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Robbert's trauriges Ende (Gelesen 10585 mal)
Moderator: Nina
- riegelrot
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Robbert's trauriges Ende
Hallo,gegen besseres Wissen, habe ich mir im Mai für meinen Teich einen großen, prächtigen Schleierschwanz aufschwatzen lassen und weil es der letzte war, habe ich ihn sogar vom Teichladen umsonst bekommen. Spontan bekam er den Namen Robbert. Der Teich wird im Winter ein Wenig beheizt, damit er nicht zufriert. Trotzdem trieb Robbert nach dem ersten Frost leblos auf der Seite im Wasser. Ihn rausgefischt und in einen Eimer gesetzt und oh wunder, er taute wieder auf und schwamm bald vergnügt durch den Eimer, danach in einer großen Plastikwanne. Da konnte er ja nicht bleiben, also Aquarium mit allem drum und dran angeschafft mit einem kleinen Goldfisch als Gesellschaft. Ging 2 Wochen super, aber dann wurde er immer apatischer und vorgestern ist Robbert leider gestorben. Das Aquarium hatte nicht die Zeit, sich richtig einzufahren und so war der Nitritwert im Aquarium zu hoch trotz mehrfachen Bakterienzugaben, Wasserwechsel und Spezialfilter. Dem kleinen Goldfisch hat's bis jetzt nicht geschadet. Also die ganze Rettungsaktion für Robbert leider umsonst, über die Ausgaben möchte ich gar nicht reden. Neben meiner Enttäuschung bin ich auch verärgert, dass Schleierschwänze als Teichfische vertrieben werden.Nun überlege ich, ob ich den kleinen Goldfisch weiterhin alleine bis zum Frühjahr im Aquarium halten soll, oder ob ich es bei diesen Temperaturen wagen kann, ihn nach vorsichtiger Wassertemperaturanpassung in den Teich zu setzen? Das Aquariumwasser wird allerdings auf 20 Grad geheizt, das Teichwasser hat gerade mal 7. Noch einen Goldfisch will ich nicht kaufen, den müsste ich im Frühjahr auch in den Teich setzen und für 2 zusätzliche Fische ist unser Teich zu klein. Und einen der alten Goldfische als Gesellschaft aus dem Teich fischen möchte ich auch nicht. Dann überlebt er die Aktion wohl möglich stress- und temperaturbedingt nicht. Was ist für den kleinen Goldfisch die beste Lösung? Danke für Antwort und nochmals allen ein glückliches, gesundes 2013.Gruß, riegelrot
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- Zwiebeltom
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Re:Robbert's trauriges Ende
Ich würde den kleinen Goldfisch jetzt im Aquarium lassen und erst im Frühjahr in den Teich setzen, wenn die Wassertemperatur dort ansteigt.Die Heizung im Aquarium kannst du aber getrost abstellen, wenn der Goldfisch der einzige Bewohner ist und sofern das Aquarium frostfrei steht - wenn es in einem kühlen Raum ist, würde ich die Heizung nach und nach runter regulieren. Der Goldfisch braucht dann auch weniger Futter.
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Re:Robbert's trauriges Ende
Ja, das ist schade um den Robbert.Meine Schleierschwänze schwimmen im Sommerhalbjahr auch im Teich mit den Modderlieschen zusammen. Im Herbst fische ich sie dann heraus und sie kommen dann mit einer schwimmenden Teichpflanzeninsel und Steinen auf dem Boden in einem grossen Bottich von etwa 120 lt. Da hinein habe ich eine kleine Aquariumpumpe gehängt für die Luftzufuhr. Jeden Tag erhalten sie etwas Futter - und sie stehen im frostfreien Wintergarten auf einem Holzrost. 2 braune Goldfische und 6 Schleierschwänze. Sie machen sich prima und sind bei bester Gesundheit. Ah ja, zwei Posthörnchenschnecken sind auch noch im Bottich zur "Reinigung". Ein paar schwimmende Teichpflanzen sind nun faul geworden, die entferne ich dann gleich immer sofort.Wasser aus dem Teich im Aquarium wäre vielleicht für Robbert eine Ueberlebenschance gewesen. Aufheizen ist nicht unbedingt nötig, es darf einfach nicht gefrieren.Ich würde den Goldfisch an die Temperatur anpassen und ihn im Teich Ueberwintern. Wie tief ist dann der Teich?Gute wäre eine Tiefe über 1m. Meiner ist 1,3 m. Im Teich gibt es noch einen schwimmenden Styroporring, der auch bei Eisbildung einen Gasaustausch zuläst.
Re:Robbert's trauriges Ende
Würde ich wie Tom sagen.Wie klein ist denn euer Teich, dass du nicht weitere Goldfische reingeben willst? Ihre Größe paßt sich übrigens an die Teichgröße an.Ich hatte mal in diesem kleinen, selbst gemauerten Becken (1/2 Europalette Grundfläche) 3 Goldfische, die blieben klein.
Im Winter kamen sie wegen des flachen Beckens in ein Aquarium, ohne Heizung. Später übersiedelten sie dann mit mir, bzw. ich ins Haus, sie in einen Teich.


Re:Robbert's trauriges Ende
Ja, aber es ist schon sehr aufwändig ein einzelner Fisch in einem Aquarium zu hegen. Zudem sind Goldfische auch nicht gern allein. Bezw. hier gilt, dass es mindestens 6 Stück sein sollten. Im Moment ist es ja nicht so kalt.Jetzt hast Du zwei verschiedene Meinungen, die Entscheidung musst Du fällen.

Re:Robbert's trauriges Ende
Ihre Größe paßt sich übrigens an die Teichgröße an.




Re:Robbert's trauriges Ende
Dass Fische unter suboptimalen Bedingungen nicht wachsen, hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern ist eine Reaktion auf unpassende Verhältnisse.

Re:Robbert's trauriges Ende
Unter Anpassung wird in diesem Zusammenhang in aller Regel die "Fähigkeit" verstanden, bei geringen Platzverhältnissen das Wachstum einzustellen. Verkannt wird hierbei, dass Fische das nicht "bewusst" beeinflussen können sondern es nur eine Reaktion auf widrige Umstände ist, die auf unzureichende Lebensverhältnisse hinweist. Und das sollte bei der Tierpflege weder Ziel sein, noch hingenommen werden. Auch, wenn es "nur" Goldfische sind (die weder in einem kleinen Aquarium, noch in einer Mörtelwanne längere Zeit etwas zu suchen haben - ganz anders hingegen Schleierschwänze, die zum einen schon gemeinhin unter Qualzuchten eingeordnet werden und im eigentlichen Sinne bereits als Warmwasserfische gezählt werden sollten, aber das würde hier nun wirklich zu weit führen).Dass Fische unter suboptimalen Bedingungen nicht wachsen, hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern ist eine Reaktion auf unpassende Verhältnisse.Wo ist da jetzt der Unterschied zwischen Anpassung und Reaktion?
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Re:Robbert's trauriges Ende
Ich hätte das so verstanden:Anpassung hieße, dass die Tiere ein normales Leben leben und es unter unter widrigen Bedingungen schaffen, sich normal auszubilden, geschlechtsreif zu werden und sich fortzupflanzen, ihre Art also zu erhalten (Tiere im hohen Norden etwa oder Pflanzen in Gebirgsregionen, um bei einem "Bild" zu bleiben).Eine Reaktion hingegegen bedeutet, dass sie am ihnen zugedachten Ort, den sie nunmal nicht wechseln können, zwar überleben, nicht aber wachsen (keine Geschlechtsreife erlangen) und sich auch nicht fortpflanzen (ihre Art also nicht erhalten können). Das ist vergleichbar mit unterernährten Pflanzen, die keine Blüten bilden können oder auch mit unterernährten Menschen (sehr krass ausgedrückt natürlich, aber es geht ja auch um Lebewesen).
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Re:Robbert's trauriges Ende
Wenn er hungern müsste also bei Nahrungsknappheit in einem Teich leben würde entsteht auch ein sehr langlebiger kleinerer Fisch. Bei zuwenig Nahrung kann er halt auch verhungern. Natürlich ist das auch nicht.Aber Du willst ihn ja normal halten. Bei guten Waserwerten und ausreichend Nahrung wächst er auch. Egal wie klein das Becken ist.Gerade gute Wasserwerte sind in zu kleinen Becken gewöhnlich nicht gegeben. Da entstehen also stressbedingte Kümmerformen, die auch nicht besonders langlebig sind, eher im Gegenteil. Ich würde es mir gut überlegen ob dein Teich wirklich geeignet ist.
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Axel
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Re:Robbert's trauriges Ende
Unser Teich ist nicht besonders groß, ca. 700 l und die Tiefe ist nur 65 cm. Im Grunde nicht geeignet für Goldfsiche. Aber wie das so geht "kannst du mir bitte nicht 2 Goldfische ............ usw." Insgesamt sind nun 6 im Teich, wovon der älteste dort schon fast 10 Jahre ist und in der Tat bleiben sie alle recht klein. Jeden Winter problemblos überlebt - eben mit als Kompromiß diese kleine Teichheizung. Die haben wir auch deshalb, weil im Teich viele Frösche überwintern. 2 Frösche saßen allerdings gestern schon wieder am Teichrand bei diesen Temperaturen.Ja es war eine Menge Aufwand mit dem Aquarium, aber ich bin der Meinung, dass ich für diesen Schleierschwanz auch eine Verantwortung habe und das bestmögliche tun sollte. Es ist ja ein Lebewesen und irgendwie hingen wir an dem Fisch, der zahm war wie in Koi. Übrigens war die Hälfte des Aquariumwassers Teichwasser. Leider durch die vielen Teilwasserwechsel wg. der zu hohen Nitritwerte sehr verdünnt. Das Leitungswasser bereiten wir immer mit Aquapur auf. Was wir flasch gemacht haben, ist das wir Filterschlamm aus dem Teichfilter in das Aquariumfilter hätten einsetzen müssen.Ich habe jetzt das Angebot bekommen, einige Guppymänner für das Aquarium zu übernehmen. Die kann man gut mit einem Goldfisch vergesellschaften. Das heißt dann aber auch, dass ich mit dem Wasser auf jeden Fall auf 20 Grad gehen muß. 3 Schnecken habe ich auch noch drin. Gekaufte aus dem Aquaristikladen. Es sind Zebrarennschnecken
Dann werde ich den Goldfisch (dem gehts z.Zt. prima) im Frühjahr ganz langsam an kühleres Wasser gewöhnen, denn ich habe doch aus euren Antworten gelesen, dass er besser im Aquarium bleiben soll. Der Hobbyraum, wo das Aquarium steht ist immer zwischen 16-18 Grad, es ist der Überwinterungsraum für z.Zt. ca. 80 Kübelpflanzen und Pelargonienstecklinge.Nochmals einen guten Rutsch.Viele Grüße, riegelrotNachtrag an Chris: du erwähnst eine Mörtelwanne. Das hatte ich zuerst ja auch vor, aber ich wurde vom Baumarkt eindringlich davor gewarnt. Alle Behälter aus Kunststoff, die nicht lebensmittel- oder tierggeeignet sind, wie z.B. spezial hergestellte Kunststoffteiche, sind für Tiere sehr schädlich. Die Kunststoffe dunsten aus. Deshalb ein Glasaquarium. Das aufwändige am Aquarium ist die Filtertechnik, die hätte ich ja auch in der vorgesehen Mörtelwanne gebraucht. Für eine Teichschale habe ich keinen Platz mehr drinnen.

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- Zwiebeltom
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Re:Robbert's trauriges Ende
Ich denke, dass es dem Goldfisch bereits den Winter über besser geht, wenn er nach und nach an kühleres Wasser gewöhnt wird. Goldfische sind Kaltwasserfische und da ist zumindest eine kühle Winterruhe sinnvoll - dann natürlich ohne die Guppymännchen im Aquarium. Warum überlegst du eigentlich, die Guppys noch zusätzlich zu holen - nur als Gesellschaft für den Goldfisch den Winter über?
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Re:Robbert's trauriges Ende
ja.I nur als Gesellschaft für den Goldfisch den Winter über?
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Re:Robbert's trauriges Ende
Machs lieber nicht. Bei kühlen Temperaturen 5-10 Grad braucht er keine Gesellschaft. Sonst hast Du ein Problem mehr. Mitleid ist bei Tierhaltung fast immer ein schlechter Ratgeber. Aber ich falle auch heute noch auf mich rein. 

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Axel
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- riegelrot
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Re:Robbert's trauriges Ende
Das Problem wäre auf jeden Fall ein Ganzjahresaquarium.Wir haben (nach einem sogen. energetischen Umbau) keinen Tageslichtraum mehr mit weniger als 16 Grad. Im Hobbyraum war diesen Winter noch nie die Heizung an, und trotzdem sind's 16 Grad und mehr. Meine Pelargonienstecklinge blühen leider schon.
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