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Anemone nemorosa - wohin damit? (Gelesen 8016 mal)

Einjährige, Zweijährige, mehrjährige Stauden, Farne, Gräser, Zwiebelpflanzen ...

Moderatoren: Nina, Phalaina, AndreasR

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fyvie
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Anemone nemorosa - wohin damit?

fyvie »

In einem Anfall verklärter Erinnerung (sie blühen im Frühjahr so wundervoll in einem Auenlaubwald hier in der Nähe ) verbunden mit fachlicher Uninformiertheit (wieder mal ) habe ich mir unter anderem 4 verschiedene Sorten Anemone nemorosa bestellt: Atrocaerulea, Blue Bonnet, Rotkäppchen und Bowle's Purple.Soweit so gut. Nur habe ich leider keinen Laubwald oder ähnliches im Garten (gerade erst bemerkt...)Wo kann ich sie denn jetzt hinpflanzen? Was und wieviel vertragen sie, zum Beispiel an Trockenheit (bei sehr durchlässigem kiesigem Boden), an Sonne u.ä.Könnte ich sie vielleicht auf die sonnenabgewandte Seite von historischen oder Wildrosen pflanzen, dann hätten sie im Frühjahr genug Licht und wären im Sommer beschattet ( zumindest, bevor der SRT zuschlägt... :-X).Oder vertragen sie auch Halbschatten im Einzugsbereich einer Thujenhecke mit Nachmittagssonne?Herje, sie tun mir jetzt schon leid, vielleicht pflanze ich sie einfach in den Wald zu den Wilden, wo ich sie dann immer besuche...! :-X ;DThreadtitel ausgeschrieben. LG Nina
sarastro

Re:Anem. nem., wohin damit?

sarastro » Antwort #1 am:

Habe Anemone-nemorosa-Sorten schon an den unmöglichsten Stellen erfolgreich wachsen sehen. Warum also nicht zwischen Rosen? Ich habe hier vor Jahren Funkien und Silberkerzen zwischen Rosen gepflanzt. Es darf also - alles, was gefällt! Wer hierin den Purist oder Starrkopf spielt, der hat eben die Natur mit ihren weitreichenden Amplituden nicht begriffen. Und natürlich und selbstverständlich kommt es auf den Boden drauf an. Nicht überall, aber in mehr Böden als man glaubt. Bei meinen Eltern im Garten sprießen Anemone nemorosa zwischen Felsfugen heraus, ein Werk der Ameisen. Dort im Südschwarzwald wachsen sie ebenfalls zwischen Hemerocallis und Pfingstrosen, dises Mal ein Werk des Kompostkreislaufes. Und noch etwas: viele der Sorten wachsen noch wesentlich ordentlicher horstartig als die wilden Schwestern. Der ideale Standort im Garten wäre allerdings zwischen den Hostas, um vor dem Laubaustrieb die beginnende Monotonie aufzulockern. :o ;) Im wunderhübsch vergilbenden Herbstlaub der Funkien stechen dann die Herbstkrokusse oder Colchicum hervor!
biene100
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Re:Anem. nem., wohin damit?

biene100 » Antwort #2 am:

Die beginnende Monotonie aufzulockern ??? ::)
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Staudo
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Staudo » Antwort #3 am:

Hostas sehen erst ab Ende April nett aus. Davor können die Anemonen für Abwechslung sorgen.
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Dunkleborus
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Dunkleborus » Antwort #4 am:

Hostas sehen erst ab Ende April nett aus. Davor können die Anemonen für Abwechslung sorgen.
Die stehen hier zwischen allen möglichen Stauden, unter Rhodos, im Efeu... Alles, was etwas später austreibt, eignet sich zum anemonisiert werden: Hosta, Polygonatum, Anemone x hybrida, Geranium pratense und sanguineum, Rodgersia, Aruncus, Astilben, Tricyrtis, Gräser... es gibt relativ dunkellaubige Typen, die werden an sonnigen Stellen fast schwarz. Wenn ich im Vorfrühling bei einem Beet eine temporäre Lücke sehe, greife ich mir oft einfach ein faustgrosses Anemonenstück und fülle sie.
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fyvie
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Re:Anem. nem., wohin damit?

fyvie » Antwort #5 am:

Die Kundin dankt für die persönliche Beratung! ;)Was meine Flexibilität und Experimentierfreude bezüglich Gestaltung und Ästhetik betrifft, sehe ich keinerlei Probleme. Aus ungewohnten Kombinationen haben sich auch bei mir schon häufig stimmungs- oder spannungsvolle Arrangements ergeben.Die Schwierigkeit in meinem Garten besteht in der extremen Durchlässigkeit des Bodens, geringer Humusschicht und der Schwierigkeit, irgendwo gesicherten Sommerschatten nach Frühjahrssonne zu bieten.Aus diesem Grund wachsen bei mir Funkien in fast komplett schattigen Bereichen, die für eine frühjahrslichtbedürftige Pflanze wie Anem. nem. wohl auch nicht so gut geeignet sind. Auch Colchicum dürfte sich dort nicht so wohl fühlen, schade, das wäre bestimmt hübsch!Die anderen vorhandenen Plätze sind zumindest im Sommer halbtags besonnt, wohingegen sie im Frühjahr häufig noch im Schatten liegen.Aber wenn es den Anemona nem. möglich ist, zwischen Taglilien und Pfingstrosen zu gedeihen, die vermutlich auch nicht an absonnigen Plätzen wachsen, dann sollte sich vielleicht auch hier ein geeignetes Plätzchen finden!Das Beispiel mit den Steinfugen finde ich auch interessant. Vermutlich schätzen sie sogar das Feuchtigkeitsreservoir, das sich in den Tiefen der Fugen bietet, ich gehe aber davon aus, dass die Steine nicht in der Sonne liegen!?Zieht das Laub eigentlich im Sommer ein?Wo gedeihen bei euch sonst diese hübschen Frühlingsboten?
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fyvie
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Re:Anem. nem., wohin damit?

fyvie » Antwort #6 am:

Dunkleborus, jetzt war ich zu langsam, hatte gerade sarastro geantwortet.A.g. deiner Pflanzenangaben gehe ich davon aus, dass sie aber auch eher in schattigeren, feuchteren Bereichen zum Einsatz kommen!?Oder funktioniert es bei dir auch in trockeneren Bereichen?Und sie brauchen im Frühjahr auf alle Fälle Sonne? Reicht da auch Halbtags?
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Re:Anem. nem., wohin damit?

partisanengärtner » Antwort #7 am:

Das Laub zieht ein und sie wachsen auch im Vollschatten unter Nadelbäumen.Eigentlich ein richtiges Unkraut. Sie wachsen hier an nicht zu trockenen Stellen auch in voller Sonne üppig. Je trockener um so kleiner die Pflanzen hier aber ich habe sie natürlich eigentlich fast nur in lehmigem Boden gefunden. Im Topf sind sie nicht wählerisch mit dem Boden.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

fyvie » Antwort #8 am:

Das klingt erfreulich! :DBlühen sie auch im Vollschatten unter Nadelbäumen?
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Re:Anem. nem., wohin damit?

partisanengärtner » Antwort #9 am:

Nicht so üppig, aber sie blühen. Im Hausschatten wird das besser sein. Nadelbäume sind ja leider auch auerhafte Nahrungskonkurrenten in dem Geophytenfenster. Hier sind öfter Fichten in dem Laubwald eingestreut. Dei A.n. wachsen da auch in diesen Bereich rein.Im Nordschatten meines früheren Hauses unter großen Douglasien sind sie allerdings zur Blüte gekommen. Die Bestände haben sich dort allerdings sehr wenig vermehrt.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Dunkleborus » Antwort #10 am:

fyvie hat geschrieben:
Die wachsen hier an Stellen, die permanent schattig sind, oder im Frühling sonnig und sonst schattig, an vollsonnigen Plätzen (da dort im Sommer alles voll ist mit Gaura, Verbena, Kalimeris etc, ist der Boden schattig). An den meisten Plätzen wird im Sommer ab und zu gegossen, an andern gar nicht.Aber auch hier: schwerer, kalkhaltiger Lehm.Das Laub zieht komplett ein, deshalb ist Sonne oder Schatten im Sommer ziemlich wurscht.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Dunkleborus » Antwort #11 am:

Das klingt erfreulich! :DBlühen sie auch im Vollschatten unter Nadelbäumen?
Wenn man oft über die Stellen läuft, wo sie wachsen, können die Blütenanlagen geschädigt werden. Dann machen sie nur noch Laub.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

partisanengärtner » Antwort #12 am:

Kalk ist aber nicht unbedingt nötig. Bei mir war dort keiner.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Dunkleborus » Antwort #13 am:

Das ist gut möglich. Ich habe sie schon in der Innerschweiz auf kalkfreiem Boden gefunden. Aber sandig könnte vielleicht schwierig werden.
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Re:Anem. nem., wohin damit?

Katrin » Antwort #14 am:

Ich habe zu den nemorosas eine Frage. Ich habe im September ein Beet neu gegraben und habe dort etliche Rhizome von A.n. gefunden, die ich alle in einer kleinen Schachtel gesammelt habe. Nun treiben sie alle aus! Ist das immer so (ich habe noch nie im Herbst nach welchen gegraben) oder habe ich sie durch mein Ausgraben in den Glauben versetzt, es sei Frühling und jetzt kann ich alle gleich wegwerfen, weil sie den Winter nicht schaffen? Oder kann ich sie beruhigt wieder eingraben?
"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich
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