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Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen (Gelesen 3863 mal)

Bäume und Sträucher, Duftgehölze, Blütengehölze, Blattschmuckgehölze, Wildobst, Koniferen, Moorbeetpflanzen

Moderator: AndreasR

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Querkopf
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Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Querkopf »

Hallo, Baumfexe,gerade gestern habe ich den Antrag auf eine Fällgenehmigung (wg. lokaler Baumschutzsatzung) rausgeschickt: Eine Eberesche ist abgängig :'(, sie hat nach meiner laienhaften Diagnose den Kampf mit dem Obstbaumkrebs (=Nectria galligena) verloren. An einem ihrer drei Stämme pappen zusätzlich noch andere (?) Pilz-Fruchtkörper, denen ich trotz ausgiebiger Recherchen bisher keinen Namen geben konnte. Ehe ich an besagter Stelle etwas nachpflanze (keinesfalls einen neuen Sorbus, auch kein sonstiges Rosengewächs, wg. Nectria-Mycel), wüsste ich gern, wer oder was da sonst noch rumpilzt; denn ich möchte das neue Gehölz nicht an Holzzerstörer verlieren. Könnt ihr mir bitte beim Identifizieren helfen?Die Fruchtkörper haben Konsolenform, Zunderschwämmen ähnlich (da habe ich im I-Net aber nichts Passendes gefunden), und sie sind 4 bis 7 cm breit. Übersicht (rechts sieht man an einer alten Astungswunde "Pusteln", die wahrscheinlich Nectria galligena produziert hat): Baumpilz, DraufsichtNäher dran:Baumpilz, ProfilVon unten:Baumpilz, UnterseiteWer oder was ist das?Danke für Hinweise :) & schöne GrüßeQuerkopfP.S. Liebe Mods: Falls die Frage besser zur "Pflanzengesundheit" passt, verschiebt sie bitte - merci!
"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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Sena
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und sie bewegt sich doch!

Re:Baumpilz: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Sena » Antwort #1 am:

schau mal, ob der paßt:http://www.baumportal.de/Pilze_Galerie/ ... erscrollen, der 10, von oben, "rotrandiger Baumschwamm", Fomitopsis pinicolada ist er auch beschrieben:http://www.forst.tu-muenchen.de/EXT/LST ... omitop.htm
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Susanne
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Re:Baumpilz: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Susanne » Antwort #2 am:

Oder vielleicht auch Eschen-Baumschwamm, Perenniporia fraxinea. Nach meinen Unterlagen ist er ziemlich vielgestaltig, es besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Fornitopsis pinicola.
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Querkopf
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Re:Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Querkopf » Antwort #3 am:

Hallo, Sena,hallo, Susanne,danke euch beiden für die Hinweise :).Auf den Seiten, die ihr verlinkt habt, war ich natürlich schon. Auf etlichen anderen ebenfalls, ich hab' mir fast 'nen Wolf geguckelt ::)... Fomitopsis pinicola und Perenniporia fraxinea standen auch schon auf der Liste der Verdächtigen - und flogen dann wieder raus, weil sie mir nicht ähnlich genug erschienen.
... Nach meinen Unterlagen ist er ziemlich vielgestaltig...
Eben das ist das Problem (gilt wohl auch für andere Baumpilze). Außerdem verändern sich die Fruchtkörper rasch; "mein" Pilz, vor einer Woche fotografiert, sieht inzwischen etwas anders aus, dunkler, die auf den Bildern noch leuchtenden Farben sind matter geworden. Könnte man die Sache andersherum eingrenzen? Manche Baumpilze sind ja recht spezialisiert, gehen nur an eine oder einige wenige Baumart/en. Andere haben ein breiteres Wirtsspektrum. Dazu habe ich im I-Net aber nur sehr begrenzte Informationen gefunden, und einschlägige Literatur besitze ich leider nicht. Ein Pilz, der halbwegs ähnlich aussieht wie der auf meinen Fotos und der definitiv auch Sorbus aucuparia besiedelt (gilt das für Fomitopsis pinicola und Perenniporia fraxinea?), das wäre eine Fährte...Was passiert eigentlich mit solchen Pilzen, wenn "ihr" Baum gerodet wird? (Diese Fruchtkörper habe ich ausschließlich an der Eberesche gefunden. Ein Pflaumenbaum in der Nähe, ebenfalls Rodungskandidat, hat den Pflaumenfeuerschwamm, dessen Fruchtkörper aber ganz anders aussehen. An allen anderen Bäumen in meinem Garten sind keinerlei Pilzfruchtkörper erkennbar.) Wie lange überlebt das Mycel ohne Wirt? Fragen über Fragen ;) - ich möchte halt den geplanten Nachfolgebaum (Nothofagus antarctica, Pflanzung voraussichtlich kommendes Frühjahr, also ein Jahr nach der Ebereschen-Rodung) von vornherein so gesund und fit halten wie nur möglich :)...Schöne GrüßeQuerkopf P.S. Ich hab' mal den Threadtitel geändert, habe dort den Wirtsbaum eingefügt. Vielleicht bringt das ja jemanden auf zusätzliche Ideen.
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Susanne
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Re:Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Susanne » Antwort #4 am:

Wenn du's ganz genau wissen willst, mußt du dir die Sporen unterm Mikroskop angucken. Oder ein bißchen bohren - Fomitopsis ist Braunfäuleerreger, Perenniporia ist Weißfäuleerrreger. Ohne das jetzt nachgeguckt zu haben, spekuliere ich auf unterschiedliche Färbungen im befallenen Holz.Für den neuen Baum an gleicher Stelle müßtest du wohl einen Großteil des Wurzelwerks des Sorbus entfernen. Sicherheitshalber würde ich dann den Krater mit Erde aus einem anderen Gartenbereich füllen, Bodenkur oder Bohnen draufpflanzen und ein bißchen Zeit ins Land gehen lassen. Aber selbst, wenn das Myzel aushungert, kannst du nicht verhindern, daß Sporen einen Baum befallen.
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Re:Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Querkopf » Antwort #5 am:

Hallo, Susanne,
Wenn du's ganz genau wissen willst, mußt du dir die Sporen unterm Mikroskop angucken. Oder ein bißchen bohren - Fomitopsis ist Braunfäuleerreger, Perenniporia ist Weißfäuleerrreger. ...
Bohren ist eine gute Idee, danke (hätte ich auch selber drauf kommen können :-[ ;D!), werde ich nach dem Fällen tun.Zu Fomitopsis pinicola habe ich mittlerweile die explizite Angabe gefunden, dass er auch Ebereschen befällt. Zu Perenniporia fraxinea nur den allgemeinen Hinweis, er sei er auf unterschiedlichen Wirten zu finden. Also beides denkbar. Mal sehen, ob das Bohren/ Sägen genaueren Aufschluss gibt.
Susanne hat geschrieben:... Für den neuen Baum an gleicher Stelle müßtest du wohl einen Großteil des Wurzelwerks des Sorbus entfernen. ...
Muss ich eh, sonst kriege ich Stockausschläge en masse. Kraterfüllung mit Erde von anderswoher versteht sich ebenfalls, auch der Bodenverbesserung zuliebe (der bewusste Fleck ist extrem zählehmig). Warten? Hm, ein Jahr lang gedulde ich mich gerne, länger ungern - Nothofagus wächst so langsam ;)... Völlig klar, dass Sporen allgegenwärtig sind und ein Myzel hartnäckig. Aber wenn Baumpilze Schaden anrichten, dann ja zumeist als Schwäche- oder Wundparasiten. Und für einen neuen Baum dürfte es ein großer Unterschied sein, ob er sich in aller Ruhe etablieren und dann erstmal loswachsen kann oder ob er sich gleich zu Anfang gegen Pilze wehren muss... Schöne GrüßeQuerkopf
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Susanne
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Re:Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Susanne » Antwort #6 am:

Wenn der neue Baum mit Ballen kommt, und bei Transport und Pflanzung darauf geachtet wird, daß keine zusätzlichen Verletzungen anfallen, dürfte das eigentlich okay sein...Bißchen Risiko ist halt immer. Wenn du Pech hast, bleibt der Pilz weg und eine Wühlmaus macht den Baum platt.
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Re:Baumpilz an Sorbus: Bitte um Hilfe beim Bestimmen

Querkopf » Antwort #7 am:

Hallo, Susanne,
Wenn der neue Baum mit Ballen kommt und bei Transport und Pflanzung darauf geachtet wird, daß keine zusätzlichen Verletzungen anfallen, dürfte das eigentlich okay sein...
genau so ist es geplant :). Pech kann man trotzdem haben, logo; aber das ist ja ganz normales Gartenrisiko.W-Tiere waren hier allerdings noch nie ein Problem - toitoitoi, auf Holz klopfen, möge es so bleiben. Nochmal zu dem Burschen an meiner Eberesche: Bei einer vorerst abschließenden Guckle-Runde stieß ich auf die Angabe, der Eschen-Baumschwamm bilde seine Fruchtkörper auf den Wurzelanläufen und am Stammfuß (mehrere Quellen, u.a. hier, Seite 2). Tut "mein" Pilz allerdings ganz und gar nicht, er sitzt am Stamm, von ca. 1,4 Metern Höhe an aufwärts; demnach wäre Fomitopsis wohl doch der wahrscheinlichere Kandidat.Ich werde nach dem Fällen sägen oder bohren und dann berichten ;). Und ich werde mir ein gutes Baumpilzbuch zulegen, kann man offensichtlich gebrauchen. Schöne GrüßeQuerkopf
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