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Wildbienen und Wespen 2026 (Gelesen 1068 mal)
Moderator: partisanengärtner
- Erdmännchen
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Lonicera war heute umschwärmt von vielen Wildbienen.
Gut zu sehen die Holzbienen.
Auch ein Taubenschwänzchen war unterwegs, wenn man sie so früh im Jahr sieht, kann man davon ausgehen, daß sie hier überwintert haben.
Gut zu sehen die Holzbienen.
Auch ein Taubenschwänzchen war unterwegs, wenn man sie so früh im Jahr sieht, kann man davon ausgehen, daß sie hier überwintert haben.
Liebe Grüße
Erdmännchen
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- Deviant Green
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
- Erdmännchen
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
@Deviant Green, der Herr Westrich hat eine Website, siehe Link.
Vielleicht klappt ja eine Anfrage?
https://www.wildbienen.info/ibn/kontakt.php
Vielleicht klappt ja eine Anfrage?
https://www.wildbienen.info/ibn/kontakt.php
Liebe Grüße
Erdmännchen
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- Hyla
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Es wurde ja immer gelästert, daß die großen Röhren in den Bienenhotels keinen Abnehmer finden.
Jetzt sind die ZU KLEIN!
Reichlich unerwartet haben den Winter ca. zwei Dutzend Holzbienen überlebt und die brauchen baldigst eine Behausung. Die Bambusröhren sind denen zu schmal, eine versucht sich jetzt an dem Fach für die Schmetterlinge mit dem Schlitz. Nicht optimal, aber sie paßt durch, wenn sie den Bauch einzieht.
Jetzt sind die ZU KLEIN!
Reichlich unerwartet haben den Winter ca. zwei Dutzend Holzbienen überlebt und die brauchen baldigst eine Behausung. Die Bambusröhren sind denen zu schmal, eine versucht sich jetzt an dem Fach für die Schmetterlinge mit dem Schlitz. Nicht optimal, aber sie paßt durch, wenn sie den Bauch einzieht.
Liebe Grüße!
Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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- sempervirens
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Die Beobachtungen von Robur und dir bestätigen: Die Winter-Duftheckenkirsche (Lonicera fragrantissima)scheint anziehend für Holzbienen zu sein. Ich vermute sie nehmen den Duft gut wahr – ähnlich wie beim Muskatellersalbei, der eine auch eine Lockwirkung ausübt. Vorausgesetzt natürlich, die Holzbienen sind überhaupt schon vor Ort heimisch – bei mir sind sie leider noch immer ein seltener Anblick. Zwar sind sie als Generalisten nicht zwingend auf die Winter-Heckenkirsche oder den Muskatellersalbei angewiesen, da sie sehr flexibel bei der Nahrungssuche sind, dennoch zeigen sie für diese Pflanzen und weitere Pflanzen ganz deutliche Präferenzen.Erdmännchen hat geschrieben: ↑6. Mär 2026, 14:57
Gut zu sehen die Holzbienen.
Auch ein Taubenschwänzchen war unterwegs, wenn man sie so früh im Jahr sieht, kann man davon ausgehen, daß sie hier überwintert haben.
Taubenschwänzchen habe ich letztens verirrt in einem Supermarkt sehen können.
Die rostrote Mauerbiene:
Re: Wildbienen und Wespen 2026
#Hyla
Die Holzbienen, Xylocopa violacea und auch Xylocopa valga nagen ihre Nester selbst in Totholz, schau hier. Große waagerechte Röhrchen nutzen sie vielleicht zum Übernachten, wenn sie im Frühjahr aus ihren Überwinterungshöhlen aufgewacht sind. Für Röhrchendurchmesser über 9 mm kommt in einigen Gegenden Deutschlands inzwischen die aus Asien eingewanderte Megachile skulpturalis in Frage, als einzige.
Die Holzbienen, Xylocopa violacea und auch Xylocopa valga nagen ihre Nester selbst in Totholz, schau hier. Große waagerechte Röhrchen nutzen sie vielleicht zum Übernachten, wenn sie im Frühjahr aus ihren Überwinterungshöhlen aufgewacht sind. Für Röhrchendurchmesser über 9 mm kommt in einigen Gegenden Deutschlands inzwischen die aus Asien eingewanderte Megachile skulpturalis in Frage, als einzige.
Der schönste Garten ist der, der kurz vor dem Verwildern steht.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
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Tante Anni
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Hier auch ein paar an den Nisthilfen:
Was die Löcher angeht, ist es sinnvoll, verschiedene Bohrgrößen anzubieten, da es selbst innerhalb einer Art eine gewisse Größenvarianz gibt. Daher habe ich darauf geachtet, eine Vielzahl unterschiedlicher Durchmesser bereitzustellen. Das Wichtigste ist ohnehin, dass die Löcher einwandfrei und sauber gebohrt sind. Man sollte auch nicht zu viele auf zu engem Raum bohren, da das Holz sonst zwischen den Löchern schneller einreißt.
Wildbienen bevorzugen ganz klar Löcher, in die sie gerade so problemlos hineinpassen. Das ist völlig logisch: Je größer der Durchmesser, desto größer ist für sie der Aufwand, das Ganze am Ende zu verschließen.
Das zeigt sich auch immer sehr gut an den Nisthilfen selbst. Ich biete beispielsweise Strangfalzziegel in unterschiedlichen Größen an. Die Ziegel mit den größeren Löchern werden zwar ebenfalls besiedelt, aber meist erst dann, wenn die Varianten mit den 'passgenauen' Löchern schon voll sind. Tendenziell halte ich die kleinen Bohrgrößen für noch wichtiger, da einfach eine deutlich höhere Anzahl an potenziellen Arten in dieses Spektrum fällt.
Was die Herstellung angeht: Ich habe die Löcher teilweise in Holz gebohrt, aber auch in Lehm und Ton mithilfe von Strohhalmen, Bambusstöcken etc. modelliert. Denn je nach Wildbienenart gibt es nicht nur bei der Lochgröße, sondern auch beim Substrat Vorlieben.
Ich setze daher auf mehrere 'dezentrale' Nisthilfen. Einen echten Beitrag zum Naturschutz leisten sie im großen Stil vermutlich nicht, wobei ich hier tatsächlich schon die ein oder andere seltene Wildbiene zum Nisten bringen konnte. Allerdings ist der Parasitendruck an diesen konzentrierten Stellen ungemein höher. Aber vielleicht fördert man so ja immerhin ein paar parasitäre Arten – die sind mangels Wirten teilweise selbst schon stark gefährdet.
Wildbienen bevorzugen ganz klar Löcher, in die sie gerade so problemlos hineinpassen. Das ist völlig logisch: Je größer der Durchmesser, desto größer ist für sie der Aufwand, das Ganze am Ende zu verschließen.
Das zeigt sich auch immer sehr gut an den Nisthilfen selbst. Ich biete beispielsweise Strangfalzziegel in unterschiedlichen Größen an. Die Ziegel mit den größeren Löchern werden zwar ebenfalls besiedelt, aber meist erst dann, wenn die Varianten mit den 'passgenauen' Löchern schon voll sind. Tendenziell halte ich die kleinen Bohrgrößen für noch wichtiger, da einfach eine deutlich höhere Anzahl an potenziellen Arten in dieses Spektrum fällt.
Was die Herstellung angeht: Ich habe die Löcher teilweise in Holz gebohrt, aber auch in Lehm und Ton mithilfe von Strohhalmen, Bambusstöcken etc. modelliert. Denn je nach Wildbienenart gibt es nicht nur bei der Lochgröße, sondern auch beim Substrat Vorlieben.
Ich setze daher auf mehrere 'dezentrale' Nisthilfen. Einen echten Beitrag zum Naturschutz leisten sie im großen Stil vermutlich nicht, wobei ich hier tatsächlich schon die ein oder andere seltene Wildbiene zum Nisten bringen konnte. Allerdings ist der Parasitendruck an diesen konzentrierten Stellen ungemein höher. Aber vielleicht fördert man so ja immerhin ein paar parasitäre Arten – die sind mangels Wirten teilweise selbst schon stark gefährdet.
- sempervirens
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Euphorbia ein wahrer Wespenmagnet das müsste die Rote Wepse Vespula rufa sein:
Zuletzt geändert von sempervirens am 10. Mär 2026, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
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- Deviant Green
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Deviant Green hat geschrieben: ↑28. Feb 2026, 19:50 Kann mir bitte jemand sagen zu welchem Insekt die Gänge gehören. Sehr, sehr harzig. Die MDF Platten waren förmlich zusammen geklebt. Deutlich länger als Mauerbienen Kammern.
Frau Dr. Julia Lanner von https://beeradar.info/ hat Megachile sculpturalis bestätigt. Die Seite ist extra für die asiatische Mörtelbiene erstellt, sie nehmen Fundmeldungen auf und erforschen die Auswirkungen auf heimische Wildbienen.
Ich bin gar nicht glücklich über den Fund, ich bin ohnehin schon so ein Helikopter Bienenfreund. Wenn meinen Schützlingen so ein Wüstling die Gänge ausräumt fehlt es mir an buddhistischer Grundhaltung.
Re: Wildbienen und Wespen 2026
Deine Bedenken teile ich nicht, Westrich auch nicht. Stelle der Art doch einfach ein paar waagerechte Röhrchen mit großen Durchmessern zur Verfügung, wenn es Schlupfzeit ist, also ab Juli leere Röhrchen Durchmesser 8 bis 10 mm. Die Pollennutzung betrifft vor allem Gehölze/Bäume aus dem asiatischen Raum, deshalb kommt sie mit bisher einheimischen Arten überhaupt nicht in Konkurrenz. Da ist jeder Imkerbienenstock invasiver
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Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
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Re: Wildbienen und Wespen 2026
Ich denke, beide Seiten haben recht. In Bezug auf die Pollennutzung ist die Asiatische Mörtelbiene gegenüber heimischen Wildbienen tatsächlich weitgehend indifferent; hier stellt die Honigbiene eine weitaus größere Nahrungskonkurrenz dar. Dennoch ist das Problem der Nistplatzkonkurrenz nicht von der Hand zu weisen – insbesondere, wenn die Art mangels Alternativen bereits belegte Gänge früher fliegender Wildbienen räumt. Das ist sicher für den "Besitzer" kein schöner Anblick und neben den Bienen werden auch deren Parasiten getötet. Da viele dieser "Mitbewohner" selbst gefährdet sind, ist ihr Tod doppelt beklagenswert und zudem vollkommen "zwecklos".
Während man im eigenen Garten gezielt neue Nisthilfen anbieten kann, fehlt diese Steuerung in der freien Natur. Letztlich stellt sich die Frage, welche Ressource der limitierende Faktor ist: Nistplätze oder Nahrung. Da nur wenige heimische Wildbienen derart große Durchmesser nutzen und diese Arten derzeit nicht massiv gefährdet sind, droht vermutlich keine Ausrottung, aber potenziell eine Dezimierung eigentlich noch häufiger Arten, zumindest im städtischen Kontext, da dort vermutlich in den Parks diese Bäume stehen.
Sorgen bereitet mir jedoch das Zusammenspiel mit dem Klimawandel: Wenn Hummelpopulationen zunehmend geschwächt werden, sinkt die Effizienz der Bestäubung im Frühjahr. In diesem instabilen Gefüge sind häufige Mauerbienen – die potenziellen ‚Opfer‘ der Mörtelbiene – wichtige Stabilisatoren für das Ökosystem. Mangelhafte Bestäubung schwächt langfristig die Resilienz von Wildpflanzen und gefährdet ihren Bestand. Dennoch dürfte der Einfluss einer einzelnen Art allein kaum ausreichen, um ein solches Szenario auszulösen.
Ich stimme Chica also zu, dass die Artenvielfalt durch die Bindung an den Japanischen Schnurbaum kaum gefährdet wird. Dennoch sollte man bei der Anpflanzung dieser Bäume Maß halten, um den Besiedlungsdruck auf die Nistplätze heimischer "Großbienen" nicht unnötig zu erhöhen.
Ich finde es auch faszinierend, wie eine solche Art mit einer doch recht engen Bindung an eine ausländische Pflanze es geschafft hat, sich hier zu etablieren. Es wäre aber langfristig auch denkbar, dass die Art in Stresssituationen beginnt, andere Pollenquellen zu nutzen – manchmal ist die Evolution schneller, als man denkt. Interessant ist auch, inwiefern sich die heimische Fauna auf die Art einstellen wird, beispielsweise parasitierende Wespenarten, gibt es dazu schon Infos?
Die Rotschwarze Wespenbiene lebt als sogenannter „Kuckuck“, der seine Eier heimlich in die Nester von Sandbienen (vor allem der Zweifarbigen Sandbiene) legt, wo die Larve dann den fremden Proviant frisst. Man trifft sie von März bis August in zwei Generationen an Waldrändern, auf Magerrasen oder in naturnahen Gärten an – eben überall dort, wo auch ihre Wirtsbienen nisten. Optisch besticht sie durch ihren fast haarlosen, rot-schwarzen Körper, mit dem sie eine Wespe imitiert, um Fressfeinde abzuschrecken. Da sie selbst keinen Pollen für den Nachwuchs sammeln muss, besitzt sie keine Transportbürsten an den Beinen und wirkt dadurch sehr zierlich und „wespenhaft“. Ihr Wirt war ebenfalls nicht weit entfernt und labte sich an derselben Pflanze. Ich vermute, dass es sich tatsächlich um Andrena bicolor handelt – den Hauptwirt der Rotschwarzen Wespenbiene. Da ich mir jedoch nicht ganz sicher bin, bleibe ich bei der allgemeineren Bezeichnung Andrena spec.
Während man im eigenen Garten gezielt neue Nisthilfen anbieten kann, fehlt diese Steuerung in der freien Natur. Letztlich stellt sich die Frage, welche Ressource der limitierende Faktor ist: Nistplätze oder Nahrung. Da nur wenige heimische Wildbienen derart große Durchmesser nutzen und diese Arten derzeit nicht massiv gefährdet sind, droht vermutlich keine Ausrottung, aber potenziell eine Dezimierung eigentlich noch häufiger Arten, zumindest im städtischen Kontext, da dort vermutlich in den Parks diese Bäume stehen.
Sorgen bereitet mir jedoch das Zusammenspiel mit dem Klimawandel: Wenn Hummelpopulationen zunehmend geschwächt werden, sinkt die Effizienz der Bestäubung im Frühjahr. In diesem instabilen Gefüge sind häufige Mauerbienen – die potenziellen ‚Opfer‘ der Mörtelbiene – wichtige Stabilisatoren für das Ökosystem. Mangelhafte Bestäubung schwächt langfristig die Resilienz von Wildpflanzen und gefährdet ihren Bestand. Dennoch dürfte der Einfluss einer einzelnen Art allein kaum ausreichen, um ein solches Szenario auszulösen.
Ich stimme Chica also zu, dass die Artenvielfalt durch die Bindung an den Japanischen Schnurbaum kaum gefährdet wird. Dennoch sollte man bei der Anpflanzung dieser Bäume Maß halten, um den Besiedlungsdruck auf die Nistplätze heimischer "Großbienen" nicht unnötig zu erhöhen.
Ich finde es auch faszinierend, wie eine solche Art mit einer doch recht engen Bindung an eine ausländische Pflanze es geschafft hat, sich hier zu etablieren. Es wäre aber langfristig auch denkbar, dass die Art in Stresssituationen beginnt, andere Pollenquellen zu nutzen – manchmal ist die Evolution schneller, als man denkt. Interessant ist auch, inwiefern sich die heimische Fauna auf die Art einstellen wird, beispielsweise parasitierende Wespenarten, gibt es dazu schon Infos?
Die Rotschwarze Wespenbiene lebt als sogenannter „Kuckuck“, der seine Eier heimlich in die Nester von Sandbienen (vor allem der Zweifarbigen Sandbiene) legt, wo die Larve dann den fremden Proviant frisst. Man trifft sie von März bis August in zwei Generationen an Waldrändern, auf Magerrasen oder in naturnahen Gärten an – eben überall dort, wo auch ihre Wirtsbienen nisten. Optisch besticht sie durch ihren fast haarlosen, rot-schwarzen Körper, mit dem sie eine Wespe imitiert, um Fressfeinde abzuschrecken. Da sie selbst keinen Pollen für den Nachwuchs sammeln muss, besitzt sie keine Transportbürsten an den Beinen und wirkt dadurch sehr zierlich und „wespenhaft“. Ihr Wirt war ebenfalls nicht weit entfernt und labte sich an derselben Pflanze. Ich vermute, dass es sich tatsächlich um Andrena bicolor handelt – den Hauptwirt der Rotschwarzen Wespenbiene. Da ich mir jedoch nicht ganz sicher bin, bleibe ich bei der allgemeineren Bezeichnung Andrena spec.