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Obstbaumveredler-Adepten-Fragen (Gelesen 517573 mal)
Moderator: cydorian
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Wild Obst
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Zwei Kopulationen hintereinander gleichzeitig habe ich auch schon gemacht.
Aber warum den Aufwand machen, wenn es nicht nötig ist? Wenn die Sorte einem wichtig ist und es keine Infos gibt, gerne den Aufwand machen, aber wenn bekannt ist, dass eine Sorte mit Quitte kompatibel ist, warum dann eine Zwischenveredlung?
Aber warum den Aufwand machen, wenn es nicht nötig ist? Wenn die Sorte einem wichtig ist und es keine Infos gibt, gerne den Aufwand machen, aber wenn bekannt ist, dass eine Sorte mit Quitte kompatibel ist, warum dann eine Zwischenveredlung?
- Rib-2BW
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Ich denke das Kompilitätsproblem ist komplexer. Aus der Sicht der Baumschule hat man bekannte Birnensorten und bekannte Quittenunterlagssorten. Das macht es wesentlich einfacher. Nimmt man aber irgendeine andere Quitte, fängt das Gkücksrad von neuem an zu drehen. Da sollte man gleich zu Pyridwarf greifen, wenn man nicht experimentieren will. Ansonsten kann man auch mit Weißdorn herum experimentieren. 
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Ich weiß leider nicht, welche der verkauften Säulenbirnen (z.B. Decora, Condora, Concorde, Obelisk, Starkrimson, Saphira, Jeanne d'Arc, Pirini Myway) mit welchen Quittenunterlagen kompatibel sind. Decora wird zwar gerne auf Quitte A verkauft, meine steht da drauf, bleibt da aber recht klein und hat mit der Fruchtlast Probleme. Das ist wie Säulenapfel auf M9.
Worauf mein Condora steht, keine Ahnung.
Da bleibt also nur Zwischenveredelung mit Gellerts Butterbirne, wenn man pauschal auf Quitte BA29 veredeln will.
Bei the way wäre ich prinzipiell an Edelreisertausch interessiert, um die Säulenbirnensammlung zu erweitern.
Worauf mein Condora steht, keine Ahnung.
Da bleibt also nur Zwischenveredelung mit Gellerts Butterbirne, wenn man pauschal auf Quitte BA29 veredeln will.
Bei the way wäre ich prinzipiell an Edelreisertausch interessiert, um die Säulenbirnensammlung zu erweitern.
- Rib-2BW
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Ich habe auch eine Säule auf Quitte. Ich muss mal die Veredelungsstelle mal genauer betrachten. Daneben habe ich auch eine Nashi auf Quitte. Beides gekauft. Spätestens bei Nashi muss man eine Zwischenveredelung machen. Ich denke, dass sie dies mit Nicolieren realisieren.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Danke für die Erfahrungsberichte über die Kompatibilität. Hier seht ihr vier meiner Quittenbäume, die schön wachsen und blühen, aber nur noch schwarze Früchte tragen. An anderer Stelle tragen meine Quitten gelbe Früchte, die aber innen schwarz sind. Auch nicht schön, aber essbar. Hier aber gibt es Früchte die Außen und innen schwarz sind. Für dieses Jahr hab ich leider keine Reiser mehr, die noch nicht ausgetrieben haben. Kein Problem, bald kommt das nächste Jahr. Unter den Bäumen ist übrigens wieder alles freigehackt. Ich säe dort schon das dritte Jahr Schattenblumen, aber es kommt nie was. Wie gesagt: Bald kommt das nächste Jahr. Doch nochmal zum Thema: Welche Sorte könnte denn die Zwischenveredelung für diese Apfelquitten sein?
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Gellerts Butterbirne wird laut Arche Noah genau dafür empfohlen.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
GELLERTS BUTTERBIRNE (Beurre Hardy)
wäre auch meine erste Wahl, ist gut verträglich (wird übrigens in der Baumschule gerne genommen, weil sie einen schönen, geraden Stamm ausbildet)
Empfehlung: wenn verfügbar zertifiziert virusfreies Material
Zuletzt geändert von mybee am 25. Apr 2026, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Hier ist das toppic zur Diskussion über die Verträglichkeit von Birne auf Quittenunterlage
viewtopic.php?t=46951
Zum Experimentieren gibt es Einiges. Ohne Zwischenveredlung sollen bspw. folgende Birnen mit Quitte kompatibel sein:
gut:
GELLERTS BUTTERBIRNE
VEREINSDECHANTSBIRNE
PASTORENBIRNE
PIERRE CORNEILLE
mäßig bis gut:
ALEXANDER LUCAS, CONDO, CONFERENCE, GUTE LUISE VON AVRANCHES, GRÄFIN VON PARIS,
FRÜHE AUS TREVOUX, HARDENPONTS WINTERBUTTERBIRNE, HERZOGIN ELSA, MERTON PRIDE,
NEUE.POITEAU.
Die Verträglichkeit ist eine graduelle, abhängig von Standortbedingungen, Virusfteiheit.
So wird manchmal - insb. von französischen Autoren - die allgemein als inkompatibel beschriebene WILLIAMS CHRIST als Zwischenveredlung („intermédiaire“) empfohlen.
Aus eigener Erfahrung halte ich sie als ZV ungeeignet. Aber es gibt anscheinend auch verschiedene Klone in Frankreich und der Schweiz.
https://orchardpeople.com/wp-content/up ... XNVXy.pdf
https://www.ars.usda.gov/ARSUserFiles/2 ... tible.html
viewtopic.php?t=46951
Zum Experimentieren gibt es Einiges. Ohne Zwischenveredlung sollen bspw. folgende Birnen mit Quitte kompatibel sein:
gut:
GELLERTS BUTTERBIRNE
VEREINSDECHANTSBIRNE
PASTORENBIRNE
PIERRE CORNEILLE
mäßig bis gut:
ALEXANDER LUCAS, CONDO, CONFERENCE, GUTE LUISE VON AVRANCHES, GRÄFIN VON PARIS,
FRÜHE AUS TREVOUX, HARDENPONTS WINTERBUTTERBIRNE, HERZOGIN ELSA, MERTON PRIDE,
NEUE.POITEAU.
Die Verträglichkeit ist eine graduelle, abhängig von Standortbedingungen, Virusfteiheit.
So wird manchmal - insb. von französischen Autoren - die allgemein als inkompatibel beschriebene WILLIAMS CHRIST als Zwischenveredlung („intermédiaire“) empfohlen.
Aus eigener Erfahrung halte ich sie als ZV ungeeignet. Aber es gibt anscheinend auch verschiedene Klone in Frankreich und der Schweiz.
https://orchardpeople.com/wp-content/up ... XNVXy.pdf
https://www.ars.usda.gov/ARSUserFiles/2 ... tible.html
Zuletzt geändert von mybee am 25. Apr 2026, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Mal ne andere Idee:
Man kann auch Pyrus betulifolia oder P. spinosa als Unterlage verwenden. Letztere wird gerne in Südfrankreich, Griechenland und auf Sardinien auf trockenen, auch steinigen Böden eingesetzt. Gute Kompatibilität mit vielen Birnensorten, kleine und kompakte Bäume.
P. betulifolia wird deutlich größer und zeigt gute Kompatibilität mit Birnen, auch asiatischen. Diese Unterlage ist sehr robust und wenig krankheitsanfällig. Einzig die Beschaffung der Unterlagen ist etwas anspruchsvoller, klappt aber.
Man kann auch Pyrus betulifolia oder P. spinosa als Unterlage verwenden. Letztere wird gerne in Südfrankreich, Griechenland und auf Sardinien auf trockenen, auch steinigen Böden eingesetzt. Gute Kompatibilität mit vielen Birnensorten, kleine und kompakte Bäume.
P. betulifolia wird deutlich größer und zeigt gute Kompatibilität mit Birnen, auch asiatischen. Diese Unterlage ist sehr robust und wenig krankheitsanfällig. Einzig die Beschaffung der Unterlagen ist etwas anspruchsvoller, klappt aber.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Hast du schon solche Unterlagen beschafft? Und wenn ja, wo? Eigene Erfahrungen?
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Pyrus spinosa wird gelegentlich von frz. Obstbaumschulen angeboten. Pepinière Quissac hatte kräftige Pflanzen für ca. 8,- Euro im Programm. Manchmal waren auch 2 in einem Topf. Momentan leider nicht gelistet. Einfach mal unter "Pyrus spinosa porte greffe" googeln. Hab da mal vor Jahren was drüber publiziert:
W. Stieler: Pyrus spinosa - Die Mandelblättrige Birne. In: Pomologen-Verein, Jahresband 2017, 120 - 127
Ich sammle Früchte immer im September/Oktober in der Provence. Keimquote sehr hoch, Sämlinge etwas empfindlich gegenüber Pilzinfektionen und werden gerne von Mäusen gefressen.
Auch P. betulifolia wird gelegentlich angeboten. Am besten auch hier an geeigneter Stelle (z. B. BoGa) Früchte sammeln und aussäen. Am Laserinstitut der Uni Göttingen gab es immer einen reich fruchtenden Baum mit vielen Früchten. Der ist leider inzwischen entfernt worden.
W. Stieler: Pyrus spinosa - Die Mandelblättrige Birne. In: Pomologen-Verein, Jahresband 2017, 120 - 127
Ich sammle Früchte immer im September/Oktober in der Provence. Keimquote sehr hoch, Sämlinge etwas empfindlich gegenüber Pilzinfektionen und werden gerne von Mäusen gefressen.
Auch P. betulifolia wird gelegentlich angeboten. Am besten auch hier an geeigneter Stelle (z. B. BoGa) Früchte sammeln und aussäen. Am Laserinstitut der Uni Göttingen gab es immer einen reich fruchtenden Baum mit vielen Früchten. Der ist leider inzwischen entfernt worden.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Pyrus spinosa hört sich nach einer interessanten Birnen-Unterlage für kleinere Bäume und bestimmte Standorte zum Experimentieren an. In Frankreich startet gerade ein Projekt:
https://pointclef.fr/les-experiences-de ... resilience.
Das Problem ist aber auch hier an geeignetes Material zu kommen
Pyrus betulina für große Bäume würde ich bei Lodder oder Stahl beziehen, falls sie es wieder liefern können und kleinere Mengen abgeben.
https://pointclef.fr/les-experiences-de ... resilience.
Das Problem ist aber auch hier an geeignetes Material zu kommen
Pyrus betulina für große Bäume würde ich bei Lodder oder Stahl beziehen, falls sie es wieder liefern können und kleinere Mengen abgeben.
- Obstliebhaber
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Zweifach-Kopulation mit Gegenzungen: BA29—Gellerts—Williams*
Hoffentlich in der richtigen Reihenfolge.
Abb. a) Die Austriebe der Quittenunterlage habe ich bereits wegrasiert.
.
. .
Abb. b) Einige Tage später: Gellerts treibt nun aus, Williams öffnet ihre Knospen.
.
.
Ich freu mich über Eure Tipps über das weitere Vorgehen.
Ich bin etwas unsicher ob ich den Austrieb der Gellerts erst mal so lasse. Vielleicht würde es das Verwachsen mit der Unterlage begünstigen, wenn ich zunächst nicht eingreife und die Austriebe der Gellerts so belasse. Oder den Austrieb der Gellerts besser doch bald entfernen damit die Williams begünstigt wird?
.
_______
* Erstversuch, heute vor 19 Tagen zusammengepfriemelt. Scheinbar haben mich die anwesenden Experten erfolgreich von der Idee des Chippens im Frühjahr abgebracht. ;-)
Hoffentlich in der richtigen Reihenfolge.
Abb. a) Die Austriebe der Quittenunterlage habe ich bereits wegrasiert.
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Abb. b) Einige Tage später: Gellerts treibt nun aus, Williams öffnet ihre Knospen.
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Ich freu mich über Eure Tipps über das weitere Vorgehen.
Ich bin etwas unsicher ob ich den Austrieb der Gellerts erst mal so lasse. Vielleicht würde es das Verwachsen mit der Unterlage begünstigen, wenn ich zunächst nicht eingreife und die Austriebe der Gellerts so belasse. Oder den Austrieb der Gellerts besser doch bald entfernen damit die Williams begünstigt wird?
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* Erstversuch, heute vor 19 Tagen zusammengepfriemelt. Scheinbar haben mich die anwesenden Experten erfolgreich von der Idee des Chippens im Frühjahr abgebracht. ;-)
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Ich würde noch gar nichts „abrasieren“. Unterlage und Gellerts pinzieren: ja, aber alles weg finde ich in der jetzigen Phase zu kritisch.
Bei Gellerts würde ich einen Trieb auch erstmal wachsen lassen. Könnte ja sein, dass Williams doch nicht funktioniert.
Aber ich gehöre auch zur defensiven Fraktion.
Bei Gellerts würde ich einen Trieb auch erstmal wachsen lassen. Könnte ja sein, dass Williams doch nicht funktioniert.
Aber ich gehöre auch zur defensiven Fraktion.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Mein Verbandmaterial:
Am liebsten Parafilm, den ich ihn schmalere Streifen schneide und der sich von alleine ablöst, was bei direkter Sonne manchmal zu schnell passiert. Für späte Veredelungen oder welche mit viel Druck nicht zu empfehlen, es sei denn man kombiniert es mit den schmalen Rollen Frischhaltefolie, die man in China kaufen kann. Alternativ kann man natürlich auch handelsübliche Rollen Frischhaltefolie zerschneiden (Tipp von Starking007). Da braucht man aber ein sehr scharfes Messer, die nicht alles zusammendrückt, sonst wird das Abwickeln zur Tortur. Nicht auf dem Bild sind Wäscheklammern oder Gummiband ausm Nähkasten. Beides nehme ich bei handwerklich schlechten Veredelungen, um mehr Druck zu bekommen und es fest zusammen zu pressen. Welche Variante hängt davon ab, was griffbereit in der Nähe ist.
Länge des Edelreises:
Da verstehe ich die Empfehlung mit den 3 Augen nicht. Ich habe von sehr kurz bis zu 60cm schon alles verwendet. Bei Säulenäpfeln bringt ein langes Edelreis einen klaren Zeitvorsprung, da der Zuwachs im ersten Jahr bei Winterhandveredelung meist nicht so groß ist.
Mit Sommerveredelung habe ich allerdings noch keine Erfahrungen.
Da ich leider rindenbrandgeschädigte Bäume habe, will ich nächstes Jahr 1 Meter große Veredelungen wagen, sprich einen Teil der Säule umsetzen bevor er vom Rindenbrand ohnehin eingeht.
Die Challenge dabei ist es, so dicke Unterlagen zu bekommen oder dickeres „Edelreis“ auf schmalere Unterlage zu veredeln.
Am liebsten Parafilm, den ich ihn schmalere Streifen schneide und der sich von alleine ablöst, was bei direkter Sonne manchmal zu schnell passiert. Für späte Veredelungen oder welche mit viel Druck nicht zu empfehlen, es sei denn man kombiniert es mit den schmalen Rollen Frischhaltefolie, die man in China kaufen kann. Alternativ kann man natürlich auch handelsübliche Rollen Frischhaltefolie zerschneiden (Tipp von Starking007). Da braucht man aber ein sehr scharfes Messer, die nicht alles zusammendrückt, sonst wird das Abwickeln zur Tortur. Nicht auf dem Bild sind Wäscheklammern oder Gummiband ausm Nähkasten. Beides nehme ich bei handwerklich schlechten Veredelungen, um mehr Druck zu bekommen und es fest zusammen zu pressen. Welche Variante hängt davon ab, was griffbereit in der Nähe ist.
Länge des Edelreises:
Da verstehe ich die Empfehlung mit den 3 Augen nicht. Ich habe von sehr kurz bis zu 60cm schon alles verwendet. Bei Säulenäpfeln bringt ein langes Edelreis einen klaren Zeitvorsprung, da der Zuwachs im ersten Jahr bei Winterhandveredelung meist nicht so groß ist.
Mit Sommerveredelung habe ich allerdings noch keine Erfahrungen.
Da ich leider rindenbrandgeschädigte Bäume habe, will ich nächstes Jahr 1 Meter große Veredelungen wagen, sprich einen Teil der Säule umsetzen bevor er vom Rindenbrand ohnehin eingeht.
Die Challenge dabei ist es, so dicke Unterlagen zu bekommen oder dickeres „Edelreis“ auf schmalere Unterlage zu veredeln.