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Winteranbau in Freiland und Kalthaus (Gelesen 59599 mal)

Wurzelgemüse, Knollengemüse, Blattgemüse, Stielgemüse, Fruchtgemüse, Kohlgemüse
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hqs
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

hqs » Antwort #345 am:

Umso problematischer ist es dann, wenn auch noch Tiere dran rumfressen. Naja ich hoffe die Pflanzen halten teilweise durch, so dass ich noch was ernten kann. Aber interessant ist es schon, welche Temperaturen die Pflanzen so aushalten, das hätte ich früher nicht gedacht.
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thuja thujon
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #346 am:

Gewächshaus und Vlies holen ziemlich viel raus.
Junge Entwicklungsstadien sind meist recht problemlos, wenn man zB Romanesco kurz vor der Ernte hat, wird es problematischer. Große Brokkoli habe ich aber auch schon überwintert, im Herbst Haupternte, über Winter und frühes Frühjahr die Seitenröschen. Damals noch ohne Vlies, aber auch warme und gute Winter.
Heute ist mir Schädlings- und Krankheitsprävention wichtiger. Das Frühjahr ist einfach ergiebiger und da möchte ich nicht mit weiße Fliege Zucht nebendran schon anfangen.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #347 am:

hqs hat geschrieben: 2. Feb 2026, 17:53 Ich hab auch mal versucht, ein bisschen was über den Winter anzubauen, Erfolg bisher eher mäßig würde ich sagen. Geerntet habe ich noch gar nichts. Ich hoffe noch auf ein kräftiges Wachstum im Frühjahr dann.
Jupp, das mit dem Ernten IM Winter lässt in der Tat zu wünschen übrig; mit den "klassisch" Anfang September ausgesäten Wintersalaten, die Anfang - Mitte Oktober nach den Tomaten etc. ins GH kommen, habe ich bislang auch nur immer einen buntes Babyleaf-Ernte-Päckchen für Weihnachten zusammen gebracht; da sind die Zicchorien-Vertreter (Endivien, Zuckerhut, Radicchio) deutlich masse-tauglichere Konsorten.
Aber sei unbesorgt: Die große Erntezeit kommt ganz planmäßig noch - "eigentlich" ab Mitte Februar, aber in diesem Jahr wg. des doch recht ordentlichen Winters, der ja (zumindest hier) immer noch andauert, sicherlich mit einigen Wochen Zeitverzug (wird wohl heuer erst im März losgehen).

Und es gibt noch ein Wermutströpfchen: Alle Deine Eimer sehen ganz schon (über)feucht aus... - und das ist in Verbindung mit laaanger Kälte leider auch nicht wachstumsförderlich. Könnte also sein, dass da das eine oder andere noch Würzelchen noch der Fäule erliegt... :-\

Um das Ganze aber vergleichbarer zu machen: WIE kalt war es denn eigentlich bei Dir in der Spitze?
hqs hat geschrieben: 2. Feb 2026, 17:53 Im Freiland Mizuna, außerst mies und unklar, ob da noch was lebt. Aus der Asiasalatmischung gibts noch ein paar lebende Pflanzen, könnte Red Giant oder etwas ähnliches sein. Salatrauke schlecht, aber könnte noch leben evtl., Mangold teils im Herz noch gut, teils wohl hinüber. Palmkohl teils etwas matschig, lebt noch. Couve Galega aus dem STP mittelmäßig aber lebt. Der Rest ist momentan unter Schnee, werde ich später sehen.
Mizuna: War auch bei mir die Negativ-Überraschung, wie viele davon schon bei Frost von weniger als -10 die Biege gemacht haben...
Mangold: Bunter oder weißer? (letzterer soll mehr abkönnen)
Palmkohl: Dass der NICHT zerfroren ist, ist in diesem Winter DIE Positiv-Überraschung: Hat nämlich in anderen schon bei -7 die Grätsche gemacht (was bei den -14° in diesem schon wirklich sehr außer-gewöhnlich ist...!)
Couve Galega: Was bedeutet STP? (Und danke für den Namen: Jetzt weiß ich endlich, wie der Kohl heißt, der in so vielen Gärten so tapfer der Regel trotzt, dass Kohl nicht auf Kohl angebaut werden soll... *gg*)
hqs hat geschrieben: 2. Feb 2026, 17:53 Im Gewächshaus wurden zusätzlich zum Frost die Pflanzen auch noch abgefressen, vielleicht Mäuse?
Salat mäßig bis tot (Baquieu und Amerikanischer Brauner). Escariol mittelmäßig, aber etwas besser. Salatrauke ganz ok aber abgefressen. Mizuna ganz gut. Feldsalat Holländischer Breitblättriger sehr gut.
@Mitesser: Die Herz-befressenen Salate sieht nach klassischen Mausewerk aus; die Mizuna-Blätter eher nach Schnecken-Arbeit...
Mit dem Feldsalat hast Du doppelt Schwein: Gerade der HB ist unter den Feldsalaten der am wenigsten frostfeste und den SO dicht anzubauen ist auch nicht ganz risikofrei: Der "tritt" sich ja gegenseitig tot... :o
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thuja thujon
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #348 am:

STP heißt Samentauschpaket. Neben Couve galega gibts noch den sehr ähnlichen Couve manteiga. Im Gemüseabteil gibts einen Strang dazu.

Feldsalat ist je nach Sorte problemlos im Winter. Habe schon viele solche Kisten geerntet.
Feldsalat 20260117.jpeg
Mangold (bunter) ist hier nicht erfroren, Palmkohl auch nicht, Mizuna und Endivien (Frisee) bisschen lädiert, aber lebt.

PS: auch wenns um Getreide geht, die Frostresistenz aufbauenden Parameter sind die gleichen: https://www.agrarheute.com/pflanze/getr ... ert-638901
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #349 am:

Naaaja, Du "Warmgärtner",
bei den gemeldeten maximal-minimalen -7°C kann die Vorderpfalz ja hier auch keine Blumentöpfe gewinnen als Erkenntnis-Generator für wirklich harte Winterbedingungen...
Alle genannten Gemüse & Salate halten sich ja nur "brav" an die bereits bekannten überlebens-tauglichen Temperatur-Vorgaben... ;)
Und von solchen Feldsalat-Ernten kann man hierzulande bei seit Tagen anhaltendem Dauerfrost gerade nur träumen... *Neid*
[& Selbstkritik: Hatte aber zu wenig angebaut... ::) ].

@Frosthärte-Artikel: Sehr informativ! Wieder was gelernt: "Auswintern"... :D
Kupfer & Bor werden hier als Spezial-Tipps zur Optimierung der Frosthärte genannt: Ist das Getreide-spezifisch und / oder nen übertragbarer Profi-Tipp für Fachleute, die an sowas als Einzelnährstoffe auch leicht kommen können? - denn für uns Normalsterbliche / Hobbygärtner wird ja eigentlich "nur" Kalium als Winterhärtehelfer propagiert...?
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #350 am:

Nee, Frosthärte können wir hier nicht testen. :D

Spurenelemente hast du im Kompost genügend drin. Die alten Gärten dürften auch noch von vergangenen Kupferspritzmitteln profitieren.
Bor ist etwas anders, recht heikel. Als Spurennährstoff auch nur schwer solo für Hobbygärtner zu bekommen. Üblich im Ackerbau ist Blattdüngung mit Borethanolamin, um zB Hohlstängeligkeit bei Raps (oder Blumenkohl usw, den bedürftigen Kulturen) zu vermeiden.

Dass durch Humus eher Mangel entsteht dürfte in den meisten Gartenböden nicht vorkommen, da sind die Humusgehalte und Nährstoffgehalte üblicherweise oberhalb der Decke.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

hqs » Antwort #351 am:

Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 15:53 Die große Erntezeit kommt ganz planmäßig noch - "eigentlich" ab Mitte Februar, aber in diesem Jahr wg. des doch recht ordentlichen Winters, der ja (zumindest hier) immer noch andauert, sicherlich mit einigen Wochen Zeitverzug (wird wohl heuer erst im März losgehen).

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Ok danke, da bin ich ja beruhigt. Mit dem richtigen Gießen tue ich mich etwas schwer. Die Fotos sind direkt nach dem Gießen entstanden, vielleicht sieht es deshalb so feucht aus? Davor habe ich mehrere Wochen lang nicht gegossen und fand die Erde deshalb zu trocken.

Ich kann leider nicht genau sagen, wie die Tiefsttemperatur war. Die Wetter-Websites meinen irgendwas zwischen -10 und -12 Grad. Bei mir 10 cm vor dem Wohnzimmerfenster waren es -10 Grad. Weil es mich interessiert, habe ich mir jetzt auch mal ein Min-Max-Thermometer ins Gewächshaus gestellt.
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 15:53 Mangold: Bunter oder weißer? (letzterer soll mehr abkönnen)
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Ich glaube ich habe bunten und weißen Mangold, beides. Weißer ist auf jeden Fall dabei. Aber jetzt alles wieder unter Schnee.
Der Palmkohl ist teilweise schon von 2024, was ich ziemlich komisch finde, der ist nach der Blüte einfach normal weitergewachsen.
STP wurde ja netterweise schon geklärt. Ich habe den Couve Galega einfach mal ausprobiert, ohne ihn näher zu kennen. Was mehrjähriges klingt immer gut, wo ich mich mit den einjährigen Kulturen immer schon so rumplage ;)
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 15:53 @Mitesser: Die Herz-befressenen Salate sieht nach klassischen Mausewerk aus; die Mizuna-Blätter eher nach Schnecken-Arbeit...
Mit dem Feldsalat hast Du doppelt Schwein: Gerade der HB ist unter den Feldsalaten der am wenigsten frostfeste und den SO dicht anzubauen ist auch nicht ganz risikofrei: Der "tritt" sich ja gegenseitig tot... :o
Vielleicht sollte ich das Gewächshaus dann mal offen lassen für die Nachbarskatzen. Momentan hab ich die Tür immer nur vier Finger breit offen. Andererseits haben die Katzen auch schon mal die Hälfte zertrampelt und zerwühlt zwischendurch, keine gute Lösung. Schnecken hab ich länger nicht gesehen.
Ja, der Feldsalat ist mal gut gekeimt. Hatte extra dicht gesät, weil die anderen Sorten vorher so gut wie gar nicht keimen wollten.
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