News: Problem bei der Anmeldung? Bitte Mail über das Kontaktformular ganz unten! | garten-pur unterstützen mit einer Spende oder über das Partnerprogramm!

Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt? (Gelesen 13443 mal)

Hier bist du richtig, wenn du nicht genau weißt, wohin mit deiner Frage oder deinem Thema!

Moderatoren: Nina, Phalaina, cydorian, partisanengärtner, AndreasR

Antworten
Benutzeravatar
Nox
Beiträge: 5550
Registriert: 28. Mai 2018, 23:38
Wohnort: Süd-Bretagne
Bodenart: sauer, stellenweise lehmig bis Heideboden
Winterhärtezone: 9a: -6,6 °C bis -3,9 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Nox » Antwort #465 am:

Ja das ist doch spannend ! Wahrscheinlich ist sie an Ort und Stelle ausgesät sogar noch robuster, weil sie ihre Pfahlwurzel nach unten schicken kann.
Ich habe gerade meine Tochter in Luxemburg besucht und die erzählte mir, dass die meisten Ausländer dort aus Portugal kommen .... Ganz schön tief eingeschnittene Täler gibt es dort.
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1474
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Wohnort: Koblenz
Region: Mittelrheintal
Bodenart: Lehm & Bauschutt
Winterhärtezone: 8b: -9,4 °C bis -6,7 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #466 am:

Nox hat geschrieben: 18. Aug 2026, 16:21
semicolon hat geschrieben: 18. Aug 2026, 14:12
Dann probiere doch direkt eine der robusteren Sorten aus? An der Kälte kann es bei euch schonmal nicht liegen. Könnte mir aber auch vorstellen, dass Bretagne im Winter deutlich feuchter ist als bei uns? Ich hatte bisher noch nie Probleme, weder zurückfrieren noch irgenwelche Krankheiten, und wir hatten jetzt eine Reihe an üblen Wintern mit bis zu -10° und meine damals einzigen beiden Sorten sind nicht für besondere Winterhärte bekannt. Generell werden innerstädtisch seit Jahren keine Oleander mehr eingeräumt. Mir sind schon einige tote Kübel-Orangen oder geschädigte Oliven begegnet, Oleander sahen bisher aber immer gut aus.
Bei uns hier im Winter kann es in der Nacht -3°C bis -5°C geben. Ganz kalt sagen wir, wenn es dann einige Zeit tagsüber auch nicht mehr taut. Aber es gibt halt sehr viel Regen. Welche robusten Sorten in Bezug auf Pilzfestigkeit kennst Du denn ?
-5 ist für die meisten Oleander ein Kinderspiel, selbst wenn es Tage anhält. Es muss also unmittelbar mit der Feuchtigkeit zutun haben. Zu der Pilzfestigkeit kann ich Dir leider keinen zuverlässigen Tipp geben aber auf Deine Beschreibung würde die Oleanderblattfleckenkrankheit am ehesten passen (ausgelöst durch einen Pilz) oder Oleanderkrebs (latente bakterielle Infektion). Beide haben unmittelbar mit Feuchtigkeit zutun (noch ein Grund mehr, Oleander trocken zu kultivieren). Rein intuitiv würde ich eine starkwüchsige Sorte mit nicht sehr dichtem Wuchs nehmen, definitiv keine kompakte oder Zwergsorte. Bei mir performt 'Dr. Ragionieri' extrem gut, gilt zwar nicht als extrem winterhart, steht aber seit Jahren bei Wind und Wetter unter freiem Himmel und hat auch sehr regenfeste Blüte in sensationeller Farbe. Mit 'Villa Romaine' machst Du definitiv nichts falsch - ist so der goldene Standard für Mitteleuropa. Ebenso 'Italia'. 'Provence'/'Souvenir de Michel' sind extrem wüchsig und robust, aber durch die gefüllte Blüte etwas regenempfindlicher. Bei Gelben wäre ich vorsichtig, hier ist m.M. am ehesten 'Luteum Plenum' geeignet - hat gefüllte aber ziemlich robuste Blüten und sogar leichten Duft. 'Atlas' und 'Atlas Nain de Tidili' haben in Mitteleuropa die beste Winterhärte überhaupt - letzterer gilt zwar als eine zwergige Mutation, ich empfinde die Pflanze aber noch als "luftig genug" und vor allem hat sie sehr festes Gewebe. Bei Weißblütigen kann ich leider nichts sagen - persönliche Antipathien ;-). Ebenso wäre ich mit den wunderschönen Gotsis-Sorten vorsichtig - griechische Herkunft und oft übertrieben riesige Blüten sprechen nicht für Robustheit.

Und ich würde die Pflanze definitiv sehr mineralisch und durchlässig kultivieren, unbedingt kalkig, dafür aber mit Dünger aufpassen.

Aus der Verwandtschaft kann ich Dir einen Sämling der Alstonia yunnanensis anbieten. Eine "baumförmige Miniaturmischung" aus Oleander und Plumerie, reichhaltige aber dezente Blüte, gute Performance bei gefrierender Nässe und super Hitzebeständigkeit.
Benutzeravatar
Buddelkönigin
Beiträge: 13818
Registriert: 23. Feb 2020, 10:39
Region: RheinSiegkreis
Höhe über NHN: 180 üNN
Bodenart: lehmig
Winterhärtezone: 7b: -14,9 °C bis -12,3 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Buddelkönigin » Antwort #467 am:

Ja, der Thread geht offenbar tatsächlich fast komplett in Richtung Exoten... schade. Das ist dann nicht mehr meins... ich hatte das Thema anders verstanden.
Ist aber voll OK.
Wenn immer der Kluge nachgibt, regieren die Dummen die Welt.🙄
Benutzeravatar
Mediterraneus
Beiträge: 30259
Registriert: 7. Feb 2011, 11:41
Region: Südspessart
Höhe über NHN: Ort: 195-450m, Garten: 310-315m
Bodenart: Roter Buntsandstein, sandiger Lehm, sommertrocken
Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mediterraneus » Antwort #468 am:

Ich denke, die meisten von uns werden mit Oleander im Freiland eher Schiffbruch erleiden, nur die allerwintermildesten Gebiete in D könnten gehen. Und natürlich die südlich und westlich angrenzenden Nachbarn. Nox hat denk ich mit die besten Chancen.

Zum Thema Exoten, ich denke, unser Klima ändert sich, also brauchen wir Pflanzen, die dazu passen. Und was ist dann der Unterschied zwischen seltener Pflanze und Exot.

Momentan kommen mir einige Gartenbilder hier mit satt grünen Staudenbeeten fast exotischer vor, als mancher sogenannter Exot ansich. Meine Hanfpalmen haben keine Probleme mit der momentanen Witterung, Taglilien und Clematis jedoch schon gewaltig.

Wir müssen halt weiterhin unsere frostigen Winter berücksichtigen.
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
Benutzeravatar
hobab
Beiträge: 6027
Registriert: 20. Apr 2008, 17:05
Wohnort: Berlin
Bodenart: Sand
Winterhärtezone: 7b: -14,9 °C bis -12,3 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

hobab » Antwort #469 am:

So sehe ich das auch, Oleander find ich nicht so spannend, der wird noch lange keine Rolle spielen - zumal ich den Verdacht habe, das sein Durst als Containerpflanze nicht auf einmal verschwindet, wenn er ausgepflanzt wird. Mein Vermutung wäre, dass er tiefe Wurzel in wasserhaltige Schichten schiebt, wo er dann weiter säuft. Bei uns gibt es leider normalerweise keine wasserhaltige Schichten.
Aber generell Exoten auf künftige Klimaeignung abzuklopfen, das ist definitiv lohnenswert und finde ich sehr spannend. In manchen Regionen funktioniert manches halt schon, in anderen noch nicht. Das ist aber genauso auch mit der Trockenverträglichkeit stinknormaler Gartenpflanzen in verschiedenen Regionen.
Berlin, 7b, Sand
Benutzeravatar
Lou-Thea
Beiträge: 2680
Registriert: 27. Feb 2023, 20:14
Wohnort: Bayern
Region: nördl. Alpenvorland
Höhe über NHN: 500m
Bodenart: Braunerde+Pseudogley über Lösslehm
Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Lou-Thea » Antwort #470 am:

Es kommt ja auch auf die Definition an. Hemerocallis, Hosta, Epimedium, Rudbeckia, Hortensien und co.... alles auch Exoten, nur haben wir uns halt schon so dran gewöhnt, dass es kaum mehr jemand auffällt.
Ist doch eine ganz gute Mischung hier im Strang.

Hätte ich nicht schon 4 riesige Eichen hier, die jetzt schon wieder >:( mit Eicheln um sich werfen, wo ich noch nicht mal die letzten paarhundert Sämlinge von '26 gejätet habe, wäre ich extrem anfällig für Nox'ens Eichenidee.. gibt ja so viele spannende Arten, ich würde aber wohl eher (ost- und süd)europäische Arten versuchen als asiatische.
...and it was all yellow
Benutzeravatar
Mediterraneus
Beiträge: 30259
Registriert: 7. Feb 2011, 11:41
Region: Südspessart
Höhe über NHN: Ort: 195-450m, Garten: 310-315m
Bodenart: Roter Buntsandstein, sandiger Lehm, sommertrocken
Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mediterraneus » Antwort #471 am:

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass so manche "stinknormale" Gartenpflanze ursprünglich aus fernen Ländern stammt, der exotische Oleander aber schon 600 km südlich vorkommt. Also grob.

Meine tauglichen Kandidaten müssen in erster Linie Sommertrockenheit und feuchte/kalte Winter abkönnen.
Ich suche deshalb nach Steppenpflanzen oder mediterranen Herkünften aus Gebirgsregionen.
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
Benutzeravatar
Mediterraneus
Beiträge: 30259
Registriert: 7. Feb 2011, 11:41
Region: Südspessart
Höhe über NHN: Ort: 195-450m, Garten: 310-315m
Bodenart: Roter Buntsandstein, sandiger Lehm, sommertrocken
Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Mediterraneus » Antwort #472 am:

Lou-Thea hat geschrieben: 18. Aug 2026, 20:16 .. wäre ich extrem anfällig für Nox'ens Eichenidee.. gibt ja so viele spannende Arten, ich würde aber wohl eher (ost- und süd)europäische Arten versuchen als asiatische.
Das Eichenfieber hab ich hinter mir. Quercus turneri ssp. pseudoturneri(3 Stück) ,Q.phyllireoides (toll!) und Q. rhysopylla (?) 'Maja' sind hier gehimmelt worden. Teils als größere Pflanze. Hat alle Barksplitting hingerafft.

Aber Lou-Thea; Quercus pontica, ein Traum! Die musste weg wegen Platz, aber wenn ich Platz hätte, dann die.
LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung
Benutzeravatar
Chica
Beiträge: 6237
Registriert: 23. Aug 2010, 15:20
Kontaktdaten:

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Chica » Antwort #473 am:

hobab hat geschrieben: 18. Aug 2026, 13:59 Weiterhin kommen hier lauter Vorschläge für Pflanzen in der Sonne. Ich denke da gibt es genug im Angebot, selbst wenn es nicht überall passt. In meinen Augen ist das Problem trockener Schatten: da fallen mir weder Gehölze noch Stauden jenseits der altbekannten wie Steinsame oder Luzula nivea ein.
Ich bin da auch am suchen, weil ich auch Schattenecken habe: Lamium maculatum, album, Potentilla neumanniana. Versuchen will ich Digitalis lutea, Stachys sylvatica, Salvia glutinosa, überhaupt alles was „Wald“ im Namen hat. Lunaria annua, die gibt’s in spannenden Sorten.
Der schönste Garten ist der, der kurz vor dem Verwildern steht.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
Benutzeravatar
Chica
Beiträge: 6237
Registriert: 23. Aug 2010, 15:20
Kontaktdaten:

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Chica » Antwort #474 am:

Symphoricarpus, da gibt’s auch Sorten…
Der schönste Garten ist der, der kurz vor dem Verwildern steht.
Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861)
Benutzeravatar
Lou-Thea
Beiträge: 2680
Registriert: 27. Feb 2023, 20:14
Wohnort: Bayern
Region: nördl. Alpenvorland
Höhe über NHN: 500m
Bodenart: Braunerde+Pseudogley über Lösslehm
Winterhärtezone: 7a: -17,7 °C bis -15,0 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Lou-Thea » Antwort #475 am:

Die Salvia glutinosa musste ich schon sicher 10x mit dem Schlauch wiederbeleben. :P Stachys sylvatica sieht nicht mehr schön aus, lebt aber noch. Digitalis lutea sehen vor dem Zaun ungegossen auch noch ganz ok aus, sind nur ganz leicht schlapp.

Wer hat Quercus pontica als billige Jungpflanze? Herrenkamper vielleicht?
Oder besser noch gleich Eicheln... 8)
...and it was all yellow
Benutzeravatar
hobab
Beiträge: 6027
Registriert: 20. Apr 2008, 17:05
Wohnort: Berlin
Bodenart: Sand
Winterhärtezone: 7b: -14,9 °C bis -12,3 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

hobab » Antwort #476 am:

Symphoricarpus ist hoffentlich ein Scherz? Beim Ausrotten holt man sich Blasen, die sind die Pest! Lou-Thea, hab genau diesselben Erfahrnungen gemacht, incl. dem robusten Digitalis lutea - sehr empfehlenswert, wenn der Platz stimmt. Lunaria annua sind mir zu verdrängend, die haben mir schon vieles kaputt gemacht, was anfangs zögerlich wächst. Und Eiche: ja, schön, aber die immergrünen sterben entweder, oder wachsen im Schneckentempo, da muss man am besten mit 15 anfangen, wenn man da was von haben will. Und die anderen: nur was für den Wald, wo die Wildschweine die Eicheln reduzieren, bloß nicht in den Garten. Schlimmer ist nur Ahorn und Ailanthus...
Berlin, 7b, Sand
Benutzeravatar
Gartenplaner
Beiträge: 22129
Registriert: 26. Nov 2010, 22:07
Wohnort: Süden Luxemburgs, ein paar Kilometer von der französischen Grenze
Region: „Gutland“, Süden Luxemburgs
Höhe über NHN: 274-281
Bodenart: „Töpfer“lehm
Winterhärtezone: 8a: -12,2 °C bis -9,5 °C
Kontaktdaten:

Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Gartenplaner » Antwort #477 am:

hobab hat geschrieben: 18. Aug 2026, 21:28 Symphoricarpus ist hoffentlich ein Scherz? Beim Ausrotten holt man sich Blasen, die sind die Pest! …
Nicht unbedingt 8)

Für Schatten kann ich noch Epimedium ‚Amber Queen‘
Bild

Und Epimedium ‚Pink Constellation‘

Bild

empfehlen.
Wer meinen Lern-Garten sehen will - unterm Goldfrosch-Bild den Globus klicken!

Erich Kästner, (1933/46), Ein alter Mann geht vorüber

“Frei zu sein bedeutet nicht nur seine eigenen Ketten abzulegen, sondern sein Leben so respektvoll zu leben, dass es die Freiheit anderer steigert.“ Nelson Mandela
Querkopf
Beiträge: 7835
Registriert: 15. Dez 2003, 07:00

Saartal, WHZ 7b/ 8a, 245m ü. NN, toniger Lehmboden

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Querkopf » Antwort #478 am:

hobab hat geschrieben: 18. Aug 2026, 13:59... In meinen Augen ist das Problem trockener Schatten: da fallen mir weder Gehölze noch Stauden jenseits der altbekannten wie Steinsame oder Luzula nivea ein.
Doch, da gibt's was.
.
Ein Gehölz hab' ich schon öfter genannt für "Hier-wächst-nix"-Standorte: Rhodotypos scandens.
Steht bei mir directement am Stamm einer - zart aufgeasteten - Rotfichte (der Baum ist ca. 90 Jahre alt, Solitärposition, entsprechend groß & dominant, oberflächennahe Starkwurzeln im Umfeld, sprich: Selbiges ist trocken; und dunkel ist es da natürlich ohnehin). Der Strauch kriegt bei extremer Dürre wie jetzt eine minimale Tropfschlauch-Wasserportion ab, aber nur minimal, einfach, weil der Tropfschlauch dran vorbeiführt. Er steht seit mehr als 15 Jahren ungerührt an seinem eigentlich unmöglichen Fleck, macht im Juni nette weiße Blütchen, die später zur schwarzen Früchtchen werden, produziert im Herbst hübsche Laubfärbung (gelb), ist ansonsten wenig auffällig und braucht null Pflege. Ok, alle paar Jahre ein bisschen Auslichten; aber das ist wirklich alles.
.
Im Einzugsbereich der Fichten-Starkwurzeln, also auch trocken, habe ich im Herbst 2018 Osmanthus heterophyllus gepflanzt. (Spät-)Herbstblüte mit Duft, das war unwiderstehlich :D. Und ein Kenner meinte, O. het. sei die frosthärteste O.-Art - also kam sie in Schoppenwihr mit. Von üblicher 60/80-Größe ist sie auf ca. 2 m herangewachsen. Morgensonne, ansonsten lichter Schatten; wohl deshalb ist der Strauch schmalhoch geworden, mit mehr Licht ginge er vermutlich mehr in die Breite. Blüte & Duft kommen zuverlässig. Frostschäden gab's bisher nicht - allerdings lag die tiefste Wintertemperatur seit der Pflanzung bei minus 11,6°C, in kälteren Gegenden könnte es schwieriger sein.
.
Es gibt ja "Schönheit-liegt-im-Auge-des Betrachters"-Pflanzen. So eine ist Lonicera fragrantissima ;) . Winterblüher mit Duft, deshalb hab' ich sie gepflanzt. Steht ganz hinten im Garten, damit ich da auch im Winter mal hingehe ;D. Jenseits der Blütezeit macht der Strauch nix her, ist halt grün und etwas strubbelig. Aber Schatten und Trockenheit steckt er lässig weg und macht einen prima Job als Kompost-Beschatter.

Und noch was ganz anderes, Anmerkung zu Lespedeza thunbergii:
Die scheint nur in Grenzen zu den "Dürrehelden" zu zählen (danke, Krokosmian, für die Wortschöpfung!) - in diesem Extremst-Dürrejahr sind die Triebe nicht zu den gewohnten eeewig langen Schleppen herangewachsen (die man auch auf dem Foto von Lady in Black bewundern kann), sondern viel kürzer. Und während die Blüten hier sonst Mitte August längst offen waren oder wenigstens Farbe zeigten, sind sie aktuell noch fest geschlossene Knospen. Schaumermal, wie's weitergeht - 2026 ist halt kein normales Jahr...
Zuletzt geändert von Querkopf am 18. Aug 2026, 22:04, insgesamt 1-mal geändert.
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

"Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein." (NICHT von Kurt Tucholsky)
Benutzeravatar
semicolon
Beiträge: 1474
Registriert: 15. Mai 2007, 10:29
Wohnort: Koblenz
Region: Mittelrheintal
Bodenart: Lehm & Bauschutt
Winterhärtezone: 8b: -9,4 °C bis -6,7 °C

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

semicolon » Antwort #479 am:

Buddelkönigin hat geschrieben: 18. Aug 2026, 19:32 Ja, der Thread geht offenbar tatsächlich fast komplett in Richtung Exoten... schade. Das ist dann nicht mehr meins... ich hatte das Thema anders verstanden.
Ist aber voll OK.
Könntest Du vielleicht etwas näher eingrenzen, wie Du Exoten interpretierst? Ich definiere das eher nach Herkunft, demnach sind bei mir überwiegend exotische Pflanzen vertreten. Geht es für Dich um "europäische Optik", explizit um Herkunft, Mindestgrad an Winterhärte oder flächendeckende Verbreitung?
Ich muss Mediterraneus leider Recht geben - in diesem Sommer haben sich hier eindeutig nicht einheimische Pflanzen behauptet. Selbst der Giersch ist bodeneben vertrocknet. Gibt aber ein paar Ausnahmen.

Gelbe Königskerzen haben mich dieses Jahr echt glücklich gemacht. Hatte sie in der Vergangenheit als lästig empfunden aber nachdem sie einfach aus jeder Ritze sprießen, lasse ich sie wieder aussamen. Vermutlich gibt es hier keine Art, die Unkraut und Kulturstaude, Unkaputtbarkeit, Bauerngarten und mediterranen Stil so perfekt miteinander vereint 😅

Echium vulgare ließ sich hier trotz gezielter Aussaat nicht etablieren. Dieses Jahr ist plötzlich mitten im Weg ein schönes Exemplar aufgetaucht und diente mir als Schlauchführung. Natürlich lasse ich versamen. Irgend etwas sagt mir aber, dass es überall keimen wird außer im Beet.

Delphinium hatte es noch nie gut hier, scheint aber überraschend dürreverträglich zu sein.

Centranthus hatte in der Trockenmauer toll geblüht, konnte aber nach dem Rückschnitt kurz vor der Juni-Hitze noch nicht remontieren. Selbstaussaat in bewässerten Kübeln sieht aber prächtig aus. Leider versamt der sich hier brutal und erstickt alles. Aber der hält definitiv sein Marketingversprechen.

Mit Digitalis purpurea hatte ich noch nie Glück, obwohl sie auf dem Nachbargrundstück wuchern und in der Umgebung richtige Monobestände bilden. Inzwischen habe ich aber ein paar andere Arten und Hybriden etablieren können, die praktisch pflegefrei sind und zum Teil schon im dritten Standjahr. D. ferruginea klappt heiß, trocken und vollsonnig bestens. Was ich toll finde, sind die vertrockneten Blütenstände, die kerzengerade stehen bleiben. Lasse sie einfach mal voll aussamen. 'Arctic fox' kommt der purpurea schon sehr nah, hat deutlich geringeren Wasserbedarf und macht nach der Blüte keine Anstalten abzuleben, scheint aber steril zu sein. 'Goldcrest' wurde mir als zuverlässig mehrjährig verkauft, und sieht irre schön aus, hat aber etwas Sonnenbrand bekommen.

Diptam war bisher völlig pflegefrei, aber quälend langsam in der Entwicklung. Könnte so in 10 Jahren einen schönen Bestand bilden. Leider habe ich trotz expliziter Nachfrage die weißblütige Variante bekommen.

Salvia nemorosa haben es nicht bis zur Zweitblüte geschafft. Allerdings hatte ich dieses Jahr erstmals den chelsea chop ausprobiert und trotz feuchtem Frühjahr relativ standfeste Blüte erreicht. Trotzdem halten sie im trocknen Lehm absolut nicht das Versprechen. Bin mit exotischeren Salvias deutlich glücklicher. X jamensis sind hier absolut unverwüstlich, daher direkt mal in allen Pantone-Farben nachgekauft.

Silene chalcedonica war eine positive Überraschung und hat nach dem Rückschnitt trotz Blattverbrennung sehr üppig nachgeblüht.

Campanula persicifolia hat dieses Jahr gänzlich versagt. Die rapunculoides hatte ich extra in einen Kübel gesperrt, mit regelmäßiger Bewässerung hat das super funktioniert aber ich fühle mich nicht so wohl mit ihrem Vermehrungsdrang.
Antworten