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Wenn KI zu Gartenthemen berät... (Gelesen 1579 mal)
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- maigrün
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Wenn KI zu Gartenthemen berät...
es gab ja schon immer ziemlich viel quatsch zu lesen auf den diversen gartenseiten im internet.
aber KI bringt das jetzt auf ein neues niveau. meine rispenhortensien haben eine weiße schmiere auf den ästchen, also kurz recherchiert, um dann auf diese großartige seite zu kommen und zu lernen, dass ich die möbel von der wand abrücken soll.Weisser Befall am Holz
aber KI bringt das jetzt auf ein neues niveau. meine rispenhortensien haben eine weiße schmiere auf den ästchen, also kurz recherchiert, um dann auf diese großartige seite zu kommen und zu lernen, dass ich die möbel von der wand abrücken soll.Weisser Befall am Holz
- Staudo
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
In unserer Tageszeitung war neulich ein Artikel zur Rasenpflege im Frühjahr. Der Redakteur hatte einen Fachmann gefragt und mit seinen Stichpunkten ganz offensichtlich KI gefüttert. Das Ergebnis war 1.-April-tauglich.
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Liebe Grüße von der Apfelbäuerin
Das Schöne zieht einen Teil seines Zaubers aus der Vergangenheit.
Hermann Hesse
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Diverse KIs lesen auch hier mit. Da könnte das Ergebnis von profitieren. Dummes Privatgeplänkel wird scheinbar weniger gewichtet als eine hochwertig erstellte Website wie die von Maigrün verlinkte. Auch fakenews bei Youtube taugen als zitierbare Quelle.
Warten wir mal ab, was die Gartenneulinge in 3 Jahren schon alles besser wissen, bevor sie angefangen haben.
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gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität
- AndreasR
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Wahrscheinlich soll man seine Hortensien von der Wand abrücken und am besten vors Fenster stellen, damit sie mal ordentlich auslüften können. Aber nicht vergessen, bei der Gartenarbeit eine Maske zu tragen, wegen der Schimmelsporen...
Bisher konnte man das Internet ja durchaus als solide Quelle für allerlei Informationen verwenden, aber leider wird dies durch die immer "besseren" KI-Modelle zunehmend verwässert. Die werden zwar durchaus besser, was das Recherchieren angeht, genauso aber wird die Textqualität (oder damit erstellte Bilder und Videos) immer besser, so dass sich die produzierten Artikel fundiert und professionell geschrieben anhören.
Gerade das von maigrün zitierte Beispiel zeigt deutlich, dass die KI zwar viel über Schimmel und den Umgang damit weiß, bei genauem Hinsehen sieht man aber, dass die Ratschläge bezüglich der Hortensien einfach sowas von daneben sind. Irgendwann werden solche Artikel noch ausführlicher und logischer, aber damit wächst auch die Gefahr, dass man Fehler nur noch mit solidem Fachwissen überhaupt erkennen kann. Dann gelangen solche Halluzinationen auch in Zeitung, Radio und Fernsehen, wo sie von jedermann für bare Münze genommen werden, der nicht selbst vom Fach ist, so wie Staude bzgl. der Rasenpflege.
Ich habe jedenfalls meine Zweifel, dass die Ergebnisse nachhaltig besser werden, bald lesen KIs von anderen KIs erstellte Artikel und verwursten diese mit echten Fachbeiträgen, so dass letztendlich ein undurchschaubares Konglomerat aus Fakten und herbeigesponnenen Informationen herauskommt. Da hilft es noch nicht einmal, wenn die Quellen angezeigt werden, denn die kann der Otto-Normal-Verbraucher ja nicht mehr von echten Artikeln unterscheiden, selbst wenn er sich die Mühe macht, das Gelesene nicht ungeprüft zu übernehmen. "Garbage in - Garbage out" ist also auch heute noch genau das gleiche Problem wie in den 1950er-Jahren, als der Begriff in der Informatik geprägt wurde.
Gerade das von maigrün zitierte Beispiel zeigt deutlich, dass die KI zwar viel über Schimmel und den Umgang damit weiß, bei genauem Hinsehen sieht man aber, dass die Ratschläge bezüglich der Hortensien einfach sowas von daneben sind. Irgendwann werden solche Artikel noch ausführlicher und logischer, aber damit wächst auch die Gefahr, dass man Fehler nur noch mit solidem Fachwissen überhaupt erkennen kann. Dann gelangen solche Halluzinationen auch in Zeitung, Radio und Fernsehen, wo sie von jedermann für bare Münze genommen werden, der nicht selbst vom Fach ist, so wie Staude bzgl. der Rasenpflege.
Ich habe jedenfalls meine Zweifel, dass die Ergebnisse nachhaltig besser werden, bald lesen KIs von anderen KIs erstellte Artikel und verwursten diese mit echten Fachbeiträgen, so dass letztendlich ein undurchschaubares Konglomerat aus Fakten und herbeigesponnenen Informationen herauskommt. Da hilft es noch nicht einmal, wenn die Quellen angezeigt werden, denn die kann der Otto-Normal-Verbraucher ja nicht mehr von echten Artikeln unterscheiden, selbst wenn er sich die Mühe macht, das Gelesene nicht ungeprüft zu übernehmen. "Garbage in - Garbage out" ist also auch heute noch genau das gleiche Problem wie in den 1950er-Jahren, als der Begriff in der Informatik geprägt wurde.
-
hqs
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Die Hortensien bitte abschleifen und neu beschichten, das ist das einzig Wahre 
Ja, das frage ich mich auch, was wohl dabei in Zukunft rauskommt, wenn die KI hauptsächlich die Informationen aus KI-generierten Artikeln als Quelle nimmt...
Ja, das frage ich mich auch, was wohl dabei in Zukunft rauskommt, wenn die KI hauptsächlich die Informationen aus KI-generierten Artikeln als Quelle nimmt...
- Turjan
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Ich finde das Internet auch immer weniger hilfreich bei Recherchen. Was gibt es doch fuer viele Gartenseiten, wo sehr lange Artikel mit immer wieder anders formulierten Wiederholungen stehen, aber nichts zu den Fragen, die ich eigentlich hatte.
- Rib-2BW
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Auch immer wieder lustig: Man fragt die KI, ein Text wird ausgegeben, dieser ist mit Quellenangabe und in den Quellen steht nicht das, was die KI sagt.
Einmal wurde mir die Kirschpflaume als mögliche Unterlage für Äpfel genannt.
Das große Problem dahinter ist folgendes: Die KI ist so programmiert, das sie immer eine Antwort gibt, auch wenn sie sie nicht weiß (wenige Ausnahmen). Das ist Absicht, denn der Benutzer will eine Antwort und bewertet die KI als schlecht, wenn die KI sagt, dass sie die Antwort nicht kennt. Der User akzeptiert eher eine falsche Antwort als keine, auch wenn der User selber weiß, dass die Antwort falsch ist.
Daher muss die KI immer eine Antwort geben, auch wenn sie falsch ist.
Einmal wurde mir die Kirschpflaume als mögliche Unterlage für Äpfel genannt.
Das große Problem dahinter ist folgendes: Die KI ist so programmiert, das sie immer eine Antwort gibt, auch wenn sie sie nicht weiß (wenige Ausnahmen). Das ist Absicht, denn der Benutzer will eine Antwort und bewertet die KI als schlecht, wenn die KI sagt, dass sie die Antwort nicht kennt. Der User akzeptiert eher eine falsche Antwort als keine, auch wenn der User selber weiß, dass die Antwort falsch ist.
Daher muss die KI immer eine Antwort geben, auch wenn sie falsch ist.
- Staudo
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Für hilfeiche Informationen und Erfahrungsweitergabe gibt es die verschiedensten Foren. Leider kommen Foren bei den jüngeren Leuten aus der Mode.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
- Veilchen-im-Moose
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Meine Tochter ist mit ihrem Freund in die erste eigene Wohnung gezogen... sehr ländlich - also mit Garten. Jetzt wollen die beiden diesen Garten schön gestalten. Sie habe also "Chatty" mit ein paar Stichworten und Bildern ihres Gartens gefüttert. Die wunderbar bunten Produkte der KI-Recherche wurden dann mir als zweiter Beratungsquelle vorgelegt.
Zu meinem großen Erstaunen habe ich nichts kapiert. Ich konnte nicht mal die verwendeten Pflanzen identifizieren. Es sah so aus, als habe der Chat-Bot einfach nur Elemente - unterschiedliche Blatt- und Blütenformen und Farben - einmal durchgequirlt und dann als möglichst buntes Gewusel ausgespuckt. Und das ganze in Bauhaus-Ästhetik. Wer da was nachbasteln will, ist hoffnungslos verloren.
Zu meinem großen Erstaunen habe ich nichts kapiert. Ich konnte nicht mal die verwendeten Pflanzen identifizieren. Es sah so aus, als habe der Chat-Bot einfach nur Elemente - unterschiedliche Blatt- und Blütenformen und Farben - einmal durchgequirlt und dann als möglichst buntes Gewusel ausgespuckt. Und das ganze in Bauhaus-Ästhetik. Wer da was nachbasteln will, ist hoffnungslos verloren.
Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will
Henri Matisse
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Je allgemeiner man die Suche angeht, desto mehr Schund kommt halt bei raus. Das war bei Büchern auch nicht anders. In Fachbüchern stehen andere Sachen und mehr Details als in einem Konversationslexikon.
Die Foren kann man knicken, wenn man nach einem Begriff sucht, den sich z.B. jemand als Nick ausgesucht hat. Ich wollte mal was zu einer Gattung wissen und hatte dann ein paar hundert mal den Nicknamen inklusive Zitaten als Treffer. Kommt gut in einem Pflanzenforum.
Die Foren kann man knicken, wenn man nach einem Begriff sucht, den sich z.B. jemand als Nick ausgesucht hat. Ich wollte mal was zu einer Gattung wissen und hatte dann ein paar hundert mal den Nicknamen inklusive Zitaten als Treffer. Kommt gut in einem Pflanzenforum.
Liebe Grüße!
Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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- knorbs
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
kann das Ergebnis der eingangsgestellten Frage mit dem schmierigen Belag auf Hortensienästen nicht nachvollziehen. Auf die Frage "hortensie weißer schmieriger Belag auf ast" bemühte google nicht mal die KI und verwies als erster Treffer auf mögl. Botrytis Befall mit anschaulichem Fotobeispiel auf der Website "hortensien.eu". Im KI Modus kamen noch als mögliche Ursache die Hortensien-Wollschildlaus und Mehltau dazu, allerdings fehlte die mögl. Botrytis Ursache...so schlecht finde ich das Ergebnis nicht.
Ich benutze die KI gerne z.B. als Einstieg für Bestimmungsfragen...z.B. morphologische Unterschiede der Blütenmerkmale zweier Trillium Arten oder Blattunterschied bei Pulsatilla Arten. Das Ergebnis war sehr gut und neben der Textbeschreibung auch noch mit Tabelle der Unterschiede anschaulich dargestellt. So kann ich dann gezielt in den div. Floren nachschauen, die i.d.R. in englisch verfasst sind und kann dann aufgrund des KI-Ergebnisses gezielt die engl. bot. Fachbegriffe abarbeiten.
Ich denke, je spezieller die Fragestellung, desto besser das KI-Ergebnis als Ausgangspunkt für weitere Recherchen.
Ich benutze die KI gerne z.B. als Einstieg für Bestimmungsfragen...z.B. morphologische Unterschiede der Blütenmerkmale zweier Trillium Arten oder Blattunterschied bei Pulsatilla Arten. Das Ergebnis war sehr gut und neben der Textbeschreibung auch noch mit Tabelle der Unterschiede anschaulich dargestellt. So kann ich dann gezielt in den div. Floren nachschauen, die i.d.R. in englisch verfasst sind und kann dann aufgrund des KI-Ergebnisses gezielt die engl. bot. Fachbegriffe abarbeiten.
Ich denke, je spezieller die Fragestellung, desto besser das KI-Ergebnis als Ausgangspunkt für weitere Recherchen.
sapere aude
- thomas
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Für die Freiheit des Spottes.
Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Das ist auch mein Eindruck. Auch detailliertere Prompts führen zu besseren Ergebnissen. Aber jedenfalls sollte man selbst sich schon im Themenbereich der Frage auskennen, um ggf. von der KI Halluziniertes zu erkennen.
Kaum macht man etwas richtig, klappt es auch.
- Staudo
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Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
Übrigens, das sollte man auch nicht vergessen, ist die KI extrem energiehungrig. Überschlägig rechnet man für ein Großrechenzentrum mit 500 MW Anschlussleistung. Deshalb wird in den USA üblicherweise ein Gaskraftwerk von 500 MW Leistung daneben gestellt und noch ein zweites, damit auf alle Fälle ausreichend Strom zur Vergügung steht, wenn ein Kraftwerk ausfällt. 
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
- maigrün
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südöstlich von berlin
Re: Wenn KI zu Gartenthemen berät...
das problem im eingangspost war nicht die suche mit KI, den link hatte ich über google gefunden, das problem ist der durch KI produzierte text. hier wurden einfach daten gezogen, die bauschäden betreffen. kontext ist immer noch nicht so einfach für LLMs.