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Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien (Gelesen 10693 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Troll,ok, vergessen wir die Ausführungen dieses Autors.Aber der Gärtner der Baumschule, mit dem ich heute telefonierte, sprach ausdrücklich - ebenso wie ich - von Aluminiumsulfat.
LG Janis
Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Was mich nach wie vor irritiert, sind die völlig unterschiedlichen Mengenangaben bzw. Konzentrationen von Al-Sulfat, die man liest/hört.Aber das ist vielleicht so wie bei Ärzten: fragt man 5, bekommt man 5 MeinungenAluminiumsulfat ist ja ok. In meinem Garten liegt der pH-Wert in vielen Bereichen niedriger als 5,5. Farbige Hortensien sind daher von Haus aus blau. Die Entstehung der blauen Farbe habe ich auch in http://wolmershaeuser.de/hydrangea.html (muss ich mal auf neuesten Stand bringen) beschrieben. Es kann übrigens auch sein, wenn auch unwahrscheinlich, dass dein Boden wenig pflanzenverfügbares Al enthält. Dann hilft auch ein niedriger pH-Wert nichts sondern nur die Zugabe von Al3+.

LG Janis
- Daniel - reloaded
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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
In aller Kürze (Pause gleich zu Ende):Al-Sulfat ist, gerade in Töpfen, besser als Ammonium- oder Kalialaun da du keine Nährstoffe zuführst die du bei der Düngung berücksichtigen musst.Al-Sulfat 1% (100g auf 10 l Wasser). In Töpfen ca. 100ml davon je Liter Topfvolumen, ausgepflanzt ca 2-4 Liter (je nach Boden) je qm.Phosphatarm düngen sonst ist die Aktion relativ sinnlos (deshalb im Boden die deutlich höhere Menge).1. Gabe im Sommer zur Induktion oder etwas früher, die 2. zu Wachstumsbeginn im Frühjahr.Liebe Grüße,Daniel
Was man über mich sagt(e):
Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...
(In Erinnerung an die Zeit im Wohnheim der Meisterschule)
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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Daniel, das sind Angaben für die Topfkultur in synthetischen Substraten, oder?Sind nicht in jedem Boden Aluminium-Feldspate enthalten? Aluminium ist doch ziemlich verbreitet in Erden. Nur nicht verfügbar und werden Aluminiumsalze nicht ausgewaschen? Ist irgendwem gelungen seine Hortensien mit dieser Gießkannenmethode von kläglich schmutzig fleischfarben zu türkisblau zu tunen? Muss er das jedes Jahr machen? Oder jeden Monat?Oder ist es nicht sinnvoller an den Standorten mit kalkreichen Böden Hortensien in Kübeln zu halten, die mit Quarzsand und Rhododendronerde gefüllt sind? Ich sah neulich ein Bild von einer ganzen Allee mit türkisfarbenen Hortensien in sehr großen Töpfen. Sowas geht doch auch.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”
— Robert M. Sapolsky
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- Daniel - reloaded
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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Jein Pearl.
Stahlblau verlangt etwas Übung, den richtigen Boden und etwas Geduld sowie einen Hauch Gewalt, für ein violettblau reichts alle Mal.Je nach Boden muss das Ganze etwa 2x jährlich wiederholt werden, zumindest so lange bis der pH-Wert an den entsprechenden Stellen niedrig genug ist und ggf. hohe Phosphatgehalte "neutralisiert" sind.
Noch einfacher wäre es übrigens auf kalkhaltigen Böden auf blaue Hortensien zu verzichten und sich auf rosa, rote und weiße Sorten zu beschränken.
Liebe Grüße,DanielP.S.: Das Ganze gibts demnächst nochmal ausführlicher, jetzt muss ich erstmal einen Lieferanten niedermachen....

Wenn du zu synthetischen Substraten auch Torfsubstrate zählst dann ja, überwiegend. (Für mich sind synthetische Substrate Steinwolle, Perlite, Blähton etc.)das sind Angaben für die Topfkultur in synthetischen Substraten, oder?
Eben, die Aluminiumverbindungen in Böden sind nicht (oder nur sehr schwer) verfügbar und das ist das Problem. Al-Salze bzw. die Al-Ionen werden zumindest kaum ausgewaschen da sie 3fach positiv geladen sind und entsprechend eine relativ starke Bindung mit Ionenaustauschern eingehen.Sind nicht in jedem Boden Aluminium-Feldspate enthalten? Aluminium ist doch ziemlich verbreitet in Erden. Nur nicht verfügbar und werden Aluminiumsalze nicht ausgewaschen?
Ja, mir unter Anderem, zumindest in der Nachbarschaft (mangels Hortensien im Garten).Ist irgendwem gelungen seine Hortensien mit dieser Gießkannenmethode von kläglich schmutzig fleischfarben zu türkisblau zu tunen? Muss er das jedes Jahr machen? Oder jeden Monat?

Jein.In Kübeln selbstverständlich. Von Rhododendronerden würde ich abraten, da alle entsprechenden Erden die mir bislang unterkamen nur ziemlich teurer Dreck sind und keine entsprechende Strukturstabilität bieten.Als Substrat würde ich ein grobes Weißtorfsubstrat empfehlen, ggf. mit einem Perlite- oder Blähtonzuschlag. Der niedrige pH-Wert ist leichter über Al-Sulfat zu erreichen als mit dichtem, teurem Schmutz zu hantieren.Oder ist es nicht sinnvoller an den Standorten mit kalkreichen Böden Hortensien in Kübeln zu halten, die mit Quarzsand und Rhododendronerde gefüllt sind?




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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Danke für deinen Bericht, Daniel.Nach Möglichkeit möchte ich meine Hortensien nicht in Kübeln halten.Kann, wenn man sie auspflanzt, bei der Gabe von Al-Sulfat unberücksichtigt bleiben, dass der Boden aus humosem Sand (ph 5,5) besteht, in dem das Giesswasser ja sehr schnell in der Tiefe verschwindet, oder wäre es ratsam, bei der Pflanzung verstärkt Bentonit zu verwenden (bei anderen Pflanzen vermischen wir 1 Handvoll mit der Pflanzerde).
LG Janis
- Daniel - reloaded
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- Registriert: 31. Mai 2005, 20:02
Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Humoser Sand (ggf. mit etwas Bentonit aber nicht so viel eher mehr Torf und etwas Kompost) ist grundsätzlich von Vorteil. Saure Böden lassen Hortensien oft schon von alleine blau werden, sodass du dir das Al-Sulfat nach 2-3 Jahren sparen kannst. Beachte aber, dass sich nicht alle rosa Sorten blau färben lassen (es gibt nicht nur Delphinidin als Farbstoff in Hortensien, aber nur Delphinidin reagiert mit Al und wird blau).Liebe Grüße,Daniel
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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Gut, dann haben wir es bei der Pflanzung ja richtig gemacht (bis auf den Torf, den zu verwenden ich mich weigere).Da ich die hier empfohlenen Hortensien-Sorten nicht bekommen konnte, habe ich mich nach den Empfehlungen der Gärtnerei gerichtet und ‚Bela blau‘ und ‚Elbtal‘ genommen. Ich vermute mal, es gibt für einen Laien keine Möglichkeiten herauszufinden, welche Hortensien Delphinidin (verleiht auch dem Cabernet Sauvignon seine Farbe, hab ich gerade gelesen
)enthalten?

LG Janis
Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Daniel
du sagst es! Sogar wieder klar und ausführlich!
Denn, im Grunde gehen meine Fragen in die Richtung: bekommt man so etwas:
... mit der Gießkanne hin, wenn man Hortensien auf kalkreichem Boden partou blau haben will?Mich interessieren Ergebniss in der Richtung wirklich.


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Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Seid ihr immer noch nicht mit dem Thema durch? 

Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
Re:Chemische Verbindungen zur Blaufärbung von Hortensien
Vielleicht sollte man blaue Farbe verwenden, wie bei den unsäglich scheußlich blauen Phalaenopsissen 
