Hallo ihr Obstfachleute,
Seit über 20 Jahren habe ich ein Birnenspalier gezogen.
Eine Williams Christ und eine Conference.
Letztere hat nicht durchgehalten. Es ist eine Westseite zwischen Häusern und es zieht oft.
Ich habe extra Bücher über Spalierobst gekauft, weil mich die platzsparende Form begeistert.
Aber ich bekomme keinen gleichmäßigen Behang. Auch in Jahren mit gutem Ansatz.
Ich habe die Blüte fotografiert, da merkt man am Besten, dass manche Äste keine Birnen haben.
Wie muss ich das Spalier schneiden, daß es an allen Ästen Birnen gibt?
Oder ist das nur Wunschdenken?
Ansonsten bekommen wir jedes Jahr einige schöne Williams.
LG burgunde
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Birnenspalier (Gelesen 564 mal)
Moderator: cydorian
- cydorian
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Re: Birnenspalier
Sowohl Williams als auch Conference sind Ertragsmonster, die ausgedünnt werden müssen. Wenn schon der Blütenansatz schwach ist, stimmt definitiv etwas nicht.
Was ich aufgrund des Bildes ausschliessen würde, wäre, dass sie zu triebig sind. Der Stamm ist sogar relativ schwach, dafür dass sie schon 20 Jahre alt ist. Auf was steht die Williams? Quitte, nicoliert, ist ohne ja nicht gut affin? Frostschäden sinds auch nicht, schon der Blütenansatz ist schwach. Man müsste erfrorene Knospen sehen.
Aus Bild oder dem Text bleibt unklar, ob zu starker Rückschnitt durchgeführt wurde, ein jährlicher Dauerschnitt der getriebenes Langholz entfernt. Was ständig Langholz treibt, setzt weniger Fruchtspiesse an. Das passiert einem oft an Spalierbäumen, man will ja eine strenge Form behalten. Wenn du aber schon nach Buch schneidest, würde in den Punkt aber eher bezweifeln im Ratespiel.
Letzter Grund, zu wenig Sonne, würde darauf am ehesten spekulieren. Birnen brauchen viel Licht für Blütenknospen. Westseite bedeutet halben Tag verschattet. Zwischen zwei Gebäuden bedeutet vermutlich noch mehr Schatten. Leider ein Punkt, der nicht zu ändern ist, Gebäude abreissen dürfte dir als Therapie zu viele Nebenwirkungen haben.
Was ich aufgrund des Bildes ausschliessen würde, wäre, dass sie zu triebig sind. Der Stamm ist sogar relativ schwach, dafür dass sie schon 20 Jahre alt ist. Auf was steht die Williams? Quitte, nicoliert, ist ohne ja nicht gut affin? Frostschäden sinds auch nicht, schon der Blütenansatz ist schwach. Man müsste erfrorene Knospen sehen.
Aus Bild oder dem Text bleibt unklar, ob zu starker Rückschnitt durchgeführt wurde, ein jährlicher Dauerschnitt der getriebenes Langholz entfernt. Was ständig Langholz treibt, setzt weniger Fruchtspiesse an. Das passiert einem oft an Spalierbäumen, man will ja eine strenge Form behalten. Wenn du aber schon nach Buch schneidest, würde in den Punkt aber eher bezweifeln im Ratespiel.
Letzter Grund, zu wenig Sonne, würde darauf am ehesten spekulieren. Birnen brauchen viel Licht für Blütenknospen. Westseite bedeutet halben Tag verschattet. Zwischen zwei Gebäuden bedeutet vermutlich noch mehr Schatten. Leider ein Punkt, der nicht zu ändern ist, Gebäude abreissen dürfte dir als Therapie zu viele Nebenwirkungen haben.
- Rib-2BW
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Re: Birnenspalier
Bei manchen stellen frage ich mich wo die Terminalknospen sein sollen, die eine Blüte hätten haben können. 
- Bruno3120
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Re: Birnenspalier
Es ist fast nur 1jähriges Holz zu sehen. Mehrjähriges mit Blütenknospen fehlt.
Re: Birnenspalier
Also habe ich zu viel weggeschnitten?!
Ich habe noch ein Bild von 2021 gefunden.
Da waren mehr Blüten dran.
Aber jedes Jahr ist anders.
Bin gespannt ob es dieses Jahr Kiwis gibt, die ersten Triebe sind erfroren. Die Aprikosen waren schön, Pfirsiche weiß ich noch nicht.
LG burgunde
Ich habe noch ein Bild von 2021 gefunden.
Da waren mehr Blüten dran.
Aber jedes Jahr ist anders.
Bin gespannt ob es dieses Jahr Kiwis gibt, die ersten Triebe sind erfroren. Die Aprikosen waren schön, Pfirsiche weiß ich noch nicht.
LG burgunde
- cydorian
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Re: Birnenspalier
Du hast ja Bücher über Spalierobst, aber wie hast du denn geschnitten? Nicht nur Winter- sondern vor allem Sommerschnitt, um Wachstum zu bremsen und Fruchtholz zu fördern? Seitentriebe kürzen? Im Winter nur Wassertriebe und Totholz.
Re: Birnenspalier
Meine Birne steht auf der Westseite und blüht jährlich üppig, war auch als Spalier gedacht, dann kam der Hausbau nebenan und dadurch noch mehr Beschattung, dennoch gibt es Birnen.
Grün ist die Hoffnung
- Rib-2BW
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Re: Birnenspalier
Ich bin kein Spalierexperte und Birnenspalier hab ich keins aber ja, manchmal hast du zu stark geschnitten bzw falsch. Birne darf nicht wie Apfel geschnitten werden. Die Blüten entwickeln sich an den Terminalknospen (Ebdknosoen) eines Asts. Diese sind die ersten Knospen, die im Frühjahr aufgehen.
Bild 1 zeigt, dass du kaum Terminalknospen an manchen Stellen zu verfügung hast.
Die Blütendifferenziereung (Das Anlegen der Blüten für das nächste Jahr) beginnt so im Juli, wenn die erste Wachstumspause eingelegt wird. Ziel ist es also, den neu wachsenden Ast bis dahin zu Pinzieren, damit du Juli, August möglichst viele Terminalknospen hast, die auch Zeit haben eine Blütendifferenziereung durchzuführen. Dabei sollte der neue Trieb nur ein mal pinziert werden, weil ansonsten keine Zeit für eine Blütendifferenziereung zur Verfügung bleibt.
Eine auf Blüte abgezielte Kali, Phosphat Düngung halte ich auch ratsam.
Anderseits ist Cydorians Punkt auch bemerkenswert. Auf Bild 2 kann man Teile der obersten Reihe sehen, an der du scheinbar schlecht ran kommst zum schneiden. Dort gibt es genügend Terminalknospen aber wenig Blüten. Das kann am Jahr liegen (Alternanz), Sommerschnittzeitpunkt (zu spät) oder am Licht.
Zu welcher Himmelsrichtung zeigt die Wand? Gibt es höhere Pflanzen auf der gegenüberliegenden Seite?
Bild 1 zeigt, dass du kaum Terminalknospen an manchen Stellen zu verfügung hast.
Die Blütendifferenziereung (Das Anlegen der Blüten für das nächste Jahr) beginnt so im Juli, wenn die erste Wachstumspause eingelegt wird. Ziel ist es also, den neu wachsenden Ast bis dahin zu Pinzieren, damit du Juli, August möglichst viele Terminalknospen hast, die auch Zeit haben eine Blütendifferenziereung durchzuführen. Dabei sollte der neue Trieb nur ein mal pinziert werden, weil ansonsten keine Zeit für eine Blütendifferenziereung zur Verfügung bleibt.
Eine auf Blüte abgezielte Kali, Phosphat Düngung halte ich auch ratsam.
Anderseits ist Cydorians Punkt auch bemerkenswert. Auf Bild 2 kann man Teile der obersten Reihe sehen, an der du scheinbar schlecht ran kommst zum schneiden. Dort gibt es genügend Terminalknospen aber wenig Blüten. Das kann am Jahr liegen (Alternanz), Sommerschnittzeitpunkt (zu spät) oder am Licht.
Zu welcher Himmelsrichtung zeigt die Wand? Gibt es höhere Pflanzen auf der gegenüberliegenden Seite?
Re: Birnenspalier
Im letzten Jahr habe im pinziert, aber wahrscheinlich zu spät. Oben bin ich nicht gewesen
deswegen gib es dort Birnen!
Ich versuche es dieses Jahr früher zu tun. Auch bekommt der Baum noch eine handvoll Dünger, da war ich immer sparsam. Kompost und Hornspäne bekam er.
Dann wird es hoffentlich nächstes Jahr eine üppige Ernte.
Ich versuche es dieses Jahr früher zu tun. Auch bekommt der Baum noch eine handvoll Dünger, da war ich immer sparsam. Kompost und Hornspäne bekam er.
Dann wird es hoffentlich nächstes Jahr eine üppige Ernte.
Re: Birnenspalier
Klingt logisch.
Ich hab ein Buch von Martin Stangel, der schreibt zweimal Sommerschnitt, einmal Mai/Juni und nochmal Ende Juli. Das hat mich entmutigt, entsprechend verkommen sind meine Spaliere welche ich als waagrechte Palmette geplant hatte. (Ebenso kopflastig und unten verkümmert wie das von burgunde)
Strenges Formspalier würd ich heute nicht mehr versuchen, ich setze meine Hoffnung in ein V oder Fächerspalier, welches hoffentlich mit Winterschnitt auskommt. Trotzdem werde ich probieren, wie das einmalige Pinzieren wirkt.
der Murkser