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Roeschen1 hat geschrieben: ↑9. Sep 2026, 14:58Ja, heute Nacht hat es lange geregnet.
Du glückliche, Regen hätte ich auch genommen.
Das platzen kommt übrigens nicht vom Regen, sondern weil das Wurzelsystem noch auf die hohe Verdunstung eingestellt ist und stark arbeitet, so steigt der Druck, bis die Tomaten platzen.
Danke für die Info,
sowas hatte ich noch nie.
Am Tag vorher waren alle noch heil, wollte dann zeitnah ernten, so habe ich alle gleichzeitig ernten müssen.
thuja thujon hat geschrieben: ↑9. Sep 2026, 23:00Das platzen kommt übrigens nicht vom Regen, sondern weil das Wurzelsystem noch auf die hohe Verdunstung eingestellt ist und stark arbeitet, so steigt der Druck, bis die Tomaten platzen.
Kann man was dagegen machen? Oder zumindest die Platzwahrscheinlichkeit minimieren?
Ursache ist der warme Boden und damit hohe Wurzelaktivität. Auf die sich schnell ändernden Umweltbedienungen in der Luft kann das so schnell nicht reagieren. Ich behelfe mir damit zum einen weniger zu gießen, wenn in 3 Tagen ein Wetterwechsel angesagt ist, damit weniger Wasser im Boden ist.
Zudem kann das platzen auch auf falsches gießen im Beet hinweisen: wenn man den ganzen Sommer über täglich gegossen hat, verläuft das Wurzelsystem flach unter der Erdoberfläche. Dort bekommt es bei Gewittergüssen schnell ein Überangebot und es kommt zu Platzern. Besser wäre es, wenn man durchdringend und regelmäßig gießt, dann sind zum einen die Wurzeln in tieferen Schichten, bekommen also das Überangebot der ersten 3-5 cm überversorgten Bodenschicht nicht mit sondern in abgemilderter Form weiter unten präsentiert, ohne negativen Effekt. Das ganze wird unterstützt durch eine gleichmäßigere Wasserversorgung in den tieferen Bodenschichten, so kommt es nicht zum ständigen Wechsel zwischen zu nass und zu trocken und so braucht die Pflanze nicht so heftige Stressabwehr wie Tomatenhaut verdicken machen, sondern sie bleibt flexibler und damit anpassungsfähiger, sprich, auch da weniger Platzer.
Deswegen gieße ich wenn dann einmal die Woche durchdringend, so gibts weniger Platzer und weniger Arbeit und weniger welkende Pflanzen und mehr Ertrag bzw bessere Fruchtgrößen in den oberen Rispen.
Bestimmte Sorten sind einfach anfällig.
Ich hatte auch viele aufgesprungene.
Rausgerissen, weil nur Platzer, hab ich sogar Sweet Tooth und Sweet Candy Icicle. Die sind dermassen aufgerissen in der ganzen Länge, dass sich das Innere nach aussen gestülpt hat, keine normale Frucht (Sweet Cream war aber platzfest)
Hier platzen leider auch viele Sorten dieses Jahr. Oft kann man sie dann noch essen, aber manchmal schimmeln sie auch schnell. Queen of Platzing ist die Platzerina Iva's Sweet White. Die tut das nämlich über die ganze Saison an fast allen Früchten, egal ob heiß, kalt, trocken oder feucht.
Die moderne Züchtung hat wunderbare Sorten hervorgebracht, die nicht die Platzkönigin sind, nicht beim ersten Regen Braunfäule bekommen, nicht jeden Tag gegossen werden müssen, nicht in der Hitze komplett kollabieren und nicht 2 Tage nach der Ernte veratmet sind sondern auch nach 6 Tagen bei Raumtemperatur noch nach echter Tomate schmecken. Die gibts sogar in bunt.
Vielleicht muss sich der ein oder andere mal von der Historie und dem Museum verabschieden und versuchen, mit dem neuen Wetter klarzukommen.
Dagegen ist auch nichts zu sagen. Trotzdem kann man gleichzeitig Neues ausprobieren und Altes erhalten.
Ich merke nicht, daß neue Sorten immer und überall extrem gute Erträge bringen und jedem schmecken, wenn ich mir die Posts durchlese.
Liebe Grüße!
Wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Ich probiere ja auch gerne altes und neues. Neben der Platzerina steht eher zufällig die Nagina F1. Die schmeckt gut. Selten aber auch mal geplatzt. Wächst leider weniger stark als erwartet, ich hatte mir etwas mehr davon versprochen. Nächstes Jahr mal an einem anderen Standort probieren. Viel Spaß macht jetzt etwas später in der Saison die Vierländer Eiertomate. Üppiger Ertrag, platzt nie, schmeckt gut. Allerdings nicht allzu frühe Reife. Sie steht aber auch in einem neu angelegten Beet, vielleicht hat sie da einen Nährstoffvorteil, wer weiß. Und die Primabella ist dieses Jahr auch recht gut (im Gegensatz zu den letzten Jahren), aber eher spät reif. Rondobella enttäuscht diesmal etwas, Blütenendfäule und mäßiger Ertrag.
Trotzdem kann man gleichzeitig Neues ausprobieren und Altes anbauen, das trifft es wohl besser als erhalten.
Klar gibt es auch unter den neuen Sorten nicht die perfekte Sorte. Die kann man ewig suchen und wenn man glaubt sie gefunden zu haben, ändert sich wieder das Wetter, neue Schädlinge wie Reiswanzen werden mehr usw..