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Zichorien, Radicchio und Co. (Gelesen 90079 mal)

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Isontina
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Isontina » Antwort #465 am:

Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 00:48 dass nämlich Radicchios die FARBIGEN (gelb bis rot gezeichneten) Zicchorien seien
Ich glaube nicht, dass man die Bezeichnungen an den Farben fest machen kann. Radicchio bedeutet im italienischen einfach nur Zichorie. Z.B. sind der Grumolo, der Mantovana und der Catalona Radicchios.
In Belgien heißt der TreibeZichorie Chicoree und ist auch nur ein Radicchio.
Und in Deutschland kennt man im Handel nur die rote runde Kugel. Daher bedeutet in Deutschland Radicchio rote runde Kugel. Daneben gibt es noch den Zuckerhut, den Endivien und den Chicoree aus Belgien.
Ich habe das Gefühl bekommen, dass du die drei Sprachgebrauche gemischt hast.
Radicchio bedeutet übrigens Würzelchen und Zichorei (Chicoree) bedeutet Wegwarte- "am Weg wachsend".
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 00:48 & nochmal:
... für Weiterwachsen: Ja; für Neu-Austrieb: (Vermutlich) Nein.
& nochmal: ;) denke ich nicht. Die länge der Wurzeln zum einen und der Blätter zum anderen sind technisch (Maschinengriff) und sicherlich auch traditionell bedingt. Haben aber für das Treiben an sich wenig Bedeutung
Ich bin auch nicht der Meinung, dass der Treviso "weiterwächst", sondern, dass er getrieben wird.
Der Unterschie zwischen Treiben und Weiterwachsen(bleichen) liegt für mich darin, dass die Pflanze vorm Treiben mehr oder weniger in Winterruhe gegangen ist.
Das "Weiterwachsen" habe ich nur in dem Video von dem alten Mann so wargenommen.
Er hat im Grunde das gleiche gemacht wie ich im Sommer. Er hat die Zichorien (vor der Winterruhe) aus dem einen Beet ausgegraben und in ein anderes verpflanzt. (Seins lag im Keller - meins befand sich im Nebenbeet). Die Blätter hat er abgeschnitten (teilweise zu tief - man sah beim Austrieb, dass bei manchen Pflanzen, das Herz beschädigt war) um den Umpflanzschock zu minimieren und natürlich auch um Fäulnis zu vermeiden.
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 00:48 das Hohelied der Direktsaat als DEM Königsweg zum gießarmen / klimagerechten Gärtnern predigt
Das finde ich auch so, aber wie der "Obergärtner" schon geschrieben hat muss man kulturtechnische Abstriche machen. Z.B. wenn ein benötigtes Beet noch nicht frei ist.
thuja thujon hat geschrieben: 3. Feb 2026, 10:30 das ist aber noch lange nicht der `heilige Gral´ der Kulturführung für gute Qualitäten/Mengen. Gemüsebau
Zumindest interpretiere ich diese Aussage so.
LG Isontina
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Isontina
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Isontina » Antwort #466 am:

Mediterraneus hat geschrieben: 3. Feb 2026, 11:03 Die abgeschnittenen Wurzeln landeten zunächst auf dem Kompost.
Hallo Mediterraneus, neben der Zweitverwertung als Bleichcichorie kannst Du die Wurzeln auch trocknen und rösten. :)
Meine getriebenen Grumolos/Isontinas sind nach der Zweitverwertung als Bleichcichorie auf die Fensterbank gewandert und liefern jetzt als Drittverwertung grüne Blättchen.
Grumolo auf dem Fenster
Grumolo auf dem Fenster
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 29. Nov 2025, 23:52 Hattest Du eigentlich das externe Forum von Cydorian schon beim Nachlesen der Beiträge entdeckt
Ja :D danke für den Hinweis.Es ist sehr informativ. Auch der Hinweis zur Aussprache von Radicchio. In einem der Treviso-Videos wurde ein italienischer Bauer interviewt. Er vewendet durchweg die "DSCH"-Version. Die Italiener sind sich also auch nicht einig. ;D

Hier nochmal ein Treviso-video das eher die private Kulturführung beschreibt.
https://www.youtube.com/watch?v=53QGkzu ... kgo.com%2F
Ich kann leider kein Italienisch, aber ich habe verstanden, dass er die Pflanzen 15 bis 20 Tage treibt. Allerdings ist es doch in der "Barracke" ziemlich kalt.
Wobei ich sagen muss, dass die Profi-Getriebenen schon knackiger wirken.

LG Isontina.
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Zichorien, Radicchio und Co.

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #467 am:

Uiii... - jetzt geht aber alles durcheinander im Bemühen um Korrektheit...
Aber wir nähern uns der Wahrheit im Echternacher Spring-Prozessions-Verfahren... ;)
Isontina hat geschrieben: 4. Feb 2026, 22:15
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 00:48 dass nämlich Radicchios die FARBIGEN (gelb bis rot gezeichneten) Zicchorien seien
Ich glaube nicht, dass man die Bezeichnungen an den Farben fest machen kann. Radicchio bedeutet im italienischen einfach nur Zichorie. Z.B. sind der Grumolo, der Mantovana und der Catalona Radicchios.
In Belgien heißt der TreibeZichorie Chicoree und ist auch nur ein Radicchio.
1.) Korrekt ist: Radicchio ist - von der etymologischen Wortbedeutung her - in der Tat nicht synonym mit roter Zicchorie, wohl aber (ZUMEIST) in der (zumindest hierzulande üblich gewordenen) Begriffs-Verwendung. "Beweis": Radicchio in der Google-Bildersuche... 8)
2.) Weil es aber - etymologisch betrachtet - natürlich "falsch" ist, Radicchio & ROTE Zicchorie synonym zu setzen, sind richtigerweise auch grüne Radicchios "zulässigerweise" Radicchios. Als da wären: Grumolo verde, Mantovana, Bianca di Lusia (& alle noch nicht sortennamensmäßig entdeckten weiteren grüne Radicchien... *gg*)
3.) Radicchio bedeutet im Italienischen nicht Zichorie, sondern Wurzel oder Würzelchen (von lat. radix = Wurzel).
Hier ist also einfach die Tatsache, dass Zichorien PFAHLwurzler sind volkstümlich zu einer Gattungsbezeichnung geführt hat.
4.) Die in Belgien "Chicorée" genannte Pfahlwurzel ist auch nur eine Pfahlwurzel, die zur Gattung der Zicchorien (cicchoria intybus) gehört (die man aber - um die Verwirrung nicht zu weit zu treiben [weil sie ja in der Regel GRÜN austreibt] - besser nicht auch noch in die Gruppe 'Radicchio' [da meist ROT "gelesen"] einordnen sollte... 8)

Isontina hat geschrieben: 4. Feb 2026, 22:15 Und in Deutschland kennt man im Handel nur die rote runde Kugel. Daher bedeutet in Deutschland Radicchio rote runde Kugel. Daneben gibt es noch den Zuckerhut, den Endivien und den Chicoree aus Belgien.
Ich habe das Gefühl bekommen, dass du die drei Sprachgebrauche gemischt hast.
Radicchio bedeutet übrigens Würzelchen und Zichorei (Chicoree) bedeutet Wegwarte- "am Weg wachsend".
Deine Gefühle in allen Ehren, aber wenn Du mal den bereits empfohlenen Beitrag #366 dieses Fadens lesen würdest (der ja - als Klärungs-Versuch - entstanden ist, WEIL es so viele verwirrende Sprachgebrauche gibt) könnten Dir solche Gefühle / Verwirrungen erspart bleiben... ::)
Und wenn wir nun schon - gefühlt zumindest - SO genau werden wollen: Zichorie bedeutet keineswegs Wegwarte, sondern (abgeleitet vom griechischen 'kichorion') blau-blütige Pflanze.

Isontina hat geschrieben: 4. Feb 2026, 22:15
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 3. Feb 2026, 00:48 & nochmal:
... für Weiterwachsen: Ja; für Neu-Austrieb: (Vermutlich) Nein.
& nochmal: ;) denke ich nicht. Die länge der Wurzeln zum einen und der Blätter zum anderen sind technisch (Maschinengriff) und sicherlich auch traditionell bedingt. Haben aber für das Treiben an sich wenig Bedeutung
Ich bin auch nicht der Meinung, dass der Treviso "weiterwächst", sondern, dass er getrieben wird.
Der Unterschie zwischen Treiben und Weiterwachsen(bleichen) liegt für mich darin, dass die Pflanze vorm Treiben mehr oder weniger in Winterruhe gegangen ist.
Das "Weiterwachsen" habe ich nur in dem Video von dem alten Mann so wargenommen.
Wenn Du statt 'Weiterwachsen' lieber 'Bleichen' sagen möchtest, habe ich damit kein Problem.
Ging mir ja dabei "nur" um die grundlegende Unterscheidung zwischen dem NEU (aus massiv gekappter Wurzel wieder) austreibend und dem angenommenen "Weiter"wachsen mit stark gekappter Wurzel in diesem ungewöhnlichen Wasserbad-Verfahren unter Lichtabschluss, bei dem dann aus den oberflächlich verrottet ausschauenden Pflanzen diese göttlich frisch-interessant ausschauenden (meist) rot-weissen Ergebnisse herausgeschält werden.

Aber WENN Du dann die Begriffe so neu definierst, wäre es schon gut, sie dann auch selber so zu verwenden, wie Du es gerade postuliert hat.
Will sagen: Wenn 'Trevisos' in diesem neuen (Deinen) Sinne nicht "weiterwächst", sondern "getrieben" wird, dann müßte er ja zuvor auch radikal heruntergeschnitten worden sein. (Das Gegenteil ist jedoch der Fall...)
Ebenso: Wenn der alte Mann im Video seine Chicoree-Zichorien in Deinem Sinne "weitertreibt" (oder "bleicht"), warum hat er sie dann zuvor so radikal (bis ins Herz) heruntergeschnitten, wie es - nach "alter Lehre" ja fürs TREIBEN typisch ist...?
[Falls hier jetzt noch jemand folgen kann: Das IST natürlich korinthenkackerischer Kokolores; aber ich hoffe, die Dame noch überzeugen zu können... ;D ]
Isontina hat geschrieben: 4. Feb 2026, 22:15 Er hat im Grunde das gleiche gemacht wie ich im Sommer. Er hat die Zichorien (vor der Winterruhe) aus dem einen Beet ausgegraben und in ein anderes verpflanzt. (Seins lag im Keller - meins befand sich im Nebenbeet). Die Blätter hat er abgeschnitten (teilweise zu tief - man sah beim Austrieb, dass bei manchen Pflanzen, das Herz beschädigt war) um den Umpflanzschock zu minimieren und natürlich auch um Fäulnis zu vermeiden.
Widerspruch, Euer Ehren: Hat er NICHT (bzw. hat SIE nicht): ER hat seine (Chicorée-) Zichorien in der Tat im Spätherbst / vor Beginn der Winterruhe ausgegraben und (coupiert & im Sandbett) in den Keller (unter Lichtabschluss) zum TREIBEN gebracht. - DU hast hingegen (wie in #447 beschrieben) Deine (im Mai) recht früh gesäten bunten Zichorien eben mitten im Sommer (Juli) beschnitten (Wurzel UND Blattaustrieb) und diese (als "Pfeile") wieder eingepflanzt (ohne Lichtabschluss [-> Bleichen]).
Was daran jetzt vergleichbar sein soll, entzieht sich meiner Nachvollziehbarkeit.
Wer einen Tag lang glücklich sein will, der betrinke sich.
Wer einen Monat lang glücklich sein will, der schlachte ein Schwein und esse es auf.
Wer ein Jahr glücklich sein will, der heirate.
Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner.
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