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Geplante Naturvernichtung (Gelesen 285 mal)

Natur und Umwelt erleben und schützen
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555Nase
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Geplante Naturvernichtung

555Nase »

Klima- und Naturschutz wird endlich abgeschafft. >>>
https://youtu.be/JDseOAVb1FA
Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx
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Leiro
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Re: Geplante Naturvernichtung

Leiro » Antwort #1 am:

Ich denke, prinzipiell hat "die Behörde" recht und das hat mit "abschaffen des Naturschutzes" wahrlich nichts zu tun. Es wäre eine radikale Abmagerung dieses Standortes.
Man müßte wissen wo und in welcher Größe das passieren soll um sich ein fundiertes Urteil bilden zu können.
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thuja thujon
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Re: Geplante Naturvernichtung

thuja thujon » Antwort #2 am:

Recht kann da keiner haben, weil es verschiedene Blickwinkel gibt.

Man kann natürlich die Lebensgrundlage wertvollen Boden entsorgen, um einen degradierten Standort für Spezialisten zu schaffen. Dann müssen sich nur die erhofften Arten einstellen, das also gelingen, ohne dass wie so oft die Natur totgeschützt wird, dann hat man die Lebensgrundlage Artenvielfalt geschaffen.

Die 95k€ kann man ausgeben, wenn man Geld hat. In der kommune scheint es davon ja genug zu geben oder die Partner bezahlen. Da es sich hier aber um eine langfristige Kultur handelt, entstehen Folgekosten für die Pflege. Die sind wohl nicht einkalkuliert, was erheblich zum scheitern des Projektes beitragen kann.

Bezüglich Partner, wenn jemand zum Anlegen von Ausgleichsflächen verdonnert wird, hat er wohl versiegelte Fläche geschaffen. Auch hier könnte man argumentieren, wird im Video ja gut erklärt, da wurde ein magerer Extremstandort geschaffen, für zB Felsvegetation, die sich nur noch einstellen muss, wenn zB der Parkplatz ausreichend schnell verwittert. Sozusagen als Beitrag für die Lebensgrundlage Artenvielfalt.

Abenteuerlich, nicht wahr?
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hobab
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Re: Geplante Naturvernichtung

hobab » Antwort #3 am:

Bin da ganz bei thuja - bei Ausgleichsflächen zahlt ja derjenige der woanders Fläche verbaut und beispielsweise Flächen für magere, offene Böden sind in Deutschland selten geworden. Das mit der Verdichtung, die der Kollege da anspricht ist Blödsinn, eine Fachfirma macht das Abschieben ohne Bodenverdichtung. Humusverlust ist überhaupt kein Argument, gerade die Trockenbewohner bevorzugen. Mineralböden ohne viel Humus. Sehr interessante Vegetation haben in Berlin beispielsweise stillgelegte Schotterparkplätze. Da wachsen zwar nicht gerade nur einheimische Pflanzen, aber der Bewuchs incl. Fauna ist extrem spannend.
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thuja thujon
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Re: Geplante Naturvernichtung

thuja thujon » Antwort #4 am:

Spannend ist es vor allem, weil oft die submediterranen und mediterranen Florenelemente an diesen Standorten zuwandern und so hier oft ein Erstnachweis oder Wiederfund erbracht werden kann. Das ganze hat leider nur wenig Publicity, weil es kaum versierte Stadtbotaniker gibt, die suchen lieber Orchideen. Ziemlich subjektiv.

Einheimische Pflanzenarten werden hier teilweise ihren Lebensraum verlieren, ohne Zuwanderung wirds nicht gehen und wer auf die Arten der alten Welt mit altem Wetter setzt, hat sich irgendwann totgeschützt.

Nebenbei, man muss es sich auch erst mal leisten können, wertvollen Ackerboden zu zerstören. Die globale Nachfrage nach Weizen übersteigt seit Jahren die Produktionskapazitäten.
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hobab
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Re: Geplante Naturvernichtung

hobab » Antwort #5 am:

Ich glaub nicht das ein Bauer an einem ehemalige Parkplatz in Kreuzberg viel Interesse zeigen würde. Die Ersatzflächen sind ja nicht unbedingt in landwirtschaftlich oder sonstwie interessanten Ecken, da wird genommen, was sonst keiner braucht. Und es wird in Berlin schon untersucht was hier neu dazukommt, allerdings ist es nicht ganz einfach die Publikationen zu finden. Die TU Berlin macht da schon einiges, mir fehlt leider die Zeit nach den Veröffentlichung der Doktorandin zu suchen.

Zitat mit der Prognose bis Ende des Jahrhunderts: "Modellrechnungen des UFZ ergaben, dass zwischen 8% und 24% der einheimischen Arten mehr als 80% ihres gegenwärtigen Areals verlieren. Klimabedingt reagieren alpine Vertreter wie Alpen-Hornkraut (Cerastium alpinum) besonders sensibel und verliert im Modell (+4 °C) über 70 % des Verbreitungsgebietes. Weitere Beispiele für potentiell stark durch Klimawandel gefährdete Arten sind Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Zimt-Rose (Rosa majalis), Alpen-Hahnenfuß (Ranunculus alpestris), Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) oder Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum)." Es gibt auch eine Prognose das bei gleichbleibender Erwärmung bis 2100 80% der Vegetation sich verlagern bis - wenn sie das nicht kann - aussterbene wird, weltweit. Ich glaube das kam vom Potsdamer Klimainstitut?
Da sind solche Flächen durchaus spannend, da sie vielleicht Entwicklungen vorraus nehmen und vielleicht auch Refugien sind für Pflanzen aus kaum noch vorhandenen Magerstandorten. Was Westdeutschland diesen Sommer hatte, gibts im Osten ja schon länger, hier kann man als Gärtner das auch kaum übersehen - und das ist ja erst der Anfang, es wird viel, viel schlimmer werden. Keiner weiß wie und was genau passieren wird und desto mehr Erfahrungen wir, wie mit diesen erstmal lächerlichen Microwald, wir sammeln können, desto besser.
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