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Monilia-und Scharka-resistente Pflaume (Gelesen 6893 mal)
Moderator: cydorian
- Weidenkatz
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Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Hallo :),
eine Gartenfreundin sucht eine Pflaume oder Zwetschge, die gegen Monilia und Scharkakrankheit möglichst resistent ist.
Habt Ihr eine Empfehlung?
Monilia herrscht z.B. in unserem, dem ihren nahegelegenen Garten, wobei unserer viel schattiger und feuchter ist.
eine Gartenfreundin sucht eine Pflaume oder Zwetschge, die gegen Monilia und Scharkakrankheit möglichst resistent ist.
Habt Ihr eine Empfehlung?
Monilia herrscht z.B. in unserem, dem ihren nahegelegenen Garten, wobei unserer viel schattiger und feuchter ist.
Eine Bibliothek, ein Garten und eine Katze - drei wichtige "Dinge" zum Glück!
Re: Monilia-und Scharka-resustente Pflaume
Ich hab die Mirabelle von Pillnitz, die soll scharkaresistent sein. Zu Monilia kann ich nichts sagen, aber wenn sie empfindlich wäre wäre sie voriges Jahr eingegangen (so wie die Viktoria).
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Bei uns hat sich Katinka als absolut gesund rausgestellt (1600 mm Niederschlag im Jahr).
Evtl. hat noch die Unterlage Auswirkungen auf Anfälligkeit, würde ich an Deiner Stelle mal dazu
googeln...
Evtl. hat noch die Unterlage Auswirkungen auf Anfälligkeit, würde ich an Deiner Stelle mal dazu
googeln...
- cydorian
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Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Gegen Scharka helfen die Unterlagen Docera 6 mit nicht anfälligen Sorten drauf. Das sind im Prinzip alle neuen Hartmann-Züchtungen, z.B. Jojo, Hanita, Katinka. Auch einige Andere: Tophit plus, Cacaks Schöne, Čačaks Beste.
Moniliaresistente Sorten suche ich auch noch...
Moniliaresistente Sorten suche ich auch noch...
-
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Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Es gibt allerdings Unterschiede bei der Moniliaempfindlichkeit.
Dieses Jahr mit wiederum nasskaltem Wetter kurz nach der Blüte ist wieder einmal ein Härtetest für Steinobst: Kirsche (Sylvia), logischerweise die Aprikose (Goldrich), Pfirsiche (besonders die auf St. Julien A), die Große Grüne Reneklode, Zwetschge Jojo, sogar die sonst so robuste Mirabelle von Nancy - alle zeigen mehr oder weniger schlaffe, bald vertrocknende Triebe - bis auf eine:
Coe's Golden Drop!
Ich hab mehrmals den ganzen Busch abgesucht, nix, (noch?) keine einzige dürre Stelle. Dabei hat die geblüht wie verrückt:

(Bild vom 02. 04. 2017)
Der Eindruck von strotzender Gesundheit der Coe's, den letztes Jahr schon das glänzende Laub verbreitet hat, scheint sich zu bestätigen. Die Mirabelle von Nancy steht übrigens keine 5 Meter von der Coe's entfernt.
Zu einer eventuellen Scharkaempfindlichkeit/-Toleranz der Coe's weiß ich allerdings nichts... .
OT: Die Coe's hat etwas, was aber nix mit Monilia zu tun hat - anscheinend gibt's bei der ähnlich wie bei Pfirsich "falsche Fruchttriebe", d. h. Triebe oder kurze Spieße, die über und über voller Blüten waren und nun keine Blätter entwickeln oder zonenweise nur Blüten und gegen Triebende Blätter haben - neben "echten Fruchttrieben", bei denen die Blüten jeweils mit einer Blattknospe gepaart waren.
Dieses Jahr mit wiederum nasskaltem Wetter kurz nach der Blüte ist wieder einmal ein Härtetest für Steinobst: Kirsche (Sylvia), logischerweise die Aprikose (Goldrich), Pfirsiche (besonders die auf St. Julien A), die Große Grüne Reneklode, Zwetschge Jojo, sogar die sonst so robuste Mirabelle von Nancy - alle zeigen mehr oder weniger schlaffe, bald vertrocknende Triebe - bis auf eine:
Coe's Golden Drop!
Ich hab mehrmals den ganzen Busch abgesucht, nix, (noch?) keine einzige dürre Stelle. Dabei hat die geblüht wie verrückt:

(Bild vom 02. 04. 2017)
Der Eindruck von strotzender Gesundheit der Coe's, den letztes Jahr schon das glänzende Laub verbreitet hat, scheint sich zu bestätigen. Die Mirabelle von Nancy steht übrigens keine 5 Meter von der Coe's entfernt.
Zu einer eventuellen Scharkaempfindlichkeit/-Toleranz der Coe's weiß ich allerdings nichts... .
OT: Die Coe's hat etwas, was aber nix mit Monilia zu tun hat - anscheinend gibt's bei der ähnlich wie bei Pfirsich "falsche Fruchttriebe", d. h. Triebe oder kurze Spieße, die über und über voller Blüten waren und nun keine Blätter entwickeln oder zonenweise nur Blüten und gegen Triebende Blätter haben - neben "echten Fruchttrieben", bei denen die Blüten jeweils mit einer Blattknospe gepaart waren.
Cum tacent, consentiunt.
Audiatur et altera pars!
Audiatur et altera pars!
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Hallo!
Nachdem ich zur selben Frage nach Informationen im Internet gesucht habe, hier ein paar Ergebnisse dazu.
Die Beschreibende Sortenliste Steinobst 1997 des Bundessortenamtes gibt auf den Seiten 13-14 eine Sortenübersicht u.a. auch zu Scharkaanfälligkeit:
Link entfernt!1
Die Tabelle empfehlenswerten Pflaumensorten des Luxemburger Naturschutzsyndikats SICONA führt u.a. eine etwas fragmentarische Bewertung zu Scharka, Narrentaschenkrankheit und Monilia an:
Link entfernt!1
Im Bericht Zur Rolle der Scharkakrankheit für den Anbau, die Vermarktung und die Züchtung von Sorten der Europäischen Pflaume in Deutschland findet sich auf den Seiten 17 und 23 eine Übersicht zum Grad der
Scharkatoleranz wichtiger Sorten:
Link entfernt!1
Im Bericht Prüfung von neuen Pflaumen- und Zwetschgensorten auf Anbaueignung und Marktwert, insbesondere im Hinblick auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten findet sich auf Seite 4 eine Übersicht zum Pseudomonas-Befall von einigen ausgewählten Zwetschgensorten:
Link entfernt!1
Aus den diversen Daten kann man allerlei Interessantes herauslesen, wie etwa, dass zum Beispiel die Bühler Frühzwetschge insgesamt recht robust zu sein scheint, während etwa die scharkaresistente Jojo von Pseudomonas aufgefressen wird.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
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Nachdem ich zur selben Frage nach Informationen im Internet gesucht habe, hier ein paar Ergebnisse dazu.
Die Beschreibende Sortenliste Steinobst 1997 des Bundessortenamtes gibt auf den Seiten 13-14 eine Sortenübersicht u.a. auch zu Scharkaanfälligkeit:
Link entfernt!1
Die Tabelle empfehlenswerten Pflaumensorten des Luxemburger Naturschutzsyndikats SICONA führt u.a. eine etwas fragmentarische Bewertung zu Scharka, Narrentaschenkrankheit und Monilia an:
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Im Bericht Zur Rolle der Scharkakrankheit für den Anbau, die Vermarktung und die Züchtung von Sorten der Europäischen Pflaume in Deutschland findet sich auf den Seiten 17 und 23 eine Übersicht zum Grad der
Scharkatoleranz wichtiger Sorten:
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Im Bericht Prüfung von neuen Pflaumen- und Zwetschgensorten auf Anbaueignung und Marktwert, insbesondere im Hinblick auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten findet sich auf Seite 4 eine Übersicht zum Pseudomonas-Befall von einigen ausgewählten Zwetschgensorten:
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Aus den diversen Daten kann man allerlei Interessantes herauslesen, wie etwa, dass zum Beispiel die Bühler Frühzwetschge insgesamt recht robust zu sein scheint, während etwa die scharkaresistente Jojo von Pseudomonas aufgefressen wird.
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Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
[quote author=flammeri]
Bei uns hat sich Katinka als absolut gesund rausgestellt (1600 mm Niederschlag im Jahr).
[/quote]
Bei mir das absolute Gegenteil (Katinka auf St. Julien A). Jedes Jahr heftigste Monilia-Dürre nach der Blüte.
Ich habe den vierjährigen Baum letztes Jahr bis auf einen Stecken zurückgeschnitten. Dieses Jahr bekommt er seine letzte Bewährung. >:(
Bei uns hat sich Katinka als absolut gesund rausgestellt (1600 mm Niederschlag im Jahr).
[/quote]
Bei mir das absolute Gegenteil (Katinka auf St. Julien A). Jedes Jahr heftigste Monilia-Dürre nach der Blüte.
Ich habe den vierjährigen Baum letztes Jahr bis auf einen Stecken zurückgeschnitten. Dieses Jahr bekommt er seine letzte Bewährung. >:(
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Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Leider, leider muss ich das bestätigen. Nicht nur Kathinka, auch die anderen der Hartmann - Züchtungen haben schwere Probleme mit Monilia. Die Neueren sind aber besser. Das sind die aus der letzten Serie mit Emmi, Lotta.
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Tipala, auch von Hartmann, hat bisher keinerlei Monilia.
Grün ist die Hoffnung
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Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Ich habe nicht alle, aber einige seiner früheren Serien. Darunter sind Kathinka und Elena die Rekordhalter beim Moniliabefall. Kathinkanachfolger Juna ist schon etwas besser und Rekordhalter beim Nichtbefall ist Jolina.
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Ich muss mich leider verabschieden von Katinka. Jetzt hat es einmal ein bißchen geregnet gehabt während der Blüte, und die Zweige werden schon wieder braun. >:(
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Meine Hanita hat keine Monilia. Sie verkahlt etwas, aber von innen her, das sollte doch keine Monilia sein.
Re: Monilia-und Scharka-resistente Pflaume
Ich bin jetzt einmal der Frage nachgegangen, wie groß denn in etwa der Bewegungsradius der das Scharka-Virus übertragenden Blattlausarten ist. Nachdem die letzten Blattlausgenerationen im Jahr geflügelt sind, war ich davon ausgegangen, dass es schon ein paar hundert Meter sein können.
Die Angaben in dem niederländischen Bericht Pest Risk Analysis for Plum pox virus scheinen dies zu bestätigen (S. 9-10). Die Ergebnisse der in diesem Bericht referierten Studien stimmen allerdings nicht überein und schwanken zwischen 75 und 600 m Radius als maximale Entfernung der Virusausbreitung, mit einem Schwerpunkt in direkter Nähe von 12 bis 20 m. Ein französisches Gesetz definiert bei einem Scharka-Fall sogar ein zwingendes Untersuchungsgebiet mit einem Radius von 2,5 km; offenbar geht man von einem Gefahrenpotential für noch größere Reichweiten aus.
Teilweise lassen sich die differierenden Ausbreitungsradien, neben der unterschiedlichen Aggressivität von Virusvarianten, durch die verschiedenen klimatischen Gegebenheiten erklären: Je wärmer das Klima, desto größer tendenziell der Infektionsradius. Im Mittelmeerklima ist Scharka existenzbedrohlich, die Anbauhäufigkeit der Wirtspflanzen zudem sehr hoch, während in Nordeuropa Scharka kein großes Thema zu sein scheint, da die Blattläuse, wie etwa die Grüne Pfirsichblattlaus, außerhalb von Gewächshäusern die strengen Winter nicht oder kaum überleben und außer der Zwetschge andere Wirtspflanzen wie Pfirsich, Nektarine und Aprikose sowieso nicht gedeihen.
Die Angaben in dem niederländischen Bericht Pest Risk Analysis for Plum pox virus scheinen dies zu bestätigen (S. 9-10). Die Ergebnisse der in diesem Bericht referierten Studien stimmen allerdings nicht überein und schwanken zwischen 75 und 600 m Radius als maximale Entfernung der Virusausbreitung, mit einem Schwerpunkt in direkter Nähe von 12 bis 20 m. Ein französisches Gesetz definiert bei einem Scharka-Fall sogar ein zwingendes Untersuchungsgebiet mit einem Radius von 2,5 km; offenbar geht man von einem Gefahrenpotential für noch größere Reichweiten aus.
Teilweise lassen sich die differierenden Ausbreitungsradien, neben der unterschiedlichen Aggressivität von Virusvarianten, durch die verschiedenen klimatischen Gegebenheiten erklären: Je wärmer das Klima, desto größer tendenziell der Infektionsradius. Im Mittelmeerklima ist Scharka existenzbedrohlich, die Anbauhäufigkeit der Wirtspflanzen zudem sehr hoch, während in Nordeuropa Scharka kein großes Thema zu sein scheint, da die Blattläuse, wie etwa die Grüne Pfirsichblattlaus, außerhalb von Gewächshäusern die strengen Winter nicht oder kaum überleben und außer der Zwetschge andere Wirtspflanzen wie Pfirsich, Nektarine und Aprikose sowieso nicht gedeihen.