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Gärtnereiensterben? (Gelesen 14504 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR
- hobab
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Re: Gärtnereiensterben?
Andreas, du fasst das immer schön zusammen. Auch wenn du von der eigenen Firma sprichst, kann ich das gut nachvollziehen. Die meisten Gärtnereien sind allerdings Kleinstbetriebe mit Familie und zwei, drei Angestellten und vielen Praktikanten und Helfern - die können sich schlecht diversifizieren, kommen kaum mit der Arbeit hinterher und verdienen zu wenig um Experimente zu machen. Und die Bauhaus/Discounterangebote verderben die Preise - realistische Preise, von denen man leben kann, müssten ein vielfaches sein - es sei denn man spezialisiert sich auf wenige Kulturen für Großkunden. Ein großes Sortiment anzubieten, bedeutet auch immer hohe Verluste. Vieles geht durch Gießfehler kaputt, wird nicht gekauft und muss weggeschmissen werden und so weiter und so fort. Es gibt Zeiten da steht das Personal nur rum und hat nichts zu tun, all diese Kosten müssen letztendlich in den Pflanzenpreis hinein, da hat es ein Discounter viel leichter, in dem Pflanzen nur ein Nischengeschäft sind.
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- AndreasR
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Re: Gärtnereiensterben?
Ja, Kleinbetriebe haben es naturgemäß viel schwerer, ich sehe das auch in unserer Branche (ich arbeite im Büro eines Catering-Unternehmens), da haben in Corona-Zeiten schon viele aufgegeben, während wir uns zum Glück gerade so über Wasser halten konnten, indem wir die Zeit für umfangreiche Umstrukturierungen genutzt haben, auch wenn's erstmal viele Rücklagen gekostet hat. Das war letztendlich unsere Rettung gewesen, denn so konnten wir dann direkt durchstarten und die wieder ansteigenden Nachfrage bedienen. Mittlerweile haben wir doppelt so viele Mitarbeiter, das sind also schon enorme Veränderungen in kurzer Zeit. Auch in den letzten zwei Jahren haben immer wieder Mitbewerber den Laden zugemacht, weil sie die Auflagen nicht mehr stemmen konnten, es Probleme mit dem Personal gab usw.
Wir mussten die Löhne stark erhöhen, viele Mitarbeiter sind dennoch gegangen, aber zum Glück konnten wir immer wieder neue finden. Aber wenn alle mit anpacken und auch mal die Zähne zusammenbeißen, schafft man das schon. Ich habe zum Teil 75 bis 100 Überstunden vor mir hergeschoben, die ich lieber im Garten verbracht hätte (war natürlich ausgerechnet im Frühling), konnte das aber zum Glück alles wieder aufholen. Einige meiner Kollegen haben hingegen das Handtuch geworfen und sich beruflich anders orientiert, weil ihnen der Druck zu groß wurde. Auch in unserer Branche sind einige Bereiche eben sehr saisonal, so dass nur die Teile, die kontinuierlich laufen, einen über Wasser halten, auch wenn man damit kein Geld verdienen kann - aber wenigstens die laufenden Kosten können so gedeckt werden. Man muss halt auch bereit sein, Risiken einzugehen...
Wir mussten die Löhne stark erhöhen, viele Mitarbeiter sind dennoch gegangen, aber zum Glück konnten wir immer wieder neue finden. Aber wenn alle mit anpacken und auch mal die Zähne zusammenbeißen, schafft man das schon. Ich habe zum Teil 75 bis 100 Überstunden vor mir hergeschoben, die ich lieber im Garten verbracht hätte (war natürlich ausgerechnet im Frühling), konnte das aber zum Glück alles wieder aufholen. Einige meiner Kollegen haben hingegen das Handtuch geworfen und sich beruflich anders orientiert, weil ihnen der Druck zu groß wurde. Auch in unserer Branche sind einige Bereiche eben sehr saisonal, so dass nur die Teile, die kontinuierlich laufen, einen über Wasser halten, auch wenn man damit kein Geld verdienen kann - aber wenigstens die laufenden Kosten können so gedeckt werden. Man muss halt auch bereit sein, Risiken einzugehen...
- hobab
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Re: Gärtnereiensterben?
Im Tagesgeschäft ist das bei kleinen Betrieben schwer, dafür muss man auch mal Ruhe haben und zurücktreten. Oder klar sagen ich mache nur Nischengeschäft und dann über Märkte tingeln, oder mühselig Internetversand.
Da leuchtet mir Produktion für Gala oder Weiterverkäufer generell, als einigermaßen verlässlicher Verdienst, mehr ein. Für Pflanzen an privat brauchst du keine Gärtner (außer als Verkaufspersonal), sondern Logistiker, Buchhalter, eine gute Personalabteilung und musst gut organisieren können. Mit den Ressourcen lässt sich in anderen Branchen mehr Geld verdienen….
Da leuchtet mir Produktion für Gala oder Weiterverkäufer generell, als einigermaßen verlässlicher Verdienst, mehr ein. Für Pflanzen an privat brauchst du keine Gärtner (außer als Verkaufspersonal), sondern Logistiker, Buchhalter, eine gute Personalabteilung und musst gut organisieren können. Mit den Ressourcen lässt sich in anderen Branchen mehr Geld verdienen….
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Turjan
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Re: Gärtnereiensterben?
Nur, wenn ich mich recht erinnere, war die Auswahl an Gaertnereien auch damals schon bescheiden. Jetzt gibt's halt gar keine mehr hier, soweit ich das sehe.
Klempner gibt's hier noch, Elektriker dafuer aber auch nicht, was wohl zeigt, dass das Problem viele Branchen betrifft.
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Hyla
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Re: Gärtnereiensterben?
Hier ist es wie gesagt etwas besser, aber bei manchen sehe ich schon den Pleitegeier kreisen. 
Edit: Ich finde aber, der Gärtnerberuf ist ein ganz besonderer. Wir haben ja auch ab und zu Pflanzen verkauft und verschenkt und inzwischen gibt's immer wieder Rückmeldungen, was daraus geworden ist. Das macht schon Spaß.
Eine der früheren Gärtnereien hier hat z.B. mal Mammutbäume verkauft und davon stehen immer noch einige. Wenig Berufe können für Jahrzehnte und Jahrhunderte die Umwelt verändern.
Edit: Ich finde aber, der Gärtnerberuf ist ein ganz besonderer. Wir haben ja auch ab und zu Pflanzen verkauft und verschenkt und inzwischen gibt's immer wieder Rückmeldungen, was daraus geworden ist. Das macht schon Spaß.
Eine der früheren Gärtnereien hier hat z.B. mal Mammutbäume verkauft und davon stehen immer noch einige. Wenig Berufe können für Jahrzehnte und Jahrhunderte die Umwelt verändern.
Liebe Grüße!
Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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Re: Gärtnereiensterben?
Ich habe den Nachfolger kennengelernt. Er ist ein absolut beeindruckender junger Mann, voller Tatkraft, Ideen, Geschäftssinn und Idealismus. Ja, das ist tatsächlich so, auch wenn man glaubt, das passt schlecht zusammen. Er hat einen mittelgroßen Landschaftsbaubetrieb, mit dem er eine kleine Baumschule und jetzt die ehemalige Staudengärtnerei Kirschenlohr finanziell am Leben erhält. Die Gärtnerei war dem Andreas wohl zum Schluss über den Kopf gewachsen. Das riesige Kirschenlohr-Sortiment soll zum großen Teil erhalten bleiben und halt irgendwann rentabel werden. Wer aus der Ecke ist, sollte vielleicht mal hinfahren, sobald die Saison losgeht.Lou-Thea hat geschrieben: ↑25. Jun 2025, 17:02 Bin mal gespannt, wie es mit Kirschenlohr nun weitergeht, wenn ab Juli eine Baumschule die "Geschäftsaktivitäten" übernimmt und "auch künftig mit dem bisherigen Leistungsumfang zur Verfügung" steht. Ob das breite und besondere Sortiment so bestehen bleibt wage ich vorsichtig zu bezweifeln, aber hoffe das Beste.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
- hobab
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Re: Gärtnereiensterben?
Hier hat letztes Jahr eine alte Staudengärtnerei aufgegeben und grade hab ich von meiner Baumschule gehört: Pleite…
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Re: Gärtnereiensterben?
Danke für den Hinweis, Staudo.
Jetzt stehen in Mannheim die Schneeglöckchentage an, Speyer ist davon auch nicht mehr als 30 Minuten Autofahrt entfernt.
Hier mal der neue Link mit dem alten Sortiment.
https://oliveira-baumschule.de/
Jetzt stehen in Mannheim die Schneeglöckchentage an, Speyer ist davon auch nicht mehr als 30 Minuten Autofahrt entfernt.
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gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
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Hyla
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Re: Gärtnereiensterben?
Apropos weiß jemand, was mit Flora Montana ist?
Wäre sehr schade, wenn das umfangreiche Sortiment vom Markt verschwinden würde jetzt durch den Besitzerwechsel.
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Liebe Grüße!
Wenn du denkst es geht nicht mehr,
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- APO-Jörg
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Re: Gärtnereiensterben?
Ich habe schon mehrmals mit Herrn Schmidt telefoniert. Er hat zu dem neuen Besitzer auch keinen Kontakt mehr. Ich glaube das ist das Ende von Flora Montana. Ich bin nun auch auf andere Staudengärtner umgestiegen
Ein gestylter Garten kommt mir vor wie eine Besserungsanstalt für die Natur
Wer Schreibfehler findet darf sie behalten
Gruß Jörg
@SuperFisch01
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Hyla
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Re: Gärtnereiensterben?
Ach, schade!
Wir haben immer bei ihm was auf den Pflanzentagen in Hannover gekauft und er hatte so viele kleine Schätze.
Wir haben immer bei ihm was auf den Pflanzentagen in Hannover gekauft und er hatte so viele kleine Schätze.
Liebe Grüße!
Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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raiSCH
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Re: Gärtnereiensterben?
Die Rosenbaumschule Kalbus in Altdorf existiert leider auch nicht mehr, es werden immer weniger.
- oile
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Markgräfin von Pieske, Gierschkultivatorin Brandenburg, zwei Gärten: Nähe Schönefeld und Nähe Fürstenwalde.
Re: Gärtnereiensterben?
Ich weiß aus der FG Kleinbleibende und langsam wachsende Stauden, dass Herr Short nach Bewältigung von privaten Problemen die Gärtnerei im Frühjahr wieder eröffnen will. Der Pflanzenbestand sei etwas geschrumpft, aber er vermehre fleißig, habe auch Neuheiten. Die Fachgruppe wird wahrscheinlich im Mai mal vor Ort nachsehen.
Bis jetzt ist es gut gegangen, sagte der Mann, als er am 13. Stockwerk vorbei fiel.
Don't feed the troll!
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Rokko21
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Re: Gärtnereiensterben?
Ich wollte gerade das gleiche schreiben, wenn es do ist, werden wir die Gärtnerei mit der Fachgruppenfahrt Anfang Mai besuchen.