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Bleimennige im Boden (Gelesen 4867 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
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Re:Bleimenninge im Boden
Hallo Euphrasia,falls Du in Berlin gärtnerst: hier wurden vor einigen Jahren ziemlich umfassende Bodenuntersuchungen von Kleingärten durchgeführt. Das Ergebnis kannst Du im Umweltatlas ansehen, Karte 01.03.01 (leider kein direkter Link). Die punktuelle Belastung in Deinem Garten durch den verbuddelten Zaun findest Du da natürlich nicht, aber die Belastung durch eine mögliche frühere industrielle Nutzung oder Ablagerung von Abfällen, Schutt nach dem Krieg usw.In Brandenburg wurden ebenfalls viele Kleingartenflächen in den letzten Jahren untersucht, Informationen darüber hat möglicherweise Dein Verein und sonst das zuständige Umweltamt.Wenn Du dann immer noch eine Bodenprobe untersuchen lassen möchtest, kannst Du so einschränken, nach welchen Schadstoffen gesucht werden soll - sonst wird es sehr teuer.Eine Sanierung mit Pflanzen funkioniert wahrscheinlich nicht besonders gut. Brauner Senf (Brassica juncea) kann Blei etwas anreichern, andere Kohlgewächse auch. Falls Du selbst im Netz nach mehr Informationen suchen möchtest, der Fachausdruck dafür ist Phytosanierung bzw phytoremediation.
Chlorophyllsüchtig
Re:Bleimennige im Boden
Wo hast du das her?Im konkreten Fall würde ich den mit Mennige (nicht "Menninge", vielleicht kann das jemand im Titel ändern) gestrichenen Maschendrahtzaun aus der Erde holen (und fachgerecht entsorgen) und, da es ein Beet für Gemüse werden soll, die Erde in dem Bereich austauschen. Rein vorsorglich, um das Gemüse von dort mit Appetit essen zu können.Blei verteilt sich langfristig auch über die Atmosphäre als flüchtiges Bleihydrid oder andere flüchtige Verbindungen. Dann landet es langfristig an den Polen.
Re:Bleimenninge im Boden
Gestern habe ich die Platte zerkleinern und wegschaffen können. (War deswegen auch nicht mehr im Netz
)Jetzt weiß ich, dass ich den Boden sowieso austauschen muß, da unter der Platte nur gelber Sand zu finden ist. (20cm daneben habe ich tiefgründig schwarze Erde.)@ starking007:Der Maschendraht war doppelt gelegt, und der Beton ist draufgegossen worden. Da er schon so verrottet war, ist er beim Herausnehmen/ -reißen der Betonstücke ziemlich zerbröselt. Soweit ich sie entdecken konnte, habe ich alle Metallstücke rausgesucht und entsorgt.@ Rieke:Ja, der Garten liegt gerade noch in Berlin. Danke für den Link. Das muß ich mir heute abend nochmal in Ruhe ansehen. (Muß gleich los, die Pflicht ruft.
)@ Bristlecon:Wie tief würdest Du den Boden ausheben?


Eine Brille ist der Sieg der Neugier über die Eitelkeit. (Robert Lembke)
Re:Bleimennige im Boden
Bevor ich mich verrückt mache, würde ich eine Bodenprobe auf Schwermetalle hin machen lassen, ist für 70-100 Euro zu haben. Das wäre mir ein gutes Gefühl allemale wert. Und erst wenn das Ergebnis eine hohe Belastung anzeigt, würde ich mir über Bodenaushub und Hochbeete Gedanken machen. Ich würde allerdings nicht direkt am Zaunelement prüfen - da käme dann eben keine Gemüse hin - sondern dort, wo Gemüsebeete geplant sind.
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)
Re:Bleimennige im Boden
Von manchen guten alten Gärtner wurde sogar empfohlen, Blumenzwiebel in Mennige zu tauchen, um Mäusefraß hintanzuhalten.Viel Sorgen tät ich mir nicht darum machen, in normal alkalischem Boden dürfte Blei keine Gefahr sein.
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Re:Bleimennige im Boden
Bristlecone Das habe ich aus einem Artikel (Zeit /Spiegel etc.) über Untersuchungen von Eisbohrkernen an denen man die historische Belastung aus der Römerzeit gut ablesen konnte. Darin wurde auch der vermutete Weg über diese Flüchtigen Verbindungen erklärt, die dann an den Polen und in Gletschern sich niederschlagen. Besonders erstaunt war man eben über die hohen Bleigehalte soweit von allen Industrien entfernt. Das funktioniert heute auch mit einer Menge anderen Umweltbelastungen die sich in hohen Konzentrationen dort wiederfinden.Robben und Walprodukte sind dort eigentlich nicht mehr zum menschlichen Verzehr geeignet.Ist aber nichts Neues schon ein paar Jahre her.
Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.
Axel
Axel
Re:Bleimennige im Boden
Bleigehalt im Boden liegt üblicherweise zwischen 2 und 60 mg/kg. In der hiesigen Gegend kommen auch um 4000 mg/kg auf Bau- und Gartenland und landwirtschaftlich genutzten Flächen vor.... Studien vermitteln, dass auch dies über den Verzehr von Pflanzen erher ungefährlich ist. Allerdings sollte man den Boden nicht essen und nach Überschwemmungen die überspülten Pflanzen nicht ungewachsen verzehren...Ehe ich irgendeine Form der Panik entwicklen würde, wäre eine Bodenuntersuchung sicherlich die beste und mit geringstem Aufwand verbundene Beruhigung.
"Berater" sein ist nicht sehr schwer und obendrein lohnt es sich mehr....
Re:Bleimennige im Boden
@ Rieke:Dein Link mit der Karte war toll. Es ist tatsächlich in unserer Anlage eine Probe genommen worden. Jetzt weiß ich zumindest schon mal, wie in der Umgebung der mittlere Blei- (und Cadmiumgehalt) im Boden ist. Mit 30-100 mg/kg Boden ist der Bleigehalt wohl im "grünen Bereich".
@ alle:Das ist ja toll, wieviele Informationen ich von Euch erhalten habe. Da hatte ich überhaupt nicht mit gerechnet. Ihr Purler seid echt klasse! Schön, dabei sein zu dürfen.
Zur eigenen Beruhigung - oder zur Umplanung der Beete, werde ich demnächst eine Bodenprobe veranlassen. Und dann sehen wir weiter.


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