Nachdem also das Kartoffelbeet angelegt war, der Birnbaum und die Khaki gepflanzt waren, kamen noch zwei Hortensien dazu. Eine weiße und eine blaue. Sie sahen wunderschön aus, bis ich recht schnell merkte, dass ihr Wasserbedarf, meine Zeit und Lust täglich mit einer Gießkanne bei Fuß zu stehen, einfach nicht zueinander passten.
Überhaupt war mir recht schnell klar, dass ich kein Fan von englischem Rasen und nacktem braunen Boden bin. Im Gemüsebeet Unkraut jäten- völlig klar und kein Problem!
Das hatten wir ja schließlich auch beim ersten Teil des Pfefferminzbeets hervorragend geschafft. Dort pflanzten wir Erdbeeren, Tomaten, Paprika, Radicchio, Möhren (nichts geworden), Süßkartoffeln und noch allerlei anderes an.

- Links sieht man noch die Minze
Kostenlos und ungeplant gab es noch Portulak obendrauf. Viel Portulak! Ich habe alle Rezepte und Zubereitungsarten, die ich im Internet fand, ausprobiert- er schmeckt uns einfach nicht. Aber zum Mulchen kann man ihn nehmen, solange er nicht blüht.
Wir entfernten also bis zu den Johannisbeeren die Pfefferminze und freuten uns.
Damit war eigentlich das Jahr 2024 auch schon rum- wir ernteten genossen die Aussicht und bekamen viele Ratschläge unseres linksseitigen Nachbarn, wie wir unseren Rasen pflegen könnten, auf das er auch so schön wie der seine würde. Wir bedankten uns höflich und taten nichts dergleichen.
Die Hartriegelhecke wurde gerodet, die Maulbeere, die uns nicht schmeckte, nicht gleichzeitig abreifte und für viele Matschflecken auf dem Gras, das eine Liegewiese werden sollte, sorgte, wurde ebenfalls entfernt. Wir setzten 2 Felsenbirnen und 2 Ölweiden als Heckenersatz, die Maulbeerenwurzel grub mein Mann aus, den entstandenen "Krater" füllen wir später auf! So dachten wir.

- Die Obsthecke
Im Winter 2024/2025 hatte ich dann eine grandiose Idee nach der anderen, wie der Garten weniger einsehbar und weniger langweilig mit mehr versteckten Eckchen werden könnte. 300qm und von vorn und hinten durch Anlagewege einsehbar und mit -wenig, aber immerhin- Publikumsverkehr, braucht man schon die ein oder andere private Ecke.
Die erste grandiose Idee war, dass man den schnurgeraden Eingang etwas seitlich verlegen könnte, ein Stück des Rasens zu einem wunderschönen Staudenbeet machen könnte, dass den neuen Eingang dann links und rechts flankiert. Natürlich wäre das Staudenbeet zu jeder Jahreszeit bunt blühend, alle Pflanzen wunderschön, trockenheits- und schneckenresistent und eine große Anzahl an heimischen Wildstauden wäre auch dabei.
Inzwischen hatte ich nämlich entdeckt, dass doch einige Schrebergärten, die als besonders gepflegt und schön galten, in meinen Augen fast besenrein waren. Mir schwebte aber so eine Art bunter Bauerngarten vor, mit Bodendeckern, die das Unkraut in Schach halten und nicht Beete, die man fast täglich vom Unkraut befreien muss, damit die schöne braune Erde gut zu sehen ist. Ich fand in den Tiefen des Internets die Zertifizierung von "Natur im Garten", las die Vergabekriterien und mir gefiel diese Vorstellung. Hier im Forum fand ich dann durchaus Geschichten (solosunny), die mir die Lust verdarben, aber an den Kriterien kann ich mich ja trotzdem orientieren, Plakette hin oder her.
Aber ich schweife ab.
Das neue Staudenbeet- ich wühlte mich also gute zwei Monate durch Internetsuchmaschinen und die Filter verschiedener Staudengärtnereien- irgendwann merkte ich, dass diese Filter bzw. Angaben auch nicht immer korrekt sind, also musste ich gegenchecken, ob die Angaben auch wirklich stimmen. Das erleichterte die Aufgabe nicht. Diesmal träumte ich nicht vom Rosenzüchten, sondern fühlte mich manchmal so überfordert, dass ich schon von englischem Rasen überall träumte, das erschien mir weniger kompliziert- und mein Nachbar würde mir alles beibringen.
Aber ich stelle mich manchmal den Herausforderungen. Ich stellte also Pflanzen zusammen, nach Höhe, denn das Beet sollte aufsteigend gestaltet sein und nach hinten ordentlich an Höhe gewinnen, damit die Sichtachse in den hinteren Teil des Gartens etwas gebrochen werden sollte. Und nach Blühfarbe und Blühzeitpunkt sortierte ich sie auch, schließlich sollte ja immer etwas blühen. Ja und Trockenheitsresistenz war ein Muss.

- So sah der erste Plan aus...
Der mittlere Sohn, der immer schon ein großes Interesse an Amphibien hatte, wünschte sich einen kleinen Teich. Der konnte eigentlich nur im Staudenbeet sein, alles andere war viel zu sonnig und es gab einfach keinen guten Platz. Also ließ ich in der Gestaltung eine Stelle für ein kleines Becken frei.