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Keine Spatzen mehr in Berlin? (Gelesen 270 mal)

Natur und Umwelt erleben und schützen
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Rieke
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Keine Spatzen mehr in Berlin?

Rieke »

Seit wann sie weg sind, kann ich leider nicht sagen. In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, daß es in der Hecke bei den Nachbarn ein paar Häuser weiter nicht mehr tschilpt und auch die immer sehr beliebte stachlige Hecke neben der Bankfiliale ist ruhig. An den Sandkuhlen im Rasen beim Supermarktparkplatz sind auch keine mehr. Ich habe dann bei den Spaziergängen durch‘s Viertel nach ihnen gesucht und nicht einen einzigen Spatz gesehen - und die gab es hier bisher reichlich.

Ich habe natürlich auch gegugelt, danach hatte sich der Bestand in Berlin Anfang des Jahres halbiert:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... hlung.html
Zumindest in unserer Ecke von Berlin tschilpt es nicht mehr, sie sind verschwunden :'(

Wie sieht es bei Euch mit den Sperlingen aus?

Meine letzte Beobachtung in der Region war vor ein paar Wochen im Schloßpark Branitz.
Chlorophyllsüchtig
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Buddelkönigin
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Buddelkönigin » Antwort #1 am:

Ja, hier bei uns sind Spatzen leider auch selten geworden. :-\
Das fiel mir gerade jetzt im Urlaub in Österreich besonders auf, als ich seit langem mal wieder einen ganzen Schwarm Spatzen im Gebüsch erspähte.
Wenn immer der Kluge nachgibt, regieren die Dummen die Welt.🙄
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Cryptomeria
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Cryptomeria » Antwort #2 am:

Bei mir sind in den letzten beiden Jahren die Feldsperlinge stark zurückgegangen. Haussperlinge sind stabil geblieben. Aber überall fehlt oft eine Komponente, die den Haussperlingen, von denen sprichst du wahrscheinlich, fehlt. Entweder wurden Hecken entfernt, die brauchen Sperlinge als Schutz oder es fehlt Nahrung. Früher gab es doch viel mehr Sämereien, aber auch genügend Insekten. Ideal waren Hühner/-Bauernhöfe mit Weizenkörnern ganzjährig. Und dann werden Sperlinge nicht unterm Dach oder im Dach mit ihren Nestern geduldet. Meist wird alles zugemacht und Nistkästen für den etwas größeren Haussperling ( Kleiberlochgröße) werden nicht aufgehängt. Ich selbst verkaufe hier Nistkästen von unserem Naturschutzverein. Wir lassen keine Nistkästen mit 32 mm Lochgröße mehr bauen, weil keiner sie kauft. es könnten Haussperlinge reingehen. Die Lochgröße ist dann etwas kleiner für Kohlmeise, Feldsperling und dann noch kleiner für Blau- und Sumpfmeise.
Zusammengefasst, es hat mehrere Gründe. Wenn man die Gärten oder ganz Viertel heute anschaut. Dann kann kaum ein Vogel überleben.
VG Wolfgang
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Lady Gaga
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Lady Gaga » Antwort #3 am:

Bei uns sind viele Spatzen im Garten. Sie versammeln sich in der hohen Hecke mit Ramblern und in einer Kletterrose gegenüber und fliegen dann das Hühnerfutter im Nebengarten an. Die fressen schneller als mir lieb ist, ich muß fürs Abendfutter der Hühner nachladen. ;D Sie baden auch im Sandstrand des Teiches. Nachdem ich kein Gift gegen Pflanzenschädlinge und Schnecken verwende, sollten sie auch Futter finden.
Sie sollten sich also wohlfühlen, sind aber trotzdem letzten Winter ca. in der Mitte verschwunden. ??? Im Frühling waren sie wieder da.
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thuja thujon
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

thuja thujon » Antwort #4 am:

Zu den Dachabdichtungen, die schreibt das Amt vor, zumindest für die Bauernhöfe. Das passiert also nicht zwingend auf freiwilliger Basis.

Zu den Vierteln: Berlin hat doch ausgedehnte Grünflächen und Kleingartenanlagen, wenn es in Jahren mit gut verteiltem Niederschlag viel zu fressen gibt, warum sollten sie dann in die Wohnviertel in die Nähe des Menschen gehen? Dort sind sie seltener, ohne seltener geworden zu sein.
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Staudo
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Staudo » Antwort #5 am:

Die Spatzenschwärme in der Nähe von Abfallkörben waren schon auffällig. Vermutlich schwankt die Population. Das gab es bei Amseln auch schon.
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Hyla
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Hyla » Antwort #6 am:

Hier sind sie zur Zeit auch weg. Die Brutsaison ist beendet und sie finden woanders mehr Getreide.
Sobald der Winter richtig anfängt, kommen sie zur Futterstation.

Feldsperlinge kommen bei mir aber kaum noch vor. Die waren schon früher selten und nur im Winter an den Futterspendern, aber seit ein paar Jahren kommen sie noch seltener her, also Einzeltiere.

Nistkästen mit größeren Löchern könnten wir tatsächlich mehr aufhängen. Wir haben ein selbstgebautes Spatzen-Reihenhaus, was aber die Spatzen nicht angenommen haben. Die bevorzugen immer noch das nachbarliche Dach. ;D
Liebe Grüße!


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Blush
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Auf der Geest, aber mit wenig Sand auf dem Lehm.

Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Blush » Antwort #7 am:

In MV noch, hatten wir sehr viele Spatzen. Sie haben im Dach des Hauses gebrütet und zwar nachdem (!) die Geschossdecke zum Dachboden mit Isofloc gedämmt wurde. Da waren von außen genug kleine Öffnungen im 200 Jahre alten Haus, die sie nutzen konnten. Hier, südliches SH, Dorf, kamen im Frühjahr viele, die aber seit langem nicht mehr zu sehen und zu hören sind.

Dafür, wenn auch off topic, gibt's sehr viele Amseln. Was mich freut, denn da gab's große Ausfälle wegen eines Virus, soweit ich weiß.
"Der andere könnte recht haben."
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Hyla
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Hyla » Antwort #8 am:

Also Amseln gibt's genug, aber es ist nicht die Fülle wie in der Stadt. Erstmal ist unser Boden viel trockener = weniger Regenwürmer und wir haben keinen Rasen mehr.
Von dem Virus haben wir gehört, wir haben aber nicht das traditionelle Vogelfutterhaus, wo man wunderbar Krankheiten verteilt. Es sind alles Hängespender und die Amseln suchen darunter nur kurzzeitig nach Resten. Zwischendurch gehen auch die Hühner drüber und buddeln alles um. Also es ist nicht so, daß dort dicke Schichten von Körnern und Schalen rumliegen.

Ich kann mich aber erinnern, daß es in der Innenstadt meiner Heimatstadt früher immer Spatzen gab und die fraßen wohl den Hafer aus dem Pferdemist und was so an Brotkrümeln runterfiel aus den Gitter-Mülleimern.
Nein, ich bin nicht so alt, daß es damals noch überall Kutschen gab. ;D Es gab aber die berittene Polizei mit den Ställen und Feldschlößchen ist mit einem mehrspännigen Brauereiwagen zu Werbezwecken ab und zu übern Ring gefahren.
Später ist die berittene Einheit woanders hingezogen, raus aus dem inneren Stadtring und Feldschlößchen geht's finanziell nicht mehr gut. Da waren dann schon mal die Mehlschwalben weg, die früher überall ganz oben an den Häusern ihre Nistschalen hatten. Mit den geschlossenen Mülleimern und der besseren Straßenreinigung verschwanden dann auch die Spatzen. Heute findet man immer welche rund um McDonalds, wo sie von Burgerbrötchen leben. ::) Und bei uns, weil wir Hühner haben und wir sie mitfressen lassen. Es gibt auch Futterautomaten, die die Spatzen ausschließen, was wir aber nicht möchten. Eine Hand wäscht die andere. Wir geben den Erwachsenen Futter, sie füttern mit den Insekten den Nachwuchs. Beide Seiten profitieren davon. :)
Zuletzt geändert von Hyla am 13. Sep 2026, 11:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Brezel
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Brezel » Antwort #9 am:

Rieke hat geschrieben: 13. Sep 2026, 08:50 Wie sieht es bei Euch mit den Sperlingen aus?
Hier, ca. 10 km südlich von Dir, habe ich letzte Woche noch drei gesehen, wie sie auf Nachbars Zaunpfählen rumtanzten. Dass der ganze Schwarm weg wäre, kann ich mir jetzt nicht vorstellen... werde ich mal drauf achten.

Nachtrag ca. 3 Stunden später:
Elstern sind da, Krähen müssen auch irgendwas ausfechten. Von Spatzen keine Spur.
Aber einige Häuser weiter ein Riesenpalaver: Offenbar irgendeine Sammlungsbewegung. Gesehen habe ich auf diese Entfernung nichts, aber es war unheimlich laut. Dann war auf einen Schlag alles still. Vielleicht kommen die Spatzen wieder, wenn die Sommergäste abgereist sind?
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Cryptomeria
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Cryptomeria » Antwort #10 am:

Schaut euch die Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel im Mai an. Tendenz bei beiden Arten fallend, natürlich immer noch auf hohem Niveau. Wenn jemand dann in seinem Umfeld keine mehr beobachtet, muss man da lokal nach den Ursachen schauen. Das kann, wie manche auch sagen, einfach eine zeitliche Abwesenheit sein, aber auch , wie oben angeführt, andere Gründe haben. Und natürlich wie bei Amsel oder Grünfink seinerzeit auch durch ein Virus bedingt sein. Aber die Umgestaltung der Lebensräume ist wie so oft, dann meist doch das Ausschlaggebende.
VG Wolfgang
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IrisLost
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

IrisLost » Antwort #11 am:

Bei uns, ebenfalls südliches SH, gibt es von beiden Spatzenarten noch Schwärme. Sie sind aber auch nicht den ganzen Tag da sondern kommen ab vormittags, wenn die beiden Tische mit Wildvogelfutter "gedeckt" sind abwechselnd in Etappen mehrmals pro Tag (am späten Nachmittag sind die Tische dann leer gefressen).
Bei uns brüten sie in einem Efeudickicht, das eine große Birke umgibt, und bei einer Freundin ein paar Häuser weiter an einer Hausseite, die u. a. mit riesigem Efeu und uralten Kletterhortensien bewachsen ist. Bei anderen Nachbarn offenbar auch unter Solarpaneelen :o Zusätzlich sicher auch in Knicks und dichten Brombeerhecken der Umgebung.

Amseln sehe ich dafür zur Zeit gar nicht. Verständlich, denn der Boden ist wieder feucht, läßt also Jagd auf Würmer und Insekten zu, und es liegen überall massenweise Falläpfel. Daher interessieren sie sich aktuell wohl nicht sehr für "Fertignahrung", mit der sie im Winter schon weitgehend vorlieb nehmen müssen. Der Bestand hat sich hier nach dem Virus-Einbruch wieder erholt und im Winter kommen bei der Fütterung wieder fast genauso viele wie in früheren Jahren.
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Winterrose » Antwort #12 am:

Bei uns im Hof sind seit der Hitzewelle auch fast keine Vögel mehr. Vorher waren es hauptsächlich Spatzen und ab und zu Blaumeisen. Wir haben in einer Ecke einen großen Holunderbaum, zurzeit sind die Beeren reif. Letztes Jahr waren viele Vögel da und haben die Beeren gefressen. Mir ist dabei aufgefallen, dass sie die nicht mehr so gern mochten, wenn sie trocken waren. Dieses Jahr wird fast nichts gefressen, und die Beeren scheinen auch viel schneller zu trocknen als früher. Ich habe zwei Vogeltränken im Hof, aber auch die werden in diesem Jahr kaum benutzt.

Letztes Jahr war unser ganzer Hof noch unkrautübersät, nach der Aufräumaktion ist er auf der gepflasterten Fläche nun ziemlich kahl. Ich kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass das so viel ausmacht. Es sind ja noch genug andere Pflanzen in der Umgebung vorhanden.

Selbst meine Lieblingsamsel, die ab und zu Chaos anrichtet, habe ich schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen.
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Secret Garden
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Secret Garden » Antwort #13 am:

In diesem Sommer hatte ich die Spatzen auch vermisst. Unter unseren Dachpfannen war ein Nest, am Nachbarhaus ein Brutpaar im Nistkasten. Aber nicht das rege Spatzengewusel, wie in den vorangegangenen Jahren. Wo sind sie geblieben?
.
Beim Spaziergang kam ich an einem verlassenen Haus und Garten vorbei, alles mehrere Meter hoch von dichtem Brombeergestrüpp überwuchert. Das vielstimmige Tschilpen der Spatzen darin hörte man schon von weitem. Mein Begleiter meinte, das Brombeergestrüpp müsse unter Schutz gestellt werden. ;D
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Winterrose
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Re: Keine Spatzen mehr in Berlin?

Winterrose » Antwort #14 am:

So ein kombiniertes Brombeer-Wein-Efeugestrüpp hatten wir in unserem Hof ja auch, und wenn ich nicht fast jeden Tag frische Brombeertriebe aus den Fugen kratzen würde, hätten wir es bald wieder. Aber so sehr ich die Spatzen auch vermisse, auf Dauer ist so ein Gestrüpp in einer halbwegs zivilisierten Umgebung doch keine Option.

Der kahl geschnittene Wein und Efeu hat sich in den vergangenen Monaten ja schon wieder vollständig erholt, der Efeu wird hoffentlich auch bald wieder blühen und Beeren für die Vögel bekommen. Im Winter gibt's natürlich noch zusätzlich Vogelfutter. Ich hoffe, das bisherige Brombeergestrüpp so nach und nach durch Rosen- und Clematisgestrüppe ersetzen zu können. Vielleicht verzeihen mir die Spatzen ja und kommen irgendwann zurück.
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