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Permakultur in Deutschland? (Gelesen 2080 mal)

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jackie
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Permakultur in Deutschland?

jackie »

Hallo, wir wohnen in Australien und da ist Permakultur schon ein Thema. Die Bedingungen sind aber glaube ich ziemlich anders. Sehr viel oder zuviel Sonne anderes Klima, andere Regenfälle und ein armer Boden. Baut jemand in Deutschland nach Permakulturprinzipien an? Oder gibt es sogar Betriebe die nach diesen Prinzipien anbauen?Ist das überhaupt ein Thema /für nördliche breite geeignet /völliger Quatsch?Ich würde mich für eure Meinungen interessieren!
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frida
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Re:Permakultur in Deutschland?

frida » Antwort #1 am:

Hallo Jackie, Permakultur wird auch in Deutschland praktiziert, siehe link.http://www.permakultur.de/Ich glaube aber, dass es nur wenige sind, die das 100%ig machen. Verbreiteter ist eine abgemilderte Form, wo Mulchen und Kompostgewinnung/Einsatz einen Rolle spielt. In der Praxis aber arbeiten die meisten Deutschen Hobbygärtner mit "nackten Böden", und Mulch wird als unästhetisch empfunden.
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)
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Re-Mark
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Ich brauche mehr Platz...!

Re:Permakultur in Deutschland?

Re-Mark » Antwort #2 am:

Permakultur, wie sie von Mollison & Co in Australien propagiert wurde scheint mir bei uns nicht machbar. Aber natürlich gibt es auch im gemäßigten Klima Formen der Landwirtschaft, die man bei der Permakultur einordnen könnte. Z.B. ein Hain mit Eßkastanien oder Nüssen. Oder was wäre mit irgendwelchen Arealen mit extensiver Beweidung?Was mich an den Mollison-Büchern stört ist, daß er im Prinzip behauptet, man könne ohne Zuführung von Stoffen von außen (Futter, Düngemittel, ...) bei gleichzeitig wenig Arbeit und Energieaufwand auch auf kleiner Fläche gute Erträge erreichen. Es geht doch eigentlich um ein 'Ökosystem mit Mensch', bei dem der Mensch nur hier und da lenkend eingreift, um den für ihn nützlichen Pflanzen einen Vorteil zu verschaffen. Sowas geht im Prinzip, aber dazu braucht man zumindest bei uns recht viel Fläche. Und selbst Pflanzen, die man nicht Jahr für Jahr neu säen muß brauchen Pflege (Beerensträucher, Obstbäume). Sich selbst aussäende 'Dauerkulturen' von Getreide gehen hier meiner Meinung nach nicht. Jedenfalls hätte man bei jährlicher Neuaussaat und Bodenbearbeitung wahrscheinlich weniger Arbeitsaufwand pro geernteter Mengeneinheit.Beim Gemüse sieht es sehr ähnlich aus, wenn man mal von Topinambur absieht.All das übergeht Mollison gnädig. Ok, ich habe nur ein oder zwei ziemlich alte Bücher von ihm gelesen. Aber dort hatte ich stark den Eindruck, daß da jemand fröhlich auf dem Papier rumfabuliert hat.Es gibt mittlerweile ein Buch, welches sich explizit mit Permakultur in gemäßigten Klimazonen beschäftigt: 'The Earth Care Manual: A Permaculture Handbook For Britain & Other Temperate Climates' von Patrick Whitefield. Der Mann hat auch ein Buch zum 'Waldgarten' geschrieben. Zur Qualität kann ich nichts sagen, habe die Bücher nicht.
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jackie
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Re:Permakultur in Deutschland?

jackie » Antwort #3 am:

ich habe nicht mal die Bücher ganz gelesen ein dicker Wälzer und dann noch in Englisch. Mir geht es ein bisschen genauso: es sieht alles sehr theoretisch aus. Die Sache mit dem Mulch wird hier praktiziert und zwar von allen auch von Leuten die das Laub in den Mülleimer(!!) werfen. Das mit den raised beds funktioniert gut, basiert aber darauf, dass Du das Material daliegen hast. Und wie liegt es da? Indem Du es kaufst und mit dem Auto herkarrst. Anders kannst ja keinen permakultur garten anfangen. Ich mach es inzeischen so, ich hacke und lege eine möglichst dicke Kompostschicht darauf und lass dann die Pflanzen im Schatten von sog. guit plants wachsen (Senf, Rucola, Kresse) aber meine Gartenerfahrung erstreckt sich erst über vier Monate, davon drei im "Winter". Das mit dem vielen Land stimmt zumindest in der Theorie nicht. Es wird ja behauptet, dass die landnutzung cvile intensiver sei.
Gryyn

Re:Permakultur in Deutschland?

Gryyn » Antwort #4 am:

Ich war mal ganz begeistert von Fukuokas Ansatz, bis ich drauf aufmerksam (gemacht) wurde, dass sich das auf grosse Flächen bezieht, also eher an Landwirte gerichtet war. Er mulchte den Boden mit Reisstroh, woraus dann die Pflänzchen wuchsen. Das sah aber sehr extensiv aus, und er hat auch erwähnt, dass der Ertrag etwas geringer sei als bei konventioneller Landwirtschaft. Ebenfalls auf trockene Regionen ausgerichtet war seine Idee, Samenkörner vor der Aussaat in Lehm zu verpacken, damit sie nicht austrocknen. Oder die Kleeansaat. Die eigentlichen Nutzpflanzen spriessen dann aus dem Kleefeld, Ernte fast schon wildsammlung... All die Ideen finde ich sehr faszinierend, man kann ein wenig in einer vermeintlichen Idealwelt schwelgen, nähe bei Jäger und Sammler. Der Hausgarten als Abenteuercamp! Verwirklicht hab ich dann eigentlich nichts davon. Die Denkweise hat mich aber schon geprägt.
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jackie
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Re:Permakultur in Deutschland?

jackie » Antwort #5 am:

hab noch nie was von Fukuoka gehört. Aber das stimmt schon, die Theorien passen meist (falls sie überhaupt passen) für die Gegend wo sie herkommen. Die Mulcherei z.B. ist hier extrem wichtig in Deutschland ok, aber nicht so wichtig.
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