Ha, jetzt gehtdie Diskussion "an's Eingemachte", genau meine Fragen und Beobachtungen stehen an.@ Riesenweib, danke für Deine Hinweise, damit kann ich prima experimentieren:
zielstrebig beschneiden, Stengel flachlegen und senkrecht aus den Trieben sprießen lassen.@pearldu verlangst Standortgerechtigkeit, ok, ich auch.Ich habe mir eine Exceldatei angefertigt, in der ich alle Pflanzen aus meinem Garten aufgelistet habe. Vor allem bei den einheimischen Pflanzen gibt es wunderbare Informationen zu den Ansprüchen der Pflanzen,(Lichtzahl, Feuchtezahl, Reaktionszahl, Stickstoffzahl)
http://www.floraweb.de/In den Büchern von Reinhard Witt gibt es eine anderes Charakterisierungssysem der einheimischen Pflanzen (halte ich nicht für so sinnvoll, vor allem fehlt die Differenzierung der Bodenansprüche (basisch-neutral-sauer ))Jetzt konnte ich sehen, welche Pflanzen bei mir besonders gut wachsen, damit bekam ich profunde Informationen über meinen Gartenboden und konnte gezielt Pflanzen aussuchen, wobei ich im Moment nur mit einheimischen Pflanzen experimentiere (Es gibt eine Ecke, die kriege ich (noch) nicht in den Griff). Ich bin da aber nicht puristisch, ich will nicht unbedingt einen einheimischen Biogarten, sondern einen ökologischen Wildwuchsgarten, aber die erforderlichen Standortinformationen bekomme ich eben nur bei den einheimischen Pflanzen.
Stauden schneide ich grundsätzlich auf standortgerechten Pflanzungen der Freiflächen nicht zurück. Habe ich hoch wachsende Stauden, dann will ich hochwachsende Stauden.
Zum Hochwachsen hat Riesenweib sich plastisch geäußert, "dem habe ich nichts hinzuzufügen". Mein Problem ist, daß niedrig wachsende Stauden bei mir von den anderen Pflanzen erstickt werden und ich kann mich noch nicht dazu aufraffen, einen Bereich gezielt niedrig zu halten (d.h. jäten,jäten,jäten). Mir reicht es, wenn ich jedes Jahr einen "Feind" auswähle (nächstes Jahr der Waldziest), weil er andere Pflanzen zu sehr bedrängt.Zu meiner Philosophie:ich habe nichts gegen Jäten schneiden, rupfen.....Ich will ja nicht, daß sich ein natürliches Pflanzengleichgewicht herstellt, ich gestalte ja.macrantha hat dazu etwas sehr schönes gesagt:
In Pflanzungen, die sehr nah an natürlichen Gesellschaften orientiert sind, muß man sich wohl eher von dem Gedanken verabschieden, dass die Flächen zu jeder Zeit gut aussehen.
Das ist meine Ästhetik, ich habe Freude an Veränderungen, Jahreszeiten, halte die Regenschmuddeltage im Winter für wichtig, weil sie den Frühling schon wieder andeuten, bei mir ist das dann vor allem erst einmal ein Meer von Schabockskraut und Lungenkraut (Scillas werden leider von denen erstickt. Ich denke, meine Fotozusammenstellung vermittelt das etwas (ich kann andere Gärten aber auch schön finden

).Ein weiterer wichtiger persönlicher Anspruch: wenn frühblühende Pflanzen sich zurückziehen bzw. ihre Blütezeit überschritten haben, sollen an der Stelle möglichst die Spätblüher die Lücke füllen.Meine Paradestück hat sich gleich am Sitzplatz am kleinen Sumpfbeet entwickelt. Erst protzt der Waldmarbel, und dann quetscht sich der Wiesenknöterich dazwischen, dann meldet sich der Bachnelkenwurz und zum Schluß klettert aus dem Pflanzeneintopf zartblättrig (engelhaft

) (das/der (?)) die Pflanze Sumpfgeranium heraus.(

)Gruß Henningich werde in meinem nächsten thread nach spätblühenden Stauden für einen Wildwuchsgarten fragen (Riesenweib: Dein Herbsteisenhut z. B.). Es wäre schön, wenn Ihr mich dann beraten würdet.