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Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen) (Gelesen 2722465 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Ivoch
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Ivoch » Antwort #10530 am:

Wann soll ich sie umpflanzen - jetzt oder in der Winterruhe? Wird aber an der gleichen Stelle sein, nur mit größerem Pflanzloch dann.

Beim Auspflanzen letztes Jahr hatte ich die Wurzelballen eigentlich ordentlich gelockert und die Wurzeln auch teilweise angeschnitten, wo sie sich schon in Ringen drehen wollten. Mache ich immer, mit allen meiner Pflanzen. Die Pflanzlöcher waren schon etwas größer als die Wurzelballen, aber vermutlich nicht so groß wie sie sein sollten... Ich habe sie teilweise mit Blumenerde aufgefüllt, nach der Anleitung von Schmid. Trockenschaden möchte ich nicht ausschließen, ich habe versucht sie relativ regelmäßig zu gießen, aber wer weiß.

@cydorian - mit ringsum gießen meinst du so, dass nicht nur das Pflanzloch feucht wird, sondern auch die unberührte, verdichtete Erde drumherum?
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thuja thujon
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10531 am:

Ich würde jetzt umpflanzen. Mit ein bisschen Wasser ist noch der Johannistrieb drin.
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Ivoch
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Ivoch » Antwort #10532 am:

Nur damit ich es richtig mache. Wie groß soll das Pflanzloch sein - reichen 30cm Durchmesser und 40cm Tiefe? Und mit dem Gießen dann - wie oft und mit wie viel Wasser, wenn man vom jetzigen Wetter ausgeht (nächste Woche soll ja kühler werden) und für wie lange? Wir sind den ganzen August nicht da - Gießvertretung ist vorhanden, aber ich möchte da nicht zu viel zumuten.

Und soll ich nach dem Umpflanzen nur einen Trieb lassen (jetzt sind es 2 bzw. 3 ähnlich starke Triebe) oder so lassen bis zum Frühjahrsschnitt?
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10533 am:

Du kannst drauf spekulieren, dass dieses Jahr noch genug wächst für einen Stammaufbau. Dann nur einen Trieb stehen lassen.

Pflanzloch, ich machs nicht tiefer als `der Topf´, damit unten im Loch noch Kapillaren und damit Wasseranschluss da ist. Überlockerter Boden muss sich setzen oder ausreichend rückverdichtet werden, also mit gespreizten Fingern andrücken. Wenn das Loch tiefer als der Topf wird, nach dem pflanzen über 3 Stunden mit mindestens 50 Liter pro Rebe angießen. Oder eben nicht tiefer und 20 Liter. Boden lockern kostet Wasser, dass im Moment eh knapp ist.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10534 am:

thuja thujon hat geschrieben: 14. Jul 2026, 15:25 Was das Pflanzloch angeht, ich bin Verfechter davon, den Boden einzufüllen, der vorher drin war, keine Mischungen mit Blumenerden aus dem Sack.
Bei sandigem Lehm würde ich das auch machen. Bei mir ists leider toniger Lehm, der sofort verschlämmt und blockiert. Da steht dann das Wasser und unten bleibt es trocken. Da muss Luft rein, egal wie. Und oben mulchen. Die besten Ergebnisse hatte ich mit altem (3 Jahre) Pferdemist-Rest.

Giessen im 50cm Durchmesser, so dass das Wasser auch runtergeht, sonst kommt es zu dem bekannte Effekt der Tröpfchenbewässerung in trocknem Boden, die Wurzeln bleiben in der kleinen Feuchtzone.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10535 am:

Chardonnay auf dem Balkon geht in die Reifephase. Etwas trockengeschädigt ist er.
Erziehungssystem Einzelpfahl bzw Moselherz.
Chardonnay 20260718.jpeg
Moselpfahl Erziehung Schild.jpeg
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10536 am:

Die Reben im Garten habe ich gestern nochmal ausgedünnt.

Guyot Erziehung, jährlich wird eine lange Rute (Strecker) angebunden, ergänzt mit einem kurzen Zapfen, der das Holz für das nächste Jahr liefert.
Hier im Flachbogen.
Reben ausgedünnt 20260719.jpeg
Rodni ausgedünnt 20260719.jpeg
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10537 am:

Die Minimalschnittreihe wurde die Tage geschnitten, nicht so gründlich, mit der Elektroschere hauptsächlich obenrum das überhängende weg, also diesmal nicht mit der Heckenschere.
Da hat sich auch gezeigt, dass sich da oben etwas Mehltau eingenistet hat. Die Laubglockenbildung in Verbindung mit abendlicher Bewässerung des Gemüses dahinter verträgt sich halt gar nicht.
Minimalschnitt 20260727.jpeg

Die Normalschnittreihe daneben schiebt nochmal, muss jetzt auch wieder geschnitten werden. Unnütze Arbeit.
Gerade die Preosprashenie zeigt noch immer etwas Runzelbeeren, da sind die Triebspitzen und mittlerweile dritte Blüte oben auf den Geizen zu viel Verbraucher der Assimilate, also müssen sie weg, damit das so kurz vor der Ernte nicht ausufert.
Reben 20260726.jpeg
Preoprashenie 20260727.jpeg
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

cydorian » Antwort #10538 am:

Hier ist so derart wenig Mehltau, dass sogar in einem windgeschlossen Bereich an einem Schuppen nichts ist. Da wächst eine Ranke Kischmisch Zitroni rein, deren Fruchtansätze jedes Jahr zuverlässig Mehltau bekommen. Ist eine gute Zeiger-Ranke. Stattdessen hat sich die Reife verfrüht, ich esse die schon seit einer Woche, drei Wochen früher wie üblich. Auch andere Sorten sind seit ein paar Tagen essreif. Galahad, Elegant Sverhranny mit über 70°OE.

Bezüglich Minimalschnitt, das mach ich seit Jahren mit den Reben, die ich auf Zäunen führe. Wächst einfach, Ranken kippen runter. Schnitt nie oder Heckenschere einmal quer durchgezogen. Es soll auch ein Sichtschutz sein zum Nachbarn. Im Winter dann einmal durch, Ranken oben festmachen und Altholz weg. Die Haupterfahrung bezüglich Traubenernte ist, dass verschiedene Sorten sehr unterschiedliche Ergebnisse bringen. Die alte Canadice schafft auch mit diesem System wunderbare, kompakte aber nicht zu kompakte Trauben, auch Vera schlägt sich gut. Einset Seedless dagegen tendiert dann zu sehr locker besetzten, kleinen Trauben und die Beeren bleiben noch kleiner. Noch schlimmer Suffolk Red, die wurd unbrauchbar, auch starke Zunahme von Stiellähme. Elegant verrieselt stärker und wird mehltauanfälliger, Druschba gelingt sehr gut, die Trauben nur etwas kleiner, Jupiter benimmt sich nach ersten Erfahrungen ähnlich problematisch wie Einset.

Das Fazit ist: Sortenabhängig kann dieses herrlich faule System sehr gute Ergebnisse bringen oder eben auch versagen. Die Eignung der Sorten spielt meiner Erfahrung nach eine sehr grosse Rolle und differiert deutlich.
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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

thuja thujon » Antwort #10539 am:

Schnitt nie oder einmal Heckenschere ist aber kein Minimalschnitt im Sinne von Minimalschnitterziehungssystem. Da wird das Altholz nie angefasst, auch im Winter nicht, und es werden niemals Ranken irgendwo festgemacht, die müssen sich selbst greifen und alles was raus steht, kommt ab.
Minimalschnitt Weinrebe.jpeg


Das mit der Eignung und den Sortenunterschieden ist leider ziemlich stark ausgeprägt. Deshalb bin ich die nächsten Jahre gespannt, wie sich die beiden verhalten. Obs funktioniert oder ob sie rausgerissen werden müssen.
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