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Eine Sauerkirsche soll her (Gelesen 59201 mal)

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Moderator: cydorian

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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #30 am:

Da ich weiterhin nach geeigneten Sauerkirschsorten Ausschau halte, habe ich mich auch mit der Gerema befaßt. Irgendwo stand, daß sie anfällig ist gegenüber Monilia-Spitzendürre. Da habe ich es dann sein lassen.Es stimmt jedoch: Ich mußte lange suchen, bis ich etwas Brauchbares über die Gerema fand.
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Lizzy
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Lizzy » Antwort #31 am:

In den meisten Beiträgen über die "Gerema" steht, sie sei wenig anfällig gegenüber Monilia usw. Habe dann aber mal irgendeinen Beitrag gelesen, dass diese Toleranz gegenüber Monilia, Sprühfleckenkrankheit u.a. durch die Forschungsanstalt G. überbewertet worden sei und sie doch anfälliger ist als vorher behauptet. Nur Leider finde ich den Beitrag nicht mehr.Gruss
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Daniel - reloaded
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Daniel - reloaded » Antwort #32 am:

Um Sprühflecken und Schrotschuss nochmals abzuhandeln:Die Sprühfleckenkrankheit wird durch den Pilz Blumeriella jaapi verursacht.Symptome: Violette bis rote unscharf begrenzte Flecken auf den Blättern die später oft zusammenfließen. Stärker befallene Blätter werden oft gelb und fallen vorzeitig ab. Auf der Battunterseite findet man oft wachsartige Beläge.Befall an Früchten ist mir zumindest nicht bekannt.Der Pilz überwintert an befallenen Blättern und reinfiziert junge Blätter meist ab Ende der Blüte über die Spaltöffnungen. Dem Entfernen und Vernichten befallenen Laubes kommt also eine große Bedeutung zu!Die Schotschusskrankheit wird durch den Pilz Stigmina carpophila verursacht.Symptome: Zuerst rote Flecken (die im Gegensatz zur Sprühfleckenkrankheit nicht zusammenfließen) die später verbräunen. Das braune, nekrotische Gewebe fällt aus und die Blätter sehen aus wie mit Schrot durchschossen (Name!). Schrotschuss findet man vor allem an Süß- und Sauerkirschen, aber auch gerne an Pfirsich, etwas seltener an Pflaumen und Zwetschen. Sehr stark befallene Blätter können vorzeitig abfallen.Auch die Früchte werden bei stärkerem Befall infiziert. Hier zeigen sich braune, eingesunkene Flecken die die Früchte bei stärkerem Befall unbrauchbar machen (Früchte sind verkrüppelt, bleiben oft hart, stark befallene Früchte sind manchmal bitter (eigene bittere Erfahrungen... ;D >:( :'( )).Die Überwinterung erfolgt hauptsächlich an Zweigen und Trieben, aber auch an befallenen Blättern und Früchten. Auch hier sollten also befallene Früchte (ggf. gesondert ernten!) und Falllaub vernichtet werden! Da die Überwinterung auch an Trieben erfolgt, erfolgt die Reinfektion schon an jungen Blättern früh im Jahr (bei niederschlagsreichen Jahren), ältere Blätter sind deutlich unempfindlicher. Da dieser Pilz auch und vor Allem an Trieben überwintert, könnte man versuchsweise die hier bei Pfirsichen so beliebte Essig-/Wasserstoffperoxyd-Mischung vor dem Austrieb testen...Beide Pilze lassen sich durch Fungizide bekämpfen, wobei ich zur Zeit nicht weiß was im Kleingarten zugelassen ist. Früher nahm man Antracol (Propineb), heute wären Wirkstoffe wie Myclobutanil oder Difenoconazol denkbar (wie gesagt, ich habe keine Ahnung ob zur Zeit Zulassungen im Kleingarten bestehen!).Wichtig ist in jedem Fall eine lockere Krone und ein luftiger Standort damit Blätter nach Niederschlägen schnell wieder abtrocknen können wowie eine ausreichende und ausgewogene Düngung. Soweit vorhanden selbstverständlich die Wahl widerstandsfähiger Sorten!Liebe Grüße,Daniel
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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #33 am:

Alle Angaben sind vollkommen korrekt. Danke Daniel für die Ausführungen.Gegen die Sprühfleckenkrankheit ist noch nichts zugelassen. Im Hinblick auf die Schrotschußkrankheit weiß ich das nicht, da ich noch nicht betroffen war.Laub entfernen ist in der Tat wichtig, und Sorten pflanzen, deren Immunsystem diese Pilze attakieren kann.Und hier kann ich schreiben, daß ich bei der Morina nach violetten Punkten richtig suchen muß, und bei der Ungarischen Traubigen sind rund 10% der Blätter jährlich befallen, ein Wert, mit dem der Baum leben kann.Bei Jade und Achat teste ich es dieses Jahr. Wenn sie den Test so gut bestehen wie die Ungarische Traubige, bin ich zufrieden und dann kann ich schreiben, daß ich meine Sauerkirschsorten wohl gefunden habe.
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Daniel - reloaded
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Daniel - reloaded » Antwort #34 am:

Hab gerade nachgesehen.Explizit zugelassen gegen Sprühflecken und Schrotschuss ist im Kleingarten nichts.Wer allerdings unbedingt die chemische Keule schwingen will (wenn schon, dann bitte nur bei kleinen Bäumen!!!) kann über den Umweg der Nebenwirkung die genannten Wirkstoffe Myclobutanil und Difenoconazol einsetzen. Diese dürfen im Kleingarten gegen Monilia eingesetzt werden und erfassen sowohl Sprühflecken als auch Schrotschuss quasi nebenbei.Aber nochmal: Wichtig vor Allem entfernen und vernichten von Falllaub und ggf. befallenen Früchten, ausreichende und ausgewogene Düngung (evtl. leicht kalibetont), widerstandsfähige Sorten, luftige Krone, freier, luftiger Standort! Es kann nicht sein, dass man eine Pflanze, was Standort, Düngung etc. angeht, vergewaltigt und dann mit der chemischen Keule Ertrag und Gesundheit erzwingen will!Bei größeren Bäumen ist ein PSM-Einsatz im Kleingarten ohnehin technisch nicht machbar, das Zeug landet überall wo es nicht hin soll, aber der geringste Teil da wo er hin soll und gebraucht würde....Liebe Grüße,Daniel
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Dicentra
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Dicentra » Antwort #35 am:

[...] Er empfiehlt hier (HH) vor Allem "Karneol". Die Früchte sollen dunkelrot und auch roh gut essbar sein (offenbar also nich allzu sauer).Ich gestehe aber uneingeschränkt, dass ich weder zu Baumform noch zu Anfälligkeit gegenüber Monilia und Sprühflecken Angaben machen kann... allerdings will heute niemand mehr sein Obst (mehr oder weinger) regelmäßig spritzen, entsprechend gehe ich davon aus, dass sie soo anfällig nicht ist (bitte um Korrektur wenn ich falsch liege!).
Ich hatte eine Karneol (Unterlage Prunus avium) auf lehmigem Boden, die hatte Beides, Sprühfleckenkrankheit und Monilia. Monilia hat ihr vergangenes Jahr den Garaus gemacht. Sie mag tolerant sein, aber wenn die Standortbedingungen nicht 100prozentig stimmen, hilft einem das auch nur begrenzt weiter. Ich hab's trotzdem noch mal mit einer wurzelechten Sauerkirsche versucht 8).@Helga: Zur Ergänzung verlinke ich mal den Thread zur Sauerkirsche auf eigener Wurzel.LG Dicentra
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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #36 am:

Hallo Dicentra,jetzt weiß ich es wieder. Mit Eichenlaub kann der Boden angesäuert werden, Buchenlaub ist dafür nicht so geeignet.
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Dicentra
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Dicentra » Antwort #37 am:

Genau!Ich hatte für die Bodenvorbereitung unter anderem *sichvorsichtigumschaut* *flüstert* Torf benutzt.Jedenfalls hatte ich, nachdem ich mir Obstbaumschnittbücher angeschaut habe und anschließend völlig ratlos war, Anfang Februar bei meiner Sauerkirsche den Pflanzschnitt vorgenommen. Herrjeh, Schneiden soll man nur im Sommer, aber das setzt doch voraus, dass sie schon mal geschnitten war, oder?
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #38 am:

Ich zitiere einmal ganz frech aus dem Buch "Kirschen- und Zwetschenanbau" von den Autoren Feucht/Vogel und anderen Autoren, welches Du Dir ja gekauft hast:"Um eine gute Fruchtholzentwicklung zu erreichen, braucht die Süßkirsche, im Gegensatz zum Kernobst, stets einen einjährigen Zuwachs von mindestens 15 bis 30 cm. Hierzu notwendige stimulative Schnitteingriffe werden am besten während oder nach der Ernte durchgeführt." Warum im Sommer:http://www.baumpflege-schweiz.ch/pdf/so ... itt.pdfDer Aspekt mit dem "Bluten" (Wechsel Seite 1/ Seite 2) gilt nicht nur für Ahorn und Birke, sondern auch für die Kirsche.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #39 am:

Ich bin immer noch der Meinung, daß die Argumente auf dieser Seite aus der Schweiz eine schallende Ohrfeige für die meisten Obstbaumschnittautoren sind.
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Starking007
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Starking007 » Antwort #40 am:

Schnittzeitpunkt: Sah ich doch! Mitdenken und nicht stur nachmachen.PS: Die alten Sauerkirschen hab ich gerne mit der elektrischen Heckenschere geschnitten,klappte super!Die neuen tragen und verzweigen anders.
Gruß Arthur
Marion

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Marion » Antwort #41 am:

Demnach wäre für Helga die Sorte Jade die geeigneteste Sorte,
Ja! So mache ich das. Habe Eure Beiträge jetzt alle gelesen, die Jade wird es sein. Hach! Ich freu mich so.Wo ich noch unsicher bin, ist, ob nun wurzelecht (dann über Konterkaters Kaufempfehlung in # 10) oder nicht.Wachsen die wurzelecht denn langsamer? Die dürfte nämlich schon gerne zügig voranmachen. ::)Eine sehr gute Nachricht auch die von Querkopf, dass Sauerkirschen unseren durchlässigen, eher sandigen Boden mögen. Uff!Auf die Pflanzung selbst komme ich später nochmal zurück. Das ist nämlich der erste und allererste Baum, den ich pflanze. :)
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Dicentra
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Dicentra » Antwort #42 am:

Ich zitiere einmal ganz frech aus dem Buch "Kirschen- und Zwetschenanbau" von den Autoren Feucht/Vogel und anderen Autoren, welches Du Dir ja gekauft hast: [...]
*knurrt*Ja, ich hab's gelesen, aber was mach ich mit einer im Herbst frisch gepflanzten Sauerkirsche mit elend langem Gezweig? Die treibt im Frühjahr oben aus und im Sommer darf ich dann den eben ausgetriebenen Kram wegschnippeln, weil's nicht passt und nächstes Jahr fängt sie von vorne an. Püh! ;)@Helga: Prima, dann ist der wichtigste Schritt ja schon getan, Du hast Dich entschieden 8). Das Pflanzen ist einfach, schwierig finde ich den richtigen Schnitt.LG Dicentra
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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #43 am:

Hallo Helga,wurzelechte Bäume liefern die größeren und die süßeren Früchte, da die Wurzel genau das aus dem Boden holt, was der Baum oben haben will.Meine Bäume wachsen recht schnell, die Ungarische Traubige wuchs in den ersten drei Jahren 1 Meter jährlich, die Safir 50cm.Auch haben alle Kirschbäume spätestens im dritten Standjahr die ersten Kirschen geliefert, zwei Bäume waren bereits im ersten Standjahr spendabel (mit gebranntem Kalk im Pflanzloch).Der einzige Grund, sich für Gisela 5 anstatt für wurzelecht zu entscheiden, ist die Größe. Einen auf Gisela 5 veredelten Baum kannst Du sehr leicht mit einem Netz versehen, ein wurzelechter Baum wird rund 4-5 Meter hoch.Wurzelechte Bäume leben darüberhinaus länger und sind auch widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #44 am:

Hallo Dicentra,Ich werde Kirschen ausschließlich im Sommer schneiden. Auch die Jade und die Achat werden erst im Sommer zum ersten Mal geschnitten.Bislang sind alle sechs wurzelechten Bäume, die ich gepflanzt habe, damit zurecht gekommen, daß ich sie erst nach neun Monaten zum ersten Mal geschnitten habe.
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