln der Versorgungsleitungen (unter Spatenstichtiefe) verlangt ein wenig Muskelschmalz (zierliche Frauen oder Senioren brauchen vielleicht etwas Hilfe), das legen der Leitungen in den Beeten ist wie Lego-Bauen, schafft ein geschicktes 10jähriges Kind, das Programmieren ist nicht komplizierter als eine Zeitschaltuhr einstellen
- wird dauernd kaputtgestochen: nö, wir hatten in all den Jahren drei Probleme mit den Versorgungsleitungen. Einmal hat eine Baumwurzel eine zugedrückt - wir haben einen Bypaß gelegt, war ein Bißchen Buddlerei aber nach einem Vormittag erledigt. Einmal hat sich ein Knie (Kurve geht mit den steifen Rohren nicht so einfach) gelöst - dort gab es dann eine Schlammpfütze und wir mußten buddeln. Einmal hat Tochter einen Strand-Sonnenschirm mit roher Gewalt in die Wiese gesteckt und dabei eine Versorgungsleitung zum Rasensprenger durchstochen - detto.
Die Leitungen in den Beeten liegen obenauf, wenn man hinschaut, was man macht, passiert ihnen nichts - sollte mal eine zerschnitten werden (passiert ein oder zweimal im Jahr beim herbstlichen Staudenschnitt), steckt man beide Enden mit einem Verbinder wieder zusammen und das war's.
- ist nicht haltbar: nö, die UV-Stabilität ist beeindruckend, wir haben immer noch viele Teile der alten Anlage vom ersten Garten hier in Betrieb
- ist nicht winterfest: nö, entlüftet automatisch - kein Wasser drinnen, keine Frostschäden

.....

Konkrete Fragen beantworte ich gerne. Wenn Bedarf besteht, sollte ein eigener Thread eröffnet werden.  ;)


PS: wer Gratiswasser in unbeschränkter Menge hat, ist mit Regnern und Zeitschaltuhren besser bedient - eine Bewässerungsanlage rechnet sich nur bei Wassermangel bzw. hohen Wasserpreisen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 29. Juli 2018, 21:12:24

Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass ich meine Pflegewillig- und -fähigkeit in diesem Leben noch erheblich ausbauen werde.  Ich bleib lieber, wie ich bin.  ;)
Darfst du gerne :D

Aber versteh mich bitte auch nicht falsch  ;):
Unseren Garten hatte ich zum Glück "so hinbekommen", dass ich in "normalen" Jahren vielleicht ein bis zweimal wässern musste. Während unserer 3,5 Jahre in Shanghai  ist er zwar verwildert, aber wirklich kaputt gegangen  ist nichts.
Und nun arbeite ich nicht mehr und kann deutlich mehr Pflegewilligkeit, sprich Gießzeit investieren  8)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Conni am 29. Juli 2018, 21:23:56


Konkrete Fragen beantworte ich gerne.

PS: wer Gratiswasser in unbeschränkter Menge hat, ist mit Regnern und Zeitschaltuhren besser bedient - eine Bewässerungsanlage rechnet sich nur bei Wassermangel bzw. hohen Wasserpreisen.

Was mich interessieren würde ist, wie groß die Fläche ist, die Du damit bewässerst und wie vielgestaltig (im Hinblick auf kleinklimatische Unterschiede und/oder Bodenbeschaffenheit und Art des Bewuchses).

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 21:53:15


Konkrete Fragen beantworte ich gerne.

PS: wer Gratiswasser in unbeschränkter Menge hat, ist mit Regnern und Zeitschaltuhren besser bedient - eine Bewässerungsanlage rechnet sich nur bei Wassermangel bzw. hohen Wasserpreisen.

Was mich interessieren würde ist, wie groß die Fläche ist, die Du damit bewässerst und wie vielgestaltig (im Hinblick auf kleinklimatische Unterschiede und/oder Bodenbeschaffenheit und Art des Bewuchses).

Die Fläche ist einfach zu beantworten: im Hausgarten insgesamt 170m² Rasenfläche - verteilt auf zwei getrennte Bereiche (organische Flächenform) bewässert mit Versenkregnern, ca. 250 m² Beetflächen - in allen Himmelsrichtungen rund ums Haus, unterschiedlich bepflanzt. Ich geh mal rundherum:
- asiatischer Garten mit großem Moorbeet im Nordosten,
- 'Spezialitätengarten' mit Magnolien und vielen Taglilien im Südosten,
- Rosengarten im Südosten,
- Staudengarten mit zwei Bäumen (die schon oft gezeigte Albizie) und einigen größeren Ziersträuchern im Süden
- winziger Nutzgarten im Südwesten
- Vorgarten im Nordwesten mit Taglilien aber auch halbschattenliebenden Stauden und Gehölzen.

Der Boden ist überall im Untergrund Flußschotter (extrem durchlässig), der Oberboden wurde je nach Bepflanzung aufgebracht (hier gibt es keine fruchtbare Oberbodenschicht, die muß man ohnehin zukaufen) - Moorbeeterde oder humoses Material wurde zugekauft, Lehm kam aus dem Garten meiner Mutter.

Die Beetfläche sind überwiegend mit Tropfern (Größe je nach Pflanzengröße und Bedarf) bewässert, es gibt nur in den feuchteren/schattigeren  Bereichen Nebler z. B. unter den hohen Rhododendren.

Im Gemüsegarten/Taglilien-Sämlingsgarten kommen gerade 140 m² Beetfläche - je nach Kultur passend bewässert - dazu.

Hilft das weiter?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Conni am 29. Juli 2018, 21:57:33
Danke, ja.  :)

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 29. Juli 2018, 22:07:06
Oile, dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!

Und Hemerocallis, optimieren trifft es - unter Berücksichtigung der eigenen Ansprüche, Vorlieben, Möglichkeiten und gärtnerischen Rahmenbedingungen. Was so viel heißt wie kein Patentrezept für alle.

GG hat heute gerade festgestellt, dass unser Grundwasser auf ca. 1,5 m unter der Gartenoberfläche angestiegen ist  :o. Kann es sein, dass es sich wg. der Temperaturen ausdehnt? Die 4 mm Regen von gestern können es nun wirklich nicht sein. Leider hilft d“s den Stauden nicht, die ersten 30cm sind knochentrocken, wenn man nicht wässert ...

Ich glaube eher, daß es grundsätzlich viele Denkansätze und Möglichkeiten gibt und sich jeder für seinen Garten ein Bündel an Maßnahmen heraussuchen kann.

Mich stört aktuell am Thread ein wenig, daß die aktuelle Trockenheit im Norden Europas als einzige Klimaproblematik wahrgenommen wird. Wir hatten in den letzten Jahren alles, von extremen Trocken- und Hitzephasen bis zu extremen Niederschlägen und Frösten. Ich befürchte, diese wechselnden Extreme werden sich nicht nur auf unsere Region beschränken und meiner Ansicht nach ist es zu kurz gegriffen, sich nur mit trockenheitsverträglichen Pflanzungen zu beschäftigen.

Hier haben wir nun wieder mal ein Jahr, in dem die trockenheitsverträgliche Pflanzen nur mit Mühe überleben und so banale Pflanzen wie Flieder oder uralt-Schwertlilien massiv unter den enormen Pilzinfektionen leiden. Beide Flieder und beide Magnolien sind bereits dabei, das Laub aufzugeben - die Rosen sind auch schon seit Wochen blattlos, weil ich wegen der dauernden Niederschläge nicht genug Zeit zum Spritzen habe.

Im vorigen Jahr ist uns eine gut eingewachsene große gelbe Magnolie an der Kombination von Spätfrost und dann massivem Pilzbefall eingegangen, war kein Spaß, die zu roden und zu ersetzen. Gegen Trockenheit kann man bei Bedarf bewässern, aber wenn auf superdurchlässigem Schotterboden die Schwertlilien faulen, wird es schwierig - vor allem, weil nächstes Jahr ja schon wieder alles umgekehrt sein kann.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 23:22:42

Gerne - mir liegt viel an einer konstruktiven Diskussion.


(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_lachtot.gif)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 29. Juli 2018, 23:33:08
Konkrete Fragen beantworte ich gerne.


Was mich interessieren würde ist, wie groß die Fläche ist, die Du damit bewässerst ...

... im Hausgarten insgesamt 170m² Rasenfläche ...
... ca. 250 m² Beetflächen ...

Im Gemüsegarten/Taglilien-Sämlingsgarten kommen gerade 140 m² Beetfläche ... dazu.


das erklärt alles!


Hilft das weiter?


Danke, ja.  :)

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_herzen01.gif)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 29. Juli 2018, 23:53:36
...Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass ich meine Pflegewillig- und -fähigkeit in diesem Leben noch erheblich ausbauen werde.  Ich bleib lieber, wie ich bin.  ;)

Ich weiß, dass ich das nicht mehr machen werde. Außerdem gibt es noch ein Leben außerhalb des Gartens.  ;) ...

So sehe ich's für mich auch ;).
Und noch eins drauf: Meine Pflegewillig- und -fähigkeit nimmt tendenziell ab - frau wird ja nicht jünger...

Heißt, den Garten so anzupassen, dass er à la longue weniger Pflege fordert. Da bin ich schon seit ein paar Jahren dran. Aber noch längst nicht "durch". Ein Beispiel: Aktuell, als Folge  längerer (erzwungener) Vernachlässigung, wurden ein paar Ecken brutalstmöglich von Gundermann & Walderdbeeren überrollt - damit sich das nicht wiederholt, müssen Gundermann & Walderdbeeren (und noch ein paar Kandidaten) halt so weit auf Distanz gebracht und die jetzt überwucherten Areale so dicht mit erwünschten Alternativen "besetzt" werden, dass derlei hegemoniale Attitüden künftig keine Erfolgsaussicht mehr haben :).

Ok, das hat nix mit Klimawandel zu tun, sondern mit Gärtnern allgemein.

Doch über Gärtnern allgemein nachzudenken, ist eh die beste Lösung, meine ich. Durch den Klimawandel verursachte Wetter-Extreme nehmen zu, ja. Nur: Im Detail, in dem bekanntlich der Deubel steckt, lassen die sich nicht vorhersehen. Aber insgesamt stabile Pflanzungen sollten eigentlich auch bei Extremen ganz gute Chancen haben, selbst wenn dabei mal das eine oder andere Gewächs ausfällt. (Zum Garten gehört auch das Vergehen...)
... Ich möchte ungern den ganzen Garten planmäßig auf Eventualitäten des Klimas ausrichten. Ich würde mich ohnehin zur Hälfte ver-planen. Lieber suche ich Lösungen im einzelnen und kleinen...
Ja.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 30. Juli 2018, 00:00:07
Gundermann hat mich im Frühjahr beunruhigt, er nahm die Pflanzung unter Magnolia sieboldii unterpflanzt mit Cyclamen hederifolium völlig ein. Jetzt gibt es kein Problem mehr damit. Sämtliches Unkraut liegt flach.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 30. Juli 2018, 00:05:12
... Jetzt gibt es kein Problem mehr damit. Sämtliches Unkraut liegt flach.
Das hat die Hitze hier noch nicht geschafft. Noch lange nicht.
Aber, "getting by with a little help from my friends/ getting high with a little help from my friends": Bei einem "Subbotnik" Mitte Juni waren fünf zusätzliche Händepaare am Werk, das ist dem Gundermann gaaanz schlecht bekommen :D.
Und sobald es wieder etwas kühler wird, kommen die Gundermann-Abschreck-Pflanzen in den Boden ;D.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: mifasola am 30. Juli 2018, 07:05:47
...Ich bin heute mal mit prüfendem Blick durch den Zweitgarten gegangen. Abgesehen davon, dass keiner, wirklich keiner meiner Phloxe Mehltau hat, fiel mir auf, dass die gelbe Grasfläche (nein, kein Rasen!) sehr grün getupft ist. Es handelt sich um den zahlreichen Löwenzahn, um Büschel von Armeria und um Rumex...

Was hier auf der Grasfläche ebenfalls noch grün ist, sind die Inseln mit Weißklee. Ich werde mich mal näher mit Mikroklee befassen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 30. Juli 2018, 09:03:29
Das Buch zum Thema, hat jemand im Bücherregal, empfehlenswert?
Gartenpraxis im Klimawandel, Lars Weigelt, blv
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Weidenkatz am 30. Juli 2018, 09:35:43
Buch ist zur Ansicht bestellt, danke :)!

Jeder muss sein eigenes Rezept finden, und die "Diskussion" ging insofern teilweise fehl, als dass es  keine objektive Wahrheit geben k a n n ( um die hier aber alle irgendwie doch ringen?! ;))
Bei mir gilt auf jeden Fall (!) künftig "Sehr viele von den Harten kommen in den Garten!" Faulheit und Wegwerfmentalität als mögliche Erklärung weise ich dabei aber weit von mir genauso wie es Quark ist, ausgeprägtes Päppel-oder Sammlerverhalten pauschal zu psychologisieren.
3 Gärten (2 eigene und 1 Projekt), Arbeit und meine zur Verfügung stehende, oft eingeschränkte Kraft sind durch Hitze und Trockenheit zuletzt schlicht aus dem Gleichgewicht geraten.
Gartengenießen ist - sieht man von hitzetumbem Abhängen ab ;) - g a r nicht mehr drin.
Hobby wird zur Pflicht.
Mehr Gartensorgen als -freude.
Das ist nicht Sinn der Sache.
Und so wird - nach der Hitzewelle- neu sortiert.
Ich brauche Sicherheit, dass " der Laden läuft" und ich arbeitsintensivere Phasen noch kräftemäßig auffangen kann. Und diese erreiche ich vor allem mit Schattenzonen, einer breiten Basis Allwetterpflanzen, die helfen werden, meinen zwar vordergründig romantisch- vielfältig gestalteten, tatsächlich aber recht - Achtung jetzt kommt ein schlimm böses Wort  ;D - p f l e g e l e i c h t e n Garten im Griff zu behalten.

Beides -eine m i c h ansprechende Gestaltung und Pflegeleichtigkeit- in optimalen Einklang und auch noch der Fauna Mehrwert zu bringen, das ist m e i n "Garten- Ziel", das zu meinem Leben passt und so hat doch j e d e r sein eigenes. ???

Ich verstehe diesen thread als anregende Sammlung von Ideen und Denkweisen aber nicht als Wettbewerb  :).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 11:22:16
Konkrete Fragen beantworte ich gerne.


Was mich interessieren würde ist, wie groß die Fläche ist, die Du damit bewässerst ...

... im Hausgarten insgesamt 170m² Rasenfläche ...
... ca. 250 m² Beetflächen ...

Im Gemüsegarten/Taglilien-Sämlingsgarten kommen gerade 140 m² Beetfläche ... dazu.


das erklärt alles!


Hilft das weiter?


Danke, ja.  :)

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_herzen01.gif)


Das erklärt nur, daß wir keine ausgedehnten Latifundien besitzen - wären die Flächen größer, gäbe es ein anderes Bewässerungkonzept. Größere Anlagen baut man nicht in einem Rutsch, es wird ein Basisplan erstellt und dann jedes Jahr ein oder mehrere weitere Gartenbereiche dazu angeschlossen.

PS: Auf größeren Grundstücken stehen häufig noch größere Mengen an besonders schönen Gehölzen und Stauden und man verliert in Trockenphasen nicht nur langjährig eingewachsene große Pflanzen sondern auch in Summe einiges an Geld. Dieses Risiko würde ich noch besser absichern, als bei unserem Popelgarten, wo eine Neubepflanzung ein viel geringerer Kostenfaktor wäre.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 30. Juli 2018, 11:44:31
Nein,  "man" erstellt keinen Basisplan. Manche tun es, andere nicht. 
Ich bleibe dabei: am besten ist es mit den Gegebenheiten vor Ort zu gärtnern.

Meine Strategie für mein 1.200 qm - Grundstück (Sandboden)
1. Brunnen bohren / revitalisieren
2. Viele Meter Schlauch anschaffen
3. 2 Rasensprenger anschaffen (der Hauswasserautomat bedient die mühelos
4. Bewässerungsintensive Pflanzungen (Gemüse z.B.) in einem engen Radius pflanzen
5. Durchdringend bewässern (= 20 l/ qm)
6. Mulchen (dieses Jahr musste ich mangels Gras auf das Herbstlaub zurück greifen.
7. Trockene Ecken werden mit trockenverträglichen Pflanzen bedacht
8. Kompost bekommt möglichst schon beim Aufsetzen bentonit- Katzenstreu


Ein bisschen ist es so, wie bei einem erfahrenen Friseur: er rät von einer akkuraten Kurzhaarfrisur ab, wenn sich auf dem Kopf der Kundin Wirbel an Wirbel reiht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 30. Juli 2018, 11:49:06
Das Buch zum Thema, hat jemand im Bücherregal, empfehlenswert?
Gartenpraxis im Klimawandel, Lars Weigelt, blv
Amersberger /Böhler, Global Gardening.
Setzt sich ebenfalls mit der Erwärmung und den Begleiterscheinungen auseinander. Der Autor gärtnert auf 4000 m2 an der österreichisch-ungarischen Grenze bei Pamhagen (auf ungarischer Seite), unweit bom Neusiedlersee. Dort sind längere Trockenphasen recht häufig, aber auch intensive Regenperioden und Kältewellen bleiben nicht aus. Er setzt auf einen Mix aus pannonischen/einheimischen und exotischen (mediterrane, texanische/mexikanische, südafrikanische..) Arten mit einer hohen Resistenz gegen Trockenheit und hat jedes Jahr einen durchgehend blühenden Garten.

Ich selbst habe festgestellt, dass viele gegen Trockenheit resistente Pfanzen im durchlässigen Substrat nasse Bedingungen vertragen (im Winter und im Sommer), zumindest so diese nicht zu häufig sind. Seit gut 10 Jahren funktioniert das hier in Wien. Ausfälle trotz extremer Kälte waren bisher selten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 12:48:24
Nein,  "man" erstellt keinen Basisplan. Manche tun es, andere nicht. 
Wenn man eine größere Bewässerungsanlage bauen will, ist ein Basisplan nötig. Will man das nicht, braucht 'man' natürlich keinen. War das denn so mißverständlich geschrieben?

Ich bleibe dabei: am besten ist es mit den Gegebenheiten vor Ort zu gärtnern.
Wie macht man das denn, wenn sich die Gegebenheiten vor Ort (betreffend Wetter) jedes Jahr stark ändern? Ich denke gerade darum geht es in diesem Thread. Wenn sie jedes Jahr gleich sind, ist es vergleichsweise einfach.  :-\

Meine Strategie für mein 1.200 qm - Grundstück (Sandboden)
1. Brunnen bohren / revitalisieren
2. Viele Meter Schlauch anschaffen
3. 2 Rasensprenger anschaffen (der Hauswasserautomat bedient die mühelos
4. Bewässerungsintensive Pflanzungen (Gemüse z.B.) in einem engen Radius pflanzen
5. Durchdringend bewässern (= 20 l/ qm)
6. Mulchen (dieses Jahr musste ich mangels Gras auf das Herbstlaub zurück greifen.
7. Trockene Ecken werden mit trockenverträglichen Pflanzen bedacht
8. Kompost bekommt möglichst schon beim Aufsetzen bentonit- Katzenstreu


Ein bisschen ist es so, wie bei einem erfahrenen Friseur: er rät von einer akkuraten Kurzhaarfrisur ab, wenn sich auf dem Kopf der Kundin Wirbel an Wirbel reiht.

Wer Zugang zu großen Mengen Gratiswasser hat, ist mit Deiner Strategie gut bedient - da lohnt sich der Aufwand einer Bewässerungsanlage wirklich nicht. Regner kosten wenig und sind flexibel, allerdings sind sie auch richtige Wasserverschwender.  :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: thuja thujon am 30. Juli 2018, 12:56:02
Wieviel Prozent sind die unterirdischen Tropfer denn sparsamer als die Regner?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Harzgärtnerin am 30. Juli 2018, 13:07:52
Wieviel Prozent sind die unterirdischen Tropfer denn sparsamer als die Regner?
Das würde mich auch interessieren. Wieviel Wasser spart man denn nun mit einer Bewässerungsanlage, mit Tropfern statt Regnern/Schlauchgießen...

Habe dazu noch nichts so rechtes gefunden außer Marketingaussagen.

Erst mit diesen Infos kann ich über konkrete Bewässerungsysteme nachdenken -> ich habe keinen Zugang zu unbegrenztem Wasser, könnte mir für bestimmte Bereiche meiner 900 qm (Gemüsebeet) aber schon etwas Bewässerung vorstellen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 13:18:30
Wieviel Prozent sind die unterirdischen Tropfer denn sparsamer als die Regner?

Die Tropfer sind nicht unterirdisch. Sie liegen auf dem Substrat - fixiert mit kleinen Bodenspießen. Man kann Tropfergrößen wählen (bei unserem System 2l, 4l und verstellbare von 4-10l pro Stunde). Sie sparen deshalb Wasser, weil kein Blattwerk sondern nur die Erde um den Wurzelstock direkt bewässert wird. Es gibt viel weniger Verdunstung, es wird auch kein Unkraut mitgegossen. Der Prozentsatz an Wasser, das direkt an die Wurzeln kommt, ist sehr hoch - bei geschickter Platzierung würde ich auf 80-90% schätzen. Der Verlust durch die Verdunstung bei Regnern ist - abhängig von der Umgebungstemperatur - ein Vielfaches.

Wir hatten als Notlösung im ersten Garten Regner stehen - geschätzter Mehrbedarf trotz schlechterer Wirkung (kleinere Pflanzen unter größeren bekamen kaum etwas ab) ungefähr das Doppelte. Die Wassernachzahlung damals war beängstigend.

Zum besseren Verständnis: wir hatten hier 2003 einen Sommer wie er aktuell im Norden Europas stattfindet. Ich war gesundheitlich für Monate außer Gefecht, mein Mann vollzeit berufstätig in leitender Funktion (8-Stunden-Tage waren die Ausnahme), er mußte nach dem Job mich versorgen und dann noch jeden Tag 3 Stunden Garten gießen. So haben wir es geschafft, den Großteil der Pflanzen zu retten. Im Oktober dieses Jahres hat er die erste Anlage im alten Garten gebaut.

Für uns war die Lage damals schon kaum zu managen - wir haben keine Familienangehörigen in der Nähe, die uns unterstützen können und niemanden, der zu uns stundenlang gießen kommt (dafür hat in solchen Phasen niemand Zeit, weil hier dann alle stundenlang gießen müssen), zusätzlich bin ich chronisch krank und längere Totalausfälle sind immer mal möglich. In dieser Situation haben wir uns für den Bau der Bewässerungsanlage entschieden - nicht nur wegen der Wasserkosten, sondern auch weil wir immer wieder mal gerne im Sommer auf Urlaub fahren. Wir haben es nie bereut.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 30. Juli 2018, 13:34:05
Bewässerungsanlage - das unbekannte Wesen?  ;)


Das Buch zum Thema, hat jemand im Bücherregal, empfehlenswert?
Gartenpraxis im Klimawandel, Lars Weigelt, blv
Amersberger /Böhler, Global Gardening.
Setzt sich ebenfalls mit der Erwärmung und den Begleiterscheinungen auseinander. Der Autor gärtnert auf 4000 m2 an der österreichisch-ungarischen Grenze bei Pamhagen (auf ungarischer Seite), unweit des Neusiedlersees. Dort sind längere Trockenphasen recht häufig, aber auch intensive Regenperioden und Kältewellen bleiben nicht aus. Er setzt auf einen Mix aus pannonischen/einheimischen und exotischen (mediterrane, texanische/mexikanische, südafrikanische..) Arten mit einer hohen Resistenz gegen Trockenheit und hat jedes Jahr einen durchgehend blühenden Garten.

Ich selbst habe festgestellt, dass viele gegen Trockenheit resistente Pfanzen im durchlässigen Substrat nasse Bedingungen vertragen (weder im Winter noch im Sommer), zumindest so diese nicht zu häufig sind. Seit gut 10 Jahren funktioniert das hier in Wien. Ausfälle trotz extremer Kälte waren bisher selten.

Danke für den weiteren Buchtipp, "Gartenpraxis im Klimawandel" von Lars Weigelt habe ich mir letzte Woche geholt aber erst angefangen zu lesen, es hat mich auch dazu gebracht, diesen Thread zu starten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 30. Juli 2018, 14:00:00

Ich selbst habe festgestellt, dass viele gegen Trockenheit resistente Pfanzen im durchlässigen Substrat nasse Bedingungen vertragen (weder im Winter noch im Sommer), zumindest so diese nicht zu häufig sind. Seit gut 10 Jahren funktioniert das hier in Wien. Ausfälle trotz extremer Kälte waren bisher selten.

du meinst: (sowohl im Winter wie im Sommer), oder? Das ist auch meine Erfahrung. Die Resilienz von Pflanzen hier am Standort im unteren Neckartal bewerte ich danach, wie sie über den Winter und über den Sommer kommen. Ohne Abdecken, ohne Winterschutz, ohne Bewässerung, ohne Dainagesystem.

In der Zukunft wird man sich nicht mehr erlauben können, dass Privatgärten so viel Trinkwasser verbrauchen. Beth Chatto hat das sehr betont in ihrem Briefwechsel mit Christopher Lloyd. Deshalb der Kiesgarten. Christopher Lloyd brauchte aber seine hohen exotischen Pflanzen für seine tropisch anmutenden Pflanzungen. Ist ja auch für Standorte nah am Haus durchaus sinnvoll ein paar Prachtstauden durchzubringen. Bäuerinnen pflegten ihre Agapanthus mit dem Spülwasser zu päppeln.

Gemeinden könnten ihre Abwässer in Pflanzenkläranlagen laufen lassen, die gleichzeitig Hochwasser Senken sind. Was man da alles schönes pflanzen könnte!

Im Wiesengarten wende ich ein paar Überlebenstechniken für Pflanzen an und baue Pflanzungen nach den ökologischen Ansprüchen von Pflanzen an den Lebensraum. Angeregt ist das gerade in letzter Zeit durch entsprechende Gartengestalter, die ökologisch sehr wertvolle Methoden erarbeitet haben. Hier im Garten am Haus passe ich diese Methoden an die jeweils dem Kleinklima und den unterschiedichen Standortverhältnissen an. Hang, Hecke, kleines Wiesenstück.

Global Gardening,  Thomas Amersberger (Autor), Christoph Böhler (Fotograf) habe ich mir gerade bestellt. Eine Bereicherung zu den ansonsten englischsprachigen Werken in dieser Richtung, die mich brennend interessiert. Danke für die Anregung, philippus!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 17:03:27
Mir ist gerade noch etwas eingefallen - ein Bekannter hat eine feuchteliebende Pflanzung recht genial auf Schotterboden angelegt. Er hat eine der Regenfallrohre nicht in die Ringleitung und in den Kanal einleiten lassen, sondern den Auslauf in den Garten offengelassen. Er plätschert direkt in eine Sumpfzone, die auf Teichfolie gepflanzt wurde. Es gibt einen Überlauf, falls es mal zu viel regnet, aber dieser Gartenbereich braucht durch den Folienuntergrund einfach viel weniger Wasser, weil kaum etwas versickert. Am Grund der großen Sumpfpfütze liegt Schotter als Drainage - verhindert angeblich Fäulnis.

Wenn er dort gießen muß, hält sich das Wasser für einige Tage - vielleicht kann man sich damit auch in anderen Gartensituationen behelfen?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 17:54:12
Ich finde dieses Thema sehr spannend, doch verstehe ich darunter mehr, wie wir unsere Gärten klug bepflanzen können, damit sie den Wetterkapriolen besser widerstehen können. Weniger als "mit welcher Technik (Bewässerungstechnik, Schattierungstechnik etc) begegne ich den extremen Wetterlagen - dann wäre dieser Faden besser im "Atelier" aufgehoben.

Gut, hemerocallis, dass Du uns ein wenig von Deiner privaten Situation verraten hast, da ist natürlich für Deinen Einzelfall Bewässerungstechnik die persönlich richtige Lösung.

Sehr sympathisch ist mir Oiles Bild vom verwunschenen Wieseneck. Die Blütenpflanzen, die es dort geschafft haben, zeigen damit doch, was gedeiht und gefördert werden sollte.
Ist auch meine Vorgehensweise: Einfach vieles mal zur Probe pflanzen und das, was sich bewährt, wird geteilt und darf eine grössere Fläche bedecken. Wackelkandidaten setze ich auch noch mal um, auch noch 2-mal - wenn's dann nicht hinhaut, kommen sie in meine Liebhaber-Ecke (die ist nicht gross), oder aber ich überlasse sie ihrem Schicksal.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 18:20:05
Ich finde dieses Thema sehr spannend, doch verstehe ich darunter mehr, wie wir unsere Gärten klug bepflanzen können, damit sie den Wetterkapriolen besser widerstehen können. Weniger als "mit welcher Technik (Bewässerungstechnik, Schattierungstechnik etc) begegne ich den extremen Wetterlagen - dann wäre dieser Faden besser im "Atelier" aufgehoben.

Gut, hemerocallis, dass Du uns ein wenig von Deiner privaten Situation verraten hast, da ist natürlich für Deinen Einzelfall Bewässerungstechnik die persönlich richtige Lösung.

Sehr sympathisch ist mir Oiles Bild vom verwunschenen Wieseneck. Die Blütenpflanzen, die es dort geschafft haben, zeigen damit doch, was gedeiht und gefördert werden sollte.
Ist auch meine Vorgehensweise: Einfach vieles mal zur Probe pflanzen und das, was sich bewährt, wird geteilt und darf eine grössere Fläche bedecken. Wackelkandidaten setze ich auch noch mal um, auch noch 2-mal - wenn's dann nicht hinhaut, kommen sie in meine Liebhaber-Ecke (die ist nicht gross), oder aber ich überlasse sie ihrem Schicksal.

Für mich stellt sich die Frage, wieviele Pflanzen das dauernde Hin- und Her der Extrem-Saisonen dann wirklich überleben.

Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich - was steht dann nach 10 Jahren Wetterextremen noch immer in den Gärten? Sehr wahrscheinlich sehr viel weniger als heute, wenn die Gartenbesitzer nicht gegensteuern.  :-\

Ich verstehe den Widerwillen gegen grundsätzliches und regelmäßiges Gießen nicht wirklich. In unserer Region muß jede Saison gegossen werden - war schon zu Großmutters Zeiten so - im wortwörtlichen Sinn.

Meine Oma ist im Sommer jeden morgen und jeden Abend in den Heimgarten geradelt um zu gießen. Der große Gemüsegarten der Großeltern meines Mannes (inneralpine Lage) wurde im Sommer morgens und abends gegossen. Als ich noch ein Kind war, stand meine Mutter jeden Abend im Sommer stundenlang mit dem Gartenschlauch im Garten herum, obwohl das nur ein Ziergarten war - die Nachbarn machten das selbe.

'Nicht gießen' war gleichbedeutend mit 'nicht ernten' oder mit einem abgestorbenen Ziergarten. Fährt man etwas weiter in den Süden ist das noch viel normaler und niemand meckert oder findet das verschwenderisch oder anstrengend.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 30. Juli 2018, 19:09:22
Ich kenne das "jeden Abend gießen" auch noch aus dem Gemüsegarten meiner Mutter. Als Kind habe ich da mehr oder weniger bereitwillig mithelfen müssen, wobei ich lieber die Blumen als das Gemüse gegossen habe. Meine Mutter achtete aber darauf, dass Tomaten und Co. auch etwas abbekamen, denn die Stauden waren halt nur Zierde und somit zu vernachlässigen. Und es ist ja irgendwie auch klar, dass man so einen offenen Boden wir im Gemüsegarten gießen muss, weil der in Nullkommanichts austrocknet.

Die Natur gießt allerdings auch keiner, und da grünt und blüht es - mal mehr, mal weniger - auch, also ist es für einen (naturnahen) Ziergarten sicher interessant, sich eher am Vorbild der Natur zu orientieren. Jedenfalls sehe ich darin den Schlüssel, einen Garten zu gestalten, der eben auch mit Wetterextremen zurechtkommt, ohne allzu großen Aufwand mit der Pflege betreiben zu müssen.
Irgendwie will ja jeder einen pflegeleichten Garten, aber Rasen, Kirschlorbeer, Thuja und Schotterwüsten sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss.

Sind Stauden auf gut drainierten Beeten mit eingebauter Bewässerungsanlage nun besser? Winterschutz muss man aber nach wie vor manuell anbringen, also auch nicht ideal.vAlle unsere Zierpflanzen sind ja irgendwann mal aus der Natur ausgelesen worden, also warum nicht mal etwas mehr in die Richtung "Robustheit" und "große Standortamplitude" züchten, als auf maximalen Showeffekt? Man muss dann eben auf Spezialitäten verzichten, wenn man den Aufwand nicht betreiben will...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Floris am 30. Juli 2018, 20:02:15
Sind Stauden auf gut drainierten Beeten mit eingebauter Bewässerungsanlage nun besser...
als auf stark wasserspeichernden Böden ohne Zusatzbewässerung? - oder wie meinst du das?

Mir scheint das eine der Voraussetzungen zu sein bei stark wechselnden Bedingungen zurecht zu kommen: ein durchlässiger Boden und die Möglichkeit zu bewässern (wie auch immer). Denn wenn die Beete absaufen steht man recht hilflos daneben.
Will heißen, den Boden so herzurichten, dass vorkommende Starkregen keinen Schaden anrichten, bei Trockenheit dann wässern oder sich auf trockenverträgliche Pflanzen beschränken.
(Ähnlich wie bei Substraten: Nährstoffarme Ausgangsstoffe mit tiefem pH-Wert: etwas draufpacken ist immer einfacher als etwas rauszunehmen.)

Ich habe übrigens auch so ein Sumpfbeet (mit Erde zugeschütteter Folienteich) in dem die Säufer stehen. Der wird gelegentlich (zeitsparend) nachgefüllt. Im freien Boden wären die dort stehenden Pflanzen (z. B. eine große Darmera) bei der bei uns häufig auftretenden Sommertrockenheit nicht mit vertretbarem Aufwand zu halten.
Sieht halt schon speziell aus, wenn die Sumpfwolfsmilch unmittelbar neben der Zypressenwolfsmilch steht. Fällt aber den wenigsten auf. bzw ist an den Rändern von Folienteichen ja durchaus normal, dass Extremstandorte unmittelbar aneinandergrenzen.




Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 30. Juli 2018, 20:28:03
Für mich stellt sich die Frage, wieviele Pflanzen das dauernde Hin- und Her der Extrem-Saisonen dann wirklich überleben.

Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich ...

Da gibt es schon einiges, was damit zurecht kommt. Viele Arten der eher atlantischen Sandgebiete, aber auch die der kontinentalen Flussauen - darunter sehr prächtige Stauden - sind an große Feuchtigkeitsamplituden angepasst.

Zitat
Ich verstehe den Widerwillen gegen grundsätzliches und regelmäßiges Gießen nicht wirklich. In unserer Region muß jede Saison gegossen werden - war schon zu Großmutters Zeiten so - im wortwörtlichen Sinn. ...

Ich glaube, dieser Widerwillen ist geringer, als sich das hier oft anhört. Einige sehen den bewässerungsfreien Staudengarten als erstrebenswertes, selten voll erreichbares Ideal. Diejenigen bewundere ich, weil es viel Gestaltungsvermögen und Beschränkung=Disziplin erfordert.

Die meisten hier - wir ganz eindeutig - gehören wohl zu den regelmäßig wässernden Gärtnern. Ich genieße das manuelle Wässern mit Schlauch oder Kanne übrigens in den Jahren, in denen es nicht überhand nimmt. Es ist wie beim Durchjäten der Beete. Ich habe alles eine gewisse Zeit lang vor Augen, freue mich dran oder sehe, wo ich Hand anlegen muss.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 30. Juli 2018, 20:54:58
... Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich - was steht dann nach 10 Jahren Wetterextremen noch immer in den Gärten? ...
Ich denke auch, dass da eine Menge bleibt. Stichwort "Pflanzen mit großer Standortamplitude". Und meine derzeitige Beobachtung ist, dass länger eingewachsene Pflanzungen Extreme besser wegstecken als frisch Gesetztes - logisch, da haben die Gewächse mehr und auch tiefer reichendes Wurzelwerk. (Jedenfalls im Lehmboden, mit sehr leichten Böden habe ich kaum Erfahrung.)

... Meine Oma ist im Sommer jeden morgen und jeden Abend in den Heimgarten geradelt um zu gießen. Der große Gemüsegarten der Großeltern meines Mannes (inneralpine Lage) wurde im Sommer morgens und abends gegossen. Als ich noch ein Kind war, stand meine Mutter jeden Abend im Sommer stundenlang mit dem Gartenschlauch im Garten herum, obwohl das nur ein Ziergarten war - die Nachbarn machten das selbe.

'Nicht gießen' war gleichbedeutend mit 'nicht ernten' oder mit einem abgestorbenen Ziergarten. Fährt man etwas weiter in den Süden ist das noch viel normaler und niemand meckert oder findet das verschwenderisch oder anstrengend. (Hervorhebung von mir)
Vorsicht - Trinkwasser ist eine endliche Ressource. Gerade im Süden. Auf einer Toskana-Reise habe ich mal erlebt, dass es stundenweise kein Wasser aus der Leitung gab (übrigens nicht immer mit Ankündigung :-X...), weil einfach nicht genug da war. Da kam niemand mehr auf die Idee, im Garten zu gießen.
Selbst hier in der Region, die mit Wasser eigentlich gut versorgt ist,  mahnen gerade die ersten Gemeinden: Man möge doch bitte das Rasensprengen unterlassen, damit der Vorrat für den normalen Haushalts-Bedarf reicht. Noch keine Verbote, aber sehr dringliche Appelle.

In meiner Stadt war davon bisher nicht die Rede, wird wohl auch nicht kommen. Ergo läuft bei mir im Garten abends der Sprenger, wandert im Zweistundentakt von Beet zu Beet...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 21:03:49
Die Natur gießt allerdings auch keiner, und da grünt und blüht es - mal mehr, mal weniger - auch, also ist es für einen (naturnahen) Ziergarten sicher interessant, sich eher am Vorbild der Natur zu orientieren. Jedenfalls sehe ich darin den Schlüssel, einen Garten zu gestalten, der eben auch mit Wetterextremen zurechtkommt, ohne allzu großen Aufwand mit der Pflege betreiben zu müssen.
In der Realität sind Natur und Garten allerdings Gegensätze - die Natur bekämpft Gärten mit aller Macht und überrennt sie, sobald der Gärnter aufhört, aktiv gegenzusteuern. Menschen haben durch Auslese Pflanzen gezüchtet, die mehr Ertrag, größere Blüten, längere Blütezeiten etc. hervorbringen - diese Topleister benötigen mehr, als die Natur üblicherweise zur Verfügung stellt - mehr Nährstoffe und mehr Wasser. Deshalb überleben sie in der Regel nur, wenn ein Gärtner für bessere Bedingungen sorgt, als sie in der Natur zu finden sind.

Die Wunschvorstellung von einem 'ganz natürlich' also wie von selbst entstehenden und sich erhaltenden Garten ist sehr verführerisch - wird aber wohl Wunschtraum bleiben, erst recht, wenn Wetterextreme die evolutionäre Auslese auf Hochtouren bringen. Selbst robuste Wildpflanzen werden verschwinden - warum sollten es gerade Gartenpflanzen ohne aktive Mithilfe nicht tun?

Sind Stauden auf gut drainierten Beeten mit eingebauter Bewässerungsanlage nun besser? Winterschutz muss man aber nach wie vor manuell anbringen, also auch nicht ideal.
Es geht den Stauden und Gehölzen besser - in der Regel führt das auch dazu, daß es dem Gärtner besser geht  ;)

Alle unsere Zierpflanzen sind ja irgendwann mal aus der Natur ausgelesen worden, also warum nicht mal etwas mehr in die Richtung "Robustheit" und "große Standortamplitude" züchten, als auf maximalen Showeffekt? Man muss dann eben auf Spezialitäten verzichten, wenn man den Aufwand nicht betreiben will...
Gezüchtet und vermarktet wird, was der Kunde nachfragt - Marketing und Produktionsmöglichkeiten bestimmen das Angebot. Nachhaltigkeit ist heute für viele kein Thema, Konsum hingegen sehr wohl - Wegwerfpflanzen bringen den Produzenten jedes Jahr Geld, ausdauernde robuste nur einmal.
Ich bezweifle, daß sich dieser Trend so rasch ändern wird - er ist zu lukrativ.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 21:07:04
Für mich stellt sich die Frage, wieviele Pflanzen das dauernde Hin- und Her der Extrem-Saisonen dann wirklich überleben.

Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich ...

Da gibt es schon einiges, was damit zurecht kommt. Viele Arten der eher atlantischen Sandgebiete, aber auch die der kontinentalen Flussauen - darunter sehr prächtige Stauden - sind an große Feuchtigkeitsamplituden angepasst.

Welche wären das denn - kennst Du welche aus eigener Erfahrung oder kann man irgendwo eine Liste von denen ansehen? Mir fehlt aktuell die Vorstellung davon, welche Arten das sein könnten.

Zitat
Ich verstehe den Widerwillen gegen grundsätzliches und regelmäßiges Gießen nicht wirklich. In unserer Region muß jede Saison gegossen werden - war schon zu Großmutters Zeiten so - im wortwörtlichen Sinn. ...

Ich glaube, dieser Widerwillen ist geringer, als sich das hier oft anhört. Einige sehen den bewässerungsfreien Staudengarten als erstrebenswertes, selten voll erreichbares Ideal. Diejenigen bewundere ich, weil es viel Gestaltungsvermögen und Beschränkung=Disziplin erfordert.

Die meisten hier - wir ganz eindeutig - gehören wohl zu den regelmäßig wässernden Gärtnern. Ich genieße das manuelle Wässern mit Schlauch oder Kanne übrigens in den Jahren, in denen es nicht überhand nimmt. Es ist wie beim Durchjäten der Beete. Ich habe alles eine gewisse Zeit lang vor Augen, freue mich dran oder sehe, wo ich Hand anlegen muss.

Dann bin ich doch nicht so alleine auf weiter Flur  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 21:16:41
... Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich - was steht dann nach 10 Jahren Wetterextremen noch immer in den Gärten? ...
Ich denke auch, dass da eine Menge bleibt. Stichwort "Pflanzen mit großer Standortamplitude". Und meine derzeitige Beobachtung ist, dass länger eingewachsene Pflanzungen Extreme besser wegstecken als frisch Gesetztes - logisch, da haben die Gewächse mehr und auch tiefer reichendes Wurzelwerk. (Jedenfalls im Lehmboden, mit sehr leichten Böden habe ich kaum Erfahrung.)

Bei Lehm kann ich mir das noch eher vorstellen - aber ich kenne auch keine Staude, die den saisonalen Wechsel von triefend nassen zu betonhartem Lehm wirklich mag - gibt es so etwas? Welche kannst Du denn empfehlen? Meine Mutter hat einen Lehmgarten und kann aus Altersgründen nicht mehr stundenlang gießen.

Hier auf Schotter überleben nur Trockenkünstler, wenn nicht gegossen wird - die kämpfen aber in feuchten Phasen ums Überleben und schaffen es häufig nicht. Hier hilft tiefer reichendes Wurzelwerk nur, wenn der Wasserstrom in 7 m Tiefe erreicht werden kann - schaffen nur Bäume. Der Schotter ist auch in den darüberliegenden tieferen Schichten knochentrocken.

... Meine Oma ist im Sommer jeden morgen und jeden Abend in den Heimgarten geradelt um zu gießen. Der große Gemüsegarten der Großeltern meines Mannes (inneralpine Lage) wurde im Sommer morgens und abends gegossen. Als ich noch ein Kind war, stand meine Mutter jeden Abend im Sommer stundenlang mit dem Gartenschlauch im Garten herum, obwohl das nur ein Ziergarten war - die Nachbarn machten das selbe.

'Nicht gießen' war gleichbedeutend mit 'nicht ernten' oder mit einem abgestorbenen Ziergarten. Fährt man etwas weiter in den Süden ist das noch viel normaler und niemand meckert oder findet das verschwenderisch oder anstrengend. (Hervorhebung von mir)
Vorsicht - Trinkwasser ist eine endliche Ressource. Gerade im Süden. Auf einer Toskana-Reise habe ich mal erlebt, dass es stundenweise kein Wasser aus der Leitung gab (übrigens nicht immer mit Ankündigung :-X...), weil einfach nicht genug da war. Da kam niemand mehr auf die Idee, im Garten zu gießen.
Selbst hier in der Region, die mit Wasser eigentlich gut versorgt ist,  mahnen gerade die ersten Gemeinden: Man möge doch bitte das Rasensprengen unterlassen, damit der Vorrat für den normalen Haushalts-Bedarf reicht. Noch keine Verbote, aber sehr dringliche Appelle.

In meiner Stadt war davon bisher nicht die Rede, wird wohl auch nicht kommen. Ergo läuft bei mir im Garten abends der Sprenger, wandert im Zweistundentakt von Beet zu Beet...
Sicherlich gibt es in der Toskana auch Regionen, in denen mal das Wasser knapp wird. Ich hab es dort nie erlebt - wir wohnen aber immer am Bauernhof (immer in einer anderen Region) und bisher gab es dort immer eine eigene Quelle, einen Bach im Wald etc. also eigenes Trinkwasser nahezu unbeschränkt; wir haben sogar die Gastgeber mal darauf angesprochen und bekamen die Auskunft, daß die Toskana wasserreich ist und deswegen Zisternen eine Seltenheit sind.

Lebt man in einem sommertrockenen Gebiet mit nicht ausreichend Grundwasser, wird man wohl oder übel auf das Sammeln der Niederschläge ausweichen müssen, wenn man im Sommer genug Wasser für die Gartenbewässerung haben möchte. Gibt es das ganze Jahr nicht mehr ausreichend Niederschläge, verschwindet auch in der Natur der Wald und Gärten weichen Steppen. Dann bleibt wirklich nur noch die Reduktion auf einen ausgesprochenen Trockengarten - derzeit sieht es aber nicht nach einem so eindeutigen Trend aus, man sollte sich daher eher auf alle Möglichkeiten vorbereiten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 30. Juli 2018, 21:19:46
Bist Du nicht! Alles, was den letzten total verregneten Hamburger Sommer überstanden hat, dann noch die recht plötzliche Frostperiode und jetzt auch noch die Trockenheit, kann man wohl dazu zählen. Wieder sind die Schattenpflanzen im Vorteil, die unter Kiefer und Walnuss. Die Bäume halten den Regen ab, die Sonne, Hitze und auch Frost. Hosta, Farne, Galanthus und Cyclamen (coum, hederifolium, cilicium, intaminatum, purpurascens - repandum, mirabile und alpinum scheinen hier auch zu gehen), Helleborus, Phlox amplifolia ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 30. Juli 2018, 21:25:57
Bist Du nicht! Alles, was den letzten total verregneten Hamburger Sommer überstanden hat, dann noch die recht plötzliche Frostperiode und jetzt auch noch die Trockenheit, kann man wohl dazu zählen. Wieder sind die Schattenpflanzen im Vorteil, die unter Kiefer und Walnuss. Die Bäume halten den Regen ab, die Sonne, Hitze und auch Frost. Hosta, Farne, Galanthus und Cyclamen (coum, hederifolium, cilicium, intaminatum, purpurascens - repandum, mirabile und alpinum scheinen hier auch zu gehen), Helleborus, Phlox amplifolia ...
Spannend, was bei Euch alles klappt - hier vertrocknen die Bäume in solchen extremen Hitze- und Trockenphasen (Schotter als Untergrund ist ein relevanter Faktor) und die Hostas gleich mit. Galanthus verschwindet auch völlig, die Cyclamenansiedlung war ohne Bewässerung gar nicht möglich, jetzt klappt es wenigstens an einigen Stellen (bevorzugt in Nebler-Nähe). Helleboren sind hier aber auch recht robust - Phlox hingegen plagt sich sehr.

Ich halte die Daumen, daß sich alle Deine unverwüstlichen Gartenbewohner halten, wenn der Wetterstreß so weitergeht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: rocambole am 30. Juli 2018, 21:28:44
Rosen, Clematis integrifolia und viticella, Calamagrostis brachytricha, Geranium, Solidago, Hellenium, Astern für die Freiflächen bzw. letztere mit entsprechenden Arten auch für den Schatten.

Danke fürs Daumendrücken, dieses Jahr wässere ich, weil ja überall auch andere dazwischenstehen. Von Deinanth caerulea und Rodgersia werde ich mich wohl trennen, das macht nicht so recht Spaß.

Wir haben einen Brunnen, der bis jetzt unbegrenzt liefert - Hamburg hat wohl reichlich Grundwasser in unserer Ecke. Ich brauche also nicht zu jammern ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 30. Juli 2018, 22:01:46
Für mich stellt sich die Frage, wieviele Pflanzen das dauernde Hin- und Her der Extrem-Saisonen dann wirklich überleben.

Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich ...

Da gibt es schon einiges, was damit zurecht kommt. Viele Arten der eher atlantischen Sandgebiete, aber auch die der kontinentalen Flussauen - darunter sehr prächtige Stauden - sind an große Feuchtigkeitsamplituden angepasst.
...

Da würde mich auch interessieren, wo man genauer recherchieren könnte - ich hab auch schon überlegt, ob Steppen/Prärie/Wiesengesellschaften eine interessante Quelle für "neue" Staudenverwendung sein könnte, vielleicht auch kontinentale Klimaregionen?
Wobei ich mich da frage, ob die hier immer wieder auftretenden späten tiefen Nachtfröste gerade Pflanzen aus kontinentalen Klimazonen nicht überfordern, wo nach einem klar definierten Winter zügig ein klar definiertes Frühjahr kommt ohne Ausreißer.
In der letzte Woche gemähten Blumenwiese, die jetzt ziemlich gelbbraun ist, treiben einzelne Püschel schon wieder grün nach, wie mir meine Mutter berichtet, trotz Trockenheit, ich schätze, Wiesenstorchschnabel oder Ackerwitwenblume.

Ich habe ja auch Lehmboden, in nassen Jahren patschnass - also nix für Pflanzen die Trockenheit gut vertragen, dafür aber nicht viel Nässe!
Und in trockenen Jahren zwar eine Weile noch feucht, frisch, aber irgendwann dann auch trocken.

Ich bin froh, letztes Jahr endlich die Nutzung des alten Hausbrunnens in Angriff genommen zu haben, ich möchte einfach kein teuer aufbereitetes Trinkwasser vergiessen (lassen).
Allerdings bin ich grad am Schauen, ob ich den Brunnen noch etwas "vertiefen" bzw. ihn ausräumen kann, ich vermute, jahrzehntelange Nicht-Nutzung in Verbindung mit bei uns von Winter zu Sommer doch stärker schwankendem Grundwasserspiegel hat Sediment reingespült.
Wenn ich mehr freies Volumen hätte, hätte ich auch eine größere Wasserreserve.
Allerdings sollte man das wohl vorsichtig angehen, Brunnen scheinen empfindliche Wesen zu sein.

Auch über eine Bewässerungsanlage denke ich nach, siehe Bewässerungsanlagen-Thread - immerhin kann man die ja einfach ausgeschaltet lassen, wenn es wieder ein völlig verregnetes Jahr gibt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 30. Juli 2018, 22:24:11
@ Hemerocallis

Stauden mit großer Feuchtigkeitsamplitude gibt es durch alle Großenklassen und Wuchsformen. Willkürlich herausgegriffene Beispiele, zuzüglich einiges, was hier kurz vorher schon genannt wurde:

Verschiedenste Veilchen, verschiedene Farne, Tulpen - oft unglaublich hart im Nehmen, ...

Sehr viele Arten mit kleinasiatischer Herkunft, Geophyten wie Scilla-Arten, Helleborus, Lerchensporne, einige Krokusse und vieles mehr.

Prärie- und Auenarten: Ehrenpreis-Arten der longifolia-Verwandtschaft (!), Phlox paniculata und P. divaricata, schon genannt: Helenium - hier bei Trockenheit aber wasserbedürftig, staudige Sonnenblumen, Alant-Arten, Licht- und Pechnelken, sogar manche Nelken. Staudige Clematis-Arten - ebenfalls schon genannt, Wiesenrauten, Wiesen-Iris. Usw.
(Prärie-Arten wie Astern hätte ich früher für bsonders trockenheitsverträglich gehalten. Das scheint aber nur begrenzt zuzutreffen.)

Aber sogar ursprüngliche Gebirgsarten wie Delphinium elatum in Sorten.

Gräser spare ich mir, aufzuzählen. Auch da gibt es genug und sie können gut als Grundgerüst oder als Angelpunkte, auch im prächtiger angelegten Garten verwendet werden.

Bei allem ist selbstverständlich der Standort, besonders der im Garten vorherschende Substrattyp wichtig. Ihr scheint da - wenn ich Deine posts so lese - etwas besonderes, extremes zu haben, das ich nicht einschätzen kann. Ich hätte bei Flussschotter einen gut Feuchtigkeit haltenden, kühlen Untergrund erwartet. Das scheint aber nicht so zu sein. Dicht gepackte Auen-Tonböden könnten ebenfalls schwierig sein, weiß ich nicht aus eigener Erfahrung.

Für mich selbst muss ich einschränken, dass wir mit gut humosen Sandböden in geschützten Lagen offenbar gesegnete Verhältnisse haben und uns manche Prüfung erspart bleibt.

Norna berichtet auch öfter von ihrem schwer zu führenden Tonboden. Sie kann sicher Tipps geben, was auf den besonders schweren Böden gut funktioniert. Pearl hat, denke ich, reiche Erfahrung mit langen Trockenphasen in Südlage und dem, was dort nicht nur durchhält, sonder auch noch ein Bild abgibt.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 22:44:18
@lerchenzorn: Ich bin ja grundsätzlich mit Deiner Liste einverstanden, aber dass darauf Wiesenrauten (Thalictrum) und Alant mit seinen riesigen Blättern stehen, das wundert mich schon sehr (obwohl ich's so über Wiesenrauten in der gp auch schon gelesen habe). Bei mir schlappen die Thalictrums recht schnell, die muss ich nochmal versetzen.

So und hier ein paar Beispiele, wie schön eine giessfreie Zone aussehen kann. Der Grund ist nicht weltanschaulich sondern einfach praktisch:
Meinen Gartenschlauch roll' ich bis dahin nicht aus, der "Talus" (französisch für Wall, ursprünglich um Felder herum), liegt einfach 70 m vom  Wasserhahn weg und ich hab' auch nicht so viel Zeit.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 22:47:53
Hier wo ich gärtner gibt's lange frühsommerliche Trockenzeiten und monatelangen Regen im Winter, also durchaus extreme Feuchtigkeitsschwankungen. Allerdings keinen solch starken Frost obendrauf.

und weil's so schön war noch ein Eindruck
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 22:49:36
Dieser Salbei macht sich auch gut

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 23:05:11
Inzwischen habe ich für's Frühjahr noch Asphodelinum lutea dazwischengesetzt, das blüht Ende April hier und zieht im Juli ein.

Anschliessend (Juli) blühen Achillea filipendula, Veronica longifolia, Gaura und Verbene bonariensis, im Hintergrund Strauchmalven.
Und jetzt, bald Anfang August kommen Aster x frikartii, Staudensonnenblumen (Helianthus decapetalus) und Aster macrophyllus Twilight dazu.

Allerdings ist's hier nicht so extrem trocken wie in Ostdeutschland. Wir hatten im Juli zweimal Gewitter mit starkem Landregen. Doch eingehen würden meine Stauden nicht, sie würden eher eine Sommerruhe einlegen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 30. Juli 2018, 23:08:32
Ich hole das mal aus dem Dürrejammerthread rüber

Interessanter Artikel, finde ich:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/hitzewelle-und-trockenheit-angst-vor-dem-jahrtausendsommer-15712886.html

Wir müssen uns wohl an Hitze und Trockenheit anpassen und dabei geht es nicht nur um die Lebensbedingungen von unseren Pflanzen, es sind auch unsere Lebensbedingungen.

In dem Zusammenhang ist der Berliner Stadtentwicklungsplan Klima interessant. Natürlich behandelt der vor allem Stadtplanung, aber ein paar wichtige Hinweise sind darin zu finden, wie man das Kleinklima beeinflussen kann. In dem Klimamodell wurden die Auswirkungen von Bäumen, Dach- und Fassadenbegrünung und dem Albedo von Flächen auf die Temperatur im Freien ( ab S. 36) untersucht. Das Beispiel ist ein Gründerzeitwohnblock an einem heißen Sommertag, die Zahlen  sind sicher nicht direkt auf ein Einfamilienhaus mit Garten zu übertragen, aber die Tendenz dürfte ähnlich sein.  Daß Bäume Abkühlung bringen (in dem Modell um bis zu 10°C), wird hier jeder wissen, aber Albedoerhöhung hat auch eine sehr starke Wirkung:

"Als einer der effektivsten Wege, die Lufttemperatur zu senken, erwies sich im Modellfall die Erhöhung der Albedo. Die helleren Oberflächen verringern (bei einer angenommenen Erhöhung der Albedowerte um 20 Prozent) die Temperatur um bis zu 8 Grad Celsius." (S. 37).

In der Fortschreibung Stadtentwicklungsplan Klima KONKRET - Klimaanpassung in der Wachsenden Stadt. Hier finde ich die Urban Wetlands interessant, also Grünflächen, die einerseits bei Starkregen das Wasser zurückhalten sollen und andererseits bei Hitze durch Verdunstung kühlend wirken sollen.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 30. Juli 2018, 23:28:34
Ihr wollt das Wasser nicht mehr in Spree und Havel laufen lassen und es Euch stattdessen um die Nase fächeln? Und was soll hier dann noch am Haus vorbeifließen, in Potsdam?  :(

Nox, was für tolle Staudenbeete!  :o
Ganz wunderbar.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 30. Juli 2018, 23:40:15
Danke !
Jetzt wo ich Euch gefunden habe, hab' ich einen guten Grund, doch ein wenig mehr zu photographieren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 30. Juli 2018, 23:43:56
Nur zu. Und Willkommen!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 30. Juli 2018, 23:50:51

So und hier ein paar Beispiele, wie schön eine giessfreie Zone aussehen kann. Der Grund ist nicht weltanschaulich sondern einfach praktisch:
Meinen Gartenschlauch roll' ich bis dahin nicht aus, der "Talus" (französisch für Wall, ursprünglich um Felder herum), liegt einfach 70 m vom  Wasserhahn weg und ich hab' auch nicht so viel Zeit.

genau meine Einstellung! Schön deine Bilder aus dem ganz fernen Land an der Europäischen Westküste. Wir lieben die Gegend!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 31. Juli 2018, 09:49:15
Danke für den weiteren Buchtipp, "Gartenpraxis im Klimawandel" von Lars Weigelt habe ich mir letzte Woche geholt aber erst angefangen zu lesen

Dann warte ich mal ab, was du dazu sagst. Ein bisschen kann man da ja reinlesen.
Bei "Global Gardening" leider nicht. @philippus: Die Pflanzenvorschläge in dem Buch beziehen sich vor allem auf leichten, duchlässigen Boden? (Was mir im kleinen Garten nutzen könnte, im grossen mit lehmig-tonigem Boden nicht. Dafür ist im schattig-tonigen Bereich quasi die Klimaanlage mit im Boden drin. ;))
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 31. Juli 2018, 09:53:29
Soweit ich weiß ist der Boden im Pannonicum nicht leicht sondern eher fruchtbar und kräftig - es gibt ein Video dazu:
hier

Dieses Buch werde ich mir also eher nicht anschaffen, hier sind die Bedingungen doch zu anders. Die Bücher von Filippi passen da eher.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 31. Juli 2018, 10:30:35
Da wäre es wirklich für mich interessant, ob die Bodenzusammensetzung genauer thematisiert wird - im Filmbeitrag sieht zumindest der Gemüsegartenboden nicht extrem sandig aus.
Und das Grundwasser scheint in der Gegend auch nicht so extrem tief:
"...Der Grundwasserspiegel im Deponiebereich lag im März 1993 bei 115,2 m ü.A. Der HGW befindet sich etwa bei 116 m ü.A. Das entspricht am nordwestlichen Deponierand 4,5 m unter GOK bzw. 2,5 m unter GOK am südöstlichen Deponierand. ..."
Allerdings wird in dem Bericht der Untergrund als sandiger Kieskörper beschrieben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 31. Juli 2018, 10:39:01
Es gibt noch mehr Videos von Amersberger und dem Garten. Irgendwo beschreibt er da, dass er den Boden teilweise mit Sand und Schotter abmagert.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 31. Juli 2018, 10:49:00
Dass es mindestens so viele Ansätze wie Gärtner und Gärten gibt, wurde ja schon mehrfach geschrieben.

Dass sich derzeit fast alles darum dreht, wie man mit Trockenheit und Dürre umgeht, ist klar.

Allerdings: Es ist grundsätzlich in einer Gegend wie Mitteleuropa, in der die Wasserversorgung prinzipiell gesichert ist, immer möglich, Wasser im Garten hinzuzufügen.
Im Detail gibt es da verschiedenste Ansätze, über die hier ja gerade in mehreren Threads debattiert wird.

Viel schwieriger ist es jedoch, jedenfalls in Böden, die das Wasser gut halten, und dort, wo der Boden verdichtet ist - also in vielen Gärten in Neubaugebieten - überschüssiges Wasser wieder loszuwerden, sprich Staunässe zu vermeiden, besonders im Winter.

Schlechter Wuchs, Wurzelschäden, Infektionen durch Pilze und pilzähnliche Schaderreger bis hin zum Absterben infolge Staunässe und verdichteten Böden sind bei Gehölzen, aber auch bei vielen Stauden, hierzulande ein viel größeres Problem als sommerliche Trockenheit.

Das sollte man bei allem Frust über die derzeitige Lage nicht aus den Augen verlieren.

 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 31. Juli 2018, 11:01:03
Soweit ich weiß ist der Boden im Pannonicum nicht leicht sondern eher fruchtbar und kräftig - es gibt ein Video dazu:
hier

Dieses Buch werde ich mir also eher nicht anschaffen, hier sind die Bedingungen doch zu anders. Die Bücher von Filippi passen da eher.
Was hat Filippi für einen Boden?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 31. Juli 2018, 11:06:13
Soweit ich weiß ist der Boden im Pannonicum nicht leicht sondern eher fruchtbar und kräftig - es gibt ein Video dazu:

Das ist unterschiedlich. Amersberger hat Schwarzerde (also humös und nahrhaft), schüttet aber oft mineralisches Material und sogar Bauschutt auf, vor allem wenn es um Sukkulenten oder Oliven geht. In weiten Teilen Wiens gibt es aber schweren Lehm, vor allem südlich der Donau (auch bei mir). Wien ist noch im pannonischen Klima. In anderen Gegenden des Nordostens gibt es auch sandige Böden.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 31. Juli 2018, 11:11:02
Soweit ich weiß ist der Boden im Pannonicum nicht leicht sondern eher fruchtbar und kräftig - es gibt ein Video dazu:
hier

Dieses Buch werde ich mir also eher nicht anschaffen, hier sind die Bedingungen doch zu anders. Die Bücher von Filippi passen da eher.
Was hat Filippi für einen Boden?

Das weiß ich im Moment nicht, aber er ist ja spezialisiert auf Pflanzen für 'sol pauvre', also armen Boden, und so ist auch die Pflanzenauswahl in den Büchern.
Es gibt auch ein neues Buch von ihm:

La Méditerranée dans votre jardin : Une inspiration pour le futur
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser
Beitrag von: Mediterraneus am 31. Juli 2018, 12:45:46
@ Hemerocallis

Stauden mit großer Feuchtigkeitsamplitude gibt es durch alle Großenklassen und Wuchsformen. Willkürlich herausgegriffene Beispiele, zuzüglich einiges, was hier kurz vorher schon genannt wurde:

Verschiedenste Veilchen, verschiedene Farne, Tulpen - oft unglaublich hart im Nehmen, ...

Sehr viele Arten mit kleinasiatischer Herkunft, Geophyten wie Scilla-Arten, Helleborus, Lerchensporne, einige Krokusse und vieles mehr.

Prärie- und Auenarten: Ehrenpreis-Arten der longifolia-Verwandtschaft (!), Phlox paniculata und P. divaricata, schon genannt: Helenium - hier bei Trockenheit aber wasserbedürftig, staudige Sonnenblumen, Alant-Arten, Licht- und Pechnelken, sogar manche Nelken. Staudige Clematis-Arten - ebenfalls schon genannt, Wiesenrauten, Wiesen-Iris. Usw.
(Prärie-Arten wie Astern hätte ich früher für bsonders trockenheitsverträglich gehalten. Das scheint aber nur begrenzt zuzutreffen.).....


Helleborus x hybridus, auf Obstwiese unter Kirschbaum: Blätter rascheltrocken
eigentlich alle welken zur Zeit.
H. foetidus rollt die Blätter, hat aber noch Saft.
H.torquatus scheint noch am leidensfähigsten zu sein.

Aster "Calliope" hat noch Leben, sitzt auch auf der Obstwiese. Ist allerdings nur 60 cm hoch.

Helianthus "Lemon Queen" hat lange geschlappt, mittlerweile ist alles oberirdische trocken. Teils wurden Blätter schwarz, teils sind sie grün getrocknet.
Helianthus giganteus hat noch etwas Leben, mal sehen, ob da noch was kommt.
Ein Phlox im Schatten zeigt noch Leben, alle Blätter hängen jedoch. In der Sonne keine Chance.
Crocosmia "Lucifer" bzw. paniculata ist ein brauner Laubbusch.
...
selbst die Bauernchrysanthemen bekommen nun trockene Spitzen und kräuseln die Blätter.
Stachys byzantina "Big Ears" stellt seine Eselsohren senkrecht und rollt sie
Origanum "Rosenkuppel"  kräuselt, untere Blätter sind vertrocknet.
Selbst Strauchpaeonien bekommen schlappe Blätter, vor allem die Luteas.

Besonders positiv sehen noch die Strauchmalven aus, nur die selbst ausgesäten. Ist eine Mischung als Lavatera olbia und thuringiaca.
Und die Rosa gallica, sowie Rosa damascena "Semperflorens" sind grüne Inseln in der steppigen Wiese (dort blüht als einziges irgendein Habichtskraut mit Pusteblümchen)

Dieser Sommer bringt mein Gartenkonzept gewaltig ins Wanken  :-\


 


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 31. Juli 2018, 12:52:30
Zitat
Schlechter Wuchs, Wurzelschäden, Infektionen durch Pilze und pilzähnliche Schaderreger bis hin zum Absterben infolge Staunässe und verdichteten Böden sind bei Gehölzen, aber auch bei vielen Stauden, hierzulande ein viel größeres Problem als sommerliche Trockenheit.

Das sollte man bei allem Frust über die derzeitige Lage nicht aus den Augen verlieren.


Obwohl ich persönlich weniger mit Staunässe zu kämpfen habe, stimme ich Bristlecone zu; diese Trockenheit in Deutschland könnte nur eine Ausnahme sein, vllt. ist es in den nächsten zehn Jahren wieder überwiegend ausreichend feucht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2018, 13:04:31
na ja, man pflanzt Gehölze, die keine Staunässe vertragen, ja nicht an die Stellen im Garten, in denen sich das Wasser bei Schlagregen sammelt. In jedem Garten gibt es verschiedene Bodenverhältnisse. Da wird man geeignete Plätze schon finden. Wenn der komplette Garten in einer Auwaldzone im Schwemmland im Hochwasserbereich liegt, dann pflanzt man eben Sumpfzypressen und so Zeug.

Die Mediterranen wird man an die Stellen pflanzen, die höher gelegen sind und die durch hohe Gehölze oder nordseitige Mauern geschützt sind. Die ostasiatischen Laubgehölze wird man zwischen hohe Gehölze pflanzen.

Bei Stauden überlegt man ja auch sie standortgerecht zu pflanzen, bei Gehölzen ist das ungleich mehr geboten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 31. Juli 2018, 13:11:22
Phfffouau  :)  :)  :) ganz tolle Statements,

Ich persönlich glaube einfach , dass wir unsere Gärten genau beobachten sollten.

Viele Pflanzen hab ich in den 35 Jahren verloren viele erneuert.

 
Und da bildet sich dann irgendwo ein Gleichgewicht-  denk ich mal, aber, da bin ich ziemlich sicher,
dass wir da genau hinschauen sollten, und um danach zu arbeiten.
Weil die Anforderungen an  jeden Garten total unterschiedlich sind.

Da ist ja doch zuerst mal die Erde,(Zusamensetzung)  dann die Sonne, dann der Wind und letztlich
auch die Winterbedingungen. Irgendwelchen Katastrophen nicht eingerechnet >:(  - die wirds m.E. auch wieder und immer häufiger geben.)
Leider! :'(


Das, denk ich sollten wir berücksichtigen bei der  Auswahl unserer Pflanzen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 31. Juli 2018, 13:13:21
na ja, man pflanzt Gehölze, die keine Staunässe vertragen, ja nicht an die Stellen im Garten, in denen sich das Wasser bei Schlagregen sammelt. In jedem Garten gibt es verschiedene Bodenverhältnisse. Da wird man geeignete Plätze schon finden. Wenn der komplette Garten in einer Auwaldzone im Schwemmland im Hochwasserbereich liegt, dann pflanzt man eben Sumpfzypressen und so Zeug.

Die Mediterranen wird man an die Stellen pflanzen, die höher gelegen sind und die durch hohe Gehölze oder nordseitige Mauern geschützt sind. Die ostasiatischen Laubgehölze wird man zwischen hohe Gehölze pflanzen.

Bei Stauden überlegt man ja auch sie standortgerecht zu pflanzen, bei Gehölzen ist das ungleich mehr geboten.

Ganz so einfach ist das nicht.

Zum einen gibt es sehr viele, neuere Gärten, in denen als Folge der Bautätigkeit der Boden richtig schön zusammengefahren wurde.
Bei lehmigen Böden ist das später kaum zu korrigieren.
Die wenigsten denken dran, beim Pflanzen in verdichtetem Boden so tief zu graben, dass die verdichtete Schicht durchstoßen wird oder zumindest die Gehölze nicht mit den Füßen im Wasser steht.
Kann sein, dass das jahrelang gut geht, bis es irgendwann mal eine ausgesprochen nasse Phase gibt und der Garten regelrecht "versuppt".

Dann lässt sich wenig ausrichten.

Im umgekehrten Fall, bei Trockenheit, ist es für die meisten einfacher: Gießen.

Aber wie bekommt man das Wasser nach einer längeren Regenphase dann noch aus dem patschnassem Lehmboden?

 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 31. Juli 2018, 13:30:08
Zitat
na ja, man pflanzt Gehölze, die keine Staunässe vertragen, ja nicht an die Stellen im Garten, in denen sich das Wasser bei Schlagregen sammelt. In jedem Garten gibt es verschiedene Bodenverhältnisse. Da wird man geeignete Plätze schon finden. Wenn der komplette Garten in einer Auwaldzone im Schwemmland im Hochwasserbereich liegt, dann pflanzt man eben Sumpfzypressen und so Zeug.

Die Mediterranen wird man an die Stellen pflanzen, die höher gelegen sind und die durch hohe Gehölze oder nordseitige Mauern geschützt sind. Die ostasiatischen Laubgehölze wird man zwischen hohe Gehölze pflanzen.

Bei Stauden überlegt man ja auch sie standortgerecht zu pflanzen, bei Gehölzen ist das ungleich mehr geboten.

Und was ist wenn jemand nur einen kleineren Garten mit nur verdichtetem Boden hat?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2018, 13:37:25

Zum einen gibt es sehr viele, neuere Gärten, in denen als Folge der Bautätigkeit der Boden richtig schön zusammengefahren wurde.
Bei lehmigen Böden ist das später kaum zu korrigieren.


dazu hatte Klaus Kaiser mal in der GP geschrieben. In dem Fallbeispiel musste der Boden komplett ausgehoben werden und Mutterboden angefahren und aufgetragen.

Solche Problemböden bedürfen besonderer Problemlösungsstrategien. Eine davon ist, in geringen Abständen sehr tiefe Löcher zu bohren, den Boden also zu perforieren. Eine Sukzessionsflora anzupflanzen mit Stauden und Gehölzen, die an diese Situation angepasst sind und die den Boden durchwurzeln und lockern können. Humusauflagen und gesundes Bodenleben verbessert die Krümelstruktur des Bodens. Es gibt sehr viele Methoden und nicht immer ist die technische die geschickteste.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 31. Juli 2018, 13:41:25
Eben.

Und sich um solche "strukturellen" Dinge zu kümmern halte ich für mindestens so wichtig wie die Frage, wie und woher ich das Wasser zum Gießen kriege.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 31. Juli 2018, 13:43:38
Zwar ein bisschen off topic, aber dennoch: Ich will in meinen winternassen Ecken im September Erde aufschütten und mit einem Kleinbagger einige Dränagegräben ziehen. Dann probier ich nochmal meinen immergrünen Sichtschutz darauf zu setzen.

Danke für den Link zum Video über den Garten von Amersberger !
Wieder eine Idee "geklaut": Roter Penstemon anstatt Agastache "Summer Sunset". Letztere ist wunderschön, blüht bis zum Frost, aber will sich bei mir einfah nicht dauerhaft etablieren (Winternässe und frostempfindlich).

Übrigens: Granitschotter ist nicht basisch, sondern sauer ..... Wo er schon hingeschüttet wurde, um das einheimische kalkhaltige Substrat zu ersetzen.....
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 31. Juli 2018, 14:00:22
...
Viel schwieriger ist es jedoch, jedenfalls in Böden, die das Wasser gut halten, ... überschüssiges Wasser wieder loszuwerden, sprich Staunässe zu vermeiden, besonders im Winter.
...

Eben, das ist ja eher mein Thema - ich brauche Pflanzen, die Trockenheit trotzen können - aber auch in nassen Jahren nicht gleich wegfaulen.
Wechselfeuchter Standort.
Mehrere Meter Lehm kann man einfach nicht "durchlässiger" für solche Extreme bekommen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2018, 14:11:55
Eben.

Und sich um solche "strukturellen" Dinge zu kümmern halte ich für mindestens so wichtig wie die Frage, wie und woher ich das Wasser zum Gießen kriege.

eben!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Junebug am 31. Juli 2018, 14:39:16
...
Viel schwieriger ist es jedoch, jedenfalls in Böden, die das Wasser gut halten, ... überschüssiges Wasser wieder loszuwerden, sprich Staunässe zu vermeiden, besonders im Winter.
...

Eben, das ist ja eher mein Thema - ich brauche Pflanzen, die Trockenheit trotzen können - aber auch in nassen Jahren nicht gleich wegfaulen.
Wechselfeuchter Standort.
Mehrere Meter Lehm kann man einfach nicht "durchlässiger" für solche Extreme bekommen.

Ja, hier auch. Dieses Jahr bin ich hier gut dran und kann mich am Dürregejammer eigentlich nicht beteiligen - außer Töpfen und Neuanpflanzungen muss ich nichts gießen. Der Lehm ist betonhart und offenbar alles andere als nährstoffreich; ich denke, hier wurde immer nur "Rasen" (Moos) gemäht und Schnittgut sowie Laub abgeräumt, während die Bäume alles an Nährstoffen aus dem Boden gezogen haben. Aber ich bin wirklich gespannt, wie nass es hier in einem nassen Jahr wird; ich glaube, sehr. Die Extreme werden halt, äh, extremer.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 31. Juli 2018, 16:36:54
@pearl #176  - ich erinnere mich an das uralte Haus meiner Großeltern. Im Keller gab es einen ca. 1 1/2 m tiefen gemauerten Schacht von 1x1m. Da sammelte sich bei extremen Regenverhältnissen das Grundwasser. So blieb der Keller trocken.
Ich denke auch, dass so ein Schacht in feuchten Gartenbereichen erfolgreich angelegt werden könnte.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 31. Juli 2018, 17:01:48
Ich lese mit und wundere mich über die selbstverständliche Nutzung von eigenen Brunnen. Sogar üppige Sprühregennutzung. Unfassbar ist mir diese Wasservergeudung. Und auch Leichtsinn, denn wer überprüft die Qualität seines Brunnenwassers?
Was soll jetzt die eindringliche Warnung vor dem Nutzen von Trinkwasser zum Gießen der Pflanzen? Moment, erkennt ihr euren Denkfehler nicht?
Gebt euren Pflanzen gereinigtes Wasser. Das sollten sie euch wert sein. Und ihr bezahlt der Allgemeinheit euren Wasserverbrauch. Das wäre korrekt.

Zunächst steht da das Problem, dass das Grundwasser durch die Landwirtschaft extrem nitrathaltig sein kann und evtl. mit Industrierückständen belastet. Niemand informiert euch, es sei denn, ihr habt den Brunnen beim Wasserwerk gemeldet und erhaltet regelmäßige Information über die Wasserqualität eures Brunnens. Auch ihr wisst, dass es inzwischen viele Landstriche in D gibt, deren Grundwasser nicht mehr zur Herstellung von Trinkwasser genutzt werden kann. Es wird dennoch „aufbereinigt“ gutem Trinkwasser beigemischt. Das ist ein Hinweis über nicht ausreichend vorhandenes verwertbares Grundwasser. Das müssen wir ernst nehmen.

Es ist also eine Mär vom endlos vorhandenen reinen Grundwasser. Auch wenn Grundwasser aus tiefen Tiefen zur Trinkwasserherstellung gefördert wird, so müssen diese Stellen wieder mit Wasser auflaufen. Und das ist das Grundwasser, das ihr für eure Pflanzen verbraucht. Ihr nehmt nicht mal eben etwas für euren Garten, sondern beeinflusst die zukünftige Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung. Ein sehr kurzsichtiges, sehr egoistisches Denken und Gärtnerhandeln. Ihr beklagt sogar, dass eure Brunnen leer sind. Kommt euch nicht der Gedanke, dass es mit dem sinkenden Grundwasserspiegel zu tun hat? Bimmeln dann nicht eure Alarmglocken? Nein? Ihr überlegt nur, dass eure Brunnen tiefer ausgeschachtet werden müssen. Geht euer Gartenluxus nicht zu weit? Nehmt Trinkwasser und bezahlt es. Sofort werdet ihr sparsamer damit umgehen.
Wie könnt ihr unbekümmert eure Brunnen loben und nutzen? Es geht nicht um überflüssiges Wasser. Grundwasser ist Allgemeingut und unerlässlich für unsere Trinkwasserversorgung. 

Also müsste in diesem Thread die Überlegung Vorrang haben, Pflanzen auszuwählen, die kein oder kaum zusätzliches Gießwasser brauchen. Hier schrieb jemand von 2 x Gießen. Super. Dafür reicht aufgefangenes Regenwasser in normalgroßen Regentonnen.

Das wäre für mich soziales, naturnahes, verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln im Garten. Für unsere Wasserzukunft wäre die Gießreduktion ein wichtiger Schritt.


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 31. Juli 2018, 18:12:45
 :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: nana am 31. Juli 2018, 18:34:28
Der Prozess des Genehmigungsverfahrens in Karlsruhe ist etwa hier nachzulesen.

Nach Einrichtung des Brunnens wird die Wasserqualität untersucht (auf was habe ich vergessen), erst danach darf der Brunnen genutzt werden. Entnahmestellen müssen mit "Kein Trinkwasser" gekennzeichnet sein.

Nur so die Fakten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 31. Juli 2018, 18:43:37
Zitat
Autor: pearl
« am: Heute um 18:12:45 » Zitat einfügen
 :-X

 ;D

Trockenhang, Südseite, Windhang (im Tal darunter die vom Brocken herführende Frischluftzufuhr für die Stadt), Sandstein,  darauf lößhaltiges sandiges Substrat, durchaus fruchtbar wenn richtig behandelt. Seit Mitte 19.Jh. Gärten an dieser Stelle, in den 50ern ein Landwirt (Tauben, Kaninchen, Ziegen, Schweine etc. plus Spargelanbau und Obst - finde ständig interessante Relikte der Vorgänger).
Obstbäume schwächeln mit den seit den 80ern zunehmend heißen und trockenen Frühjahren/Sommern, nicht nur in meinem Garten, auch bei den Nachbarn. Niederschlag immer niedrig, dieses Jahr besonders.
Flora ursprünglich: Trockenrasengesellschaften (Hutung!), Heide,  später (um 1853) Aufforstung mit Kiefern und Eichen. Trockenrasenflora ist in- und außerhalb des Gartens noch vorhanden, jetzt zu Staub verbrannt, anders kann man das nicht sagen- schlimmer als in einem normalen August.

Garten ist aber Garten und ein besonderer Raum. Nicht möglich, Phloxe, Rittersporne usw.usw.- im Prinzip gehen alle Prachtstauden nicht und passen hier auch nicht. Den Garten  (ich vergaß noch zu sagen, dass Grundstück/ Garten groß ist, wie im Osten nicht unüblich) bevölkern trockenheitsverträgliche Pflanzen aller Art und Herkunft.
Ich pflanze jedes Jahr viel, weil ich ständig neue Bereiche erschließe (dem Brombeer-Kirschpflaumdschungel ehemaliger Gartenbeete abringe) - das Zeug muss zwei Jahre gut bewässert werden, sonst wird das auch bei Trockenpflanzen nichts, die werden dann nämlich zu wirklichen Trockenpflanzen. Auch sonst muss dieses und jenes bei der aktuellen Witterung Wasser bekommen(Salbei zu meinem Erstaunen.) Es gibt nicht kleine Regenwasservorräte, da es nicht nachregnet sind die erschöpft. Also Trinkwasser. Auch keine Dauerlösung da teuer.
Also Brunnen bohren lassen. Brunnenbauer  war da, Brunnen ist hier kein Problem, in diesem Teil der Stadt zugelassen. Die Stadt selbst bezieht das Trinkwasser aus Tiefbrunnen in Flußnähe. Das eigene Wasser prüfen zu lassen ist auch kein Problem, höchstens ein finanzielles je nach Anbieter. Werden wir machen lassen - klar ist, dass es ein Brauchwasserbrunnen wird. Genehmigung braucht es nicht, aber Anmeldung. Der Brunnen einer Nachbarin auf dem gegenüberliegend Höhenzug ist 43m tief, so tief wird der hier nicht, da wir "unten" bohren lassen können, schätze ca. 18 m werden es werden. Ihr Wasser hat Trinkwasserqualität.
Zusammen mit dem Brunnen werden Tonnen etc. im Garten verteilt um bequem schöpfen zu können um gezielt mit Gießkanne zu gießen. Beregnen: eher selten, manchmal aber von Nutzen (aktuell eine neue Heidefläche beregnet, damit der Boden endlich mal ganzflächig durchfeuchtet, damit er wieder Wasser ziehen kann beim Gießen.)
Und so weiter...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 31. Juli 2018, 20:42:53
Hallo Valerie

So, so, Du warnst vor Nitrat im Giesswasser ?
Is ja schröcklich. Hast Du schon mal Dünger für Deine Pflanzen verwendet ?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 31. Juli 2018, 22:12:05
Soweit ich weiß ist der Boden im Pannonicum nicht leicht sondern eher fruchtbar und kräftig - es gibt ein Video dazu:
hier
Dieses Buch werde ich mir also eher nicht anschaffen, hier sind die Bedingungen doch zu anders. Die Bücher von Filippi passen da eher.

Danke ebenfalls für das Video! Mein Garten hat zu viel Laub für Bepflanzungen wo auch Steine eine Rolle spielen, da würde ich nie mehr fertig mit rausfischen im Herbst. ;) Viel Mulch über den Sommer, schon oft erwähnt, ist das Mittel meiner Wahl das ich verstärken werde, und das Material ist auch gleich vor Ort.

@Gartenplaner: Pflanzen die sowohl als auch, im Winter die Feuchtigkeit, im Sommer Trockenheit- zum einen der Blutweiderich, der von der sumpfigen Wiese unten in meinen trockenen Garten raufgesprungen ist, steht jetzt im zweiten Jahr und scheint also mit beidem klarzukommen, zum zweiten das Mädesüss, das habe ich aus der sumpfigen Wiese "geklaut", das steht jetzt im lehmigen Boden, allerdings nicht vollsonnig, aber trocken ist es jetzt dort (habe nicht gegossen), ebenfalls im zweiten Jahr (es ist jetzt allerdings ein bisschen fleckig).
Da der gemeine Gilbweiderich auch in der Sumpfwiese steht sollte ich den vielleicht auch noch im Garten an der winternassen Stelle ausprobieren, die aber auch im Sommer keine knochentrockenheisse Stelle ist. Bis jetzt in diesem Sommer einfach noch keine Wassergaben von mir in dieser Ecke, und der Regen war rar im Garten und die Hitze... :P Ich glaube, ich sollte jetzt dort dann doch auch mal giessen. ;D ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 31. Juli 2018, 22:15:10
Holla  8)

Valerie, Du magst in ein paar Einzelheiten richtig liegen. Aber die Dosis macht das Gift. Gilt auch für Moral, wenn sie in Keulen abgepackt ist.

Ich glaube, jeder macht sich so seine Gedanken um das, was im Brunnenwasser sein könnte. Und um anderes auch.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 31. Juli 2018, 23:37:24
... Bewässert wird ... relativ sparsam: Bei Temperaturen wie jetzt läuft der Sprenger zwar täglich und jeweils durchdringend, aber jedes Beet kriegt nur etwa einmal wöchentlich seine Portion. Hat bisher gereicht, sogar in den Sommern 2003 und 2006, die weitaus extremer waren als der aktuelle (jedenfalls hier in der Region - bei uns hat reichlich Regen zu Jahresbeginn in tieferen Bodenschichten die Wasserspeicher ganz gut aufgefüllt). ...
Vor einer halben Stunde habe ich den Sprenger ausgeschaltet.
Als ich ihn vorhin in Gang setzte, machte ich eine erfreuliche Entdeckung: Er braucht nicht so oft und nicht so lange zu laufen wie in früheren Trockensommern. 

2003 und 2006 musste er im Ein- bis Zweistundentakt (je nach jeweils zu bewässernder Flächengröße) die Position wechseln und war täglich 4-6 Stunden in Betrieb. Aktuell reicht die halbe Zeit pro Tag, mit dem Ergebnis, dass jedes Beet nur etwa alle 10-14 Tage seinen "Regen" kriegt. 

Dabei glüht es unterm wolkenlosen Himmel derzeit ähnlich wie in den beiden genannten Sommern. Aber der Garten hat sich verändert. Gehölze sind gewachsen, Stauden und vor allem Bodendecker-"Grünmulch" ;) auch - nirgends knallt pausenlos die Sonne drauf, nirgends gibt es unbewachsenes Erdreich.

2003 & 2006 waren die Lücken noch größer, im Luftraum wie auch beim Bodenpersonal. Mit der Folge, dass der zähe Lehm binnen Tagen, manchmal schon binnen Stunden aussah wie Afrika, betonhart gedörrt, von tiefen Trockenrissen durchzogen - und eben drum völlig außerstande, Wasser aufzunehmen. Es sei denn, man setzte ihn gnadenlos unter Selbiges.

Das ist jetzt anders. Besser: Jetzt kann z. B. das wenige, das der Nachttau liefert, in die Oberfläche eindringen. Und den Gewächsen nützen.

Gehölz- und Dschungelpflanzungen sind offenbar nicht so ganz verkehrt :)...   
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 01. August 2018, 00:03:26
... Viel schwieriger ist es jedoch, jedenfalls in Böden, die das Wasser gut halten, und dort, wo der Boden verdichtet ist - also in vielen Gärten in Neubaugebieten - überschüssiges Wasser wieder loszuwerden, sprich Staunässe zu vermeiden, besonders im Winter. ...
Das stimmt.
Um dem im hiesigen Lehmbatschboden (den früher mal "Krugbäcker" als Rohstoff genutzt haben :-X) wenigstens ein bisschen vorzubeugen, habe ich mir ein paar Extras angewöhnt beim Pflanzen von Gehölzen und Rosen. Wenn die Pflanzgrube - tief! - eigentlich schon fertig ist, greife ich zum Erdbohrer und treibe den an zwei, drei Stellen am Boden der Pflanzgrube so weit Richtung Erdmittelpunkt ;), wie's irgend möglich ist. Dabei lande ich regelmäßig in zähem Graugelb, manchmal bleibe ich drin stecken, manchmal kriege ich die Schicht auch gelöchert. Auf jeden Fall verbessert die Mühsal den Wasserabzug.

Beim Staudenpflanzen schaffe ich die Bohrerei leider nur ausnahmsweise.

... Mehrere Meter Lehm kann man einfach nicht "durchlässiger" für solche Extreme bekommen.
Bei so dicken Schichten wird's schwierig...
Wie stark der "Batsch-Horizont" bei uns wirklich ist, weiß ich nicht. Verflixt dick dürfte er aber schon sein. Vor Jahren hat ein Nachbar versucht, per Handarbeit sehr, sehr tief hineinzukommen, um einen Teich anzulegen. Er hat es gründlich versucht, mit reichlich Kraft und noch mehr Geduld. Doch auf halber Strecke musste er sich dem Graugelb geschlagen geben (sein Teich ist dann nicht, wie geplant, ebenerdig geworden, sondern ein von einem Wall umgrenzter Hochteich ;D).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 00:16:03
Etdbohrer beim Pflanzen!  Ich werde meinem Sandboden immer dankbarer. Ich schreibe das ganz ohne Ironie.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 01. August 2018, 00:22:42
Dafür behalten Lehm-Pflanzgruben immer hübsch ihre Kanten, sie rieseln nicht von oben wieder zu ;D.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 00:31:28
Auch wieder wahr.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 01. August 2018, 01:35:36
mir war völlig unbekannt, dass es sowas wie Benutzungszwang bezüglich Trinkwasser gibt. Der Rhein-Neckar-Kreis zum Thema Gartenbrunnen.

Hier im Odenwald gibt es überall Quellen. An den Straßen gibt es gefasste Quellen mit Parkbuchten oder -plätzen. Dort stehen zu manchen Zeiten Autos aus Mannheim Schlange um das sehr weiche Wasser für die Teezubereitung zu zapfen. Unendliche Reihen von Kanistern werden gefüllt.

Alle Gebäude in Hangbauweise könnten mit Brauchwasser-Brunnen versehen sein um die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung der Gemeinden etwas zu entlasten. Kanalwasser und Abwasser könnten getrennt abgeleitet und aufbereitet werden. Da gäbe es sehr viel zu tun. Wenn in Verwaltungen nicht solche Holzklötze säßen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Chica am 01. August 2018, 07:59:24

2003 und 2006 musste er im Ein- bis Zweistundentakt (je nach jeweils zu bewässernder Flächengröße) die Position wechseln und war täglich 4-6 Stunden in Betrieb. Aktuell reicht die halbe Zeit pro Tag, mit dem Ergebnis, dass jedes Beet nur etwa alle 10-14 Tage seinen "Regen" kriegt. 
 

Ich meine es nicht böse Querkopf aber das ist ja wohl Wahnsinn :o. Hier werden frisch gepflanzte Stauden ein paar mal gegossen und dann müssen die sich kümmern. Und hier regnet es nie. Ich habe letzte Woche meinen Wildpflanzenhang das erste mal bisher kurz mit dem Schlauch gegossen, weil ich dachte, dass Wildbienen und Schmetterlinge Nektar brauchen. Aber wo um Himmels Willen sollte ich bei mehr als 2.000 qm Garten mit dem gießen anfangen? Da bräuchte ich ja einen Gießbediensteten  ;D.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 08:30:44
Für mich stellt sich die Frage, wieviele Pflanzen das dauernde Hin- und Her der Extrem-Saisonen dann wirklich überleben.

Jetzt sieht man, was mit Dürre zu recht kommt - daraus kann man keine Schlüsse ziehen, ob diese Überlebenden mit extremer Kälte oder Nässe ebenso gut zu recht kommen. Beides ist eher unwahrscheinlich ...

Da gibt es schon einiges, was damit zurecht kommt. Viele Arten der eher atlantischen Sandgebiete, aber auch die der kontinentalen Flussauen - darunter sehr prächtige Stauden - sind an große Feuchtigkeitsamplituden angepasst.
...

Da würde mich auch interessieren, wo man genauer recherchieren könnte - ich hab auch schon überlegt, ob Steppen/Prärie/Wiesengesellschaften eine interessante Quelle für "neue" Staudenverwendung sein könnte, vielleicht auch kontinentale Klimaregionen?
Wobei ich mich da frage, ob die hier immer wieder auftretenden späten tiefen Nachtfröste gerade Pflanzen aus kontinentalen Klimazonen nicht überfordern, wo nach einem klar definierten Winter zügig ein klar definiertes Frühjahr kommt ohne Ausreißer.

Ich hab jetzt mal meinen Gatten (Biologe) dazu befragt. Er hält den Ansatz für Nonsens. Es gibt in unseren Breiten Pflanzen, die an Überflutung und Trockenfallen angepaßt sind. Die brauchen die Überflutung der Schneeschmelze im Frühjahr und die Sommertrockenheit zum Ausreifen der Samen. Sie kommen nicht mit Dauertrockenheit und nicht mit Dauernässe zu recht.

Es gibt tropische Pflanzen, die mit Regen- und Trockenzeit im Wechsel zu recht kommen - die sind nicht winterhart.

Er hat mich aber gebeten, nachzufragen, wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 08:37:50
@ Hemerocallis

Stauden mit großer Feuchtigkeitsamplitude gibt es durch alle Großenklassen und Wuchsformen. Willkürlich herausgegriffene Beispiele, zuzüglich einiges, was hier kurz vorher schon genannt wurde:

Verschiedenste Veilchen, verschiedene Farne, Tulpen - oft unglaublich hart im Nehmen, ...

Sehr viele Arten mit kleinasiatischer Herkunft, Geophyten wie Scilla-Arten, Helleborus, Lerchensporne, einige Krokusse und vieles mehr.

Prärie- und Auenarten: Ehrenpreis-Arten der longifolia-Verwandtschaft (!), Phlox paniculata und P. divaricata, schon genannt: Helenium - hier bei Trockenheit aber wasserbedürftig, staudige Sonnenblumen, Alant-Arten, Licht- und Pechnelken, sogar manche Nelken. Staudige Clematis-Arten - ebenfalls schon genannt, Wiesenrauten, Wiesen-Iris. Usw.
(Prärie-Arten wie Astern hätte ich früher für bsonders trockenheitsverträglich gehalten. Das scheint aber nur begrenzt zuzutreffen.)

Aber sogar ursprüngliche Gebirgsarten wie Delphinium elatum in Sorten.

Gräser spare ich mir, aufzuzählen. Auch da gibt es genug und sie können gut als Grundgerüst oder als Angelpunkte, auch im prächtiger angelegten Garten verwendet werden.

Danke für die Aufzählung. Ich werd das mal an meinen Gatten weiterleiten. Ich befürchte, daß diese Arten - wie er meint - sehr gut mit Frühlingnässe und Sommertrockenheit zu recht kommen, aber bei in einem Jahr durchgehend trockenen und im Folgejahr durchgehend nassen Bedingungen langfristig nicht überleben können.



Bei allem ist selbstverständlich der Standort, besonders der im Garten vorherschende Substrattyp wichtig. Ihr scheint da - wenn ich Deine posts so lese - etwas besonderes, extremes zu haben, das ich nicht einschätzen kann. Ich hätte bei Flussschotter einen gut Feuchtigkeit haltenden, kühlen Untergrund erwartet.
Warum hast Du das erwartet? Der Boden ist so durchlässig, daß ein Eimer Wasser in Sekundenschnelle verschwunden ist - rieselt direkt durch ins Grundwasser. Zwischen dem Schotter ist kein Humus, kein Lehm - was soll da gegen die Schwerkraft wirken und das Absickern verlangsamen?

Die schon erwähnten Rosen überleben hier auch nicht ohne Bewässerung - sie schaffen es mit dem Wurzelwerk nicht in 7 m Tiefe zum Nebenstromwasser des Flusses.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 08:41:31
Und was ist wenn jemand nur einen kleineren Garten mit nur verdichtetem Boden hat?
Hier üblich (außerhalb der Auen dominiert Lehmboden) - Drainage auch.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 08:46:27
Ich lese mit und wundere mich über die selbstverständliche Nutzung von eigenen Brunnen. Sogar üppige Sprühregennutzung. Unfassbar ist mir diese Wasservergeudung. Und auch Leichtsinn, denn wer überprüft die Qualität seines Brunnenwassers?
Was soll jetzt die eindringliche Warnung vor dem Nutzen von Trinkwasser zum Gießen der Pflanzen? Moment, erkennt ihr euren Denkfehler nicht?
Gebt euren Pflanzen gereinigtes Wasser. Das sollten sie euch wert sein. Und ihr bezahlt der Allgemeinheit euren Wasserverbrauch. Das wäre korrekt.

Zunächst steht da das Problem, dass das Grundwasser durch die Landwirtschaft extrem nitrathaltig sein kann und evtl. mit Industrierückständen belastet. Niemand informiert euch, es sei denn, ihr habt den Brunnen beim Wasserwerk gemeldet und erhaltet regelmäßige Information über die Wasserqualität eures Brunnens. Auch ihr wisst, dass es inzwischen viele Landstriche in D gibt, deren Grundwasser nicht mehr zur Herstellung von Trinkwasser genutzt werden kann. Es wird dennoch „aufbereinigt“ gutem Trinkwasser beigemischt. Das ist ein Hinweis über nicht ausreichend vorhandenes verwertbares Grundwasser. Das müssen wir ernst nehmen.

Es ist also eine Mär vom endlos vorhandenen reinen Grundwasser. Auch wenn Grundwasser aus tiefen Tiefen zur Trinkwasserherstellung gefördert wird, so müssen diese Stellen wieder mit Wasser auflaufen. Und das ist das Grundwasser, das ihr für eure Pflanzen verbraucht. Ihr nehmt nicht mal eben etwas für euren Garten, sondern beeinflusst die zukünftige Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung. Ein sehr kurzsichtiges, sehr egoistisches Denken und Gärtnerhandeln. Ihr beklagt sogar, dass eure Brunnen leer sind. Kommt euch nicht der Gedanke, dass es mit dem sinkenden Grundwasserspiegel zu tun hat? Bimmeln dann nicht eure Alarmglocken? Nein? Ihr überlegt nur, dass eure Brunnen tiefer ausgeschachtet werden müssen. Geht euer Gartenluxus nicht zu weit? Nehmt Trinkwasser und bezahlt es. Sofort werdet ihr sparsamer damit umgehen.
Wie könnt ihr unbekümmert eure Brunnen loben und nutzen? Es geht nicht um überflüssiges Wasser. Grundwasser ist Allgemeingut und unerlässlich für unsere Trinkwasserversorgung. 

Also müsste in diesem Thread die Überlegung Vorrang haben, Pflanzen auszuwählen, die kein oder kaum zusätzliches Gießwasser brauchen. Hier schrieb jemand von 2 x Gießen. Super. Dafür reicht aufgefangenes Regenwasser in normalgroßen Regentonnen.

Das wäre für mich soziales, naturnahes, verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln im Garten. Für unsere Wasserzukunft wäre die Gießreduktion ein wichtiger Schritt.

 ??? ??? ???

Alles Gießwasser hier rinnt ins Grundwassser zurück, Pflanzen bedienen sich dort übrigens selbst - sind die auch schuld am sinkenden Grundwasserspiegel?
Vielleicht sollte man sich in den Regionen, in denen es verschmutzt ist, mal lieber um den Umweltschutz kümmern?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 08:53:05

Er hat mich aber gebeten, nachzufragen, wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.

An der Elbe? Wörlitzer Gartenreich? Leider weniger oft überflutet als früher, deswegen leiden die uralten Eichen, wie unlängst in einem Zeitungsbericht zu lesen war.
Ursachen unterschiedliche.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 01. August 2018, 08:54:06
... Pflanzen, die an Überflutung und Trockenfallen angepaßt sind. ... Sie kommen nicht mit Dauertrockenheit und nicht mit Dauernässe zu recht.

Mit länger andauernder Trockenheit kommen viele von denen schon zurecht. Es kann aber sein, dass sie im Garten dann nicht mehr so gut aussehen. Monatelange Vernässung kann eher ein Problem sein, weil sie oft fäulnisanfällige Rhizome haben. - Übrigens habe ich nichts gegen Eure Art, den Garten frisch zu halten. Es ist für Euch sicher angemessen. Für andere anderes.

Zitat
... , wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.

 Praktisch überall, wo ein größerer Fluss durchzieht. Weichsel, Theiß, Wolga, Jenissei, Ob, Irtysch ... soll ich weiter bis hinter den Baikal? Lena, ... usw.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 01. August 2018, 08:57:26
Zitat
Alles Gießwasser hier rinnt ins Grundwassser zurück,
Gießwasser im Sommer trägt nicht zur Grundwasserneubildung bei - Regen im Sommer normalerweise auch nicht. Das Niederschlags- und Gießwasser wird von den Pflanzen aufgenommen oder verdunstet über Evapotranspiration direkt aus dem Boden. Wegen der Grundwasserneubildung sind die Niederschläge im Winterhalbjahr so wichtig und deshalb ist auch das trockene Frühjahr ein großer Teil des aktuellen Dürreproblems.

Zitat
Pflanzen bedienen sich dort übrigens selbst - sind die auch schuld am sinkenden Grundwasserspiegel?
Ja sicherlich tragen die dazu bei. Grundwasserneubildung passiert deshalb nur außerhalb der Vegetationsperiode. Stark verdunstende Bäume, Pappeln z.B. werden auch zur Trockenlegung von nassen Böden verwendet.

Zitat
Vielleicht sollte man sich in den Regionen, in denen es verschmutzt ist, mal lieber um den Umweltschutz kümmern?
Altlastensanierung ist teuer, aufwendig und funktioniert vor allem bei Grundwasserkontamination nicht besonders gut.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 08:57:26
Don - Überflutungsflächen soweit das Auge reicht...also bis hinterm Horizont (Jugenderinnerung).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 01. August 2018, 08:59:43
Zitat von: hemerocallis
... Ich hätte bei Flussschotter einen gut Feuchtigkeit haltenden, kühlen Untergrund erwartet.
Warum hast Du das erwartet? Der Boden ist so durchlässig, daß ein Eimer Wasser in Sekundenschnelle verschwunden ist - rieselt direkt durch ins Grundwasser. Zwischen dem Schotter ist kein Humus, kein Lehm - was soll da gegen die Schwerkraft wirken und das Absickern verlangsamen? ...

Genau das hätte ich erwartet und kenne es von anderen Orten, dass sich im Laufe der Zeit in den Klüften des Schotterbettes Feinmaterial und Humus ablagern. Bei Euch ist es wohl nicht so. Schlecht für einen Garten.


edit: Zitat repariert
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 01. August 2018, 09:02:08
mir war völlig unbekannt, dass es sowas wie Benutzungszwang bezüglich Trinkwasser gibt. ...

Alle Gebäude in Hangbauweise könnten mit Brauchwasser-Brunnen versehen sein um die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung der Gemeinden etwas zu entlasten. ...

Es ist genau umgekehrt. Es geht nicht um Entlastung des Gesamtvolumens, sondern um Senkung der spezifischen Kosten durch Einbindung der breiten Masse. Das hat viele Für und Wider.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 01. August 2018, 10:17:05
Ich denke, der Aufruf oder gar Zwang, Trinkwasser zu nutzen, hängt sehr von den örtlichen Begebenheiten ab. Hat der örtliche Wasserversorger erhebliche Anstrengungen unternommen, das Trinkwasser aufzubereiten, möchte er diese Investitionen natürlich auch refinanziert haben, ansonsten muss er die Trinkwasserpreise deutlich erhöhen, wenn der Verbrauch zurückgeht. Insofern würde sich die Bevölkerung ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie allzu sparsam mit dem Wasser umgeht, denn auch hieraus können wieder Kosten entstehen, wie z. B. aufwendige Spülungen der Kanäle, wenn die Durchflussmengen dort zu stark sinken.

Anderswo ist die Trinkwasserbeschaffung selbst ein großer Kostenfaktor, und da sind die Gemeinden und Stadtwerke womöglich froh, wenn sie bestehende Anlagen nicht ausbauen müssen, wenn die Leute sich mit eigenen Brunnen selbst um die Wasserversorgung ihrer Gärten usw. kümmern. Auch das Verlegen von größeren Trinkwasserleitungen kann so vermieden werden, falls diese nicht ohnehin so alt sind, dass eine Erneuerung ansteht. Natürlich ist die Trinkwasserversorgung immer eine Mischkalkulation, und es gibt "Gewinner" und "Verlierer" unter den Verbrauchern, aber man kann keineswegs pauschal sagen, ob es nun besser ist, sparsam mit dem Wasser umzugehen oder nicht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Staudo am 01. August 2018, 10:25:21
Hier hat der Wasserversorger vor einigen Jahren massiv Reklame für „Gartenwasseruhren“ gemacht. Die Leute werden älter, weniger und sparsamer. Dadurch haben manche Leitungen zu wenig Durchfluss.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:27:19

Er hat mich aber gebeten, nachzufragen, wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.

An der Elbe? Wörlitzer Gartenreich? Leider weniger oft überflutet als früher, deswegen leiden die uralten Eichen, wie unlängst in einem Zeitungsbericht zu lesen war.
Ursachen unterschiedliche.

Vielleicht hab ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt. Ist es wirklich so, daß die Flußauen dort einen ganzen Sommer überflutet sind und den nächsten dann wieder völlig trocken fallen?

Ich dachte eher, daß sich da trockene und feuchte Phasen rasch abwechseln und Fäulnisbildung kein Problem wird. Das Wetter dort war ja (bitte korrigiert mich, wenn ich irre) bisher immer dominiert von Westwindphasen, die dann kurzfristig Regenfluten bringen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:28:25
... Pflanzen, die an Überflutung und Trockenfallen angepaßt sind. ...

Zitat
... , wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.

 Praktisch überall, wo ein größerer Fluss durchzieht. Weichsel, Theiß, Wolga, Jenissei, Ob, Irtysch ... soll ich weiter bis hinter den Baikal? Lena, ... usw.
Sind das nicht kontinentale Regionen, in denen es im Sommer keine Überflutungen gibt?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 01. August 2018, 10:32:15
Hier hat der Wasserversorger vor einigen Jahren massiv Reklame für „Gartenwasseruhren“ gemacht. Die Leute werden älter, weniger und sparsamer. Dadurch haben manche Leitungen zu wenig Durchfluss.

Hier torpediert der Wasserversorger es derzeit (noch?), dass man beim Bewässern von Gärten nicht auch die Abwassergebühr mitbezahlen muss.
Der Einbau der geeichten Wasseruhr darf nur durch Installateure des Versorgers erfolgen, die teuer sind, und die Kostenpauschale pro Jahr liegt so hoch, dass ich dafür schon mal 15 m3 Wasser verbrauchen muss, erst ab dann wird es billiger.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:33:00
Zitat
Alles Gießwasser hier rinnt ins Grundwassser zurück,
Gießwasser im Sommer trägt nicht zur Grundwasserneubildung bei - Regen im Sommer normalerweise auch nicht. Das Niederschlags- und Gießwasser wird von den Pflanzen aufgenommen oder verdunstet über Evapotranspiration direkt aus dem Boden. Wegen der Grundwasserneubildung sind die Niederschläge im Winterhalbjahr so wichtig und deshalb ist auch das trockene Frühjahr ein großer Teil des aktuellen Dürreproblems.
Das ist sicher stark davon abhängig, wie durchlässig der Boden ist - hier bei uns fließt das Gießwasser ins Grundwasser. Auf Lehmboden wird wahrscheinlich weniger unten ankommen.

Zitat
Pflanzen bedienen sich dort übrigens selbst - sind die auch schuld am sinkenden Grundwasserspiegel?
Ja sicherlich tragen die dazu bei. Grundwasserneubildung passiert deshalb nur außerhalb der Vegetationsperiode. Stark verdunstende Bäume, Pappeln z.B. werden auch zur Trockenlegung von nassen Böden verwendet.
Dann ist aber das Auffangen des Regenwassers in der Zeit der Vegetationsruhe ebenso schädlich für den Grundwasserspiegel - oder?
Aber was nützt denn das Grundwasser, wenn darüber alles verdorrt ist?

Zitat
Vielleicht sollte man sich in den Regionen, in denen es verschmutzt ist, mal lieber um den Umweltschutz kümmern?
Altlastensanierung ist teuer, aufwendig und funktioniert vor allem bei Grundwasserkontamination nicht besonders gut.
Man sucht also nach einem billigeren bequemeren Weg und macht die Augen ganz fest zu, wenn man in Richtung Zukunft schauen sollte.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:37:10
Zitat von: hemerocallis
... Ich hätte bei Flussschotter einen gut Feuchtigkeit haltenden, kühlen Untergrund erwartet.
Warum hast Du das erwartet? Der Boden ist so durchlässig, daß ein Eimer Wasser in Sekundenschnelle verschwunden ist - rieselt direkt durch ins Grundwasser. Zwischen dem Schotter ist kein Humus, kein Lehm - was soll da gegen die Schwerkraft wirken und das Absickern verlangsamen? ...

Genau das hätte ich erwartet und kenne es von anderen Orten, dass sich im Laufe der Zeit in den Klüften des Schotterbettes Feinmaterial und Humus ablagern. Bei Euch ist es wohl nicht so. Schlecht für einen Garten.


edit: Zitat repariert

Hier gibt es im Sommer Starkregen mit heftigen Gewittern, Feinmaterial wird mit Druck durch den Schotter gespült (das ist nicht nur hier so - Schotter ist ein 'Humusfresser'). Die Schotterschichten sind hier unter unserem Haus 7 m dick, es gibt auf Naturboden eine ca. 10-15 cm dicke Schicht, in der Gras und div. Wildstauden wurzeln.

Das Phänomen, daß 'Steine nach obe wandern' - auf völlig steinfreien Beeten mit 30-40 cm gekauftem Humus (steinfrei) tauchen immer wieder Flußkiesel auf - ist auch durch das Abspülen des humosen Materials in tiefere Schichten bedingt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:38:25
Hier hat der Wasserversorger vor einigen Jahren massiv Reklame für „Gartenwasseruhren“ gemacht. Die Leute werden älter, weniger und sparsamer. Dadurch haben manche Leitungen zu wenig Durchfluss.

Hier torpediert der Wasserversorger es derzeit (noch?), dass man beim Bewässern von Gärten nicht auch die Abwassergebühr mitbezahlen muss.
Der Einbau der geeichten Wasseruhr darf nur durch Installateure des Versorgers erfolgen, die teuer sind, und die Kostenpauschale pro Jahr liegt so hoch, dass ich dafür schon mal 15 m3 Wasser verbrauchen muss, erst ab dann wird es billiger.

Wir bezahlen für jeden Liter Wasser, den wir aus der öffentlichen Leitung entnehmen, Abwassergebühr - deshalb macht bei uns eine Zisterne oder ein Brunnen finanziell einen großen Unterschied.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 10:46:19
Ich denke, der Aufruf oder gar Zwang, Trinkwasser zu nutzen, hängt sehr von den örtlichen Begebenheiten ab. Hat der örtliche Wasserversorger erhebliche Anstrengungen unternommen, das Trinkwasser aufzubereiten, möchte er diese Investitionen natürlich auch refinanziert haben, ansonsten muss er die Trinkwasserpreise deutlich erhöhen, wenn der Verbrauch zurückgeht. Insofern würde sich die Bevölkerung ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie allzu sparsam mit dem Wasser umgeht, denn auch hieraus können wieder Kosten entstehen, wie z. B. aufwendige Spülungen der Kanäle, wenn die Durchflussmengen dort zu stark sinken.

Hier ist es ganz einfach. Die Gemeinde hat ein gewaltiges Defizit - der Bürgermeister ist Weltmeister im Geld verschwenden. Die sehr hohen Kanalgebühren wurden Jahrzehnte lang nicht bestimmungsgemäßt verwendet - anstatt das Kanalsystem zu warten und bei Bedarf zu erneuern/zu reparieren wurden die Beträge verwendet, um Budgetlöcher zu stopfen. Ist hier öffentlich bekannt - immer wieder Thema bei Gemeinderatssitzungen, der Bürgermeister wird trotzdem laufend wieder gewählt.

Jetzt steht das Kanalsystem kurz vor dem Kollaps - enorme Kosten für die Sanierung sind zu stemmen - dreimal dürft ihr raten, wie das finanziert wird.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 01. August 2018, 10:49:58
Hier hat der Wasserversorger vor einigen Jahren massiv Reklame für „Gartenwasseruhren“ gemacht. Die Leute werden älter, weniger und sparsamer. Dadurch haben manche Leitungen zu wenig Durchfluss.

Hier torpediert der Wasserversorger es derzeit (noch?), dass man beim Bewässern von Gärten nicht auch die Abwassergebühr mitbezahlen muss.
Der Einbau der geeichten Wasseruhr darf nur durch Installateure des Versorgers erfolgen, die teuer sind, und die Kostenpauschale pro Jahr liegt so hoch, dass ich dafür schon mal 15 m3 Wasser verbrauchen muss, erst ab dann wird es billiger.

Wir bezahlen für jeden Liter Wasser, den wir aus der öffentlichen Leitung entnehmen, Abwassergebühr - deshalb macht bei uns eine Zisterne oder ein Brunnen finanziell einen großen Unterschied.

Ein Brunnen wäre hier nicht möglich, und mit einer Zisterne käme ich in einem Jahr wie diesem nicht weit.
Abgesehen davon: Bis sich die Kosten amortisiert hätten...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 11:00:52
Ich verstehe noch immer nicht, wie es möglich ist, dass Pflanzen absaufen, wenn sie auf  einer 7m hohen komplett durchlässigen Schotterschicht stehen. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 11:09:30

Er hat mich aber gebeten, nachzufragen, wo es denn in kontinentalen Regionen Flußauen gibt, die immer wieder mal unregelmäßig überflutet werden.

An der Elbe? Wörlitzer Gartenreich? Leider weniger oft überflutet als früher, deswegen leiden die uralten Eichen, wie unlängst in einem Zeitungsbericht zu lesen war.
Ursachen unterschiedliche.

Vielleicht hab ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt. Ist es wirklich so, daß die Flußauen dort einen ganzen Sommer überflutet sind und den nächsten dann wieder völlig trocken fallen?

Ich dachte eher, daß sich da trockene und feuchte Phasen rasch abwechseln und Fäulnisbildung kein Problem wird. Das Wetter dort war ja (bitte korrigiert mich, wenn ich irre) bisher immer dominiert von Westwindphasen, die dann kurzfristig Regenfluten bringen.

Es gibt immer mal wieder Hochwasser, dann steht dort alles unter Wasser, zuletzt war 2013 so ein großes Hochwasser, 2011 ein kleineres. (Außer der Elbe fließt dort noch die Mulde.) Wo das Hochwasser selbst keinen Schaden anrichtet, tut es dass dann zu Tage tretende Grundwasser.
Die Elbe samt Nebenflüssen ist ein kompliziertes Biotop nicht zuletzt durch die Nutzung für die Schiffahrt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 11:11:05
Ich verstehe noch immer nicht, wie es möglich ist, dass Pflanzen absaufen, wenn sie auf  einer 7m hohen komplett durchlässigen Schotterschicht stehen.

Man muß es gesehen und vor allem gerochen haben - kennst Du den Geruch von verfaulenden Schwertlilienrhizomen - ist wirklich verzichtbar.
Blöderweise muß man die Teile auch noch rausholen, damit der Rest nicht auch noch verfault.

Also - zum besseren Verständnis:
Wir haben den schon beschriebenen Boden, darauf sind die Schwertlilien gepflanzt (keine Substratbeimischung wie bei anderen Stauden hier). Sie wachsen üblicherweise gut, die Rhizome sind dick gepackt, die Fächer prächtig. Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel. Das Laub leidet, bekommt Pilzflecken, wird niedergedrückt, stirbt ab - auf den Rhizomen bildet sich eine dauerfeuchte Schicht, die durch den Regennachschub dann auch noch luftdicht auf den Rhizomen klebt - und schon fault es.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 11:13:05
Es gibt immer mal wieder Hochwasser, dann steht dort alles unter Wasser, zuletzt war 2013 so ein großes Hochwasser, 2011 ein kleineres. (Außer der Elbe fließt dort noch die Mulde.) Wo das Hochwasser selbst keinen Schaden anrichtet, tut es dass dann zu Tage tretende Grundwasser.
Die Elbe samt Nebenflüssen ist ein kompliziertes Biotop nicht zuletzt durch die Nutzung für die Schiffahrt.
Dann ist das dort aber doch ein insgesamt recht feuchtes Gebiet - vor allem, wenn das Grundwasser so oberflächlich fließt. Die dort wachsenden Pflanzen müssen dann doch an Dauerfeuchte angepaßt sein - kommen die wirklich mit knochentrockenen Bedingungen gut zu recht?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Staudo am 01. August 2018, 11:14:29
Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel.

 ??? Das sollen wir glauben?


 ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 11:17:39
Sich die Folgen von derart viel Regen vorzustellen fällt in diesem Sommer besonders schwer. Ich erinnere mich an ein Jahr, schon länger her, als es hier im Mai eine Woche lang ohne Pause geregnet hat, vermutlich war das 2013, allerdings verfault auf einem Berg auch dann nichts .(Wir mussten damals gerade die Klärgrube umbauen... ::) ;D, just in dieser Woche...)

Zitat
Dann ist das dort aber doch ein insgesamt recht feuchtes Gebiet - vor allem, wenn das Grundwasser so oberflächlich fließt. Die dort wachsenden Pflanzen müssen dann doch an Dauerfeuchte angepaßt sein - kommen die wirklich mit knochentrockenen Bedingungen gut zu recht?

Mit normaler Sommertrockenheit schon, mit unnormaler, die auch noch öfter auftritt langfristig ganz sicher nicht.
Vermehrt solche Jahre wie dieses werden dauerhafte Schäden anrichten. Dazu kommen übrigens auch noch mehr starke Stürme in den letzten Jahren, die ein übriges tun.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 11:20:05
Es liegt also am vergammelnden Laub und weniger an Staunässe? Ich würde verpilztes Laub abschneiden und entfernen. 
Insgesamt aber denke ich,  dass man sich nicht gegen alle Eventualitäten wappnen kann.  Ich werde daher weiterhin so pflanzen, wie es die langjährigen Wetterbeobachtungen nahelegen. Das wäre hier eher Sahara und weniger Amazonas.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 11:23:44
Sich die Folgen von derart viel Regen vorzustellen fällt in diesem Sommer besonders schwer. Ich erinnere mich an ein Jahr, schon länger her, als es hier im Mai eine Woche lang ohne Pause geregnet hat, vermutlich war das 2013, allerdings verfault auf einem Berg auch dann nichts .(Wir mussten damals gerade die Klärgrube umbauen... ::) ;D, just in dieser Woche...)
Glaub ich Dir - ich hab aber kein Problem damit, mir ewig lange heiße trockene Sommer vorzustellen - haben wir inzwischen regelmäßig.

Früher hatten wir das nur im Winter, sehr viel Regen im Spätherbst und dann verfaulenden und später gefrorenen Matsch auf den Beeten. Hat auch einige Stauden das Leben gekostet - seither schneide ich im Spätherbst kategorisch alles ab und schütze nässeempfindliches Zeug mit Vlieshauben.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 11:25:46
Es liegt also am vergammelnden Laub und weniger an Staunässe? Ich würde verpilztes Laub abschneiden und entfernen. 
Würde ich auch, wenn man die matschigen Beete betreten könnte und die Stauden drumherum, die ohnehin schon zu Boden gedrückt, von Hagel durchlöchert etc. sind, nicht dabei im Weg wären.  :-\

(wo ich rankomme, mach ich es eh, aber die hohen Bartiris stehen halt hinten in den Beeten).

Insgesamt aber denke ich,  dass man sich nicht gegen alle Eventualitäten wappnen kann.  Ich werde daher weiterhin so pflanzen, wie es die langjährigen Wetterbeobachtungen nahelegen. Das wäre hier eher Sahara und weniger Amazonas.

Hier wechselt es laufend zwischen Sahara und Amazonas - durchschnittlich ist selten geworden.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 11:46:16

Glaub ich Dir - ich hab aber kein Problem damit, mir ewig lange heiße trockene Sommer vorzustellen - haben wir inzwischen regelmäßig.


Schrieb' ich dass ich damit ein Problem hätte?
Es ist wie es ist und seit vielen Jahren hier zunehmend trockener in einer ohnehin trockenen Gegend. Ausgeglichen wurde dies früher durch Regen im Frühjahr. Landregen oder auch Schnee im Winter. Da wuchs alles und hat den Sommer überstanden. Schneereiche (lange) Winter sind seltener bzw. sie gibt es überhaupt nicht mehr (deswegen halte ich es auch für Humbug im Harz große Wintersportanlagen zu planen - aber das nur nebenbei...), dafür gibt es Trockenheit so ab April, nicht nur dieses Jahr, aber dieses Jahr hat es eben auch noch im Mai, Juni, Juli viel zu wenig geregnet....

Die Wasserleitung ist hier übrigens eine Stichleitung, wenn alle vorher Wasser abzapfen, kommt hier nichts mehr an...musste ich gerade mal wieder feststellen. Dieser Zustand ist zwar seltener geworden, könnte aber, so es weiterhin solche Jahre wie diese gibt, wieder zunehmen. Die Tendenz hier ist keinesfalls Amazonas.
Das wird ein eigener Brunnen ausgleichen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 01. August 2018, 12:13:24
Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel. Das Laub leidet, bekommt Pilzflecken, wird niedergedrückt, stirbt ab - auf den Rhizomen bildet sich eine dauerfeuchte Schicht, die durch den Regennachschub dann auch noch luftdicht auf den Rhizomen klebt - und schon fault es.
Das ist alles ein bissl windschief.
Weißt du was Starkregen ist? Von Starkregen gibt es verschiedene Definitionen, aber nach keiner gab es das im Juli oder der im Juni in der von dir genannten Häufigkeit.

Mir leuchtet immer noch nicht ein, wie sich in einem - nach deiner Definition sommerwarmen und sommertrockenen Klima "südlich der Alpen" und "mit mediterranen Zügen" - bei fast ausschließlich Starkregen eine dauernasse Schicht so lange an der Oberfläche halten kann. Starkregen und Gewitter sind recht ineffektiv, da meistens von kurzer Dauer. Vieles steigt schnell wieder auf (Verdunstung). Oft trocknet das schnell.

Damit alles vor sich hinfault, müssen die nassen Verhältnisse häufig und von langer Dauer sein. Auch wenn es in Wien im Sommer deutlich weniger regnet, habe ich selbst in meinem schwereren Boden, wo sich das Wasser länger hält und wo zB mehrere Iris stehen, auch bei Starkregen nie solche Probleme.

Des weiteren zeigen die täglichen Aufzeichnungen für Graz Flughafen (auch für Graz Strassgang und Granz Uni) für Juni und Juli, dass es bei euch zwar wie sehr oft nasser war als sonst im Osten, aber keinesfalls hat es "fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel" gegeben. Von den 11 Tagen mit Niederschlag am Flughafen im Juli (ab 1 L / m2) können überhaupt nur drei theoretisch in die Kategorie "Starkregen" fallen. 7 Tage hatten moderaten Niederschlag (maximal 6 L, meistens viel weniger).

Ihr hattet auch Regentage bzw. einfach trübe Tage mit Niederschlag bzw. Schauern und da hält sich die Feuchtigkeit oft länger. So wie der Schnürlregen am Nachmittag des 23.07. auf der Autobahn auf Flughafenhöhe.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 01. August 2018, 12:19:48
Hier wechselt es laufend zwischen Sahara und Amazonas - durchschnittlich ist selten geworden.
Wann war zum letzten mal Sahara?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 01. August 2018, 12:21:28
Zitat
Pflanzen bedienen sich dort übrigens selbst - sind die auch schuld am sinkenden Grundwasserspiegel?
Ja sicherlich tragen die dazu bei. Grundwasserneubildung passiert deshalb nur außerhalb der Vegetationsperiode. Stark verdunstende Bäume, Pappeln z.B. werden auch zur Trockenlegung von nassen Böden verwendet.
Dann ist aber das Auffangen des Regenwassers in der Zeit der Vegetationsruhe ebenso schädlich für den Grundwasserspiegel - oder?

Ich finde es ein bisschen merkwürdig das so isoliert zu betrachten, weil letztendlich sind die Pflanzen ja Mitspieler im Wasserkreislauf und nicht nur dort? ???
Eine Pappelreihe wurde bei uns tatsächlich zum Entfeuchten eines Feldes gepflanzt (vor einigen Jahrzehnten.)
Irgendwann sind Regentonnen oder Zisterne ja voll und dann fliesst das Wasser wieder ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die eher kleinen Mengen, die da gefasst werden, schädlich sein können. Versiegelte Flächen stelle ich mir schädlicher vor.
Einen Brunnen dürften wir übrigens nicht bauen weil wir im Grundwasserschutzgebiet liegen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 12:45:40
Es ist wie es ist und seit vielen Jahren hier zunehmend trockener in einer ohnehin trockenen Gegend. Ausgeglichen wurde dies früher durch Regen im Frühjahr. Landregen oder auch Schnee im Winter. Da wuchs alles und hat den Sommer überstanden. Schneereiche (lange) Winter sind seltener bzw. sie gibt es überhaupt nicht mehr (deswegen halte ich es auch für Humbug im Harz große Wintersportanlagen zu planen - aber das nur nebenbei...), dafür gibt es Trockenheit so ab April, nicht nur dieses Jahr, aber dieses Jahr hat es eben auch noch im Mai, Juni, Juli viel zu wenig geregnet....

Die Wasserleitung ist hier übrigens eine Stichleitung, wenn alle vorher Wasser abzapfen, kommt hier nichts mehr an...musste ich gerade mal wieder feststellen. Dieser Zustand ist zwar seltener geworden, könnte aber, so es weiterhin solche Jahre wie diese gibt, wieder zunehmen. Die Tendenz hier ist keinesfalls Amazonas.
Das wird ein eigener Brunnen ausgleichen.
Wenn es sich so klar abzeichnet und ein Brunnen realisierbar ist, haben Du und Dein Garten gute Karten!  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 12:52:41
Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel. Das Laub leidet, bekommt Pilzflecken, wird niedergedrückt, stirbt ab - auf den Rhizomen bildet sich eine dauerfeuchte Schicht, die durch den Regennachschub dann auch noch luftdicht auf den Rhizomen klebt - und schon fault es.
Das ist alles ein bissl windschief.
Weißt du was Starkregen ist? Von Starkregen gibt es verschiedene Definitionen, aber nach keiner gab es das im Juli oder der im Juni in der von dir genannten Häufigkeit.

Mir leuchtet immer noch nicht ein, wie sich in einem - nach deiner Definition sommerwarmen und sommertrockenen Klima "südlich der Alpen" und "mit mediterranen Zügen" - bei fast ausschließlich Starkregen eine dauernasse Schicht so lange an der Oberfläche halten kann. Starkregen und Gewitter sind recht ineffektiv, da meistens von kurzer Dauer. Vieles steigt schnell wieder auf (Verdunstung). Oft trocknet das schnell.

Damit alles vor sich hinfault, müssen die nassen Verhältnisse häufig und von langer Dauer sein. Auch wenn es in Wien im Sommer deutlich weniger regnet, habe ich selbst in meinem schwereren Boden, wo sich das Wasser länger hält und wo zB mehrere Iris stehen, auch bei Starkregen nie solche Probleme.

Des weiteren zeigen die täglichen Aufzeichnungen für Graz Flughafen (auch für Graz Strassgang und Granz Uni) für Juni und Juli, dass es bei euch zwar wie sehr oft nasser war als sonst im Osten, aber keinesfalls hat es "fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel" gegeben. Von den 11 Tagen mit Niederschlag am Flughafen im Juli (ab 1 L / m2) können überhaupt nur drei theoretisch in die Kategorie "Starkregen" fallen. 7 Tage hatten moderaten Niederschlag (maximal 6 L, meistens viel weniger).

Ihr hattet auch Regentage bzw. einfach trübe Tage mit Niederschlag bzw. Schauern und da hält sich die Feuchtigkeit oft länger. So wie der Schnürlregen am Nachmittag des 23.07. auf der Autobahn auf Flughafenhöhe.
Der Theoretiker spricht.
 ::)

Weißt Du, ich sehe die Gewittergüsse, die über dem Flughafen niedergehen und auch die über Straßgang. Und zwei Kilometer weiter bleibt es trocken - und umgekehrt. Mein Mann fährt mit dem Rad aus der Stadt nach Hause - drinnen trocken, auf halber Strecke Starkregen, daß er nicht mehr weiterfahren kann und bei uns kein Tropfen - oder eben umgekehrt.

Grau ist Deine Theorie.

Starkregen ist einfach zu beschreiben - massives Aquaplaning, die Straßen und Felder stehen unter Wasser, das Laub der Bäume wird heruntergerissen, die Albizienblüten ebenfalls, Blütenstängel (Taglilien) werden geknickt, bei Blütensträuchern (Sommerflieder) reißt es ganze Äste ab - und 10 Minuten später ist alles vorbei.

Aber das ist wohl alles Einbildung, nicht?
Du kannst ja mal den Lord fragen - der kennt das auch.

PS: Seit etwas über einer Woche ist es nicht mehr so feucht, dafür aber endlich sommerlich heiß (erst seit 30.7. 30°C) - die Bewässerungsanlage läuft jeden Tag, man freut sich übers Badewetter. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 13:01:57
Hier wechselt es laufend zwischen Sahara und Amazonas - durchschnittlich ist selten geworden.
Wann war zum letzten mal Sahara?
https://www.flickr.com/photos/zamg/20530342742/in/album-72157654850998254/
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 13:03:41
Einen Brunnen dürften wir übrigens nicht bauen weil wir im Grundwasserschutzgebiet liegen.
Wir liegen auch in einem solchen Gebiet - Brunnen dürfen nur mit einem teuren Spezialverfahren gebohrt werden. Machen inzwischen aber viele, weil das Leitungswasser so teuer ist.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Veilchenblau 1 am 01. August 2018, 13:07:17
Wenn hier ein Neuling mitliest, der würde es sofort aufgeben einen Garten anzulegen...

Dabei macht es viel mehr Freude als Mühe, einen Garten, der standortgerecht angelegt ist, zu pflegen!

Ich gärtnere schon über50 Jahre und komme mit Gießkanne, manchmal auch Gartenschlauch, auch in diesem extremen Sommer aus. Bei mir ist nichts verdorrt und es blüht immer etwas, wenn auch nichts Exotisches. Ich habe das Gefühl meine Pflanzen fühlen sich hier wohl. Sie haben auch bis jetzt die Winter ohne besonderen Winterschutz überstanden. Gärtnere ich in einer solch bevorzugten Lage? Darüber muss ich mal nachdenken.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 01. August 2018, 13:22:14
Stimmt!

Einen Brunnen dürften wir übrigens nicht bauen weil wir im Grundwasserschutzgebiet liegen.
Wir liegen auch in einem solchen Gebiet - Brunnen dürfen nur mit einem teuren Spezialverfahren gebohrt werden. Machen inzwischen aber viele, weil das Leitungswasser so teuer ist.

Was kostet denn bei euch 1 m³ Wasser, mit und ohne Abwassergebühren?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 13:34:19
Was kostet denn bei euch 1 m³ Wasser, mit und ohne Abwassergebühren?
Ich kann nur den Wasserpreis genau nennen - gerade nachgesehen, nach der letzten Erhöhung € 2,20/m² - man bekommt aber noch eine Pauschale drauf (bei uns € 6,--/Monat, mengenabhängig für 'Instandhaltung'). Die kann ich schlecht dem Gartenwasser zuordnen, weil wir im Haus ja auch ordentlich Wasser verbrauchen. Detto mit dem Abwasser, da wird auch der Gesamtverbrauch als Basis gewertet und es hängt außerdem noch davon ab, wieviele Toilettenanlagen vorhanden sind.  :-\.

Grob geschätzt würde ich sagen, daß der Preis wohl etwas über 3 Euronen pro m² liegt.

Ich kann nicht beurteilen, ob das im Vergleich zu Deutschland billig oder teuer ist - im Vergleich zu den Umlandgemeinden sind unsere Wasserpreise jedenfalls geschmalzen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 01. August 2018, 13:42:33
Dafür der ganze Auf(st)(w)and?

Hier liegt der Preis bei 2,20 €/m³ für das Wasser selbst und bei etwa 2,50 €/m³ fürs Abwasser.
Eine "Gartenleitung", bei der wir nur das Frischwasser zahlen müssten, lohnt sich nicht - siehe oben.

Das ergäbe in einem Jahr, in dem wir 100 m³ im Garten versenken - und das haben wir dieses Jahr bei weitem nicht - gerade einmal Kosten von knapp 500 €. Die werden auf alle Eigentümer nach Wohnflächenschlüssel verteilt, auf uns entfällt etwa ein Siebtel, also bei obiger Rechnung 70 €.

Das ist bei den derzeitigen Spritpreisen gerade einmal Tanken.

In normalen Jahren brauche ich vielleicht 5-10 m³ zum Gießen.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 01. August 2018, 13:44:49

Grundwasserneubildung passiert deshalb nur außerhalb der Vegetationsperiode. Stark verdunstende Bäume, Pappeln z.B. werden auch zur Trockenlegung von nassen Böden verwendet.


das kann nicht stark genug betont werden! Sowohl bei nassen, als auch bei trockenen Böden sind Bäume das beste Mittel um einen Ausgleich zu schaffen und die Wettereinflüsse zu mildern. Der Wassertransport durch Gehölze ist beträchtlich. Größenordnungen von 1000 l täglich meine ich mich zu erinnern. Bei Trockenheit profitiert die Vegetation durch die höhere Luftfeuchtigkeit im Gehölzbereich und die Schattierung. Wir hatten das Thema hydraulic lift ja neulich. Wobei es im Gehölzschatten jetzt auch kläglich trocken aussieht, aber auf den offenen Flächen haben wir ein dramatisch schlechteres Bild.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 13:49:22
Dafür der ganze Auf(st)wand?

Hier liegt der Preis bei 2,20 €/m³ für das Wasser selbst und bei etwa 2,50 €/m³ fürs Abwasser.
Eine "Gartenleitung", bei der wir nur das Frischwasser zahlen müssten, lohnt sich nicht - siehe oben.

Das ergäbe in einem Jahr, in dem wir 100 m³ im Garten versenken - und das haben wir dieses Jahr bei weitem nicht - gerade einmal Kosten von knapp 500 €. Die werden auf alle Eigentümer nach Wohnflächenschlüssel verteilt, auf uns entfällt etwa ein Siebtel, also bei obiger Rechnung 70 €.

Das ist bei den derzeitigen Spritpreisen gerade einmal Tanken.

In normalen Jahren brauche ich vielleicht 5-10 m³ zum Gießen.

Wenn man so wenig gießen muß, rechnet es sich wirklich nicht.

Wir hatten 2003 € 450,-- Wassernachzahlung (on top zusätzlich zu den normalen monatlichen Wasserkosten), bei einem kleineren Garten als dem aktuellen.
Unsere Gesamtwasserkosten pro Jahr liegen seit dem Einbau der Zisterne und der Nutzung der Bewässerungsanlage bei einem größeren Garten unter diesem Betrag ;)

PS: Wir sind 'Wasserplantscher' - im Haus läuft ein großes Aquarium, es gibt viele große Zimmerpflanzen, wir haben einen viel genutzten Fitneßraum mit angeschlossenem Badebereich, es gibt viel Schmutzwäsche.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lord waldemoor am 01. August 2018, 13:53:38
im Vergleich zu den Umlandgemeinden sind unsere Wasserpreise jedenfalls geschmalzen.
ja bei uns warens mal 35 cent, wird jetzt bisschen mehr sein, wir zahlen fürs abwasser nix, das geht pauschal pro mann im haushalt
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:01:48
im Vergleich zu den Umlandgemeinden sind unsere Wasserpreise jedenfalls geschmalzen.
ja bei uns warens mal 35 cent, wird jetzt bisschen mehr sein, wir zahlen fürs abwasser nix, das geht pauschal pro mann im haushalt

Eben!
Danke für die Vergleichszahl.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 01. August 2018, 14:04:32
Ihr seid trotzdem Niedrigpreisgebiet. Hier 2,25 € (Trinkwasser) + 3,95 € (Schmutzwasser), je m³.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 14:06:26
Danke, dass ihr sachlich diskutiert. Ich wollte nachdenklich machen. In einem Jahrhundertsommer mit großer Dürre müssen wir unsere privaten Gartenwünsche hintenanstellen. Freie Fahrt für freie Bürger, fällt mir ein, ich nutzte es nie. Nicht alles, was erlaubt ist, muss ausgebeutet werden.
Ich freue mich über eure Kommentare. Ich freue mich über den Austausch.

Auch mein Wasserwerk setzt unverschämt hohe Gebühren an, die reinen Wasserkosten sind nicht so hoch. Man könnte sagen, glückliche Gemeinde, die ein Wasserwerk besitzt. Sie wird selbst mit dem marodesten Haushalt nie Konkurs anmelden.
Auch bei mir ist ein Anschluss/Zähler für Gartenbewässerung so teuer, dass sich die Einrichtung nicht lohnt. Lächerlicherweise muss dieser Zähler alle 6 Jahre kostenpflichtig ausgewechselt werden. 

Brunnen waren einst lebensnotwendig. Heute nicht mehr. Nutzgärten verschwinden immer mehr zugunsten von Ziergärten, die mit Brunnenwasser gegossen werden. Also entfällt die ursprüngliche Brunnennutzung. Kein Versorgungsaspekt mehr. Trotzdem kostenfreies Brunnenwasser. Bleibt noch die Förderung der „Grünen Lunge“.

Sind Gärten als Ernährungsdepot für Krisenzeiten gedacht? Brunnen damit für die Wasserversorgung für Notzeiten eingeplant? Ich sprach mit dem hiesigen Leiter des Wasserwerks. Das sah er nicht, hatte leider auch keinen geschichtlichen Einblick, verwies nur auf die Verknüpfung der Wasserwerke untereinander, sodass es zu keinem Trinkwassermangel kommen wird. Brunnen wären uninteressant.
Ich schmunzelte innerlich. Ein Hacker-Angriff auf die Infrastruktur der Wasserwerke, und der Wasserhahn tropft nicht mal mehr.

Für mich unfassbar, dass Brunnen bis zu 43 m Tiefe gebohrt werden, wie RosaRot in  #186 schrieb. Und sie selbst 18 m Tiefe plant. Ist es wirklich verantwortbar in der Tiefe Wasser zu entnehmen? Wie beeinflusst das die Vegetation?
Es ist kostbares Grundwasser, das bereits viele Filterstufen durchlief. Über solche Brunnen könnten schädliche Stoffe in die Bereiche der Wasserentnahmestellen der Wasserwerke kommen. Ich verstehe solche Genehmigungen nicht.
xxx) Korrektur: Es ging um Berggrundstücke. Tiefere Bohrungen sind notwendig.

Als Eigentümer gehört mir nur die Oberfläche meines Grundstücks. Also kann ich das Oberflächenwasser nutzen. Das Grundwasser gehört der Allgemeinheit oder den Wasserwerken. Sogar Flüsse haben einen Eigentümer.

Die Gemeinden verstehen beim Wasser Geld zu scheffeln. Wieso bleibt das Brunnenwasser kostenfrei? Das ist wie ein Widerspruch zur Raffgier der Wasserwerke. Anderseits deutet die Meldung, Genehmigung und Festlegung der Entnahmemengen für Brunnen auf eine Änderung der Brunnenwasserregelung hin. Auf Nichtmeldung steht übrigens Strafandrohung.

Ihr Brunnennutzer plant eure Gärten als stünde euch bald kein kostenloses Grundwasser zur Verfügung. Ich bin sicher, das wird bald so kommen.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lord waldemoor am 01. August 2018, 14:09:29
trotzdem kostet mir der m3 25 euro wenn ich 3 m3 im jahr brauche und 75 euro bezahle
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme ... besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:11:27
Ihr seid trotzdem Niedrigpreisgebiet. Hier 2,25 € (Trinkwasser) + 3,95 € (Schmutzwasser), je m³.
Dann habt Ihr wohl noch mehr Grund über Zisternen oder Brunnen nachzudenken - bei den Preisen ist Gartengießen nur sehr kleinräumig finanzierbar.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 01. August 2018, 14:11:45
vor einiger Zeit hatte ich ein Buch vorgestellt:

und Grün Kaputt, Landschaft und Gärten in Deutschland, Raben, München,6. erweiterte Auflage 1985 Stichworte wie: Container-Architektur, langweilig wie ein Pappkarton, Abstell-Höfe, Rustikalkitsch, Lederhosen-Architektur, Blumen mit Herz im Dirndl-Look, Welch ein Total-Ausverkauf, Grüner Teer, Containerpflanzenhalden, Bataillone von Blaufichten ... Abstandsgrün, Anstandsgrün, Koniferenland, auch im Tod noch Ellenbogen, ...

raiSch hatte darauf geantwortet und ich hatte das in einem anderen Zusammenhang zitiert:
den Film habe ich mir neulich ganz in Ruhe angeschaut. Diese Ordnungswut der Nachkriegszeit hat ja gerade bei jungen Haus- und Grundbesitzern ein Revival erfahren und ist im Städte- und Landschaftsbau auch nicht verschwunden. Bundesgartenschauen sind Veranstaltungen, die fast ohne Pflanzen auskommen, dafür Mengen von Steinen bewegen.

"Grün kaputt" war auch der Titel eines Fernsehfilms von Dieter Wieland im Bayerischen Fernehen von 1983, den ich anlässlich seiner 50jährigen Uraufführung in Münchner Filmmuseum wiedergesehen habe - unbedingt sehenswert!
https://www.br.de/mediathek/video/topographie-1983-gruen-kaputt-landschaft-und-gaerten-der-deutschen-av:585dc7a73e2f290012a8b5b9

oh, danke raiSch! Das ist ja sehr interessant! Toll vom Bayrischen Rundfunk den Klassiker in der Mediathek zur Verfügung zu stellen.

die Aufnahmen in dem sehr wertvollen Film und die Bilder in dem sehr wertvollen Buch zeigen überaus anschaulich, wo das Problem liegt.

Die traditionellen Bauernhöfe und das traditionelle Dorf hatten über Generationen erarbeite, wie sie ihre Häuser, Scheunen und Felder vor den schlimmsten Wetterkapriolen schützen konnten. Mehr oder weniger. Eine totale Dürre, wie sie Storm in der Regentrude schildert, kann in den Auswirkungen nicht kompensiert werden, es sei denn, jemand hat, wie der reiche Bauer, das sumpfige Land im Tal am Bachlauf den armen Bauern zu besseren Zeiten abgeluchst.

Hausbäume, Schutzhecken, Feldgehölze, Steinriegel ... auch die Standorte von Höfen sind geschickt ausgewählt. Niemals in Überschwemmungszonen, immer windabgewand, möglichst im Schutz von Höhenzügen ...

Die Bilder sprechen für sich, man sehe sich den Unterschied selber an, im Buch, im Video, und vor allem vor der eigenen Haustür und wenn man unterwegs ist, in der Landschaft heute.

Es gibt viel zu tun und man kann viel machen um klug auf die Klimaveränderungen zu reagieren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:14:04
Als Eigentümer gehört mir nur die Oberfläche meines Grundstücks.
Ist das bei Euch denn so?
Hier gehört einem auch das darunter - sonst dürfte wohl niemand Erdwärmeheizungen mit Tiefenbohrungen machen.
Wie tief geht denn dieses Eigentum - dürfen dann die Pflanzen im fremden Eigentum, also dem Boden unter der Oberfläche, überhaupt wurzeln und Nährstoffe entnehmen?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 14:16:28
Das ist schon immer so. Man braucht Genehmigungen für unterirdische Arbeiten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 14:19:12
Pflanzen werden m.E. nicht erwähnt, da greift das Nachbarrecht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:22:33
Das ist schon immer so. Man braucht Genehmigungen für unterirdische Arbeiten.

Hier braucht man bloß Baugenehmigungen (auch für oberirdische Bauwerke) und so lange man sich an die Bauordnung hält, darf man auch unterirdisch bauen, was einem gefällt. Auf Baugrundstücken gibt es ein ausdrückliches Baurecht, das schließt unterirdische Bauwerke mit ein.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: mifasola am 01. August 2018, 14:26:13
Als Eigentümer gehört mir nur die Oberfläche meines Grundstücks.
Ist das bei Euch denn so?
Hier gehört einem auch das darunter - sonst dürfte wohl niemand Erdwärmeheizungen mit Tiefenbohrungen machen.
Wie tief geht denn dieses Eigentum - dürfen dann die Pflanzen im fremden Eigentum, also dem Boden unter der Oberfläche, überhaupt wurzeln und Nährstoffe entnehmen?

Hier ist es kurz und ganz gut erklärt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 14:35:46

Sind Gärten als Ernährungsdepot für Krisenzeiten gedacht? Brunnen damit für die Wasserversorgung für Notzeiten eingeplant? Ich sprach mit dem hiesigen Leiter des Wasserwerks. Das sah er nicht, hatte leider auch keinen geschichtlichen Einblick, verwies nur auf die Verknüpfung der Wasserwerke untereinander, sodass es zu keinem Trinkwassermangel kommen wird. Brunnen wären uninteressant.
Ich schmunzelte innerlich. Ein Hacker-Angriff auf die Infrastruktur der Wasserwerke, und der Wasserhahn tropft nicht mal mehr.

Für mich unfassbar, dass Brunnen bis zu 43 m Tiefe gebohrt werden, wie RosaRot in  #186 schrieb. Und sie selbst 18 m Tiefe plant. Ist es wirklich verantwortbar in der Tiefe Wasser zu entnehmen? Wie beeinflusst das die Vegetation?
Es ist kostbares Grundwasser, das bereits viele Filterstufen durchlief. Über solche Brunnen könnten schädliche Stoffe in die Bereiche der Wasserentnahmestellen der Wasserwerke kommen. Ich verstehe solche Genehmigungen nicht.


Unser Gelände hat immer als Ernährungsdepot für Krisenzeiten oder danach  gedient. Es ist nie unmöglich, dass solch eine Nutzung einmal wieder notwendig sein könnte. Es gibt hier sogar eine alte oberirdische Gartenwasserleitung. Woher die kommt ist unklar, zumal hier noch nicht so sehr lange Trinkwasser anliegt (irgendwann nach 45, wahrscheinlich um 1960).
Mir stand bisher nur ein sehr ungünstiges Landstück für Gemüse zur Verfügung, dies hat sich geändert, auf den alten Flächen ließe sich mit Bewässerung wieder etwas machen. Ohne kaum, nur in sehr günstigen Jahren. In solchen Jahren wie diesem müssten eigentlich auch die Obstbäume gewässert werden. ich tue dies bei einem frisch veredelten jungen Apfelbaum.

Zur Brunnentiefe: wer auf einem Berg wohnt muss tief bohren um an Grundwasser zu kommen. Im konkreten Fall ist das Grundwasser unter dem Felsen bzw. unten im Gestein. Wie tief es nun genau wird, wird sich zeigen. Der hiesige Buntsandstein ist gut wasserführend.
Frühere Versuche (der Nachbarn, aus den 50ern) Brunnen zu graben sind eben daran gescheitert. Schon ein Keller läßt sich nur mit Bohrhammer etc. bauen...
Dem Brunnenbauer ist dieses Gestein hier allerdings lieb, er sagt, das bohrt sich leicht und macht kaum Dreck.
Die Vegetation wird der Brunnenbau gar nicht beeinflussen. Wir förden ja nicht Unmengen.

 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:36:36
Gesetzeslage Deutschland - verstehe.
Hier gibt es auch Einschränkungen - Grundwasser darf aber entnommen werden, selbst hier im Wasserschutzgebiet (es giblt halt Auflagen für die Art der Bohrung).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: mifasola am 01. August 2018, 14:38:41
Ja, das ist hier beim Grundwasser ähnlich - man darf nicht machen, was man will, aber was vor Ort erlaubt ist. Wir haben auch einen Brunnen, trotz Wasserschutzgebiet. Dank Berliner Urstromtal muss man hier dafür aber auch nicht sonderlich tief bohren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:40:31
Zur Brunnentiefe: wer auf einem Berg wohnt muss tief bohren um an Grundwasser zu kommen. Im konkreten Fall ist das Grundwasser unter dem Felsen bzw. unten im Gestein. Wie tief es nun genau wird, wird sich zeigen.
Frühere Versuche (der Nachbarn, aus den 50ern) Brunnen zu graben sind eben daran gescheitert. Schon ein Keller läßt sich nur mit Bohrhammer etc. bauen...
Dem Brunnenbauer ist dieses Gestein hier allerdings lieb, er sagt, das bohrt sich leicht und macht kaum Dreck.

Brunnen werden hier auch gebohrt - ich kenne keinen Brunnen, der gegraben werden konnte. Muß im Vergleich deutlich billiger sein.
Der Brunnen meiner Eltern ist auch deutlich tiefer (wenn ich mich recht erinnere mehr als 14 Meter) - das Areal liegt eben einfach höher über dem Grundwasser. Bohrtiefen von über 30 Meter sind hier in der Region allerdings selten, wer so hoch oben wohnt, hat meist Zugang zu Quellwasser.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 01. August 2018, 14:41:45
Ich verstehe noch immer nicht, wie es möglich ist, dass Pflanzen absaufen, wenn sie auf  einer 7m hohen komplett durchlässigen Schotterschicht stehen.

 :-* und diese Schotterschicht ist völlig frei von eingeschwemmten tonigen Schwebstoffen im Gegensatz zu allen anderen Schotterschichten, die ich hier am Neckar, am Rhein, und in Frankreich an der Rhone, der Var und der Verdone im Gebirge, wie im Flachland gesehen habe. Also ein völlig anderes Schwemmland als bei hymenocallis. Wo doch schon die aus der Türkei eingewanderten Erstbesiedler in der Jungsteinzeit ihr bestes Ackerland auf Auenböden entlang der Flussläufe gefunden hatten. Das hätte hymenocallis nicht gefunden.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 14:43:12
@RosaRot - als Flachlandmensch habe ich deine Problematik nicht einschätzen können. Jetzt verstehe ich auch die Tiefe der Bohrung, um an Wasser zu kommen. Danke für die Aufklärung. Alles okay.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:44:57
Ich verstehe noch immer nicht, wie es möglich ist, dass Pflanzen absaufen, wenn sie auf  einer 7m hohen komplett durchlässigen Schotterschicht stehen.

 :-* und diese Schotterschicht ist völlig frei von eingeschwemmten tonigen Schwebstoffen im Gegensatz zu allen anderen Schotterschichten, die ich hier am Neckar, am Rhein, und in Frankreich an der Rhone, der Var und der Verdone im Gebirge, wie im Flachland gesehen habe. Also ein völlig anderes Schwemmland als bei hymenocallis. Wo doch schon die aus der Türkei eingewanderten Erstbesiedler in der Jungsteinzeit ihr bestes Ackerland auf Auenböden entlang der Flussläufe gefunden hatten. Das hätte hymenocallis nicht gefunden.

Nö - die Schotterschicht ist nicht völlig frei von eingeschwemmten Schwebstoffen, aber sehr arm an solchen - deshalb wird sie ja auch zur Schottergewinnung abgebaut (wenige Kilometer südlich von uns liegen die Schottergruben eng nebeneinander).

Es ist auch kein Schwemmland.

Es ist das Geröll einer eiszeitlichen Gletscherendmoräne. Sie liegt nur hier in den Flußauen frei an der Oberfläche, auf dem rund 30 m höheren Stadgebiet im Norden liegt eine dicke Lehmschicht drauf.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 14:46:43
@RosaRot - als Flachlandmensch habe ich deine Problematik nicht einschätzen können. Jetzt verstehe ich auch die Tiefe der Bohrung, um an Wasser zu kommen. Danke für die Aufklärung. Alles okay.

 ;D ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 14:50:59
@RosaRot - Ich habe eine Korrektur im Text hinzugefügt. Ich ließ den monierten Text stehen, denn es ist interessant, dass Privatleute so tief bohren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lord waldemoor am 01. August 2018, 14:51:21
Als Eigentümer gehört mir nur die Oberfläche meines Grundstücks.
Ist das bei Euch denn so?
da wäre ich mir mal nicht so sicher, denke gehört zu haben dass nur 1 meter tief eigentum ist, wenn du darunter einen schatz findest müsstest ihn hergeben, ich würde wenn, ihn bestimmt in 90 cm tiefe finden
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 14:53:31
@RosaRot - Ich habe eine Korrektur im Text hinzugefügt. Ich ließ den monierten Text stehen, denn es ist interessant, dass Privatleute so tief bohren.

Der Brunnenbauer findet die Tiefe völlig normal... ;), es scheint Schlimmeres zu geben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 14:54:24
Wir sind hier mit unserem Grundstück noch gar nicht ans Wasser angeschlossen, daher benötigen wir einen Brunnen. Nun hat sich die Brunnenfirma gemeldet und wollte von mir wissen, wie tief bei uns das Grundwasser sei.

Das weiß ich natürlich nicht!  ???

Er meinte dann, ich möge die Untere Wasserbehörde fragen. Diese sagte, sie wisse es auch nicht, da müsse ich schon mal eine Probebohrung durchführen.  :P

Das fand ich irgendwie komisch! Um die Erlaubnis einer Bohrung zu bekommen, muss ich bohren! Ich werde also der Brunnenfirma sagen, sie mögen sich ihre Antwort bitte erbohren. (Ich werde es nett ausdrücken).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 14:56:33
@RosaRot - Ich habe eine Korrektur im Text hinzugefügt. Ich ließ den monierten Text stehen, denn es ist interessant, dass Privatleute so tief bohren.

Nein,  ist es nicht. Es hängt halt von den Bedingungen vor Ort ab.
Außerdem: was in der einen Gemeinde oder in einem Bundesland gilt,  muss nicht überall gelten. Es wäre gut, wenn man sich das immer wieder mal vor Augen führte.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 14:57:08
Wir sind hier mit unserem Grundstück noch gar nicht ans Wasser angeschlossen, daher benötigen wir einen Brunnen. Nun hat sich die Brunnenfirma gemeldet und wollte von mir wissen, wie tief bei uns das Grundwasser sei.

Das weiß ich natürlich nicht!  ???

Er meinte dann, ich möge die Untere Wasserbehörde fragen. Diese sagte, sie wisse es auch nicht, da müsse ich schon mal eine Probebohrung durchführen.  :P

Das fand ich irgendwie komisch! Um die Erlaubnis einer Bohrung zu bekommen, muss ich bohren! Ich werde also der Brunnenfirma sagen, sie mögen sich ihre Antwort bitte erbohren. (Ich werde es nett ausdrücken).

Hier bei uns kann man das bei der Behörde erfragen. Jeder Brunnen wird erfaßt - auf welchem Grundstück/wo dort und wie tief gebohrt werden mußte. Wir haben keinen aber 2 Häuser weiter gibt es einen - wir haben damals beim Amt die Daten erfragt, weil wir selbst überlegt haben, einen bohren zu lassen. Der Brunnen nebenan ist 7 m tief.
Vielleicht gibt es bei Euch ja auch ein solches Verzeichnis?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 14:58:24
Wir sind hier mit unserem Grundstück noch gar nicht ans Wasser angeschlossen, daher benötigen wir einen Brunnen. Nun hat sich die Brunnenfirma gemeldet und wollte von mir wissen, wie tief bei uns das Grundwasser sei.

Das weiß ich natürlich nicht!  ???

Er meinte dann, ich möge die Untere Wasserbehörde fragen. Diese sagte, sie wisse es auch nicht, da müsse ich schon mal eine Probebohrung durchführen.  :P

Das fand ich irgendwie komisch! Um die Erlaubnis einer Bohrung zu bekommen, muss ich bohren! Ich werde also der Brunnenfirma sagen, sie mögen sich ihre Antwort bitte erbohren. (Ich werde es nett ausdrücken).

Die müssten es eigentlich wissen.  Hast Du mehrere Angebote eingeholt?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 15:02:41
Wir sind hier mit unserem Grundstück noch gar nicht ans Wasser angeschlossen, daher benötigen wir einen Brunnen. Nun hat sich die Brunnenfirma gemeldet und wollte von mir wissen, wie tief bei uns das Grundwasser sei.

Das weiß ich natürlich nicht!  ???

Er meinte dann, ich möge die Untere Wasserbehörde fragen. Diese sagte, sie wisse es auch nicht, da müsse ich schon mal eine Probebohrung durchführen.  :P

Das fand ich irgendwie komisch! Um die Erlaubnis einer Bohrung zu bekommen, muss ich bohren! Ich werde also der Brunnenfirma sagen, sie mögen sich ihre Antwort bitte erbohren. (Ich werde es nett ausdrücken).

Hat denn in der Nähe jemand einen Brunnen den Du fragen könntest? Probebohrung kostet ja auch.
Bei uns stand die Frage nicht, weil es in etwas Entfernung an diesem Berg durchaus schon Brunnen gibt. Außerdem gibt es eine hydrogeologische Karte, das was ich daraus erlesen habe stimmt so ungefähr mit dem überein, was der Brunnenbauer meint. Das müsste es doch bei Euch auch geben? War ein Link hier aus dem Forum weiß jetzt nur nicht wo genau, in diesem Thread vermutlich.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:05:59
@hemerocallis & oile: Ich hatte ja die untere Wasserbehörde als zuständige Behörde gefragt, sie teilten mir mit, sie wüssten es nicht. Wir liegen etwas außerhalb des Ortes, unsere Nachbarn ist der Friedhof. Ich habe keine Vergleiche.

Mehrere Angebote habe ich noch nicht. Es geht ja gerade darum, dass die Brunnenbaufirma mir nur ein Angebot schreiben kann, wenn sie in etwa weiß, wo unser Grundwasser ist. Und laut Unterer Wasserbehörde wiederum kann nur eine Probebohrung dies herausfinden.

Meine Lösung ist nun: Wenn ich keinen Vergleichsbrunnen finde, so muss die Brunnenfirma einfach ins Unbekannte bohren. Die Kostenfrage ist dann aber offen!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 15:07:17
@hemerocallis & oile: Ich hatte ja die untere Wasserbehörde als zuständige Behörde gefragt, sie teilten mir mit, sie wüssten es nicht. Wir liegen etwas außerhalb des Ortes, unsere Nachbarn ist der Friedhof. Ich habe keine Vergleiche.

Mehrere Angebote habe ich noch nicht. Es geht ja gerade darum, dass die Brunnenbaufirma mir nur ein Angebot schreiben kann, wenn sie in etwa weiß, wo unser Grundwasser ist. Und laut Unterer Wasserbehörde wiederum kann nur eine Probebohrung dies herausfinden.

Meine Lösung ist nun: Wenn ich keinen Vergleichsbrunnen finde, so muss die Brunnenfirma einfach ins Unbekannte bohren. Die Kostenfrage ist dann aber offen!

Verstehe - das ist übel.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Staudo am 01. August 2018, 15:07:50
Meistens haben die Brunnenbaufirmen eine Pauschale + einen Meterpreis.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:08:15
@Rosarot: Hydrogeologische Karte! Aber warum sagt mir das der Mann von der unteren Wasserbehörde nicht?

Ich werde mal nach Brunnen in der Nähe fragen und nach hydrogeologischen Karten googlen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 01. August 2018, 15:08:33
Es sollte auch in Deiner Region hydrogeologische Karten geben. Beim Landesumweltamt oder Bergamt fragen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 15:09:30
Meistens haben die Brunnenbaufirmen eine Pauschale + einen Meterpreis.

Hier: Pauschale bis 10 m, danach Meterpreis, Pumpen und sonstiges Zubehör extra.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:11:41
Meistens haben die Brunnenbaufirmen eine Pauschale + einen Meterpreis.

1500 Euro pro 10 Meter, sagte er. Woher weiß ich nun aber, wieviel Meter es wohl werden. Es geht mir nicht um 500 Euro mehr oder weniger, aber wenn ich hier lese, wie tief das Grundwasser zum Teil ist!

Anderes Problem: die untere Wasserbehörde hat ein Formular, auf dem muss ich angeben, in welcher Tiefe bei uns das Grundwasser ist. Daher muss ich eine Probebohrung durchführen, um die Genehmigung zu erhalten. Kommt nur mir das komisch vor?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:12:48


Ich werde mal nach Brunnen in der Nähe fragen und nach hydrogeologischen Karten googlen.

Ich befolge Euren Rat und gebe Rückmeldung!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:24:14
Diese Karte

http://mapclient.lgb-rlp.de//?app=lgb&view_id=9

gibt nichts her. Ich suche mal nach Brunnen im Gebiet!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 15:24:33
Ich find's nicht mehr Markus, aber schau' mal hier: Link, in Brunnenbauforen wird man fündig.

So, jetzt fällt es mir wieder ein: Grundwasserisohypsen ist das Schlüsselwort, danach lässt sich die ungefähre Brunnentiefe errechnen. So eine Isohypsenkarte für Dein Land müsste es geben. Hier findet man das beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:32:58
Ich glaube, da werde ich fündig! Danke!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 01. August 2018, 15:34:16
Isohypsenkarte!?

 ;D ;D ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 15:36:13
 ???

Grundwasserisohypsen. So was.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 01. August 2018, 15:49:30
Der deutsche Begriff dafür ist Grundwassergleichenplan. Für den Flurabstand brauchst Du außerdem die Geländehöhe.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Henki am 01. August 2018, 16:54:52
das ist ja wohl Wahnsinn :o
...
Aber wo um Himmels Willen sollte ich bei mehr als 2.000 qm Garten mit dem gießen anfangen? Da bräuchte ich ja einen Gießbediensteten  ;D.

Was meinst du, wie ich bei 5000 m² die Pflanzen aktuell am Leben halte? Ich habe es nie ausgerechnet, schätze aber, dass die Beetfläche inzwischen auch im vierstelligen Quadratmeterbereich liegt.

Unseren Wasserverbrauch in den letzten gut 8 Wochen kann ich grob auf 230.000 l Wasser beziffern, gut 170.000 davon aus der Leitung bei einem Wasserpreis von irgendwas um die 1,80 € (ohne Abwasser, da Gartenwasserzähler). Zusätzlich fallen jährlich noch um die 150.000 l  für die Aquarien an, plus der ganz normale Wasserverbrauch.

Dafür der ganze Auf(st)(w)and?

DAS dachte ich mir auch. Aber gut, wenn natürlich jeder Tropfen sofort mit Hochgeschwindigkeit durch den Schotter in die Tiefe entflieht... Wieviele Kubikmeter im Jahr wird dann erst der Substratverbrauch betragen, wenn das alles in die Tiefe mitgerissen wird!  :o
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 17:05:02
Wer sich 5.000 m² Garten plus mehrere hunderttausend Liter Wasser leisten kann, kann das natürlich schwer verstehen.

Reichtum, egal ob ererbt oder erarbeitet verändert manchmal einfach die Wahrnehmung.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 01. August 2018, 17:11:25

... alles in die Tiefe mitgerissen wird!  :o

 ;D in die Tiefe mitgerissen -eben unterirdisch!  ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Henki am 01. August 2018, 17:17:39
Reichtum

Jetzt musste ich doch tatsächlich mal lachen. Der Garten ist mein Hobby. Hobbies verursachen Kosten. Man hat es selbst in der Hand, ob  und in welchem Umfang man Geld dafür aufwenden will. Entweder ich bin bereit, es genau dafür aufzubringen, oder ich lasse es bleiben. Was ich bei dir ungetrübt wahrnehme, ist in einigen Punkten Jammern auf hohem Niveau. Aber das hatten wir ja schonmal, das mit den Zwängen und den vermeintlichen Problemen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 17:21:32
Abgehoben. ::)
Wer es sich leisten kann, sein Hobby auf so hohem Niveau mit solchem Einsatz von finanziellen Mitteln zu betreiben, hat offenbar wirklich wenig Vorstellung davon welches Budget Otto Normalverbraucher für sein Hobby übrig hat.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 01. August 2018, 17:24:07
Abgehoben. ::)
Wer es sich leisten kann, sein Hobby auf so hohem Niveau mit solchem Einsatz von finanziellen Mitteln zu betreiben, hat offenbar wirklich wenig Vorstellung davon welches Budget Otto Normalverbraucher für sein Hobby übrig hat.

 ???

170.000 davon aus der Leitung bei einem Wasserpreis von irgendwas um die 1,80 €

Das sind Kosten von gut 300 €. Kein Pappenstiel, aber für ein Hobby für die meisten wohl kaum aus dem üblichen Rahmen fallend.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 01. August 2018, 17:35:06
Hausgeists Garten ist übrigens nicht in einer teuren Villengegend in Berlin-Dahlem, sondern in einer brandenburgischen Kleinstadt ausßerhalb des Speckgürtels.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Henki am 01. August 2018, 17:47:04
Abgehoben. ::)
Wer es sich leisten kann, sein Hobby auf so hohem Niveau mit solchem Einsatz von finanziellen Mitteln zu betreiben, hat offenbar wirklich wenig Vorstellung davon welches Budget Otto Normalverbraucher für sein Hobby übrig hat.

Nachdem du hier permanent betonst, dich nur mit Profi-Equipment und Profi-Lösungen und Profi-Hastenichjesehn zu befassen und überhaupt ja nur mit Profis zu kommunizieren vorgibst, bin ich davon ausgegangen, dass übliche Kosten, die für einen Garten anfallen, dich nicht schocken könnten.  :-\

Der Verbrauch ist, berechnet auf den Quadratmeterpreis, für Normalverhältnisse überhaupt nicht außergewöhnlich, betrachten man in Realtion dazu die durchaus außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse, mit denen wir hier aktuell zu kämpfen haben und die du dir nach einer Reise durch Deutschland beurteilen zu können anmaßt.

Da du aber - wie immer - nur von deiner eigenen kleinen Welt ausgehst, dabei aber der ganzen großen weiten Welt Ratschläge erteilen willst, kann die Rechnung für dich natürlich nicht aufgehen.  :-\ Sehr aufschlussreich übrigens, dass du diese kleine Welt endlich mal größentechnisch beziffert hast, das hilft nur noch umso mehr, deine Ratschläge einzuordnen, danke dafür!

Um noch etwas mehr ins Verhältnis zu setzen: 170 Kubikmeter Leitungswasser in 8 Wochen sind der diesjährige Gartenwasserverbrauch. Im letzten Jahr betrug er 0 (im Worten: null). In den Vorjahren im Höchstfall mal um die 60 Kubikmeter. Man kann sich jetzt mal kurz die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes von ausgeklügelten Bewässerungsanlagen bei einer Grundstückslänge von 200 m inklusive einiger Meter Steigung ausrechnen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Isatis blau am 01. August 2018, 17:56:53
Ich habe mich mal mit jemandem, der befristet arbeitet und zwischendurch von Hartz IV lebt unterhalten. Für so jemand ist ein Garten tatsächlich zu teuer. Das ganze Werkzeug, schon ein Rasenmäher.

Andererseits, wenn man dann sieht, was für Autos manche Leute fahren, da sind 300 fürs Wasser relativ.

Ich selbst überlege mir wie ich zu einer Zisterne kommen könnte. Gefälle ist da, das Gartenhäuschen ist oben am Hang.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 17:59:16
Eine passende Tonne eingraben oder eingraben lassen? Da gibt es doch Modelle für jeden Geschmack und Geldbeutel, zu knauserig sollte man aber nichts ein.
Hier steckt seit ewigen Zeiten (stammt von früheren Besitzern) u.a ein 1000l Keramikfass in der Erde. Der darin liegende Schlauch bewässert die Kübel auf der darunter liegenden Terrasse, ganz einfach.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 01. August 2018, 18:01:19
Das sind Kosten von gut 300 €. Kein Pappenstiel, aber für ein Hobby für die meisten wohl kaum aus dem üblichen Rahmen fallend.

Schon die Anschaffung von 5.000 m² Grund ist für die meisten sehr wohl aus dem Rahmen fallend.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 18:04:32
 ::)
Solche Grundstücke kosten in manchen Gegenden (Ost)deutschlands vergleichsweise wenig, als reines Grünland noch weniger und dann gibt es noch die Option, das sich solche Gärten schlicht weitervererben...
Ich kenne eine ganz Reihe junger Familien, die hier in der Umgebung größere Grundstücke erworben haben, viel Arbeit steckt da natürlich nach dem Kauf immer drin...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 18:05:31
@Hausgeist - der Mensch muss für etwas brennen, weiter so.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Isatis blau am 01. August 2018, 18:06:40
Eine passende Tonne eingraben oder eingraben lassen? Da gibt es doch Modelle für jeden Geschmack und Geldbeutel, zu knauserig sollte man aber nichts ein.
Hier steckt seit ewigen Zeiten (stammt von früheren Besitzern) u.a ein 1000l Keramikfass in der Erde. Der darin liegende Schlauch bewässert die Kübel auf der darunter liegenden Terrasse, ganz einfach.

1000l sind mir zu klein, ich habe schon einen Tank mit 1500l. 5000 könnten voll werden, wenn man im Winter sammeln kann.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 18:08:09
@Hausgeist - der Mensch muss für etwas brennen, weiter so.

Derzeit besteht akute Waldbrandgefahr.  ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Nox am 01. August 2018, 18:09:01
Ein lebhaftes Thema. Ich möchte nochmal zu Valeries Thesen Stellung nehmen:

Bezüglich des Bewässerns von Hausgärten und wie schädlich das doch sei: Ich bin gegen Pauschalierungen. Je nachdem, wie der Grundwasserstand und die Trinkwasserversorgung aussehen, kann das völlig anders aussehen. Normalerweise geben die Gemeinden Warnungen und Bewässerungsverbote aus, bevor es kritisch wird. Unser Winterregen hier war so ergiebig, dass wir keinen Engpass haben.

Valerie scheint mal etwas aus Kalifornien gelesen zu haben. Dort wird grossflächig Obst- Wein- und Nussanbau betrieben, und alles geht nur mit Bewässungen aus der Tiefe. Der dortige Untergrund hat Mikro-Hohlräume, die das Wasser speichern und wenn's leergepumpt wird sinkt er zusammen, die Hohlräume verschwinden und der Untergrund kann kein Wasser mehr speichern.

Ist aber nicht mit Deutschland zu vergleichen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 18:09:17
Isatis, das gibt es doch alles. Wir haben noch einen unterirdischen Tank mit 5000 l. Der ist allerdings nicht aus dem Baumarkt sondern eine professionelle Anlage, dürfte jetzt ca. 18 Jahre in der Erde stecken, ohne Probleme. Wenn es nicht regnet, fällt der aber auch irgendwann trocken. Relativ groß ist das Loch, in dem er steckt, auch geworden damals, war schon ein Akt...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Isatis blau am 01. August 2018, 18:12:15
Genau so etwas.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 18:14:06
Ich vergrabe keine Regentonnen mehr. Meine stehen auf gemauerten Steinsockeln so hoch, dass ich mit den unten angeschlossenen Schläuchen bis in die hintersten Gartenecken gießen kann. Ich brauche keine Pumpe. Der Wasserdruck reicht aus, natürlich Wasserschläuche mit großem Durchmesser. Das Gießen geht so schnell wie mit Leitungswasser. Außerdem sind alle Tonnen miteinander verbunden.


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 01. August 2018, 18:14:36
Schon die Anschaffung von 5.000 m² Grund ist für die meisten sehr wohl aus dem Rahmen fallend.
Hier in Wien zahlt man nicht selten mehr für 700 m2 als im Südburgenland oder im Waldviertel für 3000 m2. Der m2-Preis ist oft 10 mal so hoch und wenn es sich nicht um Bauland handelt, kostet der Grund noch viel weniger. Auch in Österreich. Es hängt vom Wo ab.

https://www.willhaben.at/iad/immobilien/grundstuecke/niederoesterreich/gmuend/bezirk-gmuend-schoenes-baugrundstueck-fuer-ihr-traumhaus-264607937/

Und zu den anderen Punkten komme ich noch.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 18:15:28
@ Isatis, mir fällt gerade nicht ein, von welcher Firma der war, der Behälter, müsste ich nachher mal nachsehen, dann kann ich Dir den nennen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 01. August 2018, 18:18:27
@ Isatis
...Ich selbst überlege mir wie ich zu einer Zisterne kommen könnte. Gefälle ist da, das Gartenhäuschen ist oben am Hang.

Frag mal Lilo ;)
Sie hat in ihrem Garten ein sehr ausgeklügeltes System, mit dem sie das bei ihr rare Wasser an ihrem Hang sammelt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 18:18:54
@oile - aber sie, nein, ER hat doch Wasser en masse. Ihr, nein, sein inneres Feuer lässt sich nicht löschen. Lese schon eine Weile die Entwicklung ihres, nein, seines Gartens. Chapeau!

und Pardon. Es gibt aber auch weibliche Hausgeistinnen
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 18:19:34
Ich vergrabe keine Regentonnen mehr. Meine stehen auf gemauerten Steinsockeln so hoch, dass ich mit den unten angeschlossenen Schläuchen bis in die hintersten Gartenecken gießen kann. Ich brauche keine Pumpe. Der Wasserdruck reicht aus, natürlich Wasserschläuche mit großem Durchmesser. Das Gießen geht so schnell wie mit Leitungswasser. Außerdem sind alle Tonnen miteinander verbunden.

Ja, so funktioniert mein vergrabenes Keramikfass, am Hang, auch.
Eine 5000l Zisterne ist etwas unförmig um sie so aufzustellen, auch eine Batterie dieser weißen 1000l Fässer ist  nicht gerade schön anzusehen...eine Nachbarin hat das und versucht mit etwas Hecke zu tarnen...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 18:23:13

@oile - aber sie hat doch Wasser en masse. Ihr inneres Feuer lässt sich nicht löschen. Lese schon eine Weile die Entwicklung ihres Gartens. Chapeau!

Sie?  ???
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 18:24:39
1000 l-Behälter sind hässlich, aber ich habe keinen Schöner-Wohnen-Garten. Irgendwann sind sie zugewachsen.
Aber wie groß sind 5000 l-Tanks? Nie gesehen. Oder werden die vergraben?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Valerie am 01. August 2018, 18:26:13
@oile - ach... wie peinlich. Soll ich alles verbessern?

Ein Mann mit Feuer, grandios.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 01. August 2018, 18:44:48
1000 l-Behälter sind hässlich, aber ich habe keinen Schöner-Wohnen-Garten. Irgendwann sind sie zugewachsen.
Aber wie groß sind 5000 l-Tanks? Nie gesehen. Oder werden die vergraben?

Ja. Ich schrieb von vergraben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 01. August 2018, 22:06:16
https://www.flickr.com/photos/zamg/20530342742/in/album-72157654850998254/
Aha, 2015. Meinst du. Entschuldige wenn ich insistiere, aber ich sehe nur eine Häufung der Hitzetage in den letzten Jahrzehnten (1. Grafik), wie überall der Fall, und eine Karte von 2015 mit Abweichung gegenüber den Normniederschlägen.

Laut ZAMG Jahrbuch waren das in Graz Uni 335 L (vs. 389 L 1981-2010), am Flughafen 303 L (vs. 334 L) und in Straßgang 328 L (noch keine Normwerte).
Weniger als sonst und wenn es weniger oft geregnet, trotzdem üppig. Andere würden sich vielleicht darüber freuen, wenn es jedes 2. Jahr so viel wäre. In Wien wäre das einer der niederschlagsreichsten Sommer seit 2006 gewesen (von der Menge her) und von der Anzahl der Regentage her kaum unter Durchschnitt.

Du musst anfangen zu verstehen, dass
1. es nicht nur deine kleine Welt gibt und dass deine "Extremsituationen" außerhalb dieser nicht unbedingt außergewöhnlich sind 
2. deine "Trockenheitsprobleme" wohl hauptsächlich mit dem Boden zu tun haben, vielleicht auch hausgemacht sind und auf das Klima zurückzuführen sind. Bei mir gedeihen genug Pflanzen in fast reinem Schotter ohne gießen... bei weniger Regen, höheren Temperaturen, mehr Sonne im Sommer und mehr Wind (und nach Starkregen faulen die Pflanzen auch im schweren Boden nicht gleich vor sich hin).
Trockenheit ist relativ. Was du als trocken bezeichnest ist wo anders vielleicht fast ein Normalzustand.

Und dann das vom 16.05.15:
Entgegen der weltweiten Temperaturtrends hatten wir heuer daher eine extrem kurze Garten-/Outdoor-Saison von nicht einmal 6 Monaten, die auch noch vergleichsweise verregnet war. In guten Jahren sind es hingegen 8 Monate mit angenehmen Temperaturen und Sonne, die man lieber draußen als drinnen verbringt.

Also noch mal, wann gabs bei euch die Sahara?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Roeschen1 am 01. August 2018, 22:32:35
 Ein 5000 Liter Kugeltank  hat einen Durchmesser von 2,13 Meter
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Roeschen1 am 01. August 2018, 22:38:08
1000 l-Behälter sind hässlich, aber ich habe keinen Schöner-Wohnen-Garten. Irgendwann sind sie zugewachsen.
Aber wie groß sind 5000 l-Tanks? Nie gesehen. Oder werden die vergraben?
Man könnte ein Tarnnetz darüber legen, oder eine Hecke davor pflanzen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 01. August 2018, 22:43:30
Tarnnetze sind ja auch so ästhetisch ansprechend.  ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 01. August 2018, 22:55:59
Schlingknöterich drumherum pflanzen? Oder im einem Phyllostachys-Wäldchen verstecken? ;) Schöner wäre sicher eine Clematis montana, zur Not geht wohl auch noch Efeu, wenn's ein schattiges Eckchen ist. :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Lilo am 01. August 2018, 23:07:32
Frag mal Lilo ;)
Sie hat in ihrem Garten ein sehr ausgeklügeltes System, mit dem sie das bei ihr rare Wasser an ihrem Hang sammelt.
Oben am Gartenhaus ist eine in den Hang gemauerte Zisterne, dort wird das Wasser von der Dachfläche, ca. 30 m², aufgefangen. Ich habe am Hang auf mehreren Terrassen 3 große Fässer(2000L) gestellt, außerdem ist da noch ein Container für Palmen(1500L), ein kleines Fass(500L) und ein in den Boden eingegrabener Behälter aus Betonringen(2000L). Diese Behälter sind mit Schläuchen verbunden, Ich kann das Wasser von oben nach unten ablassen und auf die Behälter verteilen. Ich gieße dann mit Gießkannen.

Die Fässer sind mit Fliegengitter auf Holzlatten abgedeckt. Den Palmencontainer habe ich mit einer Sichtschutzmatte aus Reisig kaschiert.

Ich habe noch eine große Traubenbütte(2000L) in petto, die möchte ich noch stellen und anschließen. Außerdem gibt es noch einen 1000-Liter-Kanister, der hinter dem Schuppen mit den Gartenmöbeln steht und mit dem man auch Wasser fahren kann.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 02. August 2018, 00:20:03
...2003 und 2006 musste er im Ein- bis Zweistundentakt (je nach jeweils zu bewässernder Flächengröße) die Position wechseln und war täglich 4-6 Stunden in Betrieb. Aktuell reicht die halbe Zeit pro Tag, mit dem Ergebnis, dass jedes Beet nur etwa alle 10-14 Tage seinen "Regen" kriegt. ...

Ich meine es nicht böse Querkopf aber das ist ja wohl Wahnsinn :o. Hier werden frisch gepflanzte Stauden ein paar mal gegossen und dann müssen die sich kümmern. Und hier regnet es nie. Ich habe letzte Woche meinen Wildpflanzenhang das erste mal bisher kurz mit dem Schlauch gegossen, weil ich dachte, dass Wildbienen und Schmetterlinge Nektar brauchen. Aber wo um Himmels Willen sollte ich bei mehr als 2.000 qm Garten mit dem gießen anfangen? Da bräuchte ich ja einen Gießbediensteten  ;D.
Nö, kein Wahnsinn. Betrifft ja in dieser Form nur ein paar Sommerwochen in extremen Jahren. Bislang sind die Sommer mit bescheidenerem Wässerungsprogramm noch deutlich in der Überzahl :).
Und wenn, wie 2003 und 2006, Sprenger-Dauerlauf angesagt ist, hält sich's wassertechnisch auch noch in Grenzen. Erstens, weil der Sprenger an der Hausleitung hängt, mit entsprechend mäßigem Wasserdruck; das reduziert die Flächen, die er pro Runde beregnen kann, ergo auch die Wassermenge. Zweitens, weil Wiese und wilde Böschung alleine klarkommen müssen; damit reduziert sich die zu bewässernde Fläche auf 400-500 qm.
Die allerdings braucht halbwegs regelmäßig Wasser. Um der Pflanzen willen. Aber auch zur Bodenpflege: Wenn der schwere Lehm "verbäckt", wird er steinhart, lässt Regen bloß noch ablaufen. Da kriegen Pflanzenwurzeln nix mehr ab, und Oberflächenhumus fließt mit dem Regen hangabwärts :-X...

Bei uns gelten ähnliche Regeln für "Gartenwasserzähler" (=man muss fürs Gartenwasser keine Abwassergebühr zahlen, die ja den größten Teil der Leitungswasserkosten ausmacht), wie sie Bristlecone für seine Kommune beschrieben hat. Die Installation rechnet sich hier ab einem Gartenwasserverbrauch von 15-20 Kubikmetern jährlich. Wir haben's durchkalkuliert: Rechnet sich nicht, wir (ver)gießen deutlich weniger.

Und, übrigens: Es hat heute geregnet, der Regenmesser zeigte abends 10,5 l/qm an :D :D :D. Das reicht erstmal ein paar Tage.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Chica am 02. August 2018, 07:21:49
das ist ja wohl Wahnsinn :o
...
Aber wo um Himmels Willen sollte ich bei mehr als 2.000 qm Garten mit dem gießen anfangen? Da bräuchte ich ja einen Gießbediensteten  ;D.

Was meinst du, wie ich bei 5000 m² die Pflanzen aktuell am Leben halte? Ich habe es nie ausgerechnet, schätze aber, dass die Beetfläche inzwischen auch im vierstelligen Quadratmeterbereich liegt.

Unseren Wasserverbrauch in den letzten gut 8 Wochen kann ich grob auf 230.000 l Wasser beziffern, gut 170.000 davon aus der Leitung bei einem Wasserpreis von irgendwas um die 1,80 € (ohne Abwasser, da Gartenwasserzähler). Zusätzlich fallen jährlich noch um die 150.000 l  für die Aquarien an, plus der ganz normale Wasserverbrauch.


Ich dachte bei meinem Einwand gar nicht so sehr an den finanziellen Aufwand, obwohl Deiner ja dann nicht unerheblich ist, sondern an den zeitlichen. Ich kann und will nicht so viel Zeit in die Bewässerung meines Gartens investieren. Das bisschen an Freizeit was bleibt, wenn man den Vollzeitjob und den Aufwand zur Lebenshaltung abzieht, investiere ich lieber in Tagfaltermonitoring und Wildbienenbestimmung, den Austausch mit Laien-Fachleuten dazu und die dazugehörige Fotografie. Das ist eben mein Hobby. Aber es ist auch völlig OK, wie das bei Euch ist  :-*.

Der Thread hat doch zum Inhalt, wie den Garten verändern, um Wetterextreme auszugleichen. Darauf gibt es doch nur eine Antwort: Die Gestaltung des Gartens mit angepassten Pflanzen, Pflanzen die schon immer hier überleben, wenn nicht der Mensch sie mit seinem Ordnungswahn beseitigt. Das bringt dann als Bonus die Tiere in den Garten die auch immer schon hier leben, 52 Tagfalterarten bei mir hier inzwischen  :D. Ich weiß dass dies kein gängiges Verständnis von Garten ist, für mich aber ist das alles nur so stimmig.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: MarkusG am 02. August 2018, 09:32:46
@Chica:

Zitat
Der Thread hat doch zum Inhalt, wie den Garten verändern, um Wetterextreme auszugleichen. Darauf gibt es doch nur eine Antwort: Die Gestaltung des Gartens mit angepassten Pflanzen, Pflanzen die schon immer hier überleben, wenn nicht der Mensch sie mit seinem Ordnungswahn beseitigt. Das bringt dann als Bonus die Tiere in den Garten die auch immer schon hier leben, 52 Tagfalterarten bei mir hier inzwischen  :D. Ich weiß dass dies kein gängiges Verständnis von Garten ist, für mich aber ist das alles nur so stimmig.

Ich denke derzeit auch in die Richtung und beobachte im Garten, was in der jetzigen Trockenheit gut da steht. Manchmal ist es auch einfach nur die falsche Gewohnheit, die uns davon abhält, die einheimische Flora als gartenwürdig zu erachten.

Da sehe ich beispielsweise die Wilde Möhre oder die Pastinake, die in ihrem frischen gelbgrünen Farbton wunderbar da steht. Und warum soll ich Artemisia lactiflora künstlich am Leben erhalten, wenn es den wunderbaren Beifuss gibt. Geranium sanguineum ist heimisch und verträgt sehr viel Trockenheit, Schafgarbe, Carde, Vincetoxicum (nochmals Dankeschön dafür!), Euphorbien und und und...

Aber natürlich auch die "fremden" Pflanzen: Miscanthus "Cosmopolitan" sieht man die Trockenheit bei mir überhaupt nicht an, auch Gracillimus sieht gut aus, wohingegen die meisten Miscanthus sehr leiden. Amsonia hubrichtii, Liatris spicata, Scutellaria baicalensis: alle wunderbar. Und vor allem mein Held des Gartens: Geranium "Dreamland". Ich hatte mal 20 Stück gekauft und sofort geteilt,dann hatte ich über 100. Viele davon sind ausgepflanzt und die restlichen habe ich jetzt nochmals geteilt: Ich werde den Garten damit zupflastern!

Wir sollten in einem Thread mal alle Pflanzen (unabhängig von heimisch oder nicht) sammeln, die in der jetzigen Situation gut dastehen! Und damit dann ein Beet gestalten.

Markus
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 02. August 2018, 10:01:39
Wir sind hier mit unserem Grundstück noch gar nicht ans Wasser angeschlossen, daher benötigen wir einen Brunnen. Nun hat sich die Brunnenfirma gemeldet und wollte von mir wissen, wie tief bei uns das Grundwasser sei.

Das weiß ich natürlich nicht!  ???

Er meinte dann, ich möge die Untere Wasserbehörde fragen. Diese sagte, sie wisse es auch nicht, da müsse ich schon mal eine Probebohrung durchführen.  :P

Das fand ich irgendwie komisch! Um die Erlaubnis einer Bohrung zu bekommen, muss ich bohren! Ich werde also der Brunnenfirma sagen, sie mögen sich ihre Antwort bitte erbohren. (Ich werde es nett ausdrücken).

Hat denn in der Nähe jemand einen Brunnen den Du fragen könntest? Probebohrung kostet ja auch.
Bei uns stand die Frage nicht, weil es in etwas Entfernung an diesem Berg durchaus schon Brunnen gibt. Außerdem gibt es eine hydrogeologische Karte, das was ich daraus erlesen habe stimmt so ungefähr mit dem überein, was der Brunnenbauer meint. Das müsste es doch bei Euch auch geben? War ein Link hier aus dem Forum weiß jetzt nur nicht wo genau, in diesem Thread vermutlich.

Ich hatte da eine hydrogeologische Karte für Sachsen-Anhalt gefunden, die aber für dich nichts Neues brachte, du hast bei weiterer Suche eine Grundwasserisohypsenkarte gefunden, gemeinsam eruierten wir, dass die Zahlen die Höhe des Grundwasserspiegels von NN aus gemessen angeben, man muss also die Höhe über NN des eigenen Grundstücks minus die Isohypsenzahl rechnen, um herauszubekommen, wieviel Meter tief der Grundwasserspiegel liegt, das war irgendwo in einem der Cafés.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: pearl am 02. August 2018, 10:20:06

Wir sollten in einem Thread mal alle Pflanzen (unabhängig von heimisch oder nicht) sammeln, die in der jetzigen Situation gut dastehen! Und damit dann ein Beet gestalten.


habe ich jetzt gemacht: welche Pflanzen haben bei euch die Trockenheit mehr oder weniger gut überlebt?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: philippus am 02. August 2018, 10:20:16
Ich liste mal auf, was hier seit Jahren großer Hitze und längeren Trockenphasen, Nässe und selbst Kahlfrösten bis zu -15 Grad (teilweise mit Ostwind) trotzt. 2017, 2015 und 2013 waren übermäßig trockene Sommer mit wenig Niederschlag, hohen Temperaturen, viel Sonne und damit hoher Verdunstung. 2014 war eher feucht, hatte aber auch Trockenphasen. Mir ist klar, dass viele mediterrane, zentralasiatische, texanische, mexikanische und südafrikanische Herkünfte dabei sind und dies weder jeden Geschmack trifft noch überall die Voraussetzungen für ihre Kultur gegeben ist. Mein Ziel war aber ein Garten (fast) ohne Gießen mit Pflanzen die auch im Sommer blühen und eine Schwäche für xerophile Pflanzen habe ich sowieso ;) Trotzdem könnte es da und dort eine Anregung sein es mit der einen oder anderen Pflanze zu versuchen.

Ohne Schäden:

- Nepeta Walker's Low, Grog und Blue Danube (seit 2010)
- Agastache rupestris (seit 2012)
- Perovskia atriplicifolia 'Blue spire' (seit 2011)
- Asphodeline lutea, Asphodeline liburnica (12 Stk, davon ein Ausfall vermutlich wegen Staunässe)
- Helichrysum italicum, Helichrysum stoechas (seit 2008/9)
- Aethionema 'Warley rose' (seit 2010)
- Cistus x lenis grayswood pink (seit 2011)
- Cistus laurifolius (seit 2010 oder 2011)
- Centaurea ragusina (gilt als kurzlebig)
- Tanacetum densum sbsp. amanii
- Diverse Lanvandula angustifolia (seit mehr als 15 Jahren)
- Lavandula intermedia 'Grappenhall' (seit 2009)
- Diverse Salvia oficinalis (seit mindestens 12 Jahren)
- Thymus oficinalis (seit mindestens 12 Jahren)
- Euphorbia rigida (seit 2010)
- Ballota pseudodictamnus (seit 2012)
- Phlomis tuberosa 'Amazone' (seit 2011, nicht vollsonnig)
- Helleborus argutifolius (seit 2011)
- Salvia sclarea (2-jährig, nicht mehr erneuert)
- Iris pumila
- Iris lutescens
- Iris pallida
- Zwergiris div. Sorten
- Calamagrostis acutiflora (seit 2010)
- Festuca mairei
- Stipa gigangea (2012 bis 2017, dann verschenkt)
- Pennisetum orientale (seit 2011)
- Helictotrichon sempervirens
- Hertia cheirifolia (seit 2013)

- Cupressus semperirens (seit 2005)
- Pinus Pinea (seit 2008)
- Pinus halepensis (seit 2006)
- Pinus pinaster (seit 2011)


Mit teilweise geringfügigen Schäden nach strengen Wintern:

- Rosmarinus 'albiflorus' und 'Mrs. Jesop's Upright' (Blattschäden, gelegentlich erfrorene oder ausgetrocknete dünnere Zweige)
- Phlomis fruticosa (Blattschäden)
- Quercus ilex (BLattschäden)
- Ficus carica der Sorten Negronne, Hardy Chicago (erfrorene Triebspitzen, selten Triebe), Pastilière (frostempfindlicher in der Etablierungsphase)
- Punica granatum 'Provence' (erfrorene Triebspitzen, sehr selten Triebe)
- Cistus x florentinus


Salvia greggii / microphylla hatten bereits in ihrem ersten Jahr 2017 trotz Trockenphasen und großer Hitze im wesentlichen keine Probleme und blühten von Mai bis Anfang November praktisch ohne Wassergaben. 4 der 5 Selektionen haben hier den Winter mit dem Extremmärz (eine Woche mit zweistelligen Tiefstwerten) überstanden. Das gilt auch für Hesperaloe parviflora, Ampelodesmos mauritanicus und Helichrysum spendidum (alle gepflanzt 2016). Alle genannten Pflanzen haben bereits 2 kritische Winter überlebt. Ich darf optimistisch sein.

Gepflanzt habe ich hauptsächlich Pflänzchen, die ich im gut durchwurzelten 1,4 L Container erworben hatte. Die etwas größeren Wurzelballen mit mehr Erde haben sich vor allem in sehr kargem Substrat bewährt, ich habe ihre Entwicklung direkt mit Pflanzen im 9 cm Töpfchen vergleichen können. Gegossen wurde im Regelfall einmal bei der Pflanzung und dann je nach Wetterlage noch bis zu 2 mal im ersten Jahr, sonst nicht mehr.

Der Mutterboden ist verdichteter toniger Lehm. Um die Überlebensraten im Winter zu verbessern, haben die meisten Beete eine Auflage von 35 bis 50 cm guter, leichter Gartenerde, mit mehr oder weniger mineralischen Teilen vermischt (zw. etwa 20% und mehr als 50% Sand, Kies, Split) erhalten. Direkt im Mutterboden überlebten Cistus monspeliensis, Stachys byzantina, Aethionema grandiflora, Nepeta Blue Danube, Pistacia lentiscus, mancher Lavendel und sogar 2 Phlomis tuberosa den Winter 2011/12 nicht. Die lockere, magere obere Schicht erleichtert das Überleben im Winter, bei großer Trockenheit dürften aber einige Pflanzen in die tiefere wasserspeichernde Lehmschicht gelangen. Von diversen Umpflanzaktionen weiß ich aber, dass einige zumindest einige Zeit brauchen, um den Mutterboden zu erreichen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 02. August 2018, 19:05:09
....und jaa den Überblick kann man gleich mal verlieren: 8)

 ich möcht jetzt trotz aller Wind - richtungen und - stärken mal bei #369 fortsetzen,

denn, dass des glaub ich halt,dass es ganz wichtig ist, nach den vorhandenen Gegebenheiten im eigenen Garten zu gärtnern.
Hier mein Plan, der durchaus aktuell ist. Hoffe ihr könnt was drauf sehen.




Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 02. August 2018, 19:33:20
 

Mein Garten liegt in einer Senke,
 also südseitig gibt es den "großen 3er Kanal" der etwa 3m über meinem Gartenniveau liegt!!

Südseitig sind jede Menge große Bäume vom Stadtpark- mit dem Vorteil, dass dieses Areal nicht so schnell aufgegeben werden wird. (Gemeinde ist zuständig). Und ich gar nicht viel gießen muss, jedenfalls in normalen Sommern, aber was ist schon normal? ::)

Durch die Senke ist mein Boden natürlich erst sehr spät bereit, warm zu werden. Was zwar den Hellebussen nicht wirklich viel  ausmacht, aber sie mögens bei mir eher halbsonnig, bis sogar vollsonnig.

Meine riesige Magnoglie, (namenlos, 60 Jahre alt) schütze ich vor Spätfrösten mit in der Nacht aufgestellten zwei brennenden Holzfeuerschalen.
 Hat bislang total funktioniert.
 Das natürlich, weil ich weiß aus welcher Richtung der Frost kommt.
Das ist aber nur ein Detailfoto. Mach gerne jetzt ein aktuelle Foto wegen der Größe.
Hatte schon die blühenden Triebe im 1. Stock hinausdrängen müssen, wenn ich die Fenster offen hatte. 

 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 02. August 2018, 19:52:20
Ach ja, und wegen der Windstille:
Hierorts gibt es vor allem im Herbst richtige Stürme, fast beängstigend. (Schneebergdüse?) und die werden von Jahr zu Jahr schlimmer.

Es werden von grünen Bäumen die Blätter abgerissen und sie landen dann schon in meinem Garten.
Macht nix,  ;D
Ich sammel sie und kompostier sie,auch ok?
Die Grenze westseits in meinem Garten ist eine uralte Steinmauer,die mag ich sehr gern.
Hab aber (laut Grundbuch den Auftrag sie zu erhalten, weil steht noch auf meinem Grund.) nähere Detail lass ma mal aus.
Da sieht man ein Stückerl der alten Mauer.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 02. August 2018, 20:08:49

Auch ich kann niemandem, von euch Fachleuten
(weil totaler Laie) kein Allgemein- rezept gegen den Klimawandel geben.

Außer, genau beobachten und dann tun!

Auch ich selbst werd wieder eine Reihe von Pflanzen im Herbst wieder umsetzen müssen.

Aber gerade das macht das Gartenleben -für mich halt-  spannend.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Lilo am 02. August 2018, 20:20:22
Mein Garten

Größe:
ca 4.000m² auf einem Hektar Grundstück, die anderen 6.000m² sind Wald, hauptsächlich Kiefer, Kastanie und Robine.

Lage:
ca 200m NHN, Südost-Hang, mit Trockenmauern terassiert, Höhenunterschied vom Eingang bis zum von mir genutzten Gartenhaus ca. 15m. Sonne von Sonnenaufgang bis ca. 16:00, dann beginnt der Berg Schatten zu werfen, ab 18:00 liegt der Garten komplett im Schatten

Boden:
sandig, steinig, mit geringem Lehmanteil, Buntsandstein, einige wenige Ecken mit höherem Lehmanteil, kalkarm.

Wasser:
Kein Wasseranschluß, kein Brunnen, Regenwasser wird gesammelt und ich kann bis zu 12.000Liter speichern. Es wird gezielt mit Gießkannen gewässert. Es befindet sich in mehren Metern Tiefe eine wasserführende Schicht. Gehölze mit starkem Wurzelwachtum, können diese Schicht nach einigen Jahren erreichen.
Niederschläge zwischen 450 und 650 Liter/Jahr. Durch den Wald relativ hohe Luftfeuchtigkeit.

Klima:
Weinbauklima, Zone 8a, 1. Frost meist im Januar.
Sehr frühes Frühjahr, trockene heiße Sommer, langer, warmer Herbst. Tagsüber Aufwinde, Abends kühler Talwind.

Natürlich vorkommende Stauden:
Teucrium scorodonia, Anthericum liliago, Jasione montana, Achillea millefolium,

Es gedeiht gut:
Rosmarin, Cistus, strauchiger Phlomis, Phillyrea angustifolia, Thymus, Iris flavescens.

Ich versuche Trockenheitsverträgliche Pflanzen zu setzen. Das sind meist recht krautige, oft graulaubige Gestalten.

Immer wieder gerate ich in Versuchung, oft durch Anregungen hier im Forum, Pflanzen mit auffälligeren Blüten in den Garten zu holen. Wenn ich dieser Versuchung erliege, muss ich es oft durch höheren Einsatz an Pflege büßen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 02. August 2018, 22:01:30
Liebe Lilo!
hast  Stuktur und Ordnung in das Chaos gebracht,
aber meine Fotos waren wohl nicht themengerecht und daher zu schmeißen,
tut ,mir echt leid
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 02. August 2018, 22:40:28
::)
Solche Grundstücke kosten in manchen Gegenden (Ost)deutschlands vergleichsweise wenig, als reines Grünland noch weniger und dann gibt es noch die Option, das sich solche Gärten schlicht weitervererben...
Ich kenne eine ganz Reihe junger Familien, die hier in der Umgebung größere Grundstücke erworben haben, viel Arbeit steckt da natürlich nach dem Kauf immer drin...

Klingt paradiesisch.

Hier darf man kein Freiland erwerben - außer man ist Landwirt (landwirtschaftliche Nutzflächen) oder Forstwirt (forstwirtschaftliche Nutzflächen) und dann muß man die Flächen auch bewirtschaften. Die Errichtung eines Gartens auf Freiland ist nicht gestattet, Obst- und Gemüsekulturen zur Eigenversorgung gelten nicht als land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzung.

Gärten darf man nur auf Baugrund errichten, den darf man auch einzäunen.

Die Parzellengrößen sind klein - früher waren es mal 1000 m², kann sich heute keiner mehr leisten, deshalb sind sie nun nur noch ca. 600 m² groß. Da bleibt nicht viel Platz für Garten übrig. Größere Gartengrundstücke bekommt man hier nur durch Erben - oder man hat ganz besonders viel Glück und die Besitzer haben keine Nachkommen und verkaufen, bevor sie ins Altersheim ziehen.

Leider werden solche Grundstücke (das größte, das ich je gesehen habe, hatte 2.500 m²) gerne von Bauträgern gekauft, weil man darauf ganz wunderbar Reihenhaussiedlungen bauen kann. Das treibt die Preise in astronomische Höhen.  :(

Eventuell sieht es ja in unserem Bundesland weit abgelegen in der Pampa ohne Infrastruktur anders aus - das ist für uns aber leider aus organisatorischen Gründen keine Option.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Dietmar am 02. August 2018, 22:46:42
In Großbritannien gibt es ja eine riesige Menge kleiner Reihenhäuser mit einem winzigen Garten - siehe die Filme über Harry Porter. In GB gibt es ja viele fanatische Gartenfans, aber nicht wenige dieser winzigen Gartenflächen (meist nur 15 ... 20 qm) zwischen Straße und Haus waren nicht bepflanzt, sondern nur eine dicke Kiesfläche. Auf dieser Kiesfläche kann durch Trockenheit nichts eingehen, d.h. so ein Garten ist absolut trockenresistent. Auch Hitze schadet da nicht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 02. August 2018, 22:51:20
Hausgeists Garten sieht mir allerdings nicht nach Freiland aus, sondern als Grundstück mit großem Zuschnitt in einer ländlichen Gemeinde. Selbst hier im Südwesten bekommt man vergleichbare Grundstücke für einen sehr moderaten Preis, verglichen mit den heutzutage geradezu winzigen Parzellen eines Neubaugebiets (400 m²). Oft handelt es sich um halb verfallene Bauernhöfe mit Scheune und anderen Nebengebäuden, die schon seit Jahren leerstehen. Wer dort bauen will, muss diese ggf. abreißen und auch neue Versorgungsanschlüsse legen (lassen), aber umgerechnet zahlt man pro Quadratmeter vielleicht ein Zehntel dessen, was so eine Neubauparzelle kostet. Die Infrastruktur in solchen Gemeinden ist natürlich bestenfalls als rudimentär zu bezeichnen, ohne Auto geht da nichts...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 02. August 2018, 22:53:56
Nachdem das Off-Topic raus ist - ich habe das Buch "Gartenpraxis im Klimawandel" von Lars Weigelt durch und bin ehrlich gesagt enttäuscht.
Es bleibt ziemlich allgemein, bei den Pflanzempfehlungen geht es auch eher Richtung trockenheitsverträglich - so werden die Mischungen "Blütenmosaik" und Indianersommer" empfohlen, die aber grundsätzlich einen trocken Boden bevorzugen, da fehlt mir das Eingehen auf die starken Wechsel, verregnete Jahre gegen extrem trockene Jahre.

Wie sieht es denn bei den Präriegesellschaften aus - gibt es da welche, die aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet auch schon vor den Wetterkapriolen mit abwechselnden Extremen zu tun hatten?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Helene Z. am 02. August 2018, 22:54:27
Nicht der beliebteste Gedanke: Immer öfter wachsen lassen, was örtlich noch wachsen will bzw. kann. Und der klassische Rasen wird zum Auslaufmodell  :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Waldmeisterin am 02. August 2018, 23:06:25
Nicht der beliebteste Gedanke: Immer öfter wachsen lassen, was örtlich noch wachsen will bzw. kann. Und der klassische Rasen wird zum Auslaufmodell  :-X

mein "klassischer Rasen", der außer ab und zu mal gemäht zu werden keinerlei Pflege meinerseits erfuhr und trotzdem für mich immer akzeptabel war, besteht dieses Jahr aus Ackerkratzdistel, weißem Gänsefuß und ein paar mickrigen Weißkleehorsten. Schön ist anders  :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Helene Z. am 02. August 2018, 23:22:37
Die Tips zur Eignung der verschiedenen Pflanzenarten finde ich prima!  :)  Letztlich muß man sich eben auch an eine neue Optik/Sichtweise gewöhnen bzw. mit Eurer Hilfe das Beste daraus machen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: marygold am 03. August 2018, 09:11:20
Ich habe letzte Woche Salat gepflanzt und habe diesen mit einem Schattiernetz überspannt. Ich bin überrascht, wie viel das ausmacht, dort muss ich nur alle paar Tage gießen. Jetzt habe ich auch noch die Erdbeeren schattiert. Ich überlege ernsthaft diesen Winter einige Pfosten einzuschlagen, um nächstes Jahr bei Bedarf die Gemüsebeete schattieren zu können.

Mir ist schon klar, dass das nur für kleinere Gärten bzw. Beete praktikabel ist.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: RosaRot am 03. August 2018, 09:15:03
Ein Schattennetz ist eine gute Idee. Meine paar Erdbeeren sind alle vertrocknet, dabei wäre es ganz einfach, dort etwas zu schattieren. Ich kam nur nicht darauf.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 03. August 2018, 09:18:06
Marygold,  das überlege ich mir gerade für mein Trockenbeet mit Semperviven. Die bruzzeln regelrecht weg.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: marygold am 03. August 2018, 09:22:02
Ich hatte zuerst weißes Vlies gespannt, der weiße Fleck mitten im Garten sah allerdings besch... aus. Jetzt habe ich dunkles Netz genommen, das fällt kaum auf. Außerdem stehen mittlerweile mehrere Billigstsonnenschirme in den Schattenbeeten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Amur am 03. August 2018, 09:27:47
Mach mal jetzt ein Bild und dann nach dem nächsten kräftigen Gewitter ;D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: marygold am 03. August 2018, 09:29:46
Geht durch, ist ja ein Netz  ;D

Kleine Schauer hatten wir vorgestern.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. August 2018, 09:40:09
...Jetzt habe ich dunkles Netz genommen, ...
"Zieht" das nicht Hitze an und führt zu mehr Hitze unterm Netz?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 03. August 2018, 09:45:50
 ???
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: marygold am 03. August 2018, 09:48:15
...Jetzt habe ich dunkles Netz genommen, ...

"Zieht" das nicht Hitze an und führt zu mehr Hitze unterm Netz?

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. August 2018, 09:49:18
???
Dunkle Oberflächen heizen sich mehr und schneller auf als helle, war so mein Gedanke, zumindest feste Oberflächen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 03. August 2018, 09:53:25
...Jetzt habe ich dunkles Netz genommen, ...
"Zieht" das nicht Hitze an und führt zu mehr Hitze unterm Netz?

Die Profis verwenden dunkle Schattierungsnetze - hab ich in Italien live gesehen (ist bei Taglilienzüchtern und Vermehrern - vor allem in den USA - eigentlich vielerorts üblich) - hier ein Bild aus Italien:

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 03. August 2018, 09:55:42
???
Dunkle Oberflächen heizen sich mehr und schneller auf als helle, war so mein Gedanke, zumindest feste Oberflächen.

Die dunkle Oberfläche absorbiert die Hitze - die Infrarot-Strahlen dringen nicht durch, drunter bleibt es kühler, aber offenbar reicht das durchdringende Licht für die Pflanzen. Ein Freund von mir hat alle Mutterpflanzen unterm Netz - die Blütezeit verlängert sich so und er kann länger bestäuben.

Die weißen Winterschutzvliese reflektieren das Sonnenlicht, drunter bleibt es schattig.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Isatis blau am 03. August 2018, 10:44:17
???

Farbstoffe absorbieren Lichtstrahlen mit bestimmten Wellenlängen, reflektieren die mit den anderen Wellenlängen, dadurch entsteht Farbe. Farbiges Licht ist Licht, das nicht alle Wellenlängen enthält.
Schwarz absorbiert alles und reflektiert nichts. Das absorbierte Licht, Lichtstrahlen sind eine Form von Energie, wird in Wärmeenergie umgewandelt. Deshalb heizen sich dunkle Sachen in der Sonne auf, helle bleiben kälter.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: marygold am 03. August 2018, 10:50:43
Da es sich um ein Netz handelt, streicht der Wind durch. Durch den lichten Schatten ist es jedenfalls kühler als im unschattierten Beet daneben. Außerdem verringert sich die Verdunstung merklich.

Ich würde kein weißes Netz nehmen, auch wenn es noch effektiver wäre. Aus ästhetischen Gründen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Floris am 03. August 2018, 10:51:04
Bei den Schattennetzen spielt es keine Rolle wie heiß das Netz wird, sie schweben ja hoch über den Pflanzen.
Wichtig ist, wie stark sie das einfallende Sonnenlicht mindert, das hängt von Fadenstärke und Maschenweite ab.

Kunststoffe lassen sich am besten gegen Zerfall durch UV-Licht schützen, wenn sie schwarz eingefärbt sind, (Töpfe Folien, Eimer und eben auch Netze).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 03. August 2018, 11:05:54
???

Farbstoffe absorbieren Lichtstrahlen mit bestimmten Wellenlängen, reflektieren die mit den anderen Wellenlängen, dadurch entsteht Farbe. Farbiges Licht ist Licht, das nicht alle Wellenlängen enthält.
Schwarz absorbiert alles und reflektiert nichts. Das absorbierte Licht, Lichtstrahlen sind eine Form von Energie, wird in Wärmeenergie umgewandelt. Deshalb heizen sich dunkle Sachen in der Sonne auf, helle bleiben kälter.
Das ist mir seit meiner Schulzeit bekannt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Crambe am 03. August 2018, 11:15:12
Warum setzt du dann  ???  Isatis war so nett und hat eben darauf reagiert.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 03. August 2018, 11:17:52
???

Farbstoffe absorbieren Lichtstrahlen mit bestimmten Wellenlängen, reflektieren die mit den anderen Wellenlängen, dadurch entsteht Farbe. Farbiges Licht ist Licht, das nicht alle Wellenlängen enthält.
Schwarz absorbiert alles und reflektiert nichts. Das absorbierte Licht, Lichtstrahlen sind eine Form von Energie, wird in Wärmeenergie umgewandelt. Deshalb heizen sich dunkle Sachen in der Sonne auf, helle bleiben kälter.

Die Infrarotdurchlässigkeit von Kunststoffen ist sehr unterschiedlich, manche sind sehr durchlässig, manche nur sehr wenig. Ma findet Angaben dazu im Netz.
Das dürfte bei Schattierungen durch Planen auch eine Rolle spielen, oder?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: oile am 03. August 2018, 11:50:13
Warum setzt du dann  ???  Isatis war so nett und hat eben darauf reagiert.
Ich konnte Gartenplaners Gedankengang nicht folgen,  denn ich kenne diese luftigen Schattierungsnetze.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 03. August 2018, 11:53:25
Eine schwarze Folie würde sich aufheizen, klar, aber so ein Netz wiegt ja nur ein paar Gramm, das kann mangels Masse gar nicht so heiß werden.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 03. August 2018, 11:54:37
Die Infrarotdurchlässigkeit von Kunststoffen ist sehr unterschiedlich, manche sind sehr durchlässig, manche nur sehr wenig. Ma findet Angaben dazu im Netz.
Das dürfte bei Schattierungen durch Planen auch eine Rolle spielen, oder?

Ja.
Deshalb gibt es auch spezielles Schattierungsgewebe - unter 'shading cloth' findet man mehr dazu im Netz.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Paw paw am 03. August 2018, 12:02:09
Über meine Gestelle mit den Phloxsämlingen habe ich den Sonnenschirm aufgespannt. Den benützen wir gerade gar nicht. Auszuhalten ist es eh nur noch im Hausschatten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. August 2018, 12:16:55
Warum setzt du dann  ???  Isatis war so nett und hat eben darauf reagiert.
Ich konnte Gartenplaners Gedankengang nicht folgen,  denn ich kenne diese luftigen Schattierungsnetze.
Ich dachte an schwarze T-Shirts im Sommer, die ich tunlichst immer vermeide  ;D
Dass diese Schattierungsnetze so hoch über den Pflanzen sind, war mir in dem Moment auch nicht so bewußt....die Hitze  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: ShirinM am 03. August 2018, 14:54:25
So schlimm wie in vielen anderen Regionen ist die Trockenheit hier (in einem Vorort von Lübeck) nicht, trotzdem sind uns schon Pflanzen eingegangen (wir sind beide berufstätig und können nicht täglich gießen) und der Rasen gelb - bis tot.

Kürzlich habe ich einen Rosenpark in unserer Nähe angeguckt und konnte der Besitzerin ein paar Fragen stellen. Regelmäßiges Gießen ist da nicht drin, die meiste Zeit arbeitet sie wohl alleine und das Gelände war groß. Die Beete sind mit einer speziellen Folie abgedeckt, die man bei Landwirten bekommen kann (den genauen Namen habe ich vergessen) und darauf dann mit Geschreddertem und (oder?) mit Stroh. Sie sagte, daß sie wegen dieser Folie nur Pflanzen gießen muß, die frisch gepflanzt sind weil der Boden darunter feucht bleibt.

Für den Herbst plane ich jetzt auch einige unserer neu angelegten Beete mit solcher Folie zu belegen. Vielleicht wäre das auch für manch anderen Garten hilfreich?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: nana am 03. August 2018, 15:08:40
Ich vermute, es ist die Rede von Gartenvlies. Das wird häufig als Unterlage für Rindenmulchschichten verwendet. Wobei Treasure-Jo mal in einem Faden über eine Beetgestaltung im öffentlichen Grün glaube ich auch mal von Folie berichtet hat.

Mein Vater hat inzwischen zwei Gehölzstreifen mit solchem Vlies abgedeckt und gemulcht. In Anbetracht seines Alters und dessen, was er im Garten leisten kann, habe ich ihn darin auch bestärkt. Tatsächlich trocknen diese Flächen langsamer ab. Feuchtigkeitsempfindliche Pflanzen würde ich da aber nicht reinsetzen.

Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass solche Beete nur in Grenzen gestaltbar sind. Heißt, Stauden wie Gehölze können halt nur an den Stellen sitzen, an denen ein Loch im Vlies oder der Folie ist. Oft sind dann zwischen den Pflanzen große Mulchflächen sichtbar, was mir für meinen Garten keine Option wäre.

edit: Beikräuter sind dort schnell gejätet - das Laub und Schnittgut von der Hecke runtersammeln hingegen ist recht mühsam  ;) :D

nochmal edit: Das ist die Anlage von Treasure Jo, die ich oben erwähnte:
Baubeginn und
etwas später. Hier die Folie , nach seinen Angaben Bändchengewebe.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. August 2018, 15:40:40
Man muss da unterscheiden zwischen Unkrautvlies, ein recht "luftiges" synthetisches Gewebe, das Wasser von oben gut durchlässt, von unten aus dem Boden dementsprechend auch, Bändchengewebe (hat Treasure-Joe benutzt), das ist ein wesentlich dichteres Gewebe, aus einzelnen Kunststoffstreifen regelrecht gestrickt, lässt Wasser schon nicht mehr ganz so gut und schnell von oben nach unten und umgekehrt und schliesslich Folie, die komplett wasserdicht ist, da könnte Wasser dann nur an den eingeschnittenen Pflanzstellen in den Boden ziehen.
Könnte bei Starkregenereignissen zu Überschwemmungen im Garten führen.

Alle diese Vliese und Gewebe sind am effektivsten, wenn sie mit Mulch abgedeckt sind.

Aber auch ein nur dick mit Mulch abgedeckter Boden bleibt länger feucht, dafür braucht man nicht unbedingt ein Gewebe.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: nana am 03. August 2018, 15:45:49
Bei meinem Vater war es auch mehr wg. Giersch und Schachtelhalm. Auch Jo hat es damals wg. unvollkommen gejäteter Fläche eingesetzt, wenn ich mich nicht irre. Aber ich meine doch, dass selbst unter dem Vlies mehr Feuchtigkeit gehalten wird, als nur unter Rindenmulch.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. August 2018, 15:48:46
Ja, diese Gewebe werden ja hauptsächlich zur Unkrautunterdrückung (von unten und oben sozusagen) eingesetzt.
Und klar, das recht dichte Gewebe beim Bändchengewebe hält mehr Feuchtigkeit zurück als Mulch allein.

Man sollte sich nur gut überlegen, ob es das wert ist und man dafür erstens viel Kunststoff im Garten und zweitens weniger Freiheit bei den Pflanzen/dem Pflanzen haben will.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Hawu am 03. August 2018, 16:02:42
Die Beete sind mit einer speziellen Folie abgedeckt, die man bei Landwirten bekommen kann (den genauen Namen habe ich vergessen)
Falls das Raphaelas Rosenpark war: soweit ich weiß, verlegt sie Silagefolie, die mit gehäckseltem Holz und Staudenresten abgedeckt wird.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: ShirinM am 03. August 2018, 16:04:48
Genau: Unkrautunterdrückung. Die Rosenparkbesitzerin hatte diese (Silo-?) Folie dafür ausgelegt, damit sie die Beete besser unkrautfrei halten kann. Zur Zeit ist trotzdem etwa die Hälfte voll damit, sie läßt es teilweise auch wegen der Trockenheit absichtlich stehen.

Ich hatte extra danach gefragt: Diese Folie ist völlig dicht, läßt kein Wasser durch und das schon seit einigen Jahren. Die Abstände zwischen den Löchern für die Pflanzen sind nicht sehr groß, daher gibt s wohl auch in Zeiten mit viel Regen kein Problem mit zuviel Nässe.
Die Pflanzen sahen besser aus als bei uns. Sogar Hortensien, die dort nicht gegossen wurden (das interessierte mich besonders) und bei uns trotz (leider wohl zu selten) Gießen ganz bis fast tot sind.

Hortensien sind meine Lieblings-Pflanzen, daher werde ich mich nach einem Landwirt in der Nähe umsehen um auch an ein größeres Stück solcher Folie zu kommen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: nana am 03. August 2018, 16:09:24
Wasserundurchlässige Folie auf Beeten ??? O.K. Man lernt nie aus.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 03. August 2018, 16:10:01
Ich bin ja auch nicht so ein Fan von Plastik im Garten. Allerdings ist das Gemüseschutznetz, das zur Insektenabwehr über den Zwiebeln und Möhren liegt, aus Kunststoff. Darunter bleibt es länger feucht als bei den anderen Gemüsebeeten, eine erfreuliche Nebenwirkung.

Ich plane bei unserem Garten in eine andere Richtung: mehr Grün. Direkt an einer Ecke des Hauses wächst ein alter Weinstock, der ziemlich alt ist. Wahrscheinlich wurde er schon von den vorvorigen Eigentümern gepflanzt, d.h. vor 1964. Bisher hat der keine vernünftige Rankhilfe. Er soll ein Gerüst an der Südseite des Hauses bekommen. Zur Zeit ist es dort jedesmal, wenn die Sonne scheint, sehr schnell unangenehm heiß und trocken. Vor 2 Jahren haben wir dort außerdem einen Apfelhochstamm gepflanzt. Noch ist er recht klein, aber in einigen Jahren wird er diesen Bereich hoffentlich beschatten.

Der Wein kommt mit Trockenheit ausgezeichnet zurecht, den mußte ich noch nie gießen. Der hat seine Wurzeln wahrscheinlich tief unten im Grundwasser.

Südöstlich vom Haus haben wir die Situation in diesem Winter erst mal verschlechtert, wir haben den großen, aber auch kranken Nußbaum fällen lassen und in der Nähe seines Pflanzplatzes eine hoffentlich schnell groß werdende Hainbuche gepflanzt. Sicher hätte man den Nußbaum noch 2-3 Jahre halten können (aber ich habe mir auch zunehmend Sorge um Sturmschäden gemacht), aber ich wollte von dem Ersatzbaum auch noch was haben. An unserer Hainbuchenhecke sehe ich, wie schnell die wachsen, wenn sie sich erst mal etabliert haben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: ShirinM am 03. August 2018, 16:10:25
@Hawu: Der Rosenpark ist zwischen Sandesneben und Labenz. Kam dort schon öfter vorbei und hatte dann endlich mal zum Gucken angehalten.
Ehrlich gesagt weil ich vor allem wissen wollte, warum es dort noch relativ grün aussieht (Rosen interessieren mich weniger). Ja, danke: "Silage"-Folie war die Bezeichnung die sie nannte.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 03. August 2018, 16:22:09
Wie wirkt sich so eine Abdeckung auf das Bodenleben oder den Sauerstoffgehalt in den oberen Bodenschichten aus? Wie lange hält die Folie und was macht man, wenn sie zu verrotten beginnt? Zerfällt die dann auch in Mikroplastik, wie es viele Bändchenfolien tun?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: ShirinM am 03. August 2018, 17:17:43
@hemerocallis:
Wegen Einzelheiten müßtest du vielleicht die Besitzerin selbst fragen. Vielleicht findest du ihre email-Adresse im Internet.

So um die 10 Jahre liegt diese Folie da wohl schon und geht nicht kaputt. Die Pflanzen sahen überwiegend gut aus, zumindest gab es weniger Vertrocknete als bei uns.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: zwerggarten am 03. August 2018, 18:41:30
wer nicht lange suchen mag: l'age bleu-rosenpark
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: thuja thujon am 03. August 2018, 23:26:47
Man sollte sich nur gut überlegen, ob es das wert ist und man dafür erstens viel Kunststoff im Garten und zweitens weniger Freiheit bei den Pflanzen/dem Pflanzen haben will.
Demletzt wurde irgendwo mal der Raum Mannheim im Vergleich mit trocken bemüht.
Ich probiere da gerade was im Vorbeet vom Kleingarten, dort wässere ich nur selten. Bin günstig an die Gräser gekommen. Es fehlen noch die Ammen, gerade für die kleinen Kakteen, Escobaria und Echinocereus. Die Opuntien müsste man eigentlich auch etwas vor Trockenheit schützen, gerade im Frühjahr.
Die Gräser sind auch im Frühjahr frisch gepflanzt worden, teils unter Terassenplatten im aufgelösten Rosengarten vom Stadtpark gewachsen, also was gewöhnt. Aber gerade unter solchen Platten bleibt es länger feucht, deswegen die Amme. Und Ammen sind was ganz anderes als Mulch. Mulch frisst Niederschlag, Ammen halten ihn und spenden Schatten.
Früher waren Steingärten mal in, vielleicht kommt das irgendwann mal wieder. Mit geschickter Konstruktion kann man die Wasserwege durch die Steineanordnung an bedürftigere Pflanzen leiten.
(http://up.picr.de/33476122vf.jpg)

Im Hintergrund hinterm Pfosten Feldmannstreu, Eryngium campestre
(http://up.picr.de/33476124st.jpg)

Etwas schattigerer Randbereich: Poncirus trifoliata auf dem Eck, unterpflanzt mit Thymian. Königskerze daneben ist dankbar, Johanniskraut und Hibiskus sind mehr Reste vorheriger Bepflanzung, vielleicht fliegen die mal. Auch die Fetthenne ist sowas zwiespältiges, hält Unkraut in Schach, braucht aber 2 mal im Jahr pflege und wirft viel Biomasse ab die nicht vor Ort bleiben kann. Wenn sie zu alt wird fällt sie oft auseinander. Für mich nicht wirklich Extensivbeet geeignet. So wie der Natternkopf der auf dem Weg liegt, wird zu groß in nährstoffreichem Boden.
(http://up.picr.de/33476125ev.jpg)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 04. August 2018, 18:28:06
Ich habe hier mal was aus meinem Wetterforum:

url='http://www.storm-chasing.de/forum/index.php/Thread/6019-Trockenheit-D%C3%BCrre-ab-29-06-2018/?postID=36268#post36268']Trockenheit/Dürre ab 29.06.2018

Im TSC Forum wird da sehr viel zusammengetragen und auch wissenschaftlich fundiert.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 04. August 2018, 19:16:21
Man sollte sich nur gut überlegen, ob es das wert ist und man dafür erstens viel Kunststoff im Garten und zweitens weniger Freiheit bei den Pflanzen/dem Pflanzen haben will.
Demletzt wurde irgendwo mal der Raum Mannheim im Vergleich mit trocken bemüht.
Ich probiere da gerade was im Vorbeet vom Kleingarten, dort wässere ich nur selten. Bin günstig an die Gräser gekommen. Es fehlen noch die Ammen, gerade für die kleinen Kakteen, Escobaria und Echinocereus. Die Opuntien müsste man eigentlich auch etwas vor Trockenheit schützen, gerade im Frühjahr.
Die Gräser sind auch im Frühjahr frisch gepflanzt worden, teils unter Terassenplatten im aufgelösten Rosengarten vom Stadtpark gewachsen, also was gewöhnt. Aber gerade unter solchen Platten bleibt es länger feucht, deswegen die Amme. Und Ammen sind was ganz anderes als Mulch. Mulch frisst Niederschlag, Ammen halten ihn und spenden Schatten.
Früher waren Steingärten mal in, vielleicht kommt das irgendwann mal wieder. Mit geschickter Konstruktion kann man die Wasserwege durch die Steineanordnung an bedürftigere Pflanzen leiten.
(http://up.picr.de/33476122vf.jpg)

Im Hintergrund hinterm Pfosten Feldmannstreu, Eryngium campestre
(http://up.picr.de/33476124st.jpg)

Etwas schattigerer Randbereich: Poncirus trifoliata auf dem Eck, unterpflanzt mit Thymian. Königskerze daneben ist dankbar, Johanniskraut und Hibiskus sind mehr Reste vorheriger Bepflanzung, vielleicht fliegen die mal. Auch die Fetthenne ist sowas zwiespältiges, hält Unkraut in Schach, braucht aber 2 mal im Jahr pflege und wirft viel Biomasse ab die nicht vor Ort bleiben kann. Wenn sie zu alt wird fällt sie oft auseinander. Für mich nicht wirklich Extensivbeet geeignet. So wie der Natternkopf der auf dem Weg liegt, wird zu groß in nährstoffreichem Boden.
(http://up.picr.de/33476125ev.jpg)

Ich hab mir jetzt Dein Posting dreimal durchgelesen und die Bilder genau betrachtet, blicke aber noch immer nicht ganz durch. Kannst Du bitte den Begriff 'Amme' in dem Zusammenhang genauer erklären? Hat das etwas mit der Kultur von Freiland-Kakteen zu tun oder betrifft es die Gräser oder das Beetkonzept als Ganzes? Wie kann man sich das vorstellen, wenn die Ammen nicht mehr fehlen?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 04. August 2018, 20:25:39
Inzwischen scheint sich ja eine Art Konsens herausgebildet zu haben, dass wir in Sachen Wetterextreme-Strategie am besten oder sogar nur dann voneinander lernen können, wenn sich individuelle Strategien in Relation setzen lassen zur individuellen (Garten-)Lage.

Deshalb möchte ich, der Versachlichung zuliebe, gern hier anknüpfen:
Mein Garten ….

Für meinen Garten sieht es so aus:

Größe:
ca 750 m² auf einem Grundstück von ca. 950 m² – die restlichen 200 m² sind Haus, Einfahrt, Terrasse, Hof.

Lage:
Ca. 245 m ü. NN, Südost-Hang, Höhenunterschied vom Haus bis nach unten zum Sträßchen vorm Waldrand ca. 7 m. Der oberste Gefälle-Meter ist über fast die gesamte Grundstücksbreite mit einer dicken Betonstützmauer terrassiert; nur ein ca. 1,5m breiter Streifen am Rand ist ausgespart, dort führt – mit Stufen – der ca. 1m schmale Eingangsweg in den Garten. Besonnung bis abends, aber wechselnd, es gibt wandernden Schatten durch Gehölze im eigenen Garten und in der Nachbarschaft.

Boden:
Lehm, schluffig bis tonig, Oberboden lehmig-humos bis humos-lehmig (in sehr unterschiedlicher Schichtdicke). Gut wasserhaltend, hangabwärts frischer als oben (logo…), dort stellenweise mit leichter Staunässe-Tendenz. pH-Wert neutral bis leicht sauer. Relativ kalt, der Austrieb beginnt recht spät.
Im ca. 50 m² kleinen Vorgarten ist der Boden etwas weniger schwer, weil da vor Jahrzehnten aufgefüllt wurde.

Wasser/ Strom:
Wasseranschluss nur am Haus. Kein Brunnen. Keine Zisterne; wollte ich eine bauen, müsste ich den kompletten Hof aufreißen und ausbaggern lassen und eine Leitung fürs Dachwasser ca. 10m auf/ unter dem Hof lang und dann noch durch/ über die Hangstützmauer nach unten in den Garten führen – illusorisch, zu aufwendig, zu teuer. Hof-Wasser fließt in den Garten.
Niederschläge: im langjährigen Mittel  ca. 850 Liter/Jahr. Durch viele Gehölze im Garten und den benachbarten Wald relativ hohe Luftfeuchtigkeit.

Stromanschluss nur am Haus, eine Gartenleitung wäre ähnlich aufwendig wie beim Dachwasser.

Klima:
Weinbauklima, Zone 7b (zzt. mit Tendenz Richtung 8a). Typisches Hang-Kleinklima, oben warm, unten "Kaltluftsee".

Es gedeiht gut:
Fast alles, bis auf ausgesprochene Hunger- und Durstkünstler – die tun's gar nicht. Da haben auch Versuche, den Boden mit Sand abzumagern, nichts gebracht.

Ich versuche, ans jeweilige Klein(st)klima angepasst zu pflanzen: Wärme- und Trockenheitsliebhaber oben, Liebhaber kühlfeuchter Standorte weiter unten etc.pp. Und ich vermeide offenen Boden, setze großzügig Bodendeckerpflanzen und/ oder mulche. Letzteres ausschließlich organisch (Laub, Rindenmulch), dünnschichtig, nicht zur Unkrautunterdrückung, sondern als Austrocknungs- und Verschlämmungsschutz.

Das klappt nach meinem Eindruck ganz gut. 
Ok, bei Trockenheit wie jetzt läuft der Sprenger, bei sehr nassem Wetter wird der Lehm klebrig. Aber verdorrt oder ersoffen ist mir schon ziemlich lange nichts mehr :).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 04. August 2018, 20:36:11
Und, ebenfalls im Dienste der Versachlichung, füge ich noch ein paar Anmerkungen an zu diesem hier:
... Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel...
Ich finde es hilfreich zur Verständigung, wenn man definierte Begriffe auch entsprechend verwendet. Nicht jeder kräftige Guss ist ein "Starkregen". Der DWD definiert "Starkregen" so:
Zitat
Von Starkregen spricht man bei großen Niederschlagsmengen pro Zeiteinheit. Er fällt meist aus konvektiver Bewölkung (z.B. Cumulonimbuswolken). Starkregen kann zu schnell ansteigenden Wasserständen und (bzw. oder) zu Überschwemmung führen, häufig einhergehend mit Bodenerosion.
Der DWD warnt deswegen vor Starkregen in 2 Stufen (wenn voraussichtlich folgende Schwellenwerte überschritten werden):
•  Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)
•  Regenmengen > 25 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² in 6 Stunden (Unwetterwarnung)…
Quelle

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, für den Zeitraum vom 31. Mai bis zum 3. August 2018 ein bisschen im Wetter-Archiv zu stöbern. Vergleichend – für meine Gegend (Saarbrücken), in der es in diesen 65 Sommertagen Ungewöhnliches gab, von (echtem) Starkregen bis hin zu außerordentlicher Hitze und Dürre, und für deine Gegend, hemerocallis (Graz).

Ergebnis:

Starkregen:
Saarbrücken 4 x (1. Juni, 9. Juni, 11. Juni, 4. Juli) – Graz 1-2 x (21. Juni, evtl. 3./4. August)

Tage ohne Regen:
Saarbrücken 48 – Graz 21
Beides kann man bei Kachelmannwetter Regensummen Graz nachschauen.

Und dann auch noch ein bisschen Temperatur:
a)   Tage mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29° C:
SB 26 – Graz 36
b)   Tage mit Höchsttemperaturen von 30° C oder höher:
SB 22 – Graz 13
Kann man unter Kachelmannwetter Tageshöchsttemperaturen Graz nachschauen.
(Alle Zahlen ohne Gewähr, ich habe nur einmal durchgezählt, ohne Sicherheitscheck.)

Die Fakten, unabhängig von subjektiven Befindlichkeiten, sagen:
- ein außerordentlich heißer und trockener Sommer in Saarbrücken, extrem,
- ein etwas feuchter, aber recht warmer Sommer in Graz, vielleicht nicht dem Durchschnitt entsprechend, aber nicht extrem.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 04. August 2018, 21:00:19
Interessant, danke für den Link - wie hast du denn die Starkregentage ermittelt, die Angabe ist ja X mm/24Std?
Es interessiert mich, weil in Luxemburg genau Ende Mai, Anfang Juni einige heftige Starkregenereignisse runterkamen, teilweise mit 65l in einer Stunde, ich glaube sogar eins mit 100l/Stunde, die wollte ich nachsuchen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 04. August 2018, 21:18:34
Und, ebenfalls im Dienste der Versachlichung, füge ich noch ein paar Anmerkungen an zu diesem hier:
... Dann kommt eine Saison wie die heurige - fast täglich Starkregen, Gewittergüsse, Hagel...
Ich finde es hilfreich zur Verständigung, wenn man definierte Begriffe auch entsprechend verwendet. Nicht jeder kräftige Guss ist ein "Starkregen". Der DWD definiert "Starkregen" so:
Zitat
Von Starkregen spricht man bei großen Niederschlagsmengen pro Zeiteinheit. Er fällt meist aus konvektiver Bewölkung (z.B. Cumulonimbuswolken). Starkregen kann zu schnell ansteigenden Wasserständen und (bzw. oder) zu Überschwemmung führen, häufig einhergehend mit Bodenerosion.
Der DWD warnt deswegen vor Starkregen in 2 Stufen (wenn voraussichtlich folgende Schwellenwerte überschritten werden):
•  Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)
•  Regenmengen > 25 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² in 6 Stunden (Unwetterwarnung)…
Quelle

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, für den Zeitraum vom 31. Mai bis zum 3. August 2018 ein bisschen im Wetter-Archiv zu stöbern. Vergleichend – für meine Gegend (Saarbrücken), in der es in diesen 65 Sommertagen Ungewöhnliches gab, von (echtem) Starkregen bis hin zu außerordentlicher Hitze und Dürre, und für deine Gegend, hemerocallis (Graz).

Ergebnis:

Starkregen:
Saarbrücken 4 x (1. Juni, 9. Juni, 11. Juni, 4. Juli) – Graz 1-2 x (21. Juni, evtl. 3./4. August)

Tage ohne Regen:
Saarbrücken 48 – Graz 21
Beides kann man bei Kachelmannwetter Regensummen Graz nachschauen.

Und dann auch noch ein bisschen Temperatur:
a)   Tage mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29° C:
SB 26 – Graz 36
b)   Tage mit Höchsttemperaturen von 30° C oder höher:
SB 22 – Graz 13
Kann man unter Kachelmannwetter Tageshöchsttemperaturen Graz nachschauen.
(Alle Zahlen ohne Gewähr, ich habe nur einmal durchgezählt, ohne Sicherheitscheck.)

Die Fakten, unabhängig von subjektiven Befindlichkeiten, sagen:
- ein außerordentlich heißer und trockener Sommer in Saarbrücken, extrem,
- ein etwas feuchter, aber recht warmer Sommer in Graz, vielleicht nicht dem Durchschnitt entsprechend, aber nicht extrem.

Dazu kann ich nur anfügen:
Graz hat mehrere Wetterstationen, aufgrund der Lage der Stadt sind die Regenmengen, die an diesen Stationen gemessen werden, sehr unterschiedlich. So weit ich informiert bin, gibt es im Norden - wo es jedes Jahr die schlimmsten Überschwemmungen gibt - keine Station.

Wir leben nicht in Graz, sondern südlich davon - es gibt keine Wetterstation hier vor Ort in der Au - nur überflutete Felder und Straßen, wenn es ein Starkregen-Ereignis gibt. Und das bemerkt man hier auch ohne Regenmesser - alleine schon daran, daß die nahegelegene Feuerwehr wieder unterwegs ist zum Keller-Auspumpen.
 
Meine Nachbarin, deren Keller laufend überflutet wird (wir haben gottlob keinen), fände die Diskussion darüber, ob das nun ein Starkregen oder nur ein Guß ist, hinfällig. Wir nennen es einfach so - ist dann halt 'Umgangssprache'.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 04. August 2018, 22:00:55
Also Starkregen ist zwar ein  durchaus geläufiger Begriff.
So gut so schön,
Ich hatte hier vorgestern sowas wie Starkregen:
War ein  Hochgewitter.
Was blieb,  :-[ nach 10min. Starkregen :
die Erde war grad mal 5cm feucht, drunter alles staubtrocken  :'(


Ich hab jetzt gar keine Erfahrung aber -Starkregen tut unseren Bepflanzungen dann nicht gut, wenn sie nicht dicht bepflanzt sind.
Vielleicht lieg ich da total falsch  :-[ ich glaub halt nur dass Starkregen leider nicht wirklich was bringen kann.

Trotzdem schick ich euch noch Foto zur Aufmunterung, zum Durchhalten.
Ist ein Blick auf Beet IV ( Siehe Plan post 322 )
Liebe Grüße aus NÖ
susanne


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 04. August 2018, 22:25:34
@hemerocallis:
... Graz hat mehrere Wetterstationen, aufgrund der Lage der Stadt sind die Regenmengen, die an diesen Stationen gemessen werden, sehr unterschiedlich. So weit ich informiert bin, gibt es im Norden - wo es jedes Jahr die schlimmsten Überschwemmungen gibt - keine Station.

Wir leben nicht in Graz, sondern südlich davon - es gibt keine Wetterstation hier vor Ort in der Au - nur überflutete Felder und Straßen, wenn es ein Starkregen-Ereignis gibt. Und das bemerkt man hier auch ohne Regenmesser - alleine schon daran, daß die nahegelegene Feuerwehr wieder unterwegs ist zum Keller-Auspumpen. ...
Für Radarmessungen braucht man keine Wetterstation am Boden. Die Messungen werden im 5-Minuten-Takt aufgezeichnet. Dass es lokale Unterschiede gibt, zeigt das Radarbild sehr deutlich - und es zeigt im Verlauf auch, dass es an diesem Abend im Raum Graz echten Starkregen gegeben hat.

... Meine Nachbarin, deren Keller laufend überflutet wird (wir haben gottlob keinen), fände die Diskussion darüber, ob das nun ein Starkregen oder nur ein Guß ist, hinfällig. Wir nennen es einfach so - ist dann halt 'Umgangssprache'.  ;)
Foren-Kommunikation ist nun mal eine rein schriftliche Kommunikation. Und die lebt ganz wesentlich von sprachlicher Präzision. (Oder wenigstens dem Bemühen darum.)

@Gartenplaner: Man kann bei den Regensummen umschalten, für welchen Zeitraum man sie dargestellt haben will - 60 Minuten, 6 Stunden etc.  Das habe ich bei "verdächtigen" Tagessummen getan. Man kann auch umschalten auf die Radar-Darstellung im 5-Minuten-Takt. Ob die meteorologischen "Starkregen"-Kriterien erfüllt sind, lässt sich auf diese Art erkennen. Wie hoch die lokale Regensumme während des gesamten Starkregenereignisses ist, erkennt man so natürlich nicht, das muss man ausrechnen - ich habe keine Ahnung, wie das geht, aber Spezialisten können das.

Für das Unwetter in der Nacht des 31. Mai/ 1. Juni, das in einigen hiesigen Ecken katastrophale Überschwemmungen (leider viel, viel mehr als nur nasse Keller :'(, hemerocallis!) ausgelöst hat, haben Kommunal-Leute berechnen lassen, was in einer bestimmten Straße im Saarbrücker Süden runtergekommen ist: 75,8 Millimeter/qm binnen sieben Stunden. In Luxemburg war's meines Wissens mindestens ebenso heftig. Womöglich noch schlimmer.

Nachtrag. wg. Luxemburg: Am 9. Juni sieht es ausgesprochen scheußlich aus...

 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 10:20:39
Mal weg von den Niederschlagssummen und zurück zu den Gartenverhältnissen:

Südharz, 370münN,  2500qm, davon 500qm eingezäunter Garten

Hanglage 19% Steigung, Südhang

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/19341/normal_Profil_Garten.jpg)

30-50cm Lehmschotter, auf gewachsenem Kieselschiefer,verschwindend geringe Humusschicht, da 10 Jahre nicht bewirtschaftet

WETTER:
Microklima, da eingebettet zwischen zwei Bergen
Hauptwindrichtung Südwest, Gewitter und Niederschlag von dort kommen meist nicht über den Berg.
Im Winter bei Nordwind kommen Fallwinde vom Berg herunter

In vier Jahren haben wir hier alles erlebt:

Später Frühlingsbeginn (Mai/Juni) normal, Frost im Boden bis April/Mai häufig
Spätfröste bis in den Juni 2x
nasser Frühling (Schneeschmelze+Regen) 3x
trockener Frühling 1x

Heiße, Trockene Sommer (bis 30°) oder mehr 2x
durchwachsene Sommer, kalt (max. 17°) 1x
nasser Sommer (15°-22°) 1x

kurzer Herbst mit schneller,kurzer Laubfärbung 1x
durchschnittlicher Herbst 2x
erste Fröste/Reif bei kurzen Herbst manchmal schon im September

Winterbeginn mit erstem Schneefall meist Januar, selten Nov./Dez.
durchschnittliche Schneehöhe 30-80cm
Schneeschmelze Beginn Mrz./April
Ostern im April bei 60cm Schnee 1x
Frost bis -20° nicht selten, durchschnittlich -8° bis -10°
verfrühter Wintereinbruch 1. Schnee im September danach nass bei 10° 1x

Allgemein durchschnittlich wenig Niederschlag im Spätfrühjar/Sommer/Frühherbst
Bei schneereichen Wintern ausreichend Feuchtigkeit im Boden, die bis in den Frühsommer anhält.

Die Feuchte ist auch abhängig von den zwei Bergflüßchen, die direkt an der Straße entlanglaufen, sind diese gut gefüllt, ist alles ok, fallen sie trocken, ist auch der Hang sehr trocken



Aktuell (13 Wochen ohne Regen) ist alles steinhart und bis in eine Tiefe von ca. 1m ausgetrocknet.

Wenn es denn mal regnet, läuft das Wasser unterirdisch auf der Kieselschieferschicht nach unten Richtung Haus ab, füllt den Sickerbrunnen und wird an der Drainagemauer in ein Siel im Hinterhof abgeleitet.
Nach einem Starkregenereignis bei aufnahmefähigen Boden dauert es etwa 3 Tage, bis das Wasser vom Hang unten im Hof ankommt.

Kaum Bepflanzung
eine Birke in der Mitte des Gartens, am Rand zwei Holunder, eine gelbe Pflaume und oben zur Almwiese hin (die restlichen 2000qm) ein Gehölzrand + 1 Apfel. und zwei Pflaumenbäume. Diese sind überaltert und werden sicher bald umkippen.

Bei der jetzigen Trockenheit haben die Birke und der Holunder, sowie einige Hartriegel gut durchgehalten. Keine braunen Blätter.

Der sonnige Teil, das ist der Großteil des Gartens, ist vertrocknet. Selbst der Rasen aus robuster Weidegrasmischung (Country 2117) ist jetzt vertrocknet.

Massiver Wühlmausbefall von der oberen Wiese einwandernd.
Bei Trockenheit werden sie wild und buddeln wie blöde. Haufen im Beet und Rasen ca. alle 1,5m einer

aus grünen Tagen
(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/19341/normal_K5115433_stitch.jpg)


Angedacht ist, den Garten mehr zu beschatten, die Obstbäume werden, wie gesagt, bald weg sein.

Trockenheitsverträgliche Bäume, Aleppo Kiefer oder vielleicht einen Gingko...


Gezieltes Gießen und Mulchen mit Rasenschnitt hat sich in trockenen Sommern bewährt.

Die empfindlichen Stauden bekommen eine "Nuckelflasche", diese wird 2x am Tag befüllt.

Zitat
Nuckelflasche:
Flaschenboden abschneiden, mit dem Flaschenhals nach unten 10cm tief einbuddeln und dann befüllen. Das Wasser wird langsam vom Erdreich aufgenommen und steht den Pflanzen zur Verfügung
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 05. August 2018, 11:24:51
Die empfindlichen Stauden bekommen eine "Nuckelflasche", diese wird 2x am Tag befüllt.

Sehr fürsorgliche Massnahme :), zwei Mal täglich nachfüllen ist aber viel.
Kennst du die Flaschenadapter mit Tonspitze, die das Wasser dann ganz langsam abgibt? Bin das am Testen für die Kübel auf der Terrasse, um den Pflanzen und mir ein bisschen einen Puffer zu verschaffen.
Ich hatte noch Flaschenadapter aus Plastik im Keller, die sind nix, da rasselt das Wasser im nu durch. Bei den tönernen dauert es 3-4 Tage. Ersetzt das Giessen natürlich nicht, hilft aber über Durststrecken hinweg da ich nicht jeden Tag giessen kann.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 11:37:08
Neo, diese Tonadapter - davon halte ich nichts. Das Wasser war nach einer Woche noch nicht aus der Flasche raus.

Einfach die Flasche fest in den Boden rammen, dann versickert der Inhalt einer 5 Ltr. Flasche im Laufe des Tages. Bei meinem Boden jedenfalls.

Zitat
Sehr fürsorgliche Massnahme :), zwei Mal täglich nachfüllen ist aber viel.

Kommt auf die Größe der Flasche und den Durst der Pflanze an. ;)

Es ist auf jeden Fall Wassersparend, statt wahllos zu beregnen.



Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 05. August 2018, 11:38:06
Kannst Du bitte den Begriff 'Amme' in dem Zusammenhang genauer erklären?

Ich vermute, thuja meint Steine oder Platten in einem Beet, weil er ja u.a. von Steingärten spricht.
Fällt mir auch auf, das was in Fugen wächst ganz erstaunlich gut durchhält. (Ich merke grade, ich komme von der Nuckelflasche zur Amme. ;))
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: neo am 05. August 2018, 11:41:07
Neo, diese Tonadapter - davon halte ich nichts. Das Wasser war nach einer Woche noch nicht aus der Flasche raus.

Hattest du im unteren Bereich der Flasche ein kleines Loch gemacht? Also hier funktionierst, eine 1,5l Flasche leert es in 3-4 Tagen. Und wie gesagt, kein Giessersatz aber ein bisschen weniger Stress.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 05. August 2018, 11:42:11
Zitat
Spätfröste bis in den Juni 2x
Im Juni?  :o  In solchen Jahren tragen die Obstbäume wohl keine Früchte?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 12:08:12
Zitat
Spätfröste bis in den Juni 2x
Im Juni?  :o  In solchen Jahren tragen die Obstbäume wohl keine Früchte?

Doch, sie blühen dann halt nur später.
Und die Bäume sind so alt, die produzieren nur noch Winzlingsäpfel, die selten ausreifen.

Also Spätfrost im Juni meint: die ersten 10 Tage im Juni
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 12:16:07
ich zeige mal die "Bäume"

Pflaumen, "fachgerecht" beschnitten, ca. 30 Jahre alt
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 12:17:59
Apfelbaum, Kronendurchmesser >10m, Alter: ca. 95 Jahre.
Stamm am Boden bis 1m Höhe hohl

Die toten Äste hat er schon seit ein paar Jahren.
Trägt noch, fallen aber unreif herunter
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 12:19:12
Apfel, auch "fachgerecht" beschnitten, weil der Ast in den Gartenweg hineinragte

Alter ca. 60 Jahre
trägt, läßt aber auch halb ausgereifte Äpfel fallen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Henki am 05. August 2018, 12:20:24
Wir nennen es einfach so - ist dann halt 'Umgangssprache'.  ;)

Ich halte es für irreführend und unprofessionell, Situationen und Wetterzustände nach subjektiven Wahrnehmungen einzuschätzen, wenn unter Experten klare Parameter üblich sind, an denen man es für jeden nachvollziehbar beschreiben kann.

Zur Bewertung beeinflussbarer Faktoren für konkrete Gartensituationen führt das für Außenstehende zu Fehlinterpretationen.

Zitat
Spätfröste bis in den Juni 2x
Im Juni?  :o 

Der frühere Betreiber der hiesigen Baumschule erzählte, dass der August früher der einzige Monat war, in dem man in der Baumschule am hiesigen Bahnhof ganz zuverlässig keine Angst vor Frösten haben muss. Oder war es der Juli? Ich muss ihn bei Gelegenheit mal fragen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Staudo am 05. August 2018, 12:28:53
Herr Fischer?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Henki am 05. August 2018, 12:40:30
Kennst du noch einen anderen? ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 13:46:56
Spätfröste im Juni klingt jetzt für manchen vielleicht extrem.

aber, es kann in einem kalten, nassen Frühjahr schon mal passieren, daß man morgens am 8.6. in den Garten tritt und das Thermometer zeigt -1°.

Passiert in 2015, mein erster Frühling hier. Erste Juniwoche und dann abends im Wetterbericht noch mal eine Warnung vor nächtlichem Bodenfrost. Da war ich so gar nicht drauf vorbereitet.

Im übrigen bin ich bezügl. Starkregen/Unwetter ganz bei Dir. ;)

Für die Definition "Starkregen" müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein:

Zitat
Wenn große Niederschlagsmengen innerhalb einer bestimmten, meist nur recht kurzen Zeitspanne fallen, wird von Starkregen gesprochen. Aber auch Dauerregen kann sehr intensiv ausfallen und damit in die Kategorie des Starkregens fallen.
Warngrenzen für Starkregen

Die offiziellen Richtlinien dazu hat der Deutsche Wetterdienst als nationale Behörde festgelegt. Er unterscheidet zwei Stufen des Starkregens:

Starkregen-Stufe 1 / markantes Wetter

    Mehr als 10 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder
    Mehr als 20 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden

Starkregen-Stufe 2 / Unwetter

    Mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder
    Mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden
Quelle: Wetter.com
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 05. August 2018, 16:48:47
Für die Definition "Starkregen" müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein:

Zitat
Wenn große Niederschlagsmengen innerhalb einer bestimmten, meist nur recht kurzen Zeitspanne fallen, wird von Starkregen gesprochen. Aber auch Dauerregen kann sehr intensiv ausfallen und damit in die Kategorie des Starkregens fallen.
Warngrenzen für Starkregen

Die offiziellen Richtlinien dazu hat der Deutsche Wetterdienst als nationale Behörde festgelegt. Er unterscheidet zwei Stufen des Starkregens:

Starkregen-Stufe 1 / markantes Wetter

    Mehr als 10 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder
    Mehr als 20 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden

Starkregen-Stufe 2 / Unwetter

    Mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder
    Mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden
Quelle: Wetter.com

Können wir uns dann bitte auf einen - bezogen auf den Threadtitel - konstruktiven Begriff einigen, der Regenereignisse meint, die aufgrund ihrer Heftigkeit (nicht unbedingt aufgrund ihrer Ergiebigkeit) Schäden im Garten anrichten?

Naturkatastrophen wie Hochwasser oder großflächige Überflutungen kann man mit gärtnerischem Know-How ohnehin nicht 'abpuffern' - aus meiner Warte macht es daher wenig Sinn, weiter über Begrifflichkeiten zu diskutieren sondern wieder zur eigentlichen Intention des Threads zurückzukehren.

Hierzu ganz konkret: ich habe gestern die Sommerflieder massiv zurückgeschnitten - die Unmengen an verblühten Dolden werden durch die Regengüsse so schwer, daß ganze Äste abbrechen - jetzt mit Hochsommerfrisur überstehen sie das besser und blühen auch noch länger weiter.

Die Schutzfunktion für die Stauden darunter vor Hagel etc. wird dadurch zwar geringer, aber abgebrochene Äste richten auch große Schäden an.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. August 2018, 17:02:21
... Können wir uns dann bitte auf einen ... Begriff einigen, der Regenereignisse meint, die aufgrund ihrer Heftigkeit (nicht unbedingt aufgrund ihrer Ergiebigkeit) Schäden im Garten anrichten? ...

... konkret: ich habe gestern die Sommerflieder massiv zurückgeschnitten - die Unmengen an verblühten Dolden werden durch die Regengüsse so schwer, daß ganze Äste abbrechen - jetzt mit Hochsommerfrisur überstehen sie das besser und blühen auch noch länger weiter. ...

Regen  ;)

(Auch ein ganzer Tag mit leichtem Nieselregen, ohne wesentliche Verdunstung, beugt Blütenstände mitunter in der von Dir beschriebenen Weise. Man wird in solchen Fällen also immer Ursache und Wirkung beschreiben müssen.)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 05. August 2018, 17:31:26
... Können wir uns dann bitte auf einen ... Begriff einigen, der Regenereignisse meint, die aufgrund ihrer Heftigkeit (nicht unbedingt aufgrund ihrer Ergiebigkeit) Schäden im Garten anrichten? ...

... konkret: ich habe gestern die Sommerflieder massiv zurückgeschnitten - die Unmengen an verblühten Dolden werden durch die Regengüsse so schwer, daß ganze Äste abbrechen - jetzt mit Hochsommerfrisur überstehen sie das besser und blühen auch noch länger weiter. ...

Regen  ;)

(Auch ein ganzer Tag mit leichtem Nieselregen, ohne wesentliche Verdunstung, beugt Blütenstände mitunter in der von Dir beschriebenen Weise. Man wird in solchen Fällen also immer Ursache und Wirkung beschreiben müssen.)

Da hast Du sicher recht - aber Tage mit leichtem Nieselregen gibt es hier nur sehr ausnahmsweise mal z. B. im November. Wie sich die auf den Sommerflieder auswirken, kann ich nicht beurteilen - wir schneiden prinzipiell im Spätherbst alles Verblühte zurück - es könnte ja ein schneereicher Winter kommen, der alles abreißt.  ;)

Offenbar ist der Rückschnitt der verblühten Dolden sinnvoll, wenn es keine langen sommerlichen Trockenphasen gibt - für viele derzeit also kein Thema  :-\

PS: Mir ging es um heftige Regengüsse - auch gemischt mit Hagel - die neigen nicht nur die Dolden nach unten - die reißen hier blühende Zweige und kleine Äste ab. Die Albizie ist auch betroffen. Der Boden darunter sieht nach einem solchen Ereignis immer sehr bunt aus.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 05. August 2018, 17:55:25
Ich glaube, mit den Starkregenereignissen ist vielleicht sogar schwieriger umzugehen als mit Dürreperioden.

Unwetter 30.April 2018
Bei dem Unwetter war ich in Luxemburg.
Zuerst regnete es kräftig, dann kam Hagel dazu, ich hatte im Gartenhof noch mitgebrachte Pflanzen in Töpfen stehen und dachte, die muss ich mir ja jetzt nicht unbedingt zerschlagen lassen, insofern schnell raus, da wunderte ich mich schon, dass ich im Gartenhofteil, der mit Platten belegt ist, durch Wasser stapfte.
Als die Pflanzen im Keller waren, sah es so aus, als ob Wasser aus dem Hof in den Keller laufen könnte von einem Moment zum nächsten, ich schnell nochmal raus - der Abfluss mit Geruchsverschluss war mit den Hagelkörnern und überhaupt der Wassermenge überfordert!
Ich hab den Deckel abgemacht, das Geruchsverschluss-Innenleben rausgezogen und prompt lief das Wasser gurgelnd ab.
Derjenige, der im Hof den Belag gelegt hat, wollte noch einen viel kleineren Ablauf einbauen, ich hatte da schon gegengesteuert.
Seitdem hab ich das Innenleben raus gelassen, stinken tut da eh nix.

Zu dem Moment, wo ich das geregelt hatte, strömte flächig Wasser von hinten durch den Schuppen und durch die Scheune - die Regenrinne am Schuppen lief massiv über.
Ok, vorne in der Scheune gibts einen Ablauf....da auch schnell den Deckel mit Geruchsverschluss runter....
Nur quoll dann auf einmal da Wasser hoch  :o
Es ist die tiefste Stelle unseres Rohrsystems, glücklicherweise steht in der Scheune nichts Empfindliches.
Ich hab mich einen Moment lang mit dem Stiefel auf die Öffnung gestellt, um das Heraussprudeln zu unterbinden.
Inzwischen liess der Regen nach, es lief wieder ab.

Ich dachte, ich hätte alle Baustellen durch, als ich in den Flur kam, kam mir ein kleines Wasserrinnsal entgegen!
In einem Arbeitsraum war der Syphon unter einem Waschbecken "explodiert", Wasser und Moos quoll heraus.
Glücklicherweise beruhigte sich die Situation auch, weil der Regen nachliess.
Ich dachte zuerst, dass Moos vom Dach das Abflußrohr verstopft hätte, in das Regenrinne und besagtes Waschbecken entwässerten, die Tage danach stellte sich aber heraus, dass das alte Hauptrohr, das zur Kanalisation führte, am Haus vorbei auch noch in die andere Richtung weiterführte, aber da irgendwo offen im Schotter endete.
Die Wassermassen hatten so viel Schottersteinchen aus diesem toten Ende aufgespült, dass die mit dem zähfaserigen Moos vom Dach das Rohr viel zu sehr verengt hatten für die Wassermassen.
Inzwischen ist das alles ordentlich gefasst und das Problem behoben, da sind wir noch mit einem ganz leichten blauen Auge davongekommen.
Ich hab mir dann auch die Regenrinne am Schuppen am Tag darauf angeschaut - da war eigentlich nur etwas Schmodder von zersetzten Haselnussblütenwürmchen direkt am Rohrablauf, aber das reichte, dass sich das Wasser staute und das Meiste über den Rand der Rinne abfloss - ein Abflussrohr mit einem größeren Durchmesser ist da schon in Auftrag gegeben.
Über Rückschlagventile hab ich auch schon nachgedacht.

Unwetter 1. Juni 2018
Bei dem Unwetter gab es heftigste Schäden, in einer touristischen Region wurde ein Hotel-Restaurant über 1m hoch geflutet, das Gebäude stand da unbehelligt über 100 Jahre.

Unwetter 9. Juni 2018
Ebenfalls heftige Schäden, da wurde das Hotel-Restaurant ein zweites Mal geflutet - die Aufräumarbeiten vom ersten Mal waren gerade fertig  :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lerchenzorn am 05. August 2018, 18:04:36
... Da hast Du sicher recht - aber Tage mit leichtem Nieselregen gibt es hier nur sehr ausnahmsweise mal z. B. im November. ...

Ich hatte Dich so verstanden, dass Du ein Wort für die Verständigung über das Problem im allgemeinen und nicht nur für Graz suchst. Lag ich wohl falsch ...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 05. August 2018, 18:12:20
... Da hast Du sicher recht - aber Tage mit leichtem Nieselregen gibt es hier nur sehr ausnahmsweise mal z. B. im November. ...

Ich hatte Dich so verstanden, dass Du ein Wort für die Verständigung über das Problem im allgemeinen und nicht nur für Graz suchst. Lag ich wohl falsch ...

Du hast richtig verstanden - siehe das von mir angehängte PS; es ging mir nicht um Nieselregen und nicht um Graz.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 18:20:00
Buddleia kann ich hier nur geschützt an einer Hauswand setzen, im Winter gibt es sonst Schneebruch und Windbruch.

Bis jetzt hat es gut funktioniert.

Für die Verhältnisse hier ist es sicher besser, egal ob zu nass oder zu trocken, erst einmal heimische Pflanzen zu besorgen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 05. August 2018, 18:42:43
Gegen längere Trockenphasen werde ich mich wohl dahingehend wappnen, dass ich die Pflanzenauswahl darauf ausrichte.
Vermehrt wohl auch Gehölze pflanzen werde.
Da die auch, bis sie ein gewisses Wurzelvolumen erreicht haben, gefährdet sind, hab ich mir bis jetzt 2 Strategien überlegt:
bei der Pflanzung Stockosorb unter die Erde mischen bei der Pflanzung - das hält 5 Jahre vor, das ist schonmal nicht schlecht.
mir einige der in letzter Zeit hier im Stadtbild um Straßenbäume aufgetauchten treegator besorgen und um schon gepflanzte, aber noch gefährdete Gehölze anbringen
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: nana am 05. August 2018, 18:44:32
Die Wassersäcke habe ich hier an Neupflanzungen am Straßenrand auch schon gesehen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 18:54:17
Stockosorb ist aber nicht gerade billig...kann man nicht auch Ziegelgranulat nehmen? Das würde ich bei meinem Dachdecker umsonst bekommen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 05. August 2018, 19:07:54
Nein, das ist ein spezielles Wasserspeichergranulat, das bis zu das 300fache seines Eigenvolumens an Wasser aufnehmen kann - da kann Ziegelgranulat oder Seramis nicht mithalten.
Im 10kg-Eimer ist es günstiger  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 20:10:40
Ach so etwas ist auch in Babywindeln, ein tolles Zeug... ;D

Berichte bitte, ob und wie es geholfen hat.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 05. August 2018, 20:58:12
Unwetter 30.April 2018
Das WAR Starkregen. Sensu stricto.
Aber hallo.

...  Naturkatastrophen wie Hochwasser oder großflächige Überflutungen kann man mit gärtnerischem Know-How ohnehin nicht 'abpuffern'...
Jein. Für ganz große Katastrophen stimmt das (Beispiel Elbe-Hochwasser). Bei kleineren Übeln, z. B. bei Starkregen (sensu stricto!), kann man doch manches tun, um Schäden zu mindern.

Die Starkregenereignisse, die Ende Mai/ Anfang unsere Region getroffen haben - hier direkt nur mit ziemlich viel Regen, 15, 20 km weiter, wo jeweils die Zentren der Unwetterzellen waren, mit Überschwemmungen etc. - waren natürlich auch Thema etlicher Nachbarschaftsgespräche. Aufgrund der Topografie ist bei uns die Gefahr viel geringer als in den schwer betroffenen Gebieten: Die liegen größtenteils in Senken oder nahe an Gewässern; wir hingegen sitzen oben am Hang, ohne Gewässer nahebei.
Aber fette Unwetterzellen direkt überm Kopf sind natürlich auch hier nicht ohne. "Ja", sagte ein Nachbar, "wir hatten auch schon ein paarmal 'nen See in der Wiese..."

Und da fangen die gärtnerischen Schadensminderungs-Strategien an: Nachbars haben eine Senke im Gelände nicht planiert, sondern so gelassen, wie sie war - "Wiese", da stört sowas nicht. Und dort kann sich nun ein Zuviel an Wasser sammeln, ggf. auch ein paar Tage stehen blieben, ohne dass es großen Stress gibt.

Im eigenen Garten hat mal ein Starkregen (sensu stricto! :) ) im damals grad wg. Dürre steinhart verbackenen Lehm tiefe Ablaufrinnen in die Beete gegraben. Ich hab' draus gelernt.

Erstens sorge ich seither konsequent dafür, dass der Boden wasseraufnahmefähig bleibt, d. h. ich mulche, und ich fange früh mit (verhaltenem) Wässern an, so dass der Lehm nie "Beton" wird.
Zweitens habe ich begonnen, für den Fall des Falles Fließwege vorzugeben. Durch ganz leichtes Quergefälle, das das eh vorhandene Längsgefälle am Hang ergänzt: Ich habe die Beete - sie liegen an den Gartenrändern, dazwischen ist Wiese - etwas angefüllt, so dass sie außen ein Tickchen höher sind als die Wiese. Wenn's dicke kommt, folgt der "Fluss" halt dem Gefälle, geht also über die Wiese...

Dass und wie man Regenwasser "lenken" kann, hat lonicera ja auch anschaulich beschrieben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 21:49:21
Das lenken der Wässer ist aber nicht mein Verdienst, Querkopf.

Unser Haus liegt am Fuße des Hangs, ein kleiner Hinterhof und dort steht die Drainagemauer seit 1860, weil sonst der Hang schon längst ins Haus gerutscht wäre. ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 05. August 2018, 22:03:38
...  Naturkatastrophen wie Hochwasser oder großflächige Überflutungen kann man mit gärtnerischem Know-How ohnehin nicht 'abpuffern'...
Jein. Für ganz große Katastrophen stimmt das (Beispiel Elbe-Hochwasser). Bei kleineren Übeln, z. B. bei Starkregen (sensu stricto!), kann man doch manches tun, um Schäden zu mindern.

Ich verstehe - auch durch Deine Beschreibung hier - immer besser, warum dieses Thema zu Mißverständnissen führt.

Die Starkregenereignisse, die Ende Mai/ Anfang unsere Region getroffen haben - hier direkt nur mit ziemlich viel Regen, 15, 20 km weiter, wo jeweils die Zentren der Unwetterzellen waren, mit Überschwemmungen etc. - waren natürlich auch Thema etlicher Nachbarschaftsgespräche. Aufgrund der Topografie ist bei uns die Gefahr viel geringer als in den schwer betroffenen Gebieten: Die liegen größtenteils in Senken oder nahe an Gewässern; wir hingegen sitzen oben am Hang, ohne Gewässer nahebei.
Aber fette Unwetterzellen direkt überm Kopf sind natürlich auch hier nicht ohne. "Ja", sagte ein Nachbar, "wir hatten auch schon ein paarmal 'nen See in der Wiese..."

Und da fangen die gärtnerischen Schadensminderungs-Strategien an: Nachbars haben eine Senke im Gelände nicht planiert, sondern so gelassen, wie sie war - "Wiese", da stört sowas nicht. Und dort kann sich nun ein Zuviel an Wasser sammeln, ggf. auch ein paar Tage stehen blieben, ohne dass es großen Stress gibt.

Im eigenen Garten hat mal ein Starkregen (sensu stricto! :) ) im damals grad wg. Dürre steinhart verbackenen Lehm tiefe Ablaufrinnen in die Beete gegraben. Ich hab' draus gelernt.

Erstens sorge ich seither konsequent dafür, dass der Boden wasseraufnahmefähig bleibt, d. h. ich mulche, und ich fange früh mit (verhaltenem) Wässern an, so dass der Lehm nie "Beton" wird.
Zweitens habe ich begonnen, für den Fall des Falles Fließwege vorzugeben. Durch ganz leichtes Quergefälle, das das eh vorhandene Längsgefälle am Hang ergänzt: Ich habe die Beete - sie liegen an den Gartenrändern, dazwischen ist Wiese - etwas angefüllt, so dass sie außen ein Tickchen höher sind als die Wiese. Wenn's dicke kommt, folgt der "Fluss" halt dem Gefälle, geht also über die Wiese...

Dass und wie man Regenwasser "lenken" kann, hat lonicera ja auch anschaulich beschrieben.

Es geht bei Dir (vielleicht auch bei anderen hier) also im Wesentlichen darum, die Wassermengen - wenn sie auf der Gartenfläche aufgetroffen sind - kontrolliert und möglichst schadensarm abfließen zu lassen. Bei lehmigen Böden ist das ja auch schon bei normalen Niederschlägen ein Thema - in der Region sind hier Drainagierungen von Gärten bei Lehmboden häufig anzutreffen. Im Norden ist auch gezielte Entwässerung und Hochwasserverbauung nötig, weil dort die Bäche aus dem Hügelland die Wassermassen der sich dort abregnenden Fronten oft nicht fassen können und über die Ufer treten.

Das ist ein Aspekt, der hier in der Au vernachlässigbar ist. Die Schotterböden sind eben, die Versickerung von größere Niederschlagsmengen passiert 'von selbst' innerhalb von 1-2 Tagen und durch das so kurzfristig stehende Wasser ist hier noch nix ertrunken.

Die Schäden im Garten, die hier im Kontext mit sehr heftigen Regenfällen (hier dann häufig gemischt mit Hagel - gerne auch als starke Gewitter mit heftigem böigen Wind) auftreten, sehen anders aus: abgerissene Zweige und Äste (manchmal auch abgebrochene Jungbäume), abgeschlagenes Laub/Blüten/Früchte, niedergedrückte und abgebrochene Stauden, etc. - und triefend nasse Beete, die man zur Schadensbeseitigung nicht betreten kann.

Gibt es diese Problematik denn in den Regionen nördlich der Alpen nicht?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Waldmeisterin am 05. August 2018, 22:37:14
im Großen und Ganzen sind die Schäden, die du da beschreibst, ja eher kosmetischer Natur, von den gekappten Jungbäumen vielleicht einmal abgesehen. Ein Garten befindet sich nunmal im Freien, da hat man nicht alles unter Kontrolle und fährt wahrscheinlich einfach besser, sich über solchen Kleinkram nicht aufzuregen.
Blöd wird's dann halt, wenn es zu echten Ausfällen kommt, weil der Garten tagelang unter Wasser steht, oder eben, wie gerade bei uns, die Dürre (und das haben wir hier, seit April keine nennenswerten Nierschläge mehr) so manches Gewächs unwiederbringlich himmelt. Selbst bei vergleichsweise kleinen Gärten wie meinen städtischen 16 Ar (und da stehen ja noch Haus und Garagen drauf) ist es unmöglich, alles zu retten.
Früher stellte ich die Frage für irgendwelche Fürsten mit Barockgärten und aufwändigen Orangerien, die haben mittels Technik und Manpower (also von den Feldern abgezogenen Bauern) dafür gesorgt, dass Pflanzen, die eigentlich nicht hierher passten überlebten. Heute sorgen Leute, bei denen Geld keine Rolle spielt, dafür, dass ausgepflanzte Oliven mittels Fußbodenheizung und aufwendiger Winterverpackung im Garten überleben. Ich bin beides nicht nicht, deshalb muss ich meine Ansprüche anpassen, auch wenn's schwer fällt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 05. August 2018, 22:40:51
...  Die Schäden im Garten, die hier im Kontext mit sehr heftigen Regenfällen ...  - gerne auch als starke Gewitter mit heftigem böigen Wind) auftreten... (Hervorhebung von mir)
Klar gibt's sowas hier auch. Aber dann i. d. R. als Kombi aus harschem Regen und Wind (deshalb die Hervorhebung). Dann klaube ich jeweils so viel Birkenreisig aus den Beeten und von der Wiese, dass man daraus Flugbesen für mindestens eine komplette Harry-Potter-Quidditch-Mannschaft fabrizieren könnte ;). Pflaume, Kirschen, Weide schmeißen Äste, manche Sträucher auch. Und Rosen- und Staudenblüten leiden.

Ok: Isso. Passiert ein paarmal im Jahr. Und verwächst sich wieder.

Bei Gehölzen kann man ein bisschen vorsorgen, indem man schwachem Gezweig rechtzeitig mit Schere und Säge zuleibe rückt. Aber das hat natürlich Grenzen...

Und hängt auch von der jeweiligen Holzbeschaffenheit ab.

Buddleia, dein Beispiel von vorhin, ist das Sprödeste, Brüchigste, was ich kenne. Obendrein ist der Strauch ja ein Schnellwachser. Bei unserem habe ich beobachtet, dass die Stabilität neuer Triebe direkt zusammenhängt mit der verfügbaren Wassermenge. Konkret: Ist es im April, zur Zeit des Erst-Austriebs, sehr trocken, werden erstmal dünne Äste gebildet. Folgt dann ein regenreicher Mai, wachsen die Triebe oben viel dicker weiter. Dünne Basis, fette, schwere Spitzen - da stimmt dann die Balance partout nicht. Und es reicht ein Ministürmchen, um den Strauch recht hässlich auseinanderkrachen zu lassen... Abhilfe: Regelmäßiges Wässern beim Austriebsstart ergibt eine kräftigere Astbasis.
Leichter Rückschnitt im Sommer, nach der Hauptblüte, ist auch nützlich. Gegen Wind- und Regenschäden - und für längere Blütezeit :). 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 05. August 2018, 22:43:47
@hemerocallis: Doch, gibt es, mein Garten liegt im Tal, da habe ich solche Erosionsprobleme zum Glück nicht, an den Hängen hier (vor allem in den Weinbergen) ist das allerdings ein großes Thema. Ansonsten sind es auch bei mir hauptsächlich plattgedrückte Stauden, matschige Beete usw., und bei Lehmboden dauert es natürlich nochmal länger, bis alles wieder trocken ist.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 05. August 2018, 22:44:04
Gerade bei der Auswirkung von heftigem Regen sind die lokalen Gegebenheiten, insbesondere die Topographie und der Boden, auschlaggebend. Bei den sandigen Berliner Böden sind nicht betretbare Beete durch Nässe kein Thema. Sogar bei meinem für Berliner Verhältnisse vergleichsweise lehmigen Boden stehen nie Pfützen auf dem Boden. Das Regenwasser vom Dach kann einfach in den Garten geleitet werden. Direkte Schäden an den Pflanzen sind was Anderes, die treten schon auf, aber kein Vergleich mit Sturmschäden. Überschwemmungsgefahr besteht bei uns mangels Fließgewässer in der direkten Nachbarschaft auch nicht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 22:47:42
Ich verstehe - auch durch Deine Beschreibung hier - immer besser, warum dieses Thema zu Mißverständnissen führt.

Gefühlt gibt es nur bei Dir Mißverständnisse, die anderen haben diese Problematik offensichtlich nicht.

Zitat
Gibt es diese Problematik denn in den Regionen nördlich der Alpen nicht?

Das ist, mMn Orographieabhängig.

Es wird sicher auch in D unglückliche Konstellationen geben, wo stärkere Regenfälle (Gewitter mit Fallböen, Outfolow Boundarys etc.) Schäden anrichten.
Allerdings mangelt es in D an Talkesseln, die von Bergen derart umgeben sind. In Bayern vielleicht?
Und selbst wenn es Regionen mit ähnlichem Gelände hier gibt, sind die Wetterverhältnisse doch noch mal ganz anders.

Der Größte Teil Deutschlands liegt unter Einfluß einer Südwestströmung, dazu noch die Nordatlantik Hoch/Tiefs...das ist auf Deiner Seite der Alpen doch mal ganz anders.
 

Dazu müßte man die einschlägigen Wettermeldungsseiten und die Jahresrückblicke zu Rate ziehen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 05. August 2018, 22:58:55
... Bei den sandigen Berliner Böden sind nicht betretbare Beete durch Nässe kein Thema. ...
Ist auch bei Lehmboden kein Thema, sofern man mulcht. Was man, wenn's sein muss, auch noch im akuten Nässe-Batsch-Fall tun kann: vom Weg aus eine dünne Schicht Rindenmulch lockerlässig ins Beet streuen, vom "beschichteten" Rand aus mit neuem Mulch immer weiter vorarbeiten in die Tiefe des Raumes, äh, des Beetes...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 05. August 2018, 23:06:20
nach einem (seltenen ) Starkregenereignis oder während der Schneeschmelze kann ich in meinem Garten nur noch den Treppenweg aus Rindenmulch betreten.

Der gesamte Rest ist lehmige Schmierseife, was angesichts der Neigung des Geländes haxenbrechend ist.
Ich bin schon einmal fast den ganzen Garten auf dem Podex heruntergerutscht. Kopp angestoßen und diverse Prellungen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 05. August 2018, 23:32:14
Dafür brauchts bei Lehmboden gar keine Starkregenereignisse, da reicht normale Herbst/Frühjahrsfeuchtigkeit und häufiges Betreten in dem Zustand.
Ich hab einen Durchgang, wo ich nicht nach rechts oder links ausweichen kann, dahinter gehts in den Schuppen, wenn ich da ein paarmal drüber gelaufen bin, wenn der Boden feucht ist, krieg ich auch ne Rutschbahn.
Deshalb hab ich jetzt da angefangen, Schieferplatten zu verlegen.

"Ela" war ein Wetterereignis, wo die Schäden gar nicht so sehr durch Regen, sondern vor allem durch die extrem heftigen Windböen verursacht wurden.
Sowas ist aber hier in der Heftigkeit bisher selten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 05. August 2018, 23:37:55
Solche Stellen habe ich hier auch, die haben vielleicht 5% Gefälle und eine mehr oder weniger schüttere Grasnarbe, da bin ich schon rund ums Jahr beinahe oder auch tatsächlich auf dem Hosenboden gelandet, mitunter recht schmerzhaft. :(
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 05. August 2018, 23:42:24
Dafür brauchts bei Lehmboden gar keine Starkregenereignisse, da reicht normale Herbst/Frühjahrsfeuchtigkeit und häufiges Betreten in dem Zustand.
Ich hab einen Durchgang, wo ich nicht nach rechts oder links ausweichen kann, dahinter gehts in den Schuppen, wenn ich da ein paarmal drüber gelaufen bin, wenn der Boden feucht ist, krieg ich auch ne Rutschbahn. ...
Ja, aber: Sowas weiß man doch als Lehmbodengärtner/in! Und packt von vornherein Sicherungen auf den Batsch.
Auf meinen Gartenwegen liegen dick Holzhackschnitzel (mit Vlies untendrunter), das funktioniert sogar noch bei Glatteisregen.

@loni: Dich nehme ich aus vom "weiß-man-doch", bei dir ist's offenbar extrem steil...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 06. August 2018, 00:14:36
Ja aber natürlich weiß man sowas als Lehmbodengärtner, aber nö, mach ich nicht mit Holzhackschnitzel, aus mehreren Gründen, die allerdings off-topic sind
Seit die Idee geboren war, die Terrasse neu zu belegen und zu vergrößern, plante ich ein, etwas mehr römischen Verband der Terrassenplatten zu bestellen und im Durchgang zu verlegen - jetzt hab ich das mit günstigen Schieferplatten eben vorweg genommen, eine schöne Lösung für meine Situation.
Wobei die wiederum nicht unbedingt gut hinsichtlich Klimawandel-Wetterereignisse sind, aber das nehme ich dann billigend in Kauf  ;)

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Witteke am 06. August 2018, 08:42:25
Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis.
Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: lonicera 66 am 06. August 2018, 09:07:57


@loni: Dich nehme ich aus vom "weiß-man-doch", bei dir ist's offenbar extrem steil...

Danke, heute passiert mir das nicht mehr, aber die erste Zeit nach dem Einzug...und ja, wir haben eine Neigung von 19% ;D

man kann das auf den Fotos immer so schlecht zeigen, deshalb die Geländekarte in meinem Post weiter oben
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 10:27:57
im Großen und Ganzen sind die Schäden, die du da beschreibst, ja eher kosmetischer Natur, von den gekappten Jungbäumen vielleicht einmal abgesehen. Ein Garten befindet sich nunmal im Freien, da hat man nicht alles unter Kontrolle und fährt wahrscheinlich einfach besser, sich über solchen Kleinkram nicht aufzuregen.
Hier werden diese 'Ereignisse' als Wetterextreme wahrgenommen - gab es früher selten, sind jetzt häufiger, deshalb sind auch die im Garten auftretenden Schäden für die Gartenbesitzer relevant geworden und man macht sich Gedanken, wie man sie minimieren kann.

Blöd wird's dann halt, wenn es zu echten Ausfällen kommt, weil der Garten tagelang unter Wasser steht, oder eben, wie gerade bei uns, die Dürre (und das haben wir hier, seit April keine nennenswerten Nierschläge mehr) so manches Gewächs unwiederbringlich himmelt. Selbst bei vergleichsweise kleinen Gärten wie meinen städtischen 16 Ar (und da stehen ja noch Haus und Garagen drauf) ist es unmöglich, alles zu retten.

Ich stelle es mir deutlich schlimmer vor, wenn Gärten lange unter Wasser stehen, als wenn es ausdauernd trocken ist. Hier ist entwässern in der Regel kein Problem - das Gelände entwässert sich durch die Neigung ohnehin relativ rasch selbst, daher gibt es wohl wenig Erfahrung aber bisher auch gottlob wenig Bedarf, hier aktiv zu werden (die schon erwähnten flächigen Drainagen sind in der lehmigen Hügellandschaft aber immer beliebter). Zudem werden die Überkapazitäten an Oberflächenwasser immer häufiger in Zisternen geleitet, damit man in trockenen Phasen geringere Wasserkosten fürs Gießen hat.

Wenn man das Wasser nirgends hinleiten kann, weil die ganze Umgebung überschwemmt wird, wird das Problem wohl fast unlößbar. Möglicherweise hilft ja der Bau großer Rückhaltebecken/Senken - aus denen könnte man sich dann in Trockenzeiten bedienen.  ???

Hochwasser/Überflutungen hat im und am Rand des Alpenhauptkammes aber eine völlig andere Dimension als in flachen Regionen mit breiten langsam fließenden Flüssen. Hier bei uns gibt es Sturzbach-artige Regenfälle, die kleine Rinnsale in reißende Bergbäche verwandeln, Verklausungen und Vermurungen - da bleibt kleinräumig kein Stein auf dem anderen - weder Gärten noch Häuser sind nicht zu retten, wenn Grundstücke meterhoch von Geröll und Schlamm bedeckt sind. Oft werden Autos, Gebäudeteile und Bäume einfach mitgerissen und 'verstopfen' Talausgänge, was dann zu größeren Überflutungen führt.

In der Ebene (da kann ich nur auf die Medienberichte zurückgreifen) scheint sich das Geschehen langsamer aufzubauen, großräumiger und mit weniger Wucht abzulaufen und auch langsamer wieder zurückzubilden.

Aber unabhängig davon kann man wahrscheinlich im Privatgarten Trockenphasen besser managen - weil es eben (mancherorts mit Einschränkungen) prinzipiell die Möglichkeit des Bewässerns gibt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 10:30:55
Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis.
Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
Treten diese Stürme ganzjährig - auch in der Sommersaison - auf?
Ich war bisher mehrmals im Hochsommer und im Winter in Norddeutschland - ich hatte den Eindruck, daß das stürmische Wetter eher außerhalb der Gartensaison auftritt. Entwurzelte Bäume sind natürlich weder im Sommer noch im Winter wünschenswert, sondern immer problematisch, aber dagegen kann man doch prinzipiell wenig machen, oder?

Hier pflanzt man in windexponierten Arealen keine Flachwurzler - ob das was bringt, kann ich nicht beurteilen - hier ist es recht windstill.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 10:32:41
@hemerocallis: Doch, gibt es, mein Garten liegt im Tal, da habe ich solche Erosionsprobleme zum Glück nicht, an den Hängen hier (vor allem in den Weinbergen) ist das allerdings ein großes Thema. Ansonsten sind es auch bei mir hauptsächlich plattgedrückte Stauden, matschige Beete usw., und bei Lehmboden dauert es natürlich nochmal länger, bis alles wieder trocken ist.

Ich muß mich mal bei unserem nächsten Trip in die Südsteiermark erkundigen, ob es da Problem dort in den Weinbergen auch gibt (keine Ahnung, welchen Boden die dort haben). Dort ist viel terrassiert - möglicherweise auch wegen der Ent-/Bewässerung?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 10:37:26
nach einem (seltenen ) Starkregenereignis oder während der Schneeschmelze kann ich in meinem Garten nur noch den Treppenweg aus Rindenmulch betreten.

Der gesamte Rest ist lehmige Schmierseife, was angesichts der Neigung des Geländes haxenbrechend ist.
Ich bin schon einmal fast den ganzen Garten auf dem Podex heruntergerutscht. Kopp angestoßen und diverse Prellungen.

Das habe ich heuer im Juli im Garten einer Freundin - an den Hügelketten im Norden des Grazer Stadtgebietes - auch live erleben dürfen. Wir haben dort einen alten Rhododendron am Hang ausgraben müssen. Der Boden war durch die dauernden Niederschläge rutschig wie Bananenschalen und es kam zu einigen lustig aussehenden, aber schmerzhaften Rutschpartien.

Den Wurzelstock konnten wir aber auch einfach rutschend über den Boden nach unten bewegen - war hilfreich, weil der große Strauch in eine flachere schattigere Partie des Gartens umgezogen ist (dort mußte zuvor drainagiert und mit Rhodoerde aufgefüllt werden).

Trotzdem möchte ich die Erfahrung nicht wiederholen.  ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Witteke am 06. August 2018, 10:44:45
Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis.
Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
Treten diese Stürme ganzjährig - auch in der Sommersaison - auf?


Normalerweise gibt es die Stürme eher im Herbst/Frühjahr. Im letzten Jahr gab es gleich mehrere Stürme im Sommer in Kombination mit einem total durchweichten Boden, was irre viele Bäume komplett entwurzelt hat.

Da scheint ja auch die Krux bei dem ganzen Thema zu sein: an welche potentiellen Extreme soll man sich denn bitte anpassen? Jahrelang schien es Konsens zu sein, dass es eine Folge des Klimawandels ist, dass wir hier immer mehr "Einheitswetter" (=kühle nasse Sommer und milde nasse Winter) übers Jahr bekommen werden. Und nun gibt es hier das absolute Gegenteil. Wenn man wenigstens so grob abschätzen kann, worauf man sich eigentlich anpassen sollte, könnte man es ja ggfls. tun. Aber so? Bleibt ja kaum was anderes als universell auf Humusaufbau und insgesamt recht robuste Pflanzen zu setzen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 06. August 2018, 10:45:46
Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis.
Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
Treten diese Stürme ganzjährig - auch in der Sommersaison - auf?
Ich war bisher mehrmals im Hochsommer und im Winter in Norddeutschland - ich hatte den Eindruck, daß das stürmische Wetter eher außerhalb der Gartensaison auftritt. Entwurzelte Bäume sind natürlich weder im Sommer noch im Winter wünschenswert, sondern immer problematisch, aber dagegen kann man doch prinzipiell wenig machen, oder?

Hier pflanzt man in windexponierten Arealen keine Flachwurzler - ob das was bringt, kann ich nicht beurteilen - hier ist es recht windstill.


In Mitteleuropa - wie in anderen gemäßigten Breiten - treten Stürme hauptsächlich im Herbst und Winter auf. Dann muss die "Wettermaschine" viel Arbeit verrichten, um die Temperaturunterschiede zwischen hohen und niederen Breiten "abzuarbeiten".
Das sind großräumige Vorgänge, sprich: Tiefdruckgebiete, die sich über dem Nordatlantik entwickeln.
Im norddeutschen Flachland können die sich ungebremst "austoben" und wirken dementsprechend großflächig.

Besonders hohe Windgeschwindigkeiten erreichen Randtiefs, die sich von dem eigentlichen Tiefdruckgebiet lösen und als kleine Sturmtiefs mit sehr hoher Zug- und Windgeschwindigkeit übers Land ziehen, oft auch weiter südlich bis hier im Südschwarzwald. Die sind viel kleiner und treffen daher nur eine kleinere Fläche, die aber mit großer Wucht. Stichwort: "Lothar" oder "Kyrill". 


Im Sommerhalbjahr gibts in Norddeutschland Wärme- und Frontgewitter, wie woanders auch.
Wenn man Pech hat, sogar mit Tornados. Ein solcher zog 1973 auch durch das Dorf, wo ich aufgewachsen bin.
Das ging ganz schnell, vom großen Bauernhof mit seinem Haupthaus und Stallungen im Dorfkern stand danach noch der Schornstein.
Das rethgedeckte Dach des alten Schulgebäudes, das auf dem Hügel überm Fluss stand, flog einige hundert Meter durch die Luft und landete im Geländer der Brücke überm Fluss.
Siehe hier: http://www.naturgewalten.de/kieltornado1973.htm
und hier: https://www.youtube.com/watch?v=8X2t1jljq6w
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 10:54:48
Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis.
Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
Treten diese Stürme ganzjährig - auch in der Sommersaison - auf?


Normalerweise gibt es die Stürme eher im Herbst/Frühjahr. Im letzten Jahr gab es gleich mehrere Stürme im Sommer in Kombination mit einem total durchweichten Boden, was irre viele Bäume komplett entwurzelt hat.
Das klingt übel.

Da scheint ja auch die Krux bei dem ganzen Thema zu sein: an welche potentiellen Extreme soll man sich denn bitte anpassen? Jahrelang schien es Konsens zu sein, dass es eine Folge des Klimawandels ist, dass wir hier immer mehr "Einheitswetter" (=kühle nasse Sommer und milde nasse Winter) übers Jahr bekommen werden. Und nun gibt es hier das absolute Gegenteil. Wenn man wenigstens so grob abschätzen kann, worauf man sich eigentlich anpassen sollte, könnte man es ja ggfls. tun. Aber so? Bleibt ja kaum was anderes als universell auf Humusaufbau und insgesamt recht robuste Pflanzen zu setzen.
Uns hier treiben aktuell die selben Überlegungen um. Feigen und ähnliches Zeug ist hier seit ich mich zurückerinnern kann, immer gut gewachsen, Spätfröste waren extrem selten - und nun killen sie eingewachsene Magnolien.  :-\
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 06. August 2018, 10:55:44
...
Hochwasser/Überflutungen hat im und am Rand des Alpenhauptkammes aber eine völlig andere Dimension als in flachen Regionen mit breiten langsam fließenden Flüssen. Hier bei uns gibt es Sturzbach-artige Regenfälle, die kleine Rinnsale in reißende Bergbäche verwandeln, Verklausungen und Vermurungen - da bleibt kleinräumig kein Stein auf dem anderen - weder Gärten noch Häuser sind nicht zu retten, wenn Grundstücke meterhoch von Geröll und Schlamm bedeckt sind. Oft werden Autos, Gebäudeteile und Bäume einfach mitgerissen und 'verstopfen' Talausgänge, was dann zu größeren Überflutungen führt.

In der Ebene (da kann ich nur auf die Medienberichte zurückgreifen) scheint sich das Geschehen langsamer aufzubauen, großräumiger und mit weniger Wucht abzulaufen und auch langsamer wieder zurückzubilden.

Aber unabhängig davon kann man wahrscheinlich im Privatgarten Trockenphasen besser managen - weil es eben (mancherorts mit Einschränkungen) prinzipiell die Möglichkeit des Bewässerns gibt.

Ich hab leider den Eindruck, dass sich eine Tendenz abzeichnet, dass auch "in der Ebene" diese sturzbachartigen Regenfälle und Unwetter zunehmen.
Auch schneller, kleinräumiger, mit viel Wucht.
Da reichen dann schon gar nicht mal so starke topographische Modellierungen, um auch reißende Ströme aus Rinnsalen zu machen - siehe die von mir weiter oben verlinkten Unwetter in Luxemburg, die Bilder davon.

Da sind solche Ansätze auf lehmigen Böden mit Gefälle schon interessant und ja nicht so schwer umsetzbar:
...
Und da fangen die gärtnerischen Schadensminderungs-Strategien an: Nachbars haben eine Senke im Gelände nicht planiert, sondern so gelassen, wie sie war - "Wiese", da stört sowas nicht. Und dort kann sich nun ein Zuviel an Wasser sammeln, ggf. auch ein paar Tage stehen blieben, ohne dass es großen Stress gibt.

Im eigenen Garten hat mal ein Starkregen (sensu stricto! :) ) im damals grad wg. Dürre steinhart verbackenen Lehm tiefe Ablaufrinnen in die Beete gegraben. Ich hab' draus gelernt.

Erstens sorge ich seither konsequent dafür, dass der Boden wasseraufnahmefähig bleibt, d. h. ich mulche, und ich fange früh mit (verhaltenem) Wässern an, so dass der Lehm nie "Beton" wird.
Zweitens habe ich begonnen, für den Fall des Falles Fließwege vorzugeben. Durch ganz leichtes Quergefälle, das das eh vorhandene Längsgefälle am Hang ergänzt: Ich habe die Beete - sie liegen an den Gartenrändern, dazwischen ist Wiese - etwas angefüllt, so dass sie außen ein Tickchen höher sind als die Wiese. Wenn's dicke kommt, folgt der "Fluss" halt dem Gefälle, geht also über die Wiese...
...

Vielleicht wäre das Schaffen von kleinen Querriegeln auch noch eine Option, also entweder Beete, Hecken, Wege quer zur Hangneigung planen, etwas erhöht anlegen, dass Flächenwasser dort etwas zurückgehalten wird und versickern kann und nicht sofort den ganzen Hang hinunterschießt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: hymenocallis am 06. August 2018, 11:15:36
In Mitteleuropa - wie in anderen gemäßigten Breiten - treten Stürme hauptsächlich im Herbst und Winter auf. Dann muss die "Wettermaschine" viel Arbeit verrichten, um die Temperaturunterschiede zwischen hohen und niederen Breiten "abzuarbeiten".
Das sind großräumige Vorgänge, sprich: Tiefdruckgebiete, die sich über dem Nordatlantik entwickeln.
Im norddeutschen Flachland können die sich ungebremst "austoben" und wirken dementsprechend großflächig.

Und mit welchen Strategien sorgt man in allgemein stürmischen Regionen vor? Ich denke, wenn das Know-How prinzipiell vorhanden ist, kann man es ja Sommers wie Winters nutzen.

Hier in der Au gibt es selten entwurzelte Bäume - die Oberflächen sind trocken, die Bäume müssen mit dem Wurzelwerk alle runter in das Nebenstromwasser des Flusses, das gibt vielleicht den entscheidenden Halt, aber der Windbruch ist doch beträchtlich. Für den Garten ist ein abgebrochener Baum sicher auch schon schlimm genug - die Wurzelscheibe im Boden muß man ja trotzdem entfernen, wenn man etwas neues pflanzen möchte  :-\

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 06. August 2018, 12:57:37
Die Sturmschäden durch entwurzelte Bäume hielten sich hier in den letzten Jahren glücklicherweise in Grenzen, aber es kommt immer wieder mal vor. Eine Bekannte von mir wohnt in der Nähe von Bremen, da sind letzten Sommer im Wald direkt hinter ihrem Grundstück mehrere Eichen, Birken usw. umgefallen, die seit Jahrzehnten ohne Probleme dort wuchsen, aber durch die enormen Regenfälle im Spätsommer war der Boden dort so aufgeweicht, dass die Wurzeln dem Winddruck nicht standhielten - die Bäume waren ja noch voll belaubt, anders als im Winter, wenn die meisten Stürme auftreten. Und fällt erst einmal ein Baum, hat der Wind leichtes Spiel, denn durch die veränderten Windverhältnisse werden plötzlich Bäume exponiert, die vorher geschützt standen und dementsprechend nicht so gut im Boden verankert sind.

Was die Weinberge angeht, sind Steillagen hier auch meistens terrassiert, allerdings kann der Lehmboden die Wassermassen eines Starkregenereignisses eben nur sehr schlecht aufnehmen, also wird das Erdreich oberflächlich auf großen Flächen abgeschwemmt. Natürlich sind Entwässerungswege vorgesehen, aber die alten Bruchsteinmauern werden heutzutage nicht immer so gepflegt, wie es in früheren Zeiten der Fall ist (leider ist der Bau von solchen Mauern ein aussterbendes Handwerk), und so brechen immer wieder solche Mauern zusammen und sorgen für Schlammlawinen, die die Zufahrtsstraßen unpassierbar machen. Auch kommt es immer häufiger vor, dass Bäche in den steilen Tälern der nahegelegenen Mittelgebirge binnen Minuten über die Ufer treten und ganze Dörfer überfluten - wie man es sonst eigentlich nur aus den Alpen kennt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 06. August 2018, 16:25:32
Also ich sag jetzt amal, aussn Bauch raus:  :P


1)Starkregen;
Starkregen, wenn er auf eine abschüssige Pflanzfläche trifft, rinnt ab, ohne zu "bewässern".Leider!  :-\
Dies jedenfalls bei meinen Bodenverhältnissen,
bei Schotter, Kies, Steinen mag das durchaus anders sein.

Starkregen in der Ebene versickert vielleicht, denn das Wasser findet an anderen Stellen immer (!!)  einen Weg,
 nämlich den Abschüssigen. Auch Leider. :-\  .


Vielleicht ists auch gar nicht so wichtig wirklich Daten zu kennen was Starkregen sein mag (ich mein jetzt vom technischen her)  und was nicht.

 Ich glaub  das es einfach wichtig ist,
wie reagieren meine Pflanzen, Stäucher, Bäume  (genau hierorts)  drauf,
und nicht wie im Osten, Westen , Norden, Süden.

Daher ists, find ichs, so wichtig,uns auszutauschen vom Norden , Süden,Westen und Osten her.


2) Windgeschichten:
sind ein zweites Phänomen und machen gar nicht glücklich als Gärtner, würd ich mal sagen.

Ich denke man sollte unterscheiden:

Wetter dass,
Starkregen

und

Wetter das Sturm (oft mit Starkregen begleitet)
bringt
Ganz liebe grüße
susanne


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: mifasola am 07. August 2018, 08:31:42
Angedacht ist, den Garten mehr zu beschatten, die Obstbäume werden, wie gesagt, bald weg sein.
Trockenheitsverträgliche Bäume, Aleppo Kiefer oder vielleicht einen Gingko...

Gerade flatterte mir diese Mitteilung auf den Tisch, darin ein Verweis auf die Datenbank Citree:
Die Onlinedatenbank „Citree“ vom Forscherteam um Roloff bietet seit über sechs Jahren zur Pflanzungsrecherche eine umfangreiche Sammlung mit über 400 Baum- und Straucharten mit 65 hinterlegten Eigenschaften an. Mit einem Filter lassen sich so auch Bäume finden, die den Kriterien „Hitzegefährdung“ und „Trockengefährdung“ entsprechen.

Vielleicht findet man da auch (nicht nur für urbane Räume) geeignete Bäume/Sträucher.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 11:15:46
Es gibt seit einigen Jahren in vielen Städten Bestrebungen, stresstolerantere Straßenbäume zusammenzutragen, die Listen unterscheiden sich natürlich teilweise, weil Winterhärte und Trockenheitstoleranz je nach Region unterschiedlich gewertet werden müssen:
Zukunftsbaumliste Düsseldorf
Straßenbäume im Praxistest
Klimaartenmatrix Stadtbäume
...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Cepha am 07. August 2018, 12:45:29
Anpassung ist das was der einzelne tun kann und es spricht auch nix dagegen.

Wesentlich ist aber vor allem, sich dafür einzusetzen, dass es nicht zur Katastrophe kommt, denn die Anpassung wird an Grenzen stoßen.

Ich erlaube mir mal was auf Englisch zu zitieren, weil ich es für sehr gut beschrieben halte:


Heute sind wir bei +1K
+2K ist das politische Ziel, aber völlig unrealistisch. Bei +2K verlieren wir bereits die meisten Korallenriffe, der Meeresspiegel wird mehrere Meter ansteigen und die Golfregion wird unbewohnbar (und es gibt mittlerweile Meinungen, dass es bei +2K schon kippen wird, egal was die Menschen dann noch tun)
+3K ist das heutige noch(!) realistische Minimalziel, quasi das bestmögliche Szenario. Das bedeutet zusätzlich den Verlust mehrerer Millionenstädte an der Küste
+4K macht Europa zur Trockenzone, große Regionen in China, Indien und Bangladesh werden zur Wüste, der Südwesten der USA wird weitgehend unbewohnbar. (+4K ist der aktuelle Trend für das Ende des 21. Jahrhunderts, also die Welöt die wir hier denjenigen hinterlassen, die heute geboren werden)

Auszug aus dem original:

Losing Earth: The Decade We Almost Stopped Climate Change

"...The world has warmed more than one degree Celsius since the Industrial Revolution. The Paris climate agreement — the nonbinding, unenforceable and already unheeded treaty signed on Earth Day in 2016 — hoped to restrict warming to two degrees. The odds of succeeding, according to a recent study based on current emissions trends, are one in 20. If by some miracle we are able to limit warming to two degrees, we will only have to negotiate the extinction of the world’s tropical reefs, sea-level rise of several meters and the abandonment of the Persian Gulf. The climate scientist James Hansen has called two-degree warming “a prescription for long-term disaster.” Long-term disaster is now the best-case scenario. Three-degree warming is a prescription for short-term disaster: forests in the Arctic and the loss of most coastal cities. Robert Watson, a former director of the United Nations Intergovernmental Panel on Climate Change, has argued that three-degree warming is the realistic minimum. Four degrees: Europe in permanent drought; vast areas of China, India and Bangladesh claimed by desert; Polynesia swallowed by the sea; the Colorado River thinned to a trickle; the American Southwest largely uninhabitable. The prospect of a five-degree warming has prompted some of the world’s leading climate scientists to warn of the end of human civilization..."

https://www.nytimes.com/interactive/2018/08/01/magazine/climate-change-losing-earth.html
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 07. August 2018, 13:46:40
@ Cepha: Du hast ja im Prinzip recht, aber hier in dem Thread ist es etwas OT. Außerdem trägst Du, soweit es mich betrifft (und sicherlich viele andere im Forum auch), Eulen nach Athen.

Ich denke, daß man bei den nötigen Änderungen im Garten unterscheiden muß zwischen schnell umsetzbaren Maßnahmen und denen, die einen längeren Vorlauf haben, bei denen die Struktur des Gartens verändert wird.

Beispiele für eine schnell umsetzbare Maßnahmen wären trockenheitsresistente Stauden pflanzen, oder eine kleine Bewässerungsanlage für einzelne Bereiche, Schattierungsnetz kaufen etc. Mit diesen Maßnahmen kann man warten, bis sie nötig sind. Beim Thema Sturm wäre eine Maßnahme, die Bäume auf dem Grundstück auf Standsicherheit zu kontrollieren.

Einen längeren Vorlauf hat man, wenn man mehr große Bäume für den Hitzeschutz haben will, so schnell wachsen die nun mal nicht. Veränderungen der Oberfläche, um den Regenrückhalt zu verbessern oder befürchtete Starkregen besser ableiten zu können, sind sicher oft nur möglich, wenn keine Pflanzen auf der Fläche sind. Das müsste man eigentlich bei der Anlage des Gartens tun. Grundsatzfragen der Bewässerung, z.B. der Einbau einer Zisterne, würde ich auch hier einordnen.

Für mich sind das zur Zeit die Anpassungen, die man planen und umsetzen sollte.

Den eigenen Energieverbrauch mal wieder kritisch zu betrachten und nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, zähle ich auch zu den dringenden Maßnahmen. Aber das wird meistens wenig mit dem Garten zu tun haben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: neo am 07. August 2018, 13:56:10
Beim Thema Sturm wäre eine Maßnahme, die Bäume auf dem Grundstück auf Standsicherheit zu kontrollieren.

Ja, da hast du recht, denke schon länger, man sollte unsere Bäume, zumindest die in Hausnähe, mal begutachten lassen. Obwohl man die totale Sicherheit natürlich nie hat, und was vom Wald rüberfallen kann ist dann nochmals eine andere Sache.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 07. August 2018, 14:12:06
Die Bäume hier werden regelmäßig, d.h. alle zwei Jahre, besondere Kandidaten jährlich, von einem Baumpfleger geprüft. Der erstellt darüber ein Protokoll.
Das ist deshalb wichtig, damit im Schadenfall die Versicherung sich nicht damit rausredet, dass der Schaden grob fahrlässig verursacht wurde.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Junebug am 07. August 2018, 14:31:37
So was hatten wir uns auch gedacht und letztens einen Baumpfleger da. Der meinte allerdings ausgerechnet bei der dicken Fichte direkt am Haus, die sehe er bei 70-80% und bei den ganz heftigen Stürmen könne man sowieso für nichts garantieren.  :-\ Wie ist das denn jetzt versicherungstechnisch zu betrachten? Ab wann ist man fahrlässig, weil man den Baum nicht gleich hat umsäbeln lassen?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 14:38:57
Standsicherheit von Bäumen ist wirklich ein Thema.
Daß eigentlich fast alle uralten Obstbäume in meiner Obstwiese nicht mehr doll sind, ist mir klar.
Meist verlieren sie bei Stürmen dann große Äste, auch mal halbe Kronen.
Ist bei mir nicht so dramatisch, hab ja Platz - solange die nicht auf Jungbäume stürzen, da hatte ich bisher immer Glück.
Es kündigt sich auch meist dadurch an, dass diese Äste kaum oder gar nicht mehr austreiben, Pilzfruchtkörper ausbilden.

Allerdings wurde ich letztes Frühjahr "kalt erwischt" von 2 Zwetschgen, die eigentlich im Sommer zuvor noch recht gut belaubt aussahen, auch nicht zu sehr ungleichgewichtig verwachsen waren - und trotzdem sang- und klanglos komplett bei einem Sturm im Januar 2017 umgekippt sind  :o
Während 2 schon völlig abgestorbene all dem getrotzt haben.
Wieder großes Glück gehabt, der eine fiel einfach in die Wiese die andere auf den Platz direkt neben der Ruine - ein paar Steinfragmente aus meiner Sammlung wurden durch Äste runtergefegt und zerbrochen, aber der Baum hätte auch genau auf die Ruine fallen können, die Mauern hätten das dann wohl auch nicht mehr halten können....
Fazit daraus: eine recht große Pflaume 2m vom Nachbarn entfernt wird umgesägt, obwohl die auch noch gut aussieht.

@Junebug:
Wie sieht denn bei euch der Untergrund aus, also gibt es Untergrundgestein und in welcher Tiefe?
Ihr habt ja relativ viel Topografie, Fichten sind eher Gebirgsbäume, auf solchen Standorten können sie sich auch festkrallen - auf tiefgründigen Lehmböden nicht so wirklich.
Und ihr liegt in der Senke, starke Winde wären meinem Empfinden nach eher oben bei der Wohnstrasse zu fürchten.
Und in welche Richtung ist die "Hauptsturmwindrichtung" bei euch, Richtung Haus oder Richtung Strasse?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 07. August 2018, 14:40:46
70-80 %?
Was: Wahrscheinlichkeit, dass die beim nächsten Sturm (im Sinne der meteorologischen Definition) umkippt? Das wäre in der Tat bedenklich.
Worauf gründet sich denn dieses Urteil?

Allerdings ist es nicht leicht, an erfahrene Baumpfleger zu kommen. Da gibt es viele, die meinen, sie könnten was dazu sagen, bloß weil sie eine Gartenfirma haben und Bäume fällen können.


Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 07. August 2018, 14:43:30
Könnte man sich zu solch einer Frage auch ein einen Förster wenden?
Also nicht wegen des Fällens, sonder wegen der Baumgesundheit  8)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 07. August 2018, 14:48:13
Das bezweifle ich. Für eine erste Voreinschätzung vielleicht.

Förster kennen die Baumarten nicht, die in Gärten stehen. Ein Baumpfleger, resp. ein Sachverständiger für solche Fragen, kann das sicher besser beurteilen. Der weiß eher, welche Gefahren je nach Baumart drohen können, wie es um die Standfestigkeit bestellt ist, ob Entlastungsschnitte in der Krone angebracht sind etc.
Und, wie gesagt: Wenn es kracht, wird die Aussage "Ich hab da mal mit 'm Förster gesprochen, der meinte, da passiert nix" der Versicherung nicht genügen.
Abgesehen davon, dass ein Förster recht leichtfertig wäre, der solche Aussagen dokumentiert abgibt.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Junebug am 07. August 2018, 14:48:52
@Junebug:
Wie sieht denn bei euch der Untergrund aus, also gibt es Untergrundgestein und in welcher Tiefe?

Und in welche Richtung ist die "Hauptsturmwindrichtung" bei euch, Richtung Haus oder Richtung Strasse?

Puh, das weiß ich gar nicht mit dem Gestein, wie finde ich das denn raus? Und der Wind geht eher zur Straße, heißt, das Haus müsste das Meiste abfangen. Und ja, unsere Kuhle, denke ich, auch. Das haben wir ja bei Friederike im Januar gesehen, am alten Haus ist so eine Fichte umgekippt, diese hier blieb stehen und insgesamt wirkte alles auch ziemlich unberührt, es lag kaum was an Ästen rum.

70-80 %?
Was: Wahrscheinlichkeit, dass die beim nächsten Sturm (im Sinne der meteorologischen Definition) umkippt? Das wäre in der Tat bedenklich.

Tschuldige, missverständlich. 70-80% gesund, meinte er, und dass der Baum vielleicht mal von der Sitkalaus befallen war. Die Firma war mir sehr empfohlen worden von einer Bekannten, die Gärten plant. Ende September kommen sie noch mal und fällen eine marode Zwetschge und lichten anderes ein bisschen aus, da könnte ich noch mal nachhaken.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Secret Garden am 07. August 2018, 14:52:03
Eine Fichte, die nah am Haus steht, würde ich im Zweifelsfall immer entfernen (lassen).

Ich bin ja hier am Waldrand und da fallen bei jedem Sturm Fichten um, im Januar auch auf unseren Garten. Sobald ich eine absterbende Fichte erspähe, rufe ich den Förster an und dann kommt erfahrungsgemäß sehr schnell ein Fälltrupp. Ich erwähne beim Anruf vorsorglich, dass ein Fußweg nahe am Baum verläuft. 8)

Es fallen aber auch Fichten, die ganz gesund aussahen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Wühlmaus am 07. August 2018, 14:54:22
Das bezweifle ich. Für eine erste Voreinschätzung vielleicht
...

Danke!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 07. August 2018, 14:58:01
Eine Fichte, die nah am Haus steht, würde ich im Zweifelsfall immer entfernen (lassen).

Ich bin ja hier am Waldrand und da fallen bei jedem Sturm Fichten um, im Januar auch auf unseren Garten. Sobald ich eine absterbende Fichte erspähe, rufe ich den Förster an und dann kommt erfahrungsgemäß sehr schnell ein Fälltrupp. Ich erwähne beim Anruf vorsorglich, dass ein Fußweg nahe am Baum verläuft. 8)

Es fallen aber auch Fichten, die ganz gesund aussahen.

Siehste, da geht's schon los: Wenn ich hier aus dem Fenster sehe, schaue ich auf eine etwa 30 m hohe Fichte (Picea abies), die auf dem übernächsten Grundstück steht.
Der Baum steht ziemlich frei, aber natürlich in einem Wohngebiet umgeben von niedrigeren Häusern.
Obwohl der hier in der Vorbergzone sicher nicht optimal steht - zu warm, zu trocken: Der Baum ist vollkommen gesund, hat keinerlei totes Geäst und keine Nadelverfärbungen oder Nadelverlust.
Bei den Stürmen der letzten 20 Jahre hat er "nicht mit der Wimper gezuckt".

Mit anderen Worten: Die bloße Tatsache, dass es eine Fichte ist, sagt nichts darüber aus, ob der Baum standfest ist oder nicht.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Junebug am 07. August 2018, 15:12:52
Kann ich gut nachvollziehen, secret, aber es wäre schon echt schade drum. Ich hätte sie mir nicht so hingepflanzt, aber so wie sie da jetzt steht, ist das sehr schön. Der Baumpfleger hat uns noch geraten, zur Dokumentation regelmäßig in die Krone zu fotografieren. Werden wir machen, aber ich werde im September auch noch mal nachhaken, mit Verweis auf das Thema Versicherung. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 15:14:55
Ich würde da auch differenzieren.
Der Baum ist gestaltprägend für Garten und Haus.
Und ist, abgesehen vielleicht von der Sitkalaus (die ich jetzt eher als optisches, nicht so sehr für den Baum grundlegend gesundheitsgefährdendes Problem wie Borkenkäfer kenne) gesund.
Die Senkenlage entschärft die Sturmgefahr.

Wir hatten eine Riesenfichte im Vorgarten, 3m von der Hauswand.
Abgesehen von einer Fichtenreihe im Garten quer zur Hauptsturmrichtung bei uns, einer "Weihnachtsbaumpflanzung" dicht an dicht...
Und wir haben ja keinen felsigen Boden - sondern tiefrgründigen Lehm.
Der Vorgartenbaum überstand Darian/Vivian/Wiebke 1990 sehr gut - auf der Wurzelscheibe sah man, dass die Erde ein bisschen "aufgewühlt" aussah, wahrscheinlich durch Zug an Hauptwurzeln, aber der Baum stand gerade.
Bei der Reihe waren mehrere Bäume leicht schräg, einer sehr - aber die richteten sich teilweise in den Jahren danach wieder auf.
Auch bei der Weihnachtsbaumpflanzung gabs keine Schäden.
Die Vorgartenfichte liess ich 1994 fällen, weil die Fassade erneuert worden war und die Äste am Haus in den nächsten Jahren gescheuert hätten.
Der größte Teil der Weihnachtsbaumpflanzung starb 2003/2004 an Borkenkäfer (wahrscheinlich begünstigt durch den Sommer 2003, zu trocken)
Beim übernächsten Nachbarn stand jahrelang eine völlig abgestorbene Fichte ohne jegliche Nadeln, wo alle dachten, dass die doch irgendwann auf die Bahngleise fallen müsste.
Es dauerte erstaunlich lange, letztes Jahr fiel sie mit meinen Zwetschgen, allerdings zum Nachbarn neben mir, nochmal Glück gehabt, das wär sonst wohl wirklich teuer für den übernächsten Nachbarn geworden...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 15:20:47
Ich glaube sowas sind bei Fichten schlechte Zeichen:

(https://up.picr.de/30762465zv.jpg)

(https://up.picr.de/30762464tw.jpg)

(https://up.picr.de/30762466vb.jpg)

Starke Zapfenbildung, verstärkter Abwurf älterer Nadeljahrgänge.
Das ist der Rest der Weihnachtsbaumpflanzung, noch 6 Stück, ich glaube, die leiden zunehmend unter Trockenphasen.
Ich lasse gerade Kostenvoranschläge zum Fällen machen - leider müssen sie "abgebaut" werden, man kann sie nicht einfach fällen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Secret Garden am 07. August 2018, 15:22:10
Natürlich hat Bristlecone Recht. Ich habe in den letzten Jahren derart viele Fichten umfallen sehen, dass ich diese Baumart nicht ohne Vorurteile betrachten kann. :-[
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 07. August 2018, 15:40:24
Die hätte ich an deiner Stelle vermutlich auch.

Was Anderes: Eine Konsequenz dieses Sommers wird für mich sein, Gehölze grundsätzlich nur noch im Herbst zu pflanzen. Das Risiko eines strengen Winters, der immergrünen Gehölzen schaden könnte, nehm ich eher in Kauf als das Risiko, die im Sommerhalbjahr vertrocknen zu sehen oder durch überwässern (auch in Töpfen) zu verlieren.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 15:47:25
Nachdem es bei mir 2016 eine kleinere Dürre August September und 2017 April-Mai gab, hab ich für mich das auch beschlossen.
Aber für mich auch Staudenpflanzung nur noch im Herbst.
Es sei denn einzelne Winterempfindliche - aber Hätschelkinder fahr ich sowieso auch grundsätzlich zurück.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 07. August 2018, 15:56:42
Was Anderes: Eine Konsequenz dieses Sommers wird für mich sein, Gehölze grundsätzlich nur noch im Herbst zu pflanzen. Das Risiko eines strengen Winters, der immergrünen Gehölzen schaden könnte, nehm ich eher in Kauf als das Risiko, die im Sommerhalbjahr vertrocknen zu sehen oder durch überwässern (auch in Töpfen) zu verlieren.

Das nehme ich mir schon seit Jahren immer wieder vor, ab und an geht es aber doch auch im Frühjahr mit mir durch  ;D :D

Tatsache ist, Stauden, die in meinem tockensten Beet im Frühjahr gepflanzt wurden, haben den Herbst selten erlebt. Ich pflanze in diese trockenen Bereiche wirklich vorzugsweise im Herbst, auch frostempfindliches.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: jardin am 07. August 2018, 16:32:43
@ Gartenplaner

    Deine Fichten sehen wirklich nicht mehr schön aus. Schau doch einmal ob neben den Fichtenstämmen rot-braunes Bohrmehl zu sehen ist.
    Das wäre dann das erste Kennzeichen für Borkenkäferbefall. Wir werden dieses Jahr noch einige Fichten wegen diesem verfluchten Käfer fällen müssen  >:( .
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 07. August 2018, 19:57:00
Im Frühjahr ging’s wieder, das war letzten Herbst, aber den Herbst davor hatten sie auch schon so viel gelbe Nadeln.
Ich lass sie so oder so entfernen - hätt ich 2004 oder 2012 machen sollen, aber Nostalgie und Angst vor der Leere hielten mich damals ab  ::)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Rieke am 08. August 2018, 10:29:10
Bei Bäumen besteht auch noch ein Zielkonflikt. Als Hitzeschutz möchte man sie gerne nahe am Haus haben, aber bei Stürmen lieber mit einem größeren Abstand  :-\.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: neo am 08. August 2018, 15:10:34
Ja, aber es gibt ja auch kleinere Bäume oder solche, die man gut beschneiden kann. Sonst könnte man in ganz kleinen Gärten ja gar keinen Baum pflanzen. Und es wäre schade, man würde dies unterlassen. Und ohne würden wir gerade gnadenlos auf dem Sitzplatz geröstet. :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 08. August 2018, 15:16:04
Also hohe Bäume in Hausnähe, da bin ich inzwischen schmerzfrei.

Zwangsweise.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 08. August 2018, 15:16:28
Das gilt auch für sehr hohe Bäume  ;D :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: neo am 08. August 2018, 15:22:11
Die Bäume hier werden regelmäßig, d.h. alle zwei Jahre, besondere Kandidaten jährlich, von einem Baumpfleger geprüft. Der erstellt darüber ein Protokoll.
Das ist deshalb wichtig, damit im Schadenfall die Versicherung sich nicht damit rausredet, dass der Schaden grob fahrlässig verursacht wurde.

Vernünftig ist das. Ein bisschen habe ich die Befürchtung, dass der Baumpfleger dann so viel sieht, was man machen könnte, sollte, dass dies dann ganz gewaltig ins Geld gehen könnte. Arbeit an grossen Bäumen ist ja doch noch recht aufwändig. Aber so oder so, an einem wird man was machen müssen, der ist nämlich abgestorben (aber nicht wegen jetziger Trockenheit nur,  war wohl schon ein längerer Prozess.)

Bei uns ist bisher noch kein hoher Baum gefallen @nana. Könnte mir vorstellen, dass meine Schmerzfreiheit genau in dem Moment aufhört, sollte das einmal passieren. ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 08. August 2018, 15:26:26
Bei der Douglasie mache ich mir relativ wenig Sorgen. Die schmeißt bei starker Windbelastung die Äste ab statt komplett umzukippen. Wir mussten schon zweimal jemanden kommen lassen, der die Äste dann kletternder Weise aus dem Baum entfernt hat, damit sie nicht unkontroliert runter kommen. Auf uns oder auf Nachbars Auto.

Die anderen Bäume gehören der Stadt, die kontrolliert eigentlich jährlich. Trotzdem ist schon mal einer auf den Fußweg im Waldstreifen gefallen.

Wer sich ein Haus am Waldrand kauft, muss damit glaube ich leben.  :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 08. August 2018, 15:32:16
Zitat
Was Anderes: Eine Konsequenz dieses Sommers wird für mich sein, Gehölze grundsätzlich nur noch im Herbst zu pflanzen. Das Risiko eines strengen Winters, der immergrünen Gehölzen schaden könnte, nehm ich eher in Kauf als das Risiko, die im Sommerhalbjahr vertrocknen zu sehen oder durch überwässern (auch in Töpfen) zu verlieren.
Das ist bei mir genau umgekehrt, Herbstpflanzung ist hier für vieles zu gefährlich.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 08. August 2018, 15:32:55
Wegen Frost vermutlich?
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 08. August 2018, 15:34:39
Ja und wegen unserer Wintertrockenheit.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: nana am 08. August 2018, 15:40:46
Ja, so unterschiedlich sind die Bedingungen. Wenn ich nur lese "Frühjahrspflanzung empfohlen", dann denke ich mir nur "alles klar aber nicht hier".  :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 08. August 2018, 20:16:55
Ich mach amal mit den Bäumen weiter  :-X
Hab meine letzten zwei Fichten im Frühjahr 2016  schneiden lassen.
Standen im Abstand zum Haus etwa 6-7m und waren 35m hoch.
In der totalen  Windschneisse.
Die letzten Jahte hatte ich immer genug Angst um das Dach meines Hauses.
6m Abstand und 35m hoch grusel  :o

Fichten sind , soweit ich weiß, Flachwurzler. ?

Als Jugendliche hab ich genau hier (bei meinen Großeltern =Nachbargarten) zwei Fichten liegen sehen,
 umgestürzt, samt Wurzelstock, wegen Sturm.
War damals offenbar ein tiefer Eindruck  für mich  8).

Paar Fotos von der Fällung der letzten Fichten kommen  gleich
Natürlich hab ich mich von ihnen gebührlich verabschiedet.
liebe Grüße susanne
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 08. August 2018, 20:20:58
.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 08. August 2018, 20:21:51
.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 08. August 2018, 20:44:35
In meinem Garten können Krane und  anderes Schwerzeug (leider) nicht zufahren.
Wenn ihr genau hin sehts, seht ihr den Mann oben arbeiten.
Und es alles gut gegangen im März 2016  :D

Mein geliebter cornus hat danach (immer bislang gut wachsend zwischen den beiden Fichten) die Luft und  Sonne gefunden.
Er ist wahrlich explodiert!  :D

2016 im Sommer musste er  amal zeigen was er kann.

 2017 war dann Pause????

Aber heuer hat er wieder losgelegt.  :D
Den kennts ihr ohnedies schon, er dankt es mir.

So schwer es mir gefallen ist, die beiden großen Fichten zu  beseitigen, ... er hats mir gedankt. :D
Derzeit  bin ich bei aller Senke und Feuchte hieortrs  trotzdem dabei auch ihn zu gießen.

 Ganz liebe Grüße
susanne

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 08. August 2018, 22:17:28
Mach mal das Fenster auf, hemerocallis. Zum Rausgucken über deinen Alpen(tief)talrand.

Wer sowas schreibt
... Hochwasser/Überflutungen hat im und am Rand des Alpenhauptkammes aber eine völlig andere Dimension als in flachen Regionen mit breiten langsam fließenden Flüssen. Hier bei uns gibt es Sturzbach-artige Regenfälle, die kleine Rinnsale in reißende Bergbäche verwandeln, Verklausungen und Vermurungen - da bleibt kleinräumig kein Stein auf dem anderen - weder Gärten noch Häuser sind nicht zu retten, wenn Grundstücke meterhoch von Geröll und Schlamm bedeckt sind. Oft werden Autos, Gebäudeteile und Bäume einfach mitgerissen und 'verstopfen' Talausgänge, was dann zu größeren Überflutungen führt. ...
hat weder die leiseste Ahnung noch den Schatten eines Schimmers eines Hauchs von Empathie.
Allein schon ein Blick in Gartenplaners Links
....
Unwetter 1. Juni 2018
Bei dem Unwetter gab es heftigste Schäden, in einer touristischen Region wurde ein Hotel-Restaurant über 1m hoch geflutet, das Gebäude stand da unbehelligt über 100 Jahre.
Unwetter 9. Juni 2018
Ebenfalls heftige Schäden, da wurde das Hotel-Restaurant ein zweites Mal geflutet - die Aufräumarbeiten vom ersten Mal waren gerade fertig  :-X
zeigt, dass die katastrophalen Auswirkungen von Starkregen in der Ebene nicht minder brutal sind als im Gebirge. Und das war nicht der einzige Fall dieser Art in den letzten paar Jahren. Stichworte - die zwei Ortsnamen stehen exemplarisch für andere: Simbach am Inn (2016, mehrere Todesopfer, enorme Verwüstungen) , Dirmingen (2016, ebenfalls enorme Verwüstungen)

Starkregen und Sturm gibt es hier im Norden nun wirklich mehr als genug. Allein in der Saison 2016/17 bin ich 5 mal unfreiwillig in Hamburg gestrandet aufgrund von umgestürzten Bäumen im Gleis. Wenn man dann endlich zu Hause ankommt, ärgert man sich nicht über platte Stauden, sondern freut sich, dass kein Baum aufs Haus gefallen ist.
... Entwurzelte Bäume sind natürlich weder im Sommer noch im Winter wünschenswert, sondern immer problematisch... Hier pflanzt man in windexponierten Arealen keine Flachwurzler - ob das was bringt, kann ich nicht beurteilen...
Offenbar hast du auch noch nie ernsthaften Sturm/ Orkan erlebt, und es fehlt dir wiederum an - ähemm - Vorstellungskraft.
Hier hat eine Zeitung mal besonders heftige Orkane der vergangenen Jahrzehnte aufgelistet. Einige davon habe ich aus der Nähe mitbekommen (Vivian, Wiebke, Kyrill), drei weitere aus allernächster Nähe:
- Bei Quimburga (1972) standen meine Mutter und ich - beide alles andere als muskelbepackte Walkürengestalten - zwei Stunden lang mit je zwei großen Besen bewaffnet auf dem Dachboden und haben unter Aufbietung aller Kräfte versucht, die Ziegel am Rand des schon ins Dach gewehten Lochs festzuhalten, um den Schaden zu begrenzen (wir haben's geschafft, waren hinterher aber reif für 'ne Kur). Noch Jahre später sah es in vielen Wäldern zum Fürchten aus, die Windwurfflächen waren unglaublich groß. Und unglaublich wild.
- Bei Lothar (1999) hatte ich grad Dienst und konnte aus dem Bürofenster gar nicht so schnell gucken, wie an meinem Arbeitsort Dächer abgedeckt waren, Schilder, Straßenbaum-Starkäste, dicke Steine und halbe Flachdächer durch die Gegend flogen. Im benachbarten Lothringen hatten Tausende von Menschen tagelang keinen Strom - und es war Winter... In den Wäldern unserer Region gab es große Schäden. Aber, sagten Forstleute damals, das sei beherrschbar: Die kritischsten Wald-Partien hatten zuvor nämlich schon Vivian (1990) und Wiebke (1990, wenige Tage nach Vivian) abgeräumt.
- Xynthia (2010) hat in einem Nachbargarten hohe, gut 40 Jahre alte Bäume umgelegt. Es waren Fichten, Flachwurzler - aber das war dem Orkan völlig wurscht: Er hat sie einfach anderthalb Meter überm Boden abgeknickt, als wären es Streichhölzer. Woanders ist es Buchen und Eichen - Tiefwurzler - keinen Deut besser ergangen.

Wer je sowas gesehen hat, kommt nie auf die Idee, zu schreiben: "Hier pflanzt man in windexponierten Arealen keine Flachwurzler."

Fenster auf!

edit: Link repariert
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Secret Garden am 09. August 2018, 00:26:26
Querkopf, hemerocallis macht gerade Ferien auf dem Apfelbaum: https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,63582.0.html
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 09. August 2018, 00:53:20
Danke, secret garden. Habe ich inzwischen auch gesehen, aber da war der Beitrag hier längst geschrieben. (Verspätete Reaktion, weil ich zwei Tage nicht im Forum war...)
Und er bleibt auch stehen. Denn die Formulierungen, die mich auf die Palme gebracht haben, sind mit den Apfelbaum-Ferien ja nicht aus der Welt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: zwerggarten am 09. August 2018, 08:01:12
was die katastrophalen auswirkungen von starkregen angeht, hatte ich den unterschied so verstanden: im gebirge ist ein haus ggf. gleich ganz hinüber (samt fundament unterspült und/oder weggerissen), während es im flachland ggf. geflutet wird und getrocknet/gereinigt/renoviert werden muss – da ist schon ein qualitativer unterschied...

auch wenn man ganz sicher beides nicht haben möchte und ein kompletter verlust womöglich sogar leichter zu ertragen ist (sauberer schnitt) als das elendige schlamm ausräumen und trocknen.

edit: wobei so ein vergleich vielleicht etwas schwarz-weiß angelegt ist, weil es örtliche besonderheiten wie z.b. (unter)tagebau und ggf. durch starkregen ausgelöste senkungen/ unterspülungen/ einbrüche oder vergleichbare regionale spezialfälle und ausnahmen nicht berücksichtigt. ;)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: tarokaja am 09. August 2018, 08:27:35
Querkopf, hemerocallis macht gerade Ferien auf dem Apfelbaum: https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,63582.0.html

Oh  :o

DANKE!!!  :D :D :D

Ich hatte nämlich schon überlegt, mich ganz aus dem Forum zurückzuziehen... es machte einfach keinen Spass mehr.
Ob 2 Wochen tatsächlich zum Umdenken reichen?? Ich bin gespannt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Paw paw am 09. August 2018, 10:35:00
was die katastrophalen auswirkungen von starkregen angeht, hatte ich den unterschied so verstanden: im gebirge ist ein haus ggf. gleich ganz hinüber (samt fundament unterspült und/oder weggerissen), während es im flachland ggf. geflutet wird und getrocknet/gereinigt/renoviert werden muss – da ist schon ein qualitativer unterschied...

auch wenn man ganz sicher beides nicht haben möchte und ein kompletter verlust womöglich sogar leichter zu ertragen ist (sauberer schnitt) als das elendige schlamm ausräumen und trocknen.

edit: wobei so ein vergleich vielleicht etwas schwarz-weiß angelegt ist, weil es örtliche besonderheiten wie z.b. (unter)tagebau und ggf. durch starkregen ausgelöste senkungen/ unterspülungen/ einbrüche oder vergleichbare regionale spezialfälle und ausnahmen nicht berücksichtigt. ;)

Stimmt, ist zu sehr schwarz-weiß. So wie auch nicht jeder Österreicher auf steilen Berghängen oder in engen -tälern wohnt (schon gar nicht hemerocallis), so gibt es auch in D nicht nur Flachland. Zudem können auch im Flachland Starkregenereignisse Häuser komplett zerstören, wie z. B. im flachen Hamburg in diesem Mai geschehen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: zwerggarten am 09. August 2018, 11:03:37
schon klar – da es hier aber eigentlich um veränderungen in reaktion auf wetterextreme geht, vielleicht noch der hinweis, dass auch etwas voraussicht nicht schadet, statt nur reaktion: ich würde z.b. nie in einer senke ins souterrain ziehen oder auf so einem grundstück einen garten anlegen: da habe ich zu oft als gast bei nachbarn miterlebt, wie sowas schon in berlin bei kräftigem regen absäuft... :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 09. August 2018, 23:23:50
... edit: wobei so ein vergleich vielleicht etwas schwarz-weiß angelegt ist, weil es örtliche besonderheiten wie z.b. (unter)tagebau und ggf. durch starkregen ausgelöste senkungen/ unterspülungen/ einbrüche oder vergleichbare regionale spezialfälle und ausnahmen nicht berücksichtigt. ;)
Danke fürs "edit", zwerggarten. Und danke für die Bekräftigung, Paw paw.
Ja, hemerocallis' Vergleich war plumpes Schwarz-Weiß, und das stimmt nie. Zudem: "Regionale Spezialfälle" sind in der Ebene, im Hügelland oder im Mittelgebirge mitnichten "Ausnahmen"; aus Gartenplaners Links geht das m. E. deutlich hervor, ebenso aus den beiden Links, die ich hinzugefügt habe, und auch aus Paw paws Hamburg-Link.
In Sachen Zerstörungskraft steht eine Schlamm-Lawine einer Geröll-Lawine nicht nach - es hängt von den jeweiligen Umständen ab.
Ein schmächtiges Hügelland- oder Flachland-Rinnsal kann ebenso zum reißenden Strom werden wie ein Gebirgsbach.

Und wer faselt, Überflutungen hätten im alpinen Kontext generell "eine völlig andere Dimension als in flachen Regionen", stuft - im Klartext - alle nicht-alpinen Überflutungen als Katastrophen minderen Ranges ein. Unbarmherzige Wirklichkeitsblindheit, die ich unerträglich finde. 

Punkt. Mehr mag ich dazu nicht schreiben. 

edit: Tippfehler korrigiert
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Arachne am 10. August 2018, 00:09:18
Grimma  in Sachsen 2002.
Das Flüsschen Muldewollte sich bloß mal das Städtchen anschauen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 10. August 2018, 00:18:38
Um mal weiter zu differenzieren - ich kann mir schon gut vorstellen, dass Hochwasserereignisse in Gebirgslagen eine wesentlich höhere Zerstörungskraft entfalten können, Stichwort Murgang, allerdings hab ich bisher nur die eine oder andere Doku darüber gesehen.
Wenn allerdings häusergroße Felsen in Bewegung sind, bleibt kein Haus mehr über, das man hinterher aufräumen könnte, genausowenig wie man ein Grundstück wieder nutzen kann, das meterdick mit Geröll bedeckt ist - anders als bei den in flacheren Gegenden auftretenden Schlammfluten.
Das sind schon andere Dimensionen.
Allerdings sehr lokal begrenzt, und - und ich glaube, das macht den großen Unterschied aus - die Menschen dort wissen seit jeher um die Gefahren, bauten dementsprechend umsichtig an Stellen, die am geringsten gefährdet waren, ergriffen und ergreifen Schutzmaßnahmen, schon immer, wissen aber auch, dass sie nicht immer und überall 100%ig sicher sind.
Gewohnheit, eine gewisse Gelassenheit.
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.

Für die "Flachländer" ist es schlicht und ergreifend neu, ungewohnt, verunsichernd, verängstigend, dass Wetterereignisse auf einmal und dann auch noch häufiger als alle 500 Jahre mal so extrem ausfallen, dass es Verheerungen ähnlich denen aus Gebirgslagen gibt.
Bisher wog man sich so ziemlich in Sicherheit.
Jetzt Panik, Aktionismus, verständlicherweise, kann ich seit dem Unwetter, das ich hier miterlebt habe, gut nachvollziehen.

Da sehe ich jetzt keine irgendwie geartete Gewichtung von Katastrophen.

Ich fürchte, eine Konsequenz wird sein, Gebiete wieder aufzugeben, die in den letzten Jahrzehnten, teilweise wider besseren Wissens (vielfach war gewusst, dass manche Neubausiedlungserschliessungsflächen doch mal alle 100 bis 500 Jahre überflutet werden könn(t)en), bebaut wurden.
Hier muss ich sagen, dass die Römer wahrscheinlich noch am klügsten gebaut haben - die Villae rusticae im näheren Umkreis liegen alle einige Meter die flachen Hügelflanken hinauf - das später entstandene Dorf liegt nur knapp ein Meter über dem Bachniveau.
Im neuen Flächennutzungsplan ist die Hälfte des Dorfes, die in der Senke liegt, als hochwassergefährdet bei Extremhochwasser ausgewiesen, daneben gibt es die Kategorien 100 und 10, ich schätze mal hundert- und zehnjährige Wahrscheinlichkeit eines Hochwasserereignisses, die weniger weitreichend auf dem Plan sind.
Die eingezeichnete Extremhochwasserfläche reicht bis fast an unsere Haustür, das Haus wurde wahrscheinlich 1779 erbaut  :-X
Völlig in dieser Extremzone liegen Baugebiete der 1950er-, 60er- und 70er-Jahre
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 10. August 2018, 01:04:43
Eine gewisse Kurzsichtigkeit oder far Fahrlässigkeit kann man so manchem Bauprojekt in der Tat vorwerfen, allerdings stellt sich die Frage, ob ein "Jahrhunderthochwasser" ein ausreichender Grund dafür sein kann, ein bestimmtes Grundstück eben nicht zu bebauen.

Das Problem an der Sache ist, dass solche "Jahrhunderthochwasser" in manchen Gegenden aufgrund von veränderten Bedingungen nun deutlich häufiger auftreten, vielleicht auch nicht immer am gleichen Ort, aber durch lokale Starkregenereignisse in einer bestimmten Region doch stark gehäuft gegenüber dem langjährigen Mittel.

Genau das sollte wieder stärker in die Köpfe der verantwortlichen Planer und Ausführenden gebracht werden, auch, wenn es um Präventivmaßnahmen geht, die ja leider oft sehr teuer sind, und deshalb nur sehr zögerlich oder gar nicht umgesetzt werden, meist aber erst, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen" ist...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Cepha am 10. August 2018, 11:19:51
Hier in Sachsen liegt ein Dorf, das beim großen "Jahrhunderthochwasser" 2002 geflutet wurde. Viele Häuser waren "natürlich" nicht versichert, denn sowas konnte man ja nicht ahnen. Daher hat man zu Spenden aufgerufen und die kamen dann auch.
Wurde also alles wieder aufgebaut, gegen eine Hochwasserschutzmauer gab es allerdings massivste Bürgerproteste, so sich der Bau dieser stark verzögerte.Schließlich wollte man sich nicht die Sicht verbauen und ein Stück des eigene Grundstücks abgeben.

2013 kam dann das nächste Jahrhunderthochwasser und die Mauer war nicht fertig..

Versichert waren die meisten wieder nicht, schließlich sind ja die Prämien "zu teuer". Ob erneut zu Spenden aufgerufen wurde weiß ich nicht.

Ob man nun die Schutzmauer fertig baut weiß ich auch nicht und wenn diskutiert man sicherlich wie hoch die werden soll.

Mal schauen, wenn das nächste Jahrhunderthochwasser kommt. Oder das nächste Jahrtausendhochwasser.

Übrigens werden die Q100 bei neuen Baumaßnahmen wie z.B. Brücken schon längst "klimabereinigt" Ob man da aber mit +2K oder mit +4K rechnet weiß ich nicht. Alles jenseits der +4K ist dann aus heutiger Sicht eh nicht mehr wirklich berechenbar, da fehlen einfach die Erfahrungen. Manche befürchten z.B. dass Mitteleuropa dann ebenfalls Wirbelstürme erleben könnte, so wie man sie heute nur im Pazifik oder Atlantik kennt.
Wenn es dazu kommt, können wir unsere Infrastruktur sowieso vergessen. Hurrikan Harvey z.B. hat in Houston 1200mm abgeregnet. Würde das an den Küsten Europas passieren wäre es die Sintflut.

Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)

Oder man stelle sich mal vor, es wird so heiß, dass die Gefahr von "richtigen Tornados" auch bei uns wächst. Dann fangen wir auch an unsere Häuser so zu bauen, dass man die eben im Notfall wieder komplett neu aufbaut und für die Leute baut man dann unterirdische Bunker zum verkriechen, wenn sie ein Ding über einen fegt.

Gärten die für Generationen angelegt wurden gibt es dann keine mehr, da sind keine langfristigen Planungen mehr möglich.

Aber die Kohlekommission wird schon dafür sorgen, dass die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz immer weiter laufen, dann das allergrößte Drama das diesem Land derzeit nach 9 Jahren Wirtschaftswachstum und Rekordbeschäftigung passieren kann wäre der Verlust von ein paar hundert Arbeitsplätzen. (wenn überhaupt)

MfG
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 10. August 2018, 12:24:26
Manche befürchten z.B. dass Mitteleuropa dann ebenfalls Wirbelstürme erleben könnte, so wie man sie heute nur im Pazifik oder Atlantik kennt.
Wenn es dazu kommt, können wir unsere Infrastruktur sowieso vergessen. Hurrikan Harvey z.B. hat in Houston 1200mm abgeregnet. Würde das an den Küsten Europas passieren wäre es die Sintflut.

Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)
Das ist sicher richtig, allerdings darf man dabei auch nicht vergessen, dass Städte in den USA, in Australien, in Sibirien oder in anderen Regionen der Welt größtenteils erst in der Neuzeit gegründet wurden, also noch gar keine Erfahrung mit "Jahrhunderthochwasser" und dergleichen sammeln konnten, während wir in Europa teils schon auf eine jahrtausendealte Siedlungsstruktur zurückblicken können. Wie Gartenplaner bereits erwähnte, scheinen z. B. die Römer mit ihren Villae rusticae am Hang durchaus auf solche Dinge geachtet zu haben. Andererseits sind sie aber auch für die großflächige Abholzung der Wälder rund ums Mittelmeer verantwortlich.

Menschengemachte Eingriffe in die Natur sind also nicht unbedingt eine neue Tendenz, nur haben sie bedingt durch das Bevölkerungswachstum immer gravierendere Auswirkungen. Wir kennen solche Bilder von Überschwemmungen, Dürren usw. meist nur aus den Medien, wenn irgendwelche Länder der Dritten Welt betroffen sind, und gegen den Tod von tausenden von Menschen sind die Verluste hierzulande in der Regel zu verschmerzen. Global gesehen wird die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken und Co. auch nicht viel helfen, den Klimawandel zu verlangsamen, aber klar, irgendwo muss man ja mal anfangen, und man kann nur hoffen, dass die Menschheit in ihrer unersättlichen Gier sich nicht für alle Zeiten die Zukunft verbaut...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 10. August 2018, 12:28:17
Zitat
Machen wir uns nix vor, bzgl Naturkatastrophen und üblem Klima sind wir hier in Deutschland schon extrem verwöhnt im Vergleich zu anderen Weltregionen (was das Leid derer nicht klein reden soll, denen es die Bude flutet oder denen ein Baum auf den Kopf fällt, es sind halt bugl der Katastrophen und Widrigkeiten weitaus kleinere Sachen als das was andere Weltregionen öfters erleben)
Ja, das ist wahr. Mitteleuropa hat es noch besser als andere Weltregionen, so schlimm auch viele Katastrophen sind. :(
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 10. August 2018, 12:38:40
Zitat
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.
Unten im Tal ist es anders als weiter "oben". Ist man inneralpin, schützen die Berge rundherum einen vor manchen Unwettern und vor allem vor zu starkem Sturm, während das Flachland ohne Schutz von Hügel oder Berg dem sehr ausgesetzt ist. Gebirgsränder auch...
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Arachne am 10. August 2018, 14:49:42
Hier in Sachsen liegt ein Dorf, das beim großen "Jahrhunderthochwasser" 2002 geflutet wurde. Viele Häuser waren "natürlich" nicht versichert, denn sowas konnte man ja nicht ahnen. Daher hat man zu Spenden aufgerufen und die kamen dann auch.
Wurde also alles wieder aufgebaut, gegen eine Hochwasserschutzmauer gab es allerdings massivste Bürgerproteste, so sich der Bau dieser stark verzögerte.Schließlich wollte man sich nicht die Sicht verbauen und ein Stück des eigene Grundstücks abgeben.

2013 kam dann das nächste Jahrhunderthochwasser und die Mauer war nicht fertig..

Versichert waren die meisten wieder nicht, schließlich sind ja die Prämien "zu teuer". Ob erneut zu Spenden aufgerufen wurde weiß ich nicht.

Ob man nun die Schutzmauer fertig baut weiß ich auch nicht und wenn diskutiert man sicherlich wie hoch die werden soll.

Off Topic aber trotzdem ein paar differenzierende  Anmerkungen von mir.
Cepha, Du meinst sicher mit "ein Dorf" die von mir erwähnte Kleinstadt Grimma.
Zu den Versicherungen: Alle, die noch die alten DDR-Versicherungen hatten, waren gegen Hochwasserschäden versichert. Die anderen hatten Nachwende-Versicherungen, wo ihnen andere Versicherungsschwerpunkte ans Herz gelegt/bzw. regelrecht aufgeschwatzt worden sind. Etlichen Versicherungsnehmern haben die Versicherungen im übrigen nach dem Schadensfall 2002 die Versicherungen gekündigt.

Sofort nach dem Hochwasser 2002 ist eine ausführliche Studie durchgeführt worden, um Gefahrenpunkte herauszuarbeiten und damit einen bestmöglichen Schutz der Stadt zu erreichen. Der sehr bald begonnene Bau des Schutzes vor Hochwasser ist nicht nur oberirdisch, sondern reicht auch mehrere Meter unter die Erdoberfläche. Da das Hochwasser der Mulde immer gewöhnlich mehrere Tage dauert, wollte man eine Entwässerung der Stadt auch bei Muldehochständen sicherstellen. So ein aufwendiger Bau, das kann man sich ja denken, braucht Jahre. 
Massive Proteste hat es nicht gegen die Schutzmauer gegeben, es waren lediglich 4 oder 5 Einsprüche, die keine verzögernde Wirkung hatten. Unabhängig davon hat man unverzüglich mit dem Bau begonnen. Die Anlage ist jetzt nahezu fertig. 
Ja, in dem Fall war es wirkliche Pech, dass die nächste Flut schon 11 Jahre später kam.
Es ist immer die Vb Wetterlage, die Hochwasser aus dem Erzgebirge bringt.

Habe noch etwas ergänzt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: susanneM am 10. August 2018, 19:33:11
Zitat
Da könnten hier die Schweizer und Österreicher aus Gebirgslagen mehr dazu schreiben.
Unten im Tal ist es anders als weiter "oben". Ist man inneralpin, schützen die Berge rundherum einen vor manchen Unwettern und vor allem vor zu starkem Sturm, während das Flachland ohne Schutz von Hügel oder Berg dem sehr ausgesetzt ist. Gebirgsränder auch...

Ich kann nur aus dem Flachland schreiben:
 
Mein Garten liegt am Ende der Ebene (südl. 64km vom Wien- genannt Steinfeld) am Beginn der Berge sozusagen.
Zwischen dem sanft anhebenden Hügeln vom Wechselgebiet und den schroffen Bergen der Alpen  (Schneeberg)
kriegt mein Garten natürlich die Stürme einschl. Gewitter von beiden Seiten mit.

Auch im Flachland gibt es totale Katastrophen, bei uns hier im Vorjahr;
M.E. zurückzuführen auf Starkregen , der aus den nahe gelegenen Höhen runterkommt und unglaubliche Massen an Wasser (auch Schlamm einfach oberflächlich, alles  nicht versickern lässt)
Daher glaub ich , dass auch in der Ebene Vorsicht geboten seine sollte!


Liebe Grüße

susanne
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Querkopf am 11. August 2018, 11:01:12
... Da sehe ich jetzt keine irgendwie geartete Gewichtung von Katastrophen. ...
Sprachanalytisch komme ich zumindest für #422 zu einem anderen Schluss. Aber dazu habe ich bereits was geschrieben und meinen Punkt gesetzt - dieses Fass mache ich nicht wieder auf.

... Ich fürchte, eine Konsequenz wird sein, Gebiete wieder aufzugeben, die in den letzten Jahrzehnten, teilweise wider besseren Wissens (vielfach war gewusst, dass manche Neubausiedlungserschliessungsflächen doch mal alle 100 bis 500 Jahre überflutet werden könn(t)en), bebaut wurden. ...
Ob's so weit gehen wird, dass man schon Bebautes wieder rückbaut, sprich: abreißt? Vorstellbar scheint mir eher, dass es Auflagen und Einschränkungen gibt. Dass z. B. die Bauleitplanung vorgibt: Grundstück X im Überschwemmungsgebiet darf nicht bebaut werden; bei Grundstück Y sind, so man denn baut, bestimmte Dinge zu beachten: eng begrenzte Versiegelung, gezielte Ableitung von Oberflächenwasser, Öltanks und technische Anlagen hochwassersicher (also nicht im Keller), vorsorgliche Wasser-Schutzeinrichtungen an Türen, Fenstern, Garagen, Lichtschächten; und Grundstück A, B und C, Grün- oder Landwirtschaftsflächen, müssen im Fall des Falles als Retentionsräume herhalten. Etcetera.
Hier in der Region erarbeiten derzeit etliche Kommunen, aufgeschreckt durch Überschwemmungskatastrophen, so genannte Starkregen-Gefahrenkarten. Ziel dabei ist einerseits, Häusle- und Firmenbesitzern Ratschläge an die Hand zu geben für deren private "Bauvorsorge". Und andererseits, eine bessere Grundlage zu kriegen für die kommunale Bauleitplanung, siehe oben. Letzteres muss dann allerdings politisch durchgesetzt werden. Z. T. gegen Interessen von Grundeigentümern und über Jahre gewachsene Vorlieben von Stadtplanern - nicht so einfach, schnell geht das sicher nicht.

Von unseren vorsichtigen Altvorderen können wir dabei bestimmt manches lernen. loniceras Anmerkung zum Beispiel zeigt das:
Das lenken der Wässer ist aber nicht mein Verdienst, Querkopf.
Unser Haus liegt am Fuße des Hangs, ein kleiner Hinterhof und dort steht die Drainagemauer seit 1860, weil sonst der Hang schon längst ins Haus gerutscht wäre. ;)

In meiner norddeutschen Heimat kann man solche Dinge auch gut beobachten. Der Speckgürtel rund um Hannover ist bei Häuslebauern beliebt, dort ist in den vergangenen Jahrzehnten gebaut worden wie blöde. Wobei man mit den Auen der Leine, der "Masch" - seit jeher jedes Frühjahr überschwemmt, mal weniger, oft mehr - sehr unterschiedlich umgegangen ist. In einigen Dörfern reicht heute die Bebauung stellenweise bis ans Flussufer :P, man hat hie und da Dämme gebaut. In anderen Dörfern hat man ein paar hundert Meter beidseits des Flusses konsequent freigehalten, da gibt's, wie in alten Zeiten, nur Weiden, Wiesen, Felder - definitiv die bessere Lösung.

Fragt sich aber, wie weit alle diese Gedanken eine Rolle spielen für die Ausgangsfrage des Fadens. Denn die zielt ja drauf, was man tun kann für den "Bestand". 

Manches lässt sich da nicht "abpuffern". Just im eigenen Garten erlebt: Mittwochnacht hat ein Sturm bei mir eine Weide abgeknickt. Sie war nicht mehr taufrisch, jedoch gesund, und sie stand geschützt - aber die nächste Wetterstation hat Böen bis 106 km/h gemessen, und die kamen offenbar aus unüblicher Richtung...
Traurig :'(, aber that's life. Natur halt. ("Höhere Gewalt", sagte ein Nachbar, aus dessen Garten ich den abgebrochenen Baum gleich rausräumen werde.) Damit muss man letztlich leben. 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Feinschmecker am 11. August 2018, 17:19:08
Oberhalb von meinem Obstgrundstück verläuft ein asphaltierter Weg mit Gefälle zum Gründstück. Die "nutzbare" versiegelte Fläche beträgt ca. 110 qm. Ich habe nun alle 4 Meter kleine Gräben mit schrägem Verlauf hin zur dort stehenden Thujahecke (die war schon dort, als ich das Grundstück kaufte...) gezogen. Am Donnerstag hat es 15 l/qm geregnet, mit geschätzten 50% "Verlust" sind immer noch 825 Liter zusätzlich auf der 40 Meter langen Hecke angekommen. Das Bild habe ich eben gemacht, es ist immer noch feucht dort. Bisher ist das Wasser bis zur tiefsten Stelle des Weges gelaufen und dort völlig nutzlos  ;) beim Nachbarn versickert.
Das nur als kleine Anregung zur Nutzung versiegelter Flächen, hier und da ist so etwas vielleicht auch bei andern machbar.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: neo am 26. August 2018, 16:13:13
Förster kennen die Baumarten nicht, die in Gärten stehen. Ein Baumpfleger, resp. ein Sachverständiger für solche Fragen, kann das sicher besser beurteilen. Der weiß eher, welche Gefahren je nach Baumart drohen können, wie es um die Standfestigkeit bestellt ist, ob Entlastungsschnitte in der Krone angebracht sind etc.

Ein Nagel und ein Kopf, ich habe einen Baumpfleger zur Begutachtung kommen lassen. So ein Sommer (und so ein Thread), für etwas ist das gut!
Ich kann es nur empfehlen, es war sehr interessant und ich habe manches gesehen, was ich vorher nicht sah und was ich nie bedacht hatte, mehr in Zukunftsrichtung, welchen Baum fördern und auf welchen verzichten? Ganz gefährliche Kandidaten gibt es hier scheinbar im Moment nicht.
In die Bäume wurde hier finanziell jahrzehntelang nie investiert, ich glaube, jetzt ist eine gute Zeit dafür, und es ist auch mal an der Zeit.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 04. September 2018, 12:37:49
Mein erster Nagel mit Kopf ist auch fertig - ich habe mir Stockosorb 660 geholt!
Bei jeder neuen Baum/Gehölzpflanzung mische ich in Zukunft die vorgeschriebene Menge, 20g pro 10l Aushuberde unter.
(Oder 200g/m², 20cm tief eingearbeitet, bei Staudenpflanzungen)

Durch den Dürresommer habe ich festgestellt, dass alle Gehölze und Bäume, die länger als 3-5 Jahre im Garten stehen, wohl schon mit ihrem Wurzelwerk vom hohen Grundwasserstand profitieren können - die 2012 gepflanzten Sequoiadendron sind auch dieses Jahr trotz Dürre üppig in die Höhe geschossen - einige Gehölze, die noch nicht so lange gepflanzt sind, haben dagegen gelitten.

Ich hoffe bzw. glaube, dass das Stockosorb diese ersten kritischen Jahre mit überbrücken helfen kann.
Nach 5 Jahren ist es laut Hersteller von Bodenmikroorganismen komplett abgebaut.

Zufällig habe ich eine interessante Doku von arte zu ähnlichen Bodenhilfsstoffen gefunden:
Futuremag: Wie können Pflanzen fast ohne Wasser gedeihen

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels besser abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. Oktober 2018, 11:35:08
Gegen längere Trockenphasen werde ich mich wohl dahingehend wappnen, dass ich die Pflanzenauswahl darauf ausrichte.
Vermehrt wohl auch Gehölze pflanzen werde.
Da die auch, bis sie ein gewisses Wurzelvolumen erreicht haben, gefährdet sind, hab ich mir bis jetzt 2 Strategien überlegt:
...
 - mir einige der in letzter Zeit hier im Stadtbild um Straßenbäume aufgetauchten treegator besorgen und um schon gepflanzte, aber noch gefährdete Gehölze anbringen

Erster Kurzzeiterfahrungsbericht zu den treegator:
Das Funktionsprinzip ist simpel wie sonstwas - eine große, stabile Plastiktüte, die in den Falzen der "Ecken" zu zwei Seiten zwei 3mm große Löcher eingestanzt hat.
Ich hatte irgenwie erwartet, dass der Boden der Tüten aus einem speziellen, semipermeablen Material aus der Weltraumtechnik gemacht wäre, aber nein  ;D
Nun gut.
Ich hatte die treegator an 4 Bäumchen angebracht, bei denen ich entweder sah, dass Wasser vonnöten war (2 kleinere Metasequoias hatten fast alle Nadeln abgeworfen) oder es vermutete (ein Sequoiadendron, der erst 2 Jahre steht und eine im Juni gepflanzte Morus alba 'Giant Fruit')

Erste Schwierigkeit - an kleinen Bäumchen, die noch bis unten beastet sind, ist es teilweise schwierig bis unmöglich, den Reißverschluß ganz zu zu bekommen, ein unbeasteter unterer Stamm ist besser.

Zweite Schwierigkeit - 2 der 4 treegator leerten sich schon beim 2. oder 3. Befüllen nicht mehr richtig.
Bei der Ursachensuche stellte ich fest, dass die Löcher jedenfalls nicht von innen verstopft waren, was ich zuerst wegen Befüllen mit Brunnenwasser vermutet hatte, wenn man den Falz auseinanderzog, pieselte der treegator in feinem Strahl aus dem gestanzten Loch.
Ob es am unebenen Boden um die Stämme der Bäume lag, an den Nacktschnecken, die sich auf der Flucht vor der Trockenheit der Umgebung in die Falznaht zwängten, ich konnte es nicht so recht dingfest machen.
Den treegator beim Befüllen ein paarmal zu schütteln, anzuheben, und die gefalzte Ecke zu säubern half etwas.

Aber so richtig "pflegeleicht" ist das System zumindest bei mir nicht, leider.

Trotzdem half es den Metasequoia, die wieder ein paar frische Triebe machten.

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bufo am 03. Oktober 2018, 11:53:08
Etwas Ähnliches hatte ich mir kostengünstig mit einer Alditüte gebastelt. Da trat das gleiche Problem auf, wie du es beschreibst.

Vor der nächsten Befüllung habe ich mit einem Stock ein Loch in die Erde gepiekst und den Zipfel mit dem Tropfloch in dieses Erdloch hängen lassen. Das hat die Verstopfung wirkungsvoll beendet.

Die "haltlose" Alditüte habe ich in einen großen kaputten Blumentopf gestellt und die Ränder nach außen übergestülpt, damit sie nicht in sich zusammenfällt.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Vogelsberg am 03. Oktober 2018, 12:03:07
Etwas Ähnliches hatte ich mir kostengünstig mit einer Alditüte gebastelt. Da trat das gleiche Problem auf, wie du es beschreibst.

Vor der nächsten Befüllung habe ich mit einem Stock ein Loch in die Erde gepiekst und den Zipfel mit dem Tropfloch in dieses Erdloch hängen lassen. Das hat die Verstopfung wirkungsvoll beendet.

Die "haltlose" Alditüte habe ich in einen großen kaputten Blumentopf gestellt und die Ränder nach außen übergestülpt, damit sie nicht in sich zusammenfällt.


Gaaaanz mein Stil  ;D ;D ;D ;D

Super Tipp  :D
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 03. Oktober 2018, 12:14:26
Hier im Ort standen an den neu gepflanzten Bäumen auch überall diese "Treegators", und mir scheint, genau dafür sind die auch gemacht: Hochstämme auf einer Baumscheibe, gut zugänglich auf ebenem Grund, und ohne Nacktschnecken-Verstopfung. ;) Für den eigenen Garten ist die ALDI-Tüte auf jeden Fall eine preiswerte, ebenso gut funktionierende Alternative, klasse Idee!
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 03. Oktober 2018, 12:46:37
Ja, das habe ich dann auch so gedacht.
Es gibt Konkurrenzprodukte, die wie Infusionsbeutel ein Schläuchlein haben, was man auf die baumscheibe leiten muss, das wäre vielleicht noch eine Alternative für relativ viel Wasservolumen.
Die Tüten-Idee ist klasse, aber da passt ja leider nicht so viel Wasser rein.
Gänselieschen hatte glaub ich von leeren 30l-Kanistern, die sie umsonst bekommen konnte, geschrieben, in die sie ein Löchlein bohrte oder schmolz, das wäre noch eine weitere Möglichkeit.

Dekorativ ist das alles natürlich nicht  :-X
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: tarokaja am 03. Oktober 2018, 13:06:05
Solch einen flachen Treegator Junior hab ich geschenkt bekommen und werde noch ein paar für Herbstpflanzungen am Steilhang anschaffen.

Treegator junior

Günstig ist was anderes, aber eingegangene Pflanzen sind es auch nicht.
Nachteil: Mit Pfosten ist das Ding am Steilhang nicht ganz einfach zu handhaben und wegen der Steilheit überhaupt schwierig mit der vollständigen Entleerung.
Für eine etwas entlastende Bewässerung ganz oben am Hang, wo ich jetzt am Pflanzen bin, ist diese flache Variante aber schon nicht schlecht.

Aldi- oder andere feste Tüten mag ja auf ebenem Terrain eine billige Möglichkeit sein... bei der Steilheit hier hätte ich keine Chance und, ehrlich, meinem ästhetischen Empfinden liefe das ziemlich quer...  ;D ;D

Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bufo am 03. Oktober 2018, 14:23:13
Dekorativ ist das alles natürlich nicht  :-X

...ehrlich, meinem ästhetischen Empfinden liefe das ziemlich quer...  ;D ;D

Ihr habt recht, schön geht anders. In diesem trockenen Sommer war mir allerdings das nackte Überleben teurer Pflanzen wichtiger.

Es sah im Garten sowieso derart gruselig aus, dass ich lieber unterm Carport hinterm Sonnensegel saß. Von dort aus konnte ich das Elend nicht sehen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: polluxverde am 03. Oktober 2018, 18:49:24
Zum Thema Gartenbewässerung mit Treegator, Alditüten usw kann ich nur sagen : widerspricht komplett meinem gestalterischen Ansatz, so gut wie gar kein Kunststoff bzw. Plastik im Garten zu verwenden, ich mag auch keine aufgeschnittenen Autoreifen mit Blumenpflanzungen und auch keine im Erdreich verlegten Gummileitungen zur Bewässerung.  -- Ich versuche, auch bei Gartengeräten möglichst solche aus Eisen, Stahl und Holz zu benutzen, daher mag ich auch die Geraete der Firma, die mit Gard anfängt und mit ena
aufhört, nicht so besonders.

Aber  in einem anderen Faden hatte ich ja kürzlich für Toleranz plädiert, uns so mag jeder seine Pflanzen betreuen, wie er es für richtig hält ---- bei der aktuellen Diskussion um die Vermeidung von jeglichen Plastik zu Schutz der Umwelt sei mein Einwurf aber genehmigt.

Ich werde in Zeiten des Klimawandels versuchen, die Stauden , Gehölze und Bäume so zu wählen, daß ich dem Försterschen Leitbild
des faulen Gärtners weiter treu bleiben kann, dh daß ich aber in Zukunft eventuell auf einige liebgewonnene Pflanzen verzichten muß.

Und ich sehe unseren Garten auch als einen winzigen Mosaikstein einer globalen Garten -Arche Noah, in welcher Gleichgesinnte Lebens-
räume für bedrohte pflanzliche und tierische Mitgeschöpfe schaffen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bufo am 03. Oktober 2018, 20:53:01
...bei der aktuellen Diskussion um die Vermeidung von jeglichen Plastik zu Schutz der Umwelt sei mein Einwurf aber genehmigt.

Aber ja doch, genehmigt.  ;)

Vorhandene Dinge x-mal zu nutzen, bis absolut nichts mehr geht ist auch besser als Trinkhalme verbieten.

Ich werde in Zeiten des Klimawandels versuchen, die Stauden , Gehölze und Bäume so zu wählen, daß ich dem Försterschen Leitbild
des faulen Gärtners weiter treu bleiben kann, ....

Daran arbeite ich, einige wenige Ausnahmen leiste ich mir trotzdem. Mein Garten ist zwar sehr Igel- und Vogel- und xxxfreundlich, aber es ist mein Garten und kein Biossphärenreservat.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 03. Oktober 2018, 21:29:28
Zum Thema Gartenbewässerung mit Treegator, Alditüten usw kann ich nur sagen : widerspricht komplett meinem gestalterischen Ansatz, so gut wie gar kein Kunststoff bzw. Plastik im Garten zu verwenden, ich mag auch keine aufgeschnittenen Autoreifen mit Blumenpflanzungen und auch keine im Erdreich verlegten Gummileitungen zur Bewässerung. 

Ich seh das eher funktionell, und da ist je nach Verwendungszweck mal Kunststoff, mal Metall und mal Holz die aus meiner Sicht beste Wahl.
Also verwende ich flexible Gartenschläuche aus Kunststoff (worunter auch Gummi fällt) und Bewässerungseinrichtungen wie Treegator ebenfalls aus Kunststoff und nicht fest verlegte Leitungen aus Metall statt Schläuchen und Holzfässer statt Bewässerungssäcken.
Wie oben schon geschrieben: Da geht es nicht um gestalterische Aspekte, sondern ums Funktionale und - in diesem trockenen Sommer - ums Erhalten der Gartenpflanzen.
Insofern hinkt für mich der Vergleich mit Schwänen aus Autoreifen, in denen Geranien wachsen.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Sandbiene am 03. Oktober 2018, 21:35:51
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, also lass doch polluxwerde seinen Ansatz. Ich mag auch nicht alles voller Plaste im Garten haben und buddel deswegen auch den Müll der Grundstücksvorbesitzer aus. ;)  Gut, Schuhputztuben und Co. wurden nicht zur Bewässerung tief im Sand vergraben.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bristlecone am 03. Oktober 2018, 21:38:40
Eben: funktional.

Unter dem Gesichtspunkt haben Zahnpastatuben, Nylonstrümpfe und Joghurtbecher im Garten so wenig zu suchen wie Bierflaschen (es sei denn als Scheckenfalle) oder Blechdosen (alles schon im Garten ausgebuddelt). 
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 03. Oktober 2018, 21:41:59
Jeder Ansatz hat sicher seine Berechtigung, und es gibt sicher genügend Gründe für oder gegen die eine oder andere Methode. Ich denke aber kaum, dass Bufo extra in den ALDI gegangen ist, um Plastiktüten für seine Bäume zu kaufen, sondern die lagen eben ohnehin im Haus herum und wurden einer sinnvollen Verwendung zugeführt. Zum Einkaufen verwende ich grundsätzlich einen Einkaufskorb, oder nehme irgendeinen Pappkarton aus dem Markt mit, aber trotzdem findet sich im Haus halt die eine oder andere Plastiktüte, die ich natürlich nicht wegwerfe, solange sie noch irgendwie verwendbar ist. :)
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Bufo am 03. Oktober 2018, 21:56:52
So isses.  ;)

Der Großteil meiner Bepflanzung besteht aus einheimischen Gehölzen und Stauden und sollte nach über 10 Standjahren eigentlich kein Extrawasser benötigen. Aber selbst davon sind einige in diesem Sommer schlicht und einfach vertrocknet.

Um die teuren Raritäten und Extrawürste habe ich gekämpft solange der Brunnen noch ein paar Tropfen hergab. Der Alditütenmethode sei Dank, einiges konnte ich erhalten.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 06. Dezember 2018, 23:47:35
Mein erster Nagel mit Kopf ist auch fertig - ich habe mir Stockosorb 660 geholt!
Bei jeder neuen Baum/Gehölzpflanzung mische ich in Zukunft die vorgeschriebene Menge, 20g pro 10l Aushuberde unter.
(Oder 200g/m², 20cm tief eingearbeitet, bei Staudenpflanzungen)

Durch den Dürresommer habe ich festgestellt, dass alle Gehölze und Bäume, die länger als 3-5 Jahre im Garten stehen, wohl schon mit ihrem Wurzelwerk vom hohen Grundwasserstand profitieren können - die 2012 gepflanzten Sequoiadendron sind auch dieses Jahr trotz Dürre üppig in die Höhe geschossen - einige Gehölze, die noch nicht so lange gepflanzt sind, haben dagegen gelitten.

Ich hoffe bzw. glaube, dass das Stockosorb diese ersten kritischen Jahre mit überbrücken helfen kann.
Nach 5 Jahren ist es laut Hersteller von Bodenmikroorganismen komplett abgebaut.

Zufällig habe ich eine interessante Doku von arte zu ähnlichen Bodenhilfsstoffen gefunden:
Futuremag: Wie können Pflanzen fast ohne Wasser gedeihen

Inzwischen sind die ersten Pflanzen mit Stockosorb unter Aushuberde und Boden des Pflanzloches untergemischt gepflanzt.

Testweise habe ich es auch bei der Reorganisation des Farnbeetes, also bei der Pflanzung von Stauden, eingesetzt - der Bereich dieses Beetes direkt an der Schuppen-Mauer ist sehr im Regenschatten, außerdem ist es stark vom Wurzelwerk des Haselstrauches durchzogen.
Damit sich die Neubepflanzung besser etablieren kann, habe ich es da ausprobiert.

Dann bei einer Nachpflanzung einer Cryptomeria japonica im Fossilienhain und von Gehölzen in der Hecke zum Nachbarn - letzteres war sowieso ein sehr schwieriges Terrain, weil ich dort in Wurzelfilz von alten Bäumen, Weißdornsträuchern und Kirschpflaumenausläufern pflanzen muss.
Vielleicht klappt es so besser bzw. überhaupt an der Stelle.
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Gartenplaner am 01. Juli 2019, 11:29:33
Neues Jahr, gleiches Problem, gleiches Thema  :P
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: Magnolienpflanzer am 01. Juli 2019, 12:16:02
Ah, habe vor kurzem Interessantes für diesen Thread gelesen. Es wurde ja mal diskutiert, welche Pflanzen Kälte, Hitze, Dürre und Nässe ertragen können. Was ist mit bestimmten Pflanzen aus dem Karstwald in Südosteuropa?

https://de.wikipedia.org/wiki/Dinarischer_Karst-Blockhalden-Tannenwald#Dinarischer_Tannen-Buchenwald

https://de.wikipedia.org/wiki/Dinarisches_GebirgeSo liegen die wärmsten und regenreichsten Lebensräume in Regionen mit ausgeprägter Karstnatur. Durch die daraus bedingte Oberflächentrockenheit und wenig tiefgründige Böden sind sie typische Standorte für trockenheitsresistente Arten wie auch geophytische oder annuelle Lebensformen. Hier dominieren daher oftmals Lippenblütler und Euphorbien, sowie zahlreiche Grasarten (Stipa, Bromus, Sesleria, Festuca, Nardus).

So nur mal als Vorschlag; vllt. gibt es dort ja für uns interessante Pflanzen, die man vermehrt in Gärten pflanzen kann. Sicher ist es an steilen, steinigen Hängen sehr trocken, aber auch die Rengenmengen dort sind an manchen Orten extrem (wie in Crkvice, dem nassesten Ort Europas).
Titel: Re: Was im Garten verändern, um Wetterextreme des Klimawandels abzupuffern?
Beitrag von: AndreasR am 01. Juli 2019, 12:36:41
Dann bräuchte ich hier aber erst einmal Karstboden. ;) Die trockenheitsverträglichen Stauden kommen in der Karstlandschaft bei reichlichen Regenfällen ja nur deshalb gut zurecht, weil es keine Staunässe geben kann, aber in lehmigem Gartenboden ist das nach Dauerregen kaum der Fall. Theoretisch wäre es einfach: für einigermaßen durchlässigen Boden sorgen, und bei Trockenheit bewässern (umgekehrt geht halt schlecht, es sei denn, man baut eine Überdachung). Grundsätzlich wäre es aber in der Tat interessant, sich mit solche Pflanzen zu beschäftigen. :)