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Gießstrategie bei Hitzewellen (Gelesen 979 mal)

A rose is a rose is - Erfahrungen, Pflege und Schnitt von Rosen
Historische Rosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Wildrosen ...

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Drainagefan
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Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan »

Meine Rosen sind im 1. Jahr und ich habe keine Ahnung wie ich mit denen bei Hitzewellen umgehen soll.

Die Libertas ist in praller Sonne und verliert eine Blüte nach der anderen. Im Schatten hat es 35°, in der Sonne wo die Libertas ist, schätze ich hat es 50°. Die Hausmauer habe ich mit Oberflächenthermometer gemessen, da hat es 60°.

Täglich Gießen was das Zeug hält, solange die Blüten alle verwelkt sind und es täglich schlimmer wird?

Ich habe dann noch eine Blackwood Forest im Halbschatten. Da sind die Blüten auch verwelkt. Aber die ist von der direkten Sonne verschont.

Bei anderen Pflanzen habe ich gemerkt, denen geht es deutlich besser, wenn sie bei diesen Temperaturen täglich "stärker" gegossen werden. Ich schätze mal, verfaulen wird bei über 30° nicht so schnell was. Die Clematis Viticella lässt auch alles hängen und hat eingerollte Blätter, obwohl gegossen wurde. Regen könnte am Montag kommen. Es geht also um eine Strategie für 4 Tage bei 35°.

Wie schneidet man verblühte Rosen richtig? Ich habe mal gelesen, bei 2 Blättern unterhalb der Blüte soll man abschneiden. Was passiert, wenn man nichts abschneidet. Ist das nur unschön? Ich habe bei dieser Hitze nicht viel Lust im Garten was zu tun. Mir reicht schon 50 Gießkannen aus der Regentonne am Abend für die allerwichtigsten Pflanzen zu schleppen.
LG Horst
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Staudo
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Staudo » Antwort #1 am:

Bei den derzeitigen Temperaturen geht es ums Überleben.
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Secret Garden
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Secret Garden » Antwort #2 am:

Meine eingewachsenen Rosen gieße ich überhaupt nicht, bei frisch gepflanzten sieht es anders aus. Alle zwei, drei Tage würde ich junge Rosen bei großer Hitze durchdringend wässern, das bringt mehr, als jeden Tag den Oberboden zu befeuchten. Wenn der Boden gar kein Wasser hält, kann auch tägliches tiefgründiges wässern nötig sein.
.
Das Verbrennen der Blüten kann man dadurch nicht verhindern. Deshalb ist es schon sinnvoll, verblühte Blütenstände (oberhalb des nächsten fünfteiligen Blattes) zurückzuschneiden. Man "muss" das nicht tun, es fördert aber den Neutrieb und die Nachblüte.
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Drainagefan
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan » Antwort #3 am:

Staudo hat geschrieben: 24. Jun 2026, 22:51 Bei den derzeitigen Temperaturen geht es ums Überleben.
Genau das ist der Punkt. Ich muss klar Prioritäten setzen, was Wasser bekommt. Bei den Blutstorchschnabel hoffe ich, dass die das ohne Gießen schaffen. Tiny Monster sieht ohne Gießen noch ziemlich gut aus.

Die Rosen sollen aber keinen merklichen Schaden bekommen.
LG Horst
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Drainagefan
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan » Antwort #4 am:

Secret Garden hat geschrieben: 24. Jun 2026, 22:53 Meine eingewachsenen Rosen gieße ich überhaupt nicht
Und genau deswegen habe ich keine Ahnung. Die 20 Jahre alten Rosen davor wurden auch nicht gegossen.
Secret Garden hat geschrieben: 24. Jun 2026, 22:53 Alle zwei, drei Tage würde ich junge Rosen bei großer Hitze durchdringend wässern, das bringt mehr, als jeden Tag den Oberboden zu befeuchten.
Jede Rose bekommt ca. 3l bei mir. Es stellt sich die Frage, was mehr schadet, täglich diese Menge oder nur alle 3 Tage. Ich bin schon irritiert, wenn Rose und Clematis alles hängen lassen und wenn es sein muss bekommen die Rosen diese Menge täglich. Auf der anderen Seite habe ich genug Pflanzen, die auch das Wasser möchten. Die Hortensien im Halbschatten zeigen die geringsten Hitzeprobleme. Phlox ist ziemlich gelb, etc. Die Malven müssen dursten, blühen aber ohne Gießen.
Secret Garden hat geschrieben: 24. Jun 2026, 22:53 Man "muss" das nicht tun, es fördert aber den Neutrieb und die Nachblüte.
Genau das wollte ich wissen. Primär geht es im 1. Jahr darum, dass die Rose bei der Hitze überlebt, ob die jetzt ein wenig mehr blüht, ist nicht so wichtig. Für das 1. Jahr blühte die Libertas sowieso extrem. Nachdem die Rose 2-jährig blüht, wird da vermutlich nicht mehr viel kommen, wenn die Blüten vertrocknet sind. Bei 1 Clematis sehe ich noch ein paar geschlossene Blüten-Knospen.

Alles ok, die Pflanzen müssen im 1. Jahr nur überleben.


So sah es vor ein paar Tagen aus:

rosenbogen.jpg


Die meisten Blüten liegen jetzt am Boden. @Hobab, die Potentilla, die bzgl. Clematis diskutiert wurde, am Foto unten, hat sich nach Regenfällen erholt. Die hatte auch alle Blüten verloren.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Staudo » Antwort #5 am:

Bei 35°C vergeht die Blüte halt sehr schnell. Daher ist es besser, mehrmals blühende Rosen zu pflanzen, auch wenn denen evtl. der Heiligenschein fehlt. ;)
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Arachne » Antwort #6 am:

Drainagefan hat geschrieben: 24. Jun 2026, 23:12 Jede Rose bekommt ca. 3l bei mir. Es stellt sich die Frage, was mehr schadet, täglich diese Menge oder nur alle 3 Tage.
Mit 3 Litern feuchtest Du nur die Erdoberfläche an, die Rose hat da gar nichts davon.

Forme in der Erde einen Gießrand um die Rose.
Dann lässt Du da 1-2 Kannen Wasser versickern. In einer Gießaktion an einem Tag! Nur so bekommen die Wurzeln der Rose auch Wasser ab. Die folgenden Tage brauchst Du dann erstmal nicht zu gießen.
Der Specht, der Holz mit dem Schnabel haut, hat das Haus mir aufgebaut;
Dass das Haus beworfen sei, trug die Schwalbe Mörtel bei.
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Drainagefan
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan » Antwort #7 am:

Arachne hat geschrieben: 24. Jun 2026, 23:44 Dann lässt Du da 1-2 Kannen Wasser versickern.
Meinst du 1 Kanne = 10l?
Arachne hat geschrieben: 24. Jun 2026, 23:44 Forme in der Erde einen Gießrand um die Rose.
Das ist leider nicht möglich. Siehe auch die Fotos. Um die Rose bzw. den ganzen Rosenbogen sind viele Potentilla crantzii 'Goldrausch' (auch Rosengewächs, aber trockenheitsliebend) gesetzt. Die Potentilla haben viel steinige Erde, die Rosen nicht. Das soll ein wenig den Wasserbedarf ausgleichen.

rosenbogen.jpg


Gegenüber der Rose ist eine Clematis viticella ‚Venosa Violacea' im Schneckenkragen. Da muss ich aufpassen, dass ich mit dem Wasser keine Schnecken anlocke. Im Schneckenkragen ist eine Potentilla zur Abschattung gesetzt.

Weiter weg von der Rose kommen dann Hesperaloe parviflora und darum herum Geranium cinereum Jolly Jewel Lilac. Alles Pflanzen, die etabliert nicht viel Wasser mögen. Ich muss beim Gießen also aufpassen.

Ich werde der Rose 10l in Etappen spendieren. Es geht ja nur darum, dass die Pflanzen bis zum nächsten Regen Anfang nächster Woche überleben.

Mir ist schon klar, das ist alles experimentell und grenzwertig, aber ich habe Hoffnung, dass sich die Pflanzen alle etablieren können. Bis auf die Hesperaloen ist alles neu.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan » Antwort #8 am:

Staudo hat geschrieben: 24. Jun 2026, 23:26 Daher ist es besser, mehrmals blühende Rosen zu pflanzen, auch wenn denen evtl. der Heiligenschein fehlt. ;)
Sorry, ich verstehe nicht was du meinst. Ich bin nicht böse, wenn die Blüten abfallen. Das ist der heißeste Juni seit Wetteraufzeichnungen. Es geht nur darum, dass die Pflanzen überleben und sich etablieren. Ich kämpfe an vielen Stellen im Garten mit jungen Pflanzen.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

thuja thujon » Antwort #9 am:

Zum ersten muss ich feststellen, dass die Rose verhätschelt/verkünstelt ist weil sie quasi am Tropf hängt, also die kann auf Wetter nur damit reagieren, Trockenheitsanzeichen zu zeigen.
So zieht man anfällige Pflanzen.
Durchdringend gießen heißt einmal die 20 Liter zu geben, danach mindestens eine Woche nichts. Auch mal 2 Wochen nichts bei 40°C wenn es so wenig windig wie jetzt ist. So zieht man Pflanzen, die Trockenheit abkönnen.

Wenn die Blüten eh abfallen weil sie gekocht werden, das Laub nichts gewöhnt ist, du eh keinen Wert drauf legst weils ums überleben gehen soll, schneide doch alles runter auf 25cm und lass vernünftiges Laub ohne das Gehätschel treiben. So verwöhntes Material wie jetzt bekommst du eh nie Wetterfest.

Die Blumen drumrum spielen keine Rolle, die falsche Pflege machen auch die nur anfälliger.

Probier das Prinzip mit durchdringend gießen mal aus, notfalls mit einer Opferpflanze in einem anderen Eck. Du wirst sehen, dass du über die Hälfte vom Wasser sparen kannst und kaum Arbeit damit haben wirst.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Drainagefan » Antwort #10 am:

thuja thujon hat geschrieben: 25. Jun 2026, 00:56 Zum ersten muss ich feststellen, dass die Rose verhätschelt/verkünstelt ist weil sie quasi am Tropf hängt
Die Rose wurde letzten Herbst gesetzt und was die Gärtnerei an Tricks angewandt hat, keine Ahnung.

Jedenfalls wurde die Rose das ganze Jahr nicht gegossen bis zur augenblicklichen Hitzewelle. Es wurde auch nicht gegossen als es die Monate davor wenig regnete. Die Blätter waren grün und damit hatte ich auch nicht gegossen.

thuja thujon hat geschrieben: 25. Jun 2026, 00:56 schneide doch alles runter auf 25cm und lass vernünftiges Laub ohne das Gehätschel treiben. So verwöhntes Material wie jetzt bekommst du eh nie Wetterfest.
Das hatte ich sowieso vor, nur nach dem Sommer. Wann ist es besser im Herbst oder im Frühling stark zurückschneiden? Wie heiß es im Sommer weiter geht ist schwer zu sagen. Da will ich nicht "grüne Bereiche" wegschneiden, die die Photosynthese reduzieren.

Die Rose darf noch wachsen wie sie will. Nächstes Jahr wird sie seitlich vom Rosenbogen zurück geschnitten. Wichtig ist mir, dass ich die Rose festbinden kann und zur Zeit ist das nur grenzwertig möglich. Wenn es sein muss, dann schneide ich auch die paar Triebe ab, wo ich sie schon festgebunden habe.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

thuja thujon » Antwort #11 am:

Wenns ums überleben geht, schneide runter, bevor sie vertrocknet, da gehts nicht um Photosynthese, sondern ums überleben.

Nicht gegossen seit Herbst, du wohnst in einer Wasserreichen Gegend, da kann in so feuchten Frühjahren mal überschwängliche Laubentwicklung auftreten. War 2018 auch so, mit einem überdurchschnittlich nassem Boden aus dem Winter gestartet sind die Pflanzen verschwenderisch ausgetrieben, die Quittung kam im Sommer.

Rückschnitt statt Sprühnebelglocke hilft.

Ich sehe aber ehrlich gesagt kein Problem. Gieße mal die nächsten 2 Wochen gar nicht. Ich kann kein trocken auf deinen Bildern erkennen.
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Starking007 » Antwort #12 am:

Rosen giesse ich nur die Neuen. Wenn es weiter so heiß ist, werde ich die anderen, erhöht stehenden, auch giessen. Einmal.
Es gibt hier viele Hosta, nicht alle wurden das letzte Quartal gegossen. Geht. Noch.
Derzeit kann es sein dass die Erde feucht ist, die Pflanze aber schlappt, weil sie nicht auf diese Mengen an Wassertransport eingestellt. Noch mehr Wasser: Sie stirbt...............
Gestern hab ich den Rasensprenger fast überall 10 Minuten laufen lassen, zu Kühlzwecken.
Es muß nicht alles überleben...................
Gruß Arthur
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hobab
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

hobab » Antwort #13 am:

Sowohl den Hinweis auf starkes Wachstum im Frühjahr durch viel Wasser (hier nicht), als auch das von Starking über den überfordernden Wassertransport, der aber keinen Schaden zur Folge hat, finde ich sehr gut. Gießstrategien sollte man aber auch dem Boden anpassen - im Sand braucht man keine irren Mengen an Wasser in den Boden gießen, auch wenn dicht gepackter Sand schon Wasser halten kann: ein großer Teil wird einfach nach unten ins Grundwasser verschwinden. Dazu kommt, dass die obere Schicht schnell sehr stark austrocknet, da muss dann doch öfters gegossen werden. Nicht alle Pflanzen sind Tiefwurzler wie Rosen.
Wenn möglich pflanze ich selbst angezogene Pflanzen, jetzt musste ich öfters mal Rosen zu kaufen: die scheinen im Topf gezogen zu werden und haben für Rosen sehr seltsame Wurzeln - überhaupt keine Pfahlwurzeln mehr.
Ich könnte mir vorstellen, dass die lange brauchen, um in tiefere Schichten vorzudringen. Der Kontrast zum Boden ist hier extrem, aus dem reinen Torfsubstrat in den Sand, aber auch in Lehm, generell im mineralischen Böden, dürften die erst mal ziemlich Probleme haben.
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Marianna
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Re: Gießstrategie bei Hitzewellen

Marianna » Antwort #14 am:

Zurückschneiden würde ich sie nicht. Ich finde auch, dass sie eigentlich ganz gut aussieht. Jeden Tag gießen ist zu viel, sie muss ja in die Tiefe wurzeln und wenn sie immer schon oben gleich Wasser findet, tut sie das nicht. Vielleicht erstmal eine Gießpause und beobachten, dann lieber seltener aber mehr. Bei der Rosengröße würde ich eine 5l Kanne nehmen, aber das ist nur geschätzt.

Mulchen wär vielleicht auch ganz gut. Ich verteile dieses Jahr zum ersten Mal meinen komletten Rasenschnitt in den Beeten und Töpfen und ich glaub, es tut den Pflanzen gut und spart Wasser.
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