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Ernährungsformen (Gelesen 19142 mal)

Verwenden, haltbar machen, zubereiten und genießen

Moderator: Nina

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Querkopf
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Re: Ernährungsformen

Querkopf » Antwort #450 am:

Danke, Gartenlady - aber Weingummi in Gespensterform und dergleichen ist eher nicht, was ich suche ;D...
.
Ich werde mal auf Supermarkt-Streifzug gehen ;).
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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Gartenlady
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Re: Ernährungsformen

Gartenlady » Antwort #451 am:

Großpackungen mit normalen Süßigkeiten gibt es dort doch auch. Dort gibt es alles. ;D
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Mufflon
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Re: Ernährungsformen

Mufflon » Antwort #452 am:

Für Allergie geplagte kleine Geister hatte ich letztens Jahr gruselige Lesezeichen und wenn sie wollten, normale oder vegane Gummibärchen.
Wenn ich weiß, dass ein Veganer kommt, bereits ich halt alles ohne Tier zu, so schwer ist das nicht.Kartoffelsalat schwäbische Art, Pastasalat italienische Art, es gibt unzählige Muffinsorten mit Öl statt Butter, und wenn alle Stricke reißen, Spaghetti aglio e olio, geht spontan auch, und für fast alle.
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Mufflon
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Re: Ernährungsformen

Mufflon » Antwort #453 am:

Übrigens nutze ich auch keine normale Majo aus dem Supermarkt und esse auch nichts damit.
Ich kaufe extra meine Eier bei einem kleinen Hühnerhof, mit freilaufenden Hühnern, die da im privaten Biogarten rumlaufen.
Da kaufe ich sicher nicht Standart-Majo, wo ich keinerlei Info habe, woher die Eier stammen für die Zubereitung.
Wenn ich Majo brauche, mache ich die selbst aus diesen Eiern.
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Schnefrin
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Re: Ernährungsformen

Schnefrin » Antwort #454 am:

Querkopf hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 16:39 Danke, Gartenlady - aber Weingummi in Gespensterform und dergleichen ist eher nicht, was ich suche ;D...
.
Ich werde mal auf Supermarkt-Streifzug gehen ;).
Hier kommen kaum Kinder zu Halloween - das Wohnen in der vierten Etage kann auch Vorteile haben - aber wenns doch klingelt, habe ich ausreichend kleinere Äpfel in Kinderhandgröße da.
Ja, ich weiß, es gibt auch Menschen, die auf Äpfel allergisch reagieren - ist mir bei Kindern aber noch nie begegnet.
Gemüsegierhals, Sommergegner und "Schönwetter"-Leugner

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cydorian
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #455 am:

Nox hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 16:38 Also wenn Du keinen Kartoffelsalat essen willst, weil die Mayo mit Ei zubereitet wurde, dann hat das für mich schon etwas Extremes, Religiöses.
Der gehört mit Essig, Öl und Brühe (Gemüsebrühe ok) angemacht, alles andere ist extrem und religiös fischkopfig :-)

Religiöse Ernährungformen, gutes Thema. Wie wärs mit Jainismus? Die verzichten nicht nur auf Fleisch, Fisch und Eier, sondern auch auf Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Möhren oder Zwiebeln, weil beim Ernten die ganze Pflanze zerstört wird und Bodenorganismen geschädigt werden können. Viele essen zudem nach Einbruch der Dunkelheit nichts mehr, um nicht versehentlich Insekten zu töten. Die Jainistische Sallekhana praktizieren schrittweisen freiwilligen Verzicht auf Nahrung am Lebensende. Freiwilliges Todesfasten.

Manichäer - glaubten, dass in der Materie göttliche Lichtpartikel gefangen seien und man deren weitere Verstrickung vermeiden müsse. Obst- und Gemüsediät.

Riesenfastenzeiten gibts in Teilen der orthodoxen Tradition und auch im mittelalterlichen Christentum. Über viele Wochen waren Fleisch, Eier, Milchprodukte und teilweise sogar Öl und Wein verboten. Historisch kamen manche Gläubige auf deutlich über 150 Fastentage pro Jahr. Die scheinen da einen Fastenwettbewerb laufen zu haben.

Abgedreht auch so manche jüdische Ideen, die im Laufe der Jahrhunderte (konkretisiert meist erst 5. bis 7. Jahrhundert) ausbaldowert wurden. Ich habs nie begriffen. Irgendwelche magischen Jonglagen mit Geschirr und Besteck, irgendwas mit Feuer, gesäuerten Broten, irgendwelche Meeresfrüchte, was weiss ich. Alles ganz wichtig jedenfalls, sonst abstumpfung der Seele und göttliche Konsequenz.

Aber es geht auch anders! Der olle Zoroaster rät, dass längerer Nahrungsverzicht schädlich sei, weil ein geschwächter Körper ein Hindernis im Kampf gegen das Böse sei. Guter Mann! https://www.iranicaonline.org/articles/ ... nd-bahais/
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cat1
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Re: Ernährungsformen

cat1 » Antwort #456 am:

Selten so herzhaft gelacht, danke ;D
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Re: Ernährungsformen

Rieke » Antwort #457 am:

Wenn wir Gäste haben, frage ich immer nach Abneigungen, Unverträglichkeiten usw., ich möchte schließlich, dass unsere Gäste sich wohlfühlen. Außerdem finde ich Gäste, die nur höflich am Essen rumpicken, frustrierend. Sicher sind da manchmal Sachen dabei, die ich nicht ganz nachvollziehen kann, etwa eine selbstdiagnostizierte Weizenunverträglichkeit - da backe ich den Kuchen halt mit Dinkelmehl und vermeide Diskussionen über das Thema.

Ich finde die Massentierhaltung unappetitlich, da ist mir zu viel Tierquälerei dabei und bin deshalb Außer-Haus-Vegetarierin. Bei Einladungen frage ich oft lieber nicht nach …. Im Urlaub ist es schwierig, die Speisekarten in Restaurants sind oft sehr fleischlastig. Bei der Elsass-Reise kürzlich gab es auf den Speisekarten nur wenige vegetarische Gerichte, da war ich auch mal inkonsequent und habe Fleisch gegessen.
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #458 am:

Rieke hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 18:58 Wenn wir Gäste haben, frage ich immer nach Abneigungen, Unverträglichkeiten usw., ich möchte schließlich, dass unsere Gäste sich wohlfühlen.
"Liebe Gäste, wir sind ein offenes und tolerantes Haus. Alles sollen sich wohlfühlen, sagt mir also was eure Wünsche und Grenzen beim essen sind, damit ich auch die absonderlichsten Spinnereien berücksichtigen kann" :-)

Da könnte man doch einen Film drehen. "Indiana Jones und der Tempel des Tofus" oder "Die Rache der Glutenfreien". "Mission Unverdaulich", "Das Schweigen der Kichererbsen" könnte auch passen. "Der Herr der Zwiebelringe"? "Die nackte Kalorie"?
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RosaRot
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Re: Ernährungsformen

RosaRot » Antwort #459 am:

cydorian hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 17:38
Nox hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 16:38 Also wenn Du keinen Kartoffelsalat essen willst, weil die Mayo mit Ei zubereitet wurde, dann hat das für mich schon etwas Extremes, Religiöses.
Der gehört mit Essig, Öl und Brühe (Gemüsebrühe ok) angemacht, alles andere ist extrem und religiös fischkopfig :-)
Igitt. ;D (beides, weder Mayonaise noch Essig und Öl...)

Mit Olivenöl und anderen Absonderlichkeiten...
Viele Grüße von
RosaRot
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cydorian
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Re: Ernährungsformen

cydorian » Antwort #460 am:

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Re: Ernährungsformen

dmks » Antwort #461 am:

Solange Kartoffelsalat Kartoffeln enthalten darf ist jegliches Rezept okay!
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RosaRot
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Re: Ernährungsformen

RosaRot » Antwort #462 am:

Okay, klingt gut. Das Schwenken ist sicher schon höhere Kunst! ;D
Viele Grüße von
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Re: Ernährungsformen

Querkopf » Antwort #463 am:

Schnefrin hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 17:33Hier kommen kaum Kinder zu Halloween - das Wohnen in der vierten Etage kann auch Vorteile haben - aber wenns doch klingelt, habe ich ausreichend kleinere Äpfel in Kinderhandgröße da. ...
Prima Idee (wieso bin ich darauf nicht selber gekommen?!), danke!
cydorian hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 19:45
Rieke hat geschrieben: ↑4. Okt 2026, 18:58 Wenn wir Gäste haben, frage ich immer nach Abneigungen, Unverträglichkeiten usw., ich möchte schließlich, dass unsere Gäste sich wohlfühlen. ...
"Liebe Gäste, wir sind ein offenes und tolerantes Haus. Alle sollen sich wohlfühlen, sagt mir also was eure Wünsche und Grenzen beim essen sind, damit ich auch die absonderlichsten Spinnereien berücksichtigen kann" :-) ...
Cydorian, deine Karikatur ist zwar komisch, aber total überzogen - wie Karikaturen das halt so an sich haben ;D.
Auf ein paar Basics einzugehen, ist ja kein Akt. Mache ich als Gastgeberin gerne. Und freue mich, wenn andere es ebenso halten.
Vor Jahren hatte mal ein Gastgeber, "euch Nordlichtern zu Ehren", die Idee, bei einem Abendessen Grünkohl mit Pinkel zu servieren. Glücklicherweise hat er's im Vorfeld erwähnt. Und er war sehr erleichtert, als ich "bittebitte nicht!" sagte, weil dieses Gericht bei mir seit Kindertagen regelrechte Fluchtimpulse auslöst (keine Ahnung warum, ist meine einzige unüberwindliche Essens-Abneigung) - denn er war selber nicht scharf drauf, den intensiven Geruch tagelang in der Bude zu haben... Es war dann, mit irgendwas anderem auf dem Tisch, ein für alle angenehmer Abend :D .
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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uliginosa
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Re: Ernährungsformen

uliginosa » Antwort #464 am:

cydorian hat geschrieben: ↑3. Okt 2026, 23:24 Es schwingt ja immer wieder herum.

- Erst war Butter normal, Margarine ein Ersatz für Habenichtse.
- Dann wurde Butter zum Problem, böses Cholesterin. Margarine gut und gesund.
- Margarine wird das Problem: Enthält industrielle Transfettsäuren, hohes Herz-Kreislauf-Risiko. Die Industrie versucht daraufhin, ihre Mischungen zu verbessern.
- Butter wieder harmloser. Risiken gesättigter Fettsäuren wären möglicherweise überschätzt. In den USA fiel der Margarinekonsum sogar unter den Butterkonsum zurück.
- Mittlerweile Gleichstand auf der Gesundheitsbösewichtskala, aber kein Waffenstillstand beim Krieg der Ernährungsformen.

Wer übrigens Fett fürs Brot selber abmischen will, kann eine streichfähige Emulsion aus Rapsöl, Walnuss- oder Haselnussöl, etwas Lecithin, Wasser, Salz herstellen. Ist aber nicht haltbar. Ernährungsformen erfordern tapferen Einsatz.
Butter war normal und dazu Schweine-, Gänse-, Entenschmalz und Rindertalg.
Weil es nicht für alle reichte und dafür Abfall wie Baumwollsamenöl genommen werden konnte, wurde Margarine erfunden. Hierzulande enthielt sie anfangs übrigens noch Rindertalg.
Wirklich bessere Mischungen gehen nur mit natürlichen gesättigten Fetten - gibt es hierzulande nicht, deshalb muss Palm-, Kokosöl oder Kakaobutter ran.

Eine gründliche Aufarbeitung der Forschng zu diesem Thema findet sich im Buch von Nina Teicholz: Big Fat Surprise. Leider viele Jahre nach der Veröffentlichung immer noch nicht auf deutsch.

Wenn das hin und her nervt lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Und da ist es dann intersssant, zu sehen, was traditionell üblich war und funktioniert hat. Hier und in anderen Teilen der Welt.

Und dann zeigt sich, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren zwar essentiell sind, aber in traditionellen Diäten immer nur einen geringen Anteil hatten. Omega 6-Öle lagen immer, überall unter 2 %*. Dagegen gibt es Beispiel für Kulturen, die mit einem hohen Anteil an gesättigten Fetten in der Nahrung gesund, d.h. schlank und frei von Zivilisationskrankheiten blieben. Beispiele dafür sind die Massai mit tierischem Fett, v.a. Milchfett und Völker der Südsee mit hohem Kokosölanteil (das muss Frau Prof. Michels bei ihrer Veruteilung des Kokosöls glatt übersehen haben)

*Bei über 4% Anteil in der Nahrung wird Linolsäure toxisch. Normal ist inzwischen ein viel höherer Anteil. Besonders hoch in den USA, was beim Rückgang des Flynn-Effekts eine Rolle spielen dürfte.

Das liegt nicht nur daran, dass omega 6 entzündungsfördernd ist, sondern auch daran, dass hochungesättigte Pflanzenöle oxidieren, sobald sie extrahiert werden. Das gilt auch für Omega 3. Oxidierte Öle, die auch im Körper weiteroxidieren sind für den oxidativen Stress verantwortlich. Während gesättigte Fette eine gute stabile Energieqelle sind. Und im Fall der tierischen Fette auch noch Vitamin A und K2 enthalten.

Bei hohem Konsum reichern sich omega 6 im Fettgewebe an, bei Menschen, Schweinen, Hühnern (aber nicht bei Wiederkäuern). Deshalb wird wegen des hohen Arachidonsäureanteils vor dem Verzehr von zuviel (fettem) Schweinefleisch gewarnt. Aber warum wird uns dann zu Vollkorn, Haferflocken und Hülsenfrüchten geraten, wenn Schweine doch mit Getreide und Soja gemästet werden?
Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli
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