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Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe! (Gelesen 4603 mal)
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- Daniel - reloaded
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Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
So, nun seit ihr gefragt.Ich habe gerade vor Jungpflanzen zu bestellen. Firma TerraNova hat einige Coreopsissorten im Sortiment (nein ich kaufe da nicht direkt) die für mich auf den ersten Blick bei uns nicht winterhart sind. Nun lässt sich bei einigen Sorten lesen, dass sie zu C. verticillata gehören und bis Zone 4 hart seien. Natürlich US-Zone 4.Was heisst das nun für unser Klima bzw. unsere Winterhärtezonen? Oder einfacher: Härtezone 4 in Amerika entspricht bei uns welcher Zone?Ich danke für eure Hilfe!Liebe Grüße,Daniel
Was man über mich sagt(e):
Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...
(In Erinnerung an die Zeit im Wohnheim der Meisterschule)
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Dazu gibt es irgendwo einen Thread. Winterhärtezonen gelten auf der ganzen Nordhalbkugel. Allerdings kennen sie kein Weihnachtstauwetter, keine Winternässe und keine Temperaturstürze von 25 Grad.Die bunten Coreopsis sind nicht ausreichend winterhart.

„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Die Winterhärtezonen (WHZ) sind wirklich ein Thema für sich. Da sie auf einem einzigen Kriterium basieren - dem langjährigen Mittelwert der Minimaltemperatur an dem betreffenden Ort - gehen dort zahlreiche Faktoren überhaupt nicht ein, die die Winterhärte von Pflanzen entscheidend mitbestimmen.Als da wären: Dauer der Frostperiode, Zahl der Eistage, übliche Schwankungen von Tageshöchst- und Tiefsttemperatur im Winter, Art und Menge der Niederschläge im Winter etc etc., von den Faktoren während der Vegetationsperiode ganz zu schweigen. Als ganz grobe Richtschnur gehe ich bei Gehölzen davon aus, dass unter halbwegs mit Mitteleuropa vergleichbaren jahreszeitlichen Witterungsverhältnissen (d.h. ganzjährig Niederschläge, die im Winter z.T. als Regen, z.T. als Schnee fallen, kein monatelanger Dauerfrost und auch nicht bloß vereinzelte Tage mit Frost) US-Angaben zur Winterhärte um etwa eine Klimazone zu "günstig" ausfallen. D.h., was in USA mit WHZ 7a angegeben wird, ist bei uns in WHZ 8a hart, in Zone 7b kann es schon grenzwertig sein.Wie gesagt, als ganz grobe Richtschnur. Ausnahmen bestätigen die Regel.
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Das kann ich nur bestätigen; dazu kommt noch das ganz spezielle Kleinklima, das nach meinen Erfahrungen an verschiedenen Stellen meines Gartens bis zu zwei oder sogar drei Härtegrade Unterschied betragen kann.Im Ürigen ein endloses Thema, das hier schon oft erörtert wurde - leider werden die ja so einseitigen Härtezonen-Angaben auch in viele Pflanzenkataloge übernommen, und viele Menschen glauben ja an Zahlen...Die Winterhärtezonen (WHZ) sind wirklich ein Thema für sich. Da sie auf einem einzigen Kriterium basieren - dem langjährigen Mittelwert der Minimaltemperatur an dem betreffenden Ort - gehen dort zahlreiche Faktoren überhaupt nicht ein, die die Winterhärte von Pflanzen entscheidend mitbestimmen.Als da wären: Dauer der Frostperiode, Zahl der Eistage, übliche Schwankungen von Tageshöchst- und Tiefsttemperatur im Winter, Art und Menge der Niederschläge im Winter etc etc., von den Faktoren während der Vegetationsperiode ganz zu schweigen.
- Danilo
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Schon da liegt das Problem. Was ist bei uns WHZ 8a? Nach Mittelwerten hätte der letzte auch ein Z9a-Winter sein können. Praktisch hätte nach diesem absonderlichen Witterungsverlauf auch eine Z4-Bepflanzung nicht vor Ausfällen geschützt. Im Gegenteil würde ich gegenüber den USA-Angaben hierzulande sogar eine Stufe vorsichtiger sein, einfach wegen der schon von Staudo genannten Eigenheiten der europäischen Winter.Die atlantische Wetterküche ist zu wankelmütig, als daß man die mehr oder minder einheitlich kalten, schneereichen Winter Zentralnordamerikas in der Theorie einfach nach Mitteleuropa kopieren könnte.Wenn ich nur die hiesigen Winter 10/11 und 11/12 vergleiche, zeigt sich, daß auf nichts, aber auch auf gar nichts Verlass ist.raiSCH hat völlig Recht, jede weitere Diskussion darüber wird als Quintessenz liefern, daß es im Wesentlichen von lokalen Bedingungen, Fingerspitzengefühl und gesundem Menschenverstand abhängt, ob eine grenzwertige Pflanze überlebt oder nicht.was in USA mit WHZ 7a angegeben wird, ist bei uns in WHZ 8a hart, in Zone 7b kann es schon grenzwertig sein.
Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Warum bitte werden nordamerikanische WHZ nach hier übertragen, wenn wir unsere eigene Skala besitzen?
Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Da scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Ermittelt wird nicht die über einen Winter gemittelte Minimaltemperatur aller Wintertage, sondern von möglichst vielen Jahren die jeweils tiefste in einem Jahr gemessene Temperatur. Ist diese Reihe lang genug, hat weder ein einzelner Extremwinter noch ein ein einzelner überaus lauer Winter nennenswerten Einfluss auf diesen langjährigen Durchschnitt.Ein Problem liegt darin, dass aus dieser Mittelwertberechnung nicht hervorgeht, wie tief die absoluten Minima sein können. Nach dieser Berechnung haben also ein Ort, in dem regelmäßig jeden Winter -10 °C auftreten, und ein zweiter Ort, in dem 8 Jahre lang -8 °C und 2 Winter -18 °C auftreten, beide als "mittleres jährliches Minimum" -10 °C und gehören damit in dieselbe WHZ.Schon da liegt das Problem. Was ist bei uns WHZ 8a? Nach Mittelwerten hätte der letzte auch ein Z9a-Winter sein könnten.was in USA mit WHZ 7a angegeben wird, ist bei uns in WHZ 8a hart, in Zone 7b kann es schon grenzwertig sein.
Die Skala bzw. die Definition ist dieselbe - eben das durchschnittliche jährliche Minimum. Eben gerade deshalb sind Angaben zur WHZ ja nur bedingt vergleichbar.Übrigens wurde dieses System zunächst wohl für Gehölze in Nordamerika erstellt. Später wurde es dann auf Europa übertragen, und es wurden die Halbzonen a und b eingeführt.Übrigens spricht man nach der Definition einem Gehölz mit Angabe WHZ 7b dort eine Übelebenswahrscheinlichkeit von ca. 80 % zu. Was das genau sein soll, hat mir noch niemand sagen kann. Eines kann es nicht bedeuten: dass das Gehölz 80 % der Winter überlebt. Dann wäre es als Gehölz in dem Klima ziemlich schnell Brennholz.sarastro hat geschrieben:Warum bitte werden nordamerikanische WHZ nach hier übertragen, wenn wir unsere eigene Skala besitzen?
- Daniel - reloaded
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Sarastro, weil TerraNova nunmal ein amerikanisches Unternehmen ist mit einer amerikanischen Homepage mir amerikanischen Winterhärteangaben....
Entsprechend werde ich, wie ohnehin geplant, die Pflanzen als nicht winterhart vetkaufen und wenn es doch jemand testen will und sie überleben ist das umso besser.
Betrogen habe ich dann zumindest Niemanden.




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- Danilo
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Keineswegs, die Berechnung ist mir geläufig. Ich wollte lediglich nocheinmal hervorheben, was Du im zweiten Absatz ja auch schilderst, daß diese Einteilung völlig sinnfrei ist, wenn in der langjährig ermittelten Zone X plötzlich Minima der Zone X minus 3 auftreten, was in Nordamerika unter womöglich konstanteren Witterungsbedingungen nicht von Belang ist, hierzulande aber eben doch.Unter dem Strich hängt Winterhärte in Mitteleuropa eben nicht unmittelbar von absoluten Temperaturminima, sondern von der Qualität der Westdrift ab.Da scheint ein Missverständnis vorzuliegen.Schon da liegt das Problem. Was ist bei uns WHZ 8a? Nach Mittelwerten hätte der letzte auch ein Z9a-Winter sein könnten.
Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Dann müsste es aber Zone 3a und nicht 9a heißen, oder?Ansonsten sind wir uns ja völlig einig. Für Gartenliebhaber, die um die Herkunft und "Macken" des WHZ-Systems wissen, sind die WHZ ein erster Anhaltspunkt, den man einordnen muss.Leider wird damit viel Schindluder und Verkaufstrickserei veranstaltet.
Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Naja, noch besser als die "winterharten" Stauden, die aus GB oder Holland nach hier importiert werden und natürlich einen hiesigen Winter überhauptnicht aushalten. Da wäre auch eine WHZ Angabe noch aussagekräftiger

- Danilo
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Eben gerade nicht.Dann müsste es aber Zone 3a und nicht 9a heißen, oder?

Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Daniels Problem hat eigentlich gar nichts mit den Winterhärtezonen zu tun, sondern mit den mangelhaften Informationen der Anbieter über die angeblich "winterharten" Coreopsis-Hybriden.Für 'Limerock Ruby' habe ich diesen Link gefunden. (siehe den Abschnitt "Noteworthy Characteristics", letzter Satz)Ich habe sogar versucht, sie halbwegs frostfrei und ohne Winternässe im Gewächshaus zu überwintern. Pustekuchen.
Ähnlich wird es auch bei anderen "neuen" Sorten sein, sofern sie ein seriöser Staudengärtner hier nicht erfolgreich in Freilandkultur erprobt hat, bevor er sie ins Sortiment aufnimmt.

Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
- Daniel - reloaded
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Stimmt Troll, die gesamten "Limerock"-Sorten kannst du ganz getrost vergessen. Ein toller Sommertopfartikel (wie eine Cosmea, Zinnien etc.) aber im Herbst kompostreif. Gleiches Gilt für sämlichte "Pie"- und "Punch"-Sorten nach meiner Erfahrung. (die werden auch beim Anbieter als nicht Winterhart oder Zone 8-9 angegeben)Deshalb hatte ich die verzweifelte Hoffnung, dass Einzelsorten die mit Zone 4 angegeben waren es evtl. täten. Ich werde das im Interesse unserer Kunden nicht austesten und sie weiterhin als einjährige verkaufen.
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Re:Winterhärtezonen - Ich bitte um Hilfe!
Langjährige Mittelwerte von kontinental geprägten Wintern, wie in vielen Bereichen mitten in den USA, enthalten nicht so eine große Variabilität wie ozeanisch geprägte Winter, wie in den meisten Regionen Deutschlands, wo dann noch zusätzlich arktische Kaltlufteinbrüche stattfinden können

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Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber
“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
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