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Regenrinne in den Garten? (Gelesen 19857 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
Regenrinne in den Garten?
Hallo zusammen,nachdem wir heute bei starkem Regen wieder einmal den Keller überflutet hatten, müssen jetzt Maßnahmen her. GG vermutet, dass durch den nachträglichen Anschluß von Garagendach und -vorplatz der Kanal zu klein ist. Er will daher schon länger die Regenrinne vom Garagendach einfach in den Garten leiten. Dh. Veränderung der Rinnenneigung und sie dann einfach an der Garagenwand nach unten leiten, und dann quer über den Gehweg in den Garten stehen lassen, sodass das Wasser dort versickert.Dann müßte ich am Weg zu Komposter oder Wasserhahn immer über diese Rinne steigen, und häßlich wäre das auch. Also habe ich einen halben Rosenbogen zum an die Mauer schrauben beim Schlosser bestellt, um die Regenrinne über diesen Bogen in den Garten zu führen.Aber wie gehts dort weiter? ???Die Rinne würde auf einen schmalen Rasenweg enden, der nach ca. 6m in den Gemüsegarten führt. Da würden wohl über kurz oder lang Rasen und Gemüsegarten leiden. Also den Weg ausheben und 30cm groben Kies rein? Oder ist das auch noch zuwenig zum Versickern? Zum Eingraben eines Tanks ist der Weg zu eng, es zahlt sich auch nicht wirklich aus, weil es im Sommer wenig regnet.Hat jemand mit Regenrohren in den Garten Erfahrung?
- Danilo
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Re:Regenrinne in den Garten?
Oh ja, und leider keine positive. ::)Wenn es irgendwie logistisch möglich ist, würde ich das Wasser an den sinnvollst möglichen Ort leiten, bzw. mir für das Auffinden desselbigen etwas Zeit nehmen.Wenn Zisternen, öffentliches Abwasser etc. ausfallen, würde ich eine möglichst humose Senke mit Ligularien, Eupatorium, Lythrum, Osmunda regalis und dergleichen vollstopfen und das Wasser dorthin leiten. Bei allem anderen macht das Wasser meist alles mögliche, nur nicht das was es soll: schadlos versickern. Keinesfalls darf man die Wassermengen, die Dächer nach Starkregenereignissen in wenigen Regenrinnen vereinigen, unterschätzen.Hat jemand mit Regenrohren in den Garten Erfahrung?
Re:Regenrinne in den Garten?
Danilo, keine positive Erfahrung... was ist passiert? Sumpf? Oder wäscht es Erde weg?Der Teich ist leider im entferntesten Gartenteil.Auch etwas entfernt ist die leicht tiefere Gartengrenze zum Nachbarn, mit niedriger Mauer und Zaun und davor die Scheinzypressenhecke. Nur wie könnte man dort das Wasser ca. 20m unterirdisch hinleiten. Es quert dann den Weg zum hinteren Gartentor, wo man in Ausnahmefällen mit dem Auto rausfährt. Der Wasserkanal müßte also das Gewicht aushalten... 

- freitagsfish
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Re:Regenrinne in den Garten?
wir haben bei ins im garten zwei kiesrisolen zum versickern des wassers angelegt. auf unserem wiesenstück und an plätzen, die natürlich niemals für gehölzpflanzung vorgesehen sind.beide sind etwa 60 cm tief, 100 cm breit und 150 cm lang. beide regenfallrohre münden in flexible rohre, diese unterlaufen den direkt am haus laufenden weg und enden dann nach jeweils einem meter in den risolen.die gruben wurden mit einem dafür geeigneten, sehr kräftigen vlies ausgekleidet, dann ein perforiertes flexibles schlauchrohr schneckenförmig hineingelegt und mit kies aufgeschüttet. das vlies wurde darüber wie über ein paket zusammengeschlagen. über die letzten 20 cm kam wieder mutterboden und die rasensoden.das system läuft seit einigen jahren völlig störungsfrei und unsichtbar, und wir hatten durchaus schon oft starkregen auf der dachfläche von 40 qm.
Re:Regenrinne in den Garten?
Das klingt sehr passend für uns. Die Garage hat auch ca. 40qm, schätze ich mal, und der Rasenstreifen zum Gemüseweg müßte dann eigentlich reichen, nur mit 60cm tiefer ausgraben, als ich vorhin gedacht hatte. Das perforierte Schlauchrohr liegt am Boden und wird einfach 60cm mit Kies bedeckt? Und oben sogar noch Mutterboden und Rasen - klingt perfekt. Ich möchte dann auch noch drübergehen dürfen...
Wo bekommt man denn dieses Vlies und das perforierte Schlauchrohr? In jedem Baumarkt, oder bei besonderen Handwerkern?

- partisanengärtner
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Re:Regenrinne in den Garten?
Ich hatte mal sowas. Über eine Faß zum Gießen das in einer Betonierten Mulde stand in den Garten geleitet. Die Mulde war mit Teichfolie ausgelegt. Als Abfluß hatte eine Rinne mit überlappenden Teichfolienstücken gedient. Das ganze endete in einem tieferliegenden Bereich des Gartens in einem Teich mit ausgedehnter Sumpfzone.Hat gut funktioniert. An den Stellen die ich mit Schubkarre oder so häufig überqueren musste habe ich in die Rinne flache Steine mit etwas Beton drunter (damit die Ränder sich nicht in die Folie drücken) als Weg gelegt. Das Wasser floß dazwischen durch.
Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.
Axel
Axel
Re:Regenrinne in den Garten?
Ich habe vor etwa 25 Jahren mein Garagendach begrünt und damit eine erhebliche Verzögerung (und Minderung) des darauf anfallenden Wasserüberschusses erreicht. Die Entwässerung führt in einen Folienteich hinter dessen teilweise etwas angesenkter Dichtung eine Rigole angeordnet ist. Da der kleine Teich (ca 6 m²) nur vom Ablauf der ca. 70 m² Garagendach versorgt wird, schwankt seine Füllhöhe in trockenen Jahren um bis zu 5 cm. (Dieses Jahr abr überhaupt nicht). Selbstverständlich muss eine Rigole (m.E. Wasserverschwendung) in ausreichender Entfernung zu feuchtesensiblen Bauwerken und unter Beachtung der Bodenverhältnisse gebaut und dimensioniert werden. Ich fürchte, die Entlastung einer störanfälligen Regenwasserentsorgung um ca 18 m² wird des Problem des überflutetendes Kellers nicht lösen. Für derartiges sind i.d.R. defekte Abwasserrohre verantwortlich und ehe da irgendwelche "Experimente" unternommen werden, würde ich einen Fachmann mit einer Analyse (Befahrung mit Kamera) beauftragen.
"Berater" sein ist nicht sehr schwer und obendrein lohnt es sich mehr....
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Re:Regenrinne in den Garten?
Ohne den Boden zu kennen sind alle Diskussionen sinnlos.Bei uns unten im Flusstal mit dem vielen Sand kannst du auf 20m² das Wasser aus einer starken Baupumpe versickern lassen. Hab ich über Tage gemacht, als wir unseren Brunnen für die Wärmepumpe sauber gefahren haben.Dasselbe oben im Ort würde mehrere Gärten unter Wasser setzen weil dort im Lehm das Wasser nicht versickert.
nördlichstes Oberschwaben, Illertal, Raum Ulm
Re:Regenrinne in den Garten?
Danke für eure Inputs und Tipps. Über einen Spezialisten, der sich den Kanal mit der Kamera ansieht, hatten wir auch schon nachgedacht - morgen soll er kommen. :DDas wäre natürlich das tollste, wenn sich daraus schon die Lösung ergibt. Er kann hoffentlich auch einschätzen, ob nun das Kanalrohr für die Fläche ausreicht. GG will aber das Risiko minimieren, das Garagendach ist mit rel. wenig Aufwand wegzuleiten, macht rund 12% der Fläche aus, die dzt. in den Kanal geleitet wird. Der Vorplatz ist aufwendiger abzuleiten, wäre aber nochmal 28% weniger. Also beides zusammen 40% weniger Wasser für den Kanal. Den Boden kann ich schwer einschätzen, schon sandig, aber beim Teichbau sahen wir auch lehmige Schichten in ca. 1m Tiefe. Das Wasser, das wir gestern mit der Pumpe aus dem Keller holten, versickerte jedenfalls sofort. Das klingt doch ermutigend?
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Re:Regenrinne in den Garten?
Wir lassen unser Dach vom Schuppen (4x5m) frei versickern bzw ich hab mal da wo die Dachrinne runterkommt, einen Schubkarren Boden ausgehoben und da etwas Kies rein. Kein Problem.Wenn es allerdings um Kellerüberflutungen geht, würde ich mir überlegen eine Rückstauklappe einzubauen. Dann ist Ruhe. Das läßt sich entweder direkt in die Bodenabläufe reinmachen oder wenn man ans Rohr zentral rankommt macht man da eine Klappe rein. Sofern es sich immer nur um kurzfristige Ereignisse handelt reicht das aus, wenn man in den oberen Stockwerken nicht grad größere Wassermengen rausläßt (sonst steht der Keller davon unter Wasser).Wenn es längerfristig vorkommt (wie bei uns mit Hochwasser manchmal mehrere Tage) dann sollte man seine Abwasseranlage kennen und die oberen Stockwerke nach der Rückstauklappe ins Abwassernetz einleiten. Sonst sollte man Trockenklos rumstehen haben und öfters auswärts zum Duschen gehen....Oder man schließt eine Rückstauklappe mit Pumpe an. Die drückt dann das Wasser auch bei Rückstau aus dem Haus raus.
nördlichstes Oberschwaben, Illertal, Raum Ulm
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Re:Regenrinne in den Garten?
Berechne doch mal, wieviel Wasser Du in etwa loswerden mußt. Dann überlege Dir das Wasser in einen Puffertank zu leiten, es gibt doch überall diese 1000l Container günstig zu schießen. Aus diesem Puffer, es können auch mehrere sein, kannst Du dann das Wasser in aller Seelenruhe in die Kanalisation abfließen lassen. Oder wie ich es mache zum Gießen nutzen. 

Ich freue mich auf jede Eurer Antworten und es ist mir eine Freude Euch zu antworten
Re:Regenrinne in den Garten?
Wie kann ich die Liter berechnen, wenn ich nicht gestoppt habe, in welcher Zeit das Wasser bei den Überflutungen in den letzten Jahren runter kam. ::)Dzt. läuft der Regen von ca. 320qm in den Kanal. Wenn bei einem Wolkenbruch 5cm Wasser in 10min(?) fallen, sind das 16.000 Liter in 10min, also 1.600l in einer Minute. Man stelle sich vor: eineinhalb Würfel von 1m Seitenlänge.
Und das 10 Minuten = 10 mal. Klingt entsetzlich! :oDa klingt jedenfalls ein 1000l-Container nicht hilfreich genug. Am besten ist wohl, erst das Urteil des Rohrexperten morgen abzuwarten. Und dann ggf. das Garagendach an anderer Stelle in den Garten (Kiesgrube etc.) zu leiten, als den Vorplatz, damit sich das Wasser verteilt. - In Summe regnet es bei uns nicht oft und nicht viel, nur 1x/Jahr kommt alles runter. Das hält auch nicht an, wir sind in keinem Hochwassergebiet.Rückstauklappe hatte ich GG auch schon empfohlen, bzw. mein Bruder. Aber das hilft de Facto nur bei Überlastung des Hauptkanals, nicht wenn schon unser Zulauf zum Hauptkanal überlastet ist. Damit kann der gesamte Regen von den 320qm nicht abfliessen und kommt erst wieder aus dem Kellerabfluss. - Oder verstehe ich was falsch? Gehört das in jeden einzelnen Bodenablauf? Wir haben im Keller 1 WC, 2 Duschtassen, 3 Waschbecken und 3 Bodenabläufe. :-\Edith meint, die Rechnung oben ist Quatsch, weil wir beim Container nur das Garagendach reinleiten würden. Also wären das 40qm x 50Liter = 2000Liter. Das klingt schon besser. 


- freitagsfish
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Re:Regenrinne in den Garten?
sorry, hab ich jetzt erst gesehen. das kann ich leider nicht beantworten - das material hatte unser bauleiter besorgt.Wo bekommt man denn dieses Vlies und das perforierte Schlauchrohr? In jedem Baumarkt, oder bei besonderen Handwerkern?
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Re:Regenrinne in den Garten?
Die Rückstauklappe ist im letzten Kanalzufluss, z.B. leiten wir alles unter der Kellerbodenplatte gemeinsam in den Kanal - und dort zum Schluss sitzt die. Kannst Du ausschliessen, dass nicht doch das Wasser im Keller aus dem Kanal kam? Ohne Rückstauklappe wäre das mMn schon möglich.Rückstauklappe hatte ich GG auch schon empfohlen, bzw. mein Bruder. Aber das hilft de Facto nur bei Überlastung des Hauptkanals, nicht wenn schon unser Zulauf zum Hauptkanal überlastet ist. Damit kann der gesamte Regen von den 320qm nicht abfliessen und kommt erst wieder aus dem Kellerabfluss. - Oder verstehe ich was falsch? Gehört das in jeden einzelnen Bodenablauf? Wir haben im Keller 1 WC, 2 Duschtassen, 3 Waschbecken und 3 Bodenabläufe.
Re:Regenrinne in den Garten?
Martina, danke für die Info. Dzt. kann ich noch nichts ausschliessen. Der Kanalexperte mit Kamera war heute doch nicht da, wie vereinbart. :(Es war jedenfalls der Kanal unter dem Haus, der dann im Hauptkanal an der Straße mündet, von so einem PU-Schaumpropfen verstopft. Aber ob die Entfernung jetzt jedes Problem beseitigt, oder ob der Kanal zu klein ist, weiss ich noch nicht.Wenn die Rückstauklappe nach allen Hausanschlüssen ist, hält sie zwar das Rückstauwasser vom Kanal ab, aber der gerade fallende Wolkenbruch geht über die Regenrohre weiterhin vor der Rückstauklappe in den Kanal und kommt somit aus den Kellerablässen wieder raus. 
