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Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen? (Gelesen 1456 mal)

Bäume und Sträucher, Duftgehölze, Blütengehölze, Blattschmuckgehölze, Wildobst, Koniferen, Moorbeetpflanzen

Moderator: AndreasR

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Querkopf
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Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Querkopf »

Hallo, Gehölzfexe, in der vorigen Woche habe ich zwei frische Pakete mit Gehölzen ausgepackt. Im Paket Nr. 1 steckte ein etwas größeres Japanahörnchen, schön kräftig und kompakt gewachsen, ausgezeichneter Wurzelballen: füllig, Feinwurzeln satt, keinerlei Drehwuchs (wobei der Container, wie sich beim Umtopfen zeigte, durchaus noch eine Weile genügt hätte und das Substrat gute Stabilität und Wasserhalte-Fähigkeit besaß) - rundum perfekt :D. Paket Nr. 2 hingegen, aus anderer Quelle, bereitet mir Kopfzerbrechen. Unter anderem Japanahörnchen im 3-Liter-Container, Zwergsorten: Da hatte ich handhohe Jungpflanzen erwartet. Jungpflanzen kamen in der Tat, dünne Stämmchen - aber schlabbrig-weiche Halbmetertriebe dran. Die Wurzeln, ähnlich lang und schlaff, steckten in torfigem Hyperlocker-Substrat mit nahezu null Wasserhalte-Fähigkeit und reichlich Düngerkörnern drin. Sieht lieblos aus, ich hab' geschluckt ::). Doch ich meckere nicht (und hab' die Rechnung umgehend beglichen ;)): kleine Preise, daher kleines Risiko... Bin aber unsicher, wie ich die offenkundig extrem "gepuschten" Pflänzchen am besten behandle. Den Umpflanzschock vom Torfkrümelkram zum schweren tonigen Lehm meines Gartens würden sie kaum verkraften; zum "Abhärten" stecken sie jetzt in größeren Gefäßen mit lehmigem, jedoch halbwegs lockerem Boden (eigene Standardmischung für Pötte), die torfige alte Erde samt Dünger ist nach Kräften ausgeklopft, das Wurzelwerk vorsichtig entfilzt. Das schlaffe Trieb-Durcheinander obenrum hat meine Scherenhand gewaltig zucken lassen - schließlich habe ich die Sorten um ihrer Kleinheit willen ausgewählt und wünsche mir kompakten Wuchs -, aber ich habe mir das Schneiden vorerst verkniffen: Jetzt, im August, sollte man doch eigentlich nicht mehr - oder? Wie geht ihr mit solchen Dopingfällen um? Danke für Tipps :) & schöne GrüßeQuerkopf
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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Staudo
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Staudo » Antwort #1 am:

Ich würde Nr. 2 möglichst geschützt, wenn nicht sogar weitgehend frostfrei überwintern. Vermutlich sind das Pflanzen, die erst im Mai/Juni getopft wurden und dank reichlich Dünger und Wasser ein klitzeklein wenig zu schnell geschossen sind.
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Querkopf
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Querkopf » Antwort #2 am:

Hallo, Staudo, danke.
... ein klitzeklein wenig zu schnell geschossen...
hübscher Euphemismus ;D.
Staudo hat geschrieben:...Vermutlich sind das Pflanzen, die erst im Mai/Juni getopft wurden...
Hatte ich so genau nicht überlegt, ist aber wahrscheinlich. Dann gibt es wohl wirklich keine Chance, dass das jetzige Auf-Diät-Setzen noch Holz ausreifen lässt. Okay, sie kommen über Winter in die Garage ::). Unter dieser Voraussetzung werde ich jetzt noch schneiden. Oder spricht was dagegen?Merci & schöne GrüßeQuerkopf
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Staudo
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Staudo » Antwort #3 am:

Ich würde erst im Frühjahr schneiden und die Pflanze ungestört assimilieren lassen.
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Dunkleborus
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Dunkleborus » Antwort #4 am:

Ja, jetzt schneiden bringt gar nichts.
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Querkopf
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Querkopf » Antwort #5 am:

Na, dann ignoriere ich das Kribbeln in den Scherenfingern lieber ;)... Danke euch, Staudo und Dunkleborus :-*.Schöne GrüßeQuerkopf
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fars
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

fars » Antwort #6 am:

Meine Erfahrungen mit ähnlichen, sogar von mir selbst verursachten Fällen:Neu eintopfen in Tontopf (nicht zu großes Gefäß wählen) als Substrat Torf, scharfer Sand und wenig Humus (kein Dünger), an nach Norden gerichteter Hauswand einschlagen. Vor Austrocknung schützen.Im GH überwintern würde ich nur, wenn Pilzbefall vermieden werden kann. Ist mir bisher nicht gelungen.Auf keinen Fall beschneiden wegen Pilzgefahr.
Querkopf
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Querkopf » Antwort #7 am:

Hallo, Fars,danke auch dir. Ganz so mager wie deine Substratmischung ist meine zwar nicht, es steckt lehmige Komposterde (nicht mehr Kompost, sondern sozusagen überreif ;)) mit drin. Der Mix hat sich aber bewährt, um "verzärtelte" Wurzeln auf zähen Gartenlehm vorzubereiten. Und dürfte, da ungedüngt und mit Sand versetzt, Diät genug bedeuten im Vergleich zur vorherigen Überfütterung. Der Rest wird so ähnlich, wie du's beschreibst: Die Pötte kommen vor eine Wand im geschützten Innenhof, schattig. Bei hartem Winterfrost ziehen sie um in die Garage (dunkel, luftig, kühl - normalerweise knapp frostfrei, nur bei extrem tiefen Außentemperaturen fällt die Temperatur drinnen mal unter null Grad); dass die Ahörnchen wegen mangelnder Holzreife erfrieren, will ich nicht riskieren. Die Garage nutze ich nur selten für Pflanzen, wg. Platznot/ Gedränge. Pilzbefall gab's dort noch nie; vielleicht, weil's trocken und zugig ist? Gewächshäuser (ich hab' keins) dürften besser abgedichtet sein, sicherlich auch viel luftfeuchter... Merci & schöne GrüßeQuerkopf
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Cryptomeria
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Re:Wie umgehen mit "gepuschten" Gehölzen?

Cryptomeria » Antwort #8 am:

Ich habe schon viele solcher Pflanzen verloren, weil ich sie auch immer gleich ausgepflanzt habe. Heute setze ich auch erst mal in Pötte und überwintere geschützt.Viel ErfolgWolfgang
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