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Obstbaumschnitt (Gelesen 43433 mal)
Moderator: cydorian
- thuja thujon
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Re: Obstbaumschnitt
Sehr schön, freut mich. Dann hat sichs schon mal rentiert.
gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
- Starking007
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Im Nordosten Bayerns - kalt und Kalk.
Re: Obstbaumschnitt
".....Die waagerechten runtergebundenen Äste sollen Frucht bringen, und anschließen werden sie in Stammnähe abgeschnitten...."
So ist es richtig!
Immer wird sowas gleich abgeschnitten, dann gibt es Wuchs statt Obst.
So ist es richtig!
Immer wird sowas gleich abgeschnitten, dann gibt es Wuchs statt Obst.
Gruß Arthur
- thuja thujon
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Re: Obstbaumschnitt
Manch ein Pächterwechsel in Schrebergärten ist problematisch für die Bäume. Da kann alles passieren. Bäume roden, weil man nichts mit der Ernte anfangen kann, verstümmeln, weil man sich nichts draus macht, oder gar kein Schnitt, weil man nicht so der Gärtner ist und sich eben nicht kümmern möchte.
Letzteres so passiert mit diesem etwas älterem Jonagold.
Das war der letzte Schnitt im Februar 2024.
So sieht er aktuell nach 2 Jahren ohne Schnitt aus.
Das viele Fruchtholz lässt einen zu reichlichen Behang in 26 vermuten. Hoffen wir, dass das Kronengerüst stabil genug ist und die Äste sich nicht zu weit nach unten biegen, damit die Pächter nicht auf die Idee kommen, mit der Säge rumzupfuschen und das verstümmeln beginnen. Wenn die Pächter in 2-3 Jahren den Garten wieder aufgeben, steht hoffentlich noch ein Baum mit sanierungsfähiger Krone. Ein Baum, der die letzten Jahrzehnte dort überstanden hat, wegen ein paar `Gärtnern´, die nach wenigen Jahren den Garten wieder abgeben, zu verlieren, ist immer bitter.
Letzteres so passiert mit diesem etwas älterem Jonagold.
Das war der letzte Schnitt im Februar 2024.
So sieht er aktuell nach 2 Jahren ohne Schnitt aus.
Das viele Fruchtholz lässt einen zu reichlichen Behang in 26 vermuten. Hoffen wir, dass das Kronengerüst stabil genug ist und die Äste sich nicht zu weit nach unten biegen, damit die Pächter nicht auf die Idee kommen, mit der Säge rumzupfuschen und das verstümmeln beginnen. Wenn die Pächter in 2-3 Jahren den Garten wieder aufgeben, steht hoffentlich noch ein Baum mit sanierungsfähiger Krone. Ein Baum, der die letzten Jahrzehnte dort überstanden hat, wegen ein paar `Gärtnern´, die nach wenigen Jahren den Garten wieder abgeben, zu verlieren, ist immer bitter.
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Re: Obstbaumschnitt
Prinzipiell sollte eine Schnittpause von wenigen Jahren in dem Alter eigentlich kein Problem sein. Allerdings sind die Leitäste schon flach gezogen.
Ich hab letzte Woche beim spazieren gehen diese Birne gesehen:
Scheinbar gab es mal vor ein paar Jahre einen stärkeren Eingriff. Ich frage mich, warum Triebzuwachs nur an den unteren Fruchtästen auftritt. Die Stammverlängerung wurde zwar nicht geschnitten aber ich hätte erwartet, dass Triebzuwachs in der gesamten Krone und vor allem an den oberen Bereich auftritt.
Ich habe sowas noch nicht beobachtet, schneide aber auch den ganzen Baum.
Ich hab letzte Woche beim spazieren gehen diese Birne gesehen:
Scheinbar gab es mal vor ein paar Jahre einen stärkeren Eingriff. Ich frage mich, warum Triebzuwachs nur an den unteren Fruchtästen auftritt. Die Stammverlängerung wurde zwar nicht geschnitten aber ich hätte erwartet, dass Triebzuwachs in der gesamten Krone und vor allem an den oberen Bereich auftritt.
Ich habe sowas noch nicht beobachtet, schneide aber auch den ganzen Baum.
- thuja thujon
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Re: Obstbaumschnitt
Es kann sich mal was neu kanalisieren durch den nur teilweißen Schnitt. Hätte ich so stark aber auch nicht erwartet. Obenrum ist ja richtig abgehängt, nur überaltertes Fruchtholz ohne Vitalität. Vielleicht kam nach dem halben Eingriff auch ein Massenertrag oder Trockensommer dem weiteren Wuchs in die Quere.
Verletzungen an der Stammverlängerung waren nicht beobachtbar? Eingesunkene Rindenpartien? Blausieblöcher und ähnliches?
Verletzungen an der Stammverlängerung waren nicht beobachtbar? Eingesunkene Rindenpartien? Blausieblöcher und ähnliches?
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Re: Obstbaumschnitt
Schönes Bild, schönes Beispiel.Monti hat geschrieben: ↑6. Jan 2026, 11:39 Scheinbar gab es mal vor ein paar Jahre einen stärkeren Eingriff. Ich frage mich, warum Triebzuwachs nur an den unteren Fruchtästen auftritt. Die Stammverlängerung wurde zwar nicht geschnitten aber ich hätte erwartet, dass Triebzuwachs in der gesamten Krone und vor allem an den oberen Bereich auftritt.
Ich habe sowas noch nicht beobachtet, schneide aber auch den ganzen Baum.
Der obere Bereich der Krone wurde nicht geschitten, eventuell war es dem Baumschneider einfach zu hoch.
Das Ergebnis ist aber genau das, was man als Fachmann nach solch einem Teilschnitt erwartet.
Schobbe,
- Staudo
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Re: Obstbaumschnitt
Das Bild liefert prima Argumente, warum auch ältere Obstbäume geschnitten werden sollten.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re: Obstbaumschnitt
Aus nächster Nähe hab ich mir den Baum leider nicht angesehen.thuja thujon hat geschrieben: ↑6. Jan 2026, 12:07 Es kann sich mal was neu kanalisieren durch den nur teilweißen Schnitt. Hätte ich so stark aber auch nicht erwartet. Obenrum ist ja richtig abgehängt, nur überaltertes Fruchtholz ohne Vitalität. Vielleicht kam nach dem halben Eingriff auch ein Massenertrag oder Trockensommer dem weiteren Wuchs in die Quere.
Verletzungen an der Stammverlängerung waren nicht beobachtbar? Eingesunkene Rindenpartien? Blausieblöcher und ähnliches?
Denke auch, die Höhe war für den Baumschneider nicht erreichbar oder zu gefährlich. Immerhin unten geschnitten, besser als gar nicht.willi2000 hat geschrieben: ↑6. Jan 2026, 12:22Schönes Bild, schönes Beispiel.Monti hat geschrieben: ↑6. Jan 2026, 11:39 Scheinbar gab es mal vor ein paar Jahre einen stärkeren Eingriff. Ich frage mich, warum Triebzuwachs nur an den unteren Fruchtästen auftritt. Die Stammverlängerung wurde zwar nicht geschnitten aber ich hätte erwartet, dass Triebzuwachs in der gesamten Krone und vor allem an den oberen Bereich auftritt.
Ich habe sowas noch nicht beobachtet, schneide aber auch den ganzen Baum.
Der obere Bereich der Krone wurde nicht geschitten, eventuell war es dem Baumschneider einfach zu hoch.
Das Ergebnis ist aber genau das, was man als Fachmann nach solch einem Teilschnitt erwartet.
Schobbe,
Ich hätte schon irgendwie erwartet, dass oben auch was wächst. Ein weiterer Birnbaum, von dem ich leider kein Bild gemacht habe, hat nach starkem Schnitt unzählige Ständer (sagt man hier so für stark aufstrebende Triebe), bestimmt 5-6 m, unterarmdick senkrecht nach oben getrieben.
Gibt doch den Begriff "Spitzenförderung" oder ist das hier nicht anwendbar?
Re: Obstbaumschnitt
Gude Monti,
an diesem Bild kann man sehr gut einiges Grundlegendes über den Obstbaumschnitt sagen.
Wir haben hier ein schönes Beispiel für einen gelungenen Verjüngungsschnitt im unteren Bereich. Hier wurde wohl hauptsächlich hängendes Fruchtholz entfernt, das sich durch den deutlichen Neutrieb jetzt verjüngt.
Vielleicht hat er ja im oberen Bereich auch geschnitten, dann aber nur so viel, dass es ein Erhaltungsschnitt war und der Laie nicht mal sieht, dass überhaupt geschnitten wurde.
Wenn es im oberen Bereich auch zu Neuaustrieb kommt würde, ist zuviel geschnitten worden, dann verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Triebigkeit zu Fruchten (der oft dafür gebrauchte Begriff 'physiologisches Gleichgewicht' ist falsch) stark in Richtung Triebigkeit und zu ungunsten das Fruchtbehangs.
Nehmen wir nun mal an, das optimale Verhältnis zwischen Triebigkeit und Fruchten wäre (absolut) 50:50 und würde so aussehen wie jetzt im unteren Bereich, dann wäre im oberen Bereich bei weniger Triebigkeit, sagen wir 30 Teile, das Fruchten nicht bei 70, sondern nur bei 60, wir hätten zwar viel mehr Früchte, die aber kleiner sind. Durch einen Erhaltungsschnitt würde man dieses Verhältnis beibehalten, aber durch Fruchtreduktion die Qualität der Früchte verbessern. Durch einen Verjüngungsschnitt würde man versuchen zum Optimalen 50:50 Verhältnis zu kommen.
Bei zu starkem Schnitt wäre es genau umgekehrt (60 Triebigkeit:30 Fruchten ) oder bei viel zu starkem Schnitt 70:10 oder gar 75:0, wenn wir mein Model weiterführen.
Ich selbst schneide bei meinen alten Bäumen oft auch meist nur im unteren Bereich, da ergibt sich dann das Obst mit guter Qualität zum Einlagern. Das Obst im oberen Bereich ist Fallobst und für die Ebbelwoi herstellung. Im oberen Bereich versuch ich meist nur etwas mit der Stange schlank zu schneiden, damit die Stammverlängerung nicht bricht.
Schobbe und gut Holz,
an diesem Bild kann man sehr gut einiges Grundlegendes über den Obstbaumschnitt sagen.
Wir haben hier ein schönes Beispiel für einen gelungenen Verjüngungsschnitt im unteren Bereich. Hier wurde wohl hauptsächlich hängendes Fruchtholz entfernt, das sich durch den deutlichen Neutrieb jetzt verjüngt.
Vielleicht hat er ja im oberen Bereich auch geschnitten, dann aber nur so viel, dass es ein Erhaltungsschnitt war und der Laie nicht mal sieht, dass überhaupt geschnitten wurde.
Wenn es im oberen Bereich auch zu Neuaustrieb kommt würde, ist zuviel geschnitten worden, dann verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Triebigkeit zu Fruchten (der oft dafür gebrauchte Begriff 'physiologisches Gleichgewicht' ist falsch) stark in Richtung Triebigkeit und zu ungunsten das Fruchtbehangs.
Nehmen wir nun mal an, das optimale Verhältnis zwischen Triebigkeit und Fruchten wäre (absolut) 50:50 und würde so aussehen wie jetzt im unteren Bereich, dann wäre im oberen Bereich bei weniger Triebigkeit, sagen wir 30 Teile, das Fruchten nicht bei 70, sondern nur bei 60, wir hätten zwar viel mehr Früchte, die aber kleiner sind. Durch einen Erhaltungsschnitt würde man dieses Verhältnis beibehalten, aber durch Fruchtreduktion die Qualität der Früchte verbessern. Durch einen Verjüngungsschnitt würde man versuchen zum Optimalen 50:50 Verhältnis zu kommen.
Bei zu starkem Schnitt wäre es genau umgekehrt (60 Triebigkeit:30 Fruchten ) oder bei viel zu starkem Schnitt 70:10 oder gar 75:0, wenn wir mein Model weiterführen.
Ich selbst schneide bei meinen alten Bäumen oft auch meist nur im unteren Bereich, da ergibt sich dann das Obst mit guter Qualität zum Einlagern. Das Obst im oberen Bereich ist Fallobst und für die Ebbelwoi herstellung. Im oberen Bereich versuch ich meist nur etwas mit der Stange schlank zu schneiden, damit die Stammverlängerung nicht bricht.
Schobbe und gut Holz,
Re: Obstbaumschnitt
Jein.
ich hab einen Berlepsch, da ist vor einigen Jahren ein Leitast gebrochen (falscher Schnitt eines Aufsitzers durch meinen Vorgänger). Der Baum ist im nächsten Jahr nur an diesem gebrochenen Ast stark ausgetrieben, der Rest des Baums blieb ruhig.
Der Grund ist im Prinzip die apikale Dominanz der höchsten Spitze eines Leitastsytems/Stammverlängerung, an der Bruchstelle war sie weg = Chaos, an den anderen Stellen war sie noch intakt > nix passiert.
Also nie alle Spitzen anschneiden, und wenn man den Chef entfernt, nie den Vize oder zumindest den 3. in der Rangliste auch weg. Ohne Führung gibst nur Chaos, auch im Baum.
Schobbe,