Also Amseln gibt's genug, aber es ist nicht die Fülle wie in der Stadt. Erstmal ist unser Boden viel trockener = weniger Regenwürmer und wir haben keinen Rasen mehr.
Von dem Virus haben wir gehört, wir haben aber nicht das traditionelle Vogelfutterhaus, wo man wunderbar Krankheiten verteilt. Es sind alles Hängespender und die Amseln suchen darunter nur kurzzeitig nach Resten. Zwischendurch gehen auch die Hühner drüber und buddeln alles um. Also es ist nicht so, daß dort dicke Schichten von Körnern und Schalen rumliegen.
Ich kann mich aber erinnern, daß es in der Innenstadt meiner Heimatstadt früher immer Spatzen gab und die fraßen wohl den Hafer aus dem Pferdemist und was so an Brotkrümeln runterfiel aus den Gitter-Mülleimern.
Nein, ich bin nicht so alt, daß es damals noch überall Kutschen gab.

Es gab aber die berittene Polizei mit den Ställen und Feldschlößchen ist mit einem mehrspännigen Brauereiwagen zu Werbezwecken ab und zu übern Ring gefahren.
Später ist die berittene Einheit woanders hingezogen, raus aus dem inneren Stadtring und Feldschlößchen geht's finanziell nicht mehr gut. Da waren dann schon mal die Mehlschwalben weg, die früher überall ganz oben an den Häusern ihre Nistschalen hatten. Mit den geschlossenen Mülleimern und der besseren Straßenreinigung verschwanden dann auch die Spatzen. Heute findet man immer welche rund um McDonalds, wo sie von Burgerbrötchen leben.

Und bei uns, weil wir Hühner haben und wir sie mitfressen lassen. Es gibt auch Futterautomaten, die die Spatzen ausschließen, was wir aber nicht möchten. Eine Hand wäscht die andere. Wir geben den Erwachsenen Futter, sie füttern mit den Insekten den Nachwuchs. Beide Seiten profitieren davon.
