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Direktsaat von Obstgehölzen (Gelesen 371 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Monti
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Direktsaat von Obstgehölzen

Monti »

Ich wollte nun mal ein Thema zu Direktsaat bei Obstgehölzen auf machen. Ich selbst habe im letzten Winter Apfel- und Birnenkerne direkt gesät. Viel Erfahrung ist also noch nicht vorhanden. Vielleicht taugt die Methode auch nicht und wir legen das Thema in ein paar Jahren ad Akta.

Hier in diesem Faden hatten wir schon etwas dazu diskutiert: viewtopic.php?t=29238&start=45


Im April sah das ganze recht vielversprechend aus, Sämlinge vom Holzapfel:
Bild
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Hier die kräftigsten auch Holzapfel (gegenüber Heslacher Gereut, links Luiken, rechts andere Holzäpfel(hybriden, wohl triploid?):
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Hier im Quadranten links am Posten und im Uhrzeigersinn: Brauner Matapfel, Pomme d'Or, Holzapfel(Hybrid), Sämlinge von einem unbekannten Bittersüßen Apfel.
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Im letzen Bild sieht man schön, welche Sämlinge mit Trockenheit (war hierfür wieder mal ein gutes Jahr...) besser klar kommen, welche nicht. Die Sämlinge vom Pomme d'Or (hier hatte ich 20 Kerne gesät) und vermutlich vom anderen Bittersüßen sind triploid. Im Gemüsebeet hatte ich noch viel mehr davon ausgesät, nur ein Sämling ist gewachsen. Hier war also absehbar, dass nichts gescheites kommt. Vom Braunen Matapfel hätte ich mir etwas mehr erhofft.

Was erhoffe ich mir von dem ganzen:
An den Stanort angepasste Unterlagen (Holzapfel) oder auch passende neue Sorten (aus Kultursorten). Durch die Bedingungen (Boden, Wasserverfügbarkeit) kann ich einige Sämlinge gleich rausschmeißen, die auf besseren Standorten evtl. keine nachteilige Entwicklung gezeigt hätten. Außerdem eine ungestörte Wurzelentwickling, gibt ja so Theorien dazu... Ob das aufgeht, wird sich zeigen.

Wie bin ich vorgegangen:
Umgraben der Saatfläche im Dezember. Etwas Kompost und Schafwollpellets eingearbeitet. Oben drauf kamen direkt die Kerne (glaube das war im Februar). Diese wurden vorher (Zeitraum weiß ich nimmer) eingeweicht und im Kühlschrank stratifiziert. Die Kerne habe ich dann mit etwas Laubkompost vermischt mit Hobelspänen gemulcht.
Im Frühling einmal Unkraut gejätet. Das wars. Kein gießen, kein weiteres Düngen. Im Sommer/Herbst hab ich überzälige, unterentwickelte oder kränkliche Sämlinge ausgerissen. Sind trotzdem noch viele übrig die ich über das nächste/übernächte Jahr weiter selektieren will. Ab jetzt bekommen Sie dann auch mal weiter Dünger und Wasser bei Bedarf. Außerdem will ich weiter Mulchen, für weniger Konkurenz durch Gras etc.
Als Schutz gibt es Kükendraht rundherum, oben zusammengebogen dass kein Vogel rein kommt. Schnecken und Mäuse waren kein Thema, hängt aber sicher von der Fläche ab.

Hier noch eine Birnendirektsaat von einem anderen Standort:
Bild
links im Quadrant Sämling von einer durchgetriebenen, sehr alten Unterlage, im UZS Große Rommelter (keiner aufgegangen), Wildling von Einsiedel, Wilde Eierbirne.
Ausschuss:
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Und zum Verlgeich, was der Holzapfel im überdüngten Gemüsebeet kann:
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Wenn ich es schaffe, pflanze ich von denen noch ein paar neben die direkt gesäten. Da bin ich gespannt, wie der Unterschied in ein paar Jahren aussieht.

Im Frühjahr will ich auch Pfirsich und Aprikose direkt säen (als Unterlage).

Hat jemand sonst schon Erfahrungen gesammetl?
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Monti
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Re: Direktsaat von Obstgehölzen

Monti » Antwort #1 am:

Den Pfisich habe ich (unfreiwillig) direkt gesät. Ist aus dem Kompost aufgegangen, den ich mit auf die Baumscheibe verteilt hatte und Äpfel direkt gesät hatte. War ein Kraftakt, den herauszureisen. Auf der mageren Streuobstwiese. Hat aber nicht gepasst, da sollte ein Apfel wachsen also verpflanze ich ihn...
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Bergischer Apfel
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Re: Direktsaat von Obstgehölzen

Bergischer Apfel » Antwort #2 am:

Tolle Sämlinge, danke für die Bilder!
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thuja thujon
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Re: Direktsaat von Obstgehölzen

thuja thujon » Antwort #3 am:

Wie alt ist der? Der hat doch schon 3 Jahre, oder?

Ich habe hier aktuell 22 Pfirsichsämlinge gesät, wollte eigentlich noch Kerne davon an fleißige Mitforisten verschicken, habs nicht geschafft. Manch ein Sämling vom letzten Jahr treibt hier gerade wieder aus, vielleicht geht sowas noch auf die Reise. Ich bin mir unsicher, was die Direktsaat (ob mit oder ohne umpflanzen, so doof wies klingt) ändern soll.

Aktuell stehen sie unterm alten Baum zu dicht und werden ohne Schnitt nicht das was sie werden sollen. Ich muss die Augen reduzieren, sonst wirds nie ein Stämmchen und schon gar kein Wiesentauglicher Stamm. Der Wurzel mag ich nicht nachgraben, aber ich bezweifle, dass wenn der Boden austrocknet und kein Wasser mehr hergibt, dass sie dann an Wasser rankommt.
Das soll mir bitte nochmal einer erklären.
Ich habe kein Problem mit der Kulturpflege an die Wurzelarchitektur anzupassen bzw umgekehrt, aber das bedeutet ich bin spätestens nach 2, allerspätestens nach 3 Tagen vor Ort und kümmere mich. Mit Wasser, Bodenbearbeitung und vielem mehr.
Ich habe ehrlich gesagt nicht das Gefühl, das extensive Ostwiesen bewirtschaften noch intensiver ist wie Gemüsebau, wo ich manchmal eine ganze Woche nicht agieren oder reagieren muss. Also mir fehlt noch der Glaube an Dirketsaatobstgehölze als Gamechanger.
Mich würden aber mal Wurzelfreilegungen von solchen Gehölzen der letzten Jahre interessieren. Wer Bildmaterial davon hat, nur her damit. So kommen wir zusammen der Sache näher.
gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
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555Nase
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Re: Direktsaat von Obstgehölzen

555Nase » Antwort #4 am:

Monti hat geschrieben: 16. Nov 2025, 18:26 Ich wollte nun mal ein Thema zu Direktsaat bei Obstgehölzen auf machen. Ich selbst habe im letzten Winter Apfel- und Birnenkerne direkt gesät. Viel Erfahrung ist also noch nicht vorhanden. Vielleicht taugt die Methode auch nicht und wir legen das Thema in ein paar Jahren ad Akta.

Hier in diesem Faden hatten wir schon etwas dazu diskutiert: viewtopic.php?t=29238&start=45


Im April sah das ganze recht vielversprechend aus, Sämlinge vom Holzapfel:
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Hier die kräftigsten auch Holzapfel (gegenüber Heslacher Gereut, links Luiken, rechts andere Holzäpfel(hybriden, wohl triploid?):
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Hier im Quadranten links am Posten und im Uhrzeigersinn: Brauner Matapfel, Pomme d'Or, Holzapfel(Hybrid), Sämlinge von einem unbekannten Bittersüßen Apfel.
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Im letzen Bild sieht man schön, welche Sämlinge mit Trockenheit (war hierfür wieder mal ein gutes Jahr...) besser klar kommen, welche nicht. Die Sämlinge vom Pomme d'Or (hier hatte ich 20 Kerne gesät) und vermutlich vom anderen Bittersüßen sind triploid. Im Gemüsebeet hatte ich noch viel mehr davon ausgesät, nur ein Sämling ist gewachsen. Hier war also absehbar, dass nichts gescheites kommt. Vom Braunen Matapfel hätte ich mir etwas mehr erhofft.

Was erhoffe ich mir von dem ganzen:
An den Stanort angepasste Unterlagen (Holzapfel) oder auch passende neue Sorten (aus Kultursorten). Durch die Bedingungen (Boden, Wasserverfügbarkeit) kann ich einige Sämlinge gleich rausschmeißen, die auf besseren Standorten evtl. keine nachteilige Entwicklung gezeigt hätten. Außerdem eine ungestörte Wurzelentwickling, gibt ja so Theorien dazu... Ob das aufgeht, wird sich zeigen.

Wie bin ich vorgegangen:
Umgraben der Saatfläche im Dezember. Etwas Kompost und Schafwollpellets eingearbeitet. Oben drauf kamen direkt die Kerne (glaube das war im Februar). Diese wurden vorher (Zeitraum weiß ich nimmer) eingeweicht und im Kühlschrank stratifiziert. Die Kerne habe ich dann mit etwas Laubkompost vermischt mit Hobelspänen gemulcht.
Im Frühling einmal Unkraut gejätet. Das wars. Kein gießen, kein weiteres Düngen. Im Sommer/Herbst hab ich überzälige, unterentwickelte oder kränkliche Sämlinge ausgerissen. Sind trotzdem noch viele übrig die ich über das nächste/übernächte Jahr weiter selektieren will. Ab jetzt bekommen Sie dann auch mal weiter Dünger und Wasser bei Bedarf. Außerdem will ich weiter Mulchen, für weniger Konkurenz durch Gras etc.
Als Schutz gibt es Kükendraht rundherum, oben zusammengebogen dass kein Vogel rein kommt. Schnecken und Mäuse waren kein Thema, hängt aber sicher von der Fläche ab.

Hier noch eine Birnendirektsaat von einem anderen Standort:
Bild
links im Quadrant Sämling von einer durchgetriebenen, sehr alten Unterlage, im UZS Große Rommelter (keiner aufgegangen), Wildling von Einsiedel, Wilde Eierbirne.
Ausschuss:
Bild

Und zum Verlgeich, was der Holzapfel im überdüngten Gemüsebeet kann:
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Wenn ich es schaffe, pflanze ich von denen noch ein paar neben die direkt gesäten. Da bin ich gespannt, wie der Unterschied in ein paar Jahren aussieht.

Im Frühjahr will ich auch Pfirsich und Aprikose direkt säen (als Unterlage).

Hat jemand sonst schon Erfahrungen gesammetl?


Was ist deine Intuition ? Pflanzen für Wassermangel zu züchten, wenn ja, wozu ?
Was willst du mit wasserphobischen Obstpflanzen machen ?
Ist eine evolutionäre Züchtung in 50 Jahren möglich ?
Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx
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