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Dürregejammer (Gelesen 1047546 mal)
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- Mufflon
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Re: Dürregejammer
@ Chica: Ah, ok, Du hängst Dich am Gejammer auf und denkst wir jammern hier herum, und klammern uns an die Schlauchspritze, um dann krampfhaft etwas am Leben zu erhalten, was eigentlich längst tot ist.
Dieser Thread war anfangs nur dazu da mal kurz Frust abzulassen. Da kann es tatsächlich hilfreich sein, mal zu jammern.
Das heißt nicht, dass man sich in dem Elend suhlt, und ich denke, die meisten hier zeigen, dass sie auf der Suche nach Lösungen sind, nur, dass bei Menschen mit sehr unterschiedlich Wasserereignissen in der Umgebung die Lösung schwer zu finden ist und definitiv nicht Wiesenpflanzen ist.
Ich pflanze hier seit Jahren immer wieder neu nach, immer wieder nach Recherche diverser Fachbücher, Nachfrage bei guten Gärtnereien.
Spontanvegetation in meinem Garten?
Vogelmiere und Brennnesseln., Klette.
In der Umgebung? Franzosenkraut/Galinsoga parviflora, Holunder, Liguster.
Richtung Rhein hilft nicht, dass ist Deichgebiet, Aue, was eigentlich 1-2x im Jahr überschwemmt wird, was da wächst, wächst nicht bei mir.
In der anderen Richtung Städte oder offene Felder, auch wieder anders als bei mir.
Es war hier lange stabil, bis 2018 musste ich kaum gießen, heißt nur im April mal, das war der trockenste Monat, der immer noch um 60l brachte. Und seit dem eben nicht.
Dieser Thread war anfangs nur dazu da mal kurz Frust abzulassen. Da kann es tatsächlich hilfreich sein, mal zu jammern.
Das heißt nicht, dass man sich in dem Elend suhlt, und ich denke, die meisten hier zeigen, dass sie auf der Suche nach Lösungen sind, nur, dass bei Menschen mit sehr unterschiedlich Wasserereignissen in der Umgebung die Lösung schwer zu finden ist und definitiv nicht Wiesenpflanzen ist.
Ich pflanze hier seit Jahren immer wieder neu nach, immer wieder nach Recherche diverser Fachbücher, Nachfrage bei guten Gärtnereien.
Spontanvegetation in meinem Garten?
Vogelmiere und Brennnesseln., Klette.
In der Umgebung? Franzosenkraut/Galinsoga parviflora, Holunder, Liguster.
Richtung Rhein hilft nicht, dass ist Deichgebiet, Aue, was eigentlich 1-2x im Jahr überschwemmt wird, was da wächst, wächst nicht bei mir.
In der anderen Richtung Städte oder offene Felder, auch wieder anders als bei mir.
Es war hier lange stabil, bis 2018 musste ich kaum gießen, heißt nur im April mal, das war der trockenste Monat, der immer noch um 60l brachte. Und seit dem eben nicht.
„Der Mensch hat viele Fähigkeiten, aber das größte Talent entwickelt er bei der Vernichtung der Natur.“ 🍃
Rumi
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Re: Dürregejammer
Hier ein etwas schwärmerischer Bericht zu Bäumen in der Stadt, Berlin hat extra ein Gesetz verabschiedet, um bis 2040 doppelt so viele Stadtbäume zu haben wie zurzeit:
Stadtklima durch Bäume, Studie leider hinter Bezahlschranke.
Darin fragen sie sich, wohin sie die Bäume noch pflanzen können in den engen Strassen mit der vielen unterirdischen Infrastruktur.
Ich würde gerne wissen, welches Bewässerungs-Management sie sich vorstellen, um die dann 900 000 Stadtbäume am Leben zu erhalten. Einfach Giessverbote in Dürresommern auszusprechen wird wenig helfen.
Städte wie München müssen sich schon die Frage gefallen lassen, wie man einerseits kühlendes Grün in den Städten haben möchte, andererseits aber den Privatleuten (hier hätte ich gerne mal gewusst, wieviel Grünflächen in privaten Gärten gepflegt werden) das Giessen verbietet.
Interessant auch: Laut obigem Artikel rangiert Berlin an 6. Stelle der grünsten Städte (dieser Untersuchung) mit 20 % "Baumkronenanteil", Paris kommt an drittletzter Stelle mit nur 4,4 % Baumkronenanteil.
Das hatte mich jetzt überrascht, soviel wie sich die pariser Stadtverwaltung mit Lob selbst überschüttet.
Stadtklima durch Bäume, Studie leider hinter Bezahlschranke.
Darin fragen sie sich, wohin sie die Bäume noch pflanzen können in den engen Strassen mit der vielen unterirdischen Infrastruktur.
Ich würde gerne wissen, welches Bewässerungs-Management sie sich vorstellen, um die dann 900 000 Stadtbäume am Leben zu erhalten. Einfach Giessverbote in Dürresommern auszusprechen wird wenig helfen.
Städte wie München müssen sich schon die Frage gefallen lassen, wie man einerseits kühlendes Grün in den Städten haben möchte, andererseits aber den Privatleuten (hier hätte ich gerne mal gewusst, wieviel Grünflächen in privaten Gärten gepflegt werden) das Giessen verbietet.
Interessant auch: Laut obigem Artikel rangiert Berlin an 6. Stelle der grünsten Städte (dieser Untersuchung) mit 20 % "Baumkronenanteil", Paris kommt an drittletzter Stelle mit nur 4,4 % Baumkronenanteil.
Das hatte mich jetzt überrascht, soviel wie sich die pariser Stadtverwaltung mit Lob selbst überschüttet.
- thuja thujon
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Re: Dürregejammer
Hier mal Spontanvegetation im Schatten von Bäumen. Viel Braunelle, etwas Löwenzahn, Gräser halten sich kaum.
Wird 2-3 mal gemäht im Jahr, weils eben ein `Rasen´ ist.
Löwenzahn in der Sonne steht deutlich schlechter da, hat massiv Mehltau und Hitzeschäden, auch Trockenprobleme. Im Schatten hält er eben länger durch.
Wird 2-3 mal gemäht im Jahr, weils eben ein `Rasen´ ist.
Löwenzahn in der Sonne steht deutlich schlechter da, hat massiv Mehltau und Hitzeschäden, auch Trockenprobleme. Im Schatten hält er eben länger durch.
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Re: Dürregejammer
Na ja, in Paris sind sie von 0 auf wenig, prozentual also bestimmt viel. In Berlin gab es einen Volksentscheid, es war also keine freiwillig Entscheidung und seit Jahren sterben mehr Bäume als nachgepflanzt werden.
Und das Nachpflanzen ist schwierig, eben wegen dem ganzen Krempel im Boden. Wenn nix drin ist, rechnet man ab 3000,-, aber für Straßenbaum mit Kabelsalat unten und wenig Baumscheibe (sprich Baumsubstrat, unterirdische Befestigung, tief gelegte Bewässerungsrohre) gehts Richtung 10000,- . Wie soll das verschuldete Berlin das zahlen, Volksentscheid hin oder her?
Und das Nachpflanzen ist schwierig, eben wegen dem ganzen Krempel im Boden. Wenn nix drin ist, rechnet man ab 3000,-, aber für Straßenbaum mit Kabelsalat unten und wenig Baumscheibe (sprich Baumsubstrat, unterirdische Befestigung, tief gelegte Bewässerungsrohre) gehts Richtung 10000,- . Wie soll das verschuldete Berlin das zahlen, Volksentscheid hin oder her?
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Re: Dürregejammer
Rasenflächen, Hecken, ältere Bäume wässern ist verboten.thuja thujon hat geschrieben: ↑30. Jul 2026, 10:52 Immer-Grün, warum wässerst du die Farne wenn gießen verboten ist bei euch?
Mit Giesskanne ist noch erlaubt, ebenfalls Tröpfchenbewässerung, zwischen 20 und 8 Uhr (Elsass).
Sekundenglück
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Re: Dürregejammer
Hast du einen Link zu dem Amtsbeschluss?
Ergibt gefühlt nicht soo viel Sinn, hier wird von Amts wegen um Mithilfe beim wässern von alten Bäumen gebeten.
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Re: Dürregejammer
Knapp daneben ist auch vorbei: Es GAB in Berlin KEINEN Volksentscheid ("Baumentscheid"), sondern es hätte einen geben sollen (zusammen mit der Wahl in knapp 2 Monaten). Wohl, weil man "befürchtete", dass das Volk die Idee gutheißen würde, ist der Senat "eingeknickt" und hat diese Initiative VORAB als klassisches Gesetz ("BäumePlus-Gesetz" [Volksname] oder "Klima-Anpassungs-Gesetz" [fomal-offizieller Name]) verabschiedet: So geschehen anno domini 2025, am 03. November: OHNE GEGENSTIMMEN...!!! (also selbst nicht von den Klimawandel-Verächtern!).
DARIN steckt in der Tat ein gewisse Dynamik & (positive) "Tendenziösität": Um das Pferd gut zu reiten und die (je nach Standpunkt: erhoffte / befürchtete) Dynamik zu nutzen, muss es aber noch viel Umrüstung in den Köpfen bei der Prioritätensetzung geben, für welche Art von Daseinsfürsorge / "Sicherheitspolitik" die Füllhörner geöffnet werden sollen...
DARIN steckt in der Tat ein gewisse Dynamik & (positive) "Tendenziösität": Um das Pferd gut zu reiten und die (je nach Standpunkt: erhoffte / befürchtete) Dynamik zu nutzen, muss es aber noch viel Umrüstung in den Köpfen bei der Prioritätensetzung geben, für welche Art von Daseinsfürsorge / "Sicherheitspolitik" die Füllhörner geöffnet werden sollen...
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Re: Dürregejammer
https://pardok.parlament-berlin.de/star ... 330542.pdf
Kleine Formalität am Rande: Es ist kein Amts-, sondern ein Parlaments-Beschluss...
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Re: Dürregejammer
Ich meinte das Gießverbot von Immer-Grün. Mich würde der genaue Wortlaut interessieren. Das muss ja Faktenbasiert und Verhältnismäßig sein, sonst ist es anfechtbar.
Aus dem Parlamentsbeschluss von Berlin:
Aus dem Parlamentsbeschluss von Berlin:
In Berlin hat man also erkannt, dass Bäume Wasser brauchen, wenn sie ihre Funktion außerhalb der Brennholznutzung oder Ökostamm erfüllen sollen.konkrete Bestimmungen einer guten fachlichen Baumpflegepraxis im Sinne von § 2 Nummer 10 festlegt; dazu gehören insbesondere
...
b) die Bewässerung, die vorrangig mit Regenwasser sichergestellt werden soll und auch in Dürrezeiten sichergestellt ist;
Zuletzt geändert von thuja thujon am 30. Jul 2026, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dürregejammer
Für mich ist der Berliner Senatsbeschluss purer Populismus, der an der Wirklichkeit scheitern wird. Ich hatte mal Pflanzen an einen öffentlichen Platz geliefert, wo eine Anwohnerinitiative zusammen mit einem renommierten Landschaftsarchitekten Staudenbeete angelegt hat. Dort standen viel zu viele junge Linden viel zu dicht. Dass die Bäume alle anwachsen, konnte bei der Pflanzung niemand ahnen. Die Baumanzahl auf ein ästhetisch und ökologisch vernünftiges Maß zu reduzieren ist natürlich vollkommen ausgeschlossen.
Übrigens: Bei uns trocknet ein heißer Wind das letzte bisschen Feuchtigkeit weg.
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„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
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Re: Dürregejammer
Im stark bebauten Gebiet? Unser Grundstück liegt in der Landschaft draussen. Wir sind auf der Höhe des alten Wasserreservoirs, hier muss es also schon Wasser im Boden haben. Die Bäume müssen sich arrangieren, junge Bäume giesse ich natürlich.thuja thujon hat geschrieben: ↑30. Jul 2026, 12:03 Hast du einen Link zu dem Amtsbeschluss?
Ergibt gefühlt nicht soo viel Sinn, hier wird von Amts wegen um Mithilfe beim wässern von alten Bäumen gebeten.
https://vigieau.gouv.fr/situation?profi ... sbourg,+67
(Wir sind hier auch "en alerte renforceé", gleiche Einschränkungen wie in Strassburg.)
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Re: Dürregejammer
München hat nur das Bewässern privater Rasenflächen verboten. Das Gießen anderer Pflanzen ist zwischen 19 und 9 Uhr erlaubt.Nox hat geschrieben: ↑30. Jul 2026, 11:11
Städte wie München müssen sich schon die Frage gefallen lassen, wie man einerseits kühlendes Grün in den Städten haben möchte, andererseits aber den Privatleuten (hier hätte ich gerne mal gewusst, wieviel Grünflächen in privaten Gärten gepflegt werden) das Giessen verbietet.
Viele Grüße Gaby
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Querkopf
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Re: Dürregejammer
@tt: Gießverbote/ Einschränkungen der Wassernutzung sind in F präzise gestuft, je nach Wasser-Lage in der jeweiligen Region. Seit Jahren schon.
.
Hier kann man sich's für die aktuellen Verhältnisse angucken, Stückchen für Stückchen (fürs Département Haut-Rhin).
Hübsch bürokratisch (wie unsere westlichen Nachbarn nun mal sind
...) und ganz gewiss juristisch wasserdicht.
Gibt da auch 'ne Karte, für den Überblick - etwas runterscrollen.
.
Hier kann man sich's für die aktuellen Verhältnisse angucken, Stückchen für Stückchen (fürs Département Haut-Rhin).
Hübsch bürokratisch (wie unsere westlichen Nachbarn nun mal sind
Gibt da auch 'ne Karte, für den Überblick - etwas runterscrollen.
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137
"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)
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Re: Dürregejammer
Danke I-G. Das ist wohl die Barriefreie Version, nicht die amtliche. Von Baumbewässerungsverbot lese ich dort nichts.
Bäume wässern: egal wo, die Bitte gilt hier für das gesamte Stadtgebiet. Natürlich ist es wenig sinnvoll zu glauben, jemand fährt mit dem Fahrrad 3 mal am Tag einen Kanister Wasser in den Wald. Wenn es einer von 50 schafft, den Baum direkt vor seiner Haustür mit einer Schüssel Salatwaschwasser zu gießen, ist das schon viel.
Bäume wässern: egal wo, die Bitte gilt hier für das gesamte Stadtgebiet. Natürlich ist es wenig sinnvoll zu glauben, jemand fährt mit dem Fahrrad 3 mal am Tag einen Kanister Wasser in den Wald. Wenn es einer von 50 schafft, den Baum direkt vor seiner Haustür mit einer Schüssel Salatwaschwasser zu gießen, ist das schon viel.
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Re: Dürregejammer
Genau, Berlin marschiert an der Spitze des Fortschritts im Erkenntnis-Gewinn-Prozess: Bäume brauchen Wasser!thuja thujon hat geschrieben: ↑30. Jul 2026, 12:12 In Berlin hat man also erkannt, dass Bäume Wasser brauchen, wenn sie ihre Funktion außerhalb der Brennholznutzung oder Ökostamm erfüllen sollen.
Eine echt revolutionäre Einsicht...
Aber, wie gesagt: Es bracht noch einiges an Umrüstung in den Köpfen, um aus Erkenntnissen auch Einsichten und Fort-Schritte wachsen zu lassen (denn momentan sind wir ja mit Volldampf in die Gegenrichtung unterwegs - und auch noch stolz darauf...!)
Und insofern ist der gegenstimmen-freie Beschluss zum BäumePlus-Gesetz natürlich auch Populismus und Ausdruck einer real existierenden Schizophrenie, die hier aber nicht Thema ist...
(was aber des Schweisses aller Ehrenwerten wert ist, damit es NICHT beim Populismus bleiben wird...
Nen Vorschlag dazu habe ich ja gemacht: 100.000 Regenwasser-Tankstellen (oberirdische Dachablauf-Sammelbehälter - mindestens... *gg*).
Im übrigen: siehe unten...
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