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Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,... (Gelesen 1150 mal)

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Moderator: cydorian

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cydorian
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

cydorian » Antwort #15 am:

Das ist natürlich eine Frage der Lage. Da aber Hitze und Trockenheit zunehmen statt abnehmen, wäre ich vorsichtig mit solchen Sorten, es gibt immer weniger Gegenden wo sie noch gut anbaufähig ist.
Talpini
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Talpini » Antwort #16 am:

Hab beide Harrows auf Quitte daheim, die frühere auf lehmig sandigem Boden als flächiges Wandspalier. Sehr schwachewachsend, fast schon zu schwach für ein doppel-U mit vier Ästen. Leider Recht beliebt bei Gespinstmotten, aber sonst top. Geschmack mit deutlichem Williams-Aroma und im Kühlschrank für eine frühe Birne sehr gut lagerfähig.

Die spätere ist noch nicht so alt, dieses Jahr der erste gute Ertrag. Stärker wüchsig als die frühere, Boden ist aber deutlich humoser an dem Standort mit weniger Sand. Leider letztes Jahr sehr viele schwarze Stellen auf den Blättern, dieses Jahr Gesundheit ohne Probleme bei heftiger Trockenheit. Geschmacklich ebenfalls gut, Lagerfähigkeit vergleichbar im Kühlschrank.

Dieses Jahr war bei uns ein tolles Birnenjahr, speziell Alexander Lucas auf Sämling. So viele können wir nicht essen und einkochen wie wir über den Zaun angeboten bekommen.
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thuja thujon
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

thuja thujon » Antwort #17 am:

Dann scheint es ja doch noch Ecken zu geben, wo die A.L. noch gut wächst.

Hier gestern wieder eine Novembra gegessen, vom Baum auf Sämling noch fest aber gut saftig, von einem anderen baum auf Quitte sind sie längst gegessen, da waren sie vor 3-4 Wochen reif. Vielleicht kein unwichtiger Punkt bei der Auswahl, schwache Unterlagen induzieren frühere Reife. Die Reifezeiten aus der Literatur für die alten Sorten stimmen aber ohnehin nicht, für meine Gegend kann man da 2-3 Wochen früher rechnen.
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Talpini » Antwort #18 am:

Meine Novembra auf Quitte muss spätestens Anfang Oktober im Kühlschrank gelagert werden, sonst sind leidet die Lagerfähigkeit zu arg. Dieses Jahr war das schon arg bis zu spät. Dann kommen wir mit essen nicht mehr hinterher. Leider viel Wanzenbefall auf ihr, aber sonst wie immer gut. Die wächst deutlich stärker als die Harrows in den ersten Jahren bis sie im Vollertrag ist. Dann stoppt die Wüchsigkeit plötzlich und er wird ruhig und schläft fast ein. Ob das auf stärkerer Unterlage auch so ist wäre spannend.
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thuja thujon
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

thuja thujon » Antwort #19 am:

Das mit dem einschlafenden Wuchs sehe ich hier auch auf der schwächsten Quitte. Habe auch gerade nochmal nachgeschaut, Foto von Ende August, also doch nicht 3-4 Wochen, sondern 5. Da hätte sie in den Kühlschrank gehört, das was überreif aussieht hat Wespenschäden oder Wurmbefall, Wanzen sind hier nicht so das Problem, zumindest nicht bei Birne.

Auf Pyrodwarf benimmt sie sich vom Wuchs her nach Jahren des Vollertrags, es ist aber guter Triebzuwachs bis 1 Meter da. Die Bäume auf Sämling sind noch zu jung um das zu beurteilen, kommen erst jetzt langsam in Ertrag, die wurden viel später veredelt.

Bäume auf Quitte sind nun mal schnell erschöpft, deshalb werden die auch keine 20 Jahre, sondern nur gute 10.
Novembra 20260828.jpeg
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Balder
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Balder » Antwort #20 am:

Habe mir Harrow Delight und Harrow Sweet auf der mir bis dato unbekannten Birnen-Unterlage Fox 9 bei Fytos bestellt. Soll etwas stärker als BA29 wachsen, was ich für die beiden Sorten gut finde. Für unter 13€ pro Baum muss man sich da keine Gedanken machen. Nachteil: Abholung im tschechischen Pilsen.

Gibt es denn noch eine Schnittanleitung, wie man Birnen ziemlich schmal halten kann, dann würden ja mehr Sorten in Betracht kommen?
Dann wäre die Sorten-Unterlagenkombination das entscheidendere Kriterium.

Wobei es ja trotzdem bisher eine ganze Menge an sind an recht schmalen Bäumen, mehr als ich erwartet hatte. Novembra soll auch relativ schmal wachsen, aber die soll ja so rindenbrandanfällig sein, wie cydorian herausgefunden hat.
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Talpini » Antwort #21 am:

Rindenbrand bei Novembra ist meiner Meinung nach so ziemlich der einzige Nachteil der Sorte. Aber mit geweißeltem Stamm mit etwas Kupfer in der Kalkfarbe drin meiner Meinung nach handhabbar. Es sind meist die Risse bei kaltem Wetter und Sonne am Stamm das Problem, die perfekte Eintrittspforte für Krankheiten aller Art.
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Hyla
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Hyla » Antwort #22 am:

thuja thujon hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 08:41 Bäume auf Quitte sind nun mal schnell erschöpft, deshalb werden die auch keine 20 Jahre, sondern nur gute 10.
Ernsthaft? Gut, daß du das sagst. Wußte ich nicht und hätte fast nen Fehler gemacht. :-X
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cydorian
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

cydorian » Antwort #23 am:

Balder hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 09:11 Gibt es denn noch eine Schnittanleitung, wie man Birnen ziemlich schmal halten kann, dann würden ja mehr Sorten in Betracht kommen?
Das ist die Kernfrage des Threads, der Rest ist die immergleiche Sortendiskussion die schon in anderen Threads ausgreifend lief. Ich fasse mal zusammen:

- eher schwachwachsende Unterlage, Quitte
- eher schmalwachsende Sorten, oben wurde schon was genannt. Die Co-Sorten wollen auch immer nur nach oben, Condo, Concorde.
- Schnitt, Seitentriebe einkürzen.
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

thuja thujon » Antwort #24 am:

Hyla hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 10:31Ernsthaft? Gut, daß du das sagst. Wußte ich nicht und hätte fast nen Fehler gemacht. :-X
Dachte ichs mir doch, dass das die letzten Jahre ein bisschen hinten runter gefallen ist und mal wieder erwähnenswert ist. Also 10 Jahre Vollertrag passt, 15 im Garten sind auch ok, wenn es gut läuft, sind auch die 20 drin. Ich habe meine letzte auf Quitte vor 2 nach rund 25 Jahren gerodet, die mindestens letzten 5 war aber schon nix mehr los. Also die leben noch, bringen aber nichts mehr. Zuwachs im mittleren einstelligen Zentimeterbereich, das reicht nicht.

Bei Apfel auf M9 ists ähnlich.


Schnitt, ja, Seitentriebe einkürzen bzw längere Seitenäste wegnehmen und Ertrag zulassen. Bibaum, UFO usw hatten wir auch schon durchdiskutiert.
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Balder
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Balder » Antwort #25 am:

Ich habe noch ein wenig recherchiert. Nicholaus Gaucher meinte schon für über 100 Jahren, dass man Birnen für einen senkrechten Kordon in 40cm Abstand pflanzen könnte. Entscheidend seien geeignete Sorten.
Senkrechter Kordon farbig.png
Damit ändere ich mal die Vorgabe von bisher 100cm Abstand auf 40cm, wobei das nicht in Stein gemeiselt ist. 50 oder 60cm geht auch.

Harrow Delight und Harrow Sweet habe ich mir schon bestellt.

Die Frage ist nun, was sind noch geeignete Sorten?

Ich habe mir 10 rausgesucht, bei denen die Kriterien stimmen könnten: Kein starker Wuchs, eher aufrecht und Kurztriebfruchtbarkeit, kurz: Geeignet für einen senkrechten Kordon. Einigermaßen gesund sollen die Sorten natürlich auch sein.
Beim Julius-Kühn Institut darf man nur für 7 Sorten Edelreiser bestellen, aber eine Sorte wird ein Brettacher sein, also bleiben 6 Birnen übrig.
  • Edelcrassane
  • Gellerts Butterbirne***
  • Gräfin von Paris
  • Gute Luise
  • Herzogin Elsa
  • Hochfeine Butterbirne
  • Jeanne d'Arc***
  • Köstliche von Charneux
  • Pierre Corneille
  • Vereinsdechantsbirne
***: Sind gesetzt. Gellerts brauche ich für evtl. Zwischenveredelungen auf Quitte BA29 und Jeanne d'Arc ist faktisch ne Säulenbirne. Also sind nur noch vier übrig.

Welche vier Sorten würdet Ihr wählen? Ihr könnt natürlich auch noch andere in den Ring werfen.
Die 40cm Abstand sind auch nicht in Stein gemeiselt, 50 oder 60cm würden auch gehen.

Zu Quitte als Birnen-Unterlage: Da meinte Nicholaus Gaucher, dass der Vorteil der Quitte der frühe Ertragseintritt ist. Auf den damals verwendeten Unterlagen haben Birnen bis zu 12 Jahre bis zum Erreichen des Vollertrags gebraucht.
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Hyla » Antwort #26 am:

Den Vereinsdechant würde ich nach der Beschreibung auf jeden Fall mit dazunehmen. Die Birnen sind im Kalten lagerfähig und das Aroma wird gelobt.
Ich konnte feststellen, daß die als sehr gut bewerteten Sorten mit meinen Vorlieben tatsächlich übereinstimmten (Beurteilung natürlich bevor ich nachgelesen habe ;) ). Von daher verlasse ich mich jetzt darauf und diese Sorte soll eine der Besten sein.
Liebe Grüße!


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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

ringelnatz » Antwort #27 am:

Clairgeaux Butterbirne wird in historischen Büchern auch als Spaliergeeignet genannt, ist wohl sehr schwachwüchsig.
Was wiederum auf Quitte ein Problem darstellen könnte. Geschmacklich kenne ich sie nicht.
Habe aber eine Reiserquelle aufgetan und überlege diesen Winter zu veredeln
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Balder
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

Balder » Antwort #28 am:

Meine Reiserquelle ist das Julius-Kühn-Institut, wo man bis zum 15.10. noch Edelreiser bestellen kann für 10€ in Briefmarken (inkl. Porto). Dafür bekommt man dann 7 Sorten.
Auf der Homepage steht: "Für die Abgabe von Reisern sind aus phytosanitären Gründen Tests notwendig (z.B. bei Apfeltriebsucht)."
D.h. man bekommt getestetes Reisermaterial für 10,95€, wenn man das eigene Porto für den Brief zum Julius-Kühn-Institut dazu rechnet.
Besser geht glaube ich nicht.
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Re: Birnen: Schmalwachsend, krankheitsresistent,...

ringelnatz » Antwort #29 am:

Unter dem Qualitätsaspekt hast du mit Sicherheit Recht.
Ich habe einen Baum gefunden, wo ich selbst schneiden kann, also gratis😉
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