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Patentierte Pflanzen (Gelesen 8295 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
Patentierte Pflanzen
Kann mir jemand eine Informationsquelle für sortengeschützte Pflanzen nennen? Da diese Perversion immer mehr um sich zu greifen scheint, würd ich mich gern schlau machen.
Re:Patentierte Pflanzen
Informationen findet man hier, wenn man sie denn findet.

„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Patentierte Pflanzen
Ou, das ist jetzt wieder mal ein Thema! :oFür mich ein Reizthema ohnegleichen. Nicht, weil ich grundsätzlich dagegen wäre. Aber weil vieles davon inkonsequent abgehandelt wird. Und weil viele Betriebe nur eines sehen: nämlich nicht den Sortenschutz an sich, sondern nur die Royalties, die Geld bringen.Und - was mich ganz besonders wurmt - ist die Tatsache, dass heutzutage jeder Sche....ß patentiert wird, dass sich von alten Sorten nicht wirklich abhebt. Abgesehen davon, dass noch dazu sehr unseriös vorgegangen wird, da es wiederholt vorgekommen ist, dass bekannte Sorten umbenannt wurden. Und du kannst rechtlich nichts dagegen unternehmen!
- Garten Prinz
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Re:Patentierte Pflanzen
Kennst du Beispiele hiervon?da es wiederholt vorgekommen ist, dass bekannte Sorten umbenannt wurden. Und du kannst rechtlich nichts dagegen unternehmen!
Re:Patentierte Pflanzen
Allerdings! Die werde ich hier allerdings nicht nennen ("Feind hört mit"). Neben der Patentiererei herrscht ja heutzutage auch der Brauch, gegen alles und jedes zu prozessieren.
- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
.... finde ich auch immer etwas merkwürdig, wenn aus dem Acker ausgelesene Zufalls-Sämlinge Sortenschutz erhalten. Welches "geistige Eigentum" soll da vor wem geschützt werden?(Und so mancher unter geschütztem Sortennamen in die Discounter geschleuderte Floristen-Enzian zeigt nach ein, zwei Jahren im Garten nicht die Bohne von dem, was im "Schutzbrief" steht (kompakten Wuchs, Dicht- und Reichblütigkeit usw.)
Re:Patentierte Pflanzen
Die Art und Weise der Züchtung wird beim Sortenschutz nicht bewertet.
Selbst so manche technische Erfindung ist ein reines Zufallsprodukt.

„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
Es kommt also nur darauf an, dass der Zufallsfinder auch gerade noch eine effiziente Vermarktungsmaschinerie in Händen hält?
Re:Patentierte Pflanzen
Nein. Die neue Sorte muss sich von alten Sorten unterscheiden. (Das ist leider nicht immer so.) Außerdem muss der Sorteneinreicher natürlich allerlei Bürokratie und Gebühren hinter sich bringen. Weil das allerhand Aufwand macht, sollte die Sorte anschließend entsprechend vermarktet werden, was auch nicht immer klappt.
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- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
Ich setze mein "nur" in Gänsefüßchen. Aber sinngemäß meinte ich das schon. Der Schutz lohnt sich nur, wenn zeitnah große Mengen abzusetzen sind. Es bleibt mir dennoch merkwürdig - und manchmal mehr als das ...
Re:Patentierte Pflanzen
Es ist die freie Entscheidung jedes Züchters, Sortenschutz für eine Neuheit anzustreben oder auch nicht. Was ist daran merkwürdig?
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Patentierte Pflanzen
Das geht mir teilweise genau so. Wenn ich überlege, wie viele Hortensiensorten einen Sortenschutz haben (Die Webseite bietet mir hier 13 SeitenIch setze mein "nur" in Gänsefüßchen. Aber sinngemäß meinte ich das schon. Der Schutz lohnt sich nur, wenn zeitnah große Mengen abzusetzen sind. Es bleibt mir dennoch merkwürdig - und manchmal mehr als das ...

Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
Re:Patentierte Pflanzen
Ganz so unrecht hat Lerchenzorn da nicht. Natürlich ist es egal, wie eine Sorte entstand. Ob durch ein aufwändiges Zuchtprogramm oder als Zufallsfindling. Hätte ich damals Campanula Sarastro patentieren lassen, wäre ich heute ein kleines Stückchen weiter. Wie du schon selbst sagtest, sie muss sich d e u t l i c h von einer ähnlichen, vorangegangenen unterscheiden. Und da liegt der Knackpunkt. Genau hier sehe ich erheblichen Handlungsbedarf. Wie kann es sein, dass ein Geranium 'Rozanne' und Geranium 'Jolly Bee' jahrelang getrennt geführt werden, ohne jeglichen Sortenvergleich. Das ist schlichtweg ein Hohn! In den Antragsbedingungen steht explizit angeführt: "Wodurch unterscheidet sich die neue Sorte von etwaigen älteren?" Aber es beginnt bei den Stauden offenbar so, wie es im Zierpflanzenbau oder bei den Rosen schon längstens usus ist. Was ich viel schlimmer finde, ist ein ganz anderer Punkt. Man darf bekanntlich diese Sorten nicht kommerziell vermehren. Wodurch erstens die Sortenvielfalt ärmer wird. Man wird abhängiger von Jungpflanzenbetrieben. Und der näxte Schritt ist dann die Zertifizierung, wie bei essbaren Nutzpflanzen. Pfui deibel!Aber noch ist es nicht so weit. Man kann auch mit nicht patentierten Echinacea das Auslangen finden. Schießbudenblumen sind Eintagsfliegen, aber einer Gartenkultur nicht würdig. Und warum sollte jeder Staudenbetrieb von Nord nach Süd mit dem gleichen Programm auffahren? Ist doch stinkelangweilig! Wir sind bis jetzt mit sehr wenigen geschützter Sorten ausgekommen und etliche Freunde von mir ebenfalls. Zu bedauern sind nur die Kollegen, welche für Abnehmer produzieren, die Jahr für Jahr diese Neuheiten von den Produzenten verlangen! Sonst sind sie nämlich weg vom Fenster!Es ist die freie Entscheidung jedes Züchters, Sortenschutz für eine Neuheit anzustreben oder auch nicht. Was ist daran merkwürdig?
- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
Ich bin halt immer noch auf der Suche nach der besonderen geistigen Leistung dabei, die eines Schutzes bedarf.Es ist die freie Entscheidung jedes Züchters, Sortenschutz für eine Neuheit anzustreben oder auch nicht. Was ist daran merkwürdig?