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Dürregejammer (Gelesen 973721 mal)

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Cepha
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Re: Dürregejammer

Cepha » Antwort #6900 am:

Bei mir in Dresden 16mm in den letzten 2 Tagen.

Bin am überlegen, ob ich jetzt nochmal 10-15mm drauf bewässern soll. Was meint ihr?

Boden ab ca. 30cm Tiefe ist Lehm. Beim Nachschauen ist es durchgängig feucht, aber in tieferen Schichten nicht gesättigt.

Ich traue es mich kaum sagen, aber ich ziehe Erbsen und Bohnen in diesen extra tiefen 84er Multipots im Gewächshaus vor. Wenn die gekeimt sind zieh ich ne Furche und stell da die Pflanzen rein. Für meine Kleingärtner-Mengen ist das tatsächlich ein überschaubarer Aufwand, ich hab ne Keimquote nahe 100%, kein Problem mit kalt-nass in der Keimphase (was im April/Mai immer passieren kann) und deutlich weniger Ausfälle durch Schnecken.

VG
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #6901 am:

thuja thujon hat geschrieben: 21. Apr 2026, 12:16 Warum muss man Samen angießen? Man sät die doch auf festen, also feuchten Unterboden. Das reicht zum keimen.
Angießen und Nachts kalt lässt viele Samen verfaulen, wenn zusätzlich noch die Bodenoberfläche verkrustet wars das für den Keimling.
Ich lockere den Boden vor der Aussaat nicht wendend mit Grabegabel oder Handgrabegabel + mache oberflächlich mit Handhacke / Dreizink feinkrümelig. Dann wird wieder etwas angedrückt / nachverdichtet, damit er nicht ZU locker ist.
Kann ja verstehen, dass das ZU feinkrümelig machen bei Lehmböden mit nachfolgendem Regen (oder auch "nur" Angießen mit Brause) nen echtes Problem darstellen kann, aber wie soll ich das mit dem Säen auf festen, feuchten Unterboden verstehen? Etwa, dass Du vor dem Säen nur ganz oberflächlich (also max. 2-3 cm) lockerst, um die Kapillarität von unten nicht zu zerstören...?
Die "Brocken" in denen der Mais ausgesät ist, sehen aus der Perspektive des Sandboden-Gärtners schon wirklich ganz schön grob aus, auch wenn Du sie als "zu fein" bezeichnest... - Andere Welt... 8)
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Re: Dürregejammer

Gänselieschen » Antwort #6902 am:

Im immer trockenen Brandenburger Frühling musste ich auch schon häufig die Saatbeete erst tief wässern, dann abtrocknen lassen und wieder öffnen, um überhaupt säen zu können. Die eigene Bodenfeuchte würde hier immer zu Ausfällen führen. Jetzt - just in that moment - könnte man hier säen. Aber ich wollte doch schon viel eher....
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thuja thujon
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #6903 am:

Eben das `viel eher´ ist die Geschichte mit Winterfeuchtigkeit nutzen.
Die ist hier jetzt auch ziemlich weg, herausfordernd aktuell da was zu etablieren.
Aber mal doof gefragt, wer wässert denn auf den Äckern in Brandenburg vor der Saat? Niemand, oder? Und trotzdem wächst dort im Sommer Mais oder Sonnenblumen. Wie keimen die? Was machen die Bauern dort anders als der Grabegabelschwingende Hobbygärtner?

Tempelhofgärtner hats erkannt, nicht tiefer lockern wie gesät wird. Nicht 2-3cm für Mais, sondern auf Sand von mir aus 7cm, auf Lehm 5.
Hier staubts auch, es ist desert farming langsam. Aber es geht. Natürlich muss man dafür die Grabegabel wegschmeißen, mit der wirds nie was. Das ist eines der unnötigsten Geräte, die man als Gärtner besitzen kann.

Bilder von heute.
Staubt
Mais Saat 20260422.jpeg
Oben nix an Feuchtigkeit da
Mais Boden 20260422.jpeg
Hier sieht man etwas Wasser
Mais Boden Horizont.jpeg

Weil das alles recht trocken ist, bin ich wenn es geht ein paar Tage früher dran, dann ist das sicherer mit dem keimen und man muss weniger fest andrücken.
Und nein, auch im Lehm säen wir nicht in grobe Krümel sondern in Feinerde für Bodenschluss, aber die 1-5cm darüber kann es gerne gröber und weniger fest sein.
Unten muss es aber Bodenkontakt geben, sonst bekommt man das Restwasser vom Winter nicht ins Korn zum quellen und keimen.

Für Feinsämereien im Gemüsebau, die nur 0,5cm flach oder ähnlich liegen, ok, da brauchts dann Auflaufbewässerung, aber dort sind die Beete auch drei mal kaputtgefräst, nix mit guter Bodenstruktur. Das ist ja das, was man gerade nicht möchte. Darum dreht sich doch die ganze Geschichte mit Bodenverbesserung, Mulchsaat usw.

Stichwort wendende Bodenbearbeitung, die ist top, wenn man es lange genug vorher macht, dass sich wieder Kapillaren aufbauen können. Mischend kurz vor der Saat ist eine Katastrophe und oft nicht weniger intensiv wie wendend. Da sollte man nicht das eine vor dem anderen verurteilen. Bevor man was macht, Boden angucken, nachgraben, durch die Finger gehen lassen, nach der Situation entscheiden. Nicht unbedingt das machen, was das Käseblatt Gartenzeitschrift empfohlen hat. Das Käseblatt kennt den Boden und die Situation vor Ort nicht.
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Mediterraneus
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #6904 am:

Man ist es irgendwie gewohnt, den Boden zu lockern. Hier wird der bockelhart, wenn nicht bearbeitet.

Momentan staubt es auch hier im Garten, 2 Monate kaum Regen, ständig Wind und Sonne. Und das im April.

Das nächste, was im Gemüsegarten gepflanzt wird, sind die Tomaten und Paprika Mitte Mai. Ich hoffe, die Lage hat sich dann etwas entspannt.
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Re: Dürregejammer

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #6905 am:

Ganz genau, das ist auch mein Problem beim Verstehen von TTs ja vermutlich auch irgendwie richtiger Anregung zu "richtigerem" Bodenbearbeiten. Das Vertrauen ins Keimen ohne explizit eingebrachte Feuchtigkeit hat wohl kaum einer so richtig im Blut, der das nicht so "entspannt" sieht, wie der Wissenschaftler, der zu Recht die Frage aufwirft, warum Samen auch im Brandenburgischen keimen, als wir noch nicht von einer einmaligen Regengunstlage sprechen konnten...

In DEM Kontext macht dann natürlich auch der Schnack vom Gründüngen ist das bessere Bodenlockern total Sinn, denn wenn ich mir deswegen, weil alles bereits wurzelgelockert ist das mechanische Lockern (außer in den allerobersten paar [2-max. 7 ] Zentimetern) komplett sparen kann, wird natürlich auch die Kapillarität der Winterfeuchte nicht gestört... - Macht Sinn!
(Kommt aber ohne ne Grund-Ausbildung in dieser Sichtweise beim anders arbeitenden Publikum natürlich nicht so an...)
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Re: Dürregejammer

Rieke » Antwort #6906 am:

thuja thujon hat geschrieben: 23. Apr 2026, 00:41 Aber mal doof gefragt, wer wässert denn auf den Äckern in Brandenburg vor der Saat? Niemand, oder? Und trotzdem wächst dort im Sommer Mais oder Sonnenblumen. Wie keimen die? Was machen die Bauern dort anders als der Grabegabelschwingende Hobbygärtner?
In trockenen Jahren sehen unbewässerte Brandenburger Äcker ziemlich kümmerlich aus, mit knie-hüfthohem Mais und mickrigen Sonnenblumen und vielen Lücken im Bewuchs. Da wird die durch Trockenheit verzögerte Keimung sicherlich eine Rolle spielen. Der erste Schritt bei der Keimung von Samen ist die Quellung, und bei trockenem Boden und oft nicht einmal Tau nachts dauert es entsprechnd lange, bis die Samen genug gequollen sind, daß der Stoffwechsel in Gang kommt.

Ich bewässere jedenfalls die Gemüsebeete vor der Aussaat, sonst wird das hier nichts - und ich habe für Berliner Verhältnisse noch relativ guten Boden mit ein klein wenig Lehm.
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #6907 am:

In den Ostdeutschen Sandgebieten mit den großen Feldern hat man überdurchschnittlich viele Betriebe, die Mulchsaat machen. In Brasilien und dem anderen Amerika ist auch Stoppelsaat üblich. Strip till, wird auch hier langsam etwas mehr. Wenn man erst spät sät, kann Wasser fehlen, gerade wenns im Winter nicht ausreichend war. Aber wenn was keimt, dann war da Wasser, wenn auch nicht an jedem Fleck, wenn es sehr lückige Bestände gibt.
Dass die hinterher nicht wachsen, anderes Problem.

Tau Nachts ist übrigens unwichtig, der kommt eh nicht am Saatkorn an. Es geht um die passende Bodenbearbeitung und Rückverfestigung.
Mediterraneus hat geschrieben: 23. Apr 2026, 10:43Man ist es irgendwie gewohnt, den Boden zu lockern. Hier wird der bockelhart, wenn nicht bearbeitet.
Was ist hart? Und welcher Boden wird das nicht außer diejenigen ganz ohne Bindung? Also hart ist doch gut, dann hat man wenigstens eine stabile Krume. Locker und gar kann der Boden doch trotzdem sein. Dazu weniger bearbeiten und vor allem nicht zu Pulver vermahlen.

Knobi, noch nicht gegossen dieses Jahr, aber 3 mal gehackt und frühzeitig damit angefangen, um Wasser zu sparen.
Steht im Vergleich zum bewässerten nicht viel schlechter da, hatte allerdings auch die erste Stickstoffgabe 7 Tage später bekommen. Also Kosten/Nutzen-Rechnung noch nicht eindeutig entschieden. Unten übrigens garer und lockerer Boden, nur oben das ausgetrocknete ist hart, bricht aber immer noch, wenn mans braucht.
Knobi 121 Boden 20260423.jpeg


Kartoffeldämme formen geht leider nicht ohne intensive Bodenbearbeitung, damit trocknets aus, hier wird geduscht.
Kartoffeln 20260423.jpeg
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Re: Dürregejammer

thuja thujon » Antwort #6908 am:

Der Wetterbericht hat für Samstag, den 2. Mai, Regen mit 0mm und 29% Wahrscheinlichkeit angekündigt. Ein Lichtblick. Bin gespannt was kommt.
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Re: Dürregejammer

Staudo » Antwort #6909 am:

Wir zehren noch von den 30 mm von letzter Woche. Trotzdem staubt es schon wieder hinter den Traktoren.
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #6910 am:

thuja thujon hat geschrieben: 28. Apr 2026, 11:48 Der Wetterbericht hat für Samstag, den 2. Mai, Regen mit 0mm und 29% Wahrscheinlichkeit angekündigt. Ein Lichtblick. Bin gespannt was kommt.
Das ist wenigstens eine realistische Vorhersage.
Bei 10 mm mit 50 % Wahrscheinlichkeit wär vermutlich auch nicht mehr runtergekommen. ::)

Hier staubts. Asplenium ceterach ist schon eingeschrumpelt.
Wir werden unsere 8 mm als Monatswert halten können.
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Re: Dürregejammer

Mufflon » Antwort #6911 am:

15l am Monatsanfang, seit dem nichts, und da kommt auch nichts mehr.
„Der Mensch hat viele Fähigkeiten, aber das größte Talent entwickelt er bei der Vernichtung der Natur.“ 🍃
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Re: Dürregejammer

Mediterraneus » Antwort #6912 am:

Gibt nur wenige "blaue Flecken" in Deutschland (= 8 mm und weniger) für den Monat April.
Klaro, dass der Südspessart einen erwischt hat.
Main Spessart:
https://kachelmannwetter.com/de/regensu ... 0550z.html

ganz Deutschland:
https://kachelmannwetter.com/de/regensu ... 0550z.html
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Re: Dürregejammer

Kürbisprinzessin » Antwort #6913 am:

Hier auch Trockenheit. Dafür noch mal Frost heute Nacht.

Danke für eure sehr aufschlussreichen Anregungen zur korrekten Aussaat! Ich war bisher tatsächlich auch eher aus der Fraktion "erstmal mit der Grabgabel umgraben" (obwohl ich es ja eigentlich besser wissen sollte ::) ).

Der letzte Regen hat die Sonnenblumen ganz prima zum Keimen gebracht. Es sind richtig viele aufgegangen, hat mich sehr gefreut. Blöd nur, dass dann gleich die sch*** Schnecken überall die Keimblätter aufgefressen haben :-[ Habt ihr dafür auch tolle Tipps (Schneckenkorn wäre eher letzter Ausweg wegen Weinbergschnecke und Tigerschnegel).
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Re: Dürregejammer

Rokko21 » Antwort #6914 am:

Hier südlich von Leipzig zehren wir noch von den Niederschlägen im April. Der April hatte 130% der üblichen Regenmenge. Aber langsam könnte es wieder mal regnen.
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