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Frostriss an Japanahorn - was tun? (Gelesen 7465 mal)

Bäume und Sträucher, Duftgehölze, Blütengehölze, Blattschmuckgehölze, Wildobst, Koniferen, Moorbeetpflanzen

Moderator: AndreasR

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Querkopf
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Frostriss an Japanahorn - was tun?

Querkopf »

Hallo, Gehölzfexe, ein schöner kleiner Baum - der Acer palmatum dissectum 'Inaba shidare' - Acer Inaba shidare macht mir große Sorgen. Denn er hat an der Stammbasis einen Frostriss erlitten:Acer Inaba shidare RissOb's eine Winter- oder eine Spätfrost-Folge ist, kann ich nicht sagen. Denn der Stamm ist völlig verborgen hinter den Pflanzen, die das Bäumchen umgeben. Nur einmal im Jahr schneide ich rundum ein Tickchen frei und robbe unters tief hängende Geäst, um unerwünschte Hainbuchensämlinge auszuziehen. Und das war grad gestern.Der Riss, verflixt tief ::), ist ostseitig - offenbar ist die in dieser Richtung stehende große Fichte denn doch zu weit entfernt, um Morgensonne abzufangen. Dass ich das Ahörnchen im nächsten Winter fein säuberlich schattieren werde, versteht sich. Aber im Moment macht mir das aktuelle Stamm-Bild Kopfzerbrechen.Kann ich etwas tun, um dem Bäumchen zu helfen? Darf ich hoffen, dass das Bäumchen sich selber hilft? Oder muss ich fürchten, dass dem Bäumchen nicht zu helfen ist? Habt ihr Erfahrungen damit, wie Japanahörnchen auf Risse reagieren? Bitte erzählt mal...Danke & schöne GrüßeQuerkopf
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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fars
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

fars » Antwort #1 am:

Sieht mir nicht nach einem Frostriss aus. Denn der hätte nur die Rinde betroffen. Diese Wunde hier scheint tiefer zu gehen und sieht nach Fäulnis aus.Bei einem Frostriss würde ich gar nichts machen. Der überwallt in der Regel. Gleichwohl kann es auch dabei zu weitergehenden Infektionen kommen.In deinem Fall, Querkopf, würde ich die Wunde zu Stammbasis hin freilegen und mit einem scharfen Messer bis ins gesunde Holz ausschneiden. Ob mit Wundbalsam verkleistern? Da scheiden sich die Geister. Ich würde es nicht tun, aber dafür sorgen, dass keine Erde in die Wunde kommt (Kiesbett um den Stamm o.ä.).
Querkopf
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

Querkopf » Antwort #2 am:

Hallo, Fars, danke für deine Antwort. Wobei Frostrisse nicht zwangsläufig auf die Rinde begrenzt sind, sie können auch tiefer ins Holz hinein reichen - hab' ich schon gesehen, am lebenden Beispiel (Parkbäume) wie am toten (Stämme nach der Holzernte). Mein erstes Riss-Bild - schlecht, pardon (ich hatte Eile, es tröpfelte unangenehm ::)...) - hat vielleicht auf eine falsche Fährte geführt. Gestern Nachmittag, nach dem Regen, habe ich mich nochmal unters Blätterdach gefaltet, dieses Mal mit Lampe, Blitz und Maßband ausgerüstet. Ergebnisse: - Keine Spur von Fäulnis, Nekrosen, Moder; die Wunde ist trocken, das Holz innen gesund. - Es handelt sich eindeutig um einen Riss: Die unregelmäßigen Rinden-Abschnitte rechts und links der Wunde könnte man, wenn man denn könnte, passgenau zusammenfügen. In der Nahaufnahme halb von der Seite sieht man's etwas (der "Live"-Eindruck ist deutlicher): Acer Inaba shidare Riss seitlich - Die Wunde, 11 cm lang, betrifft oben (fast) nur die Rinde. Unten hingegen, an der breitesten Stelle (ca. 2 cm), reicht sie tiefer (etwa 1 cm). Genau da weist der Stamm eine Verdickung auf: Acer Inaba shidare Riss frontalM. E. ist das die Veredlungsstelle, offenbar ein Schwachpunkt... Die "Was tun"-Frage bleibt ::).
... würde ich die Wunde zu Stammbasis hin freilegen und mit einem scharfen Messer bis ins gesunde Holz ausschneiden. ...
Das lasse ich nach Lage der Dinge: (noch) unnötig, OP wäre ultima ratio.
... dafür sorgen, dass keine Erde in die Wunde kommt (Kiesbett um den Stamm o.ä.).
(Pilz-)Hygiene ist sicher nützlich; ich werde den Rindenmulch direkt am Stamm austauschen gegen was Mineralisches.
fars hat geschrieben:... Bei einem Frostriss würde ich gar nichts machen. Der überwallt in der Regel. ...
Gut :). Schaffen Japanahorne das auch? Und wie verhält es sich, wenn ausgerechnet die Veredlungsstelle aufgerissen ist - weiß da jemand was drüber?Merci & schöne GrüßeQuerkopf
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fars
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

fars » Antwort #3 am:

Wenn deine Diagnose stimmt, dann würde ich tatsächlich gar nichts machen. Das heilt von alleine.Auch bei meinem A.p. "Dissectum" gibt es einen recht langen Rindenaufplatzer (ca. 30 cm), der schon einige Jahre alt ist, ohne dass sich negative Veränderungen am offenen Holz ergeben hätten. Hauptsache die Feuchtigkeit kann sich nicht in einer Nische sammeln und dort zu Fäulnis führen.
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tomma
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

tomma » Antwort #4 am:

Genau das ist mir mit meinem Acer dissectum auch passiert, und zwar mehrfach. Inzwischen schütze ich den Stamm im Winter, wie Du es ja auch tun willst. Ich würde - wie fars schon riet - auch nichts tun, aber dafür sorgen, dass der Stamm bei Feuchtigkeit gut abtrocknen kann, damit mögliche Pilzinfektionen verringert werden. Vielleicht kannst Du die Unterpflanzung kurz halten und in dem Bereich die überhängenden Zweige etwas zur Seite biegen, damit der Wind hindurch wehen kann.Bei meinem Baum musste ich wegen Pilzbefalls fast die Hälfte der Krone entfernen, aber inzwischen ist alles überwallt, und auch die Krone hat sich wieder zugezogen.
Querkopf
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

Querkopf » Antwort #5 am:

Hallo, Fars und Tomma,eure Frostriss-Berichte klingen ermutigend :), danke! Ich lasse das Bäumchen erstmal in Ruhe und rede ihm gut zu ;).
... Ich würde - wie fars schon riet - auch nichts tun, aber dafür sorgen, dass der Stamm bei Feuchtigkeit gut abtrocknen kann, damit mögliche Pilzinfektionen verringert werden. Vielleicht kannst Du die Unterpflanzung kurz halten und in dem Bereich die überhängenden Zweige etwas zur Seite biegen, damit der Wind hindurch wehen kann. ...
Die "Unter"pflanzung beschränkt sich eh auf Cyclamen. Die "Neben"pflanzung habe ich just kräftig reduziert (Notwehr, um zum Gehölzsämlinge-Ziehen dranzukommen). Und der Überhang des Bäumchens - es ist als kleiner Hochstamm gezogen - wird jedes Jahr zart geschnitten, damit die Krone ein schöner Schirm bleibt, unbeeinträchtigt von wildem Kreuz-und Quer-Wuchs. Auch das habe ich grad wieder erledigt - luftig ist es.
fars hat geschrieben:... Wenn deine Diagnose stimmt...
Das hoffe ich, bin aber natürlich als Nicht-Profi nicht restlos sicher. Zur Vorsicht habe ich die Fotos (in etwas größerem Format, als es das Forum zulässt) einem sehr guten Baumpfleger geschickt und ihn um Rat gebeten. Wenn ich Antwort habe, werde ich berichten. Merci nochmal & schöne GrüßeQuerkopf
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Raphaela

Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

Raphaela » Antwort #6 am:

Verletzungen an Rosen und anderen Gehölzen (Eibe, Hibiskus, etc) hab ich immer wieder sehr erfolgreich mit Lehm behandelt: Nach dem (vorsichtigen) Entfernen von losem Material an den Rändern (bei trockenem Wetter) Lehm anfeuchten bis er streichfähig ist und in die Wunde reiben. - Gab, anders als früher mit Rindenbalsam, noch nie Probleme mit Pilzbefall.
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fars
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Re:Frostriss an Japanahorn - was tun?

fars » Antwort #7 am:

Es gibt einen Arzt, der träufelte Zitronensaft in eine OP-Wunde.Was soll der Lehm bewirken? Steril ist er nicht und Keime dringen dringen durch ihn durch. Feuchter und damit fäulnisanfälliger wird es unter einer Lehmschicht allemal sein.
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