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Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge (Gelesen 2398 mal)

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Weidenkatz
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Weidenkatz » Antwort #90 am:

Als unsere 2 Kleingärten in ihrer Hochphase waren, haben wir sehr oft nette Komplimente zu ihnen bekommen. Insbesondere den Spaziergängern gefiel unsere wilde, sehr vielfältige Gestaltung mit Rundbeeten, Stauden und Obstgehölzen. Es gab immer viel zu gucken.
-
Eines Tages arbeitete ich auf den Knien jätend vorn im Garten, als ich die sympathische, von jahrzehntelangem Alkohohlübergenuss geprägte Knarrzstimme eines Vorstandsmitglieds hörte. Es gibt allerlei Adjektive, die mir zu dieser Frau einfallen, allesamt hier keinesfalls wiederholbar.
Sie hing mit ihrer ebenso liebreizenden Schwester über unserer Hecke und äugte in den Garten.
Es war regnerisch, sie wähnten sich allein.
Beide besitzen Gärten, die ihr in jeder Hinsicht eingeschränktes Innenleben aufs genaueste wiederspiegeln, Thujahecke, Rasen, 2 eingepferchte quadratische Ödbeete mit Rindenmulch und freudlosem Immergrün.
-
"Also, ich weiß ja echt nicht, was die alle an dem Garten sooo toll finden...Das ist doch.... Ähm.... Das ist... nee.... " sagte A..
Nee, ich auch nicht" echote die Schwester, während sie gleichzeitig eine Schere zückte und an unserer Forsythie ansetzte.
Das war mein ;D Moment.
Ich tauchte quasi einen Meter vor den "Damen" aus unserem Grünzeug auf.
"Hallo A., hallo M.!
M., möchtest Du etwas Forsythie?"
M: "Ähm... "
"Nimm Dir gern etwas Forsythe, M, ist ja noch genug da. "
, M:"Dddanke.."
A:"So, ich muss dann auch mal..." Sie schwang sich eiligst aufs Fahrrad.
-
Boah, als wir mit dem Kleingarten begannen, war ich die Begeisterung pur für diese Idee.
Heute, 10 Jahre später und mit unzähligen finstersten Erfahrungen mit den Menschen in diesem Verein und der drüberliegenden Ebene hat sich das komplett gedreht. Ich bin froh, mit dieser toxischen, kleingeistigen Atmosphäre bald gar nichts mehr zu tun zu haben.
Sorry, evtl. off topic, aber aus dem Herzen... ;)
Eine Bibliothek, ein Garten und eine Katze - drei wichtige "Dinge" zum Glück!
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DerTigga
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

DerTigga » Antwort #91 am:

(Vorstands) machthaben ist eben was anderes als Macht haben, die Überschreitung der feinen Grenze dazwischen wahrzunehmen und wahrhaben zu wollen / sollen ist nicht jedem und jeder gegeben..
Und man selber ist auch nicht immer davor gefeit, dat Fettnäpfchen zu erwischen .. 8)
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pearl
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

pearl » Antwort #92 am:

Weidenkatz hat geschrieben: 1. Apr 2026, 22:24 Boah, als wir mit dem Kleingarten begannen, war ich die Begeisterung pur für diese Idee.
Heute, 10 Jahre später und mit unzähligen finstersten Erfahrungen mit den Menschen in diesem Verein und der drüberliegenden Ebene hat sich das komplett gedreht. Ich bin froh, mit dieser toxischen, kleingeistigen Atmosphäre bald gar nichts mehr zu tun zu haben.
:-* super Story! Kam ein bisschen was von den Missfits rüber. Und zum guten Ende, ja, man wächst aus manchen Gemeinschaften raus. Da zieht man sich lieber zurück, liest ein gutes Buch und hat eine Katze auf dem Schoß.
“I love science, and it pains me to think that so many are terrified of the subject or feel that choosing science means you cannot also choose compassion, or the arts, or be awed by nature. Science is not meant to cure us of mystery, but to reinvent and reinvigorate it.”

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solosunny
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

solosunny » Antwort #93 am:

Weidenkatz hat geschrieben: 1. Apr 2026, 22:24 Als unsere 2 Kleingärten in ihrer Hochphase waren, haben wir sehr oft nette Komplimente zu ihnen bekommen. Insbesondere den Spaziergängern gefiel unsere wilde, sehr vielfältige Gestaltung mit Rundbeeten, Stauden und Obstgehölzen. Es gab immer viel zu gucken.
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Eines Tages arbeitete ich auf den Knien jätend vorn im Garten, als ich die sympathische, von jahrzehntelangem Alkohohlübergenuss geprägte Knarrzstimme eines Vorstandsmitglieds hörte. Es gibt allerlei Adjektive, die mir zu dieser Frau einfallen, allesamt hier keinesfalls wiederholbar.
Sie hing mit ihrer ebenso liebreizenden Schwester über unserer Hecke und äugte in den Garten.
Es war regnerisch, sie wähnten sich allein.
Beide besitzen Gärten, die ihr in jeder Hinsicht eingeschränktes Innenleben aufs genaueste wiederspiegeln, Thujahecke, Rasen, 2 eingepferchte quadratische Ödbeete mit Rindenmulch und freudlosem Immergrün.
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"Also, ich weiß ja echt nicht, was die alle an dem Garten sooo toll finden...Das ist doch.... Ähm.... Das ist... nee.... " sagte A..
Nee, ich auch nicht" echote die Schwester, während sie gleichzeitig eine Schere zückte und an unserer Forsythie ansetzte.
Das war mein ;D Moment.
Ich tauchte quasi einen Meter vor den "Damen" aus unserem Grünzeug auf.
"Hallo A., hallo M.!
M., möchtest Du etwas Forsythie?"
M: "Ähm... "
"Nimm Dir gern etwas Forsythe, M, ist ja noch genug da. "
, M:"Dddanke.."
A:"So, ich muss dann auch mal..." Sie schwang sich eiligst aufs Fahrrad.
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Boah, als wir mit dem Kleingarten begannen, war ich die Begeisterung pur für diese Idee.
Heute, 10 Jahre später und mit unzähligen finstersten Erfahrungen mit den Menschen in diesem Verein und der drüberliegenden Ebene hat sich das komplett gedreht. Ich bin froh, mit dieser toxischen, kleingeistigen Atmosphäre bald gar nichts mehr zu tun zu haben.
Sorry, evtl. off topic, aber aus dem Herzen... ;)
Kann ich soo gut nachvollziehen, ich bin auch froh diesen Kleingeist los zu haben. Allerdings sind die neuen Nachbarn auch zum Teil auch na ja, aber ich kann machen was ich will und gute Ratschläge hat mir noch keiner gegeben.
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IrisLost
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

IrisLost » Antwort #94 am:

Schöner thread! :D
An viele Ratschläge kann ich mich gar nicht erinnern, allerdings an einige Beschwerden. Z. B. bzgl. eines monochrom bepflanzten Beets, daß es langweilig sei und ich was Buntes dazwischensetzen sollte u. a.
Die Beste war, daß man gehört hätte, der Garten sei ja ganz schön (es hatte zuvor eine öffentliche Einladung gegeben, die aber nicht alle Anwohner angenommen hatten) aber (in vorwurfsvollem Ton) man davon nichts von außen sehen könne weil er (vorwurfsvoll ging in anklagend über) an der Straße viel zu dicht zugepflanzt sei ;D 8)

Mit Erlebnissen beim offenen Garten, an dem ich mich vor Jahrzehnten auch ein paar mal beteiligt hatte, könnten hier wahrscheinlich einige ein ganzes Buch füllen...
Oder solchen mit besorgten Eltern, die ihre mittelkleinen Kinder (verständlicherweise) gerne mal für halbe bis ganze Tage in anderen Gärten toben lassen möchten und ganz entsetzt sind, daß dort u. a. Giftpflanzen :o nicht entfernt werden (die eigenen wußten von klein auf genau, was eßbar und was tabu war)...

Ach ja, es ist doch ganz angenehm, wenn man in einem Garten gemütlich vor sich hin buddeln kann, der von außen nicht einsehbar ist ;)

Was anderes als "Ratschläge" sind natürlich Optimierungsfragen/-vorschläge bzgl. spezieller Beete/Kombis mit anderen Gartenenthusiasten. Sowas vermisse ich seit Novas Tod sehr...
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Hyla
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Hyla » Antwort #95 am:

IrisLost hat geschrieben: 2. Apr 2026, 00:42 Ach ja, es ist doch ganz angenehm, wenn man in einem Garten gemütlich vor sich hin buddeln kann, der von außen nicht einsehbar ist ;)
Das hätte ich auch gern gehabt. Also habe ich vor zwanzig Jahren dem GG gesagt, ich hätte gern rundherum eine dichte Hecke. Ich mag das nicht, wenn mir die Leute beim Arbeiten in den Hintern gucken. Nein, sagte er, er würde gern mit den Nachbarn am Zaun ein Schwätzchen halten wollen. Zehn Jahre gingen ins Land, er lernte die Nachbarn kennen und plädiert seitdem für eine mindestens zwei Meter hohe massive Mauer mit Glasscherben oben drauf.
Seit ihm die Nachbarin gesagt hat, unsere extrem schlanke Säuleneibe müßte mal oben gekappt werden, damit sie breiter wächst, ist der Ofen bei ihm aus. ;)
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Rokko21
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Re: Gartengestaltung: ungewollte Ratschläge

Rokko21 » Antwort #96 am:

Von Gartenfreunden, von denen ich weiß oder im Gespräch merke, dass sie kenntnisreicher sind als ich, nehme ich gerne auch mal einen Ratschlag an. Aber gerade die, die über sehr umfangreiches Wissen verfügen, geben meist nicht unaufgeforderte Ratschläge.
Wir hatten auch mal einen Kleingarten den wir dann aber aufgaben, weil wir es körperlich nicht geschafft haben. Das Wissen der anderen Kleingärtner über Stauden tendierte gegen -0. Die meisten konnten nicht einmal die Pflanzen benennen, die in ihren eigenen Garten wachsen. Einmal war ich bei der Gartenarbeit am Zaun, eine vorbeigehende Gartenfreundin fragte was das für Pflanzen seien, die dort so üppig blühen, ich sagte das sind Astern. Astern kenne ich anders sagte sie schnippisch und ging. Ich konnte mir verkneifen zu sagen ja sie kennen nicht viel.
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