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Stipa was denn nun?? (Gelesen 5234 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, AndreasR
Stipa was denn nun??
Auf der Suche nach einem neuen Gras zur Flächenpflanzung bin ich auf Stipa gestossen.Genau genommen auf Stipa tirsa, oder heisst sie pennata oder longifolia ???Oder sind es alles verschiedene Gräser ???Oudolf kennt nur pennata. Tirsa finde ich dort nicht.Andere kennen tirsa aber nicht pennata. Sucht man weiter, wird es noch verwirrender, weil unterschiedliche Klimazonen und Höhenangaben gemacht werden.Haben wollte ich tirsa, da laut Angabe 40 H. Aber wenn tirsa=pennata=longifolia dann wird sie wohl 60 hoch.Vielleicht könnt Ihr mich ja in die wundersame Welt der Namen plus Pseudos in diesem Falle einweihen.
LG Margrit
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)
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Re:Stipa was denn nun??
Schau mal unter "Nassella" (um noch ein wenig zur Verwirrung beizutragen)
;Dedit: S. pennata und S. tirsa sind definitiv 2 verschiedene, aber ansonsten blicke ich da derzeit auch nicht weiter durch. Ich weiß nur, dass einiges in Richtung Nassella umbenannt wurde.
- Starking007
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Im Nordosten Bayerns - kalt und Kalk.
Re:Stipa was denn nun??
Es geht sogar so:Raugras=Föhngras=Straußengras=Goldährengras (Stipa calamagrostis, syn. Achnatherum calamagrostis)Mein Favorit ist Stipa barbata, 60cm, das eine bekannte Staudengärtnerei so beschreibt:"Der aktuelle, schier endlos lange Name dieser Gräserschönheit lautet: Stipa pulcherrima forma nudicostata. Aus einem lockeren Gräserhorst wachsen lange Blütenhalme hervor, die elegant bogig überhängen. An den Samen befinden sich lange, silbrig schimmernde Grannen, die sich sanft im Wind bewegen. Zeigt sich für einen etwas geschützten Standort sehr dankbar.Alle Federgräser lieben volle Sonne und trockene, steinige, durchlässige Böden. Diesen Wünschen sollte man Rechnung tragen und sie beispielsweise in Kiesgärten oder unter einem Dachvorsprung in kleineren Gruppen pflanzen. Die Blüten der horstigen Federgräser ziehen jeden durch ihre filigrane Leichtigkeit in den Bann. Bei einigen Arten befinden sich an den Samen lange, silbrige Grannen, die im Wind leicht hin- und herwehen. In Fankreich werden sie deshalb auch Engelshaargräser genannt."Leider ist der sehr schöne Samenstand schnell vergänglich, Selbstaussaat möglich.Bei einer später bühenden, etwas höher werdenden Art mit ca. 2-3mm breiten Blättern haftet der Samen länger und aussamen tut sich auch kaum.
Gruß Arthur
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sarastro
Re:Stipa was denn nun??
Botanisch ist Stipa pennata aggr. eigentlich eine Sammelart, zu der mehrere andere "Kleinarten" hinzugerechnet werden. Für uns als Verwender ist dies mehr oder weniger unwichtig, auch die unterschiedliche Höhe von 40 oder 50 cm ist zu vernachlässigen. Viel wichtiger ist der richtige Verwendungsaspekt.Stipa flächig zu pflanzen funktioniert mit St. calamagrostis wesentlich besser, auch halten bei dieser Art die Wedel viel länger. Stipa pennata und St. barbata hort. sind Gräser für skelettreiche , mineralische Böden und daher für unsere Gärten bedingt zu gebrauchen, wenn darauf nicht geachtet wird. Man halte sich nur die Stipaflächen in der Natur vor Augen, ob dies nun am Kaiserstuhl, in der Dauphine, in der Wachau oder im Burgenland ist. Sie wachsen auf sehr kargem Untergrund und ihre Schönheit vergeht ziemlich bald, wenn einmal der Wind hineinfährt. Warum Stipa von Gartengestaltern und Planern immer propagiert werden, als handelt es sich um irgend eine unkomplizierte Segge, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich sah jedenfalls noch niemals stabile, über Jahre dauerhafte Stipaflächen, wobei ich jetzt natürlich die Echten Federgräsern meine.Auf der Suche nach einem neuen Gras zur Flächenpflanzung bin ich auf Stipa gestossen.Genau genommen auf Stipa tirsa, oder heisst sie pennata oder longifolia ???Oder sind es alles verschiedene Gräser ???Oudolf kennt nur pennata. Tirsa finde ich dort nicht.Andere kennen tirsa aber nicht pennata. Sucht man weiter, wird es noch verwirrender, weil unterschiedliche Klimazonen und Höhenangaben gemacht werden.Haben wollte ich tirsa, da laut Angabe 40 H. Aber wenn tirsa=pennata=longifolia dann wird sie wohl 60 hoch.Vielleicht könnt Ihr mich ja in die wundersame Welt der Namen plus Pseudos in diesem Falle einweihen.
Re:Stipa was denn nun??
S. pennata wird hier um die 30/50 (ohne/mit Blüte) also 40 im Durchschnitt. Stipa tirsa weiß ich leider nicht, aber vielleicht findest Du unter dem Synonym S. stenophylla (ich hoffe, das stimmt soHaben wollte ich tirsa, da laut Angabe 40 H. Aber wenn tirsa=pennata=longifolia dann wird sie wohl 60 hoch.
Re:Stipa was denn nun??
Stipa tirsa (syn. S.stenophylla) ist ein feines Gras, ca 40 cm hoch, blüht früh und wie bereits angedeutet nur recht kurz. An einen zusagenden Standort ist es gut ausdauernd, insgesamt aber nicht sehr konkurrenzstark - man muss ein wenig hinterher sein das sich nicht andere Gräser in deren Horst aussäen und breit machen. Stipa barbata ist gut doppelt so hoch und schon deutlich gröber in der Erscheinung, aber auch robuster. Nicht empfehlen kann ich S. capillata - bei weitem nicht so elegant in der Erscheinung und samt sich aus wie Harry (im verminderten Umfang gilt das hier auch für S. gigantea). Leider ist aber oft genau dieses in den Töpfchen drin wenn S. pennata oder S. barbata auf dem Etikett draufsteht.
Hier ein Bild von S. tirsa:
Re:Stipa was denn nun??
Und auch noch was von mir (nachdem ich jetzt endlich weiß, dass ich S. pulcherrima aggr.=barbata habe):Es wächst bei mir sehr gut und macht schon ordentlich große Horste (aber nährstoffarmer, sandiger Boden), blüht aber - wie schon angesprochen, in warmen Jahren sehr kurz. Dieses Jahr konnte ich die schönen Samenstände mind. 6 Wochen bewundern, wenns ein warmer Mai ist, höchstens 2 Wochen.Interessanter finde ich daher eher S. pennata - das blüht wenigstens zu einer Zeit, wenn man sich auch "sicher" länger im Garten aufhält.Ich würde es aber auch eher als Solitär sehen - z.B. mehrere Horste in der Fläche, kombiniert mit Dianthus carthusianorum und später blühenden Stauden und Gräsern. Über Sommer machen diese Gräser nämlich nicht viel her - dafür sind sie einfach zu niedrig und unauffällig.
Wenn Du einen Schneck behauchst, schrumpft er ins Gehäuse,
Wenn Du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse. (Ringelnatz)
Wenn Du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse. (Ringelnatz)
Re:Stipa was denn nun??
Na das habe ich schon befürchtet, daß meine Idee mal wieder nicht einfach wird.@ tomir genau die, ja die meinte ich. Ist ein super Gras. Das Problem ist nur die Anschaffung. Hast du eine Bezugsadresse?Bei der Verwirrung kann ich mir ja nicht sicher sein, das auch tirsa drin ist, wo tirsa drauf steht
.Jelitto hat sie gelistet allerdings als syn. longifolia mit H 70.Ich finde, gerade eine flächige Bepflanzung mit ihr müßte sehr gut aussehen.Die frühe Blüte und die evtl. Kurzlebigkeit ist für mich unerheblich.Stipa ucrainica wächst bei mir super gut und ist seit einer Woche quasi schon im Ruhestand. Im Gegensatz zu Stipa tenuissima (Nassella), die immer noch quittegrün ist.Beide wachsen gut bei mir, von daher müßte es doch mit der tirsa auch klappen.Gepflanzt wird sie nur zur vorrübergehenden Flächendeckung und Flächeneffekt, bis die Bäume/Sträucher gewachsen sind. Von daher kommt mir die Größe auch sehr gelegen und vor allem das grazile. Die soll ja meinen Gehölzen nicht die Show stehlen. 
LG Margrit
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sarastro
Re:Stipa was denn nun??
Ja, da muss ich dir leider Recht geben! Das passiert uns fast jedes Jahr, dass St. capillata sich sehr aussät und die Sämlinge in den Töpfen auftreten. Hingegen finde ich es sehr wohl elegant. Probleme haben wir hier immer mit Stipa gigantea, weil es nie zur Blüte kommt. Auf die Idee, Stipa flächig zu pflanzen, wäre ich noch nie gekommen. Aber wenn es nur kurzzeitig sein soll, kann man ja eher die "Billigvariante" mit Nasaella wählen. Sie ist effektvoller. Und man muss sich nicht mit Unterarten von St. pennata plagen, die nirgends aufzutreiben sind.Stipa tirsa steht hier auf einer nahe gelegenen Verkehrsinsel. Für 14 Tage ist es eine Schau, danach sind Bartpinsel schöner.Stipa tirsa (syn. S.stenophylla) ist ein feines Gras, ca 40 cm hoch, blüht früh und wie bereits angedeutet nur recht kurz. An einen zusagenden Standort ist es gut ausdauernd, insgesamt aber nicht sehr konkurrenzstark - man muss ein wenig hinterher sein das sich nicht andere Gräser in deren Horst aussäen und breit machen. Stipa barbata ist gut doppelt so hoch und schon deutlich gröber in der Erscheinung, aber auch robuster. Nicht empfehlen kann ich S. capillata - bei weitem nicht so elegant in der Erscheinung und samt sich aus wie Harry (im verminderten Umfang gilt das hier auch für S. gigantea). Leider ist aber oft genau dieses in den Töpfchen drin wenn S. pennata oder S. barbata auf dem Etikett draufsteht.Hier ein Bild von S. tirsa:
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Re:Stipa was denn nun??
@Margit - meine hatte ich vor etlichen Jahren mal von einem botanischen Garten bekommen, es handelt sich um eine Form/Kleinart(?) aus Thüringen.Stauden Stade bietet neben einer ganzen Reihe von Stipas auch S. tirsa an.Eine Stipafläche sieht während der Blüte/ Samenreife schon super aus - aber wie schon erwähnt - der Anblick währt nicht ewig.Nassella ist sehr hübsch, hat aber die Tendenz zum Unkraut - in Neuseeland und Australien ist es wohl eines.
Re:Stipa was denn nun??
Bei mir auf sandig humosem Boden in NW-Deutschland habe ich schon mehrere Stipas ausprobiert.Dauerhaft war bislang nur Stipa gigantea. Ein fataler Fehler war jedoch, es letzten Herbst noch umzupflanzen. (oder lag es an den Schneemassen, die wochenlang darauf lagen?)Ich habe noch ein kleines Stück, in einen Topf gepflanzt, retten können, das im Frühjahr auf einen neuen Platz umsiedeln soll.
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
Re:Stipa was denn nun??
da wird er es machen. Sooo empfindlich ist das Riesen-Federgras nicht. Nur musste ich bei meinen dann jetzt eine doofe Festuca, die sich mitten in den Schöpfen eingenistet hatte, dort rausjäten und den ganzen Horst fest verschnüren und oben zubinden. Sieht ein wenig - aus, ich hoffe, dass es dann im nächsten Frühjahr doch ein schöner Horst aus nur einem Gras wird, was durchaus wünschenswert ist, Dynamik hin oder her.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”
— Robert M. Sapolsky
— Robert M. Sapolsky
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sarastro
Re:Stipa was denn nun??
Hier im Kiesgarten sät es sich immer wieder aus, ohne lästig zu werden. Das schönste und imposanteste Federgras meiner Meinung nach ist schon Stipa pulcherrima f. nudicostata. Stipa calamagrostis, sowie Stipa gigantea sind ja nicht die Federgräser, wie wir sie uns vorstellen.@Margit - meine hatte ich vor etlichen Jahren mal von einem botanischen Garten bekommen, es handelt sich um eine Form/Kleinart(?) aus Thüringen.Stauden Stade bietet neben einer ganzen Reihe von Stipas auch S. tirsa an.Eine Stipafläche sieht während der Blüte/ Samenreife schon super aus - aber wie schon erwähnt - der Anblick währt nicht ewig.Nassella ist sehr hübsch, hat aber die Tendenz zum Unkraut - in Neuseeland und Australien ist es wohl eines.
Re:Stipa was denn nun??
Dank Dir tomir.Bei mir muss nicht immer, alles, zu jeder Zeit perfekt aussehen. Von daher stört mich dieses kurze Gastspiel dann weniger.Eine Stipafläche sieht während der Blüte/ Samenreife schon super aus - aber wie schon erwähnt - der Anblick währt nicht ewig.
LG Margrit
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)
- Staudo
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Re:Stipa was denn nun??
Doch, ist es. In Saxdorf wurde es schon mehrfach gepflanzt, auch schön geschützt zwischen Mauern. Es hat jeweils nur 1-2 Winter überlebt.Sooo empfindlich ist das Riesen-Federgras nicht.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck