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Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans (Gelesen 289752 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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thuja thujon
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

thuja thujon » Antwort #1260 am:

Für Pfirsich gibts nichts, was erlaubt ist.
Eigentlich ists ja nicht das BMVL, sondern das UBA, das mit Vetorecht die Zulassungen seit Jahren blockiert oder verhindert. Nix gegen das BMVL und BFR, Sicherheit und Wirkung sind wichtig.
In D sind wir absolutes Schlusslicht in der EU und die zonale Zulassung hat auch noch nicht funktioniert.
Nationale Reform: gescheitert.

Wenn ich mir die Vorträge der Gartenakademien anhöre oder anschaue, dann soll sich bitte keiner über Schottergärten wundern.
Im Profianbau ists aber auch nur noch traurig. In den 2010ern hatten wir ein Projekt übergeben, 2018 die Zulassung beantragt. In Australien und vielen anderen Ländern seit Jahren im Einsatz, in D wartet man immer noch. 8 Jahre und mehr warten auf eine Genehmigung, das ist irgendwann nicht mehr refinanzierbar. Da werden aus 10-12 Jahren für einen Stoff eher 15 bis 20, und die 300 Millionen Euro reichen auch nicht mehr.
Aktuell warten über 70 Stoffe auf Genehmigung. Zwischenzeitlich werden weite Teile der Obstbaugebiete (in RLP) gerodet, in vielen Ackerkulturen siehts mies aus und Gemüse ist oft auch nur noch über AKLück aufrecht zu halten, aber auch hier wandern viele Kulturen weg ins Ausland.
So wird das nichts mit weniger Abhängigkeit von anderen Staaten.
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cydorian
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cydorian » Antwort #1261 am:

Trennen lässt sich das nicht, der UBA Direktorenposten wird politisch besetzt, Vorschlag des Ministerium, Bundeskabinett beschliesst. Der Absturz passierte schon ab Jochen Flasbarth 2009. Spielt auch keine Rolle, weil es uns ebenfalls nicht bei den Pfirsichen hilft und wir die Geschichte nicht ändern können. Sind wir mal lieber froh, dass des mit PES etwas gibt, das man leicht besorgen und anwenden kann, auch wenns natürlich alles ganz illegal ist.
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thuja thujon
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

thuja thujon » Antwort #1262 am:

Irgendwann wird man auch das nicht mehr besorgen können. Dann stellen wir uns den Chemiekolben in die Garage und machen das Peroxid selbst?
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cydorian » Antwort #1263 am:

Irgendwann ist vielleicht auch Wasser verboten. Vorerst reicht Desinfektionsmittel mit PES.
kolumbus
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

kolumbus » Antwort #1264 am:

Ich wollte nochmal ein aktuelles Fruteria Foto ohne PES behandelt, nachliefern.
Ich habe noch 4 infizierte Blätter im ganzen Baum gefunden. D.h. grob übern Daumen: 99% gesund dieses Jahr ohne PES!. Ich bin für dieses Jahr begeistert. :)
Die Nektarine nebendran hat trotz PES noch ca. 30% Kräuselblätter.
Jetzt wird es nächstes Jahr spannend. Der Pilz ist ja jetzt auf dem Fruteria und der Befallsdruck über die Nektarine wird hoch sein.
Ist die Resistenz schon nächstes Jahr durchbrochen?.....mit PES werde ihn auf jeden Fall nicht behandeln.

Grüsse
Kolumbus

PS:
- den Pfirsicose habe ich umgemacht. Alles voller Kräusel, trotz 2x PES. Bin auch schlecht hingekommen, egal ;) .
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Fruteria Mai26_1.jpg
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cydorian
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cydorian » Antwort #1265 am:

Einer meiner Nachbarn hat nicht behandelt:
IMG_6211.JPG
Befall 150% :-)
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cat1
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cat1 » Antwort #1266 am:

Joarh :o Bei meinen Nachbarn sieht es ähnlich aus - und sie haben behandelt, leider zu spät...

Hier hingegen schaut es gut aus
Bild
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

Granate » Antwort #1267 am:

cydorian hat geschrieben: 7. Mai 2026, 14:08 Einer meiner Nachbarn hat nicht behandelt:

IMG_6211.JPG

Befall 150% :-)
Was bleibt einem dann übrig bei so einem Befall? Wird der Baum die Blätter alle abwerfen?
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cat1 » Antwort #1268 am:

Wird er. Wenn er genug Reserven hat, wird es wieder austreiben. Die Früchte kann man vergessen.
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

Ivoch » Antwort #1269 am:

Bei meinem Plattpfirsich sind ca. 50-60% der Blätter befallen, obwohl ich zwei mal behandelt habe (das erste mal schon irgendwann im November, wenn ich mich nicht irre). Gekauft und gepflanzt Frühling 2023, also vermutlich 5-6 Jahre alt. Bei zwei aus Kernen gezogenen Bäumchen, die im Frühling 2023 gesät wurden sind nur jeweils 2-3 Blätter befallen. Der Mutterbaum (in Bulgarien bei meinem Vater) ist wiederum fast zu 100% befallen.

Mein Vater hat aber erst im März kurz vor der Blüte mit Kupfersulfat gespritzt, dann zur Blüte mit Difenoconazol. Er hat noch Switch (Fludioxonil + Cyprodinil) und Signum (Pyraclostrobin + Boscalid) da. Was von diesen Mitteln (oder in welcher Kombination) hätte die beste Wirkung, wenn er im Herbst dann rechtzeitig spritzen würde? Und würde es überhaupt etwas bringen, wenn er nur einmal und relativ früh spritzt (irgendwann im November) und dann erst wieder Anfang März? Er kommt nämlich über den Winter meistens nach DE und es gibt dort keinen, der sich darum kümmern könnte.
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

555Nase » Antwort #1270 am:

Ivoch hat geschrieben: 8. Mai 2026, 14:24 Bei meinem Plattpfirsich sind ca. 50-60% der Blätter befallen, obwohl ich zwei mal behandelt habe...
Mit was hast du gespritzt ?
Beim Anmischen von PES kann man auch Fehler machen.
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thuja thujon
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

thuja thujon » Antwort #1271 am:

Switch kann er entweder in die Blüte gegen Zweigmonilia oder auf die Frucht gegen Fruchtmonilia und Grauschimmel spritzen. Aber nicht beides, sondern nur eine Anwendung pro Jahr wegen Resistenzgründen.
Signum kann für den gleichen Zweck (ohne Grauschimmel, nur beide Monilias) bis zu 3 mal pro Saison angewendet werden.

Gegen Kräusel haben beide keine Wirkung.
Im November mit PES, das wird kurz vor der Abreise machbar sein, auch wenn der Baum noch belaubt ist. PES hat kaum Phytotox.
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Re: Kräuselkrankheit bei Pfirsichen, Taphrina deformans

cydorian » Antwort #1272 am:

Bei mir hat Wirkung wieder sehr gut geklappt. Es kräuselt fast nichts, allerdings schwere Schäden durch den harten Spätfrost bei frühem Austrieb und dann auch sehr viel Monilia. In der schönsten Blütezeit hatte es wieder wie üblich diese beschissene Wetter mit häufigen aber minimalem Regen, immer nur wenige Millimeter, der Boden nicht feucht aber die Blätter immer. Natürlich keine Ernte, wie jedes Jahr. Das neue Wetter sorgt zuverlässig für Ernteende im März.

Der Nachbarkräuslerpfirsich ist 20, 30 Meter weg. Es ist also auch nicht so, dass dessen Sprossyzel so leicht auf die bereits behandelten Bäume bei mir fliegt. Sicher auch eine Frage der Hauptwindrichtung, aber es lohnt sich auch jeden Fall, auch bei unfähigen Nachbarn die eigenen Bäume zu behandeln.
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