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Ernährungsformen (Gelesen 8825 mal)

Verwenden, haltbar machen, zubereiten und genießen

Moderator: Nina

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DerTigga
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Re: Ernährungsformen

DerTigga » Antwort #195 am:

Ist die Frage Medi, obs beim kauen dann nicht knirscht, weil die noch etwas feuchten Mückenreste aufgewirbelten Staub und Sand vorausfahrender Fahrzeuge eingesammelt haben.. ? ;)
Von mikro Magenresten an schrecklich unveganem Blut noch nicht geredet.. :P
Recht hast du aber natürlich.
Ansonsten gehts wohl eher um den Punkt, wie lange ein schwerkrankes Tier nurnoch durchhalten muss, bis es erlößt / eingeschläfert wird und wie lange das so manchem Mensch versagt wird - aber das gehört nicht hier hin..
Zuletzt geändert von DerTigga am 27. Sep 2026, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
raiSCH
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Re: Ernährungsformen

raiSCH » Antwort #196 am:

Mediterraneus hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 16:28 Insekten sind eine wertvolle Proteinquelle. Da liegt viel Potential drinnen.
Feingemahlen mit reingemacht, warum nicht.
Das ist weitgehend nur ein kulturelles Problem. Viele Asiaten essen Insekten wie Ameisen oder auch Würmer, wir nur Krusten- und Schalentiere. Beides kann sehr schmackhaft und zudem sehr gesund sein.
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Gartenplaner
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Re: Ernährungsformen

Gartenplaner » Antwort #197 am:

Mediterraneus hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 16:25 Das grenzt ja fast schon an Fanatismus, Sorry! Da sind Meinungen so eingefahren...
…
Du beschreibst so ganz gut die immer wieder erlebte Empörungs-Ablehnungsreaktion…..der Nicht-Vegetarier/Veganer.

@Semicolon:
Vielen Dank für deine Mühe!
Ich hab die Diskussionskarrussellrunden auch schon ein paarmal durch ::)

Und danke für die vielen interessanten Empfehlungen,
Wir werden mal nen Blick auf das Lidl-Repertoire werfen 👍
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semicolon
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #198 am:

raiSCH hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 17:13 Wieso wird eigentlich beim Töten immer nur von Tieren gesprochen? Viele Pflanzen tötet man beim Ernten ja auch, fast nur Obst, Spargel und Pilze wachsen weiter.
Weil Pflanzen kein zentrales Nervensystem haben und folglich keinen Schmerz oder Angst empfinden und verarbeiten können.

@Gartenplaner: Danke! Und ja - es sind immer die gleichen Reaktionen, die sämtliche Fakten ignorieren um das eigene Gewissen zu beruhigen. Nicht als Vorwurf gemeint - bin selbst lang genug den bequemen Weg gegangen.
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hobab
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Re: Ernährungsformen

hobab » Antwort #199 am:

Ich hab ein paar Seiten Diskussion verpasst, möchte aber gern noch mal auf Semis Antwort auf meinen Post zurückkommen: das Fleischproduktion, sehr viel mehr Land verbraucht als pflanzliche, ist, glaube ich, inzwischen jedem bekannt das brauchst du nicht zu wiederholen. Das ändert aber nichts daran, dass wir in einer Kulturlandschaft leben, in der seit Jahrhunderten das Vieh die Landschaft mitbestimmt hat.
Ob die Weidehaltung eine romantische Vorstellung ist, liegt in unserer Hand: in Österreich oder Schweiz wird es subventioniert, wenn das Vieh auf den Weiden bleibt. Das ist nicht so schwierig das es die Deutschen nicht auch hinbekommen könnten. Natürlich kostet das Geld, aber ich finde das sollte es uns auch wirklich wert sein. Ich möchte nicht in einer Landschaft leben, die ihren Bezug zu unserer Geschichte verloren hat. Und es ist falsch, das sich höhere Fleischpreise nicht durchsetzen lassen, geht bei Alkohol, Zigaretten und bald Zucker vielleicht auch.
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Nox
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Re: Ernährungsformen

Nox » Antwort #200 am:

Ich finde es ziemlich schräg, von Land "Verbrauch" bei Weidevieh zu reden. Das sind Rechentricks zur Diffamierung der Weidetierhaltung.
Tatsächlich ist die Weide ein Lebensraum grosser Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Wenn ich keine tierischen Produkte mehr bezahlen kann, weil es zuviele Menschen gibt, dann muss ich notgedrungen vielleicht irgendwann darauf verzichten.

Sich im Dienste der zahlenmässig überbordenen Menschheit vegan zu ernähren, bring kurzzeitig sicherlich Entspannung.
Ohne dass sich andere Faktoren ändern, wird das Problem auf lange Sicht nur aufgeschoben, nicht fundamental gelöst.

Kurzfristig effektiver wäre es, die Ukraine könnte ihre Ernten exportieren, z.B. nach Ägypten. Dort kann sich die Bevölkerung schon längst nicht mehr von ihrem grünen Niltal ernähren.
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semicolon
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #201 am:

uliginosa hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 14:49 Semicolon,
für Menschen gibt es keine vollwertige vegane Ernährung.

Cellulose ist die häufigste organische Verbindung auf der Erde. Und die können Menschen nicht verdauen. Damit ist die Haltung von Rindern und Schafen alternativlos. Nur Wiederkäuer können Cellulose verdauen. De Anteil der Ernte, den Menschen essen können ist winzig - wieviel bleibt denn übrig, bzw. wird genutzt von von der pflanzlichen Substanz für die hier diskutierten Ersatzprodukte?

Rinder und Menschen sind keine Nahrungskonkurrenten. 85 % der Nahrung von Rindern ist für Menschen nicht verwertbar. Rinder werden hierzulande auch mit Zuckerrübenschnetzeln gefüttert. Das hat mich überzeugt, dass (aus einem Werbevideo): "aus Zuckerrüben wertvolle Lebensmitter erzeugt werden können"

Rinder können nicht für den Methananstieg in der Atmosphäre verantwortlich sein. Der Rinderbestand nimmt ab, der Metahnausstoß nimmt zu - eine genau gegenläufige Entwicklung.

Zwei Drittel der weltweiten Anbauflächen können nur als Weideland - Dauergrünland - nachhaltig genutzt werden. Dauergrünland ist eine CO²-Senke - die hierzulande wesentlich besser funktioniert als Wald, der vertrocknet oder Moore, die sogar im relativ feuchten Niedersachsen für 20% der CO²-Emmissionen verantwortlich sind.
Warum sollten wir die Cellulose verwerten wollen? Das übernehmen Pilze und Mikroorganismen seit Millionen von Jahren. Mit und ohne Rinder und Schafe. Oder hast Du eine Kuh neben Deinem Komposthaufen stehen?

Würden Rinder tatsächlich nur Gras fressen, bräche die komplette Milch- und Fleischproduktion weltweit zusammen. Deshalb gibt es Kraftfutter, basierend auf Stärke und Protein - die beiden Makronährstoffe, die auch wir Menschen direkt verwerten könnten. Auf einem Bruchteil der aktuellen Agrarflächen angebaut.

Die Anzahl der Rinder hat sich weltweit seit 2000 von 1,3 auf mehr als 1,5 Milliarden erhöht. Die Anzahl in Deutschland ist dank überzüchteter Milchleistung von 14 auf 11 Millionen zurückgegangen. Deine verallgemeinernde Behauptung ist schlichtweg falsch.

Mischwald speichert ein Vielfaches von Kohlenstoff verglichen mit Weideland (Wald hat mehr Grünmasse, leuchtet das ein?). Moore werden hauptsächlich für Weideland trocken gelegt und emittieren damit Kohlenstoff. Dabei sind Moore die effizientesten Kohlenstoffspeicher der Erde. Also auch wieder eine haltlose Behauptung.

Das sind alles Punkte, die sich in 5 Minuten recherchieren und belegen lassen. Wenn man denn will.
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hobab
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Re: Ernährungsformen

hobab » Antwort #202 am:

Gebe in den meisten Punkten Semikolon recht, außer das Wald CO² überhaupt speichert - im Gegensatz dazu was die KI behauptet, verbraucht Wald in DE inzwischen mehr CO², als er speichert.
Und Nox Argument, das es wenig bringt statt Fleisch Gemüse zu produzieren, wenn das dazu führt, das die Weltbevölkerung noch mehr zunimmt, finde ich schlüssig. Es gibt noch ein anderes Argument, das es wert ist noch mal hervorzuheben: auf den meisten Flächen auf dem Vieh weidet, ist gar keine Landwirtschaft möglich (siehe Alpen). Es würde also nichts bringen, bei dessen Vieh auf Milch und Fleisch zu verzichten. Die Massentierhaltung ist ein ganz anderes Argument finde ich, man sollte das aber bitte auseinanderhalten.
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semicolon
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #203 am:

@hobab: Guter Punkt mit dem Weideland. Aber die Landeinsparung bezieht sich bereits auf Agrarland. Es geht ja darum, dass die Tierproduktion sehr viel Land benötigt für Futteranbau. Das würde zwar bei extensiver Weidehaltung wegfallen, aber die tatsächlich nutzbare Fläche (Bergalm) wäre wahrscheinlich nicht ansatzweise ausreichend, um die Fleischbersorgung aufrecht zu erhalten. Habe dazu aber keine Zahlen - daher nur eine Schlussfolgerung.

Hier aber eine andere interessante Zahl:

"​Reine Weidemast macht in Deutschland unter 5 % der gesamten Rindfleischproduktion aus (oft werden sogar nur 2 bis 3 % veranschlagt)."
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Re: Ernährungsformen

LadyinBlack » Antwort #204 am:

Mediterraneus hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 16:25 Das grenzt ja fast schon an Fanatismus, Sorry! Da sind Meinungen so eingefahren...
Jeder kann sich in unserem Land leisten, zu essen, was er mag und bezahlen kann.
Es ist Fanatismus, Medi.
Und es ist außerdem eine unerträgliche Stimmungsmache gegen diejenigen, die im ländlichen Raum einen bedeutenden Beitrag zur Wertschöpfung liefern. Und weit über die Wertschöpfung hinaus, viele Argumente habt ihr bereits geliefert.

Derr Landwirt freut sich ganz sicher über einen Gruß, über ein freundliches Wort.
„Es darf für einen liberalen Menschen nie einen Zeitpunkt geben, wo er vor der Umwelt kapituliert!“

Arnold Esch, verhaftet 1949 in Rostock, ermordert 1951 in Moskau
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Re: Ernährungsformen

Gartenplaner » Antwort #205 am:

Immer wieder die gleichen (ziemlich dreisten) Unterstellungen.
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Re: Ernährungsformen

Felcofan » Antwort #206 am:

Weidevieh ist wegen des Aufwandes eher auf dem Rückzug. Kleinsthalter packen eher ein, eine Mischung aus Alter und zusätzlichen Hürden, teils ganz praktisch sowas wie vermehrt Wolfsbesuch.

In den Schweizer Alpen sind anscheinend aktive Milchvieh-Almen am Schwinden, das wird in Fachartikeln über das Zunehmen der (einheimischen) Grauerle, die Vegetationsveränderung und die problematische Stickstoffanreicherung kommentiert.

Das Besondere an Wiederkäuern, dass die aus uninteressanten "Fasern", also Wiese etc. Energie gewinnen und zB. während eines Almsommers Sonnenenergie in lagerbare, lebensotwendige, kalorienreiche Wintervorräte aus Käse umwandeln, ist ja schon länger vorbei, also, dass es so wichtig ist. Die Beweidung wäre für den Artenschutz am wirksamsten, aber in der Praxis kommt das nicht so an.

ein neuer, "ökoromantischer" Weg sind solche re-wilding-Projekte: grosse Offenlandflächen sollen durch meist gemische Groß-Herbivoren wie robuste Pferde- oder Rinderrassen und eher abenteuerliche "Rückzüchtungen" von Neo-Auerochsen das begehrte Mosaik verschiedener Vegetationstrukturen, offenem Boden und lichten Wäldern hervorbringen. Der Mensch managed noch im Hintergrund (Stückzahlen regulieren, Tierleid verhindern), aber da ist mir nicht klar, ob das langfristig wirklich so funktioniert, jetzt ganz schön weit abgedriftet von Molkerei-Erzeugnissen...
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Re: Ernährungsformen

hobab » Antwort #207 am:

Das klingt durchaus plausibel Semi, grade bei Rind ist die Überproduktion auch absurd hier. Aber es gibt halt auch Weidevieh ohne viel Kraftfutter - das verlängert halt die Zeit bis zum Verkauf. Auch da könnten Umweltsteuern auf Soja Sinn machen. Gegen eine Verteufelung von Fleisch wehre ich mich aus genannten Gründen, der Konsum sollte aber reduziert werden, oder weg von Rind zu Huhn oder Insekten. Wenn man einen Mittelweg finden könnte, ohne sich an die Gurgel zu gehen, wäre das schön. Dauernd nur Gegenpositionen aufzubauen macht das nicht leichter.
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Re: Ernährungsformen

raiSCH » Antwort #208 am:

semicolon hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 18:30
raiSCH hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 17:13 Wieso wird eigentlich beim Töten immer nur von Tieren gesprochen? Viele Pflanzen tötet man beim Ernten ja auch, fast nur Obst, Spargel und Pilze wachsen weiter.
Weil Pflanzen kein zentrales Nervensystem haben und folglich keinen Schmerz oder Angst empfinden und verarbeiten können.
Das ist aber keine echte Antwort. Es gibt ebenfalls Tiere ohne zentrales Nervensystem, und es geht nicht um Schmerz oder Angst, sondern um Leben oder Tod. Und was wissen wir schon von Empfindungen der Pflanzen? Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, er hält sich nur dafür.
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Re: Ernährungsformen

semicolon » Antwort #209 am:

hobab hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 20:23 Das klingt durchaus plausibel Semi, grade bei Rind ist die Überproduktion auch absurd hier. Aber es gibt halt auch Weidevieh ohne viel Kraftfutter - das verlängert halt die Zeit bis zum Verkauf. Auch da könnten Umweltsteuern auf Soja Sinn machen. Gegen eine Verteufelung von Fleisch wehre ich mich aus genannten Gründen, der Konsum sollte aber reduziert werden, oder weg von Rind zu Huhn oder Insekten. Wenn man einen Mittelweg finden könnte, ohne sich an die Gurgel zu gehen, wäre das schön. Dauernd nur Gegenpositionen aufzubauen macht das nicht leichter.
Ich habe nichts gegen Fleisch wenn es kein Leid und Klimakatastrophen verursacht und zeige lediglich datenbasiert auf, dass es ohne bestens funktionieren kann. Alles ganz einfach.
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