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Kupfersulfat! Der Hit (Gelesen 29916 mal)

Bach, Teich und Tümpel - anlegen, bepflanzen und pflegen

Moderator: Nina

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jutta
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Kupfersulfat! Der Hit

jutta »

Habt ihr Schwimmbecken oder Gartenteich? Ich nicht, deswegen muss ich auch mein Grundstück nicht mit dem ach so billigen Kupfersulfat tränken.Aber: seit ca 2 Jahren wird für Schwimmbecken immer öfter CuSO4 gekauft!Und seit heuer auch für das Biotop, zum Algenbekämpfen, zum Frösche vertreiben...Manche lassen sich noch einreden, dass zur Algenbekämpfung im Biotop andere Maßnahmen besser wären, aber die meisten stellen sich trotz Warnhinweisen taub. Ich würde gerne eure Meinung dazu hören!!Vielleicht bin ich nur übervorsichtig und das bischen mehr Cu im Boden stört nicht, von den Kirchendächern kommt es ja auch runter.Jutta
zwerggarten

Re:Kupfersulfat! Der Hit

zwerggarten » Antwort #1 am:

ist das nicht dieses scillagrellblaue rhombenförmige kristallzeugs aus dem chemieunterricht und kristalle-züchten-baukasten? was soll das in gartenteichen? ??? ::)
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Lilia
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Re:Kupfersulfat! Der Hit

Lilia » Antwort #2 am:

Ja, das isses.Macht Pilzen und Bakterien den Garaus.Hat Gewässergefährdungsklasse 2.
Zausel

Re:Kupfersulfat! Der Hit

Zausel » Antwort #3 am:

Ist es immer noch giftig, wenn es durch ca. 7 m Sand durch ist und dann wieder hochgepumpt wird?Wenn ich damit dann die Kartoffeln beregne, dürften die keine Braunfäule bekommen.
Günther

Re:Kupfersulfat! Der Hit

Günther » Antwort #4 am:

Giftig im engeren Sinne sind Kupferverbindungen an sich nicht - sie schmecken außerdem grauslich, vor allem Rauchern 8).Handelsüblich sind nach wie vor Kupferspritzmittel gegen diverse Pilze, z.B. im Weinbau, allerdings selten Kupfersulfat, weil das zu gut löslich ist und schnell weggespült wird. Verwendet werden hier primär Kupferkalkbrühen (Bordelaiser Brühe) oder Kupferoxichlorid.Zur Bekämpfung von Algen und anderen Mikroorganismen kann man sicher auch Kupfersulfat verwenden, nur ist die Gefahr einer Überdosierung groß.Übrigens, Omas wunderschön rote Erdbeermarmelade wurde im Kupferkessel gekocht und dadurch so schön rot, und Spinat wurde früher auch mit Kupferverbindungen "gegrünt" - alles Geschichte.
bristlecone

Re:Kupfersulfat! Der Hit

bristlecone » Antwort #5 am:

Kupfersulfat ist ein auch für Aquarien in diversen Mitteln angebotener Stoff zur Bekämpfung von Algen und Schnecken. Der Effekt auf Algen ist meist vorübergehend, da die Ursachen nicht abgestellt werden.Das ist auch im Gartenteich nicht anders. Hingegen werden beim Versuch, die Algen loszuwerden, oft Fische und andere Tiere vergiftet.Die Verwendung von Kupfersulfat mit dem Ziel, die Frösche im Teich loszuwerden, dürfte einen Verstoß gegen Naturschutzbestimmungen darstellen. Aber wer soll's kontrollieren?Die akute Giftigkeit von löslichen Kupferverbindungen für Menschen ist nicht zu unterschätzen, allerdings löst Kupfersulfat, wenn man es verschluckt, in der Regel rasch Erbrechen aus.Bei chronischer Aufnahme geringer Mengen sind in erster Linie Kleinkinder und Menschen mit bestimmten, seltenen Stoffwechselstörungen gefährdet, allerdings werden entsprechend hohe Dosen kaum erreicht. Bedenken bestehen bei Wasserleitungen aus Kupfer, aus denen in Abhängigkeit von Wasserhärte und Kohlensäuregehalt Kupferverbindungen ins Trinkwasser gelangen können. Ist heute aber auch kaum mehr ein Problem.In den Boden müssen schon erhebliche Mengen an Kupfer gelangen, bevor es da zu Schäden an Pflanzen kommt oder gar Gefahren beim Essen von Gemüse drohen würden. Sieht man im Weinbau, wo trotz massiven Gebrauchs von Kupferverbindungen kaum nennenswerte Auswirkungen auf Flora und Fauna festzustellen sind.
Zausel

Re:Kupfersulfat! Der Hit

Zausel » Antwort #6 am:

Endlich ein paar vernünftige Antworten.Die Schäden durch unüberlegten Einsatz anderer Chemikalien sind also um ein Vielfaches schlimmer.
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jutta
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Re:Kupfersulfat! Der Hit

jutta » Antwort #7 am:

Ja, richtig, an Kupferspritzung im Weinbau habe ich gar nicht gedacht. Da ist es eines der harmloseren Mittel, wenn ich mir so unsere Weinbauern anhöre. Für meine Weinlaube ist es trotzdem tabu.Ich meinte auch nicht die akute Giftigkeit, sondern Langzeitbodenbelastungen, wenn jeder Poolbesitzer über Jahre den Poolinhalt auf seinem Grundstück versickern lässt. Und mit der "darfs ein wenig mehr sein" Mentalität sind die meisten schon von 10g pro 10m³ auf 20g umgeschwenkt (eigentlich bei der Konzentration Versickern schon genehmigungspflichtig)Aber vor allem die Biotopbesitzer sind sehr unbedarft. Wie Bristlecone schreibt, können auch Fische Schaden nehmen. Aber das stört manche garnicht. Hauptsache, die Algen sind weg, Fische kann man sich ja neue anschaffen und Frösche quaken eh zu laut. Vielleicht wäre zuschütten da die bessere Lösung?Jutta
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