Hallo, Gehölzfexe, in der vorigen Woche habe ich zwei frische Pakete mit Gehölzen ausgepackt. Im Paket Nr. 1 steckte ein etwas größeres Japanahörnchen, schön kräftig und kompakt gewachsen, ausgezeichneter Wurzelballen: füllig, Feinwurzeln satt, keinerlei Drehwuchs (wobei der Container, wie sich beim Umtopfen zeigte, durchaus noch eine Weile genügt hätte und das Substrat gute Stabilität und Wasserhalte-Fähigkeit besaß) - rundum perfekt

. Paket Nr. 2 hingegen, aus anderer Quelle, bereitet mir Kopfzerbrechen. Unter anderem Japanahörnchen im 3-Liter-Container, Zwergsorten: Da hatte ich handhohe Jungpflanzen erwartet. Jungpflanzen kamen in der Tat, dünne Stämmchen - aber schlabbrig-weiche Halbmetertriebe dran. Die Wurzeln, ähnlich lang und schlaff, steckten in torfigem Hyperlocker-Substrat mit nahezu null Wasserhalte-Fähigkeit und reichlich Düngerkörnern drin. Sieht lieblos aus, ich hab' geschluckt

. Doch ich meckere nicht (und hab' die Rechnung umgehend beglichen

): kleine Preise, daher kleines Risiko... Bin aber unsicher, wie ich die offenkundig extrem "gepuschten" Pflänzchen am besten behandle. Den Umpflanzschock vom Torfkrümelkram zum schweren tonigen Lehm meines Gartens würden sie kaum verkraften; zum "Abhärten" stecken sie jetzt in größeren Gefäßen mit lehmigem, jedoch halbwegs lockerem Boden (eigene Standardmischung für Pötte), die torfige alte Erde samt Dünger ist nach Kräften ausgeklopft, das Wurzelwerk vorsichtig entfilzt. Das schlaffe Trieb-Durcheinander obenrum hat meine Scherenhand gewaltig zucken lassen - schließlich habe ich die Sorten um ihrer Kleinheit willen ausgewählt und wünsche mir kompakten Wuchs -, aber ich habe mir das Schneiden vorerst verkniffen: Jetzt, im August, sollte man doch eigentlich nicht mehr - oder? Wie geht ihr mit solchen Dopingfällen um? Danke für Tipps

& schöne GrüßeQuerkopf
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)