News: Problem bei der Anmeldung? Bitte Mail über das Kontaktformular ganz unten! | garten-pur unterstützen mit einer Spende oder über das Partnerprogramm!

Naturgarten, Wildgarten, Biogarten oder Biodiversitätsgarten? (Gelesen 26348 mal)

Natur und Umwelt erleben und schützen
Antworten
Benutzeravatar
Chica
Beiträge: 6137
Registriert: 23. Aug 2010, 15:20
Kontaktdaten:

Re: Naturgarten, Wildgarten, Biogarten oder Biodiversitätsgarten?

Chica » Antwort #120 am:

polluxverde hat geschrieben: 26. Jul 2026, 15:05 Deine im Gehölzsaum / Wildpflanzen gezeigte Pflanze, chica, ist mit Sicherheit eine Waldwitwenblume, siehe auch dort.
Das eben gezeigte Bild # 116 mit Karde, Glockenblume, wilder Möhre, Gräsern usw ist phantastisch und zeigt die ganze natürliche Schönheit der heimischen Wildpflanzenpalette --- und ist damit Zeugnis Deiner gärtnerischen und ökologischen Grundhaltung .
Vielen Dank polluxverde, dann ist sie es :D . Ich bin irgendwie ganz begeistert von der Pflanze. Sie blüht erst jetzt und hat fast die gleiche ökologische Bedeutung, natürlich nicht mehr für die Arten die jetzt nicht mehr fliegen, wie Knautia arvensis.

Das Einfahrtbeet enthält Campanula trachelium, Coreopsis grandiflora, Anthemis tinctoria 'Sauce Hollandaise', eine graue Artemisiaart, Scabiosa ochroleuca, Nepeta faassennii 'Walkers Low' und wenige Wildpflanzen. Die ersten würde ich doch alle für ganz normale Gartenstauden halten, die man auch in konventionellen Gärten hat. Das Gräserdings im Vordergrund ist meiner Jäterei entgangen, vermutlich saß es fest in einer Pflasterfuge. So ungewöhnlich und wild ist das Beet eigentlich nicht dachte ich.

Floris hat geschrieben: 26. Jul 2026, 15:54 So ein Naturgarten ist die Komprimierung von natürlichen Vorbildern auf kleiner Fläche.
Ja, nicht einmal von natürlichen Vorbildern, jedenfalls bei mir nicht, deshalb meinte ja Rieke es wäre eher ein Biodiversitätsgarten, ein Garten, der Raupenfutter für Schmetterlinge und Pollenfutter für Wildbienen verdichtet gegenüber der "Natur" anbietet. Zur richtigen Zeit das richtige Futter in der richtigen Menge für die hier vorkommenden Arten bereit zu haben ist eine arbeitsintensive Gärtneraufgabe. "Meine" Adunca-Mädels brauchen jeden Frühsommer die ausreichende Menge an Echium vulgare, sag das mal einer zweijährigen Pflanze ::) . Dass mir Reseden im Moment nicht gelingen ist schlecht, ich hätte gerne wieder welche für oligolektische Bienenarten usw.

Ich zeige Euch mal noch die gesamte Einfahrt, links eine fast konventionelle Gehölzpflanzung, natürlich überwiegend mit Pollenpflanzen. Buddleja hat sich selbst ausgesät. Die Fläche muss jedes Frühjahr akribisch von nicht gewünschten Wildkräutern befreit und mit Hackschnitzel gemulcht werden. Den Rand lass ich etwas fransen :-X .

Bild

Bild

Von der Terrasse heruntergeschaut auf die zweite Ebene, Origanum vulgare übertreibt es langsam ein bisschen, da muss ich zumindest auf dem Blackbox-Hang etwas reduzieren im nächsten Frühjahr. Fragt mal lieber nicht, wie dieser Hang nach jedem Winter aussieht, da muss schubkarrenweise Kraut raus!

Bild

Ich zeige Euch das u. a., weil das eine ungegossene Alternative ist zu konventionellen Beeten, die man bei zunehmender Trockenheit ja gar nicht mehr so viel wässern kann, wie es notwendig wäre ;) .

Und das Abendtier von gestern als eine meiner Spreeakademie-Vortrag-Gärtnerinnen das allles noch einmal in echt sehen wollte. Sie lief dann 3 Stunden mit dem Smartphone den Schmetterlingen und Bienen hinterher, sehr schön ;D .

Bild
Der schönste Garten ist der, der kurz vor dem Verwildern steht.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
Antworten