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Etwas Genetik (Gelesen 1243 mal)

A rose is a rose is - Erfahrungen, Pflege und Schnitt von Rosen
Historische Rosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Wildrosen ...

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Hortus
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Etwas Genetik

Hortus »

Ich suche Informationen zu den Erbgängen der Remontanz in der Gattung Rosa. Haben die Hobby-Züchter dazu schon Erkenntnisse/Erfahrungen gesammelt ? Besonders würde interessieren, ob die Remontanz = Fähigkeit zum Nachblühen rezessiv bzw. dominant vererbt wird.VG Hortus
Viele Grüße, 
Hortus
Jedmar

Re:Etwas Genetik

Jedmar » Antwort #1 am:

Hier ist ein Artikel, der ganz kurz auch auf dieses Thema eingeht:The History and Legacy of the China RoseGemäss den erwähnten Untersuchungen von Dr. Hurst, ist die Remontanz an ein rezessives Gen verbunden. Das ist auch naheliegend, da die ersten Bengalhybriden (Kreuzungen von China-Rosen mit Gallicas) einmalblühend waren, und erst in den nächsten Generationen, Remontanz wieder aufgetaucht ist. Dasselbe sieht man auch bei den Englischen Rosen von Austin: Constance Spry ist einmalblühend, Chaucer remontiert manchmal und Charles Austin ist mehrmals blühend.Ein Artikel von Dr. Hurst ist im Buch "The Old Shrub Roses" von Graham Thomas publiziert. Ich zitiere den relevanten Absatz:"...In normal conditions of growth these genes cause a continuous pushing of shoots, with every shoot a flowering shoot, so that our modern Roses tend to flower all the year round, unlike the ancient Roses which for the most part flowered naturally only once a year.In Rose breeding, except for certain complications met with the annual autumn-flowering species, this gene for perennial flowering behaves as a simple Mendelian recessive to the dominant wild gene for annual flowering. It is evidentlya mutation which still appears from time to time in a state of nature among the wild Roses of China just as it did a thousand or more years ago when the Chinese gardeners first discovered it. This mutation seems to be peculiar to China and to the genus <i>Rosa</i>, although it is not limited to one species since I have found it in several Chinese species of <i>Rosa</i>."Ein weiterer Hinweis findet sich in Dr. H. von Rathlef's "Die Rose als Objekt der Züchtung" (1937): Auf s. 6 sind Dominanzbeziehungen bei der Rose gelistet, darunter:Nach KIESE: Einmalblühen dominant gegen remontieren.
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blanche_aline
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Re:Etwas Genetik

blanche_aline » Antwort #2 am:

ist ja eigentlich gemein.... gerade die Remontanz interessiert ja die meisten Züchter am meisten.Wie ist es eigentlich mit der 'Sterilität' der Triploiden? Ahnscheinend gibt es ja doch Ausnahmen, aber wieviel Prozent (oder Promille) sind das?
Jedmar

Re:Etwas Genetik

Jedmar » Antwort #3 am:

Ich glaube, das mit der sogenannten Sterilität von triploiden wird nicht mehr so absolut gesehen. Hier ist z.B. eine neuere Untersuchung:http://www.actahort.org/members/showpdf ... =690_15Die Zusammenfassung sagt, dass die Kreuzung von tetraploiden Rosen mit Pollen von triploiden Rosen eine sehr hohe Befruchtung zur Folge hat. Die Kreuzungsresultate sind selbst meist tetraploid. Die Kreuzung in der Gegenrichtung, von triploiden Rosen mit Pollen aus tetraploiden Rosen hatte eine geringere Ausbeute, aber hatte auch einige Früchte zur Folge. Diese waren z.T. triploid, z.T. tetraploid. Die Autoren folgern daraus, dass triploide Rosen sowohl haploide (einfacher Chromosomensatz) wie auch diploide Ei- und Pollen-Zellen bilden, wobei die diploiden Pollen-Zellen einen Vorteil gegenüber den haploiden haben sollen.
freiburgbalkon

Re:Etwas Genetik

freiburgbalkon » Antwort #4 am:

Danke Jedmar, daß Du die Wissenschaft populär-wissenschaftlich aufbereitest, damit ich es auch halbwegs verstehen kann. Super! Von Dir bekommt man einfach immer ein "gscheite" Antwort, mit der man was anfangen kann.
Jedmar

Re:Etwas Genetik

Jedmar » Antwort #5 am:

:)
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blanche_aline
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Re:Etwas Genetik

blanche_aline » Antwort #6 am:

vielen Dank für die Antwort.Ich habe ja eigentlich nicht das Gefühl, dass ich genügend Gedult habe, selber mit Befruchtungen zu Experimentieren, aber irgendwie juckt es einem ja schon in den Fingern, wenn man so die eine oder andere Rose im Garten stehen hat und sich im Kopf die möglichen Eigenschaften einer Kreuzung vorstellt. Und seit wir diese neue Chinarose "Crimson Bengale" (Tetraploid) mit diesem unglaublich satten Karminrosa haben.... 8)
Jedmar

Re:Etwas Genetik

Jedmar » Antwort #7 am:

Wenn Du Bengal Crimson = Sanguinea hast, dann ist sie diploid.
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blanche_aline
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Re:Etwas Genetik

blanche_aline » Antwort #8 am:

Wenn Du Bengal Crimson = Sanguinea hast, dann ist sie diploid.
Ja klar, da machte ich ein Durcheinander; die Sanguinea ist Diploid, aber die, mit der ich sie ev. kreuzen wollte, eine gut duftende Wildrose aus Georgien, die Rosa oxyodon, ist Tetraploid; und da die Remontanz ja rezessiv ist, wird das ganze wohl ein bisschen eine Lotterie; und erst mal müssen meine Stecklinge der Rosa oxyodon richtig anwachsen.
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