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Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge (Gelesen 42251 mal)

Vom Unkrautstecher bis zum Aufsitzrasenmäher - alles, was die Arbeit erleichtert. Fragen, Erfahrungen, Berichte

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thuja thujon
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

thuja thujon » Antwort #180 am:

Ich hätte keine Chance. Unkraut vor dem Keimlingsstadium bekämpfen, wie es die Biobauern tun, das ist unerklärbar.

Gärtner ist ein harter Beruf, in der Stadt noch mehr. Ich hätte keinen Spaß dran, ich mag Pflanzen und die Pflege derer. Auch Bäume, ich schneide gerne, aber nicht in der Stadt. Deswegen ziehe ich den Hut vor dir. ;)
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hobab
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

hobab » Antwort #181 am:

Zum Thema Gießen: einmal gibt es Pflanzen die aus gestalterischen Gründen wichtig sind, oder vor zehn Jahren noch problemlos gingen, jetzt aber zusätzliches Wasser brauchen: deswegen pflanze ich nicht den ganzen Garten neu, weil ein Eckpfeiler der Gestaltung ab und an nun Wasser braucht. Und gießen musste man hier schon immer, der Sand hält zuwenig Wasser um das nicht zu tun. Nur alle fünf Tage bei 35 C und sechs Wochen ohne Regen - danach kannst du den Garten auch wieder neu pflanzen. Lösung sind dann halt Regenanlagen für die wichtigen Bereiche, oder Wüstengärten. Das ist leider für die meisten Leute noch keine Option, zumal das Konzept Garrique in der Sonne ganz überzeugend aussehen kann, aber im Schatten noch reichlich ausbaufähig ist. Und hier sind die meisten Gärten von hohen Bäumen beschattet - mach da mal ein Steppenbeet...

Und ich liebe meinen Beruf, aber hart ist er schon. Fand ich bisher nicht, aber so langsam macht sich das Alter bemerkbar - komischerweise stöhnen die jungen Mitarbeiter mehr als ich und möchten am liebsten die vier-Tage-Woche.
Wenn man denn bei der Bezahlung davon leben könnte. Falls sich jemand fragt warum die Linken in Berlin grade so gut abgeschnitten haben, das ist die Erklärung: mit einem Handwerkerlohn kann man kaum noch die Miete bezahlen, früher haben davon noch Frau und Kinder gelebt.
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thuja thujon
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

thuja thujon » Antwort #182 am:

Hier in den Gewächshäusern der Industrie ist der Lohn noch etwas besser, der Versuchstrupp im Freiland kommt auch klar. Aber ab 50 merken sie es fast alle in den Knochen und die zunehmende Bürokratie verschafft mehr Zeiten auf dem Stuhl.

Zurück zur Bewässerung: ich gieße wenn ich es mit dem direkten Umfeld vergleiche Vergleichsweise viel. Nicht oft, aber wenn es tatsächlich notwendig ist, also kurz vor knapp. Das Geisenheimer Modell mit der Penmanverdunstung, wohl das gängigste Modell, das kann man mit 80% ohne Probleme fahren, 20% unter Bedarf merkt man kaum. Ich komme meist auf 50 bis 60%, das ermöglicht noch zufriedenstellende Ergebnisse.
Ob damit Humusaufbau statt Humusabbau möglich ist, eine andere Frage. Ohne Bewässerung kann ich jedenfalls nicht die Aufgabe der Begrünung hier, Klimawandelfolgen abmildern, sicherstellen bzw für die Gesellschaft leisten.
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hobab
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

hobab » Antwort #183 am:

Mit dem Humusaufbau bin ich etwas im Kriegsfuß, wenn zunehmend Mittelmeerflora gepflanzt wird, ist das gar nicht so gewünscht, aber wasserhaltende Materialien sind ja trotz der trockenheitsvertragenden Stauden wichtig. Lehm ist leider meist schwer zu kriegen und Betonit oder ähnliche Produkte zu teuer. Und auf irgendwelche chemische Zuschlagstoffe die wer weiß was später machen, möchte ich mich nicht verlassen. So schön Humus im Prinzip für das Wachstum vieler Pflanzen ist, auf die Trittbrettfahrer wie Giersch kann ich jedenfalls gut verzichten...
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Winterrose » Antwort #184 am:

Starking007s Vorschläge kommen meiner Idealvorstellung eigentlich ziemlich nahe, aber ganz umsetzten lassen sie sich hier leider nicht. Ursprünglich wollte ich einfach nur Unkraut durch andere Pflanzen ersetzen, damit nicht alles gleich wieder verwildert. Dass das dann doch in richtige Gartenarbeit ausgeartet ist, war eigentlich nicht mein Plan. Ich habe aber einiges dabei gelernt und inzwischen macht es mir auch Spaß.

Ein neues Pflaster mit schmaleren Fugen lässt sich hier nicht verwirklichen und einen Hochdruckreiniger habe ich auch nicht. Daher versuche ich, die Fugen mit verschiedenen Bodendeckern zu begrünen, die sich gern aussamen und Ausläufer bilden dürfen. Und da wir an drei Seiten Mauern und einen Zaun haben, geht es auch nicht ohne Stützen. Die kleinen Beete und die begrünten Mauern müssen halt einen Garten simulieren.

Aber ich hoffe immer noch, dass sich die Arbeit in Zukunft auf einem minimalen Niveau einpendelt, deshalb nehme ich zurzeit etwas mehr davon in Kauf. Die Brombeeren möchte ich komplett ausrotten, anderes Unkraut zumindest stark einschränken. Deshalb reiße ich tatsächlich alles sofort heraus, sobald ich es sehe. Meistens reichen dazu die Finger, der Unkrautstecher ist für die Brombeertriebe und Löwenzahn und Ähnliches.

Was an Arbeit auf jeden Fall bleibt, ist dann ein- bis zweimal im Jahr Rosen und Clematis schneiden, neu gesprießtes Unkraut nicht überhand nehmen zu lassen und bei längeren Trockenperioden ab und zu zu gießen. Vielleicht macht das ja irgendjemand hier, wenn ich es mal nicht mehr schaffe, aber wer weiß ...
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Staudo » Antwort #185 am:

thuja thujon hat geschrieben: 20. Sep 2026, 21:42 Ich hätte keine Chance. Unkraut vor dem Keimlingsstadium bekämpfen, wie es die Biobauern tun, das ist unerklärbar.
Ich komme regelmäßig an Feldern eines Gemüsebiobauern vorbei. Alles, was nicht kürzlich gefräst wurde, ist mit kniehoher Melde überwuchert. Offensichtlich versucht der Bauer, das Gemüse zu ernten, bevor die Melde die Herrschaft übernommen hat. Dabei hat er im Frühjahr mit mehreren Fräsdurchgängen (und damit mit viel Dieselverbrauch und CO2-Ausstoß) versucht, die Felder sauber zu bekommen.
Im Gemüsegarten versuche ich, das Unkraut mit Hacken und auf freien Flächen auch mit Harken in den Griff zu bekommen. Das klappt natürlich nur, wenn ich es nicht ein einziges Mal verpasse.
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Gartenplaner » Antwort #186 am:

Winterrose hat geschrieben: 20. Sep 2026, 22:33 …Daher versuche ich, die Fugen mit verschiedenen Bodendeckern zu begrünen, die sich gern aussamen und Ausläufer bilden dürfen. …
Das funktioniert allerdings am besten bei neu verlegtem Pflaster - man muss die ökologische Nische besetzen, ehe es angewehte Samen können.
Die Fugen mit unkrauthemmendem Fugenmaterial neu auffüllen ist auf Dauer körperschonender (verhindert allerdings auch sehr dekorative, sich selbst einstellende Spontangestaltungen).
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Re: Besonders körperschonende Methoden, Techniken oder Werkzeuge

Winterrose » Antwort #187 am:

Die Spontangestaltungen haben schon begonnen. Die Mühlenbeckia wuchert stark über die Beetränder hinaus und macht das trübe Grau der Steine etwas abwechslungsreicher. Die musste ich schon ein paarmal zurückschneiden, damit sie andere Pflanzen nicht überwuchert. Der Feldthymian hat wie gewünscht schon ein paar kleine Fugen jenseits des Beetrandes erobert. Beim Blaukissen weiß ich es noch nicht, das blüht ja erst nächstes Jahr. Die Dalmatiner Glockenblume macht mir etwas Sorgen, von der hätte ich mehr erwartet. Die Schleifenblume ist leider eingegangen. Sedum entwickelt sich prächtig, eine rosa blühende Fetthenne ist deutlich über das Beet hinausgewachsen.

Auf der anderen Seite, mehr im Schattenbereich, wachsen Moossteinbrech, Himalaya-Schleierkraut und Sternmoos sehr gut, allerdings noch nicht über das Beet hinaus. Dafür haben wir da Frauenmäntel und etwas Haselwurzartiges, die sich selbst angesiedelt haben und auch in den Fugen wachsen. Steinkraut wuchert mehr als gedacht, ist für die Fugen in der Mitte aber zu hoch. Mauerzymbelkraut war sehr schwer zum Keimen zu bringen, wächst jetzt aber gut, allerdings noch nicht so richtig an der Mauer hoch, sondern mehr in die Fläche. Dafür klettert die Mühlenbeckia auch am Gerüst hoch, wenn man etwas nachhilft.

Also das wird schon, auch wenn es vielleicht zwei bis drei Jahre dauert. Ich hab ja extra so viel Unterschiedliches gepflanzt und gesät, damit sich das Passende durchsetzt. Das Unkrautfeld in der Mitte hab ich letztes Jahr häufig mit Heißwassergüssen traktiert und jetzt im Sommer ist in dem Bereich, der nicht gegossen wurde, bestimmt vieles vertrocknet. Neues Unkraut entferne ich wirklich penibel. Da steht einer Neuansiedlung erwünschter Pflanzen nichts im Wege.
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