News: Problem bei der Anmeldung? Bitte Mail über das Kontaktformular ganz unten! | garten-pur unterstützen mit einer Spende oder über das Partnerprogramm!
Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride? (Gelesen 4657 mal)
Moderator: cydorian
Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Moin, es gibt eine Pfropfhybride aus Weißdorn und Mispel, genauer gesagt gibt es wohl zwei, eine mehr mispel- eine mehr weißdornähnliche.Man hat wohl Mispel auf Weißdorn veredelt - und dann?Sind aus dem Edelreis Triebe gewachsen, die weder Mispel moch Weißdorn sind, noch dazu zwei untercschiedliche Triebsorten?Was ist da pflanzenphysiologisch passiert?Wie hat man die weitervermehrt?Ist das verfahren reproduzierbar, kann man durch diese veredelung sicher solche Hybriden erzeugen oder war das ein Zufall / Laune der natur / göttliche Fügung oder was auch immer?danke für Aufklärung, LAndfrau
Wenn ich etwas verstehe, bin ich frei davon.
- partisanengärtner
- Garten-pur Team
- Beiträge: 19097
- Registriert: 27. Jan 2009, 08:22
- Kontaktdaten:
-
Qualitatives Wachstum hat keine Grenzen. 6b
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Gibts auch bei Goldregen mit Ginster Laburnocytisus adamii, Nennt man auch Chimären. Soweit ich bis jetzt gelesen habe entsteht sowas zufällig und kann nur durch Veredelung erhalten werden. Wenn denn überhaupt. Nicht unbedingt stabil. Google doch mal nach Pflanzenchimären.Gregor in einem anderen Forum erklärt das sehr schön Stichwort Mosaik
Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.
Axel
Axel
- ivan mitschurin
- Beiträge: 361
- Registriert: 10. Okt 2007, 10:31
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
hier ist auch beschrieben wies geht, und dass mans auch künstlich erzeugen kann!http://oek.fbl.fh-wiesbaden.de/dgg-neu/ ... im.pdfEine weitere Pfropfchimäre wär auch noch +Pyrocydonia aus Quitte und Birne...weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm
Beste Grüße!
-
- Beiträge: 165
- Registriert: 5. Nov 2004, 07:46
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Hallo,es gibt eine:Crataegomespilus dardariiWeißdornmispel Habitus: wintergrüner schwachwüchsiger Strauch, sparrig verzweigte Triebe, im Alter hoch wie breit, Kreuzung aus Mespilus und CrataegusTriebe: junge Triebe grün grau filtig, später dann silbriggrau, bedorntBlatt: breit lanzettlich, klein, sommergrün, Blattunterseite leich behaartHerbstfärbung: rotbraun, bis orangegelbBlüte: weiße, kleine EinzelblütenBlütezeit: Mai/ Juni Bienennährgehölzzu finden bei mirGruß
Johannes Boysen
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Na, wenn es "nur" ein Bienennährgehölz ist, brauch ich die ja nicht ;-).Landfrau, die sonst alles sammelt, wo irgendein Obstbaumkatalogprosadichter "lecker" dranschreibt
Wenn ich etwas verstehe, bin ich frei davon.
- Dunkleborus
- Beiträge: 8900
- Registriert: 24. Nov 2008, 19:03
- Kontaktdaten:
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Noch eine kleine Anmerkung: Soviel ich weiss, bezeichnet Mosaik in diesem Zusammenhang einen Organismus aus Zellen mit verschiedenem Erbgut, die aus einer Eizelle hervorgegangen sind. Bei einer Chimäre sind sie aus mehreren Eizellen entstanden.
Alle Menschen werden Flieder
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Hat denn jemand Erfahrung mit dieser Propfchimäre? Schmecken die Früchte?Eine weitere Pfropfchimäre wär auch noch +Pyrocydonia aus Quitte und Birne...weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm
Die wurde vor Jahren mal bei Eggert angeboten, ein kleines Exemplar steht hier.Nachfragen bei Eggert ergaben allerdings, dass die aus Samen gezogen wurden, das kann bei so einer Chimäre eigentlich nicht sein.Johannes Boysen hat geschrieben:Hallo,es gibt eine:Crataegomespilus dardariiWeißdornmispel
-
- Beiträge: 3747
- Registriert: 10. Mai 2013, 19:07
Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Dieser link funktioniert bei mir nicht - man kpmmt nur zu einer Telekom-Seite.hier ist auch beschrieben wies geht, und dass mans auch künstlich erzeugen kann!http://oek.fbl.fh-wiesbaden.de/dgg-neu/ ... hlheim.pdf
... wo steht, dass die Fotos der angeblichen Chimären fakes sind (was man auch leicht sehen kann).Für mich ist immer nicht klar, wie es durch Pfropfen zu einer Vermischung und einem Gewebe kommen soll, in welchem die Zellen unterschiedlichen Ursprungs durcheinander/nebeneinander vorkommen sollen -?Oder kommt es lediglich zu einer veränderten Ausprägung der Merkmale des Pfropfreislings aufgrund der unterschiedlichen Physiologie der Unterlage, also - um jetzt mal was zusammenzuphantasieren - weil die Unterlage ein bestimmtes Hormon produziert/nicht produziert, welches die Blattform beeinflusst?ivan mitschurin hat geschrieben:weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm
Cum tacent, consentiunt.
Audiatur et altera pars!
Audiatur et altera pars!
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.(Dass Fotos aus einem Katalog von Bakker geschönt sind, überrascht nun wirklich nicht. Das heißt aber nicht, dass es solche Chimären nicht gibt.)Aber meine Frage war, ob jemand mit + Pyrocydonia Erfahrung hat? Schmecken die Früchte?
-
- Beiträge: 3747
- Registriert: 10. Mai 2013, 19:07
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
... das wäre dann so, wie wenn die Zellen der einen Art, z. B. der Unterlage "mobil" geworden wären und in das Gewebe des Pfropfreises eindrängen, wo sie dann einen festen Platz zwischen den andersartigen Zellen einnehmen würden -? Quasi eine infiltrative Durchdringung fremden Gewebes?Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.
Cum tacent, consentiunt.
Audiatur et altera pars!
Audiatur et altera pars!
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Da steht, dass sich an der Veredlungsstelle Mischgewebe bilden kann. 

„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
- dmks
- Beiträge: 4329
- Registriert: 18. Jul 2011, 08:45
- Wohnort: bei Forst/Lausitz
- Region: 24 Einwohner/km² (Ortslage)
- Höhe über NHN: 67m
- Bodenart: sandiger Lehm und lehmiger Sand
-
Staatlich anerkannter Steuerzahler
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
nebeneinander oder übereinander, eine Skizze gibt's in diesem Link: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/chimaere/13442... das wäre dann so, wie wenn die Zellen der einen Art, z. B. der Unterlage "mobil" geworden wären und in das Gewebe des Pfropfreises eindrängen, wo sie dann einen festen Platz zwischen den andersartigen Zellen einnehmen würden -? Quasi eine infiltrative Durchdringung fremden Gewebes?Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.
Heute war gut!
Morgen - sehen wir dann.
Morgen - sehen wir dann.
-
- Beiträge: 3747
- Registriert: 10. Mai 2013, 19:07
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Dankeschön dmks, das erklärt die Sachlage.
Cum tacent, consentiunt.
Audiatur et altera pars!
Audiatur et altera pars!
-
- Beiträge: 3057
- Registriert: 25. Aug 2014, 19:35
- Region: Heckengäu am Schwarzwaldrand
- Höhe über NHN: rund 570m
- Bodenart: (toniger) Schluff, Pararendzina? Muschelkalk
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
- Kontaktdaten:
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Bei greffer.net gibt es einen schönen Bericht über das Entstehen eines Pfropfhybriden zwischen Maclura und Cuandria. Auch wer kein französisch kann, versteht mit den Bildern das wesentliche.Ich habe im botanischen Garten Darmstadt auch schon den (oder einen) +Crataegomespilus gesehen. Ich meine, das zumindest der Baum nicht ganz so stabil ist, weil er mehrere Bereiche hatte, die mal eher Mispel, mal eher Weißdorn waren. Ich muss mal Bilder suchen.
Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?
Weiss denn jemand wo eine Pirocydonia Winkleri steht?
Soll selten sein, seltener als die Pirocydonia Danieli