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Säulenapfel (Gelesen 128765 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Mediterraneus
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Re: Säulenapfel

Mediterraneus » Antwort #420 am:

Obstliebhaber hat geschrieben: 21. Mär 2026, 18:14
Starking007 hat geschrieben: 13. Mär 2026, 21:17 Das Bild zeigt keinen Säulenapfel, eher einen Säulenbusch.
Die buschige Pseudosäule erinnert mich an die Thujen vom Vorgänger die ich vor ein paar Jahren rausgemacht hab.
Ich finde den Baum richtig gut. Kann zur Blüte sicher mit einer säuligen Zierkirsche mithalten und zeigt die natürliche Wuchsform.
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
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Rib-2BW
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Re: Säulenapfel

Rib-2BW » Antwort #421 am:

Die ganzen (unechten) Säulen-Pflaumen/Kirschen/Birnen/etc zeigen auch einen Spindelwuchs. Tut aber dennoch seine Aufgabe erfüllen (schmale Krone bei wenig Aufwand). Hier in der Nähe steht auch ein Säulenapfel der nie geschnitten wurde und daher wie eine italienische Pappel aussieht. Das unter den Säulen unterschiedliche Wuchstypen verbergen, die unterschiedliche Pflege bedürfen, ist jetzt auch nichts neues. Ich finde die Sorte "Cactus" sehr interessant.

Wir müssen auch gucken, das wir nicht alles persönlich nehmen. In 5 Tagen hat man es eh vergessen. 🥰
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cydorian
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Re: Säulenapfel

cydorian » Antwort #422 am:

Cactus ist auch so ein Grenzfall. Der columnare Wuchs ist eben keine "hat er / hat er nicht" Sache. Mein Lubera-Sorten verzweigen eindeutig stärker. Jucunda weniger, wie Bolero. In den Versuchspflanzungen wurden dann auch extreme Dichtpflanzungen probiert, man sieht es im Quartier am rechten Rand, wie eng die da stehen:
jucunda.jpg
Und bitte, fangen wir nicht an, Diskriminierung bei unseren Bäumen zu verfolgen, wenn mal z.B. Halbstamm als Spindel bezeichnet wird oder ein Knipbaum als Spalierobst oder so was... dafür ist das Hobby zu spannend und zu vielfältig, um sich wegen Worten zu Baumformen schlecht zu fühlen. Geht raus, guckt die Blütenknospen an. Bald Blütenpracht. Die rotfleischigen Säulenäpfel mit ihren rosa Blüten besonders schön. Auch was für den kleinen Vorgarten. Hier bei mir, schmaler Streifen, aber Säule passt hin:
redini.jpg
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Balder
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Re: Säulenapfel

Balder » Antwort #423 am:

Zu Goldlane: Der ist diploid: Datenblatt

Zu La Torre: Meiner steht auch auf M25, da hatte ich mich geirrt. Das bayerische Obstzentrum hat den also anfangs auf M25 verkauft und aktuell auf M9. Das muss man jetzt nicht verstehen. Ja, die Sorte ist starkwachsend. Aber von M25 auf M9 - das ist ja mal ein sportlicher Sprung. Bei der Fruchtgröße wird das ohne lebenslanger Stütze sicher nichts.

Säulenbusch ist doch auch legitim - bringt auch mehr Ertrag als lauter einzelne Bäume. Das Säulenapfelbaumhobby geht auch ganz schön ins Geld bei den ausgelobten Preisen für die Bäume. Witzigerweise waren die Lubera-Sorten mit Weihnachtsgutscheinen (früher 50%, jetzt 30%) und in der Kombination mit den Wochendeals (oft 50% Rabatt) spektakulär günstig. Aber: Teilweise wurden Winzbäume geliefert, die ewig nicht vom Fleck gekommen sind oder die Sorten haben nicht überzeugt: Equilibro, Subito und Pronto sind wieder rausgeflogen, zu schlecht. Fresco (säuerlich) und Dulcessa (süß) sind gut und alternieren wenig. Redini Cuckoo (rotfleischig) ist noch nicht so groß und ich hatte nur ein paar Probierfrüchte. Der bleibt. Mannequin ist mir zu süß, hält nicht lange und ist dann mehlig. Rest noch ohne Erfahrung.

Von den rotfleischigen Redloves (also den Nicht-Säulen), finde ich Circe am Besten: Reif ab 20.August, ein säuerlich-erfrischender Apfel im Spätsommer. Era hat zu kleine Äpfel, könnte aber auch daran liegen, dass der Baum nicht so recht in die Puschen kommt und ich nicht ausdünne. Calypso war deutlich später, wurde leicht mehlig (er hatte aber keinen guten Standort) und auch gerne Kernhausschimmel. Odysso muss man lagern vor Verzehr. Jedermann's hat noch nicht getragen, Baum wächst aber klar am Stärksten. Sieht man auch am Redlove-3-Sortenbaum des Nachbarn (Era, Circe, Jedermann's).

Kann mir nicht vorstellen, dass der Starcats-Säulenbusch umkippt, wenn er einen dicken Stamm hat und auf M7 aufwärts steht. Die Unterlage kann das doch locker ab, vor allem, wenn die Seiten-Säulenäste einigermaßen gleichmäßig verteilt sind. Der steht wahrscheinlich stabiler als eine Säule, die nur ihren Haupttrieb hat und konsequent geschnitten wurde.

Die rotfleischigen Säulen mit ihrer rosaroten Blüte sind ein echter Hingucker. Red Lane, Rosalie, Pomfital, Cuckoo, Tigawa und natürlich der Ursprung Maypole.
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Starking007
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Im Nordosten Bayerns - kalt und Kalk.

Re: Säulenapfel

Starking007 » Antwort #424 am:

Ich hab meine als Raumtrenner gepflanzt, auf 33cm Abstand.
Und damit ich mitrede kann.
Ernte ist nebensächlich, Rondo ganz gut, Indian Summer auch. Es wird aber ausgedünnt.
Überall, wo ich mal Deko an den Stamm gelehnt habe: Rindenbrand.

Ich versuche NICHT rein sachlich und grammatisch richtig zu schreiben, 8)
bei guten 60 Jahren Gartenerfahrung (Hobby, Ehrenamt, Beruf) erlaube ich mir auch ein bißchen...., ;)
für trockene Fachtexte gehe ich in Wikipedia. :'(
Ich äussere mich gerne spontan, auch unkonventionell, mein Humor wird durchaus entdeckt.....
;D
Gruß Arthur
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Balder
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Re: Säulenapfel

Balder » Antwort #425 am:

Indian Summer = Fire Dance, richtig?

Die Franzosen, oft als Starline-Serie vermarktet, sind ohnehin deutlich besser als ihr Ruf. Fire Dance ist säuerlich, der süße Pedant ist Golden Gate. Der starkwüchsige Garden Fountain mit seinem birnigem Geschmack ist für mich der bessere Pinova. Er wäre ein interessanter Kreuzungspartner für Züchtungen.
Da heute viele lieber süß oder zumindest ausgewogen wollen, vielleicht mit einem der rotfleischigen Säulen kreuzen, die alle säuerlich sind.
Oder mit einem, der weniger alterniert, was die Franzosen ausnahmslos tun.
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