News: Problem bei der Anmeldung? Bitte Mail über das Kontaktformular ganz unten! | garten-pur unterstützen mit einer Spende oder über das Partnerprogramm!
Nur ein Tümpel... (Gelesen 5427 mal)
Moderator: Nina
Nur ein Tümpel...
...geht das ? Beeindruckt von formalen Wasserbecken, riesigen Schwimmteichen und meterhohen Wasserkaskaden- hier eine ganz bescheidene und vielleicht oberdoofe Frage: Geht auch ein ganz normaler Tümpel, nur ein bisschen ausgeschaufelt, ohne Folie, ohne Ablauf, ohne Zulauf, ohne-eigentlich ohne alles. Gefüllt mit Regenwasser. Keine Pflanzen rein. Nur mal abwarten, was die Natur damit macht. Versickert das ganze ? Oder trocknet aus ? oder was? Hat jemand so etwas schon mal ausprobiert ?
- Gänselieschen
- Beiträge: 21660
- Registriert: 9. Jun 2005, 12:18
- Region: Ost - Brandenburg
- Höhe über NHN: ca. 40 m ü. NHN
- Bodenart: Sand Sand Sand Sand
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
-
Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.
Re:Nur ein Tümpel...
Wenn Du nicht zumindest einen stark lehm- oder tonhaltigen Boden hast, würde ich denken, dass das Wasser einzieht. Bei rel. dichten Böden kann das sicher länger dauern und Du könntest das halten, indem Du z.B. von allen Seiten immer Regenwasser reinleitest. Sowas Ähnliches haben Freunde im Garten. Eine tierische Senke, die nur ganz selten austrocknet - stinkt und die Mücken feiern Hochzeit - aber alles Öko;)L.G.
- riegelrot
- Beiträge: 4444
- Registriert: 5. Feb 2010, 12:48
- Kontaktdaten:
-
Vürjebirg bei d'r Bundesstadt Bonn
Re:Nur ein Tümpel...
Ja vor langer Zeit. Die pure Mückenplage!Hat jemand so etwas schon mal ausprobiert ?
Nicht alle Engel haben Flügel, manche haben Schnurrhaare - Kalenderspruch
- Danilo
- Beiträge: 6697
- Registriert: 2. Dez 2009, 00:14
- Kontaktdaten:
-
Convolvulo-Agropyrion, Barnim|6b & Bergstraße|7b
Re:Nur ein Tümpel...
Ich meine, daß das sehr stark vom Wasserhaushalt des Bodens, insbesonde vom mittleren Grundwasserstand abhängt. Wir haben einen natürlichen Tümpel im Garten mit entsprechender Sedimentschichtung auf lehmigem Ausgangsboden. Je nach Niederschlagsentwicklung ist der übervoll oder fällt eben auch mal trocken. Das Nachfüllen von Regenwasser bringt im Prinzip nicht viel, da sich der Wasserspiegel allmählich der Umgebung anpasst. Steht das Grundwasser sehr niedrig, versickert so viel Wasser in den Tümpelrändern, bis das Niveau ausgeglichen ist. Ein nennenswertes Mückenproblem gibt es bei dieser Konstellation nicht, da der Tümpel gut 3 Monate im Jahr und genau zur richtigen Zeit vollständig austrocknet und damit den Mückenlarven die Lebensgrundlage entzieht.Dieser Tümpel ist völlig pflegeextensiv, Vegetation, die mit diesen wechselnden Bedingungen klarkommt, siedelte und siedelt sich ganz von selbst an.Geht auch ein ganz normaler Tümpel, nur ein bisschen ausgeschaufelt, ohne Folie, ohne Ablauf, ohne Zulauf, ohne-eigentlich ohne alles. Gefüllt mit Regenwasser. Keine Pflanzen rein. Nur mal abwarten, was die Natur damit macht. Versickert das ganze ? Oder trocknet aus ? oder was? Hat jemand so etwas schon mal ausprobiert ?
- Coquelicot
- Beiträge: 75
- Registriert: 22. Mai 2012, 13:10
Re:Nur ein Tümpel...
Also ich hoffe, daß ich die Frage richtig verstanden habe, aber es kann eigentlich nur zwei Lösungen geben: entweder ein hoher Wasserpegel, wie Danilo sagt, dann kann das gehen, oder eben Versickern und Austrocknen. Ich kann mir nämlich wirklich keinen Boden vorstellen, in den das Wasser nicht versickert.Wir haben das hier jedenfalls indirekt in der Form einer Sickergrube, damit das Wasser auf dem Grundstück versickert und nicht auf die Straße geht, und ich kann dir definitiv sagen, daß selbst bei heftigem Schlagregen und tagelangem Regen das Wasser innerhalb kürzester Zeit versickert ist. (Also was weiß ich, maximal 10 Minuten oder so.) Was hier ja auch der Sinn der Sache war. UND hier bei schwerem Lehmboden.Ich hatte eine ähnliche Idee, hier am Anfang. Wollte auch so eine kleine Pfütze, so ganz ohne Folie und Aufwand... Wird aber nicht gehen, wie ich inzwischen weiß.
- partisanengärtner
- Garten-pur Team
- Beiträge: 19098
- Registriert: 27. Jan 2009, 08:22
- Kontaktdaten:
-
Qualitatives Wachstum hat keine Grenzen. 6b
Re:Nur ein Tümpel...
Geht schon bei Lehmboden. Aber da muß der Untergrund entsprechend behandelt werden. Einfach so Loch im gewachsenen Boden geht nicht.Wildschweinsuhlen halten das Wasser auch sehr lange. Wenn man also den gesamten Boden mit einem schweren Stampfer verdichtet könnte es gehen. Ist eine ziemliche Sauerei aber alles Cleandirt. Der Boden muß natürlich dazu feucht sein. Den letzten Feinschliff
dann mit Wasser und einem schweren Holzpflock oder eine Ladung Bentonit. Dadurch dichtet der feine Schlamm alle übriggebliebenen Ritzen und Poren ab.Wenn das ganze nicht zu klein ist hält es auch dauerhaft Wasser. Ansonsten saugt das umliegende Land das Wasser schneller ab, als es regnen kann.Da gibt es aber auch noch sogennannte Himmelsteiche die Kondenswasser aus der Luft gewinnen. Hat man früher als Viehtränken in Trockengebieten gemacht. Mußt mal googeln. Wenn Du nichts passendes findest werd ich ein Anleitung reinstellen.

Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.
Axel
Axel
- Gänselieschen
- Beiträge: 21660
- Registriert: 9. Jun 2005, 12:18
- Region: Ost - Brandenburg
- Höhe über NHN: ca. 40 m ü. NHN
- Bodenart: Sand Sand Sand Sand
- Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C
-
Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.
Re:Nur ein Tümpel...
Bei meinen Freunden im Norden, diese Senke im Garten ist recht groß - mal trocknet sie sowei aus, dass nur noch der Hund sich drin wälzen konnte, mal konnte man es fast als Teich bezeichnen. Hinter dem Garten gibt es eine recht große morastige Landschaft - sehr gespenstig - schön ist was anderes aber wahrscheinlich wertvoller als so manche Kulturlandschaft.L.G:
Re:Nur ein Tümpel...
Vielen Dank für Eure Ratschläge. Aber da unser Grundstück auf einem Hügel liegt, denke ich mal, dass der Grundwasserspiegel nicht gerade optimal ist. Und wir haben kein bisschen Lehmboden. Hier war früher, sehr viel früher Meer und die ehemaligen Sanddünen sind als Sanddünen noch gut zu erkennen. Die riesigen Ebenen wurden im Laufe der Zeit zu gutem Anbaugebiet für Tabak, Getreide,Zuckerrüben und Mais. Aber die Bodenwellen sind noch reiner Sand. Unser Garten ist ebenfalls in den Zeitläuften mit humoser Erde aufgearbeitet worden, aber tief unten ist auch noch Sand. Bäume können da schon mal umfallen. Hier ist vor 30 Jahren eine riesige Linde bei einem heftigen Sturm einach umgekippt-weil sie nicht fest verwurzelt war...Ich hatte mir das so einfach vorgestellt. Nur um ein paar Frösche anzulocken und auch ein paar Pflanzen, die sich frei ansiedeln. Aber anscheinend würde es wieder arbeitsreiche Formen annehmen, die ich vermeiden wollte. Trotzdem Danke, aber ich lasse besser die Finger davon

- partisanengärtner
- Garten-pur Team
- Beiträge: 19098
- Registriert: 27. Jan 2009, 08:22
- Kontaktdaten:
-
Qualitatives Wachstum hat keine Grenzen. 6b
Re:Nur ein Tümpel...
Bei Hügel auf Sand hat das keinen Sinn. Da geht wohl nur ein Folienteich, oder halt keiner.
Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.
Axel
Axel
Re:Nur ein Tümpel...
Wohl eher keiner...ein wahres, aber schmerzendes Urteil...
Re:Nur ein Tümpel...
Sandboden lässt sich doch einfach bearbeiten. Was spricht dagegen, die Senke zu gestalten, ein paar qm Folie auszulegen und diese wieder mit einer Schicht Sand abzudecken? Die Folie muss ja nicht bis zum oberen Rand verlegt werden, sondern nur ein "Restwasserloch" garantieren, der ein vollständiges austrocknen verhindert.
Re:Nur ein Tümpel...
Ich habe es am Anfang mit einem abgesenkten Bereich und viel Lehm versucht. Das Wasser versickerte zu sehr.Dann habe ich einen Mörtelkübel eingegraben, in den ich Regenwasser und Aquarienwasser leite. Der Überlauf geht in den lehmigen Teil, ein Sumpfbeet mit üppiger Vegetation. Ich kann auch stimmungsvoll Wasser aus dem Wasserhahn plätschern lassen. Das regt dann an zum Toilettengang.Im Nachbargarten habe ich einen größeren Bereich ausgegraben und mit einer Folie abgedichtet. An heißen Tagen muß ich das Wasser nachfüllen (Regentonne).Mit Mücken habe ich kein Problem (ich nehme an im Wildwuchs gedeihen genügend Mückenfeinde). Dieses kleine Becken (unter Bäumen, mit ganz wenig sporadischer Sonne) wuchert zu. Im Frühjahr muß ich jede Menge Laubschlamm abschöpfen, dann stinkt es etwas.Der 'Tümpel!, wie ihn Danilo beschrieben hat, hätte mich auch sehr gereizt, aber dazu ist mir der Garten zu klein.Mir ging es dabei mehr um die Feuchtpflanzen als um das Wasser. Aber die Spiegelungen, die durch die Pflanzen hindurch schimmern, sind sehr reizvoll.