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Ernährungsformen (Gelesen 2898 mal)

Verwenden, haltbar machen, zubereiten und genießen

Moderator: Nina

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thuja thujon
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Re: Ernährungsformen

thuja thujon » Antwort #60 am:

Mehr ist mir auch nicht aufgestoßen wie die eine Aussage die impliziert, dass eine ganze Berufsgruppe oder gleich zwei gerne Tiere quält.
Hätte man sich tiefergehend mit beschäftigt, könnte man auch heute noch Fleisch essen ohne auf die Faszination der Chemie und dem Handwerk der veganen Küche zu verzichten. Ich meine das nicht abwertend mit Chemie, sondern kochen ist nun mal Chemie, Stoffe umwandeln.
Man erinnere sich an die legendären Arbeiten von Franziska Hanschen aus Hamburg die dargelegt hat, dass es einen Unterschied macht, ob ich Brokkoli schneide und 10 Minuten liegen lasse oder schneide und sofort Temperatur drauf gebe bzw in Wasser oder bei noch mehr Hitze in Öl die Aromatik herausarbeite.
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Mufflon
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Re: Ernährungsformen

Mufflon » Antwort #61 am:

Ich bin allergisch auf Kernobst, Steinobst, Bananen, Latex, Nüsse, die meisten Hülsenfrüchte und noch ein paar Kreuzallergien.
Dazu reagiere ich empfindlich auf Weizenlektine, weswegen ich mein Brot selbst backe, mit länger Teigführung und Sauerteig.
Histaminhaltige Lebensmittel können aus leichten allergischen Reaktionen starke machen.
Zuckerkonsum treibt die Entzündungswerte bei mir hoch, also verzichte ich darauf größtenteils.
Panelazucker scheint weniger Einfluss zu haben, das teste ich gerade aus.
„Der Mensch hat viele Fähigkeiten, aber das größte Talent entwickelt er bei der Vernichtung der Natur.“ 🍃
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semicolon
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #62 am:

@Veilchen: Du bringst Deine kognitive Dissonanz auf den Punkt und lieferst bereits alle Antworten. Absolut no offense - diese Gedanken haben mich auch über Jahre beschäftigt und gequält und trotzdem hätte (und habe ich 😅) für Tiermilchkäse und so manch ein Fleisch und Fisch getötet. Ich bin mir sicher, das ist genau der Punkt, der bei meinem Beitrag vorhin so getriggert hat. Ich werfe es daher niemandem vor und rolle auch nicht den Moralfinger aus. Aber für mich war der beschriebene Gedanke der schmerzhafte Augenöffner. Andere schauen sich den Film "Dominion" an und verstehen es dann. Andere brauchen trotz allem Jahre, andere haben zurecht Angst vor Konfrontation, andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht, andere halten am Weidekuh-Mythos fest oder stellen persönliche Beobachtungen über wissenschaftliche Erkenntnisse. Ich meine es wirklich nicht gönnerhaft oder gar vorwurfsvoll.

Drücke Dir die Daumen für ein klares Bild 🥰
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Quendula
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Re: Ernährungsformen

Quendula » Antwort #63 am:

Ich mag mich gar nicht groß einmischen. Diskutiert ihr mal ruhig ohne mich weiter.
Nur ein kleiner Hinweis auf eine Quelle von "gutem" Fleisch:
https://sollingschaf.wordpress.com/
Dort beziehe ich einen Teil unseres Fleisches, dass dann übers Jahr verbraucht wird. Kostet mehr als Fleisch aus dem Supermarkt, gibt es nur auf Bestellung und zu bestimmten Terminen im Jahr und man kauft auch immer gleich 1 ganzes Schaf, aber ich weiß wo es herkommt, wie es gehalten wurde und dass meine Bezahlung an der richtigen Stelle landet. Sehr zu empfehlen ist Schafhack. Einen weiteren Teil Fleisch hole ich von verschiedenen Jägern aus der Umgebung.
Ob Frauenschuh im Moment noch Schaffleisch verkauft, kann ich allerdings gar nicht genau sagen :-\ .
Sich zu entschuldigen bedeutet nicht, dass man einsieht, dass der Andere Recht hat. Sich zu entschuldigen bedeutet, dass einem der andere Mensch wichtiger ist als der Streit.
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thuja thujon
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Re: Ernährungsformen

thuja thujon » Antwort #64 am:

Quendula: :D 👍
Klingt nicht gut, Mufflon.
Kohlenhydrate, nicht nur in Form von einfach oder zweifach oder Mehrfachzuckern, sondern auch polymerisierte Zucker wie Stärke sind am Schluss immer Entzündungswertehochtreiber wenn man `vorbelastet´ ist und werden letztlich als Fett eingelagert wenn zu viel davon für zu wenig Verbrauch aufgenommen wurde.
Die Lebensmittelpyramide sollte dahingehend mal angepasst werden.

Wenn man die Zucker* ausreichend anröstet, also Maillard-Reaktion im Topf bzw Pfanne durchführt, wird es anders.
Wie gesagt, nicht die Ausgangsstoffe, sondern die Zubereitung, entscheidet.
Mal ein Vorgeschmack auf F. Hanschen ihre Arbeiten: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10. ... 0214112508
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Nox
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Re: Ernährungsformen

Nox » Antwort #65 am:

Veilchen-im-Moose hat geschrieben: 22. Sep 2026, 21:02 Interessanter Thread, der viele Themen berührt, mit denen ich immer wieder ringe... so muss man es wohl sagen.
....
Trotzdem quälen mich immer noch grundsätzliche Fragen. In meinem Weltbild, meinen Wertvorstellungen, meiner Haltung zu Tierrechten findet sich kein einziger guter Grund, der mir eine Rechtfertigung dafür liefert, das ich Tiere esse oder tierische Erzeugnisse, deren Produktion in nicht allzu seltenen Fällen auch mit individuellem Leid von anderen Tieren (wir sind auch welche) verbunden ist.
....
Es ist wirklich interessant und schön, Eure ganz persönlichen Geschichten zu lesen, danke für die Offenheit.

Betreffend der moralischen Aspekte, möchte ich auch mal folgendes zu bedenken geben:
Die Natur selber ist noch viel brutaler beim Fressen und Gefressenwerden als wir Menschen. Denkt mal an Wölfe, Orkas und Haie. Die kennen keine Tierrechte.
Dagegen versuchen die meisten Menschen immerhin doch, ihre Beute schnell zu töten. Und auch nicht mehr zu reissen, als sie verwerten können.

Und wir sind von der Evolution nicht als Veganer hervorgebracht worden. Dazu fehlen uns die 7 Mägen, unser Verdauungssystem ist für rein pflanzliche Nahrung völlig falsch dimensionniert.

Sich vegan zu ernähren ist eine menschliche Kulturleistung: Voraussetzung dafür sind gezüchtete, ertragreiche Pflanzen und inzwischen auch die Technik und das Wissen, wie man daraus Nahrungsmittel herstellt, die keinen Mangel zur Folge haben. Sojabohnen wachsen hierzulande sehr schlecht, auch andere Grundzutaten der veganen Küche gedeihen hier nicht viel besser.

Deshalb mache ich mir nicht allzu viele Gewissensbisse, die Natur hat den Menschen (zumindest in Europa) nicht als Veganer konzipiert.
Wer sich trotzdem so ernährt, der entwickelt sich weiter, über die natürliche Kondition hinaus. Kulturleistung eben.
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